(19)
(11) EP 2 243 596 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.10.2010  Patentblatt  2010/43

(21) Anmeldenummer: 10160048.4

(22) Anmeldetag:  15.04.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25B 13/00(2006.01)
B25B 13/56(2006.01)
B25B 13/48(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA ME RS

(30) Priorität: 21.04.2009 DE 202009005858 U

(71) Anmelder: Schünke und Bockmühl Gmbh
57223 Kreuztal-kredenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Schünke, Hermann
    57271, Hilchenbach (DE)

(74) Vertreter: Lippert, Stachow & Partner 
Patentanwälte Postfach 30 02 08
51412 Bergisch Gladbach
51412 Bergisch Gladbach (DE)

   


(54) Universalschlüssel


(57) Die Erfindung betrifft einen Universalschlüssel, insbesondere Schaltschrankschlüssel, mit mehreren von einem zentralen Grundkörper (1) ausgehenden Schlüsselarmen (2), an denen Werkzeugköpfe (7, 8) und/oder Aufnahmeeinrichtungen zum Anbringen gesonderter Werkzeugköpfe angeordnet sind. Um einen solchen Universalschlüssel noch weiter zu verbessern und die Anzahl der Werkzeugköpfe, die an dem Universalschlüssel vorgesehen sein können, noch zu erhöhen, ist mindestens an einem der Schlüsselarme (2) ein Revolverelement (3, 4, 5, 6) vorgesehen, welches an seinen beiden Endbereichen je einen Werkzeugkopf (7, 8) und/oder eine Aufnahmeeinrichtung für weitere Werkzeugköpfe aufweist. Das Revolverelement kann zwischen zwei Betriebsstellungen, in denen es zu den jeweiligen Schlüsselarmen (2) ausgerichtet ist, um 180° schwenkbar sein.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Universalschlüssel, insbesondere einen Schaltschrankschlüssel, mit mehreren von einem zentralen Grundkörper ausgehenden Schlüsselarmen, an denen Werkzeugköpfe und/oder Aufnahmeeinrichtungen zum Anbringen gesonderter Werkzeugköpfe angeordnet sind.

[0002] Bei einem bekannten Universalschlüssel der genannten Art (DE 20 216 936) sind an einem zentralen Grundkörper vier stationäre Schlüsselarme vorgesehen, an deren Enden verschiedene Werkzeugköpfe angeordnet sind. Der zentrale Grundkörper weist einen zusätzlichen Werkzeugkopf auf, der senkrecht zu der Ebene, die durch die Schlüsselarme gebildet ist, ausgerichtet ist. Auf die Werkzeugköpfe lassen sich mittels Adaptereinrichtungen weitere Werkzeugköpfe aufstecken.

[0003] Ein solcher Universalschlüssel hat sich zwar in der Praxis bestens bewährt, jedoch soll dieser noch weiter verbessert werden, indem die Anzahl der Werkzeugköpfe, die an dem Universalschlüssel vorgesehen sind, noch erhöht wird.

[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass mindestens an einem der Schlüsselarme ein Revolverelement vorgesehen ist, dass das Revolverelement an seinen beiden Endbereichen je einen Werkzeugkopf und/oder eine Aufnahmeeinrichtung für weitere Werkzeugköpfe aufweist und dass das Revolverelement zwischen zwei Betriebsstellungen, in denen es zu den jeweiligen Schlüsselarmen ausgerichtet ist, um 180° schwenkbar ist.

[0005] Durch die Anordnung der Revolverelemente lässt sich die Anzahl der unmittelbar an dem Universalschlüssel vorgesehenen Werkzeugköpfe auf relativ einfache Weise vergrößern.

[0006] Wenn jeder Schlüsselarm mit einem Revolverelement ausgestattet ist, lässt sich also die Anzahl der Werkzeugköpfe, die fest mit dem Universalschlüssel verbunden sind, verdoppeln.

[0007] Jeder mit dem Revolverelement ausgestattete Schlüsselarm ist gabelförmig ausgebildet und weist zwei einander gegenüberliegende Haltelaschen auf, zwischen denen das Revolverelement gelagert ist, wobei zwischen den Haltelaschen je eine Drehachse für das Revolverelement angeordnet ist.

[0008] Zur Verbesserung der Handhabung kann eine Rasteinrichtung vorgesehen sein, mit der das Revolverelement in seinen beiden um 180° geschwenkten Stellungen zwischen den Haltelaschen arretierbar ist.

[0009] Als Rasteinrichtung sind vorzugsweise mindestens eine Kugel sowie korrespondierende Mulden vorgesehen, wobei die Kugel in einer Bohrung sitzt und federbelastet ist, sodass die Kugel bei Erreichen der Rastposition in die betreffende Mulde einrastbar ist. Dabei ist die Kugel zweckmäßig an dem Revolverelement angeordnet und die Mulden an der Haltelasche.

[0010] Vorzugsweise ist die Kugel in einem geringen Abstand von der Drehachse angeordnet, damit sichergestellt ist, dass die Kugel während des Verschwenkens des Revolverelements immer im Bereich der jeweiligen Haltelasche gleitet. Dadurch ist keine zusätzliche Sicherung der Kugel erforderlich.

[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Universalschlüssels sind vier kreuzförmig angeordnete Schlüsselarme vorgesehen.

[0012] In dem zentralen Grundkörper des Schlüssels, von dem die Schlüsselarme ausgehen, kann auf mindestens einer Seite in an sich bekannter Weise ein weiterer Werkzeugkopf vorgesehen sein, der senkrecht zu der Ebene, die durch die Schlüsselarme gebildet ist, ausgerichtet ist.

[0013] In einer abgewandelten Ausführungsform kann einer der Schlüsselarme einen langgestreckten, nicht schwenkbaren, stufenförmigen Stiftschlüssel aufweisen, der mit seinem Befestigungsende in ein in dem Zentralbereich des Schlüssels vorgesehenes Loch eingreift.

[0014] Ferner kann seitlich an dem zentralen Grundkörper zwischen zwei Schlüsselarmen eine Befestigungsöse für eine Kette oder dergleichen als Verliersicherung vorgesehen sein.

[0015] Die Kette kann darüber hinaus auch als Halterung für zusätzliche Werkzeugköpfe vorgesehen sein, die auf die vorhandenen Werkzeugköpfe und/oder Aufnahmeöffnungen aufsteckbar sind.

[0016] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielhaft veranschaulicht und im Nachstehenden im Einzelnen anhand der Zeichnung beschrieben.

[0017] Es zeigen:
Fig. 1
eine Draufsicht auf ein ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 2
das gleiche Ausführungsbeispiel in perspektivi- scher Ansicht, und
Fig. 3
eine perspektivische Ansicht eines weiteren Aus- führungsbeispiels der Erfindung.


[0018] In den Figuren 1 und 2 der Zeichnung ist ein Universalschlüssel dargestellt, der einen zentralen Grundkörper 1 aufweist, von dem vier Schlüsselarme 2 ausgehen. Die vier Schlüsselarme 2 bilden ein Schlüsselkreuz, bei dem die Schlüsselarme 2 jeweils um 90° zueinander versetzt angeordnet sind.

[0019] An jedem der vier Schlüsselarme 2 ist ein Revolverelement 3, 4, 5, 6 vorgesehen, das an seinen Endbereichen je einen Werkzeugkopf 7, 8 oder eine Aufnahmeeinrichtung zum Anbringen gesonderter Werkzeugköpfe aufweist. Jedes Revolverelement 3, 4, 5, 6 ist zwischen zwei Betriebsstellungen, in denen es, wie in der Zeichnung dargestellt, zu den jeweiligen Schlüsselarmen 2 ausgerichtet ist, um 180° schwenkbar. Auf diese Weise können an jedem Schlüsselarm durch Verschwenkung des Revolverelements zwei unterschiedliche Werkzeugköpfe 7 bzw. 8 in Stellung gebracht werden. Insofern kann ein einfacher Kreuzschlüssel auf sehr einfache Weise an seinen vier Armen mit insgesamt acht Werkzeugköpfen ausgerüstet werden.

[0020] Zur Halterung der Revolverelemente 3, 4, 5, 6 ist jeder Schlüsselarm 2 gabelförmig ausgebildet und weist zwei einander gegenüberliegende Haltelaschen 9, 10 auf, zwischen denen das jeweilige Revolverelement 3, 4, 5, 6 angeordnet ist. Zwischen den Haltelaschen 9, 10 ist jeweils eine Drehachse 11 angeordnet, auf der das Revolverelement drehbar gelagert und um 180° schwenkbar ist.

[0021] Zwischen den Haltelaschen 9, 10 und dem dazwischen gelagerten Revolverelement ist jeweils eine Rasteinrichtung vorgesehen, mit der das Revolverelement 3, 4, 5, 6 in seinen beiden um 180° geschwenkten Stellungen zwischen den Haltelaschen 9, 10 arretierbar ist. Als Rasteinrichtung dienen eine oder mehrere Kugeln sowie korrespondierende Mulden, in die die Kugel bzw. Kugeln bei Erreichen der zu dem jeweiligen Schlüsselarm ausgerichteten Positionen des Revolverelements einrasten.

[0022] Jede Kugel sitzt in einer Bohrung und ist federbelastet, sodass die Kugel bei Erreichen der jeweiligen Rastposition in ihre dazugehörige Mulde gedrückt wird. Die jeweilige Bohrung mit der darin befindlichen Kugel ist an dem Revolverelement 3, 4, 5, 6 angeordnet, während die Mulden an einer der Haltelaschen 9, 10 ausgebildet sind.

[0023] Die Kugeln und Mulden der Rasteinrichtung sind jeweils in einem geringen Abstand von der jeweiligen Drehachse 11 angeordnet, sodass die Kugeln beim Verschwenken der Schlüsselarme 2 immer hinter einer Haltelasche 9, 10 zu liegen kommen und nicht herausfallen können.

[0024] Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ist in dem zentralen Grundkörper 1, von dem die Schlüsselarme 2 ausgehen, auf einer Seite weiterer Werkzeugkopf 12 vorgesehen, der senkrecht zu der Ebene ausgerichtet ist, die durch die Schlüsselarme 2 gebildet ist.

[0025] Seitlich an dem zentralen Grundkörper 1 ist zwischen zwei Schlüsselarmen 2 eine Befestigungsöse 13 vorgesehen. Durch diese Befestigungsöse 13 kann eine in der Zeichnung nicht dargestellte Kette oder dergleichen gezogen sein, die beispielsweise als Verliersicherung dient. Alternativ oder auch zusätzlich kann die Kette als Halterung für weitere Werkzeugköpfe vorgesehen sein, die auf die vorhandenen Werkzeugköpfe 7, 8 bzw. entsprechende Aufnahmeöffnungen aufgesteckt werden können.

[0026] Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind ebenfalls an einem zentralen Grundkörper 1 vier Schlüsselarme 2 vorgesehen, jedoch sind nur an drei Schlüsselarmen Revolverelement 3, 4, 5 gelagert. An dem vierten Schlüsselarm ist ein langgestreckter, nicht schwenkbarer, stufenförmiger Stiftschlüssel 14 angeordnet, der stationär an dem Schlüsselarm befestigt ist. Das Befestigungsende 15 des Stiftschlüssels 14 greift dabei in ein in dem zentralen Grundkörper 1 des Schlüssels vorgesehenes Loch ein und ist dadurch fest mit dem Schlüsselkreuz verbunden.

Bezugszeichenliste



[0027] 
1
zentraler Grundkörper
2
Schlüsselarme
3
Revolverelement
4
Revolverelement
5
Revolverelement
6
Revolverelement
7
Werkzeugkopf
8
Werkzeugkopf
9
Haltelasche
10
Haltelasche
11
Drehachse
12
weiterer Werkzeugkopf
13
Befestigungsöse
14
Stiftschlüssel
15
Befestigungsende



Ansprüche

1. Universalschlüssel, insbesondere Schaltschrankschlüssel, mit mehreren von einem zentralen Grundkörper ausgehenden Schlüsselarmen, an denen Werkzeugköpfe und/ oder Aufnahmeeinrichtungen zum Anbringen gesonderter Werkzeugköpfe angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens an einem der Schlüsselarme (2) ein Revolverelement (3, 4, 5, 6) vorgesehen ist, dass das Revolverelement an seinen beiden Endbereichen je einen Werkzeugkopf (7, 8) und/oder eine Aufnahmeeinrichtung für weitere Werkzeugköpfe aufweist und dass das Revolverelement zwischen zwei Betriebsstellungen, in denen es zu den jeweiligen Schlüsselarmen (2) ausgerichtet ist, um 180° schwenkbar ist.
 
2. Universalschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schlüsselarm (2) mit einem Revolverelement (3, 4, 5, 6) ausgestattet ist.
 
3. Universalschlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem Revolverelement (3, 4, 5, 6) ausgestattete Schlüsselarm (2) gabelförmig ausgebildet ist und zwei einander gegenüberliegende Haltelaschen (9, 10) aufweist, dass das Revolverelement (3, 4, 5, 6) zwischen den Haltelaschen (9, 10) des Schlüsselarms (2) gelagert ist und dass zwischen den Haltelaschen (9, 10) eine Drehachse (11) für das Revolverelement (3, 4, 5, 6) angeordnet ist.
 
4. Universalschlüssel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rasteinrichtung vorgesehen ist, mit der das Revolverelement (3, 4, 5, 6) in seinen beiden um 180° geschwenkten Stellungen zwischen den Haltelaschen (9, 10) arretierbar ist.
 
5. Universalschlüssel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Rasteinrichtung mindestens eine Kugel sowie korrespondierende Mulden vorgesehen sind, dass die Kugel in einer Bohrung sitzt und federbelastet ist und dass die Kugel bei Erreichen der Rastposition in die betreffende Mulde einrastbar ist.
 
6. Universalschlüssel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel an dem Revolverelement (3, 4, 5, 6) angeordnet und die Mulden an einer der Haltelaschen (9, 10) ausgebildet ist.
 
7. Universalschlüssel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugel in einem geringen Abstand von der Drehachse (11) angeordnet ist.
 
8. Universalschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass vier kreuzförmig angeordnete Schlüsselarme (2) vorgesehen sind.
 
9. Universalschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zentralen Grundkörper (1) des Schlüssels, von dem die Schlüsselarme (2) ausgehen, auf mindestens einer Seite ein weiterer Werkzeugkopf (12) vorgesehen ist und dass der Werkzeugkopf (12) senkrecht zu der Ebene, die durch die Schlüsselarme (2) gebildet ist, ausgerichtet ist.
 
10. Universalschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Schlüsselarme (2) einen langgestreckten, nicht schwenkbaren, stufenförmigen Stiftschlüssel (14) aufweist und das der Stiftschlüssel (14) mit seinem Befestigungsende (15) in ein in dem zentralen Grundkörper (1) des Schlüssels vorgesehenes Loch eingreift.
 
11. Universalschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass seitlich an dem zentralen Grundkörper (1) zwischen zwei Schlüsselarmen (2) eine Befestigungsöse (13) für eine Kette oder dergleichen als Verliersicherung vorgesehen ist.
 
12. Universalschlüssel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kette als Halterung für zusätzliche Werkzeugköpfe vorgesehen ist, die auf die vorhandenen Werkzeugköpfe (7, 8) und/oder Aufnahmeöffnungen aufsteckbar sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente