[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotationsbürste zur Reinigung eines Druckzylinders einer
Druckmaschine mit einem einen Borstenbesatz aufweisenden Bürstenelement, wobei die
Borsten des Borstenelements gleich lang sind.
[0002] Aus der
DE 20 2006 015 429 U1 ist eine Vorrichtung zur Reinigung eines Druckzylinders mit einer angetriebenen Rotationsbürste
bekannt, deren Rotationsachse parallel zur Rotationsachse des Druckzylinders verläuft
und die eine auf einer Antriebswelle angeordnete Bürstenanordnung aufweist, wobei
die Bürstenanordnung mehrere axial hintereinander angeordnete hülsenförmige Bürstenelemente
umfasst. Die dort verwendete Rotationsbürste, die aus mehreren Bürstenelementen aufgebaut
ist, soll es erleichtern, einzelne abgenutzte Bürstenelemente auszutauschen. Auch
ist angedacht, unterschiedliche Bürstenelemente auf derselben Welle zu verwenden.
[0003] Der Austausch solcher Bürstenelemente erfordert es, dass die Bürstenanordnung zerlegt
und anschließend wieder zusammengebaut wird. Dies kann insbesondere bei Druckmaschinen,
die hohe Druckzahlen erreichen müssen, zu umständlich und langwierig sein.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Rotationsbürste bereitzustellen,
die diesbezüglich Abhilfe schafft.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Rotationsbürste der eingangs genannten Art,
wobei in einem oder den axialen Endbereichen des Bürstenelements verschleißfestere,
härtere und/oder steifere Borsten vorgesehen sind als in einem axialen mittleren Bereich
des Bürstenelements. Somit kann das Bürstenelement so ausgestaltet werden, dass in
einem Bereich, in dem eine erhöhte Beanspruchung zu erwarten ist, ein anderer Borstenbesatz
gewählt wird, sodass die Bürste an dieser Stelle nicht so stark verschleißt und ein
Austausch des Bürstenelements erst später notwendig wird.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zwei Bereiche
vorgesehen sind, deren Borstenbesatz andere Eigenschaften aufweist als der verbleibende
Bereich des Bürstenelements. Insbesondere können der oder die zwei Bereiche mit anderen
Eigenschaften des Borstenbesatzes am Ende des Bürstenelements angeordnet sein. Dies
hat insbesondere Vorteile bei der Reinigung von Druckwalzen, da diese an ihren Enden
in der Regel eine stärkere Verschmutzung aufweisen. Wenn demnach die Rotationsbürste
so ausgestaltet wird, dass die Endbereiche mit einem anderen Besatz ausgestattet sind,
der verschleißfester ist, so kann die Lebensdauer der Bürsten dadurch verlängert werden.
[0007] In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn an beiden Enden des Bürstenelements
der Borstenbesatz andere Eigenschaften aufweist als im zwischen den Enden liegenden
Bereich des Bürstenelements.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Borstenbesatz an den Enden des Bürstenelements
dieselben Eigenschaften aufweist. Dadurch muss beim Einbau des Bürstenelements nicht
auf dessen Orientierung geachtet werden. Die Reinigungswirkung ist an beiden Enden
des Bürstenelements gleich.
[0009] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass bezogen
auf die Länge des Bürstenelements an den Enden jeweils ein Bereich < 20 % einen Borstenbesatz
mit anderen Eigenschaften aufweist. Dabei kann der Bereich am Ende < 15 % oder < 10
% sein. Je nach zu reinigendem Druckzylinder kann die Größe des Bereichs gewählt und
eingestellt werden.
[0010] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn lediglich ein Bürstenelement vorgesehen ist.
Dies bedeutet, dass die gesamte Rotationsbürste ausgetauscht werden kann. Der Austausch
ist dadurch schneller als in dem Fall, in dem die Rotationsbürste auseinandergebaut
werden muss und nur einzelne Bürstenelemente aus denen die Rotationsbürste zusammengesetzt
ist, ausgetauscht werden.
[0011] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Rotationsbürste einen insbesondere hohlzylinderförmigen
Körper aufweist. Dadurch ist es möglich, die Rotationsbürste auf einer Welle anzuordnen.
Der hohlzylinderförmige Körper kann aus Stahl, insbesondere aus Präzisionsstahl gemäß
DIN 2391 ausgebildet sein. Ein solcher Körper weist eine besonders dünne Wandung im
Bereich von 1 - 5 mm auf und hat eine hohe Genauigkeit, was sich auf den Rundlauf
und die Durchbiegung positiv auswirkt. Alternativ ist es denkbar, den Körper aus Kohlefaser
oder glasfaserverstärktem Kunststoff herzustellen. Solche Materialien sind allgemein
unter den Begriffen CFK und GFK bekannt.
[0012] Gemäß einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Borsten des Besatzes in
einem Träger gehalten sind, der wendelförmig angeordnet ist. Insbesondere kann der
Träger wendelförmig auf dem Körper aufgebracht sein. Dabei kann der Träger auf den
Körper aufgeklebt sein.
[0013] Alternativ ist es denkbar, dass die Borsten des Besatzes büschelartig in Ausnehmungen
des Körpers angeordnet sind. Die Büschel können dabei beispielsweise in Bohrungen
des Körpers gestanzt werden. Bei dieser Vorgehensweise können jedoch Lücken entstehen,
die bei der wendelförmigen Aufwicklung eines Trägers vermieden werden können. In letzterem
Fall sind keine Lücken im Besatz. Der Besatz ist einteilig dicht. Dies ist auch ein
Vorteil gegenüber Bürstenanordnungen, die aus mehreren Bürstenelementen aufgebaut
sind. Dort ist häufig eine Lücke am Stoß zwischen zwei Bürstenelementen zu beobachten.
[0014] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn in einem oder in den Endbereichen des Bürstenelements
härtere und/oder steifere Borsten vorgesehen sind als in dem oder den übrigen Bereichen
des Bürstenelements. Härtere oder steifere Borsten haben eine längere Lebensdauer
als weichere Borsten. Allerdings ist mit solchen Borsten in der Regel der Nachteil
verbunden, dass sie weniger Feuchtigkeit aufnehmen können. Insofern ist es vorteilhaft,
auch noch Bereiche vorzusehen, die weichere oder weniger steifere Borsten aufweisen.
Beispielsweise können Borsten aus unterschiedlichen Materialien verwendet werden.
Um die Verschleißfestigkeit zu erhöhen, können beispielsweise in den äußeren Bereichen
des Bürstenelements Borsten aus Polyester oder Polyamid verwendet werden.
[0015] Die erfindungsgemäße Rotationsbürste kann zumindest in einem Bereich des Besatzes
Borsten mit größerem Durchmesser aufweisen als in einem anderen Bereich. Über den
Durchmesser kann die Steifigkeit eingestellt werden.
[0016] Auch die Borstenlänge der Borsten des Bürstenelements kann variiert werden. Beispielsweise
können die Borsten zur Mitte des Bürstenelements hin länger werden, sodass eine bauchige
Form des Besatzes entsteht. Im Schnitt gesehen kann das Bürstenelement eine konvexe
Form aufweisen. Die Borsten können zur Mitte des Bürstenelements hin auch kürzer werden,
sodass im (Längs-)Schnitt gesehen eine konkave Form bzw. eine doppelkegelartige Form
entsteht. Die Borsten können in einem Mittenbereich auch dieselbe Länge aufweisen
und dann zum Ende des Bürstenelements hin, insbesondere linear länger werden, sodass
die Enden des Bürstenelements kegelförmig ausgebildet sind.
[0017] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Borsten zumindest in einem Bereich des Besatzes
gespleißt sind. Auch unterschiedliche Borstenlängen in unterschiedlichen Bereichen
der Rotationsbürste sind denkbar.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform kann in einem Bereich eine Borstenmischung aus unterschiedlichen
Borsten vorgesehen sein. Beispielsweise können glatte, d. h. gerade Borsten, und gewellte
Borsten gemischt werden, um die Feuchtigkeitsaufnahme des Besatzes in diesem Bereich
einzustellen. Es ist jedoch auch denkbar, Borsten aus unterschiedlichen Materialien
in einem Bereich des Besatzes zu mischen und dadurch die Eigenschaften des Besatzes
einzustellen. Auch dadurch kann die Feuchtigkeitsaufnahme des Besatzes in diesem Bereich
eingestellt werden.
[0019] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn das Bürstenelement auf einer Welle angeordnet
ist. Dabei kann das Bürstenelement entweder indirekt über einen zu reinigenden Druckzylinder
angetrieben werden oder die Welle kann antreibbar sein.
[0020] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Bürstenelement drehfest
auf einer antreibbaren Welle angeordnet ist. Dies bedeutet, dass das Bürstenelement
selbst in eine Drehung versetzt werden kann, um einen Druckzylinder zu reinigen.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Bürstenelement zwischen zwei drehfest auf der Welle anordenbare Ringe oder Scheiben
zur drehfesten Anordnung des Bürstenelements auf der Welle angeordnet ist. Dadurch
wird sichergestellt, dass sich das Bürstenelement zusammen mit der Welle dreht. Eine
besonders zuverlässige drehfeste Verbindung ergibt sich, wenn das Bürstenelement zumindest
an einer Stirnseite einen oder mehrere Steigungsabschnitte aufweist, und der zugeordnete
Ring oder die Scheibe korrespondierende Steigungsabschnitte aufweist. Insbesondere
können die Bürstenelemente an ihren Enden zumindest abschnittsweise helixartig ausgebildet
sein. Der Ring oder die Scheibe sind vorzugsweise auf die Kontur des Bürstenelements
angepasst, sodass sich eine gute drehfeste Verbindung ergibt. Um die drehfeste Verbindung
zu verbessern, können stirnseitig zumindest ein Anschlag, ein Vorsprung oder eine
Vertiefung vorgesehen sein, die mit entsprechenden korrespondierenden Konturen der
Scheibe oder des Rings zusammenwirken.
[0022] In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem eine Vorrichtung zur Reinigung eines Druckzylinders
mit einer erfindungsgemäßen Rotationsbürste, deren Rotationsachse parallel zur Achse
des zu reinigenden Druckzylinders angeordnet ist.
[0023] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche
Einzelheiten zeigt, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln
für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung
verwirklicht sein.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel ist in der schematischen Zeichnung dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine teilweise Schnittdarstellung einer Rotationsbürste mit einem Körper;
- Fig. 2
- eine teilweise Schnittdarstellung durch eine Rotationsbürste ohne Körper.
[0026] Die Fig. 1 zeigt eine Rotationsbürste 1 mit einem Bürstenelement 2, welches zwischen
zwei Endringen 3, 4 angeordnet ist. Das Bürstenelement 2 weist einen Besatz 5 mit
Borsten auf. Der Besatz 5 ist in drei unterschiedliche Bereiche 6, 7, 8 aufgeteilt.
Die Bereiche 6, 8 sind am Ende des Bürstenelements 2 vorgesehen. Die Borsten in den
Bereichen 6, 8 weisen andere Eigenschaften auf als die Borsten im Bereich 7. Der Bereich
7 macht etwa 60 % des Bürstenelements 2 aus, während die Bereiche 6, 8 jeweils etwa
20 % ausmachen. Die Borsten in den Bereichen 6, 8 weisen einen Durchmesser im Bereich
0,25 - 0,5 mm auf, während die Borsten im Bereich 7 einen Durchmesser im Bereich 0,15
- 0,2 mm aufweisen. Bedingt durch die unterschiedlichen Durchmesser sind die Borsten
in den Bereichen 6, 8 steifer. Die Borsten in den Endbereichen haben also einen größeren
Durchmesser als die Borsten im übrigen Bereich.
[0027] Die Borsten sind in einem Träger 9 angeordnet, der wendelförmig auf einen Körper
10 aufgewickelt ist. Der Körper 10 ist hohlzylinderförmig ausgebildet und im Ausführungsbeispiel
aus Präzisionsstahl hergestellt. Der Körper 10 kann auf eine hier nicht dargestellte
Welle aufgesetzt werden. Dadurch, dass der Träger 9 wendelförmig aufgewickelt ist,
weist das Bürstenelement 2 stirnseitig jeweils eine Steigung auf.
[0028] Um das Bürstenelement 2 drehfest auf einer Welle befestigen zu können, sind die Endringe
3, 4 vorgesehen, die ebenfalls eine Steigung aufweisen. Die Endringe 3, 4 können drehfest
auf einer Welle befestigt werden. Dadurch, dass sie eine Kontur aufweisen, die an
die Steigungen an den Stirnseiten des Bürstenelements 2 angepasst ist, kann hierüber
eine drehfeste Fixierung auf der Welle erfolgen.
[0029] Die Fig. 2 zeigt eine ähnliche Anordnung wie die Fig. 1, mit dem Unterschied, dass
kein Körper 10 vorgesehen ist. Ansonsten sind dieselben Elemente vorgesehen, die daher
auch dieselben Bezugsziffern tragen.
1. Rotationsbürste (1) zur Reinigung eines Druckzylinders einer Druckmaschine mit einem
einen Borstenbesatz (5) aufweisenden Bürstenelement (2), wobei die Borsten des Bürstenelements
(2) gleich lang sind, dadurch gekennzeichnet, dass in einem oder in den axialen Endbereichen (6, 8) des Bürstenelements (2) verschleißfestere,
härtere und/oder steifere Borsten vorgesehen sind als in einem axialen mittleren Bereich
des Bürstenelements (2).
2. Rotationsbürste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bezogen auf die Länge des Bürstenelements (2) an den Enden jeweils ein Bereich <
20% einen Borstenbesatz (5) mit anderen Eigenschaften aufweist.
3. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass lediglich ein Bürstenelement (2) vorgesehen ist.
4. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsbürste (1) einen insbesondere hohlzylinderförmigen Körper (10) aufweist.
5. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten des Besatzes (5) an einem Träger (9) gehalten sind, der wendelförmig
angeordnet ist.
6. Rotationsbürste nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (9) wendelförmig auf den Körper (10) aufgebracht ist.
7. Rotationsbürste nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten des Besatzes (5) büschelartig in Ausnehmungen des Körpers (10) angeordnet
sind.
8. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in einem Bereich des Besatzes Borsten mit größerem Durchmesser vorgesehen
sind als in einem anderen Bereich.
9. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten zumindest in einem Bereich des Besatzes gespleißt sind.
10. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in einem Bereich eine Borstenmischung aus unterschiedlichen Borsten vorgesehen
ist.
11. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bürstenelement (2) auf einer Welle angeordnet ist.
12. Rotationsbürste nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Bürstenelement (2) drehfest auf einer antreibbaren Welle angeordnet ist.
13. Rotationsbürste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bürstenelement (2) zwischen zwei drehfest auf der Welle anordenbaren Ringen (3,
4) oder Scheiben zur drehfesten Anordnung des Bürstenelements (2) auf der Welle angeordnet
ist.
14. Rotationsbürste nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Bürstenelement (2) zumindest an einer Stirnseite einen oder mehrere Steigungsabschnitte
aufweist, und der zugeordnete Ring (3,4) oder die Scheibe korrespondierende Steigungsabschnitte
aufweist.
15. Vorrichtung zur Reinigung eines Druckzylinders mit einer Rotationsbürste (1) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, deren Rotationsachse parallel zur Achse des zu
reinigenden Druckzylinders angeordnet ist.