[0001] Die Erfindung betrifft eine Kantenbandrolle bzw. einen Kantenbandstrang im aufgerollten
und transportfähigen Zustand.
[0002] Industriell organisierte bspw. Möbelhersteller haben in den letzten Jahren die Zahl
der angebotenen Varianten im Kantenbandbereich hinsichtlich Dekor und Geometrie ständig
erhöht. In der Regel bieten diese Firmen über 100 verschiedene Varianten an. Da der
Endkunde aus einem Katalog alle Varianten frei kombinieren kann, erfordert dies in
der Fertigung eine hohe Automatisierung bei hoher Flexibilität. Der Möbelhersteller
muss dabei erhebliche Lagerbestände für die Varianten aufbauen, die dann auf sogenannten
Kommissionsstraßen zusammengeführt werden. Dies führt in der Praxis an den Kantenanleimanlagen
zu sehr aufwändigen Magazinlösungen. Da die bestehenden Lösungen bereits häufig nicht
mehr ausreichen, werden die Kantenbandrollen bis zum vollständigen Verbrauch auch
mehrfach in die jeweiligen Magazinplätze ein- und ausgewechselt.
[0003] Die Druckschrift
DE-A-31 20 270 offenbart ein endloses Furnierband, insbesondere ein Furnierkantenband mit einem
Träger, auf dem Furnier aufgebracht ist, wobei das Furnier in Form von Streifenstücken
konstanter Länge in Längsrichtung des bandförmigen Trägers aufgebracht ist. Dabei
besteht der Träger aus Papier, Vlies, Textil, Kunststoff oder dünner Metallfolie.
Auf diesem Träger werden in Längsrichtung voneinander beabstandet Furnierblätter bzw.
Furnierstreifenstücke angeordnet, die jeweils eine gleiche Länge besitzen. Die endgültigen
Furnierkantenbänder ergeben sich dadurch, dass der die Furniere tragende Träger in
Längsrichtung zu Streifen geschnitten wird. Voraussetzung dabei ist, dass auf dem
Träger Furnierstreifenstücke aufgebracht werden, die jeweils der Längen- bzw. Breitendimension
von Werkstücken entsprechen. Zwingende Voraussetzung für die manuelle bzw. automatische
Weiterverarbeitung der Furnierstreifenstücke ist jedoch, dass sie auf dem Träger fixiert
bzw. angeordnet sind. Dies resultiert daraus, dass Furnierstreifenstücke im Allgemeinen
eine geringe Dicke von etwa 0,2 bis 0,4 mm aufweisen und als einzelne abgelängte Stücke
an bspw. Stirnseiten von Möbelplatten anzubringen sind. Der Träger ist für das Sammeln
und Anordnen der Furnierstreifenstücke als zwingende Voraussetzung anzusehen. Das
beschriebene endlose Furnierband muss auch als waagerechtes Band an die Furnierkantenband-Fördervorrichtungen
bzw. an die Ummantelungsmaschinen geführt werden, da die Furnierstreifenstücke nicht
biegbar sind und das endlose Furnierband somit nicht als Rolle im Sinne einer Kantenbandrolle
herstellbar bzw. transportierbar ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Lagerhaltung bei Unternehmen, die Kantenbandrollen
herstellen bzw. weiterverarbeiten und eine Vielfalt unterschiedlicher Kantenbänder
anbieten will, zu vereinfachen.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Kantenbandrolle nach Anspruch 1 bereitgestellt,
die erfindungsgemäß zumindest zwei unterschiedliche Kantenbänder aufweist.
[0006] Die erfindungsgemäße Kantenbandrolle umfasst eine definierte Länge, die sich aus
verschiedenen Teillängen unterschiedlicher Kantenbänder zusammensetzt. Wird von einem
Kunden (z.B. Möbelhersteller) eine Bestellung eingereicht, in der die Parameter verschiedener
Kantenbänder (Art, Länge, Menge) definiert sind, so werden diese vom Kantenbandhersteller
in entsprechender Reihenfolge produziert, in wenigstens eine Kantenbandrolle integriert
und dem Kunden zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung gestellt.
[0007] Dadurch lagern die bereits fertig hergestellten Kantenbänder nicht mehr beim Kunden,
sondern beim Kantenbandhersteller. Der Kunde nimmt nur noch die Endmontage vor. Hierdurch
ist es möglich, zum einen die Lagerhaltung beim Kunden drastisch zu reduzieren und
andererseits die Fläche zur Herstellung von Möbelplatten durch eine enorme Reduzierung
der einzelnen Magazine entsprechend zu verkleinern und letztendlich die Herstellungskosten
beim Kunden zu reduzieren.
[0008] Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass die fertig hergestellten Kantenbänder
dem Kunden zur Verfügung gestellt werden, der seinerseits eine Separierung der unterschiedlichen
Kantenbänder auf eine einzige Rolle selbst durchführt, mit den gleichen Vorteilen
wie oben beschrieben.
[0009] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen beansprucht.
[0010] Es ist erfindungsgemäss, wenn sich die Kantenbänder in zumindest einem der Merkmale:
Dekor, Geometrie, Material, Konsistenz, Oberflächeneigenschaft oder Schichtaufbau,
unterscheiden.
[0011] Der Begriff "Dekor" soll dabei das gesamte optische und ästhetische Erscheinungsbild
eines Kantenbandes umfassen, das insbesondere durch eine Bebilderung, Einfärbung,
Musterung, Prägung, Lackierung, Glanzgrad etc., beeinflusst wird. Durch Konfektionieren
von Kantenbändern mit unterschiedlichen Dekoren auf einer Kantenbandrolle, kann die
Lagerhaltung beim Kunden gegenüber den herkömmlichen Magazinlösungen bereits erheblich
reduziert werden. Selbst wenn sich die Kantenbänder nur hinsichtlich des Dekors unterscheiden,
kann die erfindungsgemäße Kantenbandrolle bereits eine enorme Vielfalt unterschiedlicher
Kantenband-Varianten umfassen.
[0012] Der Begriff "Geometrie" soll die gesamten äußeren Abmessungen eines Kantenbandes,
insbesondere Länge, Breite und Dicke, umfassen. Durch Konfektionieren von Kantenbändern
mit unterschiedlicher Geometrie auf einer Kantenbandrolle, kann die Lagerhaltung beim
Kunden gegenüber der herkömmlichen Lösung noch weiter reduziert werden. So können
beispielsweise auch Kantenbänder mit unterschiedlicher Breite und/oder Dicke in einer
Kantenbandrolle integriert werden, die dann in Reihenfolge nacheinander abgearbeitet
werden.
[0013] Modere Kantenanleimanlagen benötigen nur geringe bis gar keine Rüstzeiten, um Kantenbänder
unterschiedlicher Breite und/oder Dicke zu verarbeiten. So kann der Kunde trotz vergrößerter
Angebotsvielfalt seine Lagerbestände noch weiter verringern.
[0014] Der Begriff "Material" soll nicht nur das Material selbst, sondern auch sämtliche
Materialeigenschaften mit umfassen. Mit der erfindungsgemäßen Lösung kann der Kunde
trotz minimaler Lagerbestände auch Kantenbänder aus unterschiedlichen Materialien
anbieten bzw. verarbeiten, um dem Trend zu größerer Angebotsvielfalt gerecht zu werden.
[0015] Die vorangestellten Überlegungen gelten analog für Kantenbänder, die sich in zumindest
einem der Merkmale Konsistenz, Oberflächeneigenschaft oder Schichtaufbau, oder in
einem beliebigen anderen Merkmal, dass nach herkömmlicher Lösung eine Bevorratung
einer eigenen Kantenbandrolle erfordert, unterscheiden.
[0016] Es ist nicht erfindungsgemäss, wenn die Kantenbandrolle im wesentlichen einteilig
ausgebildet ist. Dazu umfasst die Kantenbandrolle ein einteiliges Substrat, das in
einem einheitlichen Grundfarbton, beispielsweise in Weiß, hergestellt wird. Auf dieses
Substrat werden im an sich bekannten Verfahren des Digitaldrucks unterschiedliche
Dekore nacheinander aufgebracht, entsprechend den Anforderungen des Kunden. Somit
kann im Rahmen einer sogenannten Endlosrolle der Bedarf eines oder mehrerer Kunden
an Kantenbandrollen mit unterschiedlichen Eigenschaften, beispielsweise Dekor, Konsistenz,
Oberflächeneigenschaft oder Schichtaufbau, im Rahmen einer Fertigung zur Verfügung
gestellt werden. Dabei kann vorteilhafterweise an den Stellen, an denen ein Dekor
durch ein anderes nachfolgendes Dekor ersetzt wird, ein Informationsmittel aufgedruckt
werden, beispielsweise ein sogenannter Barcode. Somit ist durch die Kantenbandrolle
auch eine Online-Fertigung möglich, die den genauen Bedarfsarten bzw. Bedarfsmengen
von Kunden angepasst, produzierbar ist.
[0017] Es ist nicht erfindungsgemäss, dass die Kantenbandrolle ein transparentes bzw. transluzentes
Substrat aufweist, welches auf wenigstens einer Seite, vorteilhafterweise der späteren
Rückseite, unterschiedliche Dekore aufweist, welche im an sich bekannten Verfahren
des Digitaldruckes aufbringbar sind, so dass die Kantenbandrolle zwei unterschiedliche
Kantenbänder aufweist, die sich hinsichtlich des Dekors unterscheiden. Durch diese
Ausführung kann von einer Endlosrolle jedes beliebige Kantenband in unterschiedlichsten
Dekoren, Konsistenzen, Oberflächeneigenschaften oder Schichtaufbau hergestellt werden,
welches multifunktionell an jede Geometrie von beispielsweise Möbelbauplatten anbringbar
ist, da der transparente bzw. transluzente Grundaufbau nach Anbringung an die Schmalseite
einer Möbelbauplatte das eigentliche Dekor optisch ansprechend sichtbar, aber geschützt,
bereitstellt.
[0018] Es ist erfindungsgemäss, wenn die Kantenbänder in Längsrichtung hintereinander liegend,
also Stoß-an-Stoß, angeordnet sind, da dies die Anordnung der Kantenbandrolle in einem
Magazin einer herkömmlichen Kantenanleimanlage sowie die sequenzielle Verarbeitung
der Kantenbänder in der vorgesehenen Reihenfolge erheblich erleichtert.
[0019] Es ist auch günstig, wenn die Kantenbänder Stoß-auf-Stoß liegend angeordnet sind.
Wenn die Kantenbandrolle mit den unterschiedlichen Kantenbändern so ausgebildet ist,
dass die verschiedenen Kantenbänder bündig und Stoß-auf-Stoß aneinander liegen, können
die Kantenbänder im aufgerollten Zustand eine besonders kompakte Form einnehmen.
[0020] Es ist auch praktisch, wenn ein Kantenband formschlüssig mit einem benachbarten Kantenband
verbunden ist. So können die Kantenbänder im aufgerollten Zustand der Kantenbandrolle
unverlierbar zusammengehalten werden. In einer bevorzugten Variante sind die sich
gegenüberliegenden freien Enden der benachbarten Kantenbänder über formschlüssige
Verbindungen mit beispielsweise schwalbenschwanzförmigen Ausstanzungen miteinander
verbunden.
[0021] Es ist von Vorteil, wenn ein Kantenband stoffschlüssig mit einem benachbarten Kantenband
verbunden ist. Die stoffschlüssige Verbindung erweist sich als besonders fest. Die
stoffschlüssige Verbindung kann aber auch derart ausgelegt werden, dass sie z.B. durch
Wärmeeinwirkung besonders leicht wieder gelöst werden kann, was den Trennvorgang der
Kantenbänder erleichtert.
[0022] Es ist auch vorteilhaft, wenn ein Kantenband kraftschlüssig mit einem benachbarten
Kantenband verbunden ist. Dadurch können die Kantenbänder klebstofffrei zusammengehalten
werden. Die kraftschlüssige Verbindung besteht nur, solange eine Kraft einwirkt, die
beide Verbindungspartner gegeneinander drückt und zusammenhält. Im aufgerollten Zustand
werden die Kantenbänder zwischen benachbarten Lagen der Kantenbandrolle eingeklemmt.
Beim Abrollen von der Kantenbandrolle werden die Kantenbänder dann einfach und ohne
gesonderte Hilfsmittel voneinander gelöst.
[0023] Es ist erfindungsgemäss, wenn die Kantenbandrolle zumindest einen Informationsträger
aufweist, der zumindest eine die Kantenbandrolle betreffende Information bereitstellt.
Dadurch kann eine Weiterverarbeitung der Kantenbandrolle wesentlich erleichtert werden.
Insbesondere kann der Informationsträger eine Information bereitstellen, welche eine
Vorrichtung zur Verarbeitung einer Kantenbandrolle gezielt auf das jeweils zu verarbeitende
Kantenband einstellt und betätigt. Es liegt insbesondere im Rahmen der Erfindung,
dass an den Verbindungsstellen benachbarter Kantenbänder Informationsträger angeordnet
sind, die einer Kantenanleimanlage das nächste Kantenband "mitteilen".
[0024] Der Informationsträger hat beispielsweise die Form eines aufgeklebten oder fixierten
Befestigungselementes, welches eine mechanische Betätigung an der Kantenanleimanlage
auslöst, oder die Form eines im bzw. am Verbindungsstoß der unterschiedlichen Kantenbänder
aufgebrachten Barcodes, Magnetstreifens oder eines RFID-Chips. Somit kann neben der
optimalen Lagerhaltung und Just-in-Time-Fertigung beim Kunden eine sogenannte "intelligente
Kantenbandrolle" zur Verfügung gestellt werden.
[0025] Außerdem kann es praktisch sein, wenn der Informationsträger eine elektronisch, magnetisch,
optisch und/oder mechanisch lesbare Information bereitstellt. Elektronisch, magnetisch
oder optisch lesbare Informationen können von einem Lesegerät kontaktlos gelesen bzw.
erfasst werden, so dass Beschädigungen der Kantenbänder durch das Lesegerät verhindert
werden.
[0026] Ein RFID (Radio-Frequency-Identification)-Chip stellt z.B. elektronisch/ magnetisch
lesbare Informationen bereit. Ein Strichcode/Barcode stellt z.B. eine optisch lesbare
Information bereit. Ein Magnetstreifen stellt eine magnetisch lesbare Information
bereit. Eine Erhebung, Vertiefung, Einschnürung oder dgl. stellt eine mechanisch lesbare
Information bereit.
[0027] Es ist von Vorteil, wenn der Informationsträger an einem Kantenband angebracht ist.
Dadurch kann die von dem Informationsträger bereitgestellte Information dem Kantenband
besonders leicht zugeordnet werden.
[0028] Die Erfindung stellt ebenso eine Vorrichtung zur Verarbeitung einer Kantenbandrolle
nach einem der vorangegangenen Ansprüche bereit. Damit lässt sich die erfindungsgemäße
Kantenbandrolle besonders effizient verarbeiten.
[0029] Es ist erfindungsgemäss, wenn die Vorrichtung ein Lesegerät aufweist, um eine von
einem Informationsträger bereitgestellte Information zu lesen.
[0030] Die Vorrichtung wird in Abhängigkeit von der gelesenen Information betätigt und gesteuert.
Dadurch kann die Verarbeitung der Kantenbandrolle mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wesentlich erleichtert werden. Insbesondere kann die Vorrichtung gezielt auf das jeweils
zu verarbeitende Kantenband eingestellt werden, wobei die Einstellung der Vorrichtung
vorzugsweise automatisch beim Durchlauf des zu verarbeitenden Kantenbandes erfolgt.
[0031] Es hat sich als nützlich erwiesen, wenn die Vorrichtung ein Lesegerät aufweist, um
eine von einem Informationsträger bereitgestellte und elektronisch, magnetisch, optisch
und/oder mechanisch lesbare Information zu lesen.
[0032] Es kann praktisch sein, wenn die Vorrichtung eine Kantenanleimanlage ist.
[0033] Die bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend mit Bezug auf
die beiliegenden Zeichnungen erläutert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen:
[0034]
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Kantenbandrolle, wobei die Kantenbänder stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
- Fig. 2
- zeigt eine Draufsicht auf einen Verbindungsbereich zweier Kantenbänder der erfindungsgemäßen
Kantenbandrolle eines zweiten Ausführungsbeispiels im gestreckten Zustand, wobei die
Kantenbänder formschlüssig miteinander verbunden sind.
- Fig. 3
- zeigt eine schematische Seitenansicht einer nicht erfindungsgemäßen Kantenbandrolle,
wobei die Kantenbänder überlappend angeordnet sind und kraftschlüssig miteinander
verbunden sind.
- Fig. 4
- zeigt eine Seitenansicht eines Verbindungsbereichs zweier Kantenbänder der nicht erfindungsgemäßen
Kantenbandrolle im gestreckten Zustand, wobei die Kantenbänder über ein Verbindungsmittel
verbunden sind und ein Informationsträger auf dem Verbindungsmittel angeordnet ist.
- Fig. 5
- zeigt eine schematische Ansicht einer Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Kantenbandrolle.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele:
[0035] Die Erfindung betrifft eine Kantenbandrolle 1, die zumindest zwei unterschiedliche
Kantenbänder 2 aufweist. Die Kantenbänder 2 unterscheiden sich in zumindest einem
der Merkmale: Dekor, Geometrie, Material, Konsistenz, Oberflächeneigenschaft oder
Schichtaufbau.
[0036] Die Kantenbänder 2 sind kettenförmig verbunden und sind in Längsrichtung hintereinander
liegend angeordnet. Die Kantenbänder 2 einer Kantenbandrolle 1 sind unmittelbar miteinander
verbunden.
[0037] Jede Kantenband/Kantenband-Verbindung kann formschlüssig, kraftschlüssig und/oder
stoffschlüssig ausgelegt werden, je nachdem welche Verbindungsart für den bevorzugten
Anwendungsfall erwünscht ist. Bei der formschlüssigen Verbindung greifen die Verbindungspartner,
d.h. Kantenband 2 und Kantenband 2 bei der Kantenband/Kantenband-Verbindung formschlüssig
ineinander.
[0038] Bei der stoffschlüssigen Verbindung sind die Verbindungspartner adhäsiv und/oder
kohäsiv verbunden, insbesondere verschweißt, verklebt oder verschmolzen.
[0039] Bei der kraftschlüssigen Verbindung werden die Verbindungspartner durch eine einwirkende
Kraft zusammengehalten, insbesondere durch die Kraft, die zwei benachbarte Lagen einer
Kantenbandrolle 1 auf die Zwischenlage ausüben.
[0040] Um die Weiterverarbeitung der Kantenbandrolle 1 beim Kunden zu erleichtern, weist
jede Kantenbandrolle 1 zumindest einen Informationsträger 4 auf, der zumindest eine
die Kantenbandrolle 1 betreffende Information bereitstellt. Der Informationsträger
4 ist als Magnetstreifen, Strichcode/Barcode, RFID-Chip, als mechanisches Element
oder dgl. ausgebildet, um eine elektronisch, magnetisch, optisch und/oder mechanisch
lesbare Information bereitzustellen, die von einem Lesegerät ausgelesen werden kann.
[0041] Im Einklang mit dieser Information kann eine Kantenanleimanlage auf das jeweils zu
verarbeitende Kantenband 2 eingestellt und entsprechend betätigt werden. Beispielsweise
stellt der Informationsträger 4 eine Information über die Länge bzw. das Ende des
zu verarbeitenden Kantenbandes 2 bereit, und löst bei Überstreichen des Informationsträgers
4 mit einer Abtastvorrichtung eine Trennvorrichtung aus, welche die benachbarten Kantenbänder
2 an der Stoßstelle auftrennt.
[0042] Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemäßen Kantenbandrolle 1. Die Kantenbänder 2 liegen Stoß-auf-Stoß aneinander
und sind stoffschlüssig miteinander verbunden, insbesondere an den Stoßstellen verschweißt.
Im ersten Ausführungsbeispiel weist jedes Kantenband 2 einen Informationsträger 4
auf, der an einem endseitigen Abschnitt auf der Unterseite des Kantenbandes 2 angebracht
ist. Die Flächen und Kanten, insbesondere die Oberflächen und Sichtkanten, der benachbarten
Kantenbänder 2 sind bündig zueinander ausgerichtet.
[0043] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf einen Verbindungsbereich zweier Kantenbänder 2 der
erfindungsgemäßen Kantenbandrolle 1 des zweiten Ausführungsbeispiels im gestreckten
Zustand. Ein Kantenband 2 ist einteilig mit einem Verbindungsmittel 3 in Gestalt eines
T-förmigen Fortsatzes an einem freien Ende eines Kantenbandes 2 ausgebildet. Dargestellt
ist, wie das Verbindungsmittel 3 formschlüssig in eine passende T-förmige Ausstanzung
des benachbarten Kantenbandes 2 eingreift, so dass die benachbarten Kantenbänder 2
bei Zugbeanspruchung in Förderrichtung nicht voneinander getrennt werden können.
[0044] Die Verbindung der benachbarten Kantenbänder 2 ist lösbar, wenn ein Kantenband 2
senkrecht zur Oberfläche des benachbarten Kantenbandes 2, d.h. in Fig. 2 senkrecht
zur Blattebene, bewegt wird, was i.d.R. nur im gestreckten Zustand möglich ist. Im
aufgerollten Zustand werden die Kantenbänder 2 unverlierbar zusammengehalten. Die
Flächen und Kanten, insbesondere die Oberflächen und Sichtkanten, der benachbarten
Kantenbänder 2 sind nach Möglichkeit bündig zueinander ausgerichtet. Ein Informationsträger
4 ist an einem endseitigen Abschnitt jedes Kantenbandes 2 angebracht.
[0045] Fig. 3 zeigt eine schematische Seitenansicht einer nichterfindungsgemäßen Kantenbandrolle
1. Die Kantenbänder 2 sind überlappend angeordnet und sind im aufgerollten Zustand
kraftschlüssig miteinander verbunden. Im aufgerollten Zustand werden die sich überlappenden
Bereiche der benachbarten Kantenbänder 2 gegeneinander gedrückt und zusammengehalten,
wie in Fig. 3 anschaulich dargestellt ist. Beim Abrollen der Kantenbandrolle 1 werden
die Kantenbänder 2 dann einfach und ohne gesonderte Hilfsmittel voneinander gelöst.
Ein Informationsträger 4 ist an der Unterseite an einem endseitigen Abschnitt jedes
Kantenbandes 2 angebracht.
[0046] Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht eines Verbindungsbereichs zweier Kantenbänder 2 einer
nichterfindungsgemäßen Kantenbandrolle 1 im gestreckten Zustand, wobei die Kantenbänder
2 über ein Verbindungsmittel 3 verbunden sind und ein Informationsträger 4 an dem
Verbindungsmittel 3 angebracht ist.
[0047] Die Kantenbänder 2 liegen Stoß-auf-Stoß aneinander. Das Verbindungsmittel 3 ist als
Kunststoff-Klebeband ausgebildet und erstreckt sich über die Stoßstelle. Zusätzlich
sind die Kantenbänder 2 an der Stoßstelle mit Schmelzklebstoff verklebt. Die Verbindung
der benachbarten Kantenbänder 2 ist durch Erhitzen lösbar, ohne die Kantenbänder 2
dabei zu schädigen. Der Informationsträger 4 liegt genau über der Stoßstelle und zeigt
das Ende eines Kantenbandes 2 bzw. den Beginn des nächsten Kantenbandes 2 an.
[0048] Die Flächen und Kanten, insbesondere die Oberflächen und Sichtkanten, der benachbarten
Kantenbänder 2 sind nach Möglichkeit bündig zueinander ausgerichtet.
[0049] Fig. 5 zeigt eine schematische Ansicht einer Vorrichtung 5 zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Kantenbandrolle 1. Die Vorrichtung 5 umfasst ein Rollenmagazin 51, einen Rollenabzug
52 mit Messrad, eine Längenbemessungseinrichtung 53, eine Konfektionierungseinrichtung
54 mit erster und zweiter Stanze, eine Verbindungseinrichtung 55 und eine als Doppelwickler
ausgebildete Wickeleinrichtung 56.
[0050] Der Rollenabzug 52, die Längenbemessungseinrichtung 53 und die Konfektionierungseinrichtung
54 sind beispielsweise auf einem Grundgestell 57 angeordnet.
[0051] Das Rollenmagazin 51 umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Kantenbandrollen, bestehend
aus jeweils einem Kantenband. Die Kantenbänder der unterschiedlichen Kantenbandrollen
unterscheiden sich in zumindest einem der Merkmale: Dekor, Geometrie, Material, Konsistenz,
Oberflächeneigenschaft oder Schichtaufbau.
[0052] Der Rollenabzug 52 mit Messrad entnimmt auftragsgemäß, entsprechend einer Bestellung
eines Kunden, nacheinander unterschiedliche Kantenbänder aus dem Rollenmagazin 51.
In der Längenbemessungseinrichtung 53 werden die Kantenbänder auftragsgemäß abgemessen
und abgelängt.
[0053] In der Konfektionierungseinrichtung 54 werden die Kantenbänder derart bearbeitet,
dass zwei benachbarte Kantenbänder verbindbar sind. In der ersten Stanze der Konfektionierungseinrichtung
54 wird entsprechend Fig. 2 ein endseitiger Abschnitt des in Förderrichtung vorne
liegenden Kantenbandes ausgestanzt. In der zweiten Stanze der Konfektionierungseinrichtung
54 wird entsprechend Fig. 2 ein Verbindungsmittel am endseitigen Abschnitt des in
Förderrichtung hinten liegenden Kantenbandes ausgestanzt, der genau in die Ausstanzung
des in Förderrichtung vorne liegenden Kantenbandes passt.
[0054] In der Verbindungseinrichtung 55 werden die benachbarten Kantenbänder zusammengeführt
und verbunden. Zusätzlich wird ein Informationsträger an jedem Kantenband angebracht.
Der Informationsträger stellt eine Information über Art und Länge des Kantenbandes
bereit, um beim Durchlauf des Kantenbandes durch eine Kantenanleimanlage eine entsprechende
Betätigung auszulösen. Die gesamte Vorrichtung 5 zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Kantenbandrolle 1 wird von einer Steuervorrichtung gesteuert.
[0055] Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist es erstmalig möglich, eine Just-in-Time-Fertigung
bei der Herstellung von beispielsweise Möbelbauplatten aufzubauen, da neben der reduzierten
Lagerhaltung Kantenbandrollen, in denen verschiedenartigste Kantenbänder variiert
nach zumindest einem der Merkmale: Dekor, Geometrie, Material, Konsistenz, Oberflächeneigenschaft
oder Schichtaufbau, nach bspw. ihren geometrischen Maßen (Breiten bzw. Dicken), nach
unterschiedlichen Materialien wie PVC, PP, PMMA oder ABS, geschäumte Kanten sowie
unterschiedlich dekorierte Kantenbänder kostengünstig zur Verfügung gestellt werden
können.
1. Kantenbandrolle (1), wobei die Kantenbandrolle (1) zumindest zwei unterschiedliche
Kantenbänder (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kantenbänder (2) in zumindest einem der Merkmale: Dekor, Geometrie, Material,
Konsistenz, Oberflächeneigenschaft oder Schichtaufbau, unterscheiden, wobei die Kantenbänder
(2) in Längsrichtung hintereinander liegend, also Stoß-an-Stoß, angeordnet und unmittelbar
miteinander verbunden sind, wobei die Kantenbandrolle (1) zumindest einen Informationsträger
(4) aufweist, der zumindest eine die Kantenbandrolle (1) betreffende Information bereitstellt,
wobei der Informationsträger (4) an den Verbindungsstellen benachbarter Kantenbänder
angeordnet ist.
2. Kantenbandrolle (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kantenband (2) formschlüssig mit einem benachbarten Kantenband (2) verbunden
ist.
3. Kantenbandrolle (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kantenband (2) stoffschlüssig mit einem benachbarten Kantenband (2) verbunden
ist.
4. Kantenbandrolle (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kantenband (2) kraftschlüssig mit einem benachbarten Kantenband (2) verbunden
ist.
5. Kantenbandrolle (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Informationsträger (4) eine elektronisch, magnetisch, optisch und/oder mechanisch
lesbare Information bereitstellt.
6. Vorrichtung ausgebildet zur Verarbeitung einer Kantenbandrolle (1) nach einem der
vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (5) ein Lesegerät aufweist, um eine von einem Informationsträger
(4) bereitgestellte Information zu lesen, dass die Vorrichtung (5) umfasst ein Rollenmagazin
(51), einen Rollenabzug (52) mit Messrad, eine Längenbemessungseinrichtung (53), eine
Konfektionierungseinrichtung (54) mit erster und zweiter Stanze, eine Verbindungseinrichtung
(55) und eine als Doppelwickler ausgebildete Wickeleinrichtung (56).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Rollenmagazin (51) eine Vielzahl unterschiedlicher Kantenbandrollen, bestehend
aus jeweils einem Kantenband (2) umfasst, wobei die Kantenbänder (2) der unterschiedlichen
Kantenbandrollen (1) sich in zumindest einem der Merkmale: Dekor, Geometrie, Material,
Konsistenz, Oberflächeneigenschaft oder Schichtaufbau unterscheiden.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (5) ein Lesegerät aufweist, um eine von einem Informationsträger
(4) bereitgestellte und elektronisch, magnetisch, optisch und/oder mechanisch lesbare
Information zu lesen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (5) eine Kantenanleimanlage ist.
1. Edge strip roller (1), wherein the edge strip roller (1) comprises at least two different
edge strips (2), characterised in that the edge strips (2) differ in at least one of the features: decoration, geometry,
material, consistency, surface property or layer structure, wherein the edge strips
(2) are arranged in the longitudinal direction lying one behind another, i.e. edge-to-edge,
and are connected directly to one another, wherein the edge strip roller (1) comprises
at least one information carrier (4) which provides at least one item of information
relating to the edge strip roller (1), wherein the information carrier (4) is arranged
at the connection points of adjacent edge strips.
2. Edge strip roller (1) according to Claim 1, characterised in that one edge strip (2) is connected to an adjacent edge strip (2) in form-fit manner.
3. Edge strip roller (1) according to one of the preceding claims, characterised in that one edge strip (2) is connected to an adjacent edge strip (2) by material closure.
4. Edge strip roller (1) according to one of the preceding claims, characterised in that one edge strip (2) is connected to an adjacent edge strip (2) in non-positive manner.
5. Edge strip roller (1) according to one of the preceding claims, characterised in that the information carrier (4) provides information which is electronically, magnetically,
optically and/or mechanically readable.
6. Device designed for processing an edge strip roller (1) according to one of the preceding
claims, characterised in that the device (5) comprises a reader in order to read information provided by an information
carrier (4), in that the device (5) comprises a roll magazine (51), a roll draw-off (52) with measuring
wheel, a length measurement means (53), a confectioning means (54) with first and
second punches, a connecting means (55) and a winding means (56) designed as a double
winder.
7. Device according to Claim 6, characterised in that the roll magazine (51) comprises a plurality of different edge strip rollers, consisting
of in each case one edge strip (2), wherein the edge strips (2) of the different edge
strip rollers (1) differ in at least one of the features: decoration, geometry, material,
consistency, surface property or layered construction.
8. Device according to Claim 6, characterised in that the device (5) has a reader in order to read information which is provided by an
information carrier (4) and is electronically, magnetically, optically and/or mechanically
readable.
9. Device according to Claims 6 to 8, characterised in that the device (5) is an edge gluing facility.
1. Rouleau de bande de chant (1), dans lequel le rouleau de bande de chant (1) présente
au moins deux bandes de chant (2) distinctes, caractérisé en ce que les bandes de chant (2) se distinguent en au moins une des caractéristiques : motif
décoratif, géométrie, matériau, consistance, propriété de surface ou structure stratifiée,
dans lequel les bandes de chant (2) sont disposées dans le sens longitudinal les unes
derrière les autres, donc bout à bout et sont reliées directement les unes aux autres,
dans lequel le rouleau de bande de chant (1) présente au moins un support d'information
(4), qui fournit au moins une information concernant le rouleau de bande de chant
(1), dans lequel le support d'information (4) est disposé au niveau des emplacements
de liaison de bandes de chant adjacentes.
2. Rouleau de bande de chant (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une bande de chant (2) est reliée par complémentarité de forme à une bande de chant
(2) adjacente.
3. Rouleau de bande de chant (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'une bande de chant (2) est reliée par liaison de matière à une bande de chant (2)
adjacente.
4. Rouleau de bande de chant (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'une bande de chant (2) est reliée à force à une bande de chant (2) adjacente.
5. Rouleau de bande de chant (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le support d'information (4) fournit une information pouvant être lue de manière
électronique, magnétique, optique et/ou mécanique.
6. Dispositif réalisé pour traiter un rouleau de bande de chant (1) selon l'une quelconque
des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif (5) présente un appareil de lecture afin de lire une information fournie
par un support d'information (4), que le dispositif (5) comprend un magasin de rouleaux
(51), un système de retrait de rouleau (52) avec une roue de mesure, un système de
dimensionnement de longueur (53), un système de confectionnement (54) avec un premier
et un deuxième poinçon, un système de liaison (55) et un système d'enroulement (56)
réalisé sous la forme d'un double enrouleur.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que le magasin de rouleaux (51) comprend une pluralité de rouleaux de bande de chant
distincts constitués de respectivement une bande de chant (2), dans lequel les bandes
de chant (2) des rouleaux de bande de chant (1) distincts se distinguent en au moins
une des caractéristiques : motif décoratif, géométrie, matériau, consistance, propriété
de surface ou structure stratifiée.
8. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que le dispositif (5) présente un appareil de lecture afin de lire une information fournie
par un support d'information (4) et pouvant être lue de manière électronique, magnétique,
optique et/ou mécanique.
9. Dispositif selon la revendication 6 à 8, caractérisé en ce que le dispositif (5) est une installation d'encollage de chants.