Turm
[0001] Die Erfindung betrifft einen Turm, vorzugsweise für Windkrafträder, der zumindest
teilweise aus auf einer Fundamentplatte aufstehenden und übereinander angeordneten
Fertigbeton-Wandelementen besteht, wobei der sich nach oben stetig verjüngende Turm
aus ebenen Fertigbeton-Wandelementen erstellt ist, die zu einem, einen Polygongrundriss
aufweisenden Bauwerk zusammengesetzt sind. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren
zur Errichtung eines Turms.
[0002] Windkrafttürme sind seit langem bekannt. Dabei unterscheidet man z. B. konische Stahlrohrtürme,
Gittertürme, abgespannte Masten oder Hybridtürme. Insbesondere bei hohen Anlagen,
ab 100 m Höhe, z. B. hohe konische Stahlrohrtürme, die aus einzelnen, vor Ort zu verbindenden
Schüssen gefertigt sind, werden aus statischen Gründen sehr große Rohrdurchmesser
benötigt. Diese einzelnen Rohrschüsse mit den riesigen Rohrdurchmessern lassen sich
mit bekannten Transportmitteln über die Straße oder im Extremfall auf schwer zugänglichen
Wegen kaum transportieren.
[0003] Man ist aber auch schon dazu übergegangen, Türme zumindest teilweise aus Beton herzustellen.
Für einen schnellen Aufbau derartiger Türme ist es auch schon bekannt, den Turm aus
Fertigbeton-Bauteilen herzustellen. Dabei handelt es sich, wie z.B. aus der
DE 603 09 668 T2 bekannt, um gebogene bzw. winklige Fertigbetonbauteile, die, wenn sich der Turm nach
oben hin verjüngen soll, für jede Schusshöhe unterschiedliche Biegeradien aufweisen
müssen. Es muss daher eine große Anzahl von Formen unterschiedlicher Radien vorbereitet
werden, um die entsprechenden Fertigbeton-Wandelemente herstellen zu können. Dadurch
ist zwar das Problem eines leichteren Transportes gelöst, der hohe Kostenaufwand für
die vielen Formen ist jedoch auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit nicht akzeptabel.
[0004] Die
JP 2007-120080 A offenbart für den Bau von Türmen zwar schon Flachelemente aus Beton, es sind jedoch
rechteckige und trapezförmige Elemente notwendig, die abwechselnd nebeneinander gesetzt
sind, um einen Turm zu bilden. D. h. auch hier ergibt sich ein hoher Kostenaufwand
für die vielen Formen.
[0005] Die
DE 20 2007 003 842 U2 offenbart neben ebenen Mastabschnitten zumindest auch gekrümmte Abschnitte, so dass
auch hier ein hoher Kostenaufwand für die Formen betrieben werden muss.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Turm sowie ein Verfahren zur Errichtung
eines Turms dahingehend zu verbessern, dass seine Elemente leicht transportiert werden
können, dass der Turm vor Ort schnell durch vorgefertigte Elemente errichtet werden
kann, dass die Errichtung auch ohne aufwendige Gerüste sicher und schnell erfolgen
kann und dass die Herstellung der Elemente selbst einfach, nachhaltig kostengünstig
und zeitsparend ist.
[0007] Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, dass die ebenen Fertigbau-Wandelemente
die Form eines gleichschenkeligen Trapezes aufweisen, dass von den direkt auf der
Fundamentplatte aufstehenden Fertigbeton-Wandelementen mindestens eines eine geringere
Höhe aufweist als die übrigen direkt auf der Bodenplatte aufstehenden Fertigbeton-Wandelemente,
dass die zwischen den direkt auf der Bodenplatte aufstehenden Fertigbeton-Waldelemente
und den obersten, den Abschluss bildenden Fertigbeton-Wandelemente alle Fertigbeton-Wandelemente
die gleiche Höhe aufweisen und dass in den Lücken zwischen den obersten Fertigbeton-Wandelementen
Fertigbeton-Wandelement geringere Höhe eingesetzt sind.
[0008] Dadurch dass die Fertigbeton-Wandelemente eben ausgebildet sind, genügt eine ebene
Schalung, bei der lediglich die Wandelemente einstellbar, und auf das gewünschte Maß
justierbar sein müssen. Obwohl als Polygon auch eine dreieckige Grundrissform infrage
kommt, sollte der Turm vorzugsweise eine achteckige Form aufweisen.
[0009] Durch die Verwendung gleichschenkeliger Trapeze ist gewährleistet, dass sich der
Turm nach oben stetig verjüngt. Einzelne Stufen, wie sie sich ggf. bei, aus gerundeten
Fertigbeton-Wandelementen bestehenden Türmen ergeben sind damit ausgeschlossen.
[0010] Durch die beanspruchte Anordnung des untersten Ringes der Fertigbeton-Wandelemente
wird z. B. bei einem Polygon mit acht gleichlangen Seiten erreicht, dass vier gleiche
lange Elemente und vier gleiche kurze Elemente für den untersten Ring vorgesehen sind,
wobei in die Lücken zwischen die langen Elemente nunmehr vier gleiche, lange Elemente
eingesetzt und ausreichend befestigt werden können, die in der zweiten Ebene wiederum
Lücken zwischen sich aufweisen, in die wiederum lange Elemente eingesetzt und befestigt
werden. Durch diese Kletterbauweise lässt sich der Turm sehr schnell und vor allem
sehr sicher aufbauen, da die in die Lücken eingesetzten Fertigbeton-Wandelemente gleich
mit den bereits stehenden Seitenteilen verbunden werden können, so dass schon beim
Aufbau eine große Festigkeit und Sicherheit gegeben ist.
[0011] Werden z.B. Fertigbeton-Wandelemente mit einer größeren Höhe von 10m verwendet, kann
der Turm somit Höhen im Rastermass von 5m Höhenunterschied aufweisen, je nachdem,
ob die obersten Fertigbeton-Wandelemente auf einem hohen Fertigbeton-Wandelemente
oder aber einem Fertigbeton-Wandelemente geringerer Höhe fußen.
[0012] Nachahmenswert ist, dass die ebenen Fertigbeton-Wandelemente in die Tiefe mit angeschrägten
Wangen versehen sind. Dadurch lassen sich die einzelnen Fertigbeton-Wandelemente besser
aneinander anpassen. In den Verbindungsfugen zwischen den Fertigbeton-Wandelementen
muss weniger ausbetoniert werden.
[0013] Es hat sich bewährt, dass die Fertigbeton-Wandelemente untereinander und mit der
Fundamentplatte über Betonnischen ausbetoniert sind, und dass die Fertigbeton-Wandelemente
in Richtung ihrer Höhe Hüllrohre aufweisen, und dass die Fertigbeton-Wandelemente
über in den Hüllrohren eingesetzte Spannlitzen gegeneinander und ggf. gegen das Fundament
vorgespannt sind.
[0014] Durch die vorgespannten Betonteile können die Belastungen in vertikaler Richtung,
insbesondere aus Windkraft sowie die Einwirkungen aufgrund der Rotorblätter sehr gut
aufgenommen werden.
[0015] Bemerkenswert ist, dass auf den, einen Abschluss bildenden obersten Fertigbeton-Wandelementen
eine Turmspitze aus Stahl oder aber die Maschinengondel selbst angeordnet ist.
[0016] Wenn der Turm aus Fertigbeton-Bauelementen bereits eine Höhe von ca. 100 m aufweist,
kann z. B. die Turmspitze aus Stahl, die den Turm dann noch um eventuell 30 m erhöhen
soll, mit erheblich kleineren Durchmessern verarbeitet werden, als für die untersten
Schüsse eines Stahlrohrturms mit eine Höhe von 130 m. Derartige kleinere Durchmesser
lassen sich auch noch an unwegsame Geländepunkte anliefern. Es besteht aber auch die
Möglichkeit, direkt auf die den Abschluss bildenden Fertigbeton-Wandelemente die Maschinengondel
aufzusetzen.
[0017] Es empfiehlt sich, um einen erfindungsgemäßen Turm aufzubauen, dass die Fertigbeton-Wandelemente
auf die Fundamentplatte aufgesetzt und mit dieser und untereinander verbunden werden,
wobei mindestens ein Fertigbeton-Wandelement eine geringere Höhe, vorzugsweise die
halbe Höhe der übrigen Wandelemente aufweist, wobei die hohen und halbhohen Fertigbeton-Wandelemente
vorzugsweise abwechselnd in Form des gewünschten Polygongrundriss aufgestellt werden,
dass auf dem so errichteten unteren Ring jeweils hohe Fertigbeton-Wandelemente aufgesetzt
werden, wobei die Fertigbeton-Wandelemente jeweils in die Lücken zwischen den höher
stehenden Fertigbeton-Wandelementen eingesetzt und verbunden werden, und dass diese
Kletterbauweise bis zur gewünschten Höhe des Turms fortgeführt wird und dass bei Erreichen
der gewünschten Höhe in die dort vorliegenden Lücken nur noch halbhohe Fertigbeton-Wandelemente
eingesetzt werden.
[0018] Durch die Kletterbauweise ist gewährleistet, dass die Fertigbeton-Wandelemente sicher
aufeinander aufgesetzt werden können und sich dabei gegenseitig stützen. Dadurch ist
auch ein einfaches und sicheres Verbinden der Fertigbeton-Wandelemente miteinander
gegeben. Zudem ist durch die Kletterbauweise ein sehr schneller Aufbau des Turms möglich.
[0019] Zweckmäßig ist, dass in die Hüllrohre der Fertigbeton-Wandelemente Spannlitzen eingeführt
werden, die nach Erreichen der gewünschten Turmhöhe unter Spannung gesetzt werden
und die Fertigbeton-Wandelemente gegeneinander und ggf. gegen das Fundament vorspannen.
Dadurch kann der Turm in vertikaler Richtung sehr gut hohe Belastungen abtragen.
Die Erfindung wird anhand einer Figur näher erläutert. Dabei zeigen:
[0020]
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Turm;
Fig. 2 perspektivisch den unteren Ring eines erfindungsgemäßen Turms, und.
Fig. 3 perspektivisch den unteren Bereich eines erfindungsgemäßen Turms.
[0021] Figur 1 zeigt einen Turm 1, der auf einer Fundamentplatte 2 steht und aus einzelnen
Fertigbeton-Wandelementen 3, 4 besteht, dessen Spitze von einem konischen Stahlrohr
5 gebildet wird, welches die Maschinengondel 6 trägt.
[0022] Figur 2 zeigt die Fundamentplatte 2, auf der Wandelemente 3, 4 in Form eines achteckigen
Polygons aufstehen. Dabei haben die Wandelemente 3 eine große Höhe, z. B. 10 m, während
die Wandelemente 4 die Hälfte der Höhe, z. B. 5 m aufweisen. Zwischen jeweils zwei
Wandelementen 3 ist ein Wandelement 4 angeordnet. Die dadurch entstehende Lücke zwischen
den Wandelementen 3 dient dazu, ein neues Wandelement 3' einzubringen, wobei das Wandelement
3' nicht nur auf dem Wandelement 4 aufsteht sondern auch mit den Seiten der Wandelemente
3 verbunden werden kann. In der nächsten Ebene können nunmehr Wandelemente 3" in die
dann entstandenen Lücken eingesetzt werden.
[0023] Diese Kletterbauweise ist besonders sicher, da die einzelnen Wandelemente nicht nur
fest aufstehen, sondern an ihren Seiten gleich mit vorhandenen Wandelementen verbunden
werden können. Der Aufbau eines derartigen Turms geht sehr schnell. Der Transport
der einzelnen z. B. 10 m langen Betonelemente kann auf dem üblichen Lkw erfolgen.
Da es sich zudem um ebene Elemente handelt, lassen sich diese leicht stapeln bzw.
nebeneinander auf dem Lkw lagern.
[0024] Am oberen Ende des Turms werden in die letzten Lücken zwischen den Wandelementen
3
n Wandelemente 4' gesetzt, so dass dadurch eine gleiche Höhe des oberen Rings des Turms
erreicht wird. Auf diesen Ring kann ggf. über einen Adapter 7 das Stahlrohr 5 oder
eventuell eine Maschinengondel 6 direkt aufgesetzt werden (s. Fig. 1).
[0025] Die einzelnen Fertigbetonelemente 3, 3', 3", ...., 3
n haben alle die gleiche Höhe, während die acht benötigten Wandelemente 4, 4' die halbe
Höhe aufweisen. Bei einem achteckigen Polygon können stets vier gleiche Wandelemente
3, 4 Anwendung finden. Die nächst höher angeordneten Wandelemente müssen dann wieder
wegen der Konizität des Turms so ausgebildet werden, dass die beiden parallelen Seiten
des gleichschenkligen Trapezes jeweils entsprechend kürzer ausgebildet sind.
[0026] Die entsprechenden Fertigbeton-Wandelemente lassen sich jedoch leicht in einer Schalung
herstellen. Wenn die Seitenbegrenzungen der Schalung auf den gewünschten Winkel eingestellt
sind, müssen die Seitenbegrenzungen lediglich für verkürzte parallele Seiten jeweils
aufeinander zu angestellt werden.
Bezugszeichenübersicht
[0027]
- 1
- Turm
- 2
- Fundamentplatte
- 3
- Wandelement
- 4
- Wandelement
- 5
- Stahlrohr
- 6
- Maschinengondel
- 7
- Adapter
1. Turm (1), vorzugsweise für Windkrafträder, der zumindest teilweise aus auf einer Fundamentplatte
(2) aufstehenden und übereinander angebrachten Fertigbeton-Wandelementen (3, 4) besteht,
wobei der sich nach oben stetig verjüngende Turm (1) aus ebenen Fertigbeton-Wandelementen
(3, 4) erstellt ist, die zu einem, einen Polygongrundriss aufweisenden Bauwerk zusammengesetzt
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ebenen Fertigbeton-Wandelemente (3, 4) die Form eines gleichschenkligen Trapezes
aufweisen,
dass von den direkt auf der Fundamentplatte (2) aufstehenden Fertigbetonelementen (3,
4) mindestens ein Fertigbeton-Wandelement (4) eine geringere Höhe aufweist, als die
übrigen direkt auf der Fundamentplatte (2) aufstehenden Fertigbeton-Wandelemente (3),
dass die zwischen den direkt auf der Fundamentplatte (2) aufstehenden Fertigbeton-Wandelementen
(3, 4) und der obersten Abschluss-Fertigbeton-Wandelementen (3n, 4') alle Fertigbeton-Wandelemente (3) die gleiche Höhe aufweisen,
und dass in den Lücken zwischen den obersten Fertigbeton-Wandelementen (3n) Fertigbeton-Wandelement (4') geringere Höhe eingesetzt sind.
2. Turm (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ebenen Fertigbeton-Wandelemente (3, 4) in die Tiefe mit angeschrägten Wangen
versehen sind.
3. Turm (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fertigbeton-Wandelemente (3, 4) untereinander und mit der Fundamentplatte (2)
über Betonnischen ausbetoniert sind, und dass die Fertigbeton-Wandelemente (3, 4)
in Richtung ihrer Höhe Hüllrohre aufweisen und dass die Fertigbeton-Wandelemente (3,
4) über in den Hüllrohren eingelassene Spannlitzen gegeneinander vorgespannt sind.
4. Turm (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3.
dadurch gekennzeichnet,
dass auf den einen Abschluss bildenden Fertigbeton-Wandelementen (3n, 4') bzw. auf einem entsprechenden Adapter (7) eine Turmspitze aus Stahlrohr (5)
mit aufgesetzter Maschinengondel (6) oder die Maschinengondel (6) direkt angeordnet
ist.
5. Verfahren zur Errichtung eines Turms (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fertigbeton-Wandelemente (3, 4 ) auf die Fundamentplatte (2) aufgesetzt und mit
dieser und untereinander verbunden werden, wobei mindestens ein Fertigbeton-Wandelement
(4) eine geringere Höhe, vorzugsweise die halbe Höhe der übrigen Fertigbeton-Wandelemente
(3) aufweist, wobei die hohen und halbhohen Fertigbeton-Wandelemente (3, 4) vorzugsweise
abwechselnd in Form des gewünschten Polygons aufgestellt werden, dass auf den so entstandenen
unteren Ring jeweils hohe Fertigbeton-Wandelemente (3', 3",..., 3n) aufgestellt werden, wobei die Fertigbeton-Wandelemente (3', 3",..., 3n) jeweils in die Lücken zwischen die höher stehenden Fertigbeton-Wandelemente (3,
3', 3", 3n-1) eingesetzt und verbunden werden,
und dass die Kletterbauweise bis zur gewünschten Höhe des Turms (1) fortgesetzt wird,
und dass bei Erreichen der gewünschten Höhe in die dort vorliegenden Lücken zwischen den Fertigbeton-Wandelementen
(3n) Fertigbeton-Wandelemente (4') mit geringer Höhe eingesetzt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass in die Hüllrohre der Fertigbeton-Wandelemente (3, 4) Spannlitzen eingeführt werden,
die nach Erreichen der gewünschten Turmhöhe unter Spannung gesetzt werden und die
Fertigbeton-Wandelemente (3, 4) gegeneinander vorspannen.