Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektronisches Vorschaltgerät zum Betreiben
von mindestens zwei unterschiedlichen Typen von Entladungslampen, für deren Betrieb
ein unterschiedlicher Lampenstrom erforderlich ist, umfassend: Einen Eingang mit einem
ersten und einem zweiten Eingangsanschluss zum Anschließen einer Versorgungsgleichspannung,
einen Boost-Konverter mit einer Boostdrossel, einem Boostschalter, der eine Steuerelektrode,
eine Bezugselektrode und eine Arbeitselektrode aufweist, und einer Boostdiode, wobei
der Boost-Konverter eingangsseitig zwischen den ersten und den zweiten Eingangsanschluss
gekoppelt ist und einen Ausgang mit einem ersten und einem zweiten Ausgangsanschluss
aufweist, einer Brückenschaltung mit einem ersten und einem zweiten elektronischen
Schalter, wobei der erste und der zweite elektronische Schalter jeweils eine Steuerelektrode,
eine Bezugselektrode und eine Arbeitselektrode aufweisen, wobei die Serienschaltung
des ersten und des zweiten elektronischen Schalters unter Ausbildung eines ersten
Brückenmittelpunkts zwischen den ersten und den zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters
gekoppelt ist, einen Ausgang mit einem ersten und einem zweiten Ausgangsanschluss
zum Anschließen der Entladungslampe, wobei der erste Ausgangsanschluss mit dem ersten
Brückenmittelpunkt gekoppelt ist und wobei der zweite Ausgangsanschluss mit dem zweiten
Ausgangsanschluss des Gleichrichters gekoppelt ist, eine Lampendrossel, die seriell
zwischen den ersten Brückenmittelpunkt und den ersten Ausgangsanschluss des elektronischen
Vorschaltgeräts gekoppelt ist, einer ersten Spannungsmessvorrichtung, die ausgelegt
ist, die Spannung zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangsanschluss zu messen,
einer zweiten Spannungsmessvorrichtung, die ausgelegt ist, die Spannung zwischen dem
ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters zu messen, und einem
Mikrocontroller mit einem ersten Eingang, der mit der ersten Spannungsmessvorrichtung
gekoppelt ist, einem zweiten Eingang, der mit der zweiten Spannungsmessvorrichtung
gekoppelt ist, einem ersten Ausgang der mit der Steuerelektrode des ersten elektronischen
Schalters gekoppelt ist, einem zweiten Ausgang, der mit der Steuerelektrode des zweiten
elektronischen Schalters gekoppelt ist, und einem dritten Ausgang, der mit der Steuerelektrode
des Boostschalters gekoppelt ist, wobei der Mikrocontroller ausgelegt ist, die Spannung
zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters durch Variation
der Schaltfrequenz des am dritten Ausgang bereitgestellten Signals zu regeln.
Stand der Technik
[0002] Damit bei elektronischen Vorschaltgeräten die Bedingung für eine sinusförmige Stromaufnahme
erfüllt ist, wird als Schaltungstypologie vornehmlich ein Boost-Konverter im Netzeingang
verwendet. Um eine korrekte Funktion sicherzustellen, muss die Ausgangsspannung des
Boost-Konverters, die so genannte Zwischenkreisspannung, immer größer sein als der
Scheitelwert der Netzeingangsspannung. Für einen Eingangsspannungsbereich von beispielsweise
180 Vrms bis 264 Vrms beträgt damit der maximale Scheitelwert ca. 372 V. Um einen
zuverlässigen Betrieb mit sogenannter Power-Factor-Korrektur sicherzustellen, wird
im Stand der Technik die Zwischenkreisspannung so eingestellt, dass sie einen festen
Prozentsatz, beispielsweise 15 %, über dem maximalen Scheitelwert der Netzeingangsspannung
liegt. Bei einem Scheitelwert von 372 V, der sich beispielsweise bei einer Eingangsspannung
von 264 Vrms ergibt, liegt damit die Zwischenkreisspannung bei ca. 430 V. Unabhängig
vom tatsächlichen Wert der Netzeingangsspannung wird damit die Frequenz, mit der der
Boostschalter betrieben wird, so variiert, dass sich dieser konstante Wert der Zwischenkreisspannung
einstellt. Bei dieser bekannten Vorgehensweise fallen unerwünscht hohe Verluste an.
Je größer die Differenz zwischen der Netzeingangsspannung und der Zwischenkreisspannung
ist, umso höher ist die Schaltfrequenz des Boostschalters, wodurch sich Probleme bei
der Funkentstörung ergeben.
Darstellung der Erfindung
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein eingangs genanntes elektronisches
Vorschaltgerät derart weiterzubilden, dass ein möglichst verlustarmer Betrieb bei
möglichst geringen elektromagnetischen Störungen ermöglicht wird.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein elektronisches Vorschaltgerät mit den Merkmalen
von Patentanspruch 1.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass unter Verwendung eines
Mikrocontrollers die Netzeingangsspannung und die Zwischenkreisspannung vom Boost-Konverter
zeitgleich ermittelt werden kann. Auf dieser Basis kann nun die Zwischenkreisspannung
derart geregelt werden, dass sie einen bestimmten Prozentsatz, beispielsweise 4 %
bis 8 %, über dem Scheitelwert der Netzeingangsspannung liegt. Bei einer niedrigen
Netzeingangsspannung wird damit die Zwischenkreisspannung abgesenkt, bei einer Erhöhung
der Netzeingangsspannung die Zwischenkreisspannung in gleichem Maße erhöht. Durch
diese Maßnahme wird einerseits eine sinusförmige Stromaufnahme sichergestellt, andererseits
ein Betrieb der Schaltung bei einer möglichst niedrigen Betriebsfrequenz des Boostschalters
ermöglicht.
[0006] Bevorzugt ist der Mikrocontroller ausgelegt, die Spannung zwischen dem ersten und
dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters derart zu regeln, dass sie zumindest
innerhalb eines ersten Wertebereichs des Spannungswerts des Scheitels der Spannung
zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangsanschluss oder innerhalb eines ersten
Wertebereichs des Spannungswerts zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss
des Boost-Konverters eine vorgebbare Schwelle über dem Spannungswert des Scheitels
der Spannung zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangsanschluss liegt. Mit anderen
Worten wird die Spannung am Eingang oder die Spannung am Ausgang des Boost-Konverters
gemessen und durch entsprechende Ansteuerung des Schalters des Boost-Konverters sichergestellt,
dass die Ausgangsspannung des Boost-Konverters stets so groß ist, dass sicher eine
sinusförmige Stromaufnahme bewirkt wird, andererseits aber möglicht klein ist, um
die Verluste zu minimieren. Durch den geringen Spannungshub zwischen der Spannung
am Eingang und der Spannung am Ausgang des Boost-Konverters wird die Effizienz des
Boost-Konverters erhöht. Allgemein wird dadurch die Strombelastung in den Bauteilen
eines erfindungsgemäßen elektronischen Vorschaltgeräts reduziert, so dass kleinere
Komponenten verwendet werden können. Dies reduziert den Preis der Bauteile und deren
Platzbedarf. Durch die im Vergleich zum Stand der Technik im Durchschnitt geringere
Ausgangsspannung des Boost-Konverters werden die Verluste im Boost-Konverter deutlich
verringert.
[0007] Dabei beträgt die vorgebbare Schwelle insbesondere zwischen 2 % und 10 %, bevorzugt
zwischen 4 % und 8 %, des Spannungswerts des Scheitels der Spannung zwischen dem ersten
und dem zweiten Eingangsanschluss. Während im Stand der Technik aus Sicherheitsgründen
die Schwelle konstant 15 % über dem maximalen Spannungswert des Scheitels der Spannung
zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangsanschluss betragen hat, ergibt sich demnach
erfindungsgemäß ein deutlich geringerer Abstand und somit eine deutliche Reduktion
der Verluste.
[0008] Eine besonders bevorzugte Kategorie von Weiterbildungen zeichnet sich dadurch aus,
dass der Mikrocontroller weiterhin ausgelegt ist, durch Durchfahren einer Messroutine
den Typ der am Ausgang angeschlossenen Entladungslampe zu ermitteln, wobei in dem
Mikrocontroller für jeden der mindestens zwei Typen von Entladungslampen ein unterer
Grenzwert für den ersten Wertebereich des Spannungswerts des Scheitels der Spannung
zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangsanschluss oder ein unterer Grenzwert für
den ersten Wertebereich des Spannungswerts zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss
des Boost-Konverters abgelegt ist. Dies ermöglicht eine unterschiedliche Behandlung
der Fälle, bei denen der Spannungswert des Scheitels der Spannung zwischen dem ersten
und dem zweiten Eingangsanschluss oder zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss
des Boost-Konverters über oder unterhalb des jeweiligen Grenzwerts liegt. Bevorzugt
ist dabei der Typ von Entladungslampe durch den Nennwert seines Lampenstroms und/oder
den Nennwert seiner Lampenleistung repräsentiert.
[0009] Besonders bevorzugt ist deshalb der Mikrocontroller ausgelegt, in einem zweiten Wertebereich,
der sich unterhalb des unteren Grenzwerts für den ersten Wertebereich des Spannungswerts
des Scheitels der Spannung zwischen dem ersten und dem zweiten Eingangsanschluss anschließt
oder in einem zweiten Wertebereich, der sich unterhalb des oberen Grenzwerts für den
ersten Wertebereich des Spannungswerts zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss
des Boost-Konverters anschließt, durch Variation der Schaltfrequenz des am dritten
Ausgang bereitgestellten Signals die Spannung zwischen dem ersten und dem zweiten
Ausgangsanschluss des Boost-Konverters auf eine Mindestspannung zu regeln. Diese Maßnahme
trägt der Erkenntnis Rechnung, dass beim Betrieb von Entladungslampen der Abstand
zwischen dem Spannungswert des Scheitels der Spannung am Eingang und der Spannung
am Ausgang des Boost-Konverters nicht über dem gesamten Wertebereich auf die vorgebbare
Schwelle geregelt werden kann. Wie Versuche gezeigt haben, kann bei Absinken des Spannungswerts
des Scheitels der Spannung am Eingang oder des Spannungswerts am Ausgang des Boost-Konverters,
je nachdem wo gemessen wird, der für den jeweiligen Typ von Entladungslampe benötigte
Nennwert des Lampenstroms nicht mehr erzeugt werden. Die Reduktion der Verluste in
dem großen, ersten Wertebereich der Spannung der jeweiligen Spannungswerte würde dadurch
erkauft werden, dass in einem zweiten Wertebereich der jeweiligen Spannungswerte bestimmte
Typen von Entladungslampen nicht mehr betrieben werden könnten. Bei der genannten
bevorzugten Weiterbildung wird dies dadurch verhindert, dass das Unterschreiten des
unteren Grenzwerts des ersten Wertebereichs überwacht wird und sichergestellt wird,
dass durch entsprechende Ansteuerung des Boostschalters sichergestellt wird, dass
eine vorgebbare Mindestspannung, die lampentypabhängig sein kann, nicht unterschritten
wird. Damit werden weiterhin im ersten Wertebereich der genannten Spannungswerte die
Verluste klein gehalten und dennoch ein Betrieb der Entladungslampen mit den erwähnten
Spannungswerten im zweiten Wertebereich sichergestellt. Erst diese Kombination ermöglicht
den vorteilhaften Einsatz der Erfindung bei Multilampengeräten.
[0010] Die Mindestspannung ist bevorzugt mindestens so groß wie der untere Grenzwert des
ersten Wertebereichs der Spannung zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss
des Boost-Konverters, insbesondere entspricht die Mindestspannung diesem unteren Grenzwert.
Dadurch wird die Reduktion der Verluste bei gleichzeitiger Sicherstellung des Betriebs
des jeweiligen Lampentyps maximiert.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Kurze Beschreibung der Zeichnung(en)
[0012] Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen elektronischen
Vorschaltgeräts unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen elektronischen
Vorschaltgeräts;
- Fig. 2
- den Verlauf des Lampenstroms ILa über der Frequenz für unterschiedliche Werte der Zwischenkreisspannung; und
- Fig. 3
- in schematischer Darstellung die Abhängigkeit der Zwischenkreisspannung UZw vom Spannungswert des Scheitels der Spannung am Eingang des Boost-Konverters.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[0013] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
elektronischen Vorschaltgeräts. Es umfasst einen Eingang mit einem ersten und einem
zweiten Eingangsanschluss, zwischen denen eine Netzspannung U
N angelegt ist. Mit dem Eingang ist ein Gleichrichter 10 gekoppelt, an dessen Ausgang
E1, E2 eine Spannung U
gl bereitgestellt wird, die der gleichgerichteten Netzspannung U
N entspricht. Die Spannung U
gl weist einen Scheitelwert U
peak auf. Auf den Gleichrichter 10 folgt ein Boost-Konverter 12, der eine Boostdrossel
L1, eine Boostdiode D1 sowie einen Boostschalter S1 umfasst. Wie für den Fachmann
offensichtlich, könnte am Eingang des Boost-Konverters 12 auch unmittelbar eine Gleichspannung
angeschlossen sein. Das erfindungsgemäße elektronische Vorschaltgerät würde dadurch
genauso funktionieren.
[0014] Die am Ausgang des Boost-Konverters 12 bereitgestellte, mittels eines Kondensators
C1 stabilisierte Spannung ist die sogenannte Zwischenkreisspannung U
Zw. Zwischen die Ausgangsanschlüsse des Boost-Konverters 12 ist eine Brückenschaltung
gekoppelt, die vorliegend die Schalter S2 und S3 umfasst. Zwischen den Schaltern S2,
S3 ist ein Brückenmittelpunkt BM1 definiert. Zwischen den Brückenmittelpunkt BM1 und
einen ersten Ausgangsanschluss A1 des elektronischen Vorschaltgeräts ist die Serienschaltung
eines Koppelkondensators C
K sowie einer Lampendrossel L2 gekoppelt. Der erste Ausgangsanschluss A1 wirkt als
zweiter Brückenmittelpunkt BM2. Zwischen den ersten Ausgangsanschluss A1 und einen
zweiten Ausgangsanschluss A2 ist einerseits ein Resonanzkondensator C
res gekoppelt, andererseits die Entladungslampe La. Das elektronische Vorschaltgerät
weist einen Mikrocontroller 14 auf, der mittels von an seinen Ausgängen AM1 und AM2
bereitgestellten Signalen die Schalter S2 und S3 ansteuert. Diese Signale sind durch
eine momentane Frequenz f
23 gekennzeichnet. Über einen Ausgang AM3 steuert der Mikrocontroller 14 den Schalter
S1 an, wobei das am Ausgang AM3 bereitgestellte Signal durch eine momentane Frequenz
f
1 gekennzeichnet ist. Dies erfolgt vorliegend dadurch, dass der Mikrocontroller 14
an seinem Ausgang AM3 eine ON-Zeit bereitstellt, wobei sich die Frequenz f
1 automatisch aus der Zeit ergibt, die der Strom in der Boostdrossel L1 benötigt, um
wieder Null zu werden.
[0015] Über einen ersten Eingang EM1, der mit dem Abgriff eines Spannungsteilers R1, R2
gekoppelt ist, wird der Mikrocontroller 14 mit einem Signal gekoppelt, das mit der
Spannung U
gl korreliert ist. In ähnlicher Weise ist der Mikrocontroller 14 über seinen Eingang
EM2, der mit dem Abgriff eines Spannungsteiler R3, R4 gekoppelt ist, mit einem Signal
gekoppelt, das mit der Zwischenkreisspannung U
Zw korreliert ist. Zur Regelung des Ausgangsstroms I
La ist weiterhin ein Shuntwiderstand R
Sh seriell zur Entladungslampe La angeordnet, wobei die über dem Shuntwiderstand R
Sh abfallende Spannung dem Mikrocontroller 14 über einen Eingang EM3 zugeführt wird,
wobei der Mikrocontroller 14 ausgelegt ist, den Ausgangsstrom I
La durch entsprechende Variation der Signale AM1, AM2, wie sie dem Fachmann bekannt
ist, zu variieren. Der Mikrocontroller 14 ist ausgelegt, den Schalter S1 durch Einstellen
der Frequenz f
1 derart anzusteuern, dass die Spannung U
Zw innerhalb eines ersten Wertebereichs des Scheitelwerts U
peak der Spannung U
gl immer eine vorgebbare Schwelle über dem Wert von U
peak liegt. Diese vorgebbare Schwelle beträgt bevorzugt zwischen 2 % und 10 %, insbesondere
zwischen 4 % und 8 %, des Spannungswerts von U
peak.
[0016] Zur Darstellung weiterer Auslegungen des Mikrocontrollers 14 wird zunächst auf Fig.
2 näher eingegangen. Fig. 2 zeigt den Verlauf des Lampenstroms I
La in Abhängigkeit der Frequenz f
23, das heißt der Frequenz der Signale an den Ausgängen AM1, AM2 des Mikrocontrollers
14, die zur Ansteuerung der Schalter S2, S3 dienen. Eingezeichnet sind drei Kurven,
die für unterschiedliche Zwischenkreisspannungen U
Zw stehen. Der unterste Kurvenzug entspricht einer Zwischenkreisspannung U
Zw gleich 270 V, der mittlere Kurvenzug entspricht einer Zwischenkreisspannung U
zw gleich 370 V und der oberste Kurvenzug entspricht einer Zwischenkreisspannung U
Zw gleich 430 V. Zu beachten ist, dass infolge des induktiven Charakters der Last das
elektronische Vorschaltgerät im abfallenden Bereich des jeweiligen Kurvenzugs von
U
Zw zu betreiben ist.
[0017] Beträgt die Zwischenkreisspannung 430 V und ist für den Lampentyp, der am Ausgang
A1, A2 des elektronischen Vorschaltgeräts angeschlossen ist, ein Nennwert des Lampenstroms
von 300 mA erforderlich, so ist die Lampe im Arbeitspunkt P1 zu betreiben, das heißt
der Mikrocontroller 14 wählt vorliegend eine Frequenz f
23 von 70 kHz.
[0018] Wird nunmehr, beispielsweise aufgrund einer sinkenden Netzspannung U
N, am Ausgang des Gleichrichters 10 eine kleinere Spannung U
gl bereitgestellt, so kann durch entsprechende Ansteuerung des Schalters S1, das heißt
durch die Wahl der Frequenz f
1, eine entsprechend kleinere Zwischenkreisspannung eingestellt werden, beispielsweise
U
Zw gleich 370 V. Zur Einstellung eines Lampenstroms von I
La gleich 300 mA wird die Lampe La am Arbeitspunkt P2 betrieben, das heißt f
23 beträgt 30 kHz. Sinkt nun die Netzspannung U
N auf noch kleinere Werte, so sinkt auch U
gl am Ausgang des Gleichrichters 10. Wird nun die Zwischenkreisspannung U
Zw entsprechend abgesenkt, beispielsweise auf U
Zw gleich 270 V, so zeigt die Darstellung von Fig. 2, dass kein Arbeitspunkt mehr gefunden
werden kann, in dem die Lampe la mit dem geforderten Lampenstrom I
La von 300 mA betrieben werden kann.
[0019] Fig. 3 zeigt für eine besonders bevorzugte Ausführungsform die Abhängigkeit der Zwischenkreisspannung
U
Zw von der Spannung U
peak, das heißt dem Spannungswert des Scheitels der Spannung U
gl am Eingang des Boost-Konverters 12. Bei großen Amplituden von U
peak, die den ersten Wertebereich W1 darstellen, gilt:

[0020] Bevorzugt beträgt a zwischen 1,02 und 1,10. Dadurch arbeitet ein erfindungsgemäßes
elektronisches Vorschaltgerät einerseits bei äußerst niedrigen Verlusten, andererseits
wird eine sinusförmige Stromaufnahme sichergestellt. Dies ist möglich bis zu einem
Grenzwert
Upeak =
UZw min /
a, der den Beginn des zweiten Wertebereichs W2 darstellt. Dabei ist durch U
Zwmin die minimale Zwischenkreisspannung definiert, die abhängig vom Typ der Lampe La,
die am Ausgang A1, A2 des elektronischen Vorschaltgeräts angeschlossen ist, vorgegeben
ist, um den Lampennennstrom zu erreichen. Entsprechende Werte des Lampennennstroms
beziehungsweise der Lampenleistung und/oder der minimalen Zwischenkreisspannung U
Zwmin können für verschiedene Lampentypen im Mikrocontroller 14, beispielsweise in Form
einer look-up table, abgelegt sein.
[0021] Der Mikrocontroller 14 ist bevorzugt ausgelegt, vor Betrieb der Lampe La eine Messroutine
zu durchfahren, um den Typ der am Ausgang A1, A2 angeschlossenen Lampe La zu bestimmen.
Einschlägige Maßnahmen hierzu sind dem Fachmann bekannt. Daraufhin liest der Mikrocontroller
14 die zu dem bestimmten Lampentyp zugehörigen Werte des Lampennennstroms beziehungsweise
der minimalen Zwischenkreisspannung U
Zwmin aus der look-up table aus und berücksichtigt diese Werte bei der Ansteuerung des
Schalters S1, insbesondere durch entsprechende Wahl der Frequenz f
1. Unterhalb des Grenzwerts
Upeak =
UZw min /
a wird von dem linearen Verhältnis
UZw =
a·Upeak abgewichen und
UZw =
UZwmin gesetzt.
[0022] Der Wert U
Zwmin kann weiterhin abhängig gemacht werden von anderen Randbedingungen, beispielsweise
ob das elektronische Vorschaltgerät direkt aus einer Gleichspannungsquelle gespeist
wird oder aus einer Wechselspannungsquelle, wie bei dem Ausführungsbeispiel von Fig.
1, sowie von der sich ergebenden Frequenz f
23.
1. Elektronisches Vorschaltgerät zum Betreiben von mindestens zwei unterschiedlichen
Typen von Entladungslampen (La), für deren Betrieb ein unterschiedlicher Lampenstrom
(I
La) erforderlich ist, umfassend:
- einen Eingang mit einem ersten (E1) und einem zweiten Eingangsanschluss (E2) zum
Anschließen einer Versorgungsgleichspannung (UN);
- einen Boost-Konverter (12) mit einer Boostdrossel (L1), einem Boostschalter (S1),
der eine Steuerelektrode, eine Bezugselektrode und eine Arbeitselektrode aufweist,
und einer Boostdiode (D1), wobei der Boost-Konverter (12) eingangsseitig zwischen
den ersten (E1) und den zweiten Eingangsanschluss (E2) gekoppelt ist und einen Ausgang
mit einem ersten und einem zweiten Ausgangsanschluss aufweist;
- einer Brückenschaltung mit einem ersten (S2) und einem zweiten elektronischen Schalter
(S3), wobei der erste (S2) und der zweite elektronische Schalter (S3) jeweils eine
Steuerelektrode, eine Bezugselektrode und eine Arbeitselektrode aufweisen, wobei die
Serienschaltung des ersten (S2) und des zweiten elektronischen Schalters (S3) unter
Ausbildung eines ersten Brückenmittelpunkts (BM1) zwischen den ersten und den zweiten
Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12) gekoppelt ist;
- einen Ausgang mit einem ersten (A1) und einem zweiten Ausgangsanschluss (A2) zum
Anschließen der Entladungslampe (La), wobei der erste Ausgangsanschluss (A1) mit dem
ersten Brückenmittelpunkt (BM1) gekoppelt ist und wobei der zweite Ausgangsanschluss
(A2) mit dem zweiten Eingangsanschluss (E2) gekoppelt ist;
- eine Lampendrossel (L2), die seriell zwischen den ersten Brückenmittelpunkt (BM1)
und den ersten Ausgangsanschluss (A1) des elektronischen Vorschaltgeräts gekoppelt
ist;
- einer ersten Spannungsmessvorrichtung (R1, R2), die ausgelegt ist, die Spannung
zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss (E2) zu messen;
- einer zweiten Spannungsmessvorrichtung (R3, R4), die ausgelegt ist, die Spannung
zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12) zu
messen; und
- einem Mikrocontroller (14) mit einem ersten Eingang (EM1), der mit der ersten Spannungsmessvorrichtung
(R1, R2) gekoppelt ist, einem zweiten Eingang (EM2), der mit der zweiten Spannungsmessvorrichtung
(R3, R4) gekoppelt ist, einem ersten Ausgang (AM1) der mit der Steuerelektrode des
ersten elektronischen Schalters (S2) gekoppelt ist, einem zweiten Ausgang (AM2), der
mit der Steuerelektrode des zweiten elektronischen Schalters (S3) gekoppelt ist, und
einem dritten Ausgang, der mit der Steuerelektrode des Boostschalters gekoppelt ist,
wobei der Mikrocontroller ausgelegt ist, die Spannung zwischen dem ersten und dem
zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters durch Variation der Schaltfrequenz
des am dritten Ausgang bereitgestellten Signals zu regeln,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mikrocontroller (14) weiterhin ausgelegt ist, die Spannung (U
Zw) zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12)
auf einen Wert zu regeln, der von dem Wert der Spannung (U
gl) zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss (E2) abhängt.
2. Elektronisches Vorschaltgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mikrocontroller (14) ausgelegt ist, die Spannung zwischen dem ersten und dem
zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12) derart zu regeln, dass sie zumindest
innerhalb eines ersten Wertebereichs (W1) des Spannungswerts (Upeak) des Scheitels der Spannung (Ugl) zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss (E2) oder innerhalb eines
ersten Wertebereichs des Spannungswerts zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss
des Boost-Konverters (12) eine vorgebbare Schwelle über dem Spannungswert (Upeak) des Scheitels der Spannung zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss
(E2) liegt.
3. Elektronisches Vorschaltgerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vorgebbare Schwelle zwischen 2 und 10 %, insbesondere zwischen 4 und 8 %, des
Spannungswerts (Upeak) des Scheitels der Spannung (Ugl) zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss (E2) beträgt.
4. Elektronisches Vorschaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mikrocontroller (14) weiterhin ausgelegt ist, durch Durchfahren einer Messroutine
den Typ der am Ausgang angeschlossenen Entladungslampe (La) zu ermitteln, wobei in
dem Mikrocontroller (14) für jeden der mindestens zwei Typen von Entladungslampen
(La) ein unterer Grenzwert für den ersten Wertebereich (W1) des Spannungswerts (Upeak) des Scheitels der Spannung (Ugl) zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss (E2) oder ein unterer
Grenzwert (UZwmin) für den ersten Wertebereich des Spannungswerts zwischen dem ersten und dem zweiten
Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12) abgelegt ist.
5. Elektronisches Vorschaltgerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Typ von Entladungslampe (La) durch den Nennwert seines Lampenstroms (ILa) und/oder den Nennwert seiner Lampenleistung repräsentiert ist.
6. Elektronisches Vorschaltgerät nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mikrocontroller (14) ausgelegt ist, in einem zweiten Wertebereich, der sich unterhalb
des unteren Grenzwerts für den ersten Wertebereich (W1) des Spannungswerts (Upeak) des Scheitels der Spannung (Ugl) zwischen dem ersten (E1) und dem zweiten Eingangsanschluss (E2) anschließt, oder
in einem zweiten Wertebereich (W2), der sich unterhalb des unteren Grenzwerts (UZwmin) für den ersten Wertebereich (W1) des Spannungswerts (UZw) zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12)
anschließt, durch Variation der Schaltfrequenz (f1) des am dritten Ausgang (AM3) bereitgestellten Signals die Spannung (UZw) zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12)
auf eine Mindestspannung (UZwmin) zu regeln.
7. Elektronisches Vorschaltgerät nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mindestspannung (UZwmin) mindestens so groß ist wie der untere Grenzwert des ersten Wertebereichs (W1) der
Spannung (UZw) zwischen dem ersten und dem zweiten Ausgangsanschluss des Boost-Konverters (12),
insbesondere diesem unteren Grenzwert entspricht.