[0001] Die Erfindung betrifft eine Auslöseeinheit zum Anbau an ein Installationsschaltgerät,
mit einer Koppelvorrichtung, die eine Einschalt- und eine Auslösestellung einnehmen
kann und die bei Anbau an ein Installationsschaltgerät mit einer Auslösevorrichtung
des Installationsschaltgerätes koppelbar ist.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin die Kombination eines Installationsschaltgerätes,
insbesondere eines Leitungsschutzschalters oder eines Hauptleitungsschutzschalters,
mit einer solchen Auslöseeinheit.
[0003] Eine gattungsgemäße Auslöseeinheit ist beispielsweise auch unter dem Begriff Arbeitsstromauslöser
bekannt. Ein Arbeitsstromauslöser ist ein elektrisches Installationsschaltgerät, das
als Zusatzmodul an einen Leitungsschutzschalter angesteckt werden kann und mit dessen
Hilfe der Leitungsschutzschalter geschaltet werden kann. Die Kopplung zwischen dem
Arbeitsstromauslöser und dem Leitungsschutzschalter ist so gestaltet, dass bei Auslösung
des Arbeitsstromauslösers dieser den Auslösehebel des Leitungsschutzschalters in dessen
Auslösestellung bringt, und den Auslösehebel des Leitungsschutzschalters ansonsten
freigibt.
[0004] In der
DE 10 2007 017922 A1 ist eine fernsteuerbare Stromunterbrechung beschrieben, bei der ein selektiver Hauptleitungsschutzschalter
über ein Verbindungsorgan mit einem Arbeitsstromauslöser gekoppelt ist. Wenn der Arbeitsstromauslöser
auslöst, wird dessen Auslösung über das Verbindungsorgan auf den Auslösehebel des
Schaltwerks des selektiven Hauptleitungsschutzschalters übertragen, so dass dieser
das Schaltwerk des selektiven Hauptleitungsschutzschalters entklinkt. In dieser Anwendung
soll der selektive Hauptleitungsschutzschalter nach Wegfall der Auslösung des Arbeitsstromauslösers
nicht sofort wieder einschaltbar sein, sondern nur durch eine dazu autorisierte Person
mit einem Spezialwerkzeug. Dazu ist das Verbindungsorgan speziell ausgestaltet, so
dass es nach Wegfall der Auslösung des Arbeitsstromauslösers den Auslösehebel des
selektiven Hauptleitungsschutzschalters in dessen Entklinkungsstellung festhält, so
lange, bis mit dem Spezialwerkzeug entweder der Arbeitsstromauslöser oder der selektive
Hauptleitungsschutzschalter wieder zurückgesetzt werden. Jedoch ist es dazu erforderlich,
dass sich Personal zu dem Ort der Schalthandlung begibt, was entsprechend aufwändig
ist.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Auslöseeinheit
so weiterzubilden, dass mit ihrer Hilfe der angebaute Leitungsschutzschalter sowohl
ferngesteuert ausgeschaltet sowie zum Wiedereinschalten freigegeben werden kann. Es
ist weiterhin eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Kombination eines Leitungsschutzschalters
mit einer Auslöseeinheit anzugeben, bei der der Leitungsschutzschalter sowohl durch
die Auslöseeinheit ferngesteuert ausgeschaltet sowie zum Wiedereinschalten freigegeben
werden kann.
[0006] Bezüglich der Auslöseeinheit wird die Aufgabe gelöst durch eine gattungsgemäße Auslöseeinheit
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. bezüglich der Kombination aus Leitungsschutzschalter
und Auslöseeinheit wird die Aufgabe gelöst durch Anspruch 12.
[0007] Erfindungsgemäß also umfasst die Auslöseeinheit einen Signalstrompfad, der ein Schlagankersystem
enthält, sowie eine Übertragungsbaugruppe, die einen Übertragungshebel und ein Steuerteil
enthält, wobei der Übertragungshebel eine erste und eine zweite Schaltstellung einnehmen
kann und mit der Koppelvorrichtung so zusammenwirkt, dass in der zweiten Schaltstellung
des Übertragungshebels die Koppelvorrichtung in ihrer Auslösestellung gehalten ist,
und wobei das Schlagankersystem den Übertragungshebel bei Stromfluss im Signalstrompfad
betätigt und bei Unterbrechung des Stromflusses freigibt, und wobei der Übertragungshebel
in einer Steuerkurve des Steuerteils geführt ist, so dass bei aufeinanderfolgenden
Betätigungen des Übertragungshebels dieser abwechselnd in der ersten und der zweiten
Schaltstellung gehalten ist.
[0008] Die Auslöseeinheit kann von einer entfernt liegenden Stelle aus ein Auslösesignal
bekommen, das in Form eines elektrischen Stromes durch den Signalstrompfad fließt.
Auf einen ersten Stromimpuls hin bringt das Schlagankersystem den Übertragungshebel
in die zweite Schaltstellung, in der die Koppelvorrichtung in ihrer Auslösestellung
gehalten und damit das Schaltwerk eines angebauten Leitungsschutzschalters entklinkt
ist. Gleichzeitig wird der Übertragungshebel in einer Steuerkurve des Steuerteils
geführt. Die erfindungsgemäße Kurvensteuerung arbeitet ähnlich wie bei einer Kugelschreiber-Mechanik.
Nach einer ersten Auslenkung des Übertragungshebels wird dieser durch die Kurvensteuerung
in einer ersten Rastung gehalten, so dass der Übertragungshebel in der zweiten Schaltstellung
festgehalten ist, auch wenn der Stromimpuls im Signalstrompfad nicht mehr anliegt
und das Schlagankersystem daher nicht mehr auf den Übertragungshebel einwirkt, so
dass dieser vom Schlagankersystem wieder freigegeben ist. Dadurch bleibt dann auch
über die Koppelvorrichtung das Schaltwerk des angebauten Leitungsschutzschalters entklinkt.
Ein Einschalten des Leitungsschutzschalters von Hand kann nicht erfolgen.
[0009] Um den Leitungsschutzschalter zum Wiedereinschalten freizugeben, muss der Übertragungshebel
in seine erste Schaltstellung zurückgebracht werden. Das geschieht erfindungsgemäß
durch einen zweiten Stromimpuls im Signalstrompfad. Der zweite Stromimpuls veranlasst
das Schlagankersystem, erneut auf den Übertragungshebel einzuwirken. Die Kurvensteuerung
sorgt dafür, dass der Übertragungshebel nach dem zweiten Kraftstoß des Schlagankers
in eine zweite Rastung fällt und dort gehalten ist, so dass jetzt der Übertragungshebel
wieder in seiner ersten Schaltstellung gehalten bleibt, auch wenn der Stromimpuls
im Signalstrompfad nicht mehr anliegt. Jetzt ist das Schaltwerk des angebauten Leitungsschutzschalters
über die Koppelvorrichtung wieder zum Verklinken freigegeben, es verklinkt und der
Leitungsschutzschalter kann von Hand wieder eingeschaltet werden.
[0010] Bei einem erneuten Stromimpuls im Signalstrompfad würde das Spiel von vorne beginnen,
der Übertragungshebel gelangt wieder in seine zweite Schaltstellung und wird dort
aufgrund der Kurvensteuerung festgehalten, bis ein erneuter Stromimpuls ihn wieder
in die erste Schaltstellung zurückbewegt.
[0011] Wie oben erläutert, ist eine erfindungsgemäße Auslöseeinheit also in der Lage, ferngesteuert
einen angeschlossenen Leitungsschutzschalter auszuschalten und ein Wiedereinschalten
von Hand zu verhindern, bis das Wiedereinschalten durch einen Stromimpuls in dem Signalstrompfad
wieder zugelassen wird.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sowie weitere
Vorteile sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Schaltzustand der
Auslöseeinheit durch eine Schaltstellungsanzeige von außen ablesbar, so dass bei einem
Ausschalten des Leitungsschutzschalters eine Bedienperson visuell feststellen kann,
ob der Leitungsschutzschalter von der Auslöseeinheit oder aufgrund eines Über- oder
Kurzschlussstromes ausgelöst wurde.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Übertragungshebel
ein Doppelarmhebel, dessen erster Arm von dem Schlagankersystem beaufschlagbar ist
und dessen zweiter Arm der Kopplung mit der Koppelvorrichtung dient.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist an den Übertragungshebel
ein Steuerhebel angelenkt, dessen freies Ende mittels eines Kuppelelementes in einer
Rasthaltungen bildenden Herzkurve des Steuerteils geführt ist. Kurvensteuerung mittels
Herzkurve ist eine mögliche Ausführungsform zur Realisierung der genannten Funktion,
sie ist sehr einfach herzustellen.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wirkt der zweite Arm des
Übertragungshebels über einen verschieblich gelagerten Zwischenhebel auf die Koppelvorrichtung.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst dass die Koppelvorrichtung
einen drehbar gelagerten Kuppelhebel.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die Auslöseeinheit
ein Isolierstoffgehäuse mit einer Breitseite, mit der es an die Breitseite eines Installationsschaltgerätes
angereiht werden kann.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung entspricht die Außenkontur
des Isolierstoffgehäuses der Außenkontur des Installationsschaltgerätes.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind der Signalstrompfad
und das Schlagankersystem der Auslöseeinheit aufgebaut wie der Hauptstrompfad und
das Schlagankersystem des Installationsschaltgerätes.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung durchgreift die Koppelvorrichtung
die Breitseite des Isolierstoffgehäuses an einer seitlichen Öffnung.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst das Schlagankersystem
eine Spule mit Kern und einem beweglichen Anker, der mit einem Stößel gekoppelt ist,
wobei bei Stromfluss im Signalstrompfad der Anker den Stößel gegen den Übertragungshebel
schlägt.
[0023] Ein erfindungsgemäßes Installationsschaltgerät ist insbesondere ein Leitungsschutzschalter
oder ein selektiver Hauptleitungsschutzschalter, mit einer daran angereihten Auslöseeinheit,
wobei die Auslöseeinheit eine Koppelvorrichtung hat, die eine Einschalt- und eine
Auslösestellung einnehmen kann und die mit der Auslösevorrichtung des Installationsschaltgerätes
gekoppelt ist, wobei die Auslöseeinheit einen Signalstrompfad umfasst, der ein Schlagankersystem
enthält, sowie eine Übertragungsbaugruppe, die einen Übertragungshebel und ein Steuerteil
enthält, wobei der Übertragungshebel eine erste und eine zweite Schaltstellung einnehmen
kann und mit der Koppelvorrichtung so zusammenwirkt, dass in der zweiten Schaltstellung
des Übertragungshebels die Koppelvorrichtung in ihrer Auslösestellung gehalten ist,
wobei das Schlagankersystem den Übertragungshebel bei Stromfluss im Signalstrompfad
betätigt und bei Unterbrechung des Stromflusses freigibt , und wobei der Übertragungshebel
in einer Steuerkurve des Steuerteils geführt ist, so dass bei aufeinanderfolgenden
Betätigungen des Übertragungshebels dieser abwechselnd in der ersten und der zweiten
Schaltstellung gehalten ist.
[0024] Anhand der Zeichnungen, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt
ist, soll die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen
der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.
[0025] Es zeigt
- Figur 1
- die Einsicht in eine erfindungsgemäße Auslöseeinheit, sowie
- Figur 2
- die Steuerkurve als Herzerzkurve in dem Steuerteil
[0026] Es werde zunächst die Figur 1 betrachtet. Die Auslöseeinheit 1 hat ein Isolierstoffgehäuse
9, welches als Schalengehäuse aus zwei Halbschalen zusammengesetzt ist und in seiner
Umfangskontur und seinen Abmessungen dem Isolierstoffgehäuse eines selektiven Hauptleitungsschutzschalters
entspricht, wie er beispielsweise in der
DE 10 2008 117472 A1 beschrieben ist. In der Fig. 1 ist die obere Halbschale abgenommen, so dass das Innere
der Auslöseeinheit 1 sichtbar wird.
[0027] Die Auslöseeinheit 1 ist an einen selektiven Hauptleitungsschutzschalter entweder
rechts oder links anbaubar, vorzugsweise wird sie rechts angebaut.
[0028] Das Isolierstoffgehäuse 9 hat eine Frontseite 94, Schmalseiten 93, 92, Breitseiten
und eine Befestigungsseite. Bezüglich der Gestaltung der Befestigungsseite und der
dort vorgesehenen Baugruppen zur Befestigung der Auslöseeinheit 1 auf Stromschienen
in einem Zählerkasten einer Installationsverteilung entspricht es ebenfalls dem Gehäuse
eines selektiven Hauptleitungsschutzschalters.
[0029] Zwischen einer Eingangsklemme 25 an einer Schmalseite und einer Ausgangsklemme, von
der in der Fig. 1 nur der Klemmenbetätigungshebel 26 zu sehen ist, verläuft ein dem
Hauptstrompfad eines selektiven Hauptleitungsschutzschalters nachempfundener Signalstrompfad,
in dem ein Magnetsystem, auch Schlagankersystem, 2 sich befindet. Dieses umfasst einen
Magnetkreis mit einer Spule 51, einem Kern, einem beweglichen Anker und einem Stößel,
letztgenannte Komponenten sind in der Fig. nicht dargestellt.
[0030] Anstelle des Kontakthebels eines selektiven Hauptleitungsschutzschalters befindet
sich, drehbar an einer gehäusefesten Achse 91 gelagert, ein Übertragungshebel 2 als
Doppelarmhebel mit einem ersten Arm 21 und einem zweiten Arm 22. Der zweite Arm 22
ist mit einem Zwischenhebel 8 in Form eines Schiebers gekoppelt. Der Schieber 8 ist
parallel zur vorderen Frontseite 93 längsverschieblich gelagert. An seinem freien,
der Frontseite 94 zugewandten Ende ist er mit einer Koppelvorrichtung 4 in Form eines
drehbar gelagerten Auslösehebels 4 gekoppelt. Der Auslösehebel 4 durchdringt die Breitseite
des Gehäuses 9 und steht, wenn die Auslöseeinheit an einen selektiven Hauptleitungsschutzschalter
angebaut ist, mit dessen Auslösehebel in Wirkverbindung. Am freien Ende des ersten
Arms 21 ist der Übertragungshebel 2 mit einem Steuerhebel 23 gekoppelt, dessen freies
Ende ist mit einem Zapfen oder einem Bügel in einer Rasthaltungen bildenden Herzkurve
24 eines Steuerteils 7 geführt. Das Steuerteil 7 ist eine im wesentlichen flache Platte,
welche im Gehäuseinneren befestigt ist. Die Platte könnte auch in der Gehäuseinnenwand
einstückig angeformt und beim Spritzgießen der Gehäusehalbschale mit hergestellt werden.
Die Herzkurve 24 ist im einzelnen in Fig. 2 gezeigt und ihre Funktion wird dort beschrieben.
[0031] Bei einem Stromimpuls im Signalstrompfad wird über den Stössel des Schlagankersystems
der Übertragungshebel 2 entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt. Dieser zieht dabei
den Zwischenhebel 8 nach unten, und dieser dreht dabei den Auslösehebel 4 im Uhrzeigersinn.
Der Auslösehebel 4 ist so mit dem Auslösehebel eines angebauten selektiven Hauptleitungsschutzschalters
koppelbar, dass dessen Schaltwerk entklinkt und dieser dadurch ausgeschaltet wird.
Über die Kurvensteuerung der Herzkurve 24 bleibt der Übertragungshebel in seiner Position
entgegen dem Uhrzeigersinn gehalten, auch wenn der Stromimpuls nicht mehr anliegt
und der Stößel des Schlagankersystems 5 daher wieder eingezogen ist, so dass weiterhin
der Zwischenhebel 8 nach unten gezogen und der Auslösehebel 4 im Uhrzeigersinn verdreht
gehalten bleibt. Der Auslösehebel 4 ist in Auslösestellung blockiert, und durch die
Kopplung mit dem Auslösehebel eines angebauten selektiven Hauptleitungsschutzschalters
auch dessen Auslösehebel, so dass das Schaltwerk des angebauten selektiven Hauptleitungsschutzschalters
nicht wieder verklinkt und dieser nicht wieder eingeschaltet werden kann.
[0032] Erst wenn das Schlagankersystem 5 einen erneuten Stromimpuls erhält und der Stössel
daraufhin erneut gegen den ersten Arm 21 des Übertragungshebels 2 schlägt, wird dieser
aufgrund der Kurvensteuerung der Herzkurve 24 im Uhrzeigersinn verdreht, damit schiebt
er den Zwischenhebel 8 nach oben, woraufhin der Auslösehebel 4 entgegen dem Uhrzeigersinn
verdreht wird und dadurch das Schaltwerk eines angeschlossenen selektiven Hauptleitungsschutzschalters
wieder verklinken kann. Der selektive Hauptleitungsschutzschalter kann nun von Hand
wieder eingeschaltet werden.
[0033] Als Schaltstellungsanzeige kann eine auch im selektiven Hauptleitungsschutzschalter
verwendete Schaltstellungsanzeige verwendet werden, die mit dem Zwischenhebel 8 gekoppelt
ist und je nach dessen Stellung eine Platte mit einem roten und grünen Abschnitt so
in einem Sichtfenster verschiebt, dass das grüne Teil der Platte sichtbar ist, wenn
der Zwischenhebel nach oben gedrückt ist, und der rote Teil sichtbar ist, wenn der
Zwischenhebel nach unten gezogen ist.
[0034] Die Fig. 2 zeigt im Einzelnen die Herzkurve 24 als Kulisse in dem plattenförmigen
Steuerteil 7 und deren Zusammenwirken mit dem Bügel 30, der die Verbindung zu dem
ersten Arm 21 des Übertragungshebels 2 herstellt. Die kulissenartige Vertiefung der
Herzkurve 24 umschließt ein ebenfalls herzförmiges, erhabenes Mittelteil 31 mit einer
Rastfläche 32. Die Kulisse hat sechs unterschiedliche Abschnitte, die sich im Wesentlichen
in der Höhe der Bodenfläche unterscheiden.
[0035] Die Bodenfläche des ersten Abschnitts 241 ist tiefgelegt. Links an den ersten Abschnitt
241 schließt sich ein zweiter Abschnitt 242 an, dessen Bodenfläche eine ansteigende
Rampe hin zu der höherliegenden Bodenfläche des dritten Abschnitts 243 bildet. Die
Bodenfläche des daran anschließenden vierten Abschnitts 244 hat wieder das Niveau
des ersten Abschnitts 241, so dass zwischen dem dritten Abschnitt 243 und dem vierten
Abschnitt 244 eine Stufe besteht. Die Bodenfläche des anschließenden fünften Abschnitts
245 bildet eine ansteigende Rampe hin zu dem sechsten Abschnitt 246, dessen Bodenfläche
etwa auf dem Niveau des dritten Abschnitts 243 liegt, so dass auch zwischen dem fünften
Abschnitt 245 und dem sechsten Abschnitt 246 eine Stufe besteht.
[0036] Bei dem ersten Stromimpuls im Signalstrompfad wird, wie oben beschrieben, der Bügel
30 durch den Übertragungshebel 2 unter Einwirkung des Stößels nach oben gedrückt.
Er gleitet von der Bodenfläche des ersten Abschnitts 241 über die Bodenfläche des
zweiten Abschnitts 242 zur hochgelegenen Bodenfläche des dritten Abschnitts 243. Die
Stufe zwischen den Bodenflächen des sechsten Abschnitts 246 und des ersten Abschnitts
241 verhindert, dass der Bügel bei der Aufwärtsbewegung in den rechten Ast der Herzkurve
gleiten kann, er wird den linken Weg entlang geführt. Von der Bodenfläche des dritten
Abschnitts 243 aus fällt der Bügel dann auf die Bodenfläche des vierten Abschnitts
244 herunter und wird von der V-förmigen Rastfläche 32 des Mittelteils 31 in dieser
Stellung gehalten. Er kann nun nicht weiter herunterfallen, der Übertragungshebel
bleibt somit in seiner zweiten Schaltstellung verrastet.
[0037] Wenn nun ein zweiter Stromimpuls folgt, so wird der Bügel 30 durch den Übertragungshebel
2 unter Einwirkung des Stößels ausgehend von seiner Verrastungslage auf der Rastfläche
32 erneut nach oben gedrückt. Er bleibt dabei auf der Bodenfläche des vierten Abschnitts
244, weil er beim Hochgleiten gegen den Absatz der höher gelegenen Bodenfläche des
dritten Abschnitts 243. Jetzt gleitet der Bügel von der Bodenfläche des vierten Abschnitts
244, über die Schräge der Bodenfläche des fünften Abschnitts 245 zur hinauf zur höhergelegenen
Bodenfläche des sechsten Abschnitts 246, um über die oben erwähnte Kante wieder auf
die tiefer gelegene Bodenfläche des ersten Abschnitts 241 zu fallen. Der Drahtbügel
30 befindet sich nun wieder in seiner unteren Ausgangsstellung.
[0038] Die gezeigte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Auslöseeinheit 1 hat bezüglich
der Fertigung den Vorteil, dass sehr viele Komponenten des selektiven Hauptleitungsschutzschalters
verwendet werden können und nicht neu konstruiert und gefertigt werden müssen, beispielweise
die Anschlussklemmen, das Magnetsystem, der Zwischenhebel 8, die Schaltstellungsanzeige.
Die Auslöseeinheit 1 kann im Grunde auf derselben Fertigungslinie wie der selektive
Hauptleitungsschutzschalter gefertigt werden. Es werden nicht benötigte Baugruppen,
wie die Kontakthebelsysteme, die Löschkammern, die Schaltwerke, weggelassen, und ergänzt
wird das Steuerteil und der Übertragungshebel.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Auslöseeinheit
- 2
- Übertragungshebel
- 4
- Koppelvorrichtung
- 5
- Schlagankersystem
- 6
- Übertragungsbaugruppe
- 7
- Steuerteil
- 8
- Zwischenhebel
- 9
- Isolierstoffgehäuse
- 21
- erster Arm
- 22
- zweiter Arm
- 23
- Steuerhebel
- 24
- Herzkurve
- 25
- Eingangsklemme
- 26
- Klemmenbetätigungshebel
- 30
- Bügel
- 31
- Mittelteil
- 32
- Rastfläche
- 51
- Spule
- 91
- gehäusefeste Achse
- 92
- hintere Schmalseite
- 93
- vordere Schmalseite
- 94
- Frontseite
- 241
- erster Abschnitt
- 242
- zweiter Abschnitt
- 243
- dritter Abschnitt
- 244
- vierter Abschnitt
- 245
- fünfter Abschnitt
- 246
- sechster Abschnitt
1. Auslöseeinheit (1) zum Anbau an ein Installationsschaltgerät, mit einer Koppelvorrichtung
(4), die eine Einschalt- und eine Auslösestellung einnehmen kann und die bei Anbau
an ein Installationsschaltgerät mit einer Auslösevorrichtung des Installationsschaltgerätes
koppelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Auslöseeinheit (1) einen Signalstrompfad umfasst, der ein Schlagankersystem (5)
enthält,
- sowie eine Übertragungsbaugruppe (6), die einen Übertragungshebel (2) und ein Steuerteil
(7) enthält,
- wobei der Übertragungshebel (2) eine erste und eine zweite Schaltstellung einnehmen
kann und mit der Koppelvorrichtung so zusammenwirkt, dass in der zweiten Schaltstellung
des Übertragungshebels die Koppelvorrichtung (4) in ihrer Auslösestellung gehalten
ist,
- dass das Schlagankersystem (5) den Übertragungshebel (2) bei Stromfluss im Signalstrompfad
betätigt und bei Unterbrechung des Stromflusses freigibt,
- und dass der Übertragungshebel (2) in einer Steuerkurve des Steuerteils (7) geführt ist, so
dass bei aufeinanderfolgenden Betätigungen des Übertragungshebels (2) dieser abwechselnd
in der ersten und der zweiten Schaltstellung gehalten ist.
2. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltzustand der Auslöseeinheit 81) mittels einer Schaltstellungsanzeige ablesbar
ist.
3. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungshebel (2) ein Doppelarmhebel ist, dessen erster Arm (21) von dem
Schlagankersystem beaufschlagbar ist und dessen zweiter Arm (22) der Kopplung mit
der Koppelvorrichtung (4) dient.
4. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Übertragungshebel (2) ein Steuerhebel (23) angelenkt ist, dessen freies Ende
mittels eines Kuppelelementes in einer Rasthaltungen bildenden Herzkurve (24) des
Steuerteils (7) geführt ist.
5. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Arm (22) des Übertragungshebels (2) über einen verschieblich gelagerten
Zwischenhebel (8) auf die Koppelvorrichtung (4) wirkt.
6. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtung (4) einen drehbar gelagerten Kuppelhebel umfasst.
7. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslöseeinheit (1) ein Isolierstoffgehäuse (9) umfasst mit einer Breitseite,
mit der es an die Breitseite eines Installationsschaltgerätes angereiht werden kann.
8. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur des Isolierstoffgehäuses (9) der Außenkontur des Installationsschaltgerätes
entspricht.
9. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalstrompfad und das Schlagankersystem (5) der Auslöseeinheit aufgebaut sind
wie der Hauptstrompfad und das Schlagankersystem des Installationsschaltgerätes.
10. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtung (4) die Breitseite des Isolierstoffgehäuses (9) an einer seitlichen
Öffnung durchgreift.
11. Auslöseeinheit (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlagankersystem (5) eine Spule mit Kern und einem beweglichen Anker umfasst,
der mit einem Stößel gekoppelt ist, wobei bei Stromfluß im Signalstrompfad der Anker
den Stößel gegen den Übertragungshebel (2) schlägt.
12. Installationsschaltgerät, insbesondere Leitungsschutzschalter, mit einer daran angereihten
Auslöseeinheit (1), wobei die Auslöseeinheit eine Koppelvorrichtung (4) hat, die eine
Einschalt- und eine Auslösestellung einnehmen kann und die mit der Auslösevorrichtung
des Installationsschaltgerätes gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Auslöseeinheit (1) einen Signalstrompfad umfasst, der ein Schlagankersystem (5)
enthält,
- sowie eine Übertragungsbaugruppe (6), die einen Übertragungshebel (2) und ein Steuerteil
(7) enthält,
- wobei der Übertragungshebel (2) eine erste und eine zweite Schaltstellung einnehmen
kann und mit der Koppelvorrichtung so zusammenwirkt, dass in der zweiten Schaltstellung
des Übertragungshebels die Koppelvorrichtung (4) in ihrer Auslösestellung gehalten
ist,
- dass das Schlagankersystem (5) den Übertragungshebel (2) bei Stromfluss im Signalstrompfad
betätigt und bei Unterbrechung des Stromflusses freigibt ,
- und dass der Übertragungshebel (2) in einer Steuerkurve des Steuerteils (7) geführt ist, so
dass bei aufeinanderfolgenden Betätigungen des Übertragungshebels (2) dieser abwechselnd
in der ersten und der zweiten Schaltstellung gehalten ist.