Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Stähle auf der Basis von 9-12 % Chrom, die für Rotoren
im Kraftwerksbereich eingesetzt werden. Sie betrifft die Wahl und das mengenanteilsmässige
Abstimmen spezieller Legierungselemente, welche die Einstellung einer aussergewöhnlich
guten Kriechfestigkeit bei Temperaturen von 550 °C und darüber in diesem Material
ermöglichen. Der erfindungsgemässe Stahl soll auch eine hohe Zähigkeit nach Langzeitalterung
aufweisen, so dass er sowohl in Gas- als auch Dampfturbinen eingesetzt werden kann.
Stand der Technik
[0002] Martensitisch-härtbare Stähle auf der Basis von 9-12 % Chrom sind weitverbreitete
Werkstoffe der Kraftwerkstechnik. Sie wurden entwickelt für eine Anwendung in Dampfkraftwerken
bei Betriebstemperaturen oberhalb 600 °C und Dampfdrücken oberhalb 250 bar, um die
Effizienz der Kraftwerke zu erhöhen. Unter diesen Betriebsbedingungen spielen die
Kriechfestigkeit und der Oxidationswiderstand des Materials eine besondere Rolle.
[0003] Es ist bekannt, dass die Zugabe von Chrom im obengenannten Bereich nicht nur eine
gute Beständigkeit gegen atmosphärische Korrosion, sondern auch die vollständige Durchhärtbarkeit
von dickwandigen Schmiedestücken ermöglicht, so wie sie etwa als Monoblockrotoren
oder als Rotorscheiben in Gas- und Dampfturbinen Anwendung finden. Bewährte Legierungen
dieser Art enthalten gewöhnlich etwa 0.08 bis 0.2 % Kohlenstoff, welcher in Lösung
die Einstellung einer harten martensitischen Struktur ermöglicht. Eine gute Kombination
von Warmfestigkeit und Duktilität martensitischer Stähle wird durch eine Anlassbehandlung
ermöglicht, in welcher sich durch die Ausscheidung von Kohlenstoff in Form von Karbiden
unter gleichzeitiger Erholung der Versetzungssubstruktur eine teilchenstabilisierte
Subkornstruktur bildet. Das Anlassverhalten und die hieraus resultierenden Eigenschaften
können wirksam durch die Wahl und das mengenanteilsmässige Abstimmen spezieller Karbidbildner
wie zum Beispiel Mo, W, V, Nb und Ta beeinflusst werden.
[0004] Ein typischer Vertreter, welcher in Dampfkraftwerken, insbesondere als Rotorstahl
breite Verwendung gefunden hat, ist der unter DIN bekannte deutsche Stahl X20CrMoV12.1.
[0005] Es ist ferner bekannt, dass die Duktilität auf einem Festigkeitsniveau von 850 MPa
durch das Zu legieren von Nickel deutlich verbessert werden kann. Solche Legierungen
finden daher dort eine breite Verwendung, wo deutlich höhere Anforderungen an sowohl
Festigkeit wie auch Duktilität gestellt werden, typischer Weise als Scheibenwerkstoffe
für Gasturbinenrotoren. Ein typischer Vertreter derartiger Legierungen, welcher in
der Gasturbinentechnik, insbesondere als Werkstoff für Rotorscheiben breite Verwendung
gefunden hat, ist der unter DIN bekannte deutsche Stahl X12CrNiMo12. Tendenziell wird
durch Nickel aber nachteilig die Warmfestigkeit bei hohen Temperaturen gesenkt. Dies
wird mit einer reduzierten Karbidstabilität in nickelhaltigen Stählen in Beziehung
gesetzt.
[0007] In derartigen Legierungen wurden die Gehalte an Cr, Mo, W unter Berücksichtigung
von N, Nb und/oder B optimiert, um die Kriech- und Zeitstandfestigkeiten für Anwendungen
bei 600 °C zu verbessern. Durch Zugabe von Bor sollen die Karbide, wie beispielsweise
M
23C
6, stabilisiert werden. Wegen der schädlichen Wirkung von Nickel auf die Langzeiteigenschaften,
wurden bei diesen Stählen die Ni-Gehalte auf Werte kleiner 0.25 % beschränkt. Bei
diesen Legierungen sind nachteilig die Bruchzähigkeitswerte tief, was zwar bei Dampfturbinenanwendungen
keine grosse Rolle spielt und daher vernachlässigt werden kann, bei Gasturbinenanwendungen
aber vermieden werden muss.
[0009] Speziell für Gasturbinenanwendungen wurden Anstrengungen unternommen, um bei 9-12
% Cr-Stählen entweder die Zeitstandfestigkeiten im Bereich von 450 bis 500°C auf hohem
Duktilitätsniveau zu verbessern oder die Versprödungsneigung bei Temperaturen zwischen
425 und 500 °C zu reduzieren. So beschreibt die europäische Patentanmeldung
EP 0 931 845 A1 einen in der Konstitution dem deutschen Stahl X12CrNiMo12 ähnlichen nickelhaltigen
12 % Chromstahl, in welchem das Element Molybdän gegenüber dem bekannten Stahl X12
CrNiMo12 reduziert, jedoch ein erhöhter Gehalt an Wolfram zulegiert wurde. In
DE 198 32 430 A1 ist eine weitere Optimierung eines dem X12CrNiMo12 artgleichen Stahls mit der Bezeichnung
M152 offenbart, bei welchem durch die Zugabe von Seltenerd-Elementen die Versprödungsneigung
im Temperaturbereich zwischen 425 und 500° C begrenzt wird.
[0010] Nachteilig ist, dass in keinem der obengenannten Entwicklungen die Festigkeit, insbesondere
die Warmfestigkeit bei Temperaturen zwischen 300 und 600 °C, auf einem dem Stahl X12CrNiMo12
vergleichbar hohen Duktilitätsniveau verbessert werden konnte.
[0011] Ein möglicher Ansatz zur Verbesserung der Warmfestigkeit bei gleichzeitig hoher Duktilität
wurde mit der Entwicklung von Stählen mit erhöhten Stickstoffgehalten vorgeschlagen.
In
EP 0 866 145 A2 wird eine neue Klasse von martensitischen Chromstählen mit Stickstoffgehalten im
Bereich zwischen 0.12 bis 0.25 % beschrieben und in
EP 1 158 067 A1 mit Stickstoffgehalten von 0.12 bis 0.18 %, wobei das Gewichtsverhältnis V/N im Bereich
zwischen 3,5 und 4,2 liegt. Bei diesen Stählen wird die gesamte Gefügeausbildung durch
die Bildung von Sondernitriden, insbesondere von Vanadiumnitriden gesteuert, welche
durch die Schmiedebehandlung, durch die Austenitisierung, durch eine kontrollierte
Abkühlbehandlung oder durch eine Anlassbehandlung in vielfältiger Weise verteilt werden
können. Während die Festigkeit über die Härtungswirkung der Nitride erzielt wird,
wird die Einstellung einer hohen Duktilität durch die Verteilung und Morphologie der
Nitride, vor allem aber durch die Begrenzung der Kornvergröberung während des Schmiedens
und während der Lösungsglühbehandlung angestrebt.
[0012] US2002020473 offenbart einen hochchromhaltigen, wärmebeständigen, feritischen Stahl, der die folgende
Zusammensetzung (in Gew.-%) aufweist: 0.02 bis 0.15 % C, 0.05 bis 1.5%Mn, ≤0.03 %
P, ≤0.015 % S, 8 bis 13 % Cr, 1.5 bis 4 % W, 2 bis 6 % Co, 0.1 bis 0.5 % V, 0.01 bis
0.15 % Ta, 0.01 bis 0.15 % Nb, 0.001 bis 0.2 % Nd, ≤0.02 % N, 0.0005 bis 0.02 % B,
0.001 bis 0.05 % Al, mindestens eines der Elemente aus Ca (≤0.02%), Y (≤0.2%), La
(≤0.2%) und Hf (≤0.2%), Rest Fe.
[0013] Aus
EP 0867 522 A2 ist ein hitzebeständiger Stahl mit guten Zähigkeitseigenschaften für den Einsatz
als Turbinenrotor bekannt, der folgende chemische Zusammensetzung aufweist (Gew.-
%): 0.05-0.30 C, 0.20 oder weniger Si, 0-1.0 Mn, 8-14 Cr, 0.5-3.0 Mo, 0.10-0.50 V,
1.5-5.0 Ni, 0.01-0.5 Nb, 0.01-0.08 N, 0.001-0.020 B, Rest Eisen und unvermeidbare
Verunreinigungen. Das Mikrolegieren mit Bor führt zu Ausscheidungen an den Korngrenzen
und erhöht die zeitliche Stabilität der Karbonitride bei hohen Temperaturen, wobei
höhere Gehalte an B aber die Zähigkeit des Stahles verringern. Nachteilig an dieser
vorgeschlagenen Zusammensetzung sind auch die relativ hohen zugelassenen Si-Werte
in Höhe von 0.2 %. Si dient zum Zeitpunkt des Schmelzens zwar vorteilhaft als Desoxidationsmittel,
andererseits aber verbleiben Teile davon als Oxide im Stahl, was sich nachteilig in
einer verringerten Zähigkeit bemerkbar macht.
[0014] Schliesslich werden in
US 5820817 rostfreie Stähle mit 8-13 Gew. -% Cr vorgeschlagen, welche u.a. Bor und/oder Seltene
Erdmetalle in ihrer Zusammensetzung aufweisen, um dem Widerstand gegen Versprödung
bei Langzeitalterung zu erhöhen. Der maximale Gehalt an Seltenen Erden soll gemäss
diesem Dokument 0.5 Gew.- % betragen, ein optimaler Anteil wird mit 0.1 Gew.- % angegeben.
Darstellung der Erfindung
[0015] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen 9-12 % Cr-Stahl zu schaffen, welcher
sich gegenüber dem bekannten Stand der Technik durch eine erhöhte Kriechfestigkeit
bei Temperaturen von 550 °C und darüber auszeichnet und welcher eine verbesserte Beständigkeit
gegenüber Versprödung bei Langzeitalterung und eine vergleichsweise hohe Zähigkeit
aufweist, so dass er vor allem in Gasturbinen-, aber auch in Dampfturbinenkraftwerken
eingesetzt werden kann. Er soll vorzugsweise für Rotoren von Turbomaschinen Anwendung
finden, damit die Effizienz und der Ausstoss gegenüber dem bekannten Stand der Technik
erhöht werden können.
[0016] Kern der Erfindung ist ein Stahl mit folgender chemischer Zusammensetzung (Angaben
in Gew.- %): 0.08 bis 0.16 C, 9.0 bis 12.0 Cr, 0.1 bis 0.5 Mn, 2.3 bis 3 Ni, 1.5 bis
2.0 Mo, 0.1 bis 0.4 V, 0.01 bis 0.06 Nb, 0.02 bis 0.08 N, 0.001 bis 2 Ta, 0.001 bis
0.5 La, 0.0001 bis 1 Pd, 0.004 bis 0.012 B, maximal 0.005 P, maximal 0.005 S, maximal
0.05 Si, maximal 0.005 Sn, Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0017] Bevorzugte Bereiche für die einzelnen Legierungselemente der erfindungsgemässen Zusammensetzung
sind in den Unteransprüchen enthalten, wobei besonders bevorzugt der Stahl erfindungsgemäss
folgende chemische Zusammensetzung aufweist (Angaben in Gew.- %): 0.12 C, 11.5 Cr,
0.2 Mn, 2.5 Ni, 1.7 Mo, 0.25 V, 0.03 Nb, 0.04 N, 0.01 Ta, 0.05 La, 0.001 Pd, 0.007
B, 0.005 P, 0.005 S, 0.05 Si, 0.005 Sn, Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0018] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die erfindungsgemässe Legierung im
Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Legierungen ähnlicher Zusammensetzung,
allerdings ohne B-Zusatz bzw. ohne La-und Pd-Zusatz, bei gleicher Wärmebehandlung
verbesserte Kriecheigenschaften bei Temperaturen von 550 °C und darüber aufweist,
wobei auch gute Zähigkeitseigenschaften (Dehnung, Schlagarbeit) und eine verbesserte
Beständigkeit gegen Versprödung bei Langzeitalterung erzielt werden.
[0019] Es wird ein Anlassgefüge eingestellt, das sich durch eine zähe Grundmatrix und durch
die Anwesenheit warmfestigkeitsbringender Nitride, Boride und Karbide auszeichnet.
Die Zähigkeit der Grundmatrix wird durch die Anwesenheit von Substitionselementen,
vorzugsweise durch Nickel, eingestellt. Die Gehalte dieser Substitutionselemente sind
so bestimmt, dass sie eine optimale Entfaltung von sowohl der Martensithärtung wie
auch der Teilchenhärtung durch Ausscheidung von Sondernitriden, z. B. Vanadiumnitride
oder Niob-Nitride, zur Einstellung höchster Warmfestigkeiten ermöglichen.
[0020] Grundsätzlich senken beide Härtungsmechanismen die Duktilität. Charakteristischer
Weise wird dabei im Bereich der Sekundärhärtung ein Duktilitätsminimum beobachtet.
Dieses Duktilitätsminimum braucht nicht ausschliesslich durch den eigentlichen Ausscheidungshärtungsmechanismus
hervorgerufen zu sein. Ein gewisser Versprödungsbeitrag kann auch durch Segregation
von Verunreinigungen an die Korngrenzen oder möglicherweise auch durch Nahordnungseinstellungen
von gelösten Legierungsatomen geliefert werden.
[0021] Eine Erhöhung der Anlasstemperatur über den Sekundärhärtungsbereich führt zur vollständigen
Ausscheidung mit deutlichem Wachstum von Karbiden. Dadurch nimmt die Festigkeit ab
und die Duktilität zu. Wesentlich ist, dass durch die gleichzeitige Erholung der Versetzungssubstruktur
und der Teilchenvergröberung die Duktilität verstärkt zunimmt, so dass die Kombination
aus Festigkeit und Duktilität insgesamt verbessert wird. Diese Verbesserung ist der
Bildung einer teilchenstabilisierten Subkornstruktur zuzuschreiben. Dabei ist davon
auszugehen, dass sowohl die Duktilität als auch die Festigkeit teilchenstabilisierter
Subkornstrukturen durch Ungleichmässigkeiten in der Topologie der Teilchen-Subkornstruktur
verringert wird. Ausscheidungen auf Subkorngrenzen sind einer beschleunigten Vergröberung
unterworfen und neigen zur Koagulation mit benachbarten Ausscheidungen. Grobe und
koagulierte Phasen erzeugen bruchauslösende Spannungsspitzen, welche die Duktilität
senken. Vor allem aber wird durch die ungleichmässige Verteilung der Ausscheidungen
auch der bei hohen Temperaturen wirksamste Härtungsmechanismus, nämlich die Teilchenhärtung,
stark begrenzt.
[0022] Eine Massnahme zur Duktilitätssteigerung in konventionellen, martensitischhärtbaren
Stählen ist das Zu legieren von Nickel. Die Ursachen hierzu sind jedoch nicht in allen
Punkten bekannt und dürften stark vom Nickelgehalt abhängen. So können kleine Anteile
von Nickel schon sehr dutktilitätsfördernd sein, wenn dadurch etwa die Bildung von
Delta-Ferrit vollständig unterdrückt werden kann.
[0023] Bei Nickelgehalten über 2 Gew.- % wird hingegen erwartet, dass durch Nickel die Ac1-Temperatur
(das ist diejenige Temperatur, bei der sich während des Aufheizens Ferrit in Austenit
umzuwandeln beginnt) auf Temperaturen unter 700 °C gesenkt wird. Soll also die Festigkeit
durch ein Absenken der Anlasstemperatur unter 700 °C gesteigert werden, dann ist in
Anwesenheit erhöhter Nickelgehalte beim Anlassen mit einer partiellen Umwandlung von
Ferrit in Austenit zu rechnen. Dies ist mit einer gewissen duktilitätsfördernden Kornneubildung
verbunden. Hingegen ist jedoch zu beachten, dass die Karbidausscheidung oberhalb der
Ac1-Temperatur nur unvollständig abläuft, da die Löslichkeit des austenitstabilisierenden
Elements Kohlenstoff im Austenit grösser ist als im Ferrit. Der sich bildende Austenit
ist weiter nicht hinreichend stabilisiert, so dass ein grösserer Volumenanteil des
rückgebildeten Austenits einer weiteren martensitischen Umwandlung bei der Rückabkühlung
nach dem Anlassen unterworfen ist. Neben den beiden vorgenannten Wirkungsbeiträgen
von Nickel zur Duktilitätssteigerung kann ein gewisser Duktilitätsbeitrag von Nickel
in seiner Wirkung als Substitutionselement in fester Lösung kommen. Dies lässt sich
elektronentheoretisch so erklären, dass das Element Nickel zusätzliche, freie Elektronen
in das Eisengitter speist und dadurch die Eisenlegierungen noch "metallischer" macht.
[0024] Grundsätzlich weisen konventionelle, martensitisch-härtbare Stähle, welche mit Nickel
legiert sind, gegenüber nickelarmen Legierungen keine besonderen Warmfestigkeitsvorteile
auf. Dies trifft zumindest für Prüftemperaturen oberhalb 500 °C zu und könnte bei
erhöhten Nickelgehalten mit der oben erwähnten Reaustenitisierung beim Anlassen zusammenhängen.
Es ist ferner bekannt, dass das Zu legieren von Nickel in derartige Stähle die Gefügeinstabilität
unter langzeitigen Auslagerungsbedingungen bei erhöhten Temperaturen deutlich verschärft.
Diese langzeitige Gefügeinstabilität wird dabei mit einer beschleunigten Vergröberung
der Karbide in Beziehung gesetzt.
[0025] Mangan liegt auf der linken Seite neben dem Element Eisen im periodischen System
der Elemente. Es ist ein elektronenärmeres Element, womit seine Wirkung in fester
Lösung deutlich verschieden sein sollte von Nickel. Nichtsdestoweniger ist es ein
austenitstabilisierendes Element, welches die Ac1-Temperatur stark senkt, jedoch keine
besonders positive, sondern eine eher ungünstige Wirkung auf die Duktilität hinterlässt.
Auf der Seite der kohlenstoffhaltigen 12 % Chromstähle wird Mangan als ein Verunreinigungselement
verstanden, welches die Anlassversprödung wesentlich fördert. Daher wird der Gehalt
an Mangan gewöhnlich auf Kleinstmengen begrenzt.
[0026] Nachfolgend werden die bevorzugten Mengen in Gewichtsprozenten für jedes Element
und die Gründe für die gewählten erfindungsgemässen Legierungsbereiche in ihrem Zusammenhang
mit den hieraus resultierenden Möglichkeiten der Wärmebehandlungen aufgezeigt.
Chrom:
[0027] Ein Gewichtsanteil von 9-12 % Chrom ermöglicht eine gute Durchhärtbarkeit dickwandiger
Bauteile und stellt eine hinreichende Oxidationsbeständigkeit bis zu einer Temperatur
von 550 °C sicher. Ein Gewichtsanteil unter 9 % beeinträchtigt die Durchvergütbarkeit.
Gehalte oberhalb 12 % führen zur beschleunigten Bildung von hexagonalen Chromnitriden
während des Anlassvorgangs, welche neben Stickstoff auch Vanadium abbinden, und damit
die Wirksamkeit einer Aushärtung durch Vanadiumnitride verringern. Der optimale Chromgehalt
liegt bei 10.5 bis 11.5 %.
Mangan und Silizium:
[0028] Diese Elemente fördern die Anlassversprödung und müssen daher auf kleinste Gehalte
begrenzt werden. Der zu spezifierende Bereich sollte unter Berücksichtigung der metallurgischen
Möglichkeiten im Bereich zwischen 0.1 und 0.5 Gew. -%, vorzugsweise zwischen 0.1 und
0.25 %, insbesondere bei 0.2 % für Mangan und bei max. 0.05 % Gew.- % für Silizium
liegen.
Nickel:
[0029] Nickel wird als austenitstabilisierendes Element zur Unterdrückung von Delta-Ferrit
eingesetzt. Darüber hinaus soll es als ein gelöstes Element in der ferritischen Matrix
die Duktilität verbessern. Nickelgehalte von 2.3 bis etwa 3 Gew.- % sind sinnvoll.
Nickelgehalte oberhalb 4 Gew.- % verstärken die Austenitstabilität derart, dass nach
dem Lösungsglühen und Anlassen ein erhöhter Anteil von Restaustenit beziehungsweise
Anlassaustenit im vergüteten Martensit vorliegen kann. Vorzugsweise liegt der Nickelgehalt
bei 2.3 bis 2.8, insbesondere 2.5 Gew.- %.
Molybdän :
[0030] Molybdän verbessert die Kriechfestigkeit durch Mischkristallhärtung als partiell
gelöstes Element und durch Ausscheidungshärtung während einer Langzeitbeanspruchung.
Ein übermässig hoher Anteil dieses Elementes führt jedoch zu Versprödung während einer
Langzeitauslagerung, welche durch die Ausscheidung und Vergröberung von Laves-Phase
(W, Mo) und Sigma-Phase (Mo) gegeben ist. Der Bereich für Mo liegt bei 1.5 bis 2 Gew.-
%, vorzugsweise bei 1.6 bis 1.8 Gew.- %, insbesondere bei 1.7 Gew.- %.
Vanadium und Stickstoff:
[0031] Diese beiden Elemente zusammen kontrollieren massgeblich die Korngrössenausbildung
und die Ausscheidungshärtung. Ein leicht überstöchiometrisches V/N-Verhältnis erhöht
mitunter auch die Stabilität des Vanadiumnitrids gegenüber des Chromnitrids. Der konkrete
Gehalt an Stickstoff und Vanadiumnitriden richtet sich nach dem optimalen Volumenanteil
der Vanadiumnitride, welche während der Lösungsglühung als unlösliche Primärnitride
zurückbleiben sollen. Je grösser der Gesamtanteil von Vanadium und Stickstoff ist,
umso grösser ist derjenige Anteil der Vanadiumnitride, welcher nicht mehr in Lösung
geht und umso grösser ist die Kornfeinungswirkung. Der positive Einfluss der Kornfeinung
auf die Duktilität ist jedoch begrenzt, da mit zunehmendem Volumenanteil von Primärnitriden
die Primärnitride selbst die Duktilität begrenzen. Der bevorzugte Gehalt an Stickstoff
liegt im Bereich 0.02 bis 0.08 Gew.- %, vorzugsweise 0.025 bis 0.055 Gew.- %, besonders
bevorzugt bei 0.04 Gew.- % N, und derjenige von Vanadium liegt im Bereich zwischen
0.1 und 0.4 Gew.- %, vorzugsweise 0.2 bis 0.3 Gew.- %,und insbesondere bei 0.25 Gew.
- %.
Niob:
[0032] Niob ist ein starker Nitridbildner, welche die Kornfeinungswirkung unterstützen.
Um den Volumenanteil der Primärnitride klein zu halten, muss ihr Gesamtanteil auf
0.1 Gew.- % begrenzt werden. Niob löst sich in kleinen Mengen im Vanadiumnitrid und
kann damit die Stabilität des Vanadiumnitrids verbessern. Niob wird im Bereich zwischen
0.01 und 0.06 Gew.- %, vorzugsweise 0.02 bis 0.04 Gew.- %, und insbesondere mit 0.03
Gew. -% zulegiert.
Phosphor, Schwefel, Zinn:
[0033] Diese Elemente verstärken zusammen mit Silizium und Mangan die Anlassversprödung
bei Langzeitauslagerungen im Bereich zwischen 350 und 500°C. Diese Elemente sollten
daher auf maximal tolerierbare Anteile (0.005 Gew.- %) begrenzt werden.
Tantal:
[0034] Ta beeinflusst die Kriechfestigkeit positiv. Ein Zulegieren von 0.001 bis 2 Gew.-
% Ta bewirkt, dass aufgrund der grösseren Neigung von Tantal zur Karbidbildung als
Chrom einerseits die Ausscheidung von unerwünschten Chromkarbiden an den Korngrenzen,
andererseits auch die unerwünschte Verarmung des Mischkristalls an Chrom verringert
wird. Der bevorzugte Bereich für Ta liegt bei 0.005 bis 0.1 Gew.- %, insbesondere
sollte ein Ta-Gehalt von 0.01 Gew.- % eingestellt werden.
Kohlenstoff:
[0035] Kohlenstoff bildet beim Anlassen Chromkarbide, welche für eine verbesserte Kriechfestigkeit
förderlich sind. Bei zu hohen Kohlenstoffgehalten führt der hieraus resultierende
erhöhte Volumenanteil von Karbiden jedoch zu einer Duktilitätsminderung, welche insbesondere
durch die Karbidvergröberung während einer Langzeitauslagerung zum Tragen kommt. Der
Kohlenstoffgehalt sollte daher nach oben auf 0.16 Gew.- % begrenzt werden. Nachteilig
ist auch die Tatsache, dass Kohlenstoff die Aufhärtung beim Schweissen verstärkt.
Der bevorzugte Kohlenstoffgehalt liegt im Bereich zwischen 0.10 und 0.14 Gew.- %,
vorzugsweise bei 0.12 Gew.- %.
Bor:
[0036] Bor stabilisiert die M
23C
6-Ausscheidungen und verbessert somit die Kriechfestigkeit des Stahles, wobei aber
die Bildung von Bornitriden auf Kosten der Vandiumkarbonitride verhindert werden muss.
Ausserdem ist aber zu beachten, dass die Austenitisierungstemperatur erhöht werden
muss, um homogenes Bor in der Matrix zu erhalten, was aber wiederum zu einer Erhöhung
der Korngrösse und damit zu schlechteren Eigenschaften des Materials führt. Daher
soll der Bor-Gehalt auf 40 bis 120 ppm begrenzt werden. Vorzugsweise ist ein B-Gehalt
von 50 ppm bis 120 ppm, besonders bevorzugt von ca. 70 ppm, einzustellen.
Lanthan:
[0037] Lanthan bindet den Schwefel im Stahl durch die Bildung von Lanthansulfid La
2S
3. La
2S
3 ist wesentlich stabiler als MnS
2. Es hat einen Schmelzpunkt von > 2100 °C, während sich MnS
2 bei hohen Temperaturen unter Freisetzung von S zersetzt. Da aber aufgrund des Stahlherstellungsprozesses
gewisse Gehalte an S einerseits notwendig sind und andererseits als Verunreinigungen
auch nicht vermeidbar sind, und Schwefel die Versprödungsneigung des Materials nachteilig
erhöht, sind stabile Sulfidbildner im Stahl wie La wesentlich besser als Mn. Ausserdem
wird durch das Mikrolegieren mit La vorteilhaft die Korngrösse reduziert, was sich
auch vorteilhaft dabei auswirkt, wenn das Material zerstörungsfrei durch Ultraschallverfahren
geprüft wird. So wurde von der Anmelderin beispielsweise bei einem mit B dotierten
12% Cr-Stahl bei einer Austenitisierungstemperatur von 1100 °C eine Korngrösse ASTM
6 ermittelt, während bei einem mit B und La mikrolegierten 12 % Cr-Stahl die Korngrösse
bei der gleichen Austenitisierungstemperatur nur noch ASTM 7 betrug. Hinzu kommt,
dass wegen der sehr hohen Stabilität der Lanthansulfide und des positiven Effekts
auf die Behinderung von interdentrischen Schweissrissen die Schweissbarkeit der 12%
Cr-Stähle verbessert wird. Da Lanthan aber nachteilig auch Oxide bildet, sollte der
Gehalt an La bei 0.001 bis 0.5 Gew.- %, vorzugsweise bei 0.01 bis 0.1 Gew.- %, insbesondere
bei 0.05 Gew.- %, liegen.
Palladium:
[0038] Pd bildet mit dem Eisen des Stahles eine geordnete intermetallische Fe-Pd L1
0 - Phase, die α"-Phase. Diese stabile α"-Phase erhöht die Zeitstandfestigkeit bei
hohen Temperaturen durch Stabilisation der Korngrenzenausscheidungen, wie z.B. M
23C
6, und wirkt sich somit positiv auf die Kriecheigenschaften aus. Palladium hat allerdings
den Nachteil hoher Kosten. Der Pd-Gehalt des vorgeschlagenen Stahles sollte im Bereich
von 0.0001 bis 1, vorzugsweise von 0.0005 bis 0.01 Gew. -% liegen, wobei ein Gehalt
von 0.001 Gew. -% besonders geeignet ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0039] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine graphische Darstellung, bei welcher die Spannungen ausgewählter Legierungen (nach
dem Stand der Technik VL1 bzw. entsprechend der vorliegenden Erfindung L2) bei einer
Temperatur von 550 °C über der mittleren Zeit bis zum Bruch bzw. bis zur 1 % Dehnung
des Materials aufgetragen sind;
- Fig. 2
- eine graphische Darstellung analog zu Fig.1, aber bei einer Temperatur von 450 °C;
- Fig. 3
- eine graphische Darstellung, bei welcher die Bruchzähigkeit (linkes Teilbild) und
die Schlagenergie (rechtes Teilbild) für die beiden Legierungen VL1 und L2 bei Raumtemperatur
im wärmebehandelten Zustand (ohne Auslagerung) gegenübergestellt sind und
- Fig. 4
- eine graphische Darstellung analog zu Fig. 3, bei welcher aber die Proben nach der
Wärmebehandlung zusätzlich 3000 Stunden bei 480 °C ausgelagert wurden.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0040] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles und der Fig. 1
bis 4 näher erläutert.
[0041] Die untersuchte erfindungsgemässe Legierung L2 wies folgende chemische Zusammensetzung
(Angaben in Gew.- %) auf: 0.12 C, 11.5 Cr, 0.2 Mn, 2.5 Ni, 1.7 Mo, 0.25 V, 0.03 Nb,
0.04 N, 0.01 Ta, 0.05 La, 0.001 Pd, 0.0070 B, 0.05 Si, 0.005 P, 0.005 S, 0.005 Sn,
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0042] Als Vergleichslegierung VL1 wurde ein aus dem Stand der Technik bekannter kommerzieller
Stahl des Typs X12CrNiMoV11-2-2 verwendet mit folgender chemischer Zusammensetzung
(Angaben in Gew.- %): 0.10-0.14 C, 11.0-12.0 Cr, 0.25 Mn, 2.0-2.6 Ni, 1.3-1.8 Mo,
0.2-0.35 V, 0.02-0.05 N, 0.15 Si, 0.026 P und 0.015 S.
[0043] Beide Legierungen haben somit eine vergleichbare Zusammensetzung mit dem Unterschied,
dass die erfindungsgemässe Legierung L2 zusätzlich mit Nb, B, sowie La und Pd mikrolegiert
ist und Ta enthält.
[0044] Die erfindungsgemässe Legierung L2 und die Vergleichslegierung VL1 wurden den folgenden
Wärmebehandlungsprozessen unterzogen:
- 1. Normalisierung bei 1100 °C / 3h / Ventilatorluft-Abkühlung auf Raumtemperatur
- 2. Anlassbehandlung bei 640 °C / 5h / Luft-Abkühlung auf Raumtemperatur
[0045] Aus den derartig behandelten Werkstoffen wurden Proben zur Ermittlung der mechanischen
Eigenschaften hergestellt. Es wurden Langzeitauslagerung bei 450 °C, 480 °C bzw. 550
°C unter bestimmten mechanischen Belastungen durchgeführt, sowie die Schlagenergie
und die Bruchzähigkeit bei Raumtemperatur ermittelt. Die Ergebnisse sind in den Figuren
1 bis 4 dargestellt.
[0046] Fig. 1 zeigt für die beiden Legierungen VL1 und L2 die Eigenschaften beim Kriechen,
d.h. die Zeitstandsfestigkeit und die 1%-Dehngrenze bei 550 °C. In diesem Diagramm
sind somit in Abhängigkeit von der Spannung bei 550 °C die mittleren Zeiten bis zum
Bruch und bis zum Erreichen einer 1%igen Dehnung dargestellt.
[0047] Es zeigt sich, dass bei der genannten Temperatur die erfindungsgemässe Legierung
L2 vorteilhaft wesentlich längere Zeiten bei Einwirkung der gleichen Spannung bis
zum Erreichen einer 1 %igen Dehnung benötigt als die Vergleichslegierung VL1. Bei
der Zeit bis zum Bruch (Zeitstandfestigkeit) ist dieser Unterschied noch deutlicher
zu sehen, da die in Fig. 1 mit einem Pfeil versehenen Proben der Legierung L2 noch
gar nicht zu Bruch gegangen sind. Hier ist bei der erfindungsgemässen Legierung L2
eine deutliche Verschiebung zu längeren Zeiten hin zu erkennen, was von besonderem
Vorteil für den geplanten Einsatz als Gasturbinen- oder Dampfturbinenrotor ist.
[0048] In Fig. 2 sind die gleichen Abhängigkeiten dargestellt, allerdings für eine niedrigere
Temperatur (450 °C). Hier sind die Unterschiede zwischen dem Verhalten der Vergleichslegeierung
VL1 und der erfindungsgemässen Legierung L2 zwar auch erkennbar, aber im Vergleich
zu den in Fig. 1 dargestellten Ergebnissen sind diese nicht so gravierend.
[0049] In Fig. 3 sind die Bruchzähigkeiten und Schlagenergien bei Raumtemperatur für die
beiden untersuchten Legierungen im oben beschriebenen Wärmebehandlungszustand (ohne
Auslagerung) gegenübergestellt. Trotz der deutlich besseren Kriecheigenschaften bei
hohen Temperaturen (siehe Fig. 1 und 2) kommt es bei der erfindungsgemässen Legierung
kaum zu einer Verschlechterung der Zähigkeit.
[0050] Den Einfluss einer Langzeitauslagerung bei einer Temperatur von 480 °C zeigt Fig.
4. Dort sind die Bruchzähigkeiten und Schlagenergien bei Raumtemperatur für die beiden
untersuchten Legierungen L2 und VL1 nach einer Auslagerung von 3000 Stunden bei 480
°C dargestellt. Trotz der deutlich besseren Kriecheigenschaften bei hohen Temperaturen
(wesentlich bessere Festigkeitswerte) sind bei der erfindungsgemässen Legierung L2
im Vergleich zur VL1 die Zähigkeitseigenschaften nahezu unverändert gut.
[0051] Diese sehr gute Eigenschaftskombination (sehr hohe Kriechfestigkeit bei Temperaturen
von 450 °C und wesentlich darüber, gute Zähigkeitseigenschaften nach Langzeitauslagerung
bei hohen Temperaturen) wird im Vergleich zum Stand der Technik erreicht durch die
Kombination der Legierungselemente B, Ta, La und Pd in den angegebenen Bereichen.
[0052] Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die erfindungsgemässe Legierung einerseits
durch eine sehr gute Kriechfestigkeit bei Temperaturen von 450 °C, vorzugsweise 550
°C, und darüber auszeichnet und damit den konventionellen 12%Cr-Stählen überlegen
ist. Dies ist vorwiegend auf den Einfluss von Bor, Tantal und Palladium zurückzuführen,
welche im angegebenen Bereich zulegiert werden. Bor, Tantal und Palladium stabilisieren
die M
23C
6-Ausscheidungen, welche eine wesentliche verfestigende Rolle während des Kriechens
spielen, wobei Pd zusätzlich eine stabile intermetallische Phase mit dem Eisen bildet,
was auch zur Erhöhung der Kriechfestigkeit beiträgt. Zusätzlich wird die Versetzungsdichte
bis zum Bruch erhalten und somit Kriechfestigkeit des Stahles verbessert. Einen ähnlichen
Effekt auf die Erhöhung der Kriechfestigkeit haben Ta und Pd. Andererseits weist die
erfindungsgemässe Legierung eine verbesserte Beständigkeit gegenüber Versprödung bei
Langzeitalterung und eine vergleichsweise hohe Zähigkeit auf. Dies ist zurückzuführen
auf die Zugabe von Lanthan im angegebenen Bereich, weil dadurch die sowohl Korngrösse
reduziert wird als auch stabile Lanthansulfide La
2S
3 gebildet werden.
[0053] Die erfindungsgemässe Legierung ist somit besonders für Rotoren in Gas- und Dampfturbinen,
welche hohen Eintrittstemperaturen von über 550 °C ausgesetzt sind, vorteilhaft einsetzbar.
[0054] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt.
1. Kriechfester Stahl gekennzeichnet durch folgende chemische Zusammensetzung (Angaben in Gew.- %): 0.08 bis 0.16 C, 9.0 bis
12.0 Cr, 0.1 bis 0.5 Mn, 2.3 bis 3 Ni, 1.5 bis 2.0 Mo, 0.1 bis 0.4 V, 0.01 bis 0.06
Nb, 0.02 bis 0.08 N, 0.001 bis 2 Ta, 0.001 bis 0.5 La, 0.0001 bis 1 Pd, 0.004 bis
0.012 B, maximal 0.005 P, maximal 0.005 S, maximal 0.05 Si, maximal 0.005 Sn, Rest
Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
2. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 2.3 bis 2.8 % Ni.
3. Kriechfester Stahl nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch 2.5 % Ni.
4. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 10 bis 12 % Cr.
5. Kriechfester Stahl nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch 10.5 bis 11.5 % Cr.
6. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.10 bis 0.14 % C.
7. Kriechfester Stahl nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch 0.12 % C.
8. Kriechfester nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.10 bis 0.25 % Mn.
9. Kriechfester Stahl nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch 0.20 % Mn.
10. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 1.6 bis 1.8 % Mo.
11. Kriechfester Stahl nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch 1.7 % Mo.
12. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.2 bis 0.3 % V.
13. Kriechfester Stahl nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch 0.25 % V.
14. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.02 bis 0.04 % Nb.
15. Kriechfester Stahl nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch 0.03 % Nb.
16. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.025 bis 0.055 % N.
17. Kriechfester Stahl nach Anspruch 16, gekennzeichnet durch 0.04 % N.
18. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.005 bis 0.012 % B.
19. Kriechfester Stahl nach Anspruch 18, gekennzeichnet durch 0.007 % B.
20. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.005 bis 0.1 % Ta.
21. Kriechfester Stahl nach Anspruch 20, gekennzeichnet durch 0.01 % Ta.
22. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.01 bis 0.1 % La.
23. Kriechfester Stahl nach Anspruch 22, gekennzeichnet durch 0.05 % La.
24. Kriechfester Stahl nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.0001 bis 1 % Pd.
25. Kriechfester Stahl nach Anspruch 24, gekennzeichnet durch 0.0005 bis 0.01 % Pd.
26. Kriechfester Stahl nach Anspruch 25, gekennzeichnet durch 0.001 % Pd.
27. Kriechfester Stahl nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass er für Rotoren thermischer Turbomaschinen verwendet wird.
1. Creep-resistant steel, characterized by the following chemical composition (given in % by weight): 0.08 to 0.16 C, 9.0 to
12.0 Cr, 0.1 to 0.5 Mn, 2.3 to 3 Ni, 1.5 to 2.0 Mo, 0.1 to 0.4 V, 0.01 to 0.06 Nb,
0.02 to 0.08 N, 0.001 to 2 Ta, 0.001 to 0.5 La, 0.0001 to 1 Pd, 0.004 to 0.012 B,
maximum 0.005 P, maximum 0.005 S, maximum 0.05 Si, maximum 0.005 Sn, and the remainder
iron and unavoidable impurities.
2. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 2.3 to 2.8% Ni.
3. Creep-resistant steel according to claim 2, characterized by 2.5% Ni.
4. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 10 to 12% Cr.
5. Creep-resistant steel according to claim 4, characterized by 10.5 to 11.5% Cr.
6. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.10 to 0.14% C.
7. Creep-resistant steel according to claim 6, characterized by 0.12% C.
8. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.10 to 0.25% Mn.
9. Creep-resistant steel according to claim 8, characterized by 0.20% Mn.
10. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 1.6 to 1.8% Mo.
11. Creep-resistant steel according to claim 10, characterized by 1.7% Mo.
12. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.2 to 0.3% V.
13. Creep-resistant steel according to claim 12, characterized by 0.25% V.
14. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.02 to 0.04% Nb.
15. Creep-resistant steel according to claim 14, characterized by 0.03% Nb.
16. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.025 to 0.055% N.
17. Creep-resistant steel according to claim 16, characterized by 0.04% N.
18. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.005 to 0.012% B.
19. Creep-resistant steel according to claim 18, characterized by 0.007% B.
20. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.005 to 0.1% Ta.
21. Creep-resistant steel according to claim 20, characterized by 0.01% Ta.
22. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.01 to 0.1% La.
23. Creep-resistant steel according to claim 22, characterized by 0.05% La.
24. Creep-resistant steel according to claim 1, characterized by 0.0001 to 1% Pd.
25. Creep-resistant steel according to claim 24, characterized by 0.0005 to 0.01% Pd.
26. Creep-resistant steel according to claim 25, characterized by 0.001% Pd.
27. Creep-resistant steel according to any of claims 1 to 26, characterized in that it is used for rotors of thermal turbomachines.
1. Acier résistant au fluage, caractérisé par la composition chimique suivante (indications en % en poids) : 0,08 à 0,16 C, 9,0
à 12,0 Cr, 0,1 à 0,5 Mn, 2,3 à 3 Ni, 1,5 à 2,0 Mo, 0,1 à 0,4 V, 0,01 à 0,06 Nb, 0,02
à 0,08 N, 0,001 à 2 Ta, 0,001 à 0,5 La, 0,0001 à 1 Pd, 0,004 à 0,012 B, maximum 0,005
P, maximum 0,005 S, maximum 0,05 Si, maximum 0,005 Sn, le reste étant constitué de
fer et des impuretés inévitables.
2. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 2,3 à 2,8 % Ni.
3. Acier résistant au fluage selon la revendication 2, caractérisé par 2,5 % Ni.
4. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 10 à 12 % Cr.
5. Acier résistant au fluage selon la revendication 4, caractérisé par 10,5 à 11,5 % Cr.
6. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,10 à 0,14 % C.
7. Acier résistant au fluage selon la revendication 6, caractérisé par 0,12 % C.
8. Résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,10 à 0,25 % Mn.
9. Acier résistant au fluage selon la revendication 8, caractérisé par 0,20 % Mn.
10. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 1,6 à 1,8 % Mo.
11. Acier résistant au fluage selon la revendication 10, caractérisé par 1,7 % Mo.
12. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,2 à 0,3 % V.
13. Acier résistant au fluage selon la revendication 12, caractérisé par 0,25 % V.
14. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,02 à 0,04 % Nb.
15. Acier résistant au fluage selon la revendication 14, caractérisé par 0,03 % Nb.
16. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,025 à 0,055 % N.
17. Acier résistant au fluage selon la revendication 16, caractérisé par 0,04 % N.
18. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,005 à 0,012 % B.
19. Acier résistant au fluage selon la revendication 18, caractérisé par 0,007 % B.
20. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,005 à 0,1 % Ta.
21. Acier résistant au fluage selon la revendication 20, caractérisé par 0,01 % Ta.
22. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,01 à 0,1 % La.
23. Acier résistant au fluage selon la revendication 22, caractérisé par 0,05 % La.
24. Acier résistant au fluage selon la revendication 1, caractérisé par 0,0001 à 1 % Pd.
25. Acier résistant au fluage selon la revendication 24, caractérisé par 0,0005 à 0,01 % Pd.
26. Acier résistant au fluage selon la revendication 25, caractérisé par 0,001 % Pd.
27. Acier résistant au fluage selon l'une des revendications 1 à 26, caractérisé en ce qu'il est utilisé pour des rotors de turbomachines thermiques.