Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft mechanische Pressen für das Warm- und Kaltschmieden von Metallen,
an denen ein oder mehrere Stößelausgleichzylinder und eine Sicherheitsvorrichtung,
die in der Lage ist, den austretendenden Kolben bei Kolbenstangenbruch zu dämpfen
angebracht sind.
Stand der Technik
[0002] Bei mechanischen Pressen ist unentbehrlich auf ein Auswuchtsystem der Massen in Bewegung
besitzen, mit Hilfe dessen die zwischen den Lagerbuchsen und den entsprechenden Bauteilen
des kinematischen Systems auftretenden Spiele aufgehoben werden.
[0003] Die von den meisten Pressehersteller angewendete Lösung, am Stößel mit einem oder
mehreren Druckluftzylindern versehen wird, die jeweils mit Druckluft versorgte Speicherbehälter
haben.
[0004] Die häufigsten Betriebsstörungen beim Einsatz von Ausgleichzylindern sind:
○ Durch Hämmern auf die Oberfläche der Organe in Bewegung verursachte Lärmzunahme
während der Schmiedephase, bedingt durch das Auftreten von Schwungkräften, die, zusammen
mit ihren Massen, die durch die Ausgleichzylinder ausgeübte Kraft überschreiten.
○ Stangenbruch mit darauf folgendem Austritt des Kolbens aus dem Zylinder, was hohe
Gefahrensituationen für die an den Pressen arbeitenden Menschen mit sich bringen kann.
○ Durch Auftreten von Rissen oder Brüchen durch Ermüdung in der Nähe der Schweissstellen
bedingter Verlust von Druckluft aus den Speicherbehältern, die den Ausgleichzylinder,
die Bremse und die Kupplung der Presse versorgen.
Quellennachweis
| Patent-Nr. |
Erfinder |
Veröffentlicht am |
Vergeben an |
| JP11156596 |
Imanishi Shozo |
1999-06-15 |
AIDA ENG LTD |
Detaillierte Darstellung der Erfindung
[0005] Zweck der Erfindung ist die Verwirklichung eines Ausgleichzylinders der Massen in
Bewegung in einer Presse, der in der Lage ist:
- die von den Massen in Bewegung in der Nähe des Unteren Toten Punktes erzeugten Schwungkräfte
auszuwuchten;
- durch Austritt des Ausgleichkolbens verursachte Unfallgefahr und Sachbeschädigungen
bei Stangenbruch auszuschließen;
- die zusätzlichen Behälter für das Speichern der Druckluft überflüssig zu machen und
die vom Ausgleichzylinder erzeugte Wärme abzuleiten.
[0006] Die Erfindung zeichnet sich durch die Konstruktion eines Ausgleichzylinders aus,
der in einem zweiten perfekt konzentrischen und hermetischen Zylinder untergebracht
ist; dieser zweite Zylinder fungiert als Speicherbehälter für die Versorgung der Bremse
und der Kupplung der Presse.
[0007] In der unteren Kammer befindet sich der auf eine Stange aufgezogene und mit dem Stößel
einteilig verbundene Ausgleichkolben.
[0008] Der Kolbendurchmesser ist so kalkuliert, dass der Kolben mit demselben Betriebsdruck
der Kupplung und der Bremse arbeitet, wodurch ein integriertes System realisiert wird.
[0009] Um die Schwungkräfte beim Pressenbetrieb mit schneller Bewegung des Stößels auszuwuchten,
gelangt nur ein Teil der in der unteren Kammer enthaltenen Druckluft durch eine Reihe
von unteren Durchgangslöchern in die Ausgleichkammer. Die in der unteren Kammer des
Ausgleichzylinders verbleibende Luft wird noch stärker auf einen vorbestimmtem Druck
komprimiert, wobei eine Kraft erzeugt wird, die sowohl die Massen in Bewegung als
auch die Schwungkräfte ausgleicht.
[0010] Während des Werkzeugwechsels bei langsamer Bewegung des Stößels, also in Abwesenheit
von Schwungkräften, hat die in der unteren Kammer enthaltene Luft Zeit genug, leicht
durch die unteren Durchgangslöcher in die Ausgleichkammer zu geraten, ohne dass dabei
der Betriebsdruck in der unteren Kammer beträchtlich ansteigt.
[0011] Um in diesen beiden Phasen keinen Unterdruck in der Zwischenkammer während des Abstiegs
des Ausgleichkolbens zu erzeugen, wird die Aussenluft zuerst angesaugt und dann durch
eine Reihe von Zwischendurchgangslöchern ausgestoßen. In eines dieser Löcher wird
auch das Schmiermittel für die Gleitflächen eingegeben.
[0012] Um die durch den Austritt des Ausgleichkolbens verursachte Unfallgefahr auszuschließen,
ist im oberen Teil des Ausgleichzylinders ein Sicherheitskolben untergebracht, der
im Fall von Stangenbruch angehoben wird und so die oberen Durchgangslöcher schließt.
So wird die Luft in der oberen Kammer noch stärker komprimiert und nimmt die gesamte
vom Ausgleichkolben abgegebene kinetische Energie auf.
[0013] Gleichzeitig wird die Druckluft in der unteren Kammer durch die Zwischendurchgangslöcher
nach außen gestoßen und so wird die vom Ausgleichkolben ausgeübte Kraft reduziert.
Der Druckanstieg in der oberen Kammer erzeugt eine Kraft auf den Sicherheitskolben,
die den Ausgleichkolben wieder in seinen Sitz zurückbringt.
[0014] Sollte der in der oberen Kammer erzeugte Druck einen vorbestimmten Wert überschreiten,
bricht die Membrane des Entlüftungsventils und so wird die Überluft freigesetzt und
die gesamte vom Ausgleichkolben abgegebene kinetische Energie dissipiert.
[0015] Um die zusätzlichen Speicherbehälter abzuschaffen, ist die Kapazität der Ausgleichkammer
so bemessen, dass sie die Bremse und die Kupplung der Presse versorgt. Dank dieser
Vorkehrung erfolgt ein ständiger Austausch der Luft im Ausgleichzylinder und der Großteil
der während des Pressebetriebs erzeugten Wärmemenge wird abgeführt.
Verwirklichung der Erfindung
[0016] Die Vorrichtung zum Ausgleich der Massen in Bewegung (Abb.1) betrifft eine mechanische
Presse für das Warm- und Kaltschmieden und ist im oberen Teil des Pressengestells
angebracht.
[0017] Der Ausgleichzylinder (14) ist in einem äußeren hermetischen Aussenzylinder (15)
angebracht, der als Ausgleichstank dient und dazu, mittels eines Luftausganganschlusses
für die ausgehende Luft (11) die Bremse und die Kupplung der Presse zu versorgen.
[0018] In der unteren Kammer (C1) befindet sich der Ausgleichkolben (10), der auf eine Stange
(1) aufgezogen und mit dem Stößel einteilig verbunden ist.
[0019] Während des Prellschlags bei schneller Stößelbewegung stößt der Ausgleichkolben (10)
nur einen Teil der in der unteren Kammer (C1) enthaltenen Druckluft durch die unteren
Durchgangslöcher (2) in die Ausgleichkammer (C4) ab. Daher wird die verbleibende Luft
noch stärker auf einen vorbestimmten Druck komprimiert und übt so eine Kraft aus,
die sowohl die Massen in Bewegung als auch die erzeugten Schwungkräfte ausgleicht.
[0020] Zur Optimierung des Luftdurchgangs von einer Kammer zur anderen und des Drucks in
der unteren Kammer (C1) werden in die unteren Durchgangslöcher (2) gelochte Stifte
eingesetzt, die von außen nach Entfernen der Stöpsel (3) zugänglich sind.
[0021] Die aus der unteren Kammer (C1) ausgestoßene Luft wird durch die oberen Durchgangslöcher
(6) auch in die obere Kammer (C3) geleitet. Dies hat als Folge eine Reduzierung des
Drucks in der Ausgleichkammer (C4).
[0022] Beim langsamen Abstieg des Stößels in der Phase Werkzeugwechsel geht die in der unteren
Kammer (C1) enthaltene Luft leicht über die unteren Durchgangslöcher (2) in die Ausgleich-kammer
(C4) und über die oberen Durchgangslöcher (6) in die obere Kammer (C3), die Anstieg
in der unteren Kammer (C1) der Druck beschränkt wird. Beim Abstieg des Ausgleich-kolbens
(10) wird die Außenluft über die Zwischendurchgangslöcher (7) in die Zwischenkammer
(C2) gesaugt.
[0023] Im oberen Teil des Ausgleichzylinders (14) ist ein Sicherheitskolben (9) angebracht,
der im Fall eines Stangenbruchs (1) vom Ausgleichzylinder (10) nach oben gestoßen
wird und die oberen Durchgangslöcher (6) schließt.
[0024] Die in der oberen Kammer (C3) enthaltene Luft wird noch stärker auf einen vorbestimmtem
Druck komprimiert und nimmt die gesamte vom austretenden Ausgleichkolben (10) abgegebene
kinetische Energie auf.
[0025] In dieser Lage kann die in der unteren Kammer (C1) enthaltene Druckluft über die
Zwischen-durchgangslöcher (7) austreten, wodurch der Druck auf den Ausgleichkolben
(10) verringert wird. Die vom Sicherheitskolben (9) gespeicherte Energie zwingt den
Ausgleichkolben (10), sich in die untere Kammer (C1) zurückzubringen.
[0026] Wenn der in der oberen Kammer (C3) erzeugte Druck den festgesetzten Höchstdruck überschreitet,
bricht die Membrane des Entlüftungsventils (8) und lässt die in der oberen Kammer
(C3) enthaltene Luft frei, wobei die angesammelte Energie dissipiert wird.
[0027] Die Kühlung des Ausgleichzylinders (14) erfolgt mittels eines ständigen Luftaustauschs,
Damit die Luft wird über einen Lufteingangsanschluss (12) eingelassen und über einen
Luftausgangsanschluss (11) zur Versorgung der Bremse und der Kupplung der Presse abgelassen.
[0028] Am Zylinderfuß ist ein Kondensablassloch (16) für die Kammern (C1) (C3) und (C4)
vorgesehen.
1. Auswuchtsystem der Massen in Bewegung in einer mechanischen Presse mit schneller Stößelbewegung,
gekennzeichnet durch einen Ausgleichzylinder (14), der in einer unteren Kammer (C1) einen Ausgleichkolben
(10) mit einer an einem Stößel befestigten Stange (1) enthält und einen Sicherheitskolben
(9) in einer oberen Kammer (C3) mit der Funktion einer Sicherheitsvorrichtung im Falle
eines Bruchs der Stange (1) des Ausgleichkolbens (10); das Auswuchtsystem der Massen
in Bewegung erhöht seine Kraft in der Nähe des Unteren Toten Punktes des Stößeis und
ist in einem Außenzylinder (15) mit einer Ausgleichkammer (C4) untergebracht, die
die Druckschwankung ohne zusätzliche Speicherbehälter reduziert.
2. Auswuchtsystem gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die untere Kammer (C1) und die obere Kammer (C3) über eine Reihe von unteren Durchgangslöchern
(2) und oberen Durchgangslöchern (6) zu der Ausgleichkammer (C4) mit Druckluft versorgt
werden; die Luft wird mittels eines Lufteingangsanschlusses (12) zugeführt.
3. Auswuchtsystem gemäß Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, dass die unteren Durchgangslöcher (2) die untere Kammer (C1) mit der Ausgleichkammer (C4)
verbinden; die unteren Durchgangslöcher sind gewindegeschnitten und im unteren Teil
des Ausgleichzylinders (14) angebracht und können anhand einer Reihe von Aussparungen
auf Höhe der Stöpsel (3) auf dem Außenzylinder (15) eingestellt werden, wodurch der
Druck der Luft in der unteren Kammer (C1) erhöht wird, sodass die Zunahme der während
der schnellen Stößelabstiegbewegung ausgeübten Schwungkraft ausgeglichen wird.
4. Auswuchtsystem gemäß einem der Ansprüche 2 bis 3, gekennzeichnet dadurch, dass sich die oberen Durchgangslöcher (6), die die obere Kammer (C3) mit der Ausgleichkammer
(C4) verbinden, über dem Sicherheitskolben (9) befinden, damit sie sich sofort schließen,
wenn der Sicherheitskolben (9), gestoßen vom Ausgleichkolben (10), infolge des Bruchs
der Stange (1) hochgeht.
5. Auswuchtsystem gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass eine Zwischenkammer (C2) zwischen der unteren Kammer (C1) und der oberen Kammer (C3)
über Zwischendurchgangslöcher (7) mit der Umgebung kommuniziert; die Zwischendurchgangslöcher
befinden sich auf einer Reihe von Dichtungsflanschen (5), die ihrerseits durch die
Ausgleichkammer (C4) gehen.
6. Auswuchtsystem gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass in der oberen Kammer (C3) ein auf den Höchstbetriebsdruck der Sicherheitsvorrichtung
eingestelltes Entlüftungsventil (8) angebracht ist.
7. Auswuchtsystem gemäß Anspruch 1,
gekennzeichnet dadurch, dass die Ausgleichkammer (C4) als Speicherbehälter der Druckluft fungiert, die für die
Druckluftversorgung einer für den Betrieb der Presse nötigen Bremse und Kupplung erforderlich
ist.
Zeichnungen
Abbildung 1
zeigt den Ausgleichzylinder des im oberen Teil der Presse angebrachten Stößels mit
der ihm einteiligen Stange im Schnitt.
Beschreibung der in der Zeichnung gezeigten Bauteile
C1 Untere Kammer
C2 Zwischenkammer
C3 obere Kammer
C4 Ausgleichkammer
1. Stange
2. untere Durchgangslöcher
3. Stöpsel
4. Geräuschdämpfer
5. Dichtungsflansche
6. obere Durchgangslöcher
7. Zwischendurchgangslöcher
8. Entlüftungsventil
9. Sicherheitskolben
10. Ausgleichkolben
11. Luftausgangsanschluss
12. Lufteingangsanschluss
13. Rückschlagventil
14. Ausgleichzylinder
15. Aussenzylinder
16. Kondensablassloch