[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Analyse der Brummneigung einer Brennkammer
und ein Verfahren zur Steuerung des Betriebs einer Gasturbine mit einer Brennkammer
unter der Maßgabe, dass Brummen der Brennkammer verhindert wird.
[0002] Bei der Verbrennung eines Verbrennungsluft/Brennstoff-Gemischs in einer Brennkammer,
insbesondere in einer Brennkammer einer Gasturbine, kann es zur Ausbildung von Verbrennungsschwingungen
kommen. Das Auftreten von Verbrennungsschwingungen ist auch als "Brennkammerbrummen"
bekannt. Insbesondere neigt die Brennkammer der Gasturbine zum Brummen, wenn die Gasturbine
mit einer hohen Turbineneintrittstemperatur betrieben wird, um einen hohen thermischen
Wirkungsgrad der Gasturbine zu erreichen. Die hohe Turbineneintrittstemperatur kann
durch eine entsprechend hohe Verbrennungstemperatur in der Brennkammer erzielt werden,
wodurch die Brennkammer zum Brummen neigt. Beim Brummen der Brennkammer treten zeitperiodisch
korrelierte Fluktuationen des Verbrennungsumsatzes und des statischen Drucks in der
Brennkammer auf, wobei die Verbrennungsschwingungen auf einer Wechselwirkung des in
der Brennkammer strömenden Verbrennungsluft/Brennstoff-Gemischs mit dem momentanen
Verbrennungsumsatz in der Flamme beruhen. Durch eine Änderung des Verbrennungsumsatzes
beispielsweise hervorgerufen durch eine Erhöhung der Brennstoffzufuhr in die Brennkammer,
kann es zu Druckschwankungen kommen, die ihrerseits zu einer Änderung des Verbrennungsumsatzes
und damit zur Ausbildung einer stabilen Druckschwingung führen können. Die Verbrennungsschwingungen
verursachen eine verstärkte mechanische und thermische Beanspruchung der Brennkammerstruktur
sowie deren Aufhängung. Die Verbrennungsschwingungen können plötzlich in einer derartigen
Intensität auftreten, dass die Brennkammerstruktur selbst oder andere Komponenten
der Gasturbine beschädigt werden können. Treten derartige Betriebszustände auf wird
herkömmlich die Gasturbine mit einem hohen Lastgradienten entlastet, wodurch nachteilig
die Gasturbinenabtriebsleistung reduziert wird.
[0003] Abhilfe schafft das Betreiben der Gasturbine mit genügendem Abstand von der Grenze
der selbsterregten Verbrennungsschwingungen. Beispielsweise aufgrund sich ändernden
Umgebungsbedingungen kann sich jedoch die Grenze der selbsterregten Verbrennungsschwingungen
ungünstig verschieben, so dass für möglichst ungünstige Umgebungsbedingungen ein ausreichender
Abstand von der Grenze der selbsterregten Verbrennungsschwingungen vorgehalten werden
muss. Dabei ist es nachteilig, dass somit der obere Leistungsbereich der Gasturbine
ausgegrenzt werden muss und nicht gefahren werden kann.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es ein Verfahren zur Analyse der Brummneigung einer Brennkammer,
ein Verfahren zur Steuerung eines Betriebs einer Gasturbine mit einer Brennkammer
und eine Steuerungseinrichtung zum Steuern eines Betriebs einer Gasturbine zu schaffen,
wobei mit dem Verfahren die Brennkammer mit ausreichend geringer Brummneigung effektiv
betreibbar sind.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Analyse der Brummneigung einer Brennkammer in
einem Betriebszustand weist die Schritte auf: Betreiben der Brennkammer in dem Betriebszustand;
Erfassen einer thermoakustischen Größe des Brennkammergasvolumens und/oder einer Schwingungsgröße
der Brennkammerstruktur in dem Betriebszustand und Ermitteln einer Kenngröße aus der
thermoakustischen Größe und/oder der Schwingungsgröße; Ermitteln des Spektrums der
Kenngröße in dem Betriebszustand als den Amplitudenverlauf der Kenngröße über die
Zeit; Identifizieren einer ersten Resonanz und einer zweiten Resonanz der Kenngröße
mit Hilfe des Spektrums; Ermitteln des Amplitudenwerts der ersten Resonanz und des
Amplitudenwerts der zweiten Resonanz; Berechnen des Verhältniswerts aus der Division
des Amplitudenwerts der ersten Resonanz und des Amplitudenwerts der zweiten Resonanz
als ein Stabilitätsparameter; Ermitteln des unteren Abstandswerts und/oder des oberen
Abstandswerts, um die der Stabilitätsparameter oberhalb eines unteren vorherbestimmten
Schwellenwerts und/oder unterhalb eines oberen vorherbestimmten Schwellenwerts liegt,
wobei die Schwellenwerte derart gewählt sind, dass, wenn die Brennkammer in einem
Betriebszustand mit gerade noch zulässig hoher Brummneigung betrieben wird, der Stabilitätsparameter
in diesem Betriebszustand auf einem der Schwellenwerte liegt; Quantifizieren der Brummneigung
mittels des unteren Abstandswerts und/oder des oberen Abstandswerts.
[0006] Die Schwellenwerte können in Abhängigkeit von vom Betriebs- und Umgebungszustand
abhängig gewählt werden. Die Größe der Amplitudenwerte der Kenngröße ändert sich moderat
mit der Brennlast der Brennkammer und ist allein nur bedingt aussagefähig zur Analyse
der Brummneigung der Brennkammer. Das Erreichen der Brummgrenze ist oft
dadurch gekennzeichnet, dass die Amplitudenwerte plötzlich sehr stark ansteigen. Man erkennt also an dem zunächst
moderaten Verlauf der Amplitudenwerte nicht, dass man sich der Brummgrenze gefährlich
annähert. Steigen die Amplituden dann beim Erreichen der Brummgrenze sprunghaft an
(in der Regel in Bruchteilen einer Sekunde), so kann die Gasturbine nur noch durch
drastische, aus der Sicht des Betreibers nachteilige Maßnahmen, wie z.B. sofortige,
deutliche Lastabsenkung, vor mechanischen Schäden geschützt werden. Hier setzt die
Erfindung an: Ein Annähern an die Brummgrenze lässt sich in bestimmten Fällen daran
erkennen, dass sich die Form des Spektrums der Kenngröße verändert. So könnte z.B.
das Verhältnis der Amplituden zweier Frequenzbänder zur Quantifizierung der Brummneigung
herangezogen werden. Solange beim Steigern der Brennlast das Amplitudenverhältnis
konstant bleibt (trotz Ansteigen der absoluten Amplitudenwerte), besteht keine Gefahr.
Ändert sich aber das Verhältnis, so nähert man sich der Brummgrenze oder entfernt
sich von ihr. Durch die Quantifizierung der Brummneigung kann eine Tendenz zum Annähern
an die Brummgrenze erkannt werden und somit können rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet
werden, so dass das Erreichen der Brummgrenze mit seinen nachteiligen Folgen für den
Betrieb vermieden wird.
[0007] Es ist bevorzugt, dass der Stabilitätsparameter mit dem Verhältniswert aus der Division
des Amplitudenwerts der ersten Resonanz und des Amplitudenwerts der zweiten Resonanz
berechnet wird. Mit zunehmender Brennlast der Brennkammer verschieben sich die Frequenzlagen
der Resonanzen, wobei für eine vorliegende Brennkammer Frequenzbänder, in denen die
Resonanzen beim Betrieb der Brennkammer auftreten, beispielsweise experimentell vorherbestimmt
werden können. Zum einfachen Identifizieren der Resonanzen können somit insbesondere
diese Frequenzbänder untersucht werden, so dass ein Abtasten des gesamten Frequenzbereichs
des Spektrums nicht zu erfolgen braucht.
[0008] Bevorzugtermaßen wird der Stabilitätsparameter als der Logarithmus des Verhältniswerts
gebildet. Ferner ist es bevorzugt, dass der Stabilitätsparameter über die Zeit mit
einer Dämpfungsfunktion gedämpft wird. Damit können vorteilhaft übermäßige instationäre
Veränderungen des Stabilitätsparameters eingedämmt werden. Beispielsweise kann eine
Dämpfungsfunktion derart gebildet sein, dass zu einem Zeitpunkt n der Stabilitätsparameter
gebildet wird aus dem arithmetischen Mittel des Verhältniswerts zum Zeitpunkt n und
dem Verhältniswert zum Zeitpunkt n-1.
[0009] Es ist bevorzugt, dass an mehreren Stellen die Kenngröße zeitgleich gemessen und
für jede Stelle das lokale Spektrum ermittelt wird, wobei die lokalen Spektren eine
Einhüllende haben, die als das Spektrum verwendet wird. Von dem mit der Einhüllenden
gebildeten Spektrum ist der gesamte eventuell von räumlichen Inhomogenitäten bestimmte
Betriebszustand der Brennkammer repräsentiert. Dadurch kann vorteilhaft die Brummneigung
der Brennkammer in einem Betriebszustand abgeschätzt werden, bei dem die Brennkammer
räumlich inhomogen beaufschlagt ist. Die Brennkammer ist bevorzugt als eine Ringbrennkammer
rotationssymmetrisch um eine Achse ausgebildet und weist mehrere Stellen auf, an denen
die Kenngrößen gemessen werden, wobei die Anzahl der Messstellen unter Ausnutzung
der Symmetrie von Schwingungsformen reduziert ist. Ferner ist es bevorzugt, dass die
Kenngröße der Schalldruck in der Brennkammer und/oder die Beschleunigung der Brennkammerstruktur
ist.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung eines Betriebs einer Gasturbine mit
einer Brennkammer weist die Schritte auf: Durchführen des vorherigen Verfahrens zur
Analyse der Brummneigung der Brennkammer der Gasturbine während deren Betrieb; sobald
das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass der Stabilitätsparameter mindestens
einen der Schwellenwerte erreicht hat, Reduzieren der Abtriebsleistung der Gasturbine.
[0011] Somit kann der Stabilitätsparameter direkt als Regelgröße zum Betrieb der Gasturbine
verwendet werden. Die momentane Last der Gasturbine steht in direkter Korrelation
zum Stabilitätsparameter, so dass mit dem Stabilitätsparameter eine Leistungsregelung
der Gasturbine im Hinblick auf das Abwenden von dem Brummen der Brennkammer bewerkstelligbar
ist.
[0012] Das Verfahren zur Steuerung des Betriebs der Gasturbine weist ferner den Schritt
auf: sobald das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass der Stabilitätsparameter
einen vorherbestimmten Abstandswert zu mindestens einem der Schwellenwerte erreicht
hat, Steuern des Betriebs der Gasturbine derart, dass die Brummneigung herabgesetzt
wird. Dadurch kann vorteilhaft im Vorfeld des Eintretens einer unzulässig hohen Brummneigung
ein Herunterfahren der Gasturbine verhindert werden, so dass ein möglichst kontinuierlicher
Betrieb der Gasturbine ermöglicht ist. Es ist bevorzugt, dass zum Herabsetzen der
Brummneigung als Maßnahme die Turbinenaustrittstemperatur durch Veränderung des Verdichter-Luftmassenstroms
in die Brennkammer als Stellgröße gegenüber ihrem Sollwert herabgesetzt wird und/oder
die Temperatur des Brennstoffs in die Brennkammer als Stellgröße gegenüber ihrem Sollwert
verändert wird und/oder die räumliche Verteilung der Brennstoffzufuhr in die Brennkammer
als Stellgröße gegenüber ihrem Sollwert verändert wird. Nach der Manipulation der
Stellgröße und sobald das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass die Brummneigung
sich weiter verringert hat, wird bevorzugt die Stellgröße auf ihren Sollwert zurückgesetzt.
[0013] Ferner weist das Verfahren zur Steuerung des Betriebs der Gasturbine den Schritt
auf: sobald das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass der Stabilitätsparameter
einen vorherbestimmten und eine geringe Brummneigung definierenden Abstandswert zu
mindestens einem der Schwellenwerte erreicht hat, Steuern des Betriebs der Gasturbine
derart, dass der Betrieb der Gasturbine insbesondere hinsichtlich Abtriebsleistung,
Emission und/oder Brennstoffverbrauch optimiert wird.
[0014] Eine erfindungsgemäße Steuerungseinrichtung zum Steuern eines Betriebs einer Gasturbine
ist eingerichtet das vorher genannte Verfahren durchzuführen.
[0015] Im Folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Analyse der Brummneigung einer Brennkammer und eines Verfahrens zur Steuerung
des Betriebs einer Gasturbine anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
- FIG 1
- ein Diagramm eines Spektrums einer Kenngröße der Brennkammer bei unterschiedlichen
Betriebszuständen,
- FIG 2
- ein Diagramm des zeitlichen Verlaufs eines Stabilitätsparameters bei steigender Turbinenaustrittstemperatur,
- FIG 3
- ein Diagramm eines Steuerungsverlaufs für die Gasturbine bei sich ungünstig verändernden
Umgebungsbedingungen und
- FIG 4
- ein Diagramm eines Steuerungsverlaufs für die Gasturbine bei Leistungsanhebung.
[0016] In FIG 1 ist ein Koordinatensystem gezeigt, in dem Spektren 1, 1' und 1" aufgetragen
sind. Die Abszissenachse 4 des Koordinatensystems zeigt eine Frequenz in [Hz], wobei
die Ordinatenachse 5 des Koordinatensystems eine Amplitude als eine dimensionslose
Größe zeigt. Die Spektren 1, 1', 1" sind die Amplitudenverläufe einer Kenngröße über
die Frequenz. Die Kenngröße ist der Schalldruck in einer Brennkammer, der beim Betrieb
der Brennkammer auftritt. Der Schalldruck in der Brennkammer kann beispielsweise mit
einem oder mehreren Mikrofonen in der Brennkammer gemessen werden.
[0017] Das Spektrum 1 ergibt sich, wenn die Brummneigung der Brennkammer gering ist. Wird
der Betriebszustand der Brennkammer derart geändert, dass sich die Brummneigung erhöht,
so verändert sich das Spektrum 1 in das Spektrum 1'. Wird der Betriebszustand der
Brennkammer weiter verändert, dass die Brummneigung sich erhöht und in einen gerade
noch zulässigen Grenzbereich gelangt, so verändert sich das Spektrum 1' in das Spektrum
1". Als eine erste Resonanz weisen die Spektren 1, 1', 1" ein erstes Amplitudenmaximum
2, 2', 2" und als eine zweite Resonanz ein zweites Amplitudenmaximum 3, 3', 3" auf.
[0018] Als ein Stabilitätsparameter zum Quantifizieren der Brummneigung der Brennkammer
wird der natürliche Logarithmus des Verhältnisses gebildet aus dem ersten Amplitudenmaximum
2, 2', 2" und dem zweiten Amplitudenmaximum 3, 3', 3" genommen.
[0019] In FIG 2 ist ein Koordinatensystem gezeigt, über dessen Abszisse 8 die Zeit von 0
bis 2 Minuten aufgetragen ist. Als linke Ordinate 6 ist der Stabilitätsparameter und
als rechte Ordinate 7 eine Turbinenaustrittstemperatur aufgetragen. Im Zeitpunkt 0
Minuten liegt der Verlauf 10 der Turbinenaustrittstemperatur bei 579 °C. Daraus ergibt
sich der Betriebszustand in der Brennkammer, in der der Schalldruck herrscht, dessen
Spektrum 1 in FIG 1 dargestellt ist. Mit dem ersten Amplitudenmaximum 2 und dem zweiten
Amplitudenmaximum 3 ergibt sich für das Spektrum 1 der Stabilitätsparameter 6 mit
0,6, wie er in dem in FIG 2 gezeigten Diagramm mit der Verlaufskurve 9 zum Zeitpunkt
0 Minuten gezeigt ist. Wird nun zum Betrieb der Gasturbine die Turbinenaustrittstemperatur
erhöht, wie es in der Verlaufskurve 10 in FIG 2 gezeigt ist, so herrscht nach 0,75
Minuten ein Betriebszustand in der Brennkammer, in der der Schalldruck gemäß dem Spektrum
1' in FIG 1 vorherrscht. Aus dem Spektrum 1' ergibt sich mit dem ersten Amplitudenmaximum
1' und dem zweiten Amplitudenmaximum 3' der Stabilitätsparameter 6 mit 0,3, wie er
in der Verlaufskurve 9 zum Zeitpunkt 0,75 Minuten in FIG 2 gezeigt ist. Schließlich
wird der Verlauf der Turbinenaustrittstemperatur 10 bis auf ein erstes Niveau 11 angehoben.
Wie es in FIG 2 gezeigt ist, ist der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters 6 über die
Zeit abfallend, was ein Indiz für die über die Zeit gesteigerte Brummneigung der Brennkammer
ist.
[0020] In FIG 2 ist ferner der Verlauf der Beschleunigung 14 der Brennkammerstruktur gezeigt,
die bis zum Anheben der Turbinenaustrittstemperatur 10 auf das erste Niveau 11 im
Wesentlichen konstant ist. Wird die Turbinenaustrittstemperatur 10 auf ein zweites
Niveau 12 erhöht, so fällt der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters 6 weiter ab und
in der Brennkammer tritt schließlich Brummen auf. Das Brummen hat zur Folge, dass
mit den damit selbsterregten Verbrennungsschwingungen die Brennkammerstruktur stark
schwingungsangeregt wird, wodurch die Beschleunigung 14 zu einer Beschleunigungsspitze
15 schlagartig ansteigt. Die Beschleunigungsspitze 15 ist derart hoch, dass mit einer
Beschädigung der Brennkammerstruktur zu rechnen ist. Deshalb wird zum Abwenden eines
Schadens der Brennkammerstruktur die Gasturbine abgeschaltet, was sich in einem rapiden
Abfall des Verlaufs 10 der Turbinenaustrittstemperatur in FIG 2 zeigt.
[0021] In dem in FIG 2 gezeigten Diagramm ist ein Schwellenwert 16 des Stabilitätsparameters
6 bei 0,1 eingezeichnet. Der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters 6 unterschreitet
(in FIG 2 mit 17 gezeichnet) den Schwellenwert 16 zu einem ersten Zeitpunkt 18, der
bei 1,55 Minuten liegt. Der erste Zeitpunkt 18 ist von dem zweiten Zeitpunkt 19, an
dem die Beschleunigungsspitze 15 auftritt, 15 Sekunden vorverlegt. Wird beim Betrieb
der Gasturbine der Schwellenwert 16 von dem Stabilitätsparameter 6 unterschritten,
so bleibt gemäß FIG 2 eine Reaktionszeit von 15 Sekunden, während der der Betrieb
der Gasturbine derart im Hinblick auf eine Abschwächung der Brummneigung geändert
werden soll, dass das Brummen der Brennkammer und somit die daraus sich ergebende
Schnellabschaltung der Gasturbine vermieden werden kann.
[0022] Die Diagramme in FIG 3 und 4 sind ähnlich dem Diagramm in FIG 2 und zeigen einen
Betrieb der Gasturbine unter der Maßgabe des Verhinderns von Brummen der Brennkammer.
Die Brummneigung der Brennkammer kann sich zum Beispiel dadurch erhöhen, dass in einem
Verdichter der Gasturbine aufgrund von Verschleiß oder Verschmutzung das Druckverhältnis
abnimmt. Ferner kann sich die Brummneigung der Brennkammer dadurch erhöhen, dass beim
Betrieb der Gasturbine die Umgebungstemperatur und somit die Verdichtereintrittstemperatur
sich erhöht. Beispielsweise sei die Gasturbine bei einem Niveau der Turbinenaustrittstemperatur
betrieben, wie es die Verlaufskurve 10 am Ursprung der Abszisse in FIG 3 zeigt. Hervorgerufen
durch beispielsweise einen der vorher genannten Einflüsse erhöht sich die Brummneigung
der Brennkammer, so dass der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters 6 abfällt. Ohne ein
Eingreifen in den Betrieb der Gasturbine würde sich dieser Prozess fortsetzen, bis
schließlich die Brennkammer in das Brummen gelangt. In FIG 3 ist ein zweiter Schwellenwert
16' bei 0,2 eingezeichnet, der oberhalb des ersten Schwellenwerts 16 (Schwellenwert
16 bei 0,1) liegt. Sobald die Verlaufskurve 9 des Stabilitätsparameters 6 den Schwellenwert
16' erreicht hat, wird mit Hilfe einer Regelungseinrichtung für die Gasturbine beispielsweise
die Brennstoffzufuhr in die Brennkammer zu einem dritten Zeitpunkt 20 derart reduziert,
dass innerhalb von 3 Sekunden zum vierten Zeitpunkt 21 der Verlauf 10 der Turbinenaustrittstemperatur
7 sich um 1 Kelvin absenkt. Dadurch wird das Absenken des Verlaufs 9 des Stabilitätsparameters
6 abgebremst und umgekehrt, so dass schließlich die Verlaufskurve 9 des Stabilitätsparameters
6 den Schwellenwert 16' wieder zum fünften Zeitpunkt 22 überschreitet. Beispielsweise
war zum Abfangen des Brummens der Brennkammer die Absenkung der Turbinenaustrittstemperatur
7 um 1 Kelvin nicht ausreichend, um einen hinreichend großen Abstand zum Brummen der
Brennkammer zu erzielen, so fällt nach dem fünften Zeitpunkt 22 der Verlauf 9 des
Stabilitätsparameters 6 wieder ab und unterschreitet den Schwellenwert 16'. In einer
analogen Maßnahme wie zum dritten Zeitpunkt 20 wird nun der Verlauf 10 der Turbinenaustrittstemperatur
7 nochmals um 1 Kelvin abgesenkt, wodurch wiederum der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters
6 abgebremst und umgekehrt wird, bis schließlich der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters
6 den Schwellenwert 16' überschritten hat.
[0023] Der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters 6 steigt nun so weit an, bis ein Schwellenwert
16" bei 0,4 erreicht ist. In diesem Betriebszustand gilt die Brummneigung der Brennkammer
als gering, so dass stufenweise das Niveau der Turbinenaustrittstemperatur 7 in ihrem
Verlauf 10 wieder auf das ursprüngliche Niveau angehoben werden kann. Durch diese
Eingriffe in die Steuerung des Betriebs der Gasturbine ist einerseits das Brummen
der Brennkammer unterbunden, wobei dennoch eine hohe Leistungsabgabe der Gasturbine
erzielt ist.
[0024] In dem in FIG 4 gezeigten Diagramm ist der Betrieb der Gasturbine gezeigt, bei dem
eine Seigerung der Abtriebsleistung der Gasturbine durch Erhöhen der Turbinenaustrittstemperatur
10 erzielt werden soll. Durch das Erhöhen des Verlaufs 10 der Turbinenaustrittstemperatur
fällt der Verlauf 9 des Stabilitätsparameters 6 ab, bis dieser den Schwellenwert 16'
erreicht hat. Durch ein Zurücksetzen des rampenförmigen Verlaufs 10 der Turbinenaustrittstemperatur
7 um 1 Kelvin wird es unterbunden, dass der Stabilitätsparameter 6 den Schwellenwerts
16 ereicht. Wäre diese Absenkung der Turbinenaustrittstemperatur 7 um 1 Kelvin nicht
erfolgt, so wäre der Verlauf 9' des Stabilitätsparameters 6 derart, dass es zu einem
Erreichen des Schwellenwerts 16 bei 0,1 kommt, wodurch bei dieser Unterschreitung
17 eine Schnellabschaltung der Gasturbine durchzuführen wäre. Durch das Absenken des
Verlaufs 10 der Turbinenaustrittstemperatur 7 um 1 Kelvin wird das Abfallen des Verlaufs
9 des Stabilitätsparameters 6 abgebremst und umgekehrt, so dass schließlich der Verlauf
9 des Stabilitätsparameters 6 den Schwellenwert 16' bei 0,2 überschreitet und danach
den Schwellenwert 16" bei 0,4 ebenfalls überschreitet. In diesem Betriebszustand gilt
die Brummneigung der Brennkammer als gering, so dass die Turbinenaustrittstemperatur
7 über den in FIG 4 gezeigten Verlauf 10 auf das entsprechend geforderte Niveau 10'
nachgefahren werden kann, wobei die Brummneigung der Brennkammer stets derart gering
bleibt, dass eine Schnellabschaltung der Gasturbine nicht getätigt zu werden braucht.
1. Verfahren zur Analyse der Brummneigung einer Brennkammer in einem Betriebszustand,
mit den Schritten:
Betreiben der Brennkammer in dem Betriebszustand;
Erfassen einer thermoakustischen Größe des Brennkammergasvolumens und/oder einer Schwingungsgröße
der Brennkammerstruktur in dem Betriebszustand und Ermitteln einer Kenngröße aus der
thermoakustischen Größe und/oder der Schwingungsgröße; Ermitteln des Spektrums (1,
1', 1") der Kenngröße in dem Betriebszustand als den Amplitudenverlauf der Kenngröße
über die Zeit;
Identifizieren einer ersten Resonanz und einer zweiten Resonanz der Kenngröße mit
Hilfe des Spektrums (1, 1', 1"); Ermitteln des Amplitudenwerts (2, 2', 2") der ersten
Resonanz und des Amplitudenwerts (3, 3', 3") der zweiten Resonanz;
Berechnen eines Stabilitätsparameters (9, 9') als Funktion des Amplitudenwerts (2,
2', 2") der ersten Resonanz und des Amplitudenwerts (3, 3', 3") der zweiten Resonanz;
Ermitteln des unteren Abstandswerts und/oder des oberen Abstandswerts, um die der
Stabilitätsparameter (9, 9') oberhalb eines unteren vorherbestimmten Schwellenwerts
(16) und/oder unterhalb eines oberen vorherbestimmten Schwellenwerts liegt, wobei
die Schwellenwerte (16) derart gewählt sind, dass, wenn die Brennkammer in einem Betriebszustand
mit gerade noch zulässig hoher Brummneigung betrieben wird, der Stabilitätsparameter
(9, 9') in diesem Betriebszustand auf einem der Schwellenwerte (16) liegt;
Quantifizieren der Brummneigung mittels des unteren Abstandswerts und/oder des oberen
Abstandswerts.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1,
wobei der Stabilitätsparameter (9, 9') mit dem Verhältniswert aus der Division des
Amplitudenwerts (2, 2', 2") der ersten Resonanz und des Amplitudenwerts (3, 3', 3")
der zweiten Resonanz berechnet wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2,
wobei der Stabilitätsparameter (9, 9') als der Logarithmus des Verhältniswerts gebildet
wird.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Stabilitätsparameter (9, 9') über die Zeit mit einer Dämpfungsfunktion gedämpft
wird.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei an mehren Stellen die Kenngröße zeitgleich gemessen wird und für jede Stelle
das lokale Spektrum ermittelt wird,
wobei die lokalen Spektren eine Einhüllende haben, die als das Spektrum (1, 1', 1")
verwendet wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5,
wobei die Brennkammer als eine Ringbrennkammer rotationssymmetrisch um eine Achse
ausgebildet ist und mehrere Stellen aufweist, an denen die Kenngrößen gemessen werden,
wobei die Anzahl der Messstellen unter Ausnutzung der Symmetrie von Schwingungsformen
reduziert ist.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei die Kenngröße der Schalldruck in der Brennkammer und/oder die Beschleunigung
der Brennkammerstruktur ist.
8. Verfahren zur Steuerung eines Betriebs einer Gasturbine mit einer Brennkammer, mit
den Schritten:
Durchführen des Verfahrens zur Analyse der Brummneigung der Brennkammer der Gasturbine
während deren Betrieb gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7;
sobald das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass der Stabilitätsparameter (9,
9') mindestens einen der Schwellenwerte (16) erreicht hat, Reduzieren der Abtriebsleistung
der Gasturbine.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, mit dem Schritt:
sobald das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass der Stabilitätsparameter (9,
9') einen vorherbestimmten Abstandswert (16') zu mindestens einem der Schwellenwerte
(16) erreicht hat, Steuern des Betriebs der Gasturbine derart, dass die Brummneigung
herabgesetzt wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9,
wobei zum Herabsetzen der Brummneigung als Maßnahme die Turbinenaustrittstemperatur
(10) durch Veränderung des Verdichter-Luftmassenstroms in die Brennkammer als Stellgröße
gegenüber ihrem Sollwert (10') herabgesetzt wird und/oder die Temperatur des Brennstoffs
in die Brennkammer als Stellgröße gegenüber ihrem Sollwert verändert wird und/oder
die räumliche Verteilung der Brennstoffzufuhr in die Brennkammer als Stellgröße gegenüber
ihrem Sollwert verändert wird.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10,
wobei nach der Manipulation der Stellgröße (10) und sobald das Quantifizieren der
Brummneigung ergibt, dass die Brummneigung sich weiter verringert hat, die Stellgröße
(10) auf ihren Sollwert (10') zurückgesetzt wird.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 11, mit dem Schritt:
sobald das Quantifizieren der Brummneigung ergibt, dass der Stabilitätsparameter (9,
9') einen vorherbestimmten und eine geringe Brummneigung definierenden Abstandswert
(16") zu mindestens einem der Schwellenwerte (16) erreicht hat, Steuern des Betriebs
der Gasturbine derart, dass der Betrieb der Gasturbine insbesondere hinsichtlich Abtriebsleistung,
Emission und/oder Brennstoffverbrauch optimiert wird.
13. Steuerungseinrichtung zum Steuern eines Betriebs einer Gasturbine, wobei die Steuerungseinrichtung
eingerichtet ist ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 12 durchzuführen.