[0001] Die Erfindung betrifft eine aus wenigen Modulen bestehenden Bausatz für eine variable
Gebäudekonstruktion für Holzhäuser gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 mit einem
hohen Arbeitsanteil der Vorfertigung, einer hohen maßlichen Genauigkeit und der Erreichbarkeit
des geforderten Wärmedämmwertes nach der Energieeinsparungsverordnung (EnEV). Die
Gebäudekonstruktion kann ein- oder mehrgeschossig sein und die Funktion eines Wohnhauses,
eines Bürogebäudes, eines Wochenend- oder Ferienhauses, einer Kindertagesstätte, einer
Schule, eines Altenpflegeheimes oder dergleichen erfüllen.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind mehrere Gebäudekonstruktionen für Fertigteilhäuser
mit aus Holz oder Material ähnlicher Eigenschaften bestehenden rechteckigen Wandelementen
bekannt. Die Abmessungen dieser Wandelemente beruhen auf einem bestimmten Rastermaß.
Die beiden äußeren Schichten der Plattenelemente können aus Holz oder einem anderen
Leichbaumaterial auf Basis eines Silikates bestehen. Zwischen diesen Platten wird
außen umfassend ein Rahmen angeordnet. Im Inneren dieser so entstandenen Holzkonstruktion
befindet sich Isolationsmaterial zur Wärmedämmung. Außen ist der Rahmen mit einer
umlaufenden Nut versehen. Unten dient die Nut zusammen mit einer Schiene oder Leiste
zur formschlüssigen Lagestabilisierung gegenüber dem Boden bzw. dem Fundament. An
den Seiten wird die Nut dazu genutzt, zwei nebeneinander befindliche Wandelemente
mittels einer Leiste/Feder formschlüssig zueinander zu fixieren. Oben dient die Nut
dazu, zusammen mit einer Schiene oder Leiste die Lagesicherung zur Deckenplatte zu
gewährleisten. Solche Lagesicherungen werden als Nut-/Federverbindungen bezeichnet.
Neben der Lagersicherung der einzelnen Plattenelemente zueinander dienen diese Konstruktionen
auch dazu, die Montage beim Hausaufbau zu erleichtern. Eine weitere Erleichterung
wird durch einen möglichst hohen Anteil der Vorfertigung der einzelnen Elemente erreicht.
[0003] Eine solche Lösung für ein Fertigteilhaus, bestehend aus Wandelementen, die als rechteckige
Verbundplatten ausgeführt sind und umlaufend eine Nut aufweisen, ist aus der Druckschrift
DE 1 214 855 A bekannt. Die oberen Federleisten sind als stabiler aufsetzbarer Profilstahlrahmen
ausgebildet, der auch als Rahmen für eine Spannvorrichtung dient, mit der zur Verbesserung
der Stabilität des Gebäudes vor allem äußeren Einflüssen an der Decke eine diagonale
Vorspannung erzeugt wird. Diese Spannvorrichtung besteht aus einem Drahtseil, das
an der Decke von einer Gebäudeecke entlang dieser in diagonaler Richtung parabelförmig
in waagerechter Richtung zur nächsten Ecke geführt wird. Zum Spannen des Drahtseils
ist ein Spannschloss vorgesehen. In den Gebäudeecken werden zur Verbindung der beiden
zusammen stoßenden Wandelemente miteinander und Eckleisten verwendet.
[0004] Eine weitere Lösung für ein Fertigteilhaus, bestehend aus Wandelementen, die als
rechteckige Verbundplatten ausgeführt sind und umlaufend eine Nut aufweisen, ist aus
der Druckschrift
EP 0 072 839 B1 bekannt. Diese Verbundplatten werden oben und unten durch je ein mit dem Boden und
der Decke verbundenes, vorzugsweise aus Holz oder einem Material mit ähnlichen Festigkeitseigenschaften
aufweisendes T-förmiges Profil dadurch formschlüssig gehalten, dass der Steg des Profils
in die jeweilige Nut des Wandelements formschlüssig eingreift. Dort, wo zwei nebeneinander
befindliche Wandelemente zusammen eine gerade Wand bilden, werden Leisten / Federn
in die aneinander angrenzenden senkrechten Nuten zur formschlüssigen Verbindung geschoben.
Dort, wo zwei nebeneinander befindliche Wandelemente zusammen eine Ecke bilden, wird
außen zusätzlich ein Pfosten angesetzt. Außerdem werden dort, wo Bauelemente für das
Fertigteilhaus rechtwinklig zusammen stoßen, innen Eckleisten angeordnet. Weiterhin
ist zur Stabilisierung dieser vorstehend beschriebenen formschlüssigen Verbindungen
vorgesehen, diese zu verschrauben.
[0005] Um zu verhindern, dass durch die Wände im Bereich der Plattenstöße in Folge vom Maßtolleranzen
der Bauelemente Feuchtigkeit eindringen kann, werden in die Nuten in den Freiräumen
zwischen den Nutwandungen und den darin aufgenommenen Leisten / Federn sowie den Freiräumen
zwischen den Platten der Wandelemente zusätzlich Dichtungs- oder Füllungsstreifen
angeordnet. Eine weitere Abdichtung der Außenwand kann durch einen zusätzlichen Anstrich
auf Kunststoffbasis erfolgen.
[0006] Aus der Druckschrift
EP 0 641 901 B1 ist außerdem eine weitere Lösung für ein Fertigteilhaus bekannt, bei der die Wandplatten
im Prinzip aus den beiden Außenplatten bestehen und von zwei gegenüberliegend senkrecht
angeordneten Trägern beabstandet werden. Diese beiden Träger sind versetzt zueinander
so angeordnet, dass durch das Versetzen auf der einen Seite durch das teilweise Herausragen
des Trägers eine Leiste/Feder und auf der anderen Seite durch das Zurücksetzen von
der senkrechten Außenkante der Wandplatte eine Nut entsteht. Durch das Aneinanderfügen
der einzelnen Wandplatten ragt so immer der der überstehende Bereich (Leiste/Feder)
des Trägers der einen Wandplatte immer in den zurückstehenden Bereich (Nut) der anderen
identischen Wandplatte. Damit eine umlaufende Nut entsteht, werden die beiden Träger
oben und unten gegenüber der Wandplatte um ein bestimmtes Maß kürzer ausgeführt. Dieses
Maß entspricht jeweils etwa dem Maß der Höhe der am Boden und an der Decke des Fertigteilhauses
zum Halten der Wandplatte angebrachten Leisten/Federn, die unten als Grundlehre und
oben als Richtlehre bezeichnet wird. Die Wandplatte ist dadurch oben und unten offen.
An den Seiten der Wandplatten können Aussparungen zur Durchführung von Versorgungsleitungen
vorgesehen werden. Eine Wandplatte wird unten erst nach dem Aufsetzen auf den Untergrund
mit der als Grundlehre bezeichneten Leiste/Feder geschlossen. Danach kann sie mit
Isolationsmaterial zur Wärmedämmung des Gebäudes gefüllt werden. Zur festen Verbindung
der Wandelemente miteinander werden diese miteinander verschraubt. Zuvor ist vorgehen,
die Berührungsflächen der Wandelement miteinander vollflächig zu verleimen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bausatz sowie einen Selbstbausatz,
bestehend aus möglichst wenigen Modulen für Holzhäuser zu entwickeln, mit dem bei
einer universellen Gestaltung der Gebäude ein hoher Grad der Vorfertigung und eine
schnelle und sichere Montage in hoher Qualität möglich ist. Außerdem soll das Gebäude
so beschaffen sein, dass der nach der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) vorgeschriebene
Wärmedämmwert erreicht wird.
[0008] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ein möglichst hoher Anteil an industriell
vorgefertigten Modulen für das Fertigteilhaus bereit gestellt wird, dass die Anzahl
der unterschiedlichen Module gering und dass eine hohe Maß- und damit Passgenauigkeit
dieser Module erreicht wird.
[0009] Voraussetzung dafür ist die Anwendung eines bestimmten Rastermaßes. Die Größe der
einzelnen Raster wird so ausgelegt, dass die einzelnen Module gut transportiert und
auch mit den vorhandenen Mitteln jeweils einfach montiert werden können.
[0010] Die Basis dieser Gebäudekonstruktion ist ein Einzel- und/oder Streifenfundament und
wird je nach vorhandenem Baugrund und erforderlicher Statik ausgelegt. Ein solches
Fundament ist kostengünstig herzustellen. Auf diesem Fundament wird die Bodenplatte
montiert. Die Bodenplatte nimmt die einzelnen Wandelemente auf, die zusammen die Außenwand
bilden. Diese untere Etage wird durch die Deckenplatte abgeschlossen. Bei einem mehrgeschossigen
Gebäude dient die Deckenplatte des Erdgeschosses zugleich als Bodenplatte des darüber
liegenden Geschosses. Jede weitere Etage beginnt wieder mit der Montage der Wandelemente
für die Außenwand und wird mit der Montage der Deckenplatte abgeschlossen. Auf das
letzte Geschoss wird dann das Dach montiert.
[0011] Die Bodenplatte, die Außenwände und die Deckenplatte werden aus Einzelmodulen zusammen
gestellt.
[0012] Die Bodenplatte wird aus mehreren nebeneinander angeordneten Bodenplattenelementen
gleicher Länge zusammengesetzt. Bei der Bemessung der Bodenplattenelemente wird das
Rastermaß eingehalten. Lediglich die beiden äußeren Bodenplattenelemente werden um
das Maß der Dicke der Wandelemente breiter ausgeführt, weil sie noch die seitlich
darüber befindliche Außenwand aufnehmen sollen.
[0013] Jede der Bodenplattenelemente ist oben mit einem einen rechteckigen Querschnitt aufweisenden
Verbinder versehen, der zur formschlüssigen Aufnahme der Wandelemente in einer Nut-/Federverbindung
die Funktion der Feder übernimmt.
[0014] Die Wandelemente bestehen im Prinzip aus einem rechteckigen Rahmen, der beiderseits
mit einer Wandplatte versehen ist. Im Inneren befindet sich Material zur Wärmeisolation.
Alle 4 Seiten des äußeren Rahmens sind mit einer Nut versehen. Die Wandelemente werden
in 3 Ausführungsformen als ein geschlossenes Wandelement, ein Wandelement mit mindestens
einem darin eingelassenen Fenster und ein Wandelement mit einer darin eingelassenen
Tür ausgeführt.
[0015] Die Deckenplatte besteht wie die Bodenplatte aus mehreren nebeneinander angeordneten
Deckenplattenelementen gleicher Länge. Die inneren Deckenelemente weisen die gleiche,
vom Rastermaß abhängige Breite auf. Hingegen sind die beiden äußeren Deckenplattenelemente
jeweils in einer Breite ausgeführt, die gleich dem Maß der Dicke der aufgehenden Wandelemente
ist.
[0016] Jedes der Deckenplattenelemente ist unten und bei einem weiteren aufgesetzten Obergeschoss
auch oben mit einer einen rechteckigen Querschnitt aufweisenden Fixierleiste versehen,
die zur formschlüssigen Aufnahme der unteren und bei Bedarf der oberen Wandelemente
in einer Nut-Feder-Verbindung die Funktion der Feder übernimmt.
[0017] Die Wandelemente werden unten durch die Nut-Feder-Verbindung gegenüber der Bodenplatte
in einer bestimmten Stellung fixiert. Um bei der Montage der Außenwände eine stabile
Ecke als Ausgangsbasis zu erhalten, wird mit dem Aufstellen von zwei zueinander rechtwinklig
angeordneten Wandelementen begonnen. Dort, wo die Außenkante des einen Wandelements
mit seiner Nut an der Innenwand des zweiten, rechtwinklig dazu aufgestellten Wandelements
anliegt, wird dieses zweite Wandelement mit einem Modulverbinder versehen. So wird
durch die damit entstehende Nut-/Federverbindung bei der Montage zwischen dem ersten
und dem zweiten Wandelement eine formschlüssige Verbindung hergestellt. Zur Stabilisierung
dieser Verbindung ist es vorgesehen, in die oberen Nuten über Eck einen dort hineinreichenden
Metallwinkel einzulegen und anzuschrauben. Dadurch entsteht eine stabile Ausgangsbasis,
von der aus die Montage der Wandelemente nach beiden Seiten fortgesetzt werden kann.
Dabei werden jeweils zur Lagestabilisierung der benachbarten Wandelemente zueinander
in die senkrecht aneinander stoßenden beiden Nuten Modulverbinder von oben eingeschoben.
[0018] Durch das abschließende Aufsetzen der aussteifenden Deckenplattenelemente wird eine
stabile Bauweise erreicht, die sich von selbst trägt.
[0019] Diese so gestaltete variable Gebäudekonstruktion für Holzhäuser ist mit dem Vorteil
verbunden, dass mit wenigen Grundmodulen individuell gestaltete Holzhäuser projektiert
und gebaut werden können. Die Module können industriell gefertigt werden. Dadurch
wird eine hohe Maßgenauigkeit erzielt, was wiederum zu einer einfachen Montage und
hohen Passgenauigkeit der zusammen gefügten Teile führt. Zwischen den Modulen entstehen
durch die hohe Passgenauigkeit keine Lücken, so dass kein ungewollter Luftaustausch
zwischen innen und außen auftreten kann. Durch das Abdichten der Module miteinander
wird eine hundertprozentige Luftdichtigkeit erreicht. Um mit dem so aufgebauten Haus
den nach der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) geforderten hohen Wärmedämmwert auch
für ein Holzhaus zu erreichen, wird an die Außenwand eine entsprechend ausgelegte
Außenhaut angebracht, die es ebenso ermöglicht, den Passivhausstandard zu erreichen.
[0020] Die geringe Anzahl der für ein solches Haus benötigten Bauelemente gestattet eine
ausreichende Bevorratung mit diesen Teilen. Dadurch steht einem schnellen Baubeginn
nach vollendeter Projektierung nichts im Wege.
[0021] Der Aufbau des Holzhauses mit seiner aus Holz bestehenden wärmegedämmten Bodenplatte
auf Einzel- und/oder Streifenfundamenten trägt zum Einen zur Reduzierung der Gründungskosten
gegenüber einer betonierten Bodenplatte bei, zum Anderen dazu, dass die Bodenfeuchtigkeit
nicht in die Bodenplattenkonstruktion aufsteigen kann.
[0022] Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung und den dazugehörigen Zeichnungen, in denen ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel dargestellt ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Gesamtansicht eines Fertigteilhauses in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- den Grundriss des Fertigteilhauses,
- Fig. 3
- einen senkrechten Schnitt durch das Fertigteilhaus,
- Fig. 4
- eine Verbindung von zwei Wandsystemmodulen miteinander in drei Ansichten,
- Fig. 5a
- eine Eckverbindung von zwei Wandsystemmodulen miteinander in einer perspektivischen
Ansicht,
- Fig. 5b
- die Eckverbindung nach Fig.5a in zwei waagerecht geschnittenen Ansichten,
- Fig. 6a
- eine Verbindung Bodenplatte - Wandsystemmodule Erdgeschoss in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 6b
- die Verbindung Bodenplatte - Wandsystemmodule nach Fig. 6a im Schnitt,
- Fig. 7a
- eine Verbindung Modulwand Erdgeschoss - Deckenelement - Wandsystemmodule Obergeschoss
in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 7b
- eine Verbindung Modulwand Erdgeschoss - Deckenelement - Wandsystemmodule nach Fig.
7a im Schnitt,
- Fig. 8a
- eine Verbindung Wandsystemmodule Obergeschoss - Deckenelement mit aufgesetztem Dach
im Schnitt und
- Fig. 8b
- die Verbindung Wandsystemmodule Obergeschoss - Deckenelement in perspektivischer Darstellung.
[0023] Das Fertigteilhaus nach Fig. 1 besteht im Wesentlichen aus industriell vorgefertigten
Modulen aus dem Werkstoff Holz, mit denen individuell gestaltete Holzhäuser nach dem
Passivhausstandard gebaut werden können. Es werden drei verschiedene Grundtypen dieser
Module vorgesehen. Es sind
- Bodenplattensystemmodule 2 (Fig. 3),
- Wände als Wandsystemmodule 3 in verschiedenen Ausführungsformen als durchgehende Wandsystemmodule
31 in geschlossener Ausführung, als Wandsystemmodule 32 mit eingebauten Fenstern und
Wandsystemmodule 33 mit eingebauter Tür (Fig. 2 und 3),
- Innenwandsystemmodule 13 (Fig. 2) und
- Deckenplattenelemente 5 (Fig. 3).
[0024] Die Innenwandsystemmodule 13 gleichen im Aufbau den Wandsystemmodulen 3, unterscheiden
sich jedoch in ihrer Wandstärke.
[0025] Die für dieses Ausführungsbeispiel ausgeführte Variante des Fertigteilhauses besteht
nach Fig. 1 aus zwei Etagen und einem Pultdach 9. Grundlage für die Bemessung dieses
Fertigteilhauses ist nach Fig. 2 ein bestimmtes Rastermaß. Diesem Rastermaß sind nach
Fig. 3 das Fundament, bestehend aus Einzel- und Streifenfundamenten 10, 11, die Bodenplatte
1, die Außenwand Al für die I. Etage, die Deckenplatte 4 I für die I. Etage und zugleich
Bodenplatte für die II. Etage, die Außenwand A II für die II. Etage, die Deckenplatte
4 II. Etage und das Pultdach 9. Da das Fundament 10, 11 und das Dach 9 nicht Gegenstand
der Erfindung sind, wird im Folgenden darauf nicht näher eingegangen.
[0026] Alle Systemmodule werden in ihren Abmessungen auf dieses Rastermaß ausgerichtet.
Auf den Einzel- und Streifenfundamenten 10, 11 ist in der Größe des Grundrisses die
Bodenplatte 1 mit den Bodenplattensystemmodulen 2 angeordnet. Auf den äußeren Rand
dieser so gebildeten Bodenplatte 1 werden die verschieden ausgebildeten Wandsystemmodule
3 aufgesetzt. Den Abschluss zur I. Etage bildet die Deckenplatte 4 mit ihren Deckenplattenelementen
5. Darüber sind weitere Wandsystemmodule 3 für die Außenwand der II. Etage angeordnet.
Diese Wandsystemmodule 3 nehmen oben die Deckenplatte 4, bestehend aus den Deckenplattenelementen
5, auf. Den oberen Abschluss des Hauses bildet das Pultdach 9.
[0027] Die innerhalb dieses Grundrisses vorgesehenen Zwischenwände 12 zum Abteilen der Räume
bestehen aus Innenwandsystemmodulen 13 (Fig. 2), die ebenfalls in Holztafelbauweise
gefertigt sind und dem vorgegebenen Raster entsprechen. Diese Innenwandsystemmodule
13 sind wie die Außenwände tragend und stützen somit zusätzlich die Deckenplatte 4
ab.
[0028] Die Bodenplatte 1 wird als Systembodenplatte bezeichnet und nach den Fig. 3 und 6
aus mehreren aneinander gefügten einzelnen
[0029] Bodenplattensystemmodulen 2 zusammengesetzt. Dieses Zusammensetzen der Bodenplatte
aus mehreren nebeneinander angeordneten Bodenplattensystemmodulen ist bekannt. Neu
ist es jedoch, diese Bodenplattensystemmodule wie die Wandsystemmodule 3 in Holzrahmenbauweise
herzustellen. Sie besitzen einen inneren Rahmen und die aussteifenden äußeren Holzplatten
und sind mit einer Oberseite (Deckplatte) und einer parallel dazu angeordneten Unterseite
(Grundplatte) versehen. Dazwischen befindet sich eine ausreichend dicke Dämmschicht.
[0030] Die Wandsystemmodule 3 werden in mindestens 3 Varianten bereitgestellt. Die erste
dieser 3 Varianten ist ein als geschlossenes Wandelement ausgebildetes Wandsystemmodul
31 (Fig. 3 und 4), das zweite ein als Wandelement mit mindestens einem darin angeordneten
Fenster bestehendes Wandsystemmodul 32 (Fig. 2) und das dritte Wandelement ist ein
Wandsystemmodul 33 mit einer darin angeordneten Tür (Fig. 2). Jedes dieser Wandsystemmodule
3 wird nach den Fig. 4 und 5 in Holztafelbauweise ausgeführt und weist zwei zueinander
beabstandete Wandplatten 14, 15 auf, die außen umlaufend durch einen massiven Holzrahmen
16 mit einer umlaufenden Nut 17 abgeschlossen werden. Bei der Variante mit einem Fenster
oder einer Tür werden die Fenster- bzw. Türelemente in die dafür vorgesehene Aussparung
eingefügt.
[0031] Die Deckenplatte 4 wird nach Fig. 7 wie die Bodenplatte 1 aus mehreren Deckenplattenelementen
5 zusammengefügt.
[0032] Der Bauablauf bei der Montage der Holzkonstruktion ist folgender:
1. Fundamente
[0033] Unterhalb der Fundamente werden Fundamentgräben bis zur tragfähigen Bodenschicht
ausgehoben und mit Beton ausgefüllt. Darauf werden die einzelnen Einzel- bzw. Streifenfundamente
10, 11 in den Abmessungen gemäß der statischen Vorgaben angefertigt. Als Fundamente
können auch Betonfertigteile benutzt werden. Bei der Anordnung und Bemessung dieser
Fundamente 10, 11 wird das vorgesehene Rastermaß eingehalten.
2. Montage Erdgeschoß
2.1. Bodenplatte
[0034] Auf den Fundamenten10, 11 werden nach Fig. 6 die einzelnen Bodenplattensystemmodule
2 in Längsrichtung auf Lagerhölzern 19 verlegt. Diese Lagerhölzer 19 bestehen aus
Hartholz und werden mit den Fundamenten 10, 11 zug- und druckfest verbunden. Zwischen
den Fundamenten 10, 11 und Lagerhölzern 19 wird eine Bitumenpappe gegen aufsteigende
Feuchtigkeit verlegt.
[0035] Die Montage der Bodenplatte 1 beginnt nach den Fig. 3 und 6 mit dem außen liegenden
Bodenplattensystemmodulen 2a auf den Lagehölzern 19 und wird durch Aneinanderreihen
mit weiteren Bodenplattensystemmodulen 2 vervollständigt. Die Montage dieser Bodenplatte
1 endet mit einem äußeren Bodenplattenmodulsystem 2a. Die Länge der Bodenplattensystemmodule
2a, 2 richtet sich immer nach der Anzahl der Raster, ebenso die Breite, wobei die
beiden äußeren Bodenplattensystemmodule 2a davon abweichend noch zusätzlich um das
Maß der Dicke der Wandsystemmodule 3 verbreitert sind. Die Bodenplattensystemmodulstöße
werden untereinander auf der Oberseite mit Holzleisten verschraubt und untereinander
zug- und druckfest verbunden.
[0036] Auf den Bodenplattensystemmodulen 2 werden in vorgesehener Wandmitte im Bereich der
Nuten 17 der darauf zu errichtenden Außenwände A I mit den Wandsystemmodulen 3 aus
Hartholz bestehende Fixierleisten 7 zur Lagesicherung der Wandsystemmodule 3 aufgesetzt.
2.2. Wände Erdgeschoß
[0037] Die Montage der Außenwand A I beginnt nach Fig. 5 mit dem Aufstellen von 2 rechtwinklig
zueinander aufzustellenden Wandsystemmodulen 3
1 und 3
2 zu einer Ecke. Dazu wird das erste Wandsystemmodul 3
1 mit seiner unteren Nut 17 auf die vorbereitete Fixierleiste 7 aufgesetzt und formschlüssig
im senkrechten Bauzustand gehalten. An dieses erste Wandsystemmodul 3
1 wird rechtwinklig das zweite Wandsystemmodul 3
2 angesetzt. Es wird ebenso wie das erste Wandsystemmodul 3
1 mit seiner unteren Nut 17 auf ein weiteres, auf die Bodenplatte 1 aufgeschraubtes
Lagerholz 7 aufgesetzt.
[0038] Die Wandsystemmodule 3
1, 3
2 für die Ecken und die anschließenden Wandsystemmodule 3 (nicht dargestellt) für die
geraden Wände werden gleichartig ausgebildet. Damit jedoch die zwei Wandsystemmodule
3
1, 3
2 zu einer Ecke miteinander verbunden werden können, wird das eine Wandsystemmodul
3
1 nach Fig. 5 mit einem vertikal angeschraubten Modulverbinder 6 versehen. Das zweite
Wandsystemmodul 3
2 umschließt dann mit seiner in der Mitte seiner Stirnseite angeordneten senkrechten
Nut 17 diesen Modulverbinder 6 und wird so formschlüssig gehalten.
[0039] An diesem zweiten Außenwandsystemmodul 3
2 werden weitere Außenwandsystemmodule 3 solange angesetzt, bis die gesamte Außenwand
3 I fertig vormontiert ist. Sie werden so aneinander gereiht, dass die beabsichtigte
Anordnung mit Fenstern und Türen entsteht. Nachdem jeweils ein weiteres Außenwandmodul
3 an das vorherige Außenwandmodul 3 angesetzt worden ist, werden in die durch die
aneinander grenzenden Nuten 17 entstehende Fuge Modulverbinder 6 von oben eingeschoben.
Die industrielle Vorfertigung der Wandsystemmodule 3 und der Modulverbinder 6 gestattet
eine maßlich so genaue Herstellung dieser Elemente, dass dieser Arbeitsgang problemlos
durchgeführt werden kann.
[0040] Die beiden Wandsystemmodule 3
1, 3
2 jeweils einer Ecke werden oben zusätzlich gesichert. Dazu wird ein aus Flachstahl
bestehender Moduleckverbinder 18 in die oberen Nuten 17 der beiden Wandsystemmodule
3
1, 3
2 eingelegt und zug- und druckfest miteinander verschraubt. Durch dieses Verbindungssystem
wird gewährleistet, dass die Außenwand von selbst kippsicher auf der Bodenplatte 1
steht.
[0041] Danach kann die Montage der Innenwandsystemmodule 13 für die Innenwände 12 nach Fig.
2 erfolgen.
[0042] Der Aufbau und die Verbindung der Systeminnenwände 12 erfolgt genauso wie die Systemaußenwände.
[0043] Die Innenwandsystemmodule 13 haben tragende Eigenschaften und werden deshalb zur
Erhöhung der Stabilität bei solchen Gebäuden verwendet, deren Deckenplatten 4 eine
größere Weite überbrücken und/oder die Deckenplatte 4 höheren Belastungen ausgesetzt
ist.
2.3. Decke Erdgeschoß
[0044] Die Montage der Deckenplatte 4 beginnt nach Fig. 7 an einer Außenwandseite und wird
durch das Aneinanderreihen der einzelnen Deckenplattenelemente 5 vervollständigt.
Die formschlüssige Verbindung der Deckenplattenelemente 5 mit den darunter befindlichen
Wandsystemmodulen 3 erfolgt durch eine Nut-Feder-Verbindung, wobei als Feder Fixierleisten
7 aus Hartholz vorgesehen sind, die mit den Deckenplattenelementen 5 fest verbunden
werden.
[0045] Die äußeren beiden Deckenplattenelemente 5a werden in der Breite der Wandsystemmodule
3 ausgeführt.
[0046] In der Schnittdarstellung nach Fig. 7 ist noch zu erkennen, dass die Oberseite der
Deckenplatte des Erdgeschosses A I als Bodenplatte des Obergeschosses mit einem trittfesten
und Geräusch dämmenden Fußbodenbelag 20 versehen ist.
3. Montage Obergeschoss
3.1. Wände Obergeschoss
[0047] Zum Aufsetzen der Wandsystemmodule 3 für das Obergeschoss werden nach Fig. 7 auf
die Deckenplattenelemente 5 weitere Fixierleisten 8 befestigt. Auf diese Fixierleisten
8 werden die Wandsystemmodule 3 mit ihren an der Unterseite eingearbeiteten Nuten
17 gesetzt. Die Montage der Wandsystemmodule 3 erfolgt wie vorstehend für das Erdgeschoss
beschrieben und beginnt an einer Ecke, um eine kippsichere stabile Ecke als Ausgangspunkt
zu erhalten.
[0048] Es ist auch möglich, die zur Befestigung der Wandsystemmodule 3 vorgesehenen Fixierleisten
7 und 8 bereits werkseitig auf die Bodenplattensystemmodule 2 und unter sowie auf
die Deckenplattenelemente 5 zu montieren. Dadurch kann ein höherer Grad der Vorfertigung
und eine bessere Fertigungsgenauigkeit sowie eine kürzere Bauzeit erreicht werden.
3.2. Decke Obergeschoss
[0049] Die Deckenplatte 4 Obergeschoss wird nach Fig. 8 wie die Bodenplatte 1 entsprechend
dem vorgesehenen Raster aus mehreren
[0050] Deckenplattenelementen 5 zusammengesetzt und mit den darunter liegenden Wandsystemmodulen
3 verbunden.
[0051] Auch bei der Deckenplatte 4 Obergeschoss werden wie bei der Deckenplatte 4 Erdgeschoss
die äußeren beiden Deckenplattenelemente 5a in einer von den übrigen Deckenplattenelementen
5 abweichenden Breite in dem Maß der Dicke der Wandsystemmodule 3 ausgeführt.
[0052] Auf die Deckenplatte 4 Obergeschoss wird eine Dachkonstruktion 9 aufgesetzt, deren
konstruktive Ausbildung in einer bekannter Weise erfolgt und deshalb nicht mehr Gegenstand
des Ausführungsbeispiels ist.
[0053] Um mit dieser Gebäudekonstruktion die für ein Passivhaus vorgeschriebenen Kriterien
zu erreichen, wird eine zusätzliche durchgehende Wärmedämmschicht an den Außenwänden,
unter der Bodenplatte 1 und auf der Deckenplatte 4 Obergeschoss angebracht. Die Vorsatzschale
vor der Außenwand dient zum einen der Herstellung der Luftdichtigkeit der Gebäudehülle
zum anderen der individuellen Fassadengestaltung des Gebäudes (z.B. WDVS, Holzverkleidung,
Verkleidung aus Faserzementplatten etc.).
[0054] Zusammenstellung der verwendeten Bezugszeichen
- 1
- Bodenplatte
- 2
- Bodenplattensystemmodul
- 2a
- äußeres Bodenplattensystemmodul
- 3
- Wandsystemmodul
- 31
- Wandsystemmodul mit einer durchgehend geschlossenen Fläche
- 32
- Wandsystemmodul mit eingebautem Fenster
- 33
- Wandsystemmodul mit eingebauter Tür
- 4
- Deckenplatte
- 5
- Deckenplattenelemente
- 5a
- äußeres Deckenplattenelement
- 6
- Modulverbinder
- 7
- Fixierleiste
- 8
- Fixierleiste
- 9
- Pultdach
- 10
- Einzelfundament
- 11
- Streifenfundament
- 12
- Systeminnenwand
- 13
- Innenwandsystemmodul
- 14
- Wandplatte für Wandsystemmodul
- 15
- Wandplatte für Wandsystemmodul
- 16
- Holzrahmen
- 17
- umlaufende Nut
- 18
- Moduleckverbinder
- 19
- Lagerholz
- 20
- Fußbodenbelag
- A I
- Außenwand für die I. Etage
- A II
- Außenwand für die II. Etage
1. Variable Gebäudekonstruktion für Holzhäuser, gestaltet als nach einem Rastermaß projektierte
und montierte Gebäudekonstruktion, bestehend aus einer Bodenplatte (1), Wandsystemmodulen
(3) und Deckenplatten (4), die Wandsystemmodule (3) gleich groß sind, in Holztafelbauweise
hergestellt werden und an ihrem recheckigen Rahmen (16) eine umlaufende Nut (17) aufweisen,
und zur Verbindung der Wandsystemmodule (3) unten mit der Bodenplatte (1), der Wandsystemmodule
(3) seitlich untereinander und der Wandsystemmodule (3) oben mit der Deckenplatte
(4) eine Nut-/Federverbindung vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
• die Bodenplatte (1) auf Einzel- und/oder Streifenfundamenten (10, 11) errichtet
wird,
• die Bodenplatte (1) aus mehreren nebeneinander angeordneten Bodenplattensystemmodulen
(2, 2a) gleicher Länge zusammengesetzt wird, wobei die inneren Bodenplattensystemmodule
(2) jeweils die gleiche Breite aufweisen und die beiden äußeren Bodenplattensystemmodule
(2a) jeweils um das Maß der Dicke der Wandsystemmodule (3) breiter ist, die inneren
Bodenplattensystemmodule (2) in Holztafelbauweise mit einer inneren Dämmschicht hergestellt
werden und jede der Bodenplattensystemmodule (2, 2a) oben mit einem einen rechteckigen
Querschnitt aufweisenden Verbinder versehen ist, der zur formschlüssigen Aufnahme
der Wandsystemmodule (3) in einer Nut-/Federverbindung die Funktion der Feder übernimmt,
• die Wandsystemmodule (3) in den 3 Ausführungsformen als ein geschlossenes Wandsystemmodul
(31), ein Wandsystemmodul (32) mit mindestens einem darin eingelassenen Fenster und
ein Wandsystemmodul (33) mit einer darin eingelassenen Tür bereit gehalten werden
und im geschlossenen, durch Abschlussplatten (14, 15) abgedeckten Bereich nahezu den
gleichen Wärmedämmwert aufweisen,
• die Deckenplatte (4) aus mehreren nebeneinander angeordneten Deckenplattenelementen
(5, 5a) gleicher Länge zusammengesetzt wird, wobei die inneren Deckenplattenelemente
(5) die gleiche Breite aufweisen und die beiden äußeren Deckenplattenelemente (5a)
jeweils das Maß der Dicke der Wandsystemmodule (3) breit sind,
und jede der Deckenplattenelemente (5, 5a) unten und bei Bedarf oben mit einem einen
rechteckigen Querschnitt aufweisenden Fixierleiste (7, 8) versehen ist, der zur formschlüssigen
Aufnahme der unteren und bei Bedarf der oberen Wandsystemmodule (3) in einer Nut-Feder-Verbindung
die Funktion der Feder übernimmt, und das Gebäude im Bereich der Bodenplatte (1) und
der obersten Deckenplatte (4) nahezu den gleichen Wärmedämmwert wie die Wandsystemmodule
(3) aufweist.
2. Variable Gebäudekonstruktion für Holzhäuser nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Bodenplattensystemmodule (2, 2a) und die Deckenplattenelemente (5, 5a) jeweils
durch eine Nut-/Federverbindung miteinander verbunden sind.
3. Variable Gebäudekonstruktion für Holzhäuser nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass zwei in der gleichen Flucht nebeneinander angeordnete Wandsystemmodule (31, 32) im Bereich der beiden, einen gemeinsamen Hohlraum bildenden senkrechten Nuten (17)
durch einen geraden Modulverbinder (6) zueinander fixiert werden, und bei zwei über
Eck zueinander angeordneten Wandsystemmodulen (31, 32) an der Stelle, wo sich die beiden Wandsystemmodule (31, 32) berühren, im Bereich der senkrechten Nut (17) des einen Wandsystemmoduls (32) an dem anderen Wandsystemmodule (31) ein gerader Modulverbinder (6) und die oberen beiden waagerechten rechtwinklig zueinander
verlaufenden Nuten (17) ein Moduleckverbinder (18) befestigt wird.
4. Variable Gebäudekonstruktion für Holzhäuser nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Zwischenwände (12) aus Innenwandsystemmodulen (13) zusammengesetzt und so fixiert
werden wie die für die Außenwände verwendeten Wandsystemmodule (3).
5. Variable Gebäudekonstruktion für Holzhäuser nach den Ansprüchen 1 und 3, gekennzeichnet dadurch, dass die Außenhaut der Holzhäuser zum Erreichen eines Wärmedämmwertes nach der Energieeinsparungsverordnung
(EnEV) und ggf. zum Erreichen des Passivhausstandards mit einer zusätzlichen durchgehenden
Wärmedämmschicht versehen wird.