| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 242 602 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
26.03.2014 Patentblatt 2014/13 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.01.2009 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/DE2009/000136 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2009/097835 (13.08.2009 Gazette 2009/33) |
|
| (54) |
VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES METALLPULVERS UND MIT DEM VERFAHREN HERGESTELLTES
METALLPULVER
METHOD FOR PRODUCING A METAL POWDER AND METAL POWDER PRODUCED BY THIS METHOD
PROCÉDÉ DE PRODUCTION D'UNE POUDRE MÉTALLIQUE ET POUDRE MÉTALLIQUE PRODUITE AU MOYEN
DUDIT PROCÉDÉ
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
06.02.2008 DE 102008009133
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
27.10.2010 Patentblatt 2010/43 |
| (73) |
Patentinhaber: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V. |
|
80686 München (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- KIEBACK, Bernd
01728 Possendorf (DE)
- WALTHER, Gunnar
01309 Dresden (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Grambow, Uwe |
|
Pfenning, Meinig & Partner GbR
Patent- und Rechtsanwälte
An der Frauenkirche 20 01067 Dresden 01067 Dresden (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 755 986 DE-B- 1 288 318 US-A- 3 317 285 US-A1- 2003 089 199
|
WO-A-2005/007906 JP-A- 2000 268 630 US-A- 4 414 021
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Metallpulvern und so hergestellte
Metallpulver.
[0002] Metallpulver werden z.B. bei der Herstellung von Präzisionsteilen durch Metal Injection
Molding (MIM), als Komponente der Bindematrix in Diamantwerkzeugen, für magnetorheologische
Flüssigkeiten, Mikrowellen absorbierende Materialien, Spulenkerne in elektronischen
Bauteilen, magnetischen Druckfarben und Toner verwendet. Für solche Anwendungen kommen
derzeit z.B. Carbonyleisenpulver zum Einsatz, deren Herstellung kostenintensiv und
auch unter Umwelt- und Gesundheitsaspekten kritisch zu bewerten ist, da beim Herstellungsprozess
kanzerogene Zersetzungsprodukte (Carbonyle) entstehen.
[0004] Das so gebildete Metallpulver hat jedoch eine sehr große spezifische Oberfläche (>>
1m
2/g), die eine sofortige Wiederoxidation hervorruft. Diese Metallpulver müssen als
pyrophor eingestuft werden und können daher praktisch nicht eingesetzt werden. Es
ist auch bekannt, dass höhere Reduktionstemperaturen zu höheren Sauerstoffgehalten
führen, die erst bei sehr hohen Temperaturen wieder auf vertretbare Werte gesenkt
werden können. Bei diesen hohen Temperaturen (> 1000°C) versintern aber vor allem
feine Pulverteilchen zu einem nicht mehr aufbrechbaren Sinterkuchen. Vor allem die
Herstellung feiner Metallpulver durch H
2-Reduktion ist aber nach dem Stand der Technik nicht möglich.
[0005] Aus der
DE 1 288 318 A1 und dem
US 3,317,285 sind Verfahren für die Herstellung von Metallpulvern bekannt, die für die Weiterverarbeitung
zu einem dispersionsgehärtetem Werkstoff geeignet sind. Es sind dabei im Pulver, wie
auch im Werkstoff schwer schmelzbare Oxide enthalten. Für die Herstellung wird eine
wasserhaltige Verbindung eines Metalls eingesetzt, die in einer Lösung abgeschieden
werden soll, in der ein schwer schmelzbares Oxid, wie ThO
2, Al
2O
3 oder ZrO
2 enthalten ist. Nach einem Trocknen soll mit Wasserstoff reduziert und ein Metallpulver,
in dem das schwer schmelzende Oxid enthalten ist, erhalten werden. Daraus können feste
Metallkörper hergestellt werden, in denen Bereiche mit schwer schmelzbarem Oxid neben
solchen ohne Oxid vorliegen.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Möglichkeiten vorzuschlagen, mit denen Metallpulver
kostengünstig aus Metalloxiden hergestellt werden können, deren Eigenschaften, einen
vielfältigen Einsatz ermöglichen.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Verfahren, das die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist, gelöst. Ein so hergestelltes Metallpulver ist mit dem Anspruch 5 definiert.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung können mit in untergeordneten
Ansprüchen bezeichneten Merkmalen erreicht werden.
[0009] Erfindungsgemäß soll eine zweistufige Wärmebehandlung in einer Wasserstoffatmosphäre
durchgeführt werden. Dabei wird pulverförmiges Metalloxid, als Ausgangswerkstoff eingesetzt.
Das Metalloxid sollte bevorzugt als Agglomerat vorliegen. In der ersten Stufe der
Wärmebehandlung soll zunächst bei Reduktionstemperatur eine bestimmte Zeit eingehalten
werden. Dabei wird das mindestens eine Metalloxid nahezu vollständig reduziert, wobei
sich die relativ hohe spezifische Oberfläche des Metalloxids vorteilhaft auswirkt.
[0010] Anschließend wird die Temperatur durch ein weiteres Aufheizen bei einer zweiten Stufe
der Wärmebehandlung erhöht, wodurch die spezifische Oberfläche des bei der Reduktion
gebildeten Metallpulvers verkleinert wird. Dabei können die in den Agglomeraten enthaltenen
Primärpartikel aufgrund ihrer hohen Sinteraktivität miteinander versintern. Die Agglomerate
versintern untereinander nicht oder nur leicht. Ausgebildete Sinterbrücken lassen
sich leicht mechanisch aufbrechen. Die Ursache für die unterschiedliche Kinetik des
Sinterprozesses liegt darin, dass die Sinteraktivität stark mit kleiner werdendem
Partikelradius zunimmt. Das erfindungsgemäß hergestellte Metallpulver ist nicht pyrophor.
Die Partikelgröße kann je nach eingesetztem Metalloxid 50-80 % der Größe der ursprünglichen
Agglomerate entsprechen.
[0011] Bei der zweiten Stufe der Wärmebehandlung soll die spezifische Oberfläche auf einen
Wert kleiner 0,5 m
2/g, bevorzugt kleiner 0,1 m
2/g verkleinert werden.
[0012] Die erste und auch die zweite Stufe der Wärmebehandlung sollten jeweils über einen
Zeitraum von mindestens 900 s, bevorzugt 1800 s und besonders bevorzugt 3600 s durchgeführt
werden.
[0013] Unter Berücksichtigung eines bei der Erfindung eingesetzten Metalloxids können die
Temperaturen in den beiden Stufen gewählt werden. Dabei sollte ein Temperaturbereich
von 400 bis maximal 600°C in der ersten Stufe der Wärmebehandlung eingehalten sein,
was sich insbesondere bei einem Fe
2O
3 Pulver günstig für die Reduktion auswirkt.
[0014] Bei der zweiten Stufe soll die Temperatur dann erhöht werden, wobei eine Temperatur
von mindestens 650°C eingehalten werden soll. Bevorzugt ist eine Temperatur oberhalb
700°C. Eine Temperaturerhöhung bis hin zur jeweiligen Sintertemperatur des bei der
Reduktion gebildeten Metalls sollte aber vermieden werden.
[0015] Zumindest nach der zweiten Stufe der Wärmebehandlung sollte der Sauerstoffanteil
kleiner 0,5 % sein.
[0016] In einer Alternative der Erfindung kann eine Mischung von Fe
2O
3 und NiO) mit diesem Verfahren reduziert werden und dabei dann ein legiertes bzw.
anlegiertes Metallpulver zu erhalten. Bei einem eingesetzten Pulvergemisch soll der
Anteil an Eisenoxid bei mindestens 50 Masse-% liegen.
[0017] Bei beiden Stufen der Wärmebehandlung sollte der Wasserstoffpartialdruck nahezu konstant
gehalten werden, sodass ggf. gebildeter Wasserdampf abgezogen werden sollte.
[0018] Nachfolgend soll die Erfindung beispielhaft näher erläutert werden.
Ausführungsbeispiel
[0019] Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Eisenpulverherstellung, kann
als Rohstoff Eisenoxid (Fe
2O
3) aus aufbereiteten Beizschlämmen eingesetzt werden, das in großen Mengen in der Stahlindustrie
als Abfallprodukt anfällt. Das durch einen anschließenden Reduktionsprozess erhaltene
Eisenpulver hat eine dem Carbonyleisenpulver vergleichbare Morphologie und ist um
mindestens 50 % kostengünstiger.
[0020] Das eingesetzte Eisenoxidpulver (Fe
2O
3) wies eine mittlere Partikelgröße von 0,3 µm auf und lag in Form von 100 µm großen
Agglomeraten vor. Das Eisenoxidpulver wurde in einem Ofen in einer Wasserstoffatmosphäre
bis 500°C bei der ersten Stufe der Wärmebehandlung aufgeheizt und dabei reduziert.
Die Haltezeit betrug 1 h. Danach wurde bei der zweiten Stufe der Wärmebehandlung die
Temperatur auf 800°C erhöht und eine Haltezeit von 1h eingehalten. Ausgehend von der
ersten Stufe bis zur zweiten Stufe der Wärmebehandlung wurde die spezifische Oberfläche
von ca. 3 m
2/g auf 0,1 m
2/g verringert.
[0021] Das Abkühlen auf Raumtemperatur erfolgte ebenfalls in einer Wasserstoffatmosphäre.
[0022] Das erhaltene Eisenpulver ist nicht pyrophor. Das Eisenoxidpulver wurde nahezu vollständig
zu Eisenpulver reduziert. Der Sauerstoffgehalt lag bei ca. 0,2 %. Die Primärpartikel
der ursprünglich 100 µm großen Agglomerate wurden zu ca. 60-70 µm großen sphärischen
Partikeln versintert, wobei die gebildeten sphärischen Partikel untereinander nur
teilweise kleine Sinterkontakte aufwiesen, die sich jedoch leicht mechanisch aufbrechen
lassen. Auf diese Weise konnte ein fließfähiges sphärisches feines Eisenpulver hergestellt
werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Metallpulvers, bei dem als Ausgangspulver pulverförmiges
Fe2O3 oder ein pulverförmiges Metalloxid, das ein Gemisch von mindestens 50 Masse-% Eisenoxid
und NiO als zweites Metalloxid ist, eingesetzt wird und in einer reduzierenden Wasserstoffatmosphäre
bei einer ersten Stufe einer Wärmebehandlung unterzogen wird, bei der das Metalloxid
reduziert wird; anschließend die Temperatur in einer zweiten Stufe der Wärmebehandlung
auf oberhalb von 650 °C erhöht und über einen Zeitraum von mindestens 900 s die Temperatur
gehalten und dabei die spezifische Oberfläche des vorab durch Reduktion erhaltenen
Metallpulvers auf weniger als 0,5 m2/g verkleinert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Stufe der Wärmebehandlung bei einer Temperatur von mindestens 400 °C und
maximal 600 °C durchgeführt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Stufe der Wärmebehandlung die Temperatur über einen Zeitraum von mindestens
900 s gehalten wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Stufe der Wärmebehandlung die Temperatur über einen Zeitraum gehalten
wird, bis der Sauerstoffanteil im Metallpulver kleiner als 0,5 % ist.
5. Eisenpulver, optional mit Nickel zumindest an der Oberfläche legiert, hergestellt
mit einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer mittleren Partikelgröße
im Bereich 5 µm bis 100 µm und einer spezifischen Oberfläche kleiner 0,5 m2/g.
1. A method for the production of a metal powder, in which powdered Fe2O3 or a powdered metal oxide which is a mixture of at least 50% by weight iron oxide
and NiO as second metal oxide is used as starting powder, and in a reducing hydrogen
atmosphere in a first stage is subjected to a heat treatment in which the metal oxide
is reduced; then the temperature in a second stage of the heat treatment is increased
to above 650°C and the temperature is held over a period of at least 900 s and in
so doing the specific surface area of the metal powder which has previously been obtained
by reduction is reduced to less than 0.5 m2/g.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the first stage of the heat treatment is carried out at a temperature of at least
400°C and at most 600°C.
3. A method according to one of the preceding claims, characterised in that in the first stage of the heat treatment the temperature is held over a period of
at least 900 s.
4. A method according to one of the preceding claims, characterised in that in the first stage of the heat treatment the temperature is held over a period until
the proportion of oxygen in the metal powder is less than 0.5%.
5. Iron powder, optionally alloyed with nickel at least on the surface, produced with
a method according to one of the preceding claims, with an average particle size in
the range 5 µm to 100 µm and a specific surface area smaller than 0.5 m2/g.
1. Procédé de fabrication d'une poudre métallique, dans lequel on utilise en tant que
poudre de départ du Fe2O2 sous forme de poudre ou un oxyde métallique sous forme de poudre, qui est un mélange
d'au moins 50 % en masse d'oxyde de fer et de NiO en tant que deuxième oxyde métallique,
et, dans une atmosphère d'hydrogène réductrice, est soumis lors d'une première étape
à un traitement thermique, au cours duquel l'oxyde métallique est réduit ; puis la
température, dans une deuxième étape du traitement thermique, est élevée à une valeur
supérieure à 650°C et est maintenue à cette température durant un laps de temps d'au
moins 900 s, la surface spécifique de la poudre métallique obtenue préalablement par
réduction étant à cette occasion abaissée à une valeur inférieure à 0,5 m2/g.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la première étape du traitement thermique est mise en oeuvre à une température d'au
moins 400°C et d'au plus 600°C.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, dans la première étape du traitement thermique, la température est maintenue durant
un laps de temps d'au moins 900 s.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, dans la première étape du traitement thermique, la température est maintenue durant
une période de temps allant jusqu'à ce que la proportion de l'oxygène dans la poudre
métallique soit inférieure à 0,5 %.
5. Poudre de fer, en option alliée à du nickel au moins en surface, fabriquée par un
procédé selon l'une des revendications précédentes, ayant une taille moyenne de particule
comprise dans la plage de 5 à 100 µm et une surface spécifique inférieure à 0,5 m2/g.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente
In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur
- W. SCHATTK.-P. WIETERSB. KIEBACKPulvermetallurgie-Technologien und WerkstoffeSpringer-Verlag2007000025- [0003]