[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 zum Verschließen einer Klappe an einem Kraftfahrzeug wie einer Tür, einer Heckklappe
oder dergleichen. Der Schließzylinder weist einen Zylinderkern auf, der in einem Zylindergehäuse
drehbar aufgenommen ist. Im Zylinderkern ist mindestens ein Sperrorgan vorgesehen,
das in einer Sperrposition eine Drehung des Zylinderkerns im Zylindergehäuse verhindert
und in einer Freigabeposition eine Drehung im Schließzylinder freigibt. Durch den
Zylinderkern erstreckt sich ein Schlüsselkanal, in dem ein Schlüssel einführbar ist
und mit dem das Sperrorgan zwischen der Sperrposition und der Freigabeposition bewegbar
ist.
[0002] Derartige Schließzylinder finden für die Türen, die Heckklappe oder weiteren Klappen,
wie dem Handschuhfach oder dergleichen, in einem Kraftfahrzeug Anwendung. Die gewöhnliche
Bedienung eines derartigen Schließzylinders erfolgt mit einem passenden Schlüssel,
wobei bei modernen Schließsystemen von Kraftfahrzeugen, die zentral verriegelnde,
elektrische Schließsysteme betreffen, auch heute noch konventionelle Schließzylinder
vorgesehen sind, um eine Notöffnung wenigstens einer Klappe des Kraftfahrzeugs zu
ermöglichen.
[0003] Im Zylinderkern sind mehrere Sperrorgane aufgenommen, die im Fachsprachgebrauch häufig
als Zuhaltungen oder Plattenzuhaltungen bezeichnet werden. Diese Sperrorgane sind
in Sperrorganaufnahmen im Zylinderkern aufgenommen und durch eine Druckfeder in einer
quer zum Schlüsselkanal verlaufenden Richtung beweglich vorgespannt. Ist der Schlüssel
nicht in den Schlüsselkanal eingeführt, besitzen die Sperrorgane eine Sperrposition,
in der ein zungenartiger Fortsatz der Sperrorgane in eine jeweilige Nut im Zylindergehäuse
hineinragt. Dadurch ist eine Drehbewegung des Zylinderkerns innerhalb des Zylindergehäuses
verhindert und die Schließfunktionsteile der Klappe des Kraftfahrzeugs können über
einen Mitnehmer, der sich beispielsweise an den Schließzylinder rückseitig anschließt,
nicht betätigt werden. Erst bei Einführen des passenden Schlüssels mit einem Schlüsselbart
in den Schlüsselkanal wird durch eine Wirkverbindung zwischen dem Schlüsselbart und
den Sperrorganen eine jeweilige Freigabeposition der Sperrorgane erreicht, die eine
Rotation des Zylinderkerns innerhalb des Zylindergehäuses ermöglichen.
[0004] Die Sicherheit gegen ein unbefugtes Öffnen der Klappe des Kraftfahrzeugs ist insofern
begrenzt, als dass durch das Eindringen eines Fremdkörpers in den Zylinderkern unter
Anwendung von Gewalt ein Verdrehen des Zylinderkerns im Zylindergehäuse möglich ist.
Wird der Schlüsselkanal z. B. mittels eines Bohrwerkzeugs aufgebohrt, können die Sperrorgane
auch ohne einen zugeordneten Schlüssel in die Freigabeposition überführt werden, so
dass sich der Zylinderkern im Zylindergehäuse drehen lässt. Um das Eindringen des
Fremdkörpers in den Schließzylinder zu verhindern, sind zwar Verstärkungen im Außenbereich
der Klappe des Kraftfahrzeugs bekannt, jedoch bieten diese Verstärkungen keinen wirksamen,
nachhaltigen Schutz gegen ein unbefugtes Öffnen der Klappe des Kraftfahrzeugs.
[0005] Aus der
DE 41 22 414 C1 ist ein gattungsbildender Schließzylinder zum Verschließen einer Klappe an einem
Kraftfahrzeug bekannt. Der Zylinderkern ist im Zylindergehäuse angeordnet, wobei der
Zylinderkern bei abgezogenem Schlüssel über federbelastete Sperrorgane mit dem Zylindergehäuse
verriegelbar ist, wobei das Zylindergehäuse wiederum in einer weiteren Aufnahme drehbar
gelagert und im Überlastfall durch eine sich selbsttätig parallel zur Drehachse des
Zylinderkerns ausrückenden Überlastsperre in Form eines Rastgesperres drehfixiert
ist. Dabei ist ein axialfest im Zylindergehäuse gelagertes Drehglied vorgesehen, das
auf die Schließfunktionsteile der Klappe des Kraftfahrzeugs einwirkt und mit einer
Kupplung zwischen dem Drehglied und dem Schließzylinder, die sich im Überlastfall
mit der Ausrückbewegung der Überlastsperre auskuppelt, vorgesehen ist. Dadurch wird
erreicht, dass trotz des Eindringens eines Fremdkörpers in den Schließzylinder eine
Betätigung des Mitnehmers nicht möglich ist.
[0006] Jedoch ist ein derartiger Schließzylinder aus einer Vielzahl von Einzelteilen ausgebildet
und aufwendig ausgestaltet und die separate Aufnahme für das Zylindergehäuse erfordert
weiteren Bauraum, der nicht grundsätzlich zur Verfügung steht. Ferner kann ein gewaltsam
in den Schließzylinder eingebrachter Gegenstand als Hebel verwendet werden, so dass
diese Hebelwirkung durch die hier dargestellte Lösung nicht verhindert werden kann,
und der Schließzylinder kann aus seiner Aufnahme durch die Hebelwirkung heraus gebrochen
werden.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schließzylinder zu schaffen,
der die Sicherheit gegen ein unbefugtes Öffnen einer Klappe eines Kraftfahrzeugs,
insbesondere durch einen Aufbohrversuch, weiter erhöht.
[0008] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Schließzylinder zum Verschließen einer Klappe
an einem Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 in Verbindung mit den
kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass wenigstens ein Sicherheitselement
aus einem Material hoher Härte im Bereich des Schlüsselkanals derart angeordnet ist,
dass durch das Sicherheitselement ein Eindringen eines Fremdkörpers in den Schließzylinder
erschwert ist. Der Bereich des Schlüsselkanals betrifft vorliegend sowohl den Schlüsselkanal
selbst als auch den umgebenden Bereich um den Schlüsselkanal herum.
[0010] Um einen Schließzylinder unbefugt zu betätigen, wird als Fremdkörper häufig ein Bohrwerkzeug
verwendet. Ist ein Sicherheitselement aus einem Material hoher Härte im Bereich des
Schlüsselkanals und/oder um den Schlüsselkanal herum angeordnet, stößt das Bohrwerkzeug
beim Eindringen in den Schließzylinder auf das Sicherheitselement. Dadurch ist das
weitere Eindringen des Fremdkörpers in den Schließzylinder erschwert oder sogar verhindert.
Folglich können die Sperrorgane, die sich hinter dem Sicherheitselement innerhalb
des Zylinderkerns befinden, durch das Bohrwerkzeug nicht beschädigt werden. Im Ergebnis
wird ein Überführen der genannten Sperrorgane von der Sperrposition in die Freigabeposition
durch das Bohrwerkzeug und gegebenenfalls einer anschließenden Manipulation nicht
ermöglicht.
[0011] Ist der Fremdkörper als Hebelelement ausgeführt, um den Zylinderkern innerhalb des
Zylindergehäuses aus diesem heraus zu hebeln, kann das Hebelelement nicht hinreichend
tief in den Schlüsselkanal eingebracht werden, so dass auch eine derartige Manipulation
durch eine Hebeleinwirkung durch das erfindungsgemäße Sicherheitselement unterbunden
ist. Durch das erschwerte Eindringen des Fremdkörpers in den Schließzylinder verlängern
sich die Aufbruchzeiten des Schließsystems zum unbefugten Öffnen der Klappe des Kraftfahrzeugs
derart, dass das zugeordnete Kraftfahrzeug mit dem erfindungsgemäßen Schließzylinder
für einen Diebstahl unattraktiv wird.
[0012] Zur Aufnahme des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes besitzt der Zylinderkern
wenigstens eine Aufnahmetasche, in die das Sicherheitselement bei Montage des Schließzylinders
eingesetzt werden kann. Dabei kann nur eine oder sogar mehrere Aufnahmetaschen für
je ein Sicherheitselement innerhalb des Zylinderkerns vorgesehen sein, wobei bei Anwendung
mehrerer Sicherheitselemente die Sicherheit des Schließzylinders weiter erhöht wird.
Der Zylinderkern erstreckt sich entlang des Schlüsselkanals und besitzt eine Mantelfläche,
so dass die Aufnahmetaschen eine im Wesentlichen U-förmige Gestalt besitzen, dessen
Öffnung in Richtung zur Mantelfläche des Zylinderkerns weist. Über diese Öffnung in
der Mantelfläche kann das Sicherheitselement in die Aufnahmetasche eingesetzt werden.
[0013] Ferner ist vorgesehen, dass die Sperrorgane in Sperrorganaufnahmen aufgenommen sind,
die ebenfalls taschenartig ausgeformt sind. Die zumindest eine Aufnahmetasche innerhalb
des Zylinderkerns kann dabei insbesondere parallel zwischen zumindest zwei Sperrorganaufnahmen
im Zylinderkern eingebracht sein. Sind mehrere Aufnahmetaschen zur Anordnung mehrerer
Sicherheitselemente innerhalb des Zylinderkerns vorgesehen, können die Aufnahmetaschen
beispielsweise abwechselnd mit den Sperrorganaufnahmen entlang des Schlüsselkanals
angeordnet sein.
[0014] Der Schließzylinder besitzt einen Kopfbereich, über den der Schlüssel in den Schlüsselkanal
einführbar ist, so dass der Kopfbereich im eingebauten Zustand des Schließzylinders
zur Außenseite der Klappe des Kraftfahrzeugs weist. Die wenigstens eine Aufnahmetasche
zur Aufnahme des Sicherheitselementes kann dabei im Kopfbereich oder im Abschnitt
zwischen dem Kopfbereich und den Sperrorganaufnahmen angeordnet werden. Je näher das
Sicherheitselement in Richtung zum Kopfbereich des Schließzylinders angeordnet ist,
desto geringer ist die Tiefe, in die der Fremdkörper in den Zylinderkern gewaltsam
eingebracht werden kann, so dass sich dadurch die Sicherheit gegen ein unbefugtes
Öffnen der Klappe des Kraftfahrzeugs weiter erhöht. Der Grund für die erhöhte Sicherheit
liegt darin, dass die sich hinter dem Sicherheitselement befindlichen Sperrorgane
nicht durch den eindringenden Fremdkörper beschädigt werden können, da das Sicherheitselement
eine Art Sicherheitsschild bildet und somit ein weiteres Eindringen verhindert. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn ein erstes Sicherheitselement im Kopfbereich des Schließzylinders
eingebracht ist, wobei ein oder mehrere weitere Sicherheitselemente zwischen den jeweiligen
Sperrorganaufnahmen vorgesehen sind.
[0015] Nach einer weiteren Verbesserung des erfindungsgemäßen Schließzylinders ist das Sicherheitselement
in Gestalt einer Scheibe ausgeführt. Damit entspricht die Außenkontur des Sicherheitselementes
der Außenkontur des Zylinderkerns. Der Durchmesser der Scheibe kann entsprechend geringer
ausgeführt sein, als der Durchmesser des Zylinderkerns. Folglich kann der Durchmesser
der Aufnahmetasche dem Durchmesser der Scheibe entsprechen. Die Scheibe kann dabei
eine Dicke von 0,5 mm bis 5 mm, bevorzugt von 1 mm bis 3,5 mm und besonders bevorzugt
von 2 mm besitzen. Um eine hohe Härte der Scheibe zu erreichen, kann diese aus einem
Hartmetall, einem legierten Werkzeugstahl, einem sonstigen hoch legierten Stahl oder
sogar aus einer Keramik ausgebildet sein.
[0016] Um die Drehposition der Scheibe innerhalb der Aufnahmetasche zu sichern, kann eine
Sperrnase vorgesehen sein, die in den Aufnahmebereich der Aufnahmetasche hineinragt,
wobei die Scheibe z. B. eine komplementär ausgeführte Sperrnut besitzt, in die die
Sperrnase bei eingesetzter Scheibe in der Aufnahmetasche eingreift. Damit wird eine
Sollbruchstelle geschaffen, die nach einem Bruch ein Verdrehen der Scheibe in der
Aufnahmetasche ermöglicht.
[0017] Die Scheibe besitzt eine Öffnung, die derart bestimmt ist, dass der Schlüssel durch
das Sicherheitselement hindurch führbar ist. Die Sperrorgane besitzen ebenfalls eine
Öffnung, so dass sich die Öffnungen in den Sicherheitselementen und die Öffnungen
in den Sperrorganen entlang des Schlüsselkanals hinweg erstrecken und der Schlüssel
in den Schlüsselkanal eingeführt werden kann. Die Öffnungen in den Sicherheitselementen
sind an den Querschnitt des Schlüsselkanals angepasst und nicht viel größer als dieser
ausgeführt.
[0018] Folglich besitzen die Öffnungen in den Sicherheitselementen eine längliche Erstreckung,
die in der Position festgelegt ist, so dass der Schlüsselkanal nicht durch die Scheiben
unterbrochen ist. Im Ergebnis kann die Erstreckung der Öffnung innerhalb des Sicherheitselementes
durch den Eingriff der Sperrnase in die Sperrnut innerhalb der Aufnahmetasche sichergestellt
werden. Die Außenkontur der Scheibe ist vorzugsweise rund ausgeführt, wobei ebenfalls
eine eckige, insbesondere einen Vielkant aufweisende Kontur möglich ist.
[0019] Es ist von besonderem Vorteil, wenn die Festigkeit der Sperrnase derart bestimmt
ist, dass diese bei Aufbringen eines vorbestimmten Drehmomentes z. B. durch einen
Bohrer auf das Sicherheitselement abschert. Wird als Fremdkörper ein Bohrwerkzeug
verwendet und gerät das Bohrwerkzeug in Kontakt mit dem Sicherheitselement und insbesondere
in Eingriff mit der Öffnung innerhalb des Sicherheitselementes, so kann das Sicherheitselement
mit der Drehbewegung des Bohrwerkzeugs mitdrehen. Ein weiteres Eindringen des Bohrwerkzeugs
ist damit effektiv verhindert, da der Bohrvorgang durch das Sicherheitselement hindurch
nicht fortgesetzt werden kann. Alternativ kann die Sperrnut innerhalb des Sicherheitselementes
derart ausgeführt sein, dass das Mitdrehen des Sicherheitselementes beim Angriff durch
ein Bohrwerkzeug ebenfalls sichergestellt ist.
[0020] Um die Sicherheit gegen das Eindringen eines Fremdkörpers in den Schlüsselkanal im
Zylinderkern weiter zu erhöhen, können auch die Sperrorgane aus einem Hartmetall,
einem legierten Werkzeugstahl, einem sonstigen hoch legierten Stahl oder aus einer
Keramik ausgebildet sein. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Zylinderkern
mehrere Aufnahmetaschen aufweist, in die jeweils ein oder mehrere Sicherheitselemente
in beliebiger Anzahl und in beliebiger Position einsetzbar sind. Dadurch wird erreicht,
dass ein Schließzylinder, der einem bestimmten Kraftfahrzeugtyp zugeordnet ist, ein
unterschiedliches Sicherheitsverhalten gegen das Eindringen eines Fremdkörpers in
den Schließzylinder aufweist. Eine unbefugte Person kann folglich keinen standardisierten
Vorgang zum gewaltsamen Öffnen des Schließzylinders, beispielsweise durch ein Aufbohren
des Schlüsselkanals durch ein Bohrwerkzeug, anwenden und ausführen.
[0021] Das Hindernis gegen das Eindringen eines Bohrwerkzeugs in den Schlüsselkanal erfolgt
durch das Sicherheitselement an unterschiedlichen Positionen, wobei durch die zusätzliche
Ausführung der Sperrorgane aus einem Material hoher Härte die Veränderung verschiedener
Eindringtiefen eines Bohrwerkzeugs in den Schließzylinder weiter erhöht wird, und
sich folglich mehrere Aufbruchzeiten durch mehrere Sicherheitselemente zu verschieden
langen Gesamtaufbruchzeiten addieren. Die Anwendung eines standardisierten Aufbruchverfahrens
zum gewaltsamen Öffnen des Schließzylinders ist somit wirksam verhindert.
[0022] Um das Sicherheitselement innerhalb der Aufnahmetasche verliersicher anzuordnen,
ist ein Verschlusselement vorgesehen. Dieses verschließt die Aufnahmetasche in Richtung
zur Öffnung, das heißt in Richtung zur Mantelfläche des Zylinderkerns. Das Verschlusselement
kann in der Öffnung der Aufnahmetasche in seiner Verschlussposition neben einer losen
Anordnung formschlüssig eingefasst, verkörnt, verklebt, verlötet oder verschweißt
werden.
[0023] Weiterführend kann vorgesehen sein, dass das Verschlusselement eine weitere Sperrnase
aufweist, die zum Eingriff in eine weitere Sperrnut im Sicherheitselement ausgebildet
ist. Damit wird eine zusätzliche Drehsicherung des Verschlusselementes in der Aufnahmetasche
geschaffen, die auch alternativ zur Sperrnase ausgeführt sein kann, die innerhalb
der Aufnahmetasche eingebracht ist und in den Aufnahmebereich hineinragt. Das Verschlusselement
kann in der Öffnung der Aufnahmetasche derart eingesetzt sein, dass dieses bei Aufbringen
eines Drehmomentes auf das Verschlusselement zumindest ein Stück weit aus der Öffnung
der Aufnahmetasche herausgedrückt wird, indem die Sperrnut auf der Sperrnase abgleitet.
[0024] Damit weicht das Verschlusselement ein Stück aus seiner Verschlussposition heraus
und das scheibenförmige Sicherheitselement kann - beispielsweise durch Mitnahme mittels
eines Bohrwerkzeugs - in Drehbewegung versetzt werden.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Anordnung des Sicherheitselementes innerhalb
des Schließzylinders kann dieses sogar als Bestandteil eines Sperrorgans ausgebildet
sein. Dabei kann das Sicherheitselement als scheibenförmiges Mittelelement im Sperrorgan
angeordnet werden, so dass bei Aufbringen eines bestimmten Drehmomentes auf das Sicherheitselement
eine Drehbewegung des scheibenförmigen Sicherheitselementes im mittigen Bereich des
Sperrorgans erzeugt wird. Damit können die Sperrorgane zweiteilig ausgeführt sein
und einen Schutz gegen ein Aufbohren der Sperrorgane besitzen, indem diese das scheibenförmige
Sicherheitselement mittig aufnehmen und welches mit einem Bohrwerkzeug mitdreht. Die
mittige Aufnahme eines Sicherheitselementes im Sperrorgan kann zusätzlich zur Aufnahme
eines Sicherheitselementes in einer Aufnahmetasche innerhalb des Schließzylinders
vorgesehen sein.
[0026] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren
näher dargestellt.
[0027] Es zeigt:
- Figur 1
- einen Querschnitt eines Ausführungsbeispiels eines Schließzylinders mit einem Zylinderkern,
der in einem Zylindergehäuse drehbar aufgenommen ist,
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht eines Zylinderkerns mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitselement,
- Figur 3
- eine weitere perspektivische Ansicht des geschnitten dargestellten Zylinderkerns mit
dem Sicherheitselement,
- Figur 4
- eine weitere perspektivische Darstellung des Zylinderkerns mit einem Sicherheitselement
gemäß Figur 3, wobei das Sicherheitselement innerhalb einer Aufnahmetasche eingebracht
ist,
- Figur 5a
- eine perspektivische Gesamtansicht eines Zylinderkerns mit einem Sicherheitselement
und
- Figur 5b
- eine weitere perspektivische Ansicht eines geschnitten dargestellten Zylinderkerns
mit einem Sicherheitselement.
[0028] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Schließzylinders 1 mit einem Zylinderkern
2, der drehbar in einem Zylindergehäuse 3 aufgenommen ist. Der Zylinderkern 2 erstreckt
sich entlang eines Schlüsselkanals 5, in dem ein Schlüssel 6 eingeführt ist. Der Schlüsselkanal
5 bildet zudem die Rotationsachse des Zylinderkerns 2 im Zylindergehäuse 3.
[0029] In der Schnittebene befindet sich ein Sperrorgan 4, das regelmäßig als Zuhaltung
oder Plattenzuhaltung bezeichnet wird. Im Zylinderkern 2 sind mehrere Sperrorgane
4 in Richtung des Schlüsselkanals 5 hintereinander angeordnet, von denen eines geschnitten
dargestellt ist. Die Sperrorgane 4 können durch Einführen des Schlüssels 6 in den
Schlüsselkanal 5 orthogonal zur Drehachse des Zylinderkerns 2 in einer Seitenrichtung
bewegt werden, die in der vorliegenden Darstellung der Vertikalen entspricht. Wird
der passende Schlüssel 6 aus dem Schlüsselkanal 5 entnommen, bewirkt eine Druckfeder
17, dass sich das Sperrorgan 4 in die Nut 18 bewegt, die unterhalb des Sperrorgans
4 innerhalb des Zylindergehäuses 3 eingebracht ist. Gegenüberliegend ist auf der oberen
Seite eine weitere Nut 18 gezeigt, in die sich der zungenartige Fortsatz am Sperrorgan
4 hinein bewegt, wenn der Schlüssel 6 in den Schlüsselkanal 5 eingeführt wird. Korrespondiert
der Schlüsselbart mit der geometrischen Ausgestaltung der Öffnung innerhalb des Sperrorgans
4, so ragt der zungenartige Fortsatz oberhalb und unterhalb der Öffnung im Sperrorgan
4 weder in die obere Nut 18 noch in die untere Nut 18. In dieser - in der Figur gezeigten
- Position lässt sich folglich der Zylinderkern 2 innerhalb des Zylindergehäuses 3
drehen, da der ursprüngliche Formschluss zwischen dem Zylinderkern 2 und den Nuten
18 aufgehoben ist.
[0030] Damit das Sperrorgan 4 in der Vertikalen bewegt werden kann, ist das Sperrorgan 4
in einer Sperrorganaufnahme 9 im Zylinderkern 2 aufgenommen. Die Sperraufnahme 9 geht
rechtsseitig in ein Federloch 16 über, in dem die Druckfeder 17 zur Vorspannung des
Sperrorgans 4 eingesetzt ist.
[0031] Figur 2 zeigt einen Zylinderkern 2 gemäß einem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel.
Der Zylinderkern 2 besitzt mehrere Sperrorganaufnahmen 9, an die sich jeweilige Federlöcher
16 anschließen. Zwischen zwei Sperrorganaufnahmen 9 ist eine Aufnahmetasche 8 in den
Zylinderkern 2 eingebracht, in die das erfindungsgemäße Sicherheitselement 7 in Gestalt
einer kreisförmigen Scheibe 7 eingesetzt werden kann. Die Position des Sicherheitselementes
7 entlang des Schlüsselkanals 5, der gleichzeitig die Richtung der Längserstreckung
des Zylinderkerns 2 darstellt, ist durch die Position der Aufnahmetasche 8 vorgegeben,
die sich zwischen zwei Sperrorganaufnahmen 9 befindet.
[0032] Vorderseitig besitzt der Zylinderkern 2 einen Kopfbereich 10, in den das Sicherheitselement
7 ebenfalls eingesetzt werden kann. Rückseitig schließt sich bei diesem Ausführungsbeispiel
an den Zylinderkern 2 ein Mitnehmer 19 an, der mit den weiteren Schließfunktionsteilen
des Zylinderkerns zur Öffnung der Klappe eines Kraftfahrzeugs mechanisch zusammenwirkt.
Diese Wirkverbindung wird durch eine Drehbewegung des Mitnehmers 19 erreicht, die
durch einen Schlüssel eingeleitet werden kann, der in den Schlüsselkanal 5 eingeführt
wird.
[0033] Die Figuren 3 und 4 zeigen weitere perspektivische Ansichten eines Zylinderkerns
2 gemäß der vorliegenden Erfindung. In Figur 3 ist das Sicherheitselement 7 in einer
Explosionsdarstellung in Gestalt einer Scheibe schwebend vor dem Zylinderkern 2 gezeigt,
wobei das Sicherheitselement 7 in Figur 4 im eingesetzten Zustand innerhalb des Zylinderkerns
2 gezeigt ist. Um das Sicherheitselement 7 in der Aufnahmetasche 8 im Zylinderkern
2 zu sichern, ist ein Verschlusselement 14 vorgesehen. Dieses ist sichelförmig oder
halbmondförmig ausgeführt und verschließt die Öffnung der Aufnahmetasche 8, die in
Richtung zur Mantelfläche des Zylinderkerns 2 weist. Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
befindet sich die Aufnahmetasche 8 wiederum zwischen mehreren Sperrorganaufnahmen
9, die sich in Richtung zum Mitnehmer 19 hinter der Position der Aufnahmetasche 8
im Zylinderkern 2 befinden.
[0034] Im Sicherheitselement 7 ist eine Öffnung 13 eingebracht, die gerade so groß ist,
um den Schlüsselkanal 5 nicht durch das Sicherheitselement 7 zu unterbrechen, so dass
ein Schlüssel 6 in den Schlüsselkanal 5 ungehindert eingefügt werden kann. Die Öffnung
13 besitzt eine an den beispielhaften Schlüssel 6 angepasste rechteckförmige, längliche
Erstreckung, deren Position vorgegeben sein muss, um das Einführen des Schlüssels
6 ungehindert sicher zu stellen. Zur Festlegung der Drehposition des Sicherheitselementes
7 ist sowohl innerhalb der Aufnahmetasche 8 eine Sperrnase 11 als auch im Verschlusselement
14 eine Sperrnase 15 vorgesehen. Die Sperrnasen 11 und 15 greifen in eine jeweilige
Sperrnut 12 innerhalb des Sicherheitselementes 7 ein, so dass die Drehposition festgelegt
ist. In der Schnittansicht gemäß Figur 4 ist die Position sowohl der Sperrnase 11
als auch der Sperrnase 15 dargestellt, durch die die Drehposition des scheibenförmigen
Sicherheitselementes 7 festgelegt ist.
[0035] Wird auf das Sicherheitselement 7 beispielsweise durch ein Bohrwerkzeug ein Drehmoment
aufgebracht, so dient die Verdrehsperrung zwischen der Sperrnut 12 und der Sperrnase
11 als Sollbruchstelle, und das Sicherheitselement 7 kann in der Aufnahmetasche mit
einem Bohrer mitdrehen, wodurch eine Fortsetzung eines Bohrvorganges in den Schlüsselkanal
5 verhindert ist.
[0036] In den Figuren 5a und 5b sind weitere perspektivische Ansichten des erfindungsgemäßen
Zylinderkerns 2 gezeigt. Figur 5a zeigt den Zylinderkern 2 mit dem Mitnehmer 19 sowie
dem Kopfbereich 10, wobei Figur 5b einen geschnittenen Zylinderkern 2 darstellt, wobei
die Schnittebene im Bereich der Aufnahmetasche 8 liegt. Gemäß der Darstellung ist
erkennbar, dass die Sperrorganaufnahmen 9 jeweils 180° zueinander versetzte Richtungen
aufweisen, die jeweils abwechselnd zueinander im Zylinderkern 2 eingebracht sind.
Die Aufnahmetasche 8 zur Aufnahme des Sicherheitselementes 7 befindet sich in einer
Position nach zwei Sperrorganaufnahmen 9, die sich an den Kopfbereich 10 des Zylinderkerns
2 anschließen. Hinter der Aufnahmetasche 8 zur Aufnahme des Sicherheitselementes 7
schließen sich vier Sperrorganaufnahmen 9 in einer ersten Richtung und drei Sperrorganaufnahmen
9 in einer zweiten Richtung an, die jeweils 90° zueinander versetzt quer durch den
Zylinderkern 2 hindurch laufen.
[0037] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Zeichnungen
hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiven Einzelheiten,
räumliche Anordnungen und Verfahrensschritte, können sowohl für sich als auch in den
verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Schließzylinder
- 2
- Zylinderkern
- 3
- Zylindergehäuse
- 4
- Sperrorgan
- 5
- Schlüsselkanal
- 6
- Schlüssel
- 7
- Sicherheitselement, Scheibe
- 8
- Aufnahmetasche
- 9
- Sperrorganaufnahme
- 10
- Kopfbereich
- 11
- Sperrnase
- 12
- Sperrnut
- 13
- Öffnung
- 14
- Verschlusselement
- 15
- Sperrnase
- 16
- Federloch
- 17
- Druckfeder
- 18
- Nut
- 19
- Mitnehmer
1. Schließzylinder (1) zum Verschließen einer Klappe an einem Kraftfahrzeug wie einer
Tür, einer Heckklappe oder dergleichen, mit einem Zylinderkern (2), der in einem Zylindergehäuse
(3) drehbar aufgenommen ist, wobei im Zylinderkern (2) mindestens ein Sperrorgan (4)
vorgesehen ist, das in einer Sperrposition eine Drehung des Zylinderkerns (2) im Zylindergehäuse
(3) verhindert und in einer Freigabeposition eine Drehung im Zylindergehäuse (3) freigibt,
und wobei sich durch den Zylinderkern (2) ein Schlüsselkanal (5) hindurch erstreckt,
in den ein Schlüssel (6) einführbar ist und mit dem das Sperrorgan (4) zwischen der
Sperrposition und der Freigabeposition bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Sicherheitselement (7) aus einem Material hoher Härte im Bereich des
Schlüsselkanals (11) derart angeordnet ist, dass durch das Sicherheitselement (7)
ein Eindringen eines Fremdkörpers in den Zylinderkern (2) erschwert ist.
2. Schließzylinder (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderkern (2) wenigstens eine Aufnahmetasche (8) aufweist, in die das Sicherheitselement
(7) einsetzbar ist.
3. Schließzylinder (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrorgane (4) in Sperrorganaufnahmen (9) aufgenommen sind, wobei die wenigstens
eine Aufnahmetasche (8) zur Aufnahme des Sicherheitselementes (7) zwischen zumindest
zwei Sperrorganaufnahmen (9) im Zylinderkern (2) angeordnet ist.
4. Schließzylinder (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderkern (2) einen Kopfbereich (10) aufweist, über den der Schlüssel (6)
in den Schlüsselkanal (5) einführbar ist, wobei die wenigstens eine Aufnahmetasche
(8) zur Aufnahme des Sicherheitselementes (7) im Kopfbereich (10) oder im Abschnitt
zwischen dem Kopfbereich (10) und den Sperrorganaufnahmen (9) angeordnet ist.
5. Schließzylinder (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherheitselement (7) in Gestalt einer Scheibe (7) ausgeführt ist und aus einem
Hartmetall, einem legierten Werkzeugstahl, einem sonstigen hochlegierten Stahl oder
aus einer Keramik ausgebildet ist.
6. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Sperrnase (11) vorgesehen ist, die in den Aufnahmebereich der Aufnahmetasche
(8) hineinragt und in eine Sperrnut (12) eingreift, die im Sicherheitselement (7)
eingebracht ist, so dass die Drehposition des Sicherheitselementes (7) innerhalb der
Aufnahmetasche (8) vorbestimmt ist.
7. Schließzylinder (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Festigkeit der Sperrnase (11) derart bestimmt ist, dass diese bei Aufbringen
eines bestimmten Drehmomentes auf das Sicherheitselement (7) abschert.
8. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderkern (2) mehrere Aufnahmetaschen (8) aufweist, in die ein oder mehrere
Sicherheitselemente (7) in beliebiger Anzahl und in beliebiger Position einsetzbar
sind.
9. Schließzylinder (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eines der Sperrorgane (4) aus einem Hartmetall, einem legierten Werkzeugstahl,
einem sonstigen hochlegierten Stahl oder aus einer Keramik ausgebildet ist.
10. Schließzylinder (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherheitselement (7) eine Öffnung (13) aufweist, die derart bestimmt ist, dass
der Schlüssel (6) durch das Sicherheitselement (7) hindurch führbar ist.
11. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Verschlusselement (14) vorgesehen ist, das in eine Öffnungsseite der Aufnahmetasche
(8) einsetzbar ist, so dass das Sicherheitselement (7) durch das Verschlusselement
(14) in der Aufnahmetasche (8) gehalten ist.
12. Schließzylinder (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verschlusselement (14) eine Sperrnase (15) aufweist, die zum Eingriff in eine
Sperrnut (12) im Sicherheitselement (7) ausgebildet ist.
13. Schließzylinder (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das scheibenförmige Sicherheitselement (7) eine Scheibendicke von 0,5mm bis 5mm,
bevorzugt von 1 mm bis 3,5mm und besonders bevorzugt von 2mm aufweist.
14. Schließzylinder (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherheitselement (7) als Bestandteil eines Sperrorgans (4) ausgebildet ist.
15. Schließzylinder (1) Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherheitselement (7) als scheibenförmiges Mittelelement im Sperrorgan (4) angeordnet
ist, und bei Aufbringen eines bestimmten Drehmomentes auf das Sicherheitselement (7)
innerhalb des Sperrorgans (4) drehbar ist.