Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Handpipettiergerät gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
Stand der Technik
[0002] Das präzise Messen von Flüssigkeitsvolumen und das Überführen eines genau abgemessenen
Flüssigkeitsvolumens von einem ersten Gebinde in ein zweites Gebinde zählen weltweit
in den chemischen und physikalischen Labors zu den häufigsten Arbeitsschritten. Als
Pipettierhilfen sind sogenannte Peleusbälle in den Labors standardmässig im Einsatz.
Nachdem der Peleusball auf eine handelsübliche Messpipette aufgesetzt wird, muss die
sich im Ball befindliche Luft über ein der Pipette gegenüberliegendes Kugelventil
ausgedrückt werden. Durch Betätigung von zwei weiteren Kugelventilen kann der Flüssigkeitsspiegel
in der Pipette gehoben oder gesenkt werden. Ein Nachteil eines Peleusballes liegt
einerseits in der Möglichkeit, dass Flüssigkeit versehentlich in den Ball einsaugbar
ist und diesen dadurch kontaminiert. Ein weiterer Nachteil ist, dass zur Bedienung
der Kugelventile der Daumen und ein weiterer Finger einer Hand benötigt werden und
die Bedienung der Kugelventile motorisches Feingefühl erfordert.
[0003] In Labors werden auch andere Konstruktionen zum gefahrlosen Abmessen von Flüssigkeiten
verwendet. Ergonomische und sichere Pipettierhilfen sind Handpipettiergeräte, in die
die serologischen Pipetten eingesteckt werden. Mit einer Rändelschraube lässt sich
die Pipettiergeschwindigkeit stufenlos einstellen. Durch Druck auf einen oberen Dosierknopf
wird Flüssigkeit kontrolliert angesaugt. Ein untere Dosierknopf dient dem präzisen
Abgeben der Flüssigkeit, das auch tropfenweise möglich ist. Ein Sterilfilter im Pipettierkopf
verhindert Kontaminationen. Diese Pipettierhilfen werden mit elektrischem Strom, insbesondere
mit Akkus betrieben. Die Betriebsdauer solcher Handpipettiergeräte ist durch den relativ
hohen Strombedarf der Ansaugvorrichtung begrenzt.
[0004] Die Entnahme von Flüssigkeit aus Gebinden verlangt hohe Konzentration, insbesondere
wenn eine optisch Beeinträchtigung besteht, weil z. B. die Gebinde aus Buntglas bestehen
oder komplett blickdicht sind. Einerseits ist es dann schwer feststellbar, ob die
Pipettenspitze tatsächlich in die Flüssigkeit eintaucht, andererseits ist die Skala
auf der Pipette schwer ablesbar. Insbesondere in tiefen Gebinden, in denen der Flüssigkeitsspiegel
niedrig ist, zeigt sich die Entnahme von genauer Flüssigkeitsentnahme als kompliziert
und anstrengend. Diese Nachteile gelten genauso für die Entleerung von Flüssigkeiten
aus der Pipette in oben beschriebene Gebinde, wo beispielsweise ein Kontakt zwischen
einem Gebinde und der Pipettenspitze vermieden werden soll.
[0005] Aus der
US 5,919,706 ist ein Pipettiergerät bekannt, welches mit einer Einrichtung zur Messung der Höhe
eines Flüssigkeitsspiegels ausgestattet ist. Die Einrichtung umfasst eine Lichtquelle
und eine an die Lichtquelle anschliessende lichtleitende Faser, an welcher das Licht
fokussiert in Gestalt eines dünnen Messstrahls austritt. Die lichtleitende Faser ist
im unteren Bereich eines Ansatzrohrs, auf welches eine auswechselbare Pipettenspitze
aufsteckbar ist, angeordnet.
[0006] Für die Qualität der Messung ist ein eindeutiges und genau fokussiertes Lichtsignal
notwendig. Der Fokussierung des Messstrahls dient das untere Ende des lichtausstrahlenden
Körpers in Gestalt einer Sammellinse. Das austretende Licht wird an einem Flüssigkeitsspiegel
reflektiert und abhängig von der Höhe des Flüssigkeitsspiegels und der Beschaffenheit
der Flüssigkeit partiell in dieser absorbiert. Das reflektierte Licht ist im Unterschied
zum austretenden Licht von abgeschwächter Intensität. Die Intensitätsdifferenz des
ein- und austretenden Lichtstrahls dient der Erzeugung eines elektrischen Messsignals.
[0007] Der austretende Lichtstrahl wirkt als berührungsloser Messstrahl und ist spezifisch
an diese Aufgabe angepasst. Das verwendete Licht ist daher völlig ungeeignet andere
Aufgaben, wie beispielsweise die Ausleuchtung der Umgebung der Pipette oder der Pipettenskala,
zu übernehmen. Der Vorteil des beschriebenen Pipettiergeräts ist, dass der Benutzer
die Höhe des Flüssigkeitsspiegels angezeigt wird. Nachteilig hingegen ist, dass das
Pipettiergerät durch die zusätzliche Messeinrichtung relativ teuer in der Herstellung
ist.
Aufgabe der Erfindung
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die geschilderten Nachteile zu vermeiden.
Es soll ein Handpipettiergerät geschaffen werden, dessen Handhabung weniger Konzentration
erfordert, sodass z. B. ein ungewolltes Ansaugen von Luft, z. B. weil die Pipettierspitze
nicht einsehbar ist, vermieden werden kann. Dabei soll das Handpippetirergerät besonders
einfach aufgebaut und kostengünstig sein. Auch soll das Ablesen der Messskala auf
der Pipette vereinfacht werden. Noch ein Ziel ist es dass der Strombedarf des vorgeschlagenen
Handpipettiergeräts möglichst gering ist.
Beschreibung
[0009] Erfindungsgemäss wird die erwähnte Aufgabe bei einem Handpipettiergerät gemäss dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass die Lichtquelle in kurzem Abstand
zu der Längsachse der Pipettenaufnahme am Gehäuse vorgesehen ist und an der Lichtquelle
eine optische Einrichtung vorgesehen ist, welche einen Lichtkegel der aus der Lichtquelle
austretenden Lichtstrahlen erzeugt.
[0010] Das erfindungsgemässe Handpipettiergerät besitzt den Vorteil, dass die Pipettenspitze
und deren nahe Umgebung während des Aspirierens oder Dispensierens durch den Lichtkegel
ausgeleuchtet sind. Dadurch, dass sich die Lichtquelle am Gehäuse in kurzem Abstand
zur Pipettenaufnahme befindet, kann der Lichtkegel ungehindert den Bereich um die
Pipettenspitze ausleuchten. Die Lichtquelle kann in das Gehäuse voll integriert sein.
Die Lichtquelle besitzt daher keinerlei Vorsprünge oder Absätze, die während der Arbeit
mit dem Handpipettiergerät verschmutzen oder abbrechen könnten.
[0011] Ein ungewolltes Ansaugen von Luft, das dadurch zustande kommt, dass sich die Pipettenspitze
während des Ansaugvorgangs oberhalb des Flüssigkeitsspiegels der zu aspirierenden
Flüssigkeit befindet, ist durch die sehr guten Ausleuchtungsverhältnisse einfach vermeidbar.
Ein weiterer Vorteil der Lichtquelle besteht darin, dass die Skalierung der verwendeten
Pipette gut ausgeleuchtet und ablesbar ist. Die Präzision eines Pipettiervorgangs
lässt sich daher durch das erfindungsgemässe Handpipettiergerät in einfacher und kostengünstiger
Weise verbessern. Zur Ausformung des Lichtkegels ist vorzugsweise eine Zerstreuungslinse
vorgesehen. Denkbar sind aber auch andere optische Einrichtungen, welche einen Lichtkegel
erzeugen.
[0012] Da der Platzbedarf der Lichtquelle gering ist, besitzt das erfindungsgemässe Handpipettiergerät
trotz der vorhandenen Lichtquelle eine handliche Grösse, welche sich von Handpipettiergeräten
ohne Lichtquelle nicht unterscheidet. Auch bleibt der Ablauf des Pipettiervorgangs
im Vergleich zu einem Handpipettiergerät ohne Lichtquelle unverändert. Es sind keine
zusätzlichen Handgriffe notwendig, um das erfindungsgemässe Handpipettiergerät zu
bedienen.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Lichtquelle eine LED, welche Licht im
Wesentlichen im sichtbaren Lichtspektrum emittiert. LED's sind dafür bekannt, eine
gute Lichtausbeute bei vergleichsweise geringem Stromverbrauch und eine sehr lange
Lebensdauer zu besitzen. Die LED gewährleistet, dass die Dauer der Betriebszeit des
Handpipettiergeräts durch das Vorsehen der Lichtquelle möglichst wenig beeinträchtigt
ist. Denkbar ist auch der Einsatz anderer Lichtquellen, die oben erwähnte Anforderungen
erfüllen. LED's haben in ihr Gehäuse zumeist eine Optik integriert, sodass das aus
der LED austretende Licht die Gestalt eines Kegels besitzt
[0014] Zweckmässigerweise leuchten die Lichtstrahlen im Abstand von 300 mm von der Lichtquelle
einen Kreisdurchmesser zwischen 1,5 cm und 5 cm, besonders bevorzugt zwischen 2 cm
und 4 cm und ganz besonders bevorzugt zwischen 2,5 und 3,5 cm aus. Da Standardpipetten
eine Länge von 290 mm besitzen, liegt der Kreisdurchmesser mit obigen Abmessungen
im Wesentlichen auf der Höhe der aufgenommenen Pipettenspitze. Die Abmessungen des
Kreisdurchmessers auf Höhe der Pipettenspitze sind nur erzielbar, wenn die Lichtstrahlen
in Gestalt eines Lichtkegels vorhanden sind. Die kreisförmige Ausleuchtung führt dazu,
dass der Flüssigkeitsspiegel, in den die Pipette taucht, bei schlechten Lichtverhältnissen,
wie sie beispielsweise in einem lichtundurchlässigen Behältnis vorherrschen, erkennbar
ist. Das Arbeitsfeld ist zudem besser ausgeleuchtet als die Umgebung. Schattenwurf
des Benutzers oder des Handpipettiergeräts, der sich zwangsläufig bei herkömmlicher
Deckenbeleuchtung ergibt, wird zuverlässig durch die zusätzliche Leuchtquelle am Handpipettiergerät
kompensiert. Für den Anwender ist es zu jedem Zeitpunkt möglich, einen unbeabsichtigten
Kontaktverlust zwischen Pipettenspitze und Flüssigkeit zu vermeiden.
[0015] Dadurch dass der Winkel zwischen der Längsachse der Pipettenaufnahme und der Längsachse
der Lichtquelle 0 - 5 Grad, bevorzugt 1 - 4 Grad und ganz besonders bevorzugt 2 -
3 Grad beträgt, ist sichergestellt, dass die Pipettenspitze und deren nahe Umgebung
optimal ausgeleuchtet ist.
[0016] Mit Vorteil ist der Stromkreis der Lichtquelle durch die Aspiriertaste und/oder die
Dispensiertaste schliessbar und unterbrechbar.. Die Lichtquelle wird daher erst eingeschaltet,
wenn die Aspiriertaste oder die Dispensiertaste betätigt werden. Auf zusätzliche Schalter
und Bedienungsabläufe zum Ein- und Ausschalten der Lichtquelle kann verzichtet werden.
Die Lichtquelle ist automatisch nur dann eingeschaltet, wenn die Ausleuchtung der
Umgebung der Pipettenspitze während des Pipettierens auch benötigt ist. Der Stromverbrauch
der Lichtquelle ist durch diese elektrische Schaltung auf das Minimum reduziert.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform ist im Stromkreis der Lichtquelle eine Verzögerungsschaltung
vorgesehen, welcher die Lichtquelle nach Betätigung der Aspiriertaste oder der Dispensiertaste
nach 1 bis 30 Sekunden, bevorzugt nach 3 bis 20 Sekunden und besonders bevorzugt nach
5 bis 6 Sekunden ausschaltet. Die Verzögerungsschaltung bewirkt eine Ausschaltverzögerung.
Die eingeschaltete Lichtquelle leuchtet den Bereich der Pipettenspitze daher auch
noch aus, wenn der Pipettiervorgang abgeschlossen ist. Bei Transferierung der aspirierten
Flüssigkeit in ein weiteres Gefäss ist dieses ausgeleuchtet, ohne dass die Dispensiertaste
betätigt werden muss. Auch ist durch die Verzögerungsschaltung nach durchgeführtem
Aspirirer- oder Dispensiervorgang ein weiterer ungewollter Kontakt der Pipettenspitze
mit der Flüssigkeit, der durch schlechte Lichtverhältnisse zustande kommen kann, einfach
vermeidbar.
[0018] In einer Ausführungsvariante ist die Lichtquelle mit einem separaten Schalter aktivierbar.
Die Lichtquelle ist dadurch individuell nach dem Bedarf des Anwenders nutzbar.
[0019] Vorteilhaft ist die Lichtquelle an einem separaten Bauteil angeordnet, das mit dem
Gehäuse des Handpipettiergeräts lösbar verbindbar ist. Eine nachträgliche Ausrüstung
eines Handpipettiergeräts mit der Lichtquelle ist durch dieses Konstruktionsmerkmal
ermöglicht.
[0020] Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante ist die Lichtquelle an einem
Beleuchtungsträger angebracht. Da der Beleuchtungsträger ein separates Bauteil darstellt,
ist die Lichtquelle besonders einfach integrierbar.
[0021] Dadurch, dass der Beleuchtungsträger mit Vorteil aus einer ersten Stellung in eine
zweite Stellung verschwenkbar ist, ist die Lichtquelle in der zweiten Stellung immer
optimal positioniert, um die Pipettenspitze, ein Gebinde und den Flüssigkeitsspiegel
im Gebinde auszuleuchten.
[0022] An der Aussenseite des Gehäuses sind vorteilhaft von aussen abgreifbare elektrische
Kontakte angeordnet, welche mit am Beleuchtungsträger angeordneten elektrischen Kontakten
zusammenwirken. Die elektrischen Kontakte haben den Effekt, dass der Stromkreis zwischen
der Lichtquelle und einer Spannungsquelle nur in der zweiten Stellung des Beleuchtungsträgers
geschlossen ist. Ein ungewolltes Einschalten der Lichtquelle ist dadurch zuverlässig
vermeidbar.
[0023] Zweckmässigerweise sind die Lichtquelle und die Druck- bzw. Unterdruckquelle durch
einen Akkumulator mit Strom versorgt. Die Bedienung des erfindungsgemässen Handpipettiergeräts
ist daher unabhängig von einer externen Stromversorgungsquelle und nicht durch Stromversorgungskabel
eingeschränkt. Erst der geringe Stromverbrauch der Lichtquelle erlaubt die Verwendung
eines Akkumulators.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren in schematischer
Darstellung näher im Detail beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines Handpipettiergeräts mit Beleuchtungsträger, einer in den
Beleuchtungsträger integrierten Lichtquelle und einer in dem Handpipettiergerät aufgenommenen
Pipette;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht des Handpipettiergeräts;
- Figur 3
- eine Detailansicht des Beleuchtungsträgers;
- Figur 4
- eine Detailansicht des Handpipettiergeräts;
- Figur 5
- eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsvariante des Handpipettier- geräts mit
einer im Gehäuse integrierten Lichtquelle und
- Figur 6
- eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsvariante, bei der die Licht- quelle in
einem separaten Anbau integriert ist.
[0025] Figur 1 und 2 zeigen ein Handpipettiergerät 11 mit einem L-förmigen Gehäuse 13 mit
zwei Schenkeln (15,21). Der erste Schenkel des L-förmigen Gehäuses 13 dient als Handgriff
15. In dem Handgriff 15 sind eine Aspiriertaste 17 und eine Dispensiertaste 19 aufgenommen.
Die Aspiriertaste 17 wird vom Zeigefinger, die Dispensiertaste 19 vom Mittelfinger
eines Benutzers bedient. Am dem Griff 15 abgewandten Ende des zweiten Schenkels 21
des L-förmigen Gehäuses 13 befindet sich etwa parallel zum Griff 15 eine Pipettenaufnahme
23. Die Pipettenaufnahme 23 besitzt eine kreisrunde Öffnung 25 in die eine handelsübliche
Pipette 24 mit einem ersten Ende einschiebbar ist. Ein zweites offenes Ende der Pipette
24 ist als Spitze 26 ausgeformt.
[0026] Zwischen der Pipettenaufnahme 25 und dem zweiten Schenkel 21 ist ein Beleuchtungsträger
27 versschwenkbar an dem zweiten Schenkel 21 aufgenommen. Der Beleuchtungsträger 27
ist zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung verschwenkbar. Die Drehachse
29 des Beleuchtungsträgers 27 entspricht in diesem Ausführungsbeispiel der Längsachse
31 der Pipettenaufnahme. Denkbar ist es auch, dass der Beleuchtungsträger fest mit
dem zweiten Schenkel 21 verbunden ist und sich dauerhaft in der ersten oder der zweiten
Stellung befindet.
[0027] Die Figuren 3 und 4 zeigen den Beleuchtungsträger 27 näher im Detail. Der Beleuchtungsträger
27 besitzt ein Gehäuse 28, einen ersten Fortsatz 33 und einen zweiten Fortsatz 35,
welche Fortsätze sich gegenüberliegen. In dem Gehäuse 28 ist eine Zwischenplatte 36
formschlüssig aufgenommen.
[0028] Im ersten Fortsatz 33 ist eine Lichtquelle 37 so positioniert, dass die Lichtquelle
37 in Richtung der Spitze 26 einer aufgenommenen Pipette 24 strahlt. Die Lichtquelle
37 ist vorzugsweise eine Leuchtdiode, es kann aber auch jedes andere geeignete Leuchtmittel
verwendet werden, wenn dessen Stromverbrauch gering ist und für den vorliegenden Anwendungszweck
eine ausreichende Lichtausbeute erzielbar ist. Eine optische Einrichtung (in den Figuren
nicht dargestellt), vorzugsweise eine Zerstreuungslinse, dient dazu, dass das austretende
Licht die Form eines Lichtkegels 38 besitzt. Durch den Lichtkegel 38 ist gewährleistet,
dass nicht nur die Pipettenspitze 26, sondern auch deren Umgebung im Bereich von einem
Durchmesser von ca. 3 cm ausgeleuchtet ist.
[0029] Im zweiten Fortsatz 35 befindet sich ein erster und zweiter elektrischer Kontakt
39,41. Die elektrischen Kontakte 39,41 sind auf der Zwischenplatte 36 befestigt. Figur
3 und 4 lassen erkennen, dass der erste und zweite elektrische Kontakt 39,41 resp.
43,45 verschiedene Abstände zur Drehachse 29 aufweisen und sich auf einer Geraden
befinden, die durch die Drehachse 29 verläuft. Denkbar wäre es auch, dass die elektrischen
Kontakte 39,41 sich auf einem Kreisbogen bezüglich der Drehachse 29 befinden.
[0030] Aus Figur 3 ist ersichtlich, dass am zweiten Schenkel 21 in kurzem Abstand zur Pipettenaufnahme
zwei weitere elektrische Kontakte 43,45 derartig angebracht sind, dass diese mit den
elektrischen Kontakten 39,41 des Beleuchtungsträgers 27 zur Deckung gebracht werden
können.
[0031] Die Stromversorgung erfolgt durch die zentrale Spannungsquelle des Handpipettiergeräts
11, bei welcher Spannungsquelle es sich in dem Ausführungsbeispiel um einen Akkumulator
handelt. Denkbar wäre es auch, dass die Lichtquelle 37 von einer separaten Spannungsquelle
versorgt wird und der Stromkreis der Lichtquelle 37 durch einen separaten Schalter
46 schliessbar und unterbrechbar ist Der optionale Schalter 46 ist nur in Figur 6
dargestellt. Im Beleuchtungsträger ist eine nicht näher dargestellte Elektronik integriert,
die die vorhandene Spannung an die erforderliche Spannung der Lichtquelle 37 anpasst,
falls die gelieferte elektrische Spannung nicht mit der benötigten elektrischen Spannung
der Lichtquelle 37 übereinstimmt. Eine weitere Aufgabe erwähnter Elektronik ist es,
dass mit Betätigen der Dispensiertaste 19 die Spannungsversorgung der Lichtquelle
nicht augenblicklich unterbrochen wird, sondern die Lichtquelle 37 noch ca. 5 bis
30 Sekunden weiterleuchtet.
[0032] Das erfindungsgemässe Handpipettiergerät 11 funktioniert wie folgt: Nachdem eine handelsübliche Pipette 24 in die Pipettenaufnahme 23 eingeführt wurde,
wird der Beleuchtungsträger 27 aus der ersten Stellung in die zweite Stellung verschwenkt.
In der zweiten Stellung werden die elektrischen Kontakte 39,41 des Beleuchtungsträgers
mit den elektrischen Kontakten 43,45 des zweiten Schenkels 21 zur Deckung gebracht.
Sodann wird die Pipettenspitze 26 in eine zu aspirierende Flüssigkeit in einem Gebinde
getaucht. Um ungewollte Entleerungen einer zentralen Stromversorgung, die sich im
Griff 15 befindet, zu vermeiden, wird der Stromkreis zwischen Stromversorgung und
Lichtquelle 37 erst durch Betätigen der Aspieriertaste 17 geschlossen. Die Lichtquelle
37 ist während des Aspiriervorgangs aktiv und beleuchtet die Pipettenspitze 26 und
den Flüssigkeitsspiegel etwa 3 cm rund um die Pipettenspitze 26 herum. So ist für
den Benutzer des Handpipettiergeräts 11 während des gesamten Aspiriervorgangs einsehbar,
ob die Pipettenspitze 26 in die Flüssigkeit taucht. Ein Leeransaugen von Luft ist
für den Benutzer leicht vermeidbar.
[0033] Nachdem die Dispensiertaste 19 betätigt wurde, um die Pipette 24 zu entleeren, leuchtet
die Lichtquelle noch etwa 5 bis 30 Sekunden nach. Die Pipettenspitze 26 und der aus
der Pipette 24 austretende Flüssigkeitsstrahl sind ausgeleuchtet. Der Benutzer kann
den Flüssigkeitsstrahl einfach in der gewünschten Bahn halten. Auch ist für das Auge
des Benutzers leicht erkennbar, ob die Pipettenspitze 26 in die Flüssigkeit eintaucht,
oder nicht. Das Nachleuchten der Lichtquelle 37 bewirkt, dass der Benutzer durch optische
Kontrolle einfach feststellen kann, ob die Pipettenspitze 26 nach dem Dispensieren
der Flüssigkeit nicht ungewollt nochmals in die Flüssigkeit taucht. Die Leuchtquelle
37 ermöglicht folglich ein ermüdungsfreies Arbeiten, das dem Benutzer des Handpipettiergeräts
weniger Konzentration abverlangt.
[0034] Möchte der Benutzer das Handpipettiergerät 11 kurzzeitig, etwa auf einem Labortisch,
ablegen, so verschwenkt er den Beleuchtungsträger 27 aus der zweiten in die erste
Stellung. Der Stromkreis zwischen der Spannungsquelle und der Lichtquelle 37 wird
unterbrochen und das Handpipettiergerät 11 kann abgelegt werden, ohne dass die Pipettenspitze
26 die Ablageoberfläche berührt und dadurch verschmutzt werden würde.
[0035] Die Figur 5 zeigt eine Ausführungsvarianten des Handpipettiergeräts 11, bei dem die
Lichtquelle 37 im Gehäuse in kurzem Abstand zur Pipettenaufnahme 23 angeordnet ist.
Diese Ausführungsvariante hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Handgriffe notwendig
sind, um das Handpipettiergerät 11 zu bedienen. Die Lichtquelle 37 ist an der Unterseite
des Schenkels 21 voll in Gehäuse integriert. Die Lichtquelle 37 befindet sich daher
innerhalb des Gehäuses 13 und die Lichtstrahlen verlassen das Gehäuse durch eine entsprechend
dimensionierte Durchgangsöffnung (in Figur 5 nicht erkennbar). Das Gehäuse ist aus
zwei Halbschalen 13a,13b gebildet, wobei an jeder Halbschale 13a,13b ein halbes Teil
der Durchgangsöffnung vorgesehen ist. Die Halbschalen sind dadurch bei der Herstellung
einfach aus den Gussformen zu entformen. Durch die Lichtquelle 37 sind keine Vorsprünge
oder Fortsätze gebildet, welche verschmutzen oder dem Benutzer bei der Bedienung des
Handpipettiergeräts 11 hinderlich sein könnten. Da die Lichtquelle 37 einen sehr geringen
Platzbedarf besitzt, bleiben die Abmessungen des Gehäuses im Vergleich zu einem Handpipettiergerät
ohne Lichtquelle unverändert.
[0036] Wie Figur 6 erkennen lässt, ist auch eine Ausführungsform denkbar, bei der die Lichtquelle
37 in einem separaten Gehäusefortsatz 47 integriert ist. Der Einbau der Lichtquelle
37 in den Gehäusefortsatz 47 lässt sich einfach durchführen, da in dem Gehäusefortsatz
47 ausreichend Platz vorhanden ist. Der Fortsatz kann am zweiten Schenkel 21 in kurzem
Abstand zur Pipettenaufnahme 23 angeordnet sein. Bei dieser Anordnung der Lichtquelle
37 ist es vermieden, dass Finger des Benutzers, welche die Aspirier- und Dispensiertaste
17,19 bedienen, sich innerhalb der Lichtstrahlen der Lichtquelle 37 befinden und demzufolge
einen Schatten werfen.
[0037] Zusammenfassend kann folgendes festgehalten werden:
Ein Handpipettiergerät 11 ist zusätzlich mit einer Lichtquelle 37 ausgerüstet. Die
Lichtquelle 37 dient der Beleuchtung der Spitze 26 einer handelsüblichen Pipette 24,
welche in einer Pipettenaufnahme 23 aufgenommen ist. Die Lichtquelle 37 ist direkt
in dem Gehäuse 13 des Handpipettiergeräts 11 integriert und befindet sich in kurzem
Abstand und parallel zur Längsachse 31 der Pipettenaufnahme 23. Über eine Aspiriertaste
17 wird die Lichtquelle 37 eingeschaltet. Bei Betätigung einer Dispensiertaste 19
leuchtet die Lichtquelle 37 eine gewisse Zeit nach, bevor sie erlischt.
[0038] Die Lichtquelle 23 kann auch in einem Beleuchtungsträger 27 integriert sein. Am Beleuchtungsträger
27 und am Gehäuse 13 sind jeweils mindestens zwei elektrische Kontakte 39,41,43,45
angebracht. Ist der Beleuchtungsträger 27 zur Seite in eine erste Stellung verdreht,
so sind die elektrischen Kontakte des Gehäuses 43,45 und die elektrischen Kontakte
des Beleuchtungsträgers 39,41 voneinander getrennt. Befindet sich der Beleuchtungsträger
27 in einer zweiten Stellung, ist der Stromkreis zwischen der Spannungsquelle im Handpipettiergerät
11 und der Lichtquelle 23 geschlossen, die Kontakte 39,41 sind mit den Kontakten 43,45
verbunden. Der Beleuchtungsträger 27 ist abnehmbar und auf das Handpipettiergerät
11 wieder aufsteckbar.
[0039] Noch eine Möglichkeit der Befestigung der Lichtquelle 37 besteht darin, dass die
Lichtquelle 37 in einem Gehäusefortsatz 47 aufgenommen ist.
Legende:
[0040]
- 11
- Handpipettiergerät
- 13
- Gehäuse
- 13a,13b
- Halbschalen des Gehäuses
- 15
- Griff (erster Schenkel)
- 17
- Aspiriertaste
- 19
- Dispensiertaste
- 21
- Zweiter Schenkel
- 23
- Pipettenaufnahme
- 24
- Pipette
- 25
- Öffnung
- 26
- Pipettenspitze
- 27
- Beleuchtungsträger
- 28
- Gehäuse des Beleuchtungsträgers
- 29
- Drehachse des Beleuchtungsträgers
- 31
- Längsachse der Pipettenaufnahme
- 33
- Erster Fortsatz
- 35
- Zweiter Fortsatz
- 36
- Zwischenplatte
- 37
- Lichtquelle
- 38
- Lichtkegel
- 39
- Erster elektrischer Kontakt am Beleuchtungsträger
- 41
- Zweiter elektrischer Kontakt am Beleuchtungsträger
- 43
- Erster elektrischer Kontakt am Gehäuse
- 45
- Zweiter elektrischer Kontakt am Gehäuse
- 46
- Separater Schalter
- 47
- Gehäusefortsatz
1. Handpipettiergerät (11) mit
- einem Gehäuse (13),
- einer Pipettenaufnahme (23) am Gehäuse (13) für eine auswechselbare Pipette (24),
welche Pipette (24) mit einem ersten Ende in der Pipettenaufnahme (23) aufgenommen
ist und eine Spitze (26) als zweites Ende aufweist,
- einer Unterdruckquelle für das Aspirieren einer Flüssigkeit,
- einer Überdruckquelle für das Dispensieren einer aspirierten Flüssigkeit,
- einer Luftleitung, welche die Unterdruck- sowie die Überdruckquelle mit der Pipettenaufnahme
verbindet
- einer wenigstens teilweise elektrisch ansteuerbaren Ventileinrichtung, welche in
der Luftleitung angeordnet ist,
- einer am Gehäuse vorgesehenen Aspiriertaste (17), sowie
- einer Dispensiertaste (19) und
- einer Lichtquelle (37)
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lichtquelle (37) in kurzem Abstand zu der Längsachse (31) der Pipettenaufnahme
(23) am Gehäuse (13) vorgesehen ist und an der Lichtquelle eine optische Einrichtung
vorgesehen ist, welche einen Lichtkegel (38) der aus der Lichtquelle austretenden
Lichtstrahlen erzeugt.
2. Handpipettiergerät (11) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle eine LED ist, welche Licht im Wesentlichen im sichtbaren Lichtspektrum
emittiert.
3. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstrahlen im Abstand von 300 mm von der Lichtquelle (37) einen Kreisdurchmesser
zwischen 1,5 cm und 5 cm, besonders bevorzugt zwischen 2 cm und 4 cm und ganz besonders
bevorzugt zwischen 2,5 und 3,5 cm ausleuchten.
4. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel zwischen der Längsachse (31) der Pipettenaufnahme (23) und der Längsachse
der Lichtquelle (37) 0 - 5 Grad, bevorzugt 1 - 4 Grad und ganz besonders bevorzugt
2 - 3 Grad beträgt.
5. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Stromkreis der Lichtquelle (37) durch die Aspiriertaste (17) und/oder die Dispensiertaste
(19) schliessbar und unterbrechbar ist.
6. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Stromkreis der Lichtquelle (37) eine Verzögerungsschaltung vorgesehen ist, welche
die Lichtquelle (37) nach Betätigung der Aspiriertaste (17) oder der Dispensiertaste
(19) nach 1 bis 30 Sekunden, bevorzugt nach 3 bis 20 Sekunden und besonders bevorzugt
nach 5 bis 6 Sekunden ausschaltet.
7. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (37) mit einem separaten Schalter (46) aktivierbar ist.
8. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (37) an einem separaten Bauteil angeordnet ist, das mit dem Gehäuse
(13) des Handpipettiergeräts (11) lösbar verbindbar ist.
9. Handpipettiergerät (11) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (37) an einem Beleuchtungsträger (27) angebracht ist.
10. Handpipettiergerät (11) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Beleuchtungsträger (27) aus einer ersten Stellung, in eine zweite Stellung verschwenkbar
ist.
11. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der Aussenseite des Gehäuses von aussen abgreifbare elektrische Kontakte (43,45)
angeordnet sind, welche mit am Beleuchtungsträger (27) angeordneten elektrischen Kontakten
(39,41) zusammenwirken.
12. Handpipettiergerät (11) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen den elektrischen Kontakten (43,45) am Gehäuse und den elektrischen
Kontakten (39,41) des Beleuchtungsträgers (27) unterbrochen sind, wenn sich der Beleuchtungsträger
(27) in der ersten Stellung befindet und dass die Kontakte (43,45) am Gehäuse mit
den Kontakten (39,41) am Beleuchtungsträger verbunden sind, wenn sich der Beleuchtungsträger
(24) in der zweiten Stellung befindet.
13. Handpipettiergerät (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (37) und die Druck- bzw. Unterdruckquelle durch einen Akkumulator
mit Strom versorgt sind.