[0001] Vorrichtung zum Bearbeiten einer Materialbahn zwischen zwei gegenläufig antreibbaren
Arbeitswalzen
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten einer Materialbahn
zwischen zwei gegenläufig antreibbaren Arbeitswalzen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0003] Beim Bearbeiten, insbesondere beim Bedrucken oder beim rotativen Stanzen, von Materialbahnen
muss der Abstand zwischen Arbeitswalzen, sogenannten Amboss-, Platten- oder Magnetzylindern,
sehr genau eingehalten werden. Zudem darf sich der Abstand auch unter Last nicht verändern.
Darüber hinaus müssen die Zylinder beim Bahneinziehen auf einfache Weise reproduzierbar
ein- bzw. abgestellt werden können.
[0004] Diese Forderungen werden durch bekannte Vorrichtungen mit auf den Arbeitswalzen angeordneten
Schmitzringen gemäß
EP 0 295 449 A2 oder
EP 0 899 068 A2 erfüllt. Solche Vorrichtungen haben bereits den Vorteil, dass der Achsabstand zwischen
den Arbeitswalzen variiert werden kann, um zum Beispiel Änderungen in Folge Erwärmung,
Verschleiß oder Variationen der Papierdicke auszugleichen. Eine Einstellung des Winkels
zwischen den Achsen der Arbeitswalzen ist bisher nur sehr aufwändig durch exzentrische
Lagerung der Schmitzringe auf einer Arbeitswalze gelöst.
[0005] Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs
erwähnten Art derart zu verbessern, dass der Winkel zwischen den Achsen der Arbeitswalzen
möglichst einfach variierbar ist. Grundsätzlich ist eine Verstellung des Winkels während
des Stillstands der Vorrichtung zu ermöglichen. Ferner besteht eine weitergehende
Aufgabe darin, eine einseitige Verstellung des Winkels während des Betriebes der Vorrichtung
zu ermöglichen.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1.
[0007] Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist in an sich bekannter Weise ein Maschinengestell,
zwei Arbeitswalzen und vier Schmitzringe auf. Die Arbeitswalzen sind im Maschinengestell
gelagert. Zwischen den Achsen der Arbeitswalzen besteht ein Achsabstand und folglich
ein Abstand der zylindrisch auf den Arbeitswalzen vorhandenen Arbeitsflächen zueinander,
sodass die Materialbahn zwischen den Arbeitsflächen bearbeitet werden kann. Die Arbeitswalzen
weisen innerhalb des Maschinengestells, benachbart zu den Arbeitsflächen an beiden
Enden der Arbeitswalzen Lagerabschnitte auf. Somit sind vier Lagerabschnitte ausgebildet,
auf denen je einen Schmitzring angeordnet ist. Die Schmitzringe wälzen sich mit konischen
Laufflächen paarweise aufeinander ab.
[0009] Gemäß der Erfindung ist wenigstens einer der Schmitzringe axial verschiebbar auf
wenigstens einem der Lagerabschnitte gelagert.
[0010] Dies ermöglicht auf besonders einfache Art und Weise eine einseitige Veränderung
des Achsabstands der Arbeitswalzen zueinander und somit eine Verstellung des Winkels
der Achsen der Arbeitswalzen zueinander. Hierfür reicht die axial verschiebbare Aufnahme
nur eines der Schmitzringe aus.
[0011] Die einseitige Verstellung des Achsabstandes der Arbeitswalzen ermöglicht eine flexiblere
Arbeitsweise im Vergleich zu einer zwangsweise beidseitigen Veränderung des Achsabstandes
durch seitliches Verschieben einer Arbeitswalze in axialer Richtung während die andere
Arbeitswalze axial fest stehen bleibt.
[0012] Es kann daher auch das Vorsehen axial verschiebbarer Schmitzringe auf beiden Seiten
sinnvoll sein, sodass die Arbeitswalzen nicht mehr axial zueinander verschoben werden
müssen, um eine parallele Achsabstandsveränderung herbeizuführen.
[0013] Dabei ist es außerdem von Vorteil, dass der einseitig axial verstellbare Schmitzring
koaxial zur Arbeitswalze angeordnet bleibt und nicht, wie in bekannten Vorrichtungen
realisiert, exzentrisch auf der Arbeitswalze zu lagern ist. Die Schmitzringe rotieren
erfindungsgemäß gemeinsam mit dem Arbeitszylinder. Somit sind aufwändige Lagerungen
vermieden.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführung weist die Vorrichtung eine Stelleinrichtung zum
Verschieben des Schmitzrings auf, mittels derer der Schmitzring in axialer Richtung
in eine axiale Position in Bezug zu der Arbeitswalze verschoben und in der axialen
Position fixiert werden kann.
[0015] Eine solche Stelleinrichtung ermöglicht eine reproduzierbare Verstellung der axialen
Position des Schmitzrings, ohne dass der Schmitzring in einem separaten, aufwändigen
Verfahrensschritt gelöst und neu an der Arbeitswalze befestigt werden muss.
[0016] Eine vorteilhafte Ausführung sieht dabei vor, dass die Stelleinrichtung einen Aktuator
aufweist, der in axialer Richtung mindestens mittelbar an dem Schmitzring festgelegt
ist.
[0017] Besonders vorteilhaft weist die Stelleinrichtung dabei einen zentral in der Arbeitswalze
angeordneten, axial in der Arbeitswalze verschiebbaren Bolzen und ein Verbindungselement
zwischen dem Bolzen und dem Schmitzring auf. Das Verbindungselement fixiert den Schmitzring
axial bezüglich des Bolzens, insbesondere durchdringt das Verbindungselement den Bolzen
radial und ragt in den Schmitzring hinein. Das Verbindungselement verbindet den Bolzen
und den Schmitzring drehfest mit der Arbeitswalze. Der Aktuator ist mittels des Bolzens
und des Verbindungselements in axialer Richtung an dem Schmitzring festgelegt.
[0018] Die Verstellung der axialen Position des Schmitzrings geschieht demnach kostengünstig
und einfach durch einen beliebigen Aktuator, der über den einfach herzustellenden
Bolzen und das sehr einfach diesbezüglich anzuordnende Verbindungselement auf den
Schmitzring einwirkt.
[0019] Vorgenannte Ausführungen sind für beliebige Betriebszustände der Vorrichtung relevant.
Es sind sowohl eine Verstellung im Stillstand wie auch eine Verstellung während des
Betriebs der Vorrichtung, also bei Rotation der Arbeitswalzen, berücksichtigt.
[0020] Eine vorteilhafte Ausführung der Stelleinrichtung zur Verstellung der axialen Position
des Schmitzrings im Stillstand der Vorrichtung weist einen als Stellschraube ausgeführten
Aktuator auf. Die Stellschraube ist axial in der Arbeitswalze gelagert. Axial innen
ist die Stellschraube mit einem Außengewinde ausgeführt, das in ein korrespondierendes
Innengewinde des Bolzens eingreift. Die Stellschraube kann beispielsweise mit einem
Werkzeug betätigt werden.
[0021] Der in Form der Stellschraube besonders einfach ausgeführte Aktuator bewirkt durch
die sichere Übertragung einer Rotationsbewegung der Stellschraube in eine translatorische
Bewegung des Bolzens über den beschriebenen Gewindeeingriff eine axiale Verschiebung
des Schmitzrings, wobei die Verschiebung von außen steuerbar ist. Der Schmitzring
kann drehfest unmittelbar auf der Arbeitswalze gelagert bleiben, so dass lediglich
eine Verschiebbarkeit in axialer Richtung gewährleistet werden muss. Solche Lagerungen
für Schmitzringe sind besonderes kostengünstig zu fertigen.
[0022] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Stelleinrichtung zur Verstellung des Schmitzrings
im Stillstand der Verarbeitungsmaschine ist in der Stellschraube an einem axial äußeren
Ende ein Innensechskant ausgebildet. Die Kanten des Innensechskants verlaufen in axialer
Richtung. Die Stellschraube ist somit beispielsweise mit einem einen Außensechskant
aufweisenden Werkzeug zu betätigen.
[0023] Eine solche Ausführung der Stellschraube ermöglicht eine verschleißarme Bedienung
mittels eines einfachen Werkzeugs.
[0024] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Stelleinrichtung zur Verstellung beim
Stillstand der Vorrichtung mit einer Stellschraube ausgeführt, die einen umlaufenden
Kragen aufweist. Der Kragen ist mittels mindestens eines ringförmigen Elements, insbesondere
mittels zweier beidseitig zum Kragen benachbarter Sicherungsringe, axial in der Arbeitswalze
gelagert.
[0025] Eine Lagerung der Stellschraube in der Arbeitswalze durch Aufnahme des Kragens zwischen
axialen Abstützungen ist konstruktiv besonders einfach ausgeführt.
[0026] Die axiale Position der Stellschraube ist somit auf einfache Art und Weise in der
Arbeitswalze festgelegt, während sich bei Drehung der Stellschraube der in der Arbeitswalze
axial verschiebbar geführte Bolzen nach axial außen oder innen bewegt. Generell dreht
sich eine solche Stellschraube während des Betriebs der Vorrichtung mit der Arbeitswalze
mit, sodass die Lagerung hierbei nicht beansprucht ist.
[0027] Die Lagerung mittels ringförmiger Elemente, insbesondere Sicherungsringe, ist einfach
zu lösen, wenn die Stellschraube beispielsweise zu Wartungszwecken entnommen werden
muss.
[0028] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Einrichtung zum Verstellen der axialen Position
des Schmitzrings während des Betriebs der Vorrichtung umfasst einen Flansch und eine
darin geführte Stellspindel als Aktuator.
[0029] Der Flansch ist koaxial zur Arbeitswalze axial außen am Maschinengestell angeordnet,
insbesondere angeschraubt und zentral von einem Innengewinde durchsetzt. Die Stellspindel
ist axial innen in axialer Richtung in dem Bolzen festgelegt. In einem axial mittleren
Abschnitt ist die Stellspindel mit einem Außengewinde ausgeführt, das mit dem Innengewinde
des Flanschs korrespondiert. An einem axial äußeren Ende der Stellspindel ist ein
Stellelement angeordnet, mittels dessen die Stellspindel verdreht werden kann. Das
Stellelement ist vorzugsweise als Handrad ausgeführt. Das Handrad ist nur ein Bespiel
für gleichwertige Stellelemente, die ein manuelles Verstellen ermöglichen. Selbstverständlich
sind auch hydraulische, elektrische oder pneumatische Ausführungsformen als Stellelement
einsetzbar. Solche alternativen Stellelemente ermöglichen ein Verstellen per Ferneinwirkung.
[0030] Auch dieser einfach gestaltete Aktuator wirkt über den einfachen Aufbau mit Bolzen
und Verbindungselement auf den Schmitzring ein. Der vorgesehene Flansch ist ohne weiteres
am vorhandenen Maschinengestell anzubringen, so dass die Konstruktion des Maschinengestells
nicht verändert werden muss.
[0031] Eine vorteilhafte Ausführung der Vorrichtung sieht vor, dass die Stellspindel axial
außerhalb des Flansches von einer Sperrmutter umgeben ist. Die Sperrmutter weist in
radialer Richtung mindestens eine Bohrung auf, in das ein Klemmelement eingesetzt
ist. Das Klemmelement wirkt auf die Stellspindel ein.
[0032] Somit ist die axiale Position der Sperrmutter auf der Stellspindel festgelegt. Die
Stellspindel kann gegen den Widerstand der Sperrmutter nicht axial in die Vorrichtung
hinein verdreht werden, wenn die Sperrmutter am Maschinengestell anliegt. Solche Verriegelungen
mittels Sperrmutter ermöglichen ohne weiteres eine Sicherung der axialen Position
des Bolzens in der Arbeitswalze, wobei verhindert ist, dass es zu einem versehentlichen
Verstellen durch eine unabsichtliche Drehung des Stellelements kommt.
[0033] In einer vorteilhaften Ausführung der Vorrichtung weist die Stellspindel an einem
axial inneren Ende einen umlaufenden Kragen auf. Der Kragen ist mittels mindestens
eines ringförmigen Elements, insbesondere mittels eines Sicherungsrings, axial in
dem Bolzen gelagert.
[0034] Da sich der Bolzen gemeinsam mit der Arbeitswalze während des Betriebs dreht und
eine Verbindung zwischen dem Bolzen und der koaxial angeordneten stillstehenden Stellspindel
besteht, muss eine entsprechende Lagerung der Stellspindel in dem Bolzen vorgesehen
sein, die eine axiale Aufnahme der Stellspindel ermöglicht. Für eine solche Lagerung
bieten sich übliche Wälzlager an, die beidseitig des besonders einfach ausführbaren
Kragens angeordnet sind. Ein inneres Wälzlager ist somit im Bolzen abzustützen, während
ein äußeres Wälzlager besonders kostengünstig durch ein ringförmiges Element, insbesondere
einen Sicherungsring, abzustützen ist.
[0035] Vorteilhafterweise eignen sich solche Vorrichtungen zum Einsatz in Druckmaschinen.
[0036] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert,
die in Zeichnungen dargestellt sind. Es zeigen:
- Figur 1a
- einen Axialschnitt durch ein Ende einer Arbeitswalze mit einer Stellein- richtung
zur axialen Verstellung eines Schmitzrings im Stillstand der Vorrichtung, wobei der
Schmitzring in eine axial innere Position ver- schoben ist,
- Figur
- 1 b einen Axialschnitt durch den in Figur 1 a dargestellten Ausschnitt der Vorrichtung
nach Drehung um 90°,
- Figur 1c
- eine Draufsicht auf die Arbeitswalze gemäß den Figuren 1a und 1b,
- Figur 2a
- einen Axialschnitt durch den in Figur 1a dargestellten Ausschnitt der Vorrichtung,
wobei der Schmitzring in eine axial äußere Position ver- schoben ist,
- Figur 2b
- einen Axialschnitt durch den in Figur 2a dargestellten Ausschnitt der Vorrichtung
nach Drehung um 90°,
- Figur 2c
- eine Draufsicht auf die Arbeitswalze gemäß den Figuren 2a und 2b,
- Figur 3a
- einen Axialschnitt durch einen Ausschnitt eines in einem Maschinen- gestell gelagerten
Endes einer Arbeitswalze mit einer Stelleinrichtung zur axialen Verstellung des Schmitzrings
während des Betriebs der
- Figur 3b
- Vorrichtung, wobei der Schmitzring in eine axial innere Position ver- schoben ist,
einen Axialschnitt durch den in Figur 3a dargestellten Ausschnitt der Vorrichtung
nach Drehung um 90°,
- Figur 4a
- einen Axialschnitt durch den in Figur 3a dargestellten Ausschnitt der Vorrichtung,
wobei der Schmitzring in eine axial äußere Position ver- schoben ist,
- Figur 4b
- einen Axialschnitt durch den in Figur 4a dargestellten Ausschnitt der Vorrichtung
nach Drehung um 90°, und
- Figur 5
- eine Frontansicht auf die Vorrichtung.
[0037] Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Zur besseren Übersicht
sind nicht alle Bezugszeichen in allen Figuren angegeben.
[0038] In den Figuren 1a bis 2c ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Stelleinrichtung 1 in einer Vorrichtung zum Bearbeiten einer Materialbahn zwischen
zwei gegenläufig antreibbaren Arbeitswalzen 2, 3 dargestellt. Die Stelleinrichtung
1 ist für die Verstellung des Winkels zwischen den Achsen der Arbeitswalzen 2, 3 während
des Stillstands der Arbeitswalzen 2, 3 vorgesehen. In den Figuren 1a, 1b, 2a, 2b ist
hierbei nur auszugsweise ein Ende einer der Arbeitswalzen 2 gezeigt, an dem die axiale
Position eines Schmitzrings 4 mittels der Stelleinrichtung 1 verstellbar ist. Der
Schmitzring 4 weist radial außen eine konische Lauffläche L auf. Die Ausbildung der
konischen Lauffläche L berücksichtigt die Ausbildung eines entsprechend auf der gegenläufigen
Arbeitswalze 3 angeordneten Schmitzrings 5. Obwohl die Vorrichtung gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel nicht in einer entsprechenden Übersicht dargestellt ist, verdeutlicht
die Figur 5 dennoch die Anordnung der Schmitzringe 4, 4a, 5, 5a auf Lagerabschnitten
9, 9a der Arbeitswalzen 2, 3.
[0039] Die Stelleinrichtung 1 umfasst einen Bolzen 6, der axial verschiebbar in einer axialen
Ausnehmung 7 der Arbeitswalze 2 geführt ist. Der Bolzen 6 ist senkrecht, folglich
in radialer Richtung R, von einem Verbindungselement 8 durchsetzt. Das Verbindungselement
8 durchsetzt ebenfalls in radialer Richtung R einen Lagerabschnitt 9 der Arbeitswalze
2, wobei eine zylindrische Oberfläche des Lagerabschnitts 9 zur axial verschiebbaren
Aufnahme des Schmitzrings 4 ausgeführt ist. Zur Aufnahme des Verbindungselements 8
ist radial in der Arbeitswalze 2 in einem inneren Bereich des Lagerabschnitts 9 eine
Durchgangsöffnung 10 ausgeführt. Die Durchgangsöffnung 10 ist so dimensioniert, dass
das Verbindungselement 8, in axialer Richtung A in der Arbeitswalze 2 mit Spiel beweglich
ist. Das Verbindungselement 8 greift mit seinen Enden in den Schmitzring 4 ein.
[0040] Sämtliche Komponenten von dem Bolzen 6 bis zu dem Schmitzring 4 sind somit drehfest
in bzw. auf der Arbeitswalze 2 aufgenommen.
[0041] Die axiale Verstellbewegung des Bolzens 6 in der Arbeitswalze 2 wird durch einen
als Stellschraube ausgebildeten Aktuator 11 bewirkt. Dazu weist der Bolzen 6 axial
außen, koaxial zu der Arbeitswalze 2 ein Sackloch 12 auf, in dem ein Innengewinde
13 ausgeführt ist. Die Stellschraube ist axial innen mit einem entsprechenden Aussengewinde
14 ausgeführt, das mit dem Innengewinde 13 des Bolzens 6 korrespondiert.
[0042] Die Stellschraube ist mit als Sicherungsringen ausgebildeten ringförmigen Elementen
15 beidseitig axial in der Arbeitswalze 2 abgestützt. Dazu weist die Stellschraube
einen umlaufenden Kragen 16 auf, der seinerseits eine als Gleitlager ausgebildete
Lagerstelle 17 mit der axialen Ausnehmung 7 der Arbeitswalze 2 besitzt.
[0043] Axial außen ist in der Stellschraube ein Innensechskant 18 ausgeführt, sodass die
Stellschraube mittels eines Standardwerkzeugs betätigt werden kann. Durch entsprechendes
Drehen der Stellschraube wird der Schmitzring 4 während des Stillstandes der Vorrichtung
gegenüber der Arbeitswalze 2 nach axial innen bzw. außen bewegt.
[0044] In den Figuren 1a bis 1c ist der Schmitzring 4 in einer axial inneren Position dargestellt,
in der er gegen die Arbeitswalze 2 abgestützt ist. Durch eine Drehung der Stellschraube
wird der Schmitzring 4 nach axial außen gezogen, sodass, wie in den Figuren 2a und
2b dargestellt, radial außen zwischen der Arbeitswalze 2 und dem Schmitzring 4 ein
Spalt S entsteht. Die Lauffläche L ist konisch ausgeführt, sodass sich bei axialer
Verschiebung des Schmitzrings 4 die beiden gegeneinander abrollenden Arbeitswalzen
2, 3 auf der Seite der Stelleinrichtung 1 näher kommen oder voneinander entfernen,
d. h. der Achsabstand der Arbeitswalzen 2, 3 wird demnach während des Stillstands
der Arbeitswalzen 2, 3 einseitig verändert.
[0045] In den Figuren 3a bis 5 ist ein zweites Ausführungsbeispiel einer Stelleinrichtung
1a dargestellt, wobei die Arbeitswalze 2 mittels Wälzlagern 19 in einem Maschinengestell
20 aufgenommen ist. Analog zum ersten Ausführungsbeispiel der Stelleinrichtung 1 ist
auch hier die axiale Verstellung des Schmitzrings 4 über einen Bolzen 21 vorgesehen,
der über ein Verbindungseiement 22 mit dem Schmitzring 4 in Verbindung steht. Allerdings
eignet sich die Stelleinrichtung 1a zur Verstellung des Winkels zwischen den Achsen
der Arbeitswalzen 2, 3 während des Betriebs der Vorrichtung.
[0046] Der Bolzen 21 wird von einem als Stellspindel ausgebildeten Aktuator 23 in seiner
axialen Position verstellt bzw. verschoben. Die Stellspindel ist mit einem inneren
Ende 24 axial im Bolzen 21 gelagert und mit einem Kragen 25 ausgeführt, der vom axial
inneren Ende 24 der Stellspindel radial nach außen absteht. Der Kragen 25 ist beidseitig
gegen Wälzlager 26, 27 abgestützt und in radialer Richtung R beabstandet von dem Bolzen
21 umgeben. Das axial innere Wälzlager 26 ist gegen den Bolzen 21 abgestützt. Das
axial äußere Wälzlager 27 ist mittels eines ringförmigen Elements 28 gegenüber dem
Bolzen 21 fixiert. Somit ist der Bolzen 21 koaxial um die Stellspindel drehbar, jedoch
axial durch die Stellspindel festgelegt.
[0047] Die Stellspindel weist in einem axial mittleren Bereich ein Außengewinde 29 und an
einem axial äußeren Ende 30 ein Stellelement 31 auf. Das Stellelement 31 ist insbesondere
als Handrad ausgeführt. Ebenso eignen sich Ausführungen des Stellelements 31 zur elektrischen,
pneumatischen oder hydraulischen Verstellung des Aktuators 23 per Ferneinwirkung.
[0048] Koaxial zur Stellspindel ist axial außen am Maschinengestell 20 ein Flansch 32 angeordnet,
der eine zentrale Bohrung 33 mit einem Innengewinde 34 aufweist. Die Stellspindel
korrespondiert mit ihrem Außengewinde 29 mit dem Innengewinde 34 des Flansches 32.
[0049] Eine Drehung der Stellspindel bewirkt deren Verlagerung in axialer Richtung A. Da
der Bolzen 21 axial bezüglich der Stellspindel fixiert ist, bewirkt eine Drehung der
Stellspindel demnach auch ein Verschieben des Bolzens 21 in axialer Richtung A.
[0050] Axial außerhalb des Flansches 32 umgibt eine Sperrmutter 35 die Stellspindel. Die
Sperrmutter 35 weist schräg nach radial außen ausgeführte Öffnungen 36 auf, in die
ein Klemmelement 37 eingesetzt werden kann. Wenn das Klemmelement 37 bis auf das Außengewinde
29 der Stellspindel in die Sperrmutter 35 hineingeschraubt ist und am Maschinengestell
20 anliegt, ist damit verhindert, dass die Stellspindel weiter als gewünscht nach
radial innen gedreht werden kann. Dies könnte bei versehentlicher Betätigung des Stellelements
31 der Fall sein. Die Sperrmutter 35 kann außerdem dazu benutzt werden, eine besonders
geeignete Position der Stellspindel beizubehalten bzw. zu markieren.
[0051] In den Figuren 3a und 3b ist der Schmitzring 4 in einer axial inneren Position an
der Arbeitswalze 2 anliegend dargestellt. Durch Verdrehen der Stellspindel kann der
Schmitzring 4 nach axial außen in eine von der Arbeitswalze 2 um einen Spalt S' beabstandete
Position gemäß den Figuren 4a und 4b verschoben werden. Dies ist besonders vorteilhaft
während des Betriebs der Vorrichtung, also während einer Rotation der Arbeitswalze
2, möglich. Gemeinsam mit der Arbeitswalze 2 rotieren der Schmitzring 4, das Verbindungselement
22 und der Bolzen 21. Demgegenüber stehen, abgekoppelt durch die Wälzlager 19, 26,
27, das Maschinengestell 20, der Flansch 32 und die Stellspindel still.
1. Vorrichtung zum Bearbeiten einer Materialbahn zwischen zwei gegenläufig antreibbaren
Arbeitswalzen (2, 3), insbesondere zum Stanzen oder Bedrucken, mit
- einem Maschinengestell (20),
- zwei Arbeitswalzen (2,3), wobei die Arbeitswalzen (2, 3) im Maschinengestell (20)
gelagert sind, zwischen den Arbeitswalzen (2, 3) ein Achsabstand besteht und die Arbeitswalzen
(2, 3) jeweils axial innerhalb des Maschinengestells (20) an beiden Enden ausgebildete
Lagerabschnitte (9, 9a) aufweisen, und
- vier Schmitzringen (4, 4a, 5, 5a), wobei je ein Schmitzring (4, 4a, 5, 5a) auf jedem
Lagerabschnitt (9, 9a) angeordnet ist und die Schmitzringe (4, 4a, 5, 5a) paarweise
aufeinander abwälzende, konische Laufflächen (L) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Schmitzringe (4, 4a, 5, 5a) auf wenigstens einem der Lagerabschnitte
(9, 9a) axial verschiebbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Stelleinrichtung (1, 1 a) zum Verschieben des Schmitzrings (4,
4a, 5, 5a) aufweist, mittels derer der Schmitzring (4, 4a, 5, 5a) gegenüber der Arbeitswalze
(2, 3) in einer axialen Richtung (A) in eine axiale Position verschoben und in dieser
Position fixiert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (1, 1a) einen Aktuator (11, 23) aufweist, der in axialer Richtung
(A) mindestens mittelbar an dem Schmitzring (4, 4a, 5, 5a) festgelegt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (1, 1a) einen axial in der Arbeitswalze (2, 3) verschiebbaren
Bolzen (6, 21) und ein Verbindungselement (8) zwischen dem Bolzen (6) und dem Schmitzring
(4) aufweist, wobei das Verbindungselement (8) den Schmitzring (4) axial bezüglich
dem Bolzen (6) fixiert, insbesondere das Verbindungselement (8) den Bolzen (6) radial
durchdringt und in den Schmitzring (4) hineinragt, und der Aktuator (11, 23) mittels
des Bolzens (6, 21) und des Verbindungselements (8) in axialer Richtung (A) an dem
Schmitzring (4, 4a, 5, 5a) festgelegt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (11) als eine Stellschraube ausgeführt ist, die axial in der Arbeitswalze
(2) gelagert ist und die mit einem Außengewinde (14) in ein korrespondierendes Innengwinde
(13) des Bolzens (6) eingreift.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Aktuator (11) an einem axial äußeren Ende ein Innensechskant (18) ausgebildet
ist, dessen Kanten in axialer Richtung (A) verlaufen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (11) einen umlaufenden Kragen (16) aufweist, der mittels mindestens
eines ringförmigen Elements (15), insbesondere mittels zweier beidseitig zum Kragen
(16) benachbarter Sicherungsringe, axial in der Arbeitswalze (2) gelagert ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (1a) einen Flansch (32) aufweist, der koaxial zur Arbeitswalze
(2) axial außen am Maschinengestell (20) angeordnet ist und den zentral ein Innengewinde
(34) durchsetzt, und der Aktuator (23) als eine Stellspindel ausgeführt ist, die mit
einem inneren Ende (24) axial in dem Bolzen (21) gelagert ist, die in einem axial
mittleren Abschnitt mit einem Außengewinde (29) in das korrespondierendes Innengewinde
(34) eingreift und die an einem äußeren Ende (30) ein Stellelement (31) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (23) axial außerhalb des Flansches (32) von einer Sperrmutter (35) umgeben
ist, wobei die Sperrmutter (35) in etwa radialer Richtung (R) mindestens eine Öffnung
(36) aufweist, in die ein Klemmelement (37) eingesetzt ist, wobei das Klemmelement
(37) auf den Aktuator (23) einwirkt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (23) an dem axial inneren Ende (24) einen umlaufenden Kragen (25) aufweist,
der mittels mindestens eines ringförmigen Elements (28), insbesondere mittels eines
Sicherungsrings, axial in dem Bolzen (21) gelagert ist.
11. Druckmaschine mit einer Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche.