[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbinden eines Drahtes mit einem Kontaktelement
durch Verformen von Klemmorganen mittels Druckeinrichtungen eines in einer Presse
angeordneten Crimpwerkzeuges, das einen in einer Führung axial auf- und niederfahrbaren
Anpressblock aufweist.
[0002] Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus
DE 40 39 051 C1 bekannt. Die dort beschriebene Vorrichtung, die für das feste Verbinden von Drahtenden
mit Steckern und Kabelschuhen vorgesehen ist, weist eine Anschlagpresse mit vertikal
bewegten Pressstempel, der auf einen Druckkopf des darunter angeordneten Crimpwerkzeuges
einwirkt, auf. Dabei werden die in dem Crimpwerkzeug an einem Anpressblock festgelegten
Crimpstempel nach unten geführt und ein horizontal eingeschobenes Steckerorgan unter
Verformen von Klemmfahnen, den sogenannten Crimpkontakten, an einem Kabel- oder Drahtende
festgelegt. Hierfür ist letzteres auf eine gewisse Länge abisoliert, so dass ein zum
isolierten Abschnitt geringer Durchmesser entsteht. Der Pressstempel wirkt hierfür
wiederholt auf den Druckkopf des Crimpwerkzeuges ein. Der im Crimpwerkzeug vorgesehene
Anpressblock wird hierbei innerhalb eines kastenförmigen Halters auf- und abgeführt.
[0003] In der Stunde werden z. B. zwischen 2.500 und 3.000 Crimpverbindungen hergestellt,
was mit entsprechend vielen Auf- und Abbewegungen des Anpressblockes des Crimpwerkzeuges
verbunden ist.
[0004] Zur Erhaltung der Prozesssicherheit und Erzielung einer langen Lebensdauer unterliegen
solche Crimpwerkzeuge mit ihren Anschlagblöcken notwendigen Schmierintervallen. Von
Herstellern wird beispielsweise alle 100.000 Crimpungen empfohlen, den Anpressblock
und eine vorhandene Vorschubkurve mit Fett abzuschmieren. Dies führt nach mehreren
Stunden Betriebszeit des Crimpwerkzeuges dazu, dass die bekannten Crimpwerkzeuge immer
wieder geölt bzw. gefettet werden müssen. Als Schmierstoff wird häufig ein synthetisches
Hochtemperatur-Lagerfett empfohlen.
[0005] Problematisch bei dieser Fettung bzw. Schmierung des Crimpwerkzeuges ist der damit
verbundene Zeitaufwand. Einerseits wird in dieser Zeit teuere Wartungszeit geopfert.
Andererseits steht während dieser Zeit das Crimpwerkzeug still. Eine Verschmutzung
der Crimpkontakte kann unter Umständen ebenfalls nicht vermieden werden. Insbesondere
von Automobilherstellern wird jedoch zunehmend gefordert, dass die hergestellten Crimpkontakte
absolut öl- und fettfrei sind. Der Einsatz von Schmierölen oder Fetten ist deshalb
zunehmend bei Crimpwerkzeugen unerwünscht. Es hat sich zusätzlich herausgestellt,
dass die Führungen bei den herkömmlichen Crimpwerkzeugen "ausreiben" bzw. "auslaufen",
so dass der Anpressblock mit zunehmendem Alter des Crimpwerkzeuges beim Auf- und Niederfahren
zu wackeln anfängt, was ebenfalls sehr unerwünscht ist.
[0006] Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Crimpwerkzeug anzugeben, das
den heutigen Anforderung nach Öl- und Fettfreiheit genügt und sich zudem sich durch
lange Standzeiten auszeichnet.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Weiterbildungen einer solchen Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Der Kern der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die Führung für den Anpressblock
als Gleitschienenführung mit mindestens einer, vorzugsweise zwei, am Crimpwerkzeug
feststehenden Schienen ausgebildet ist. Die Schienen können dabei bolzen- oder stangenförmig
gestaltet sein. Der Anpressblock selbst verfügt über ein oder mehrere Öffnungen, in
denen jeweils Gleitlagerbuchsen sitzen. Der Anpressblock mit den Gleitlagerbuchsen
wird auf der oder den Schienen des Crimpwerkzeuges schmiermittelfrei, d. h. öl- und
fettfrei, geführt.
[0010] Mit einer solchen Vorrichtung wird den Erfordernissen der Automobilbranche Rechnung
getragen, Crimpkontakte öl- und fettfrei herzustellen, da von dem Werkzeug keine Öl-
oder Fettreste auf die Kontakte gelangen können.
[0011] Die Gleitlagerbuchse besteht vorzugsweise aus Sintermaterial. Als besonders geeignet
haben sich zylindrische, sogenannte selbstschmierende (ölgetränkte) Sinterbronze-Buchsen
gemäß ISO 2795 herausgestellt.
[0012] In einer Weiterbildung der Erfindung ist die Gleitschienenführung so gestaltet, dass
sich der von dieser Führung geführte Anpressblock nicht verdrehen kann. Bevorzugt
werden hierfür zwei Führungsschienen, die als Stangen oder Bolzen ausgeführt sind,
vorgesehen. Die Achsen der Führungen stehen parallel zueinander und liegen bevorzugt
auf einer Ebene, die parallel zu der Zuführrichtung eines Blechstreifens ist, auf
dem die einzelnen Crimpkontakte aneinander gereiht dem jeweils zugeführten Draht,
an dem die Crimpkontakte angeklemmt werden, zugeführt werden.
[0013] Damit der Anpressblock mit seinen Gleitlagerbuchsen einfach auf die Schienenführung
aufgesetzt werden kann, empfiehlt es sich, die freien Enden der Schienenführung, also
der Stangen oder Bolzen, mit einer umlaufenden Fase zu versehen.
[0014] Zweckmäßigerweise sind in die Öffnungen des Anpressblockes mehrere Sinterbuchsen
auf Stoß eingebracht. In einer konkreten Ausführungsform nimmt jede Öffnung im Anpressblock
zwei solcher auf Stoß gebrachte Gleitlagerbuchsen auf. Die Gleitlagerbuchsen stehen
bevorzugterweise etwas über die obere und untere Wandung des Anpressblockes hervor.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles
eines Crimpwerkzeuges, wie es in einer Anschlagpresse zum Einsatz kommt, beispielhaft
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Crimpwerkzeuges nach der Erfindung in perspektivischer
Darstellung von schräg vorne,
- Figur 2
- den Anpressblock des Crimpwerkzeuges nach Figur 1 sowie ein Teil des Halters für die
Führungsschienen sowie die Führungsschienen in zerlegtem Zustand, und
- Figur 3
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Crimpwerkzeugs nach der Erfindung in perspektivischer
Darstellung von schräg vorne,
[0016] In den nachfolgenden Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche Teile mit gleicher
Bedeutung. Des Weiteren wird in der nachfolgenden Erläuterung lediglich auf die besondere
Art der Führung des Anpressblockes und die damit verbundenen Einzelheiten des Crimpwerkzeuges
Bezug genommen. Die übrige Ansteuerung, d. h. wie der Anpressblock auf- und abgefahren
wird und durch welche Mittel sowie in welcher Art und Weise der Vorschub der Crimpkontakte
und der Draht erfolgt, wird nicht erläutert werden, da dies ohnehin bekannte Maßnahmen
bei Crimpwerkzeugen sind. Es versteht sich in diesem Zusammenhang, dass das Betätigen
des Anpressblockes, also dessen Auf- und Abbewegung, mechanisch, hydraulisch und pneumatisch
sowie elektrisch angesteuert erfolgen kann. Das Gleiche gilt für den Vorschub der
Crimpkontakte und/oder des zugeführten Drahtes bzw. der zugeführten Leitung.
[0017] In der perspektivischen Darstellung der Figuren 1 und 2 ist das Crimpwerkzeug mit
dem Bezugszeichen 10 versehen. Der Pfeil X steht für die vertikale Achse und der Pfeil
Y für die waagerechte Achse des Crimpwerkzeuges. Der Pfeil Z zeigt die Zuführrichtung
der einzelnen Crimpkontakte, die zunächst als auf einem Blechstreifen aneinander gereihte
Crimpkontakte von einem Band zugeführt werden. Der die aneinander gereihten Crimpkontakte
14 aufweisende Blechstreifen ist mit dem Bezugszeichen 13 versehen.
[0018] Das Crimpwerkzeug 10 verfügt über eine Bodenplatte 11, auf der ein Halter 12 feststehend
montiert ist. Von dem Halter 12 erstrecken sich zwei Führungsstangen 16 beabstandet
zueinander und parallel zueinander in Richtung X vertikal nach oben weg. Diese Führungsstangen
bzw. Führungsbolzen 16 sind mit dem Halter 12 des Crimpwerkzeuges 10 feststehend in
Verbindung.
[0019] Auf diesen beiden Führungsbolzen 16 wird der Anpressblock 20 des Crimpwerkzeuges
10 bei seiner Auf- und Abbewegung geführt. Hierfür verfügt der Anpressblock 20 über
zwei Öffnungen bzw. Bohrungen 26, die den Anpressblock 20 in vertikaler Richtung,
also in X-Achse, durchsetzen. In den Öffnungen bzw. Bohrungen 26 sitzen Gleitlagerbuchsen
28 in noch zu erläuternder Art und Weise.
[0020] Auf der dem Betrachter zugewandten Seite von Figur 1 sind die im Anpressblock 20
in einer schlitzförmigen Öffnung 25 befindlichen Crimpstempel 30 zu erkennen.
[0021] Der Anpressblock 20 verfügt über eine Deckplatte 22 und über einen darunter befindlichen
Aufnahmekopf 24. Der Aufnahmekopf 24 und die Deckplatte 22 sind feststehend miteinander
in Kontakt. Von der Deckplatte 22 steht ein Arretierbolzen 16 hervor, der von einem
Pressenstempel, einer Anschlagpresse, betätigt wird, so dass der Anschlagblock 20
auf den Führungsbolzen 16 zum Vercrimpen der Kontakte auf- und abgefahren werden kann.
[0022] In Figur 3 und Figur 4 sind Details des Anpressblocks 20 sowie des Halters 12 des
Crimpwerkzeuges 10 in nebeneinanderliegender und noch nicht zusammengebauter Weise
und in teilweise zusammengesteckter Weise zu sehen.
[0023] Es ist deutlich zu erkennen, dass insgesamt vier Gleitlagerbuchsen 28 im Anpressblock
20 untergebracht sind. Dabei sind die Gleitlagerbuchsen 28 von ihrer Dimensionierung
und Länge so gewählt, dass diese im Anpressblock 20, also sowohl innerhalb der Deckplatte
22 als auch im Aufnahmekopf 24 so sitzen, dass diese jeweils innerhalb der Öffnungen
26 aneinander stoßen und etwas aus der Deckplatte 22 und auch aus dem Aufnahmekopf
24 herausragen. Dies erleichtert die Einführung des Anpressblockes 20 auf die Führungsbolzen
16.
[0024] Die Gleitlagerbuchsen 28 bestehen vorzugsweise aus Sinterwerkstoff. Als besonders
günstig haben sich zylindrische, selbstschmierende (ölgetränkte) Sinterbronze-Buchsen
gemäß ISO 2795 herausgestellt.
[0025] Um ein besonders einfaches Aufsetzen des Anpressblockes 20 auf die Führungsbolzen
16 zu gewährleisten, sind die Führungsbolzen 16 an ihrem oberen freien Ende jeweils
mit einer Fase versehen. Die Fase ist mit dem Bezugszeichen 17 bezeichnet.
[0026] In dem Ausführungsbeispiel von Figur 1 sind die beiden Führungsbolzen 16 so angeordnet,
dass deren vertikalen Achsen parallel zur X-Achse liegen. Darüber hinaus liegen die
beiden Achsen der Führungsbolzen 16 auf einer gemeinsamen Ebene, die sich parallel
zur Zuführrichtung des Blechstreifens 13 für die Crimpkontakte 14 befindet. Die Anordnung
von zwei solchen Führungsbolzen 16 sorgt dafür, dass der Anpressblock 20 beim Auf-
und Abfahren nicht seitlich verkippen kann.
[0027] Eine andere Ausführungsform des Crimpwerkzeuges 10 mit zwei Führungsbolzen 16 zeigt
die perspektivische Darstellung von Figur 3. Dort ist der Anpressblock 20 in Bezug
auf die Bodenplatte 11 im Vergleich zum Ausführungsbeispiel von Figur 1 um 90° gedreht
aufgesetzt gezeigt. Auch hier ist eine verkippungsfreie Bewegung des Anpressblocks
20 sichergestellt.
[0028] Anstelle von zwei Führungsbolzen 16 ist es ohne weiteres möglich, auch mehrere solcher
Führungsbolzen 16 zu verwenden. Es ist jedoch auch denkbar, eine im Querschnitt ovalförmige
Führung, anstelle von zwei oder mehreren nebeneinander sitzenden Führungsbolzen 16
vorzusehen. Auch eine Führung mit einem einzigen im Querschnitt ovalen Führungsbolzen
stellt sicher, dass der Anpressblock 20 nicht verkippen kann.
[0029] Der besondere Vorteil eines Crimpwerkzeuges mit einer Gleitschienenführung mit Gleitlagerbuchsen
28 besteht darin, dass das Crimpwerkzeug öl- und fettfrei auch über lange Standzeiten
benutzt werden kann.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 10
- Crimpwerkzeug
- 11
- Bodenplatte
- 12
- Halter
- 13
- Blechstreifen
- 14
- Crimpkontakt
- 16
- Führungsbolzen
- 17
- Fase
- 18
- Arretierbolzen
- 20
- Anpressblock
- 22
- Deckplatte
- 24
- Aufnahmekontakt
- 25
- schlitzförmige Öffnung
- 26
- Öffnungen, Bohrungen
- 28
- Gleitlagerbuchse
- 29
- Stoß
- 30
- Crimpstempel
- Z
- Zuführrichtung
- X
- vertikale Achse
- Y
- horizontale Achse
1. Vorrichtung zum Verbinden eines Drahtes mit einem Kontaktelement durch Verformen von
Klemmorganen mittels Druckeinrichtungen eines in einer Presse angeordneten Crimpwerkzeuges
(10), das einen axial in einer Führung auf- und niederfahrbaren Anpressblock (20)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führung eine Gleitschienenführung mit mindestens einer am Crimpwerkzeug (10) feststehend
angeordneten Schiene (16) ist, und dass der Anpressblock (20) mindestens eine Gleitlagerbuchse
(28) aufweist, welche auf der Schiene (16) sitzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gleitlagerbuchse (28) aus Sintermaterial gebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gleitlagerbuchse (28) als zylindrische, selbstschmierende Sinterbronze-Buchse
gemäß ISO 2795 ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gleitschienenführung zwei Schienen (16) aufweist, auf denen der Anpressblock (20)
axial auf- und niederfahrbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die jeweiligen Längsachsen der beiden Schienen (16) in einer Ebene liegen, welche
parallel zur Zuführrichtung der Kontaktelemente (14) des Crimpwerkzeuges (10) sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schiene oder Schienen (16) als Bolzen oder Stangen ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anpressblock (20) eine oder mehrere Durchgangsbohrungen (26) zur Aufnahme der
Schiene oder Schienen (16) aufweist und in jede der Durchgangsbohrung (26) mindestens
zwei auf Stoß zueinander gebrachte Gleitlagerbuchsen (28) angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bolzen oder Stangen an ihrem freien Ende eine Fase (17) aufweisen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gleitlagerbuchsen (28) über eine obere und untere Wandung des Anpressblockes (20)
hinausragen.