[0001] Die Erfindung betrifft ein Treibstangengetriebe für ein Fenster, eine Tür oder dergleichen,
zur Übertragung der Drehbewegung eines Bedienelements in eine Translationsbewegung
einer Treibstange, mit einem ersten zumindest mittelbar durch das Bedienelement antreibbaren
drehbaren Zahnradsegment und einem zweiten von dem ersten Zahnradsegment zweiten drehbaren
Zahnradsegment.
[0002] Zum Verriegeln eines Flügels eines Fensters, einer Tür oder dergleichen bzw. für
eine Kippstellung eines Flügels ist es bekannt, über ein Treibstangengetriebe eine
Treibstange zu bewegen und so Riegelelemente in Eingriff mit zugeordneten Schließblechen
zu bringen. Dabei muss eine größere Kraft aufgebracht werden, wenn sich ein Riegelelement
im Bereich eines Schließstücks befindet. Es ist daher wünschenswert, das Getriebe
so zu gestalten, dass ein größeres Drehmoment vorhanden ist, wenn sich der Riegel
im Bereich des Schließstücks befindet.
[0003] Aus der
WO 2007/071509 A1 ist ein Treibstangengetriebe bekannt, bei dem die mittels eines Bedienhebels eingebrachte
Drehbewegung über einen Schwenkhebel an ein Zahnrad übertragen wird, wobei das Zahnrad
einen Mitnehmer aufweist, der in einer Kulisse des Schwenkhebels geführt ist. Der
Mitnehmer ist exzentrisch an dem Zahnrad angebracht. Zur Drehrichtungsumkehr kämmt
das Zahnrad mit einem weiteren Zahnrad, welches die Drehbewegung auf die Treibstange
überträgt. Die Schwenkachsen des Schwenkhebels und des Zahnrades sind versetzt zueinander
angeordnet. Durch diese Anordnung ist es zum einen möglich, eine 180° Drehung des
Bedienelements in einen größeren Hub umzuwandeln und zum anderen, in den Endbereichen
der Bewegung des Bedienhebels ein größeres Drehmoment zu realisieren.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein vereinfachtes Treibstangengetriebe
anzugeben, welches ein veränderliches Drehmoment realisiert.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Treibstangengetriebe der eingangs
genannten Art, wobei das erste Zahnradsegment Bestandteil einer ersten Zahnradanordnung
und das zweite Zahnradsegment Bestandteil einer zweiten Zahnradordnung sind, und wobei
die Zahnradanordnungen mit unterschiedlichen Übersetzungen miteinander gekoppelt sind.
Dadurch, dass die Zahnradanordnungen mit unterschiedlichen Übersetzungen miteinander
gekoppelt sind, können unterschiedliche Drehmomente realisiert werden. Vorzugsweise
sind die Zahnradanordnungen dabei so miteinander gekoppelt, dass die Treibstange einen
großen Weg zurücklegt, wenn eine geringe Kraft eingebracht werden muss, was in der
Regel einer Drehstellung des Flügels entspricht, und die Treibstange einen kleineren
Weg zurücklegt, wenn ein Einfahren in ein Schließblech oder Ausfahren eines Riegelelements
aus einem Schließblech erfolgen soll. Somit wird bei einem kleineren Weg eine längere
Übersetzung gewählt und somit eine größere Kraft eingebracht. Das erfindungsgemäße
Treibstangengetriebe kommt ohne einen Hebel aus, so dass das Bedienelement unmittelbar
mit einer Zahnradanordnung gekoppelt werden kann. Insbesondere kann das Bedienelement
einen Vierkant aufweisen, der in einen entsprechenden Innenvierkant eines Zahnrads
einer der Zahnradanordnungen eingreifen kann.
[0006] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zumindest
eine Zahnradanordnung jeweils zwei in Drehachsrichtung gesehen hintereinander angeordnete
Zahnradsegmente aufweist. Durch die unterschiedlichen Zahnradsegmente können unterschiedliche
Übersetzungen realisiert werden.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die beiden Zahnradsegmente zumindest einer Zahnradanordnung
unterschiedliche Radien aufweisen. Dabei können die beiden Zahnradsegmente entweder
mit einem axial verschiebbaren Zahnrad der anderen Zahnradanordnung zusammenwirken,
so dass das Zahnrad entweder in das eine oder das andere Zahnradsegment eingreift
und somit unterschiedliche Übersetzungen realisiert werden oder die andere Zahnradanordnung
kann auch zwei Zahnradsegmente aufweisen, wobei die Zahnradsegmente der anderen Zahnradanordnung
denselben Radius aufweisen können. Grundsätzlich ist es jedoch auch denkbar, dass
beide Zahnradanordnungen Zahnradsegmente mit unterschiedlichen Radien aufweisen, um
so unterschiedliche Übersetzungen realisieren können, je nachdem, welche Zahnradsegmente
der beiden Zahnradanordnungen miteinander in Eingriff stehen.
[0008] Vorzugsweise sind die Zahnradsegmente zumindest einer Zahnradanordnung drehfest miteinander
gekoppelt. Insbesondere können in Drehachsrichtung gesehen hintereinander liegende
Zahnradsegmente drehfest miteinander gekoppelt sein, also in unterschiedlichen Ebenen
liegen und relativ zueinander unverdrehbar angeordnet sein. Beispielsweise können
die Zahnradsegmente an zwei hintereinander angeordneten Zahnrädern vorgesehen sein,
die drehfest gekoppelt sind. Die Zahnräder können koaxial angeordnet sein.
[0009] Besonders bevorzugt ist es in diesem Zusammenhang, wenn zumindest eine Zahnradanordnung
einteilig ausgebildet ist. Eine solche Zahnradanordnung lässt sich besonders einfach
herstellen, beispielsweise als Spritzgussteil. Damit kann vermieden werden, dass zwei
Zahnräder miteinander verbunden werden müssen oder auf eine gemeinsame Drehachse aufgebracht
werden müssen.
[0010] Besonders bevorzugt ist es, wenn die zweite Zahnradanordnung mit der Treibstange
bewegungsgekoppelt ist, insbesondere zumindest eines der Zahnradsegmente mit seinen
Zähnen in entsprechende Öffnungen oder Verzahnungen der Treibstange eingreift. Somit
kann eine herkömmliche Treibstange, insbesondere gerade Treibstange ohne Abkröpfung,
eingesetzt werden. Es sind keine weitere Übertragungsmittel oder Mitnehmer nötig,
um die Drehbewegung der Zahnradanordnung auf die Treibstange zu übertragen.
[0011] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn ein Getriebegehäuse vorgesehen ist und zumindest
eine Zahnradanordnung drehbar im Gehäuse gelagert ist. Durch das Getriebegehäuse sind
die Bestandteile des Getriebes geschützt angeordnet. Zudem kann das Gehäuse, insbesondere
die Gehäusewandungen, als Lager für die Zahnradanordnungen dienen.
[0012] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass bei
zumindest einer Zahnradanordnung zwischen zwei Zahnradsegmenten eines Zahnrads ein
zahnfreies Segment ausgebildet ist und ein in Drehachrichtung gesehen dahinterliegendes
Zahnrad ein Zahnradsegment im Bereich des zahnfreien Segments aufweist. Dadurch ist
es möglich, die andere Zahnradanordnung ohne zahnfreie Segmente auszubilden, insbesondere
bei der anderen Zahnradanordnung Zahnräder vorzusehen, die über ihren Umfang lückenlos
mit Zähnen besetzt sind. Durch die beschriebene Anordnung wird sichergestellt, dass
die zwei Zahnradsegmente mit einem Zahnrad der anderen Zahnradanordnung kämmen und
zur gleichen Zeit das dahinterliegende Zahnradsegment nicht in Eingriff mit der anderen
Zahnradanordnung ist. Im Bereich des zahnfreien Segments ist das Zahnrad von dem zugeordneten
Zahnrad der anderen Zahnradanordnung entkoppelt und erfolgt die Bewegungskopplung
über das dahinterliegende Zahnradsegment des dahinterliegenden Zahnrads, welches dann
mit dem korrespondierenden Zahnrad der anderen Zahnradanordnung gekoppelt ist.
[0013] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn ein Zahnradsegment relativ zu einem anderen
Zahnradsegment linear bewegbar angeordnet ist. Dadurch kann das Zahnradsegment "aus
dem Weg" geschoben werden, wenn es nicht im Eingriff mit einem anderen Zahnradsegment
der anderen Zahnradanordnung steht. Dadurch ist eine platzsparende Anordnung im Getriebegehäuse
möglich, so dass das Getriebegehäuse kleine Ausmaße einnehmen kann und somit in herkömmlichen
Beschlagteilnuten bzw. Gehäusefräsungen untergebracht werden kann.
[0014] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass ein Zahnrad einer Zahnradanordnung bezüglich
des anderen Zahnrads drehfest und relativ zu diesem bewegbar angeordnet ist. Somit
kann ein gesamtes Zahnrad verlagert werden, wenn es zur Übertragung der Drehbewegung
des Bedienelements nicht benötigt wird.
[0015] Besonders bevorzugt ist es, wenn das linear bewegbare Zahnrad an dem anderen Zahnrad
geführt ist. Durch die Führung kann zum einen eine drehfeste Kopplung realisiert werden
und zum anderen die lineare Beweglichkeit sichergestellt werden.
[0016] Vorzugsweise wirkt das bewegbare Zahnrad mit einer Steuerkurve des Gehäuses zusammen.
Es ist selbstverständlich auch denkbar, dass die Steuerkurve an dem linear bewegbaren
Zahnrad angeordnet ist und das Gehäuse einen entsprechenden Bolzen oder dergleichen,
der in der Steuerkurve geführt ist, aufweist. Durch die Steuerkurve wird definiert,
zu welchem Zeitpunkt bzw. in welcher Drehstellung das bewegbare Zahnrad relativ zum
anderen Zahnrad bewegt wird.
[0017] In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem ein Fenster, eine Tür oder dergleichen
mit einem erfindungsgemäßen Treibstangengetriebe.
[0018] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbespielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche
Einzelheiten zeigen, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln
für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung
verwirklicht sein.
[0019] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt
und werden nachfolgend mit Bezug zu den Figuren der Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines Treibstangengetriebes
mit geschlossenem Gehäuse;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht der ersten Ausführungsform des Treibstangengetriebes,
wobei eine Gehäusehälfte ausgeblendet ist;
- Fig. 3
- eine der Figur 2 entsprechende Darstellung, wobei zusätzlich zu der einen Gehäusehälfte
auch noch jeweils eine Hälfte der Zahnradanordnungen ausgeblendet wurde;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Darstellung gemäß Figur 2, wobei die in Drehachsrichtung gesehen
hinteren Zahnräder miteinander kämmen;
- Fig. 5
- eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung, wobei die in Drehachsrichtung gesehen vorderen
Zahnräder miteinander kämmen;
- Fig. 6
- eine sich bei weiterer Drehung des Bedienelements einstellende Situation, wobei die
in Drehachsrichtung gesehen hinteren Zahnräder miteinander kämmen;
- Fig. 7 bis Fig. 12
- den Figuren 1 bis 6 entsprechende Darstellungen für eine zweite Ausführungsform des
Treibstangengetriebes.
[0020] Die Figur 1 zeigt ein Treibstangengetriebe 1 mit einem zweiteiligen Gehäuse 2 mit
den Gehäuseteilen 3, 4. Durch ein Getriebe, welches im Inneren des Gehäuses 2 angeordnet
ist, kann eine Treibstange 5, die hinter einer Stulpschiene 6 angeordnet ist, bewegt
werden. In der Figur 1 ist ein Innenvierkant 7 zu erkennen, in den ein hier nicht
gezeigtes Bedienelement einsteckbar ist. Das Gehäuse 2 weist außerdem Öffnungen 8,
9 auf, die als Lagerung für Zahnradanordnungen des Treibstangengetriebes 1 dienen.
[0021] Bei der Darstellung der Figur 2 wurde das vordere Gehäuseteil 4 ausgeblendet, so
dass nun die Zahnradanordnungen 10, 11 sichtbar sind. Die Zahnradanordnung 10 weist
ein Zahnrad 12 mit einem Zahnradsegment 13 auf. In Drehachsrichtung gesehen dahinter
ist ein weiteres Zahnrad 14 mit Zahnradsegmenten 15, 16 vorgesehen. Die Zahnräder
12, 14 sind drehfest miteinander gekoppelt und koaxial zueinander angeordnet. Insbesondere
kann die Zahnradanordnung 10 einstückig und einteilig ausgebildet sein. Die Zahnräder
12, 14 und somit die Zahnradsegmente 13 und 15, 16 weisen unterschiedliche Radien
auf.
[0022] Die Zahnradanordnung 11 weist ebenfalls ein in Drehachsrichtung gesehen vorderes
Zahnrad 17 mit einem Zahnradsegment 18, welches sich über den gesamten Umfang erstreckt,
und ein in Drehachsrichtung gesehen dahinterliegendes Zahnrad 19 mit einem Zahnradsegment
20 auf, wobei sich das Zahnradsegment 20 auch über den gesamten Umfang erstreckt.
Das Zahnrad 17 weist einen geringeren Durchmesser auf als das Zahnrad 19. Es ist leicht
verständlich, dass das Kämmen der Zahnradsegmente 15 und 20 eine andere Übersetzung
realisiert als das Kämmen der Zahnradsegmente 13, 18. Das Zahnrad 19 greift mit seinen
Zähnen in Öffnungen 21 der Treibstange 5 ein, um somit eine Rotationsbewegung in eine
translatorische Bewegung umzuwandeln.
[0023] Der Darstellung der Figur 2 kann man entnehmen, dass das Bedienelement unmittelbar
an der Zahnradanordnung 10 angreifen kann. Insbesondere kann der Innenvierkant 7 sich
durch das gesamte Gehäuse 2 bzw. die gesamte Zahnradanordnung 10 erstrecken. Somit
besteht ein gewisses Spiel für die Anordnung des Bedienelements.
[0024] In der Figur 3 sind die Zahnräder 12, 17 ausgeblendet, so dass die Zahnräder 14,
19 gut sichtbar sind. Hier ist besonders gut zu erkennen, dass das Zahnrad 14 zwischen
den Zahnradsegmenten 15, 16 einen zahnfreien Bereich 22 aufweist. Dies hat zur Folge,
dass bei der gezeigten Stellung des Zahnrads 14 das Zahnrad 14 nicht mit dem Zahnrad
19 kämmt. In dieser Stellung kämmen ausschließlich die Zahnräder 12, 17.
[0025] In der Figur 4 ist eine Seitenansicht des Treibstangengetriebes 1 mit abgenommenem
Gehäuseteil 4 gezeigt. Hier ist zu erkennen, dass das Zahnradsegment 15 mit dem Zahnradsegment
20 kämmt. Dies bedeutet, dass bei einer Drehung der ersten Zahnradanordnung 10 entgegen
dem Uhrzeigersinn die zweite Zahnradanordnung in eine Drehung im Uhrzeigersinn versetzt
wird, was eine Verlagerung der Treibstange 5 nach links bewirkt. Dadurch, dass zwei
Zahnradsegmente 15, 20 mit relativ großem Durchmesser miteinander kämmen (die Durchmesser
können gleich sein), wird eine erste Übersetzung realisiert, wobei die Treibstange
5 einen relativ geringen Weg zurücklegt. Es wird somit ein großes Drehmoment realisiert.
Die Zahnradsegmente 13, 18 stehen nicht miteinander in Eingriff.
[0026] Der Figur 4 kann man weiterhin entnehmen, dass die Drehachse 23 der Zahnradanordnung
10 gegenüber der Drehachse 24 der Zahnradanordnung 11 bezüglich der Treibstange 5
nach oben versetzt ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die Zahnradanordnung 10
nicht mit der Treibstange 5 kollidiert.
[0027] In der Figur 5 ist die Situation gezeigt, die sich einstellt, wenn die Zahnradanordnung
10 weiter entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht wird. In der gezeigten Stellung sind
die Zahnradsegmente 15, 20 nicht mehr miteinander in Eingriff. Dafür kämmt das Zahnradsegment
13 mit dem Zahnradsegment 18. Das Zahnradsegment 13 hat einen großen Radius, während
das Zahnradsegment 18 einen kleinen Radius hat. Somit wird zwar nur eine geringe Kraft
übertragen, dafür legt die Treibstange 5 jedoch einen großen Weg zurück. Es wird somit
eine andere Übersetzung realisiert.
[0028] Bei weiterer Drehung der Zahnradanordnung 10 entgegen dem Uhrzeigersinn stellt sich
die in der Figur 6 gezeigte Situation ein, wonach das Zahnradsegment 16 nun mit dem
Zahnradsegment 20 kämmt. Die Zahnradsegmente 13, 18 sind außer Eingriff und wirken
in dieser Stellung nicht miteinander zusammen. Somit kann wiederum ein kurzer Weg
der Treibstange 5 dafür mit einer hohen Kraft bewirkt werden.
[0029] Die Figur 7 zeigt ein Treibstangengetriebe 101 mit einem zweiteiligen Gehäuse 102
mit den Gehäuseteilen 103, 104. Durch ein Getriebe, welches im Inneren des Gehäuses
102 angeordnet ist, kann eine Treibstange 105, die hinter einer Stulpschiene 106 angeordnet
ist, bewegt werden. Das Gehäuse 102 weist außerdem Öffnungen 108, 109 auf, die als
Lagerung für Zahnradanordnungen des Treibstangengetriebes 101 dienen.
[0030] In der Figur 7 ist zu sehen, dass das Gehäuse 102 eine Steuerkurve 50 für einen Bolzen
51 aufweist. Die Bedeutung dieser Steuerkurve 50 wird später noch deutlich werden.
[0031] Bei der Darstellung der Figur 8 wurde das vordere Gehäuseteil 104 ausgeblendet, so
dass nun die Zahnradanordnungen 110, 111 sichtbar sind. Die Zahnradanordnung 110 weist
ein Zahnrad 112 mit einem Zahnradsegment 113 auf. In Drehachsrichtung gesehen dahinter
ist ein weiteres Zahnrad 114 mit Zahnradsegmenten 115, 116 vorgesehen. Die Zahnräder
112, 114 sind drehfest miteinander gekoppelt. Die Zahnräder 112, 114 und somit die
Zahnradsegmente 113 und 115, 116 weisen unterschiedliche Radien auf. Angetrieben wird
die Zahnradanordnung 110 durch ein nicht gezeigtes Bedienelement, welches in das Zahnrad
114 von der Seite des Gehäuseteils 103 her einsteckbar ist.
[0032] Die Zahnradanordnung 111 weist ebenfalls ein in Drehachsrichtung gesehen vorderes
Zahnrad 117 mit einem Zahnradsegment 118, welches sich über den gesamten Umfang erstreckt,
und ein in Drehachsrichtung gesehen dahinterliegendes Zahnrad 119 mit einem Zahnradsegment
120 auf, wobei sich das Zahnradsegment 120 auch über den gesamten Umfang erstreckt.
Das Zahnrad 117 weist einen geringeren Durchmesser auf als das Zahnrad 119. Es ist
leicht verständlich, dass das Kämmen der Zahnradsegmente 115 und 120 eine andere Übersetzung
realisiert als das Kämmen der Zahnradsegmente 113, 118. Das Zahnrad 119 greift mit
seinen Zähnen in Öffnungen 121 der Treibstange 105 ein, um somit eine Rotationsbewegung
in eine translatorische Bewegung umzuwandeln
[0033] In der Figur 8 ist zu erkennen, dass das Zahnrad 112 ein Langloch 52 aufweist. In
das Langloch 52 ragt ein Zapfen 53, der in die Öffnung 109 des Gehäuseteils 104 ragt,
zur Drehlagerung der Zahnradanordnung 110. Das Zahnrad 112 ist bezüglich des Zahnrads
114 zwar drehfest angeordnet, jedoch linear verschiebbar. Die Verschiebung wird dadurch
bewirkt, dass der Mitnehmer 51 in der Steuerkurve 50 geführt ist. Wenn demnach die
Zahnradanordnung 110 gedreht wird, bewegt sich der Mitnehmer 51 in der Steuerkurve
50, so dass das Zahnrad 112 relativ zum Zahnrad 114 bewegt wird. Dabei ist anzumerken,
dass eine Bewegung relativ zum Zahnrad 114 erst dann erfolgt, wenn sich der Mitnehmer
51 im Bereich des Steuerkurvenabschnitts 54 befindet.
[0034] In der Figur 9 sind die Zahnräder 112, 117 ausgeblendet, so dass die Zahnräder 114,
119 gut sichtbar sind. Hier ist besonders gut zu erkennen, dass das Zahnrad 114 zwischen
den Zahnradsegmenten 115, 116 einen zahnfreien Bereich 122 aufweist. Dies hat zur
Folge, dass bei einer gegenüber der gezeigten Stellung des Zahnrads 114 um etwa 90°
gedrehten Stellung das Zahnrad 114 nicht mit dem Zahnrad 119 kämmt. In dieser Stellung
kämmen dann ausschließlich die Zahnräder 112, 117.
[0035] Der Figur 9 kann man entnehmen, dass das Zahnrad 114 eine Führung 55 aufweist, die
gerade ausgebildet ist, um eine gerade, lineare Verschiebung der Zahnräder 112, 114
relativ zueinander zu erlauben. Gleichzeitig bewirkt die gerade Ausgestaltung der
Führung 55 eine drehfeste Kopplung der beiden Zahnräder 112, 114.
[0036] In der Figur 10 ist eine Seitenansicht des Treibstangengetriebes 101 mit abgenommenem
Gehäuseteil 104 gezeigt. Hier ist zu erkennen, dass das Zahnradsegment 115 mit dem
Zahnradsegment 120 kämmt. Dies bedeutet, dass bei einer Drehung der ersten Zahnradanordnung
110 entgegen dem Uhrzeigersinn die zweite Zahnradanordnung in eine Drehung im Uhrzeigersinn
versetzt wird, was eine Verlagerung der Treibstange 105 nach links bewirkt. Dadurch,
dass zwei Zahnradsegmente 115, 120 mit relativ großem Durchmesser miteinander kämmen
(die Durchmesser können gleich sein), wird eine erste Übersetzung realisiert, wobei
die Treibstange 105 einen relativ geringen Weg zurücklegt. Es wird somit ein großes
Drehmoment realisiert. Die Zahnradsegmente 113, 118 stehen nicht miteinander in Eingriff.
[0037] Der Figur 10 kann man weiterhin entnehmen, dass die Drehachse 123 der Zahnradanordnung
110 gegenüber der Drehachse 124 der Zahnradanordnung 111 bezüglich der Treibstange
105 nach oben versetzt ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die Zahnradanordnung
110 nicht mit der Treibstange 105 kollidiert
[0038] In der Figur 10 ist zu sehen, dass sich der Mitnehmer 51 in einer oberen Position,
also im Steuerkurvenabschnitt 54 befindet. Dadurch wurde das Zahnrad 112 zurückgezogen.
Dadurch kann das Gehäuse 102 kleiner ausgebildet werden, insbesondere mit einer geringeren
Tiefe bzw. geringeren Höhe als im ersten Ausführungsbeispiel.
[0039] In der Figur 11 ist die Situation gezeigt, die sich einstellt, wenn die Zahnradanordnung
110 weiter entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht wird. In der gezeigten Stellung sind
die Zahnradsegmente 115, 120 nicht mehr miteinander in Eingriff. Dafür kämmt das Zahnradsegment
113 mit dem Zahnradsegment 118. Das Zahnradsegment 113 hat einen großen Radius, während
das Zahnradsegment 118 einen kleinen Radius hat. Somit wird zwar nur eine geringe
Kraft übertragen, dafür legt die Treibstange 105 jedoch einen großen Weg zurück. Es
wird somit eine andere Übersetzung realisiert
[0040] In den Figuren 11, 12 befindet sich der Mitnehmer 51 im Bereich des Steuerkurvenabschnitts
57, so dass das Zahnrad 112 verlagert wurde, um mit dem Zahnrad 117 in Eingriff zu
kommen. Befindet sich der Mitnehmer 51 im Steuerkurvenabschnitt 57, erfolgt keine
Relativbewegung der Zahnräder 112, 114. Das Zahnrad wird lediglich mit dem angetriebenen
Zahnrad 114 verdreht.
[0041] Bei weiterer Drehung der Zahnradanordnung 110 entgegen dem Uhrzeigersinn stellt sich
die in der Figur 12 gezeigte Situation ein, wonach das Zahnradsegment 116 nun mit
dem Zahnradsegment 120 kämmt. Die Zahnradsegmente 113, 118 sind außer Eingriff und
wirken in dieser Stellung nicht miteinander zusammen. Somit kann wiederum ein kurzer
Weg der Treibstange 105 dafür mit einer hohen Kraft bewirkt werden.
1. Treibstangengetriebe (1, 101) für ein Fenster, eine Tür oder dgl., zur Übertragung
der Drehbewegung eines Bedienelements in eine Translationsbewegung einer Treibstange
(5, 105), mit einem ersten zumindest mittelbar durch das Bedienelement antreibbaren
drehbaren Zahnradsegment (13, 15, 16, 113, 115, 116) und einem zweiten von dem ersten
Zahnradsegment (13, 15, 16, 113, 115, 116) angetrieben zweiten drehbaren Zahnradsegment
(18, 20,118, 120), dadurch gekennzeichnet, dass das erste Zahnradsegment (13, 15, 16, 113, 115, 116) Bestandteil einer ersten Zahnradanordnung
(10, 110) und das zweite Zahnradsegment (18, 20, 118, 120) Bestandteil einer zweiten
Zahnradanordnung (11, 111) sind, wobei die Zahnradanordnungen (10, 110, 11, 111) mit
unterschiedlichen Übersetzungen miteinander gekoppelt sind.
2. Treibstangengetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Zahnradanordnung (10, 110, 11, 111) jeweils zwei in Drehachsrichtung
gesehen hintereinander angeordnete Zahnradsegmente (13, 15, 16, 113, 115, 116, 18,
20, 118, 120) aufweist.
3. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Zahnradsegmente (13, 15, 16, 113, 115, 116, 18, 20, 118, 120) zumindest
einer Zahnradanordnung (10, 110, 11, 111) unterschiedliche Radien aufweisen.
4. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnradsegmente (13, 15, 16, 113, 115, 116, 18, 20, 118, 120) zumindest einer
Zahnradanordnung (10, 110, 11, 111) drehfest miteinander gekoppelt sind.
5. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Zahnradanordnung (10, 110, 11) einteilig ausgebildet ist.
6. Treibstangegetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Zahnradanordnung (11, 111) mit der Treibstange (5, 105) bewegungsgekoppelt
ist, insbesondere zumindest eines der Zahnradsegmente (20, 120) mit seinen Zähnen
in entsprechende Öffnungen (21, 121) oder Verzahnungen der Treibstange (5, 105) eingreift.
7. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Getriebegehäuse (2, 102)vorgesehen ist und zumindest eine Zahnradanordnung (10,
110, 11, 111) drehbar im Gehäuse (2, 102) gelagert ist.
8. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei zumindest einer Zahnradanordnung (10, 110) zwischen zwei Zahnradsegmenten (15,
16, 115, 116) eines Zahnrads (14, 114) ein zahnfreies Segment (22, 122) ausgebildet
ist, und ein in Drehachsrichtung gesehen dahinter liegendes Zahnrad (12, 112) ein
Zahnradsegment (13, 113) im Bereich des zahnfreien Segments (22, 122) aufweist.
9. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zahnradsegment (113) relativ zu einem anderen Zahnradsegment (115, 116) linear
bewegbar angeordnet ist.
10. Treibstangengetriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zahnrad (112) einer Zahnradanordnung (110) bezüglich des anderen Zahnrads (114)
drehfest und relativ zu diesem bewegbar angeordnet ist.
11. Treibstangengetriebe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das linear bewegbare Zahnrad (112)an dem anderen Zahnrad (114) geführt ist.
12. Treibstangengetriebe nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das linear bewegbare Zahnrad mit einer Steuerkurve (50) des Gehäuses (102) zusammenwirkt.
13. Fenster, Tür oder dgl. mit einem Treibstangengetriebe (1, 101) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.