[0001] Die Erfindung betrifft ein Feuchteschutzsystem gemäß Oberbegriff des Patentanspruches
1. Ferner bezieht sich die Erfindung auch auf eine Dampfbremsfolie für ein Feuchteschutzsystem
sowie ein Hakenband, welches zur Befestigung der Dampfbremsfolie an einer Holzständerkonstruktion
verwendet wird.
[0002] Holzständerkonstruktionen werden im Bautenbereich maßgeblich für Dächer, insbesondere
Steildächer, aber auch Fachwerksbauten verwendet. Hierbei dient die Holzständerkonstruktion
auch zur Aufnahme üblicher Dämmstoffmaterialien zum Zwecke der Wärmedämmung. Im Falle
einer Holzständerkonstruktion für Dächer werden zumeist Dämmstoffmaterialien in Form
einer Dämmstoffbahn oder Dämmstoffplatten zwischen den Sparren der Holzständerkonstruktion
angeordnet. Hierbei ist es erforderlich, dass die Holzständerkonstruktion dann zum
Rauminneren hin geeignet abgedichtet wird. Hierbei kommt es zum Einen darauf an, dass
die Abdichtung luftdicht ist. Die Anforderungen an die Luftdichtheit werden in der
DIN 4108, insbesondere im Teil 7, festgelegt. Für die Luftdichtheit entscheidend ist
neben der gesamten abgedeckten Fläche die Qualität der Anschlüsse an angrenzende oder
durchdringende Bauteile. Zum Anderen wird die Abdichtung auch zum Zwecke des Feuchteschutzes
verwendet.
[0003] Für eine solche Abdeckung werden üblicherweise Dampfbremsfolien eingesetzt, die in
unterschiedlichen Ausführungsformen vorliegen. Häufig verwendete Dampfbremsfolien
sind Polyethylenfolien mit einer konstanten Wasserdampf-Diffusionswider-standszahl
µ, die in der Praxis in die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke, den
sog. s
d-Wert umgerechnet wird. Für derartige Polyethylenfolien liegt der
s
d-Wert beispielweise im Bereich von etwa 100 m. Daneben sind feuchteadaptive Folien
(
DE 19 544 120) bekannt, welche einen abhängig von der Umgebungsfeuchte sich ändernden s
d-Wert haben. Derartige Dampfbremsfolien bewerkstelligen einen luftdichten Abschluss
und lassen abhängig von der äußeren Umgebung eine gewisse Dampfdiffusion zu. Dies
trifft insbesondere für feuchteadaptive Dampfbremsfolien zu. Derartige Folien öffnen
sich beispielsweise im Sommer, das heißt sie weisen einen vergleichsweise geringen
Dampfdiffusions-Widerstand auf, so dass im Sommer die im Holz gespeicherte Feuchte
in Form von Wasserdampf aus der Holzständerkonstruktion bei Sonneneinstrahlung und
Wärmeeinwirkung austreten kann. Die Dampfbremsfolie wird somit quasi begrenzt durchlässig
und durch das Dampfdruck-Gefälle wandert der Wasserdampf aus der Holzkonstruktion
nach innen, so dass die Holzkonstruktion austrocknen kann. Andererseits schließt die
Folie bei geringerer Umgebungsfeuchte, was insbesondere im Winter der Fall ist, das
heißt sie weist dann einen höheren Wasserdampf-Diffusionswiderstand, insbesondere
im Falle einer Folie nach
DE 19 544 120 einen s
d-Wert von 2 bis 5 m diffusionsäquivalenter Luftschichtdicke auf und sperrt damit gewissermaßen,
so dass das Eindringen von Wasserdampf, der aus den Wohnräumen aufsteigt, in die Holzständerkonstruktion
verhindert wird. Derartige feuchte-adaptive Folien werden auch als atmende Folien
bezeichnet. Darüber hinaus gibt es auch Dampfbremsfolien mit einem konstanten Wasserdampf-Diffusionswiderstand
zwischen 2 bis 10 m (vergleiche etwa
EP 1 372 956).
[0004] Damit eine solche Dampfbremse allerdings ihre Wirkung ausüben kann, ist ein luftdichter
Anschluss gegenüber der Baukonstruktion erforderlich. Dies bedeutet, dass die großflächig
verlegten Dampfbremsfolien auch untereinander luftdicht verbunden werden. Hierzu ist
es bekannt, separate Klebebänder für die Verklebung der Dampfbremsen zu verwenden.
Aus der
DE 20 2005 016 200 sind hierzu Dampfbremsfolien bekannt, die bereits integrierte Klebestreifen für den
seitlichen Verbund zu verlegender Dampfbremsfolien aufweisen.
[0005] Zur Befestigung der Dampfbremsfolien an der Baukonstruktion, insbesondere an einer
Holzständer- oder einer Dachkonstruktion mit Sparren oder Balken, werden üblicherweise
mechanische Befestigungsmittel verwendet. Zumeist werden die Dampfbremsen angetackert
oder angenagelt. Dies führt aber Zwangsweise zu einer Durchlochung der Dampfbremsen
mit der Gefahr einer späteren sich aufweitenden Rissbildung, so dass diese Befestigungsstellen
Probleme bereiten können. Zwar ist bekannt, dass zur Vermeidung dieses Problemes diese
mechanischen Befestigungsstellen noch gesondert luftdicht abgedichtet werden können,
wozu spezielle Abdichtbänder, sogenannte Tackerdichtbänder verwendet werden (
DE 20 2005 010 317) können, allerdings hat sich diese Maßnahme wegen des zusätzlichen Aufwands in der
Praxis bislang nicht durchgesetzt. Auch die Verwendung dieser Tackerdichtbänder kann
eine allmähliche Rissausbreitung ausgehend von der mechanischen Befestigungsstelle
nicht sicher verhindern, so dass ein entsprechendes Gefahrenpotential verbleibt. Zudem
kann nach erfolgter Befestigung der Dampfbremsfolie durch Tackern, Annageln oder Verschrauben
eine nachträgliche Korrektur der Dampfbremsfolien an der Holzständerkonstruktion kaum
mehr vorgenommen werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es somit, für eine einfache, schnelle und sichere, das
heißt insbesondere zerstörungsfreie Abdichtung von Baukonstruktionen, insbesondere
von Holzständer- oder Dachkonstruktionen mit Sparren oder Balken durch Dampfbremsfolien
zu sorgen, wobei auch nachträgliche Korrekturen, das heißt ein Versetzen der Dampfbremsfolie
relativ zur Baukonstruktion ohne Weiteres möglich sein soll.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches
1 enthaltenen Merkmale gelöst, wobei zweckmäßige Weiterbildungen durch die in den
Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen gekennzeichnet sind.
[0008] Nach Maßgabe der Erfindung erfolgt eine zerstörungsfreie und gleichwohl einwandfrei
abdichtende Befestigung der Dampfbremsfolie an Balken, Sparren und dergleichen einer
Baukonstruktion durch Verwendung eines durch Verkrallung bedingten Haftverschlusses,
das heißt eines Verschlusses, der krallfähig bzw. klettfähig ist. Derartige Verschlüsse
weisen zwei zur Bildung eines Krallverbunds miteinander kommunizierende Verschlusselemente
auf, von denen eines üblicherweise mit einer Vielzahl von Häkchen, das heißt Widerhäkchen,
ausgebildet, und das andere Verschlusselement mit entsprechenden Schlaufen ausgebildet
ist. Drückt man die beiden Verschlusselemente gegeneinander, dann verkrallen sich
die Widerhäkchen in den Schlaufen und es ergibt sich ein fester Krallverbund, der
aber unter entsprechender Kraftaufwendung auch ein Lösen des Verbundes und damit eine
nachträgliche Lagekorrektur der Dampfbremsfolien während des Verlegens ermöglicht.
[0009] Dieser Vorteil fällt insbesondere in Zusammenhang mit der Problemstellung der Schaffung
luftdichter Anschlüsse ins Gewicht, wo die schnelle, einfache Anfertigung passgenauer
Zuschnitte durch das reversible Anbringen und Entfernen einer Dampfbremsfolie erheblich
erleichtert wird.
[0010] Von den beiden kommunizierenden Verschlusselementen wird eines an den Balken oder
Sparren befestigt, was mechanisch durch Tackern, Annageln und dergleichen oder durch
einen Haftverbund, insbesondere Kleberverbund erfolgen kann. Das andere Verschlusselement
wird an der Dampfbremsfolie vorgesehen. Hierbei kann die Dampfbremsfolie mit streifenartigen
Verschlussbändern ausgerüstet sein, die sich in Längsrichtung der Bahn und damit der
Dampfbremsfolie erstrecken. Vorzugsweise wird jedoch die Dampfbremsfolie vollflächig
mit einer klettfähigen, das heißt verkrallfähigen Schicht abgedeckt.
[0011] Dadurch ergibt sich ein einfaches und schnelles Verlegen der Dämmstoffbahn an der
Baukonstruktion. Im Falle von Sparren einer Dachkonstruktion wird das Ende der zu
einer Rolle aufgewickelten Dampfbremsfolie an einem ersten Sparren fixiert und manuell
an der mit einem Verschlussband versehenen Sparrenunterseite angedrückt und dann fortschreitend
quer zu den beabstandeten Sparren der Dachkonstruktion entrollt und unter Andrückung
der weiteren Streifen oder Bänder großflächig verlegt. Diese Verlegung ist infolge
der Krallverbindung völlig zerstörungsfrei und das Verlegen der Dampfbremsfolie kann
durch eine Person erfolgen. Ein weiterer besonderer Vorteil liegt auch darin, dass
eine nachträgliche Korrektur ohne Weiteres möglich ist, wenn die Dampfbremsfolienbahn
nicht exakt ausgerichtet angesetzt wurde.
[0012] Die krallfähigen Verschlussbänder oder die vollflächige verkrallfähige Schicht werden
auf die Dampfbremsfolie vorzugsweise aufkaschiert, wobei die Verschlussbänder oder
die Schicht aus einem diffusionsfähigen Vlies gebildet sind. Als Vliesmaterial eignet
sich hierbei Polypropylen, Polyethylen, Polyamid und PolyethylenTerephthalat.
[0013] Wesentlich ist, dass diese Vliese eine Vielzahl von Schlaufen aufweisen, so dass
jedenfalls mit dem weiteren Verschlussmittel dann ein Krallverbund erzielt werden
kann. Derartige Krallverschlusselemente sind im Prinzip bereits bekannt, so dass sie
hier im Einzelnen auch nicht beschrieben werden müssen. Diese sind auch nicht auf
Häkchen und Schlaufen bzw. Flauschband begrenzt, sondern können auch durch sogenannte
Pilzbänder mit Veloursband oder Flauschband und dergleichen gebildet sein.
[0014] Die Dampfbremsfolie selbst weist eine Funktionsschicht für die Abdichtung auf, wobei
es sich hierbei insbesondere um eine an sich bekannte feuchteadaptive Folie eignet,
die insbesondere auf Polyamidbasis hergestellt ist. Als besonders geeignet haben sich
hierbei Polyamid 3, Polyamid 4 und Polyamid 6 herausgestellt. Allerdings ist die Funktionsschicht
nicht auf eine feuchteadaptive Folie eingeschränkt sondern es kann jede geeignete
Dampfbremsfolie, aber auch Dampfsperrfolie, verwendet werden. Darüber hinaus kann
die Funktionsschicht an ihrer Ober- und/oder Unterseite mit einer Verstärkungsschicht
versehen sein, die zweckmäßigerweise aufkaschiert ist. Als geeignete Verstärkungsschichten
sind hierbei Gewebe, Gittergelege und Vliese zu nennen, beispielsweise Glasseidengewebe
und dergleichen.
[0015] Zweckmäßigerweise sind auch die Verschlussbänder oder die vollflächige verkrallfähige
Schicht und die Verstärkungsschichten diffusionsoffen ausgebildet.
[0016] Nachfolgend wird ein spezielles Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung
beschrieben, deren einzige Figur in rein schematischer Darstellung einen Teil einer
Dachkonstruktion mit einer bereits teilweise von einer Rolle abgewickelten Dampfbremsfolie
zeigt.
[0017] Die Figur zeigt zwei Balken einer Baukonstruktion und zwar hier zwei Sparren 1 für
ein Schrägdach und eine mit 2 bezeichnete Dampfbremsfolie, die aus einer längs verlaufenden
und zu einer Rolle gewickelten Bahn gebildet ist, die teilweise bereits zum Zwecke
der Verlegung an den Sparren 1 von einer Rolle 3 abgewickelt ist.
[0018] Die dargestellten Sparren 1 sind Bestandteile einer Schrägdachkonstruktion, wobei
üblicherweise zwischen den Sparren 1 Dämmstoffmaterial eingebracht ist, etwa aus Mineralwolle.
Derartige Dämmstoffmaterialien sind an sich bekannt, so dass sie hier nicht näher
beschrieben werden müssen. Üblicherweise wird die Dämmung durch sogenannte plattenartige
Klemmfilze, die von einer zu einer Rolle gewickelten Dämmstoffbahn entsprechend des
Sparrenabstands mit einem gewissen Übermaß abgelängt und dann mit Klemmsitz zwischen
den Sparren eingebracht werden, ausgeführt. Alternativ kann diese in Form von Dämmstoffbahnen
ausgeführt sein, die zwischen den Sparren angeordnet und über eine unterseitig vorgesehene
Alukaschierung, die seitlich über die Dämmstoffbahn vorsteht durch Antackern an der
Unterseite der Sparren 1 befestigt sind. Eine solche Dämmung wird ergänzt durch eine
unterseitig angeordnete Dampfbremsfolie, die an der Sparrenunterseite befestigt wird
und die Dämmung zum Rauminneren luftdicht und zum Zwecke des Feuchteschutzes abdichtet.
[0019] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Dampfbremsfolie 2 bereits auf eine Länge
größer den Sparrenabstand der beiden Sparren 1 abgerollt. Die Dampfbremsfolie 2 wird
zuerst am linken Sparren befestigt, anschließend dann am rechten Pfosten und wird
in analoger Form an weiteren, hier nicht dargestellten Sparren angebracht.
[0020] Hierzu sind miteinander krallfähige Verschlusselemente vorgesehen, nämlich streifenartige
Verschlusselemente 4a, die an der Unterseite der Sparren 1 befestigt sind. Die Befestigung
erfolgt in mechanischer Weise, etwa durch Antackern, durch Nägel oder Schrauben. Die
Befestigung kann aber auch durch eine übliche Haftverbindung, etwa durch Verkleben
der Bänder 4a mit der Sparrenunterseite, erfolgen. Die Verschlussbänder 4a werden
gleichfalls in einem Wickel angeliefert und zur Montage vom Wickel abgezogen und an
der Sparrenunterseite befestigt, wobei im dargestellten Ausführungsbeispiel die Verschlussbänder
4a sich im Wesentlichen über die gesamte Sparrenlänge erstrecken und hier die Sparrenunterseite
über die gesamte Sparrenlänge durchgehend abdecken. Die Verschlussbänder 4a können
auf Sparrenbreite ausgelegt sein, was jedoch nicht erforderlich ist. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel überdecken die Verschlussbänder einen wesentlichen Bereich der
Sparrenunterseite.
[0021] Zur Bildung eines lösbaren Krallhaftschnellverschlusses ist auch die Dampfbremsfolie
2 mit einem entsprechenden zweiten Verschlusselement versehen, welches hier auch durch
streifenartige Verschlussbänder 4b gebildet ist. Diese Verschlussbänder 4b erstrecken
sich im dargestellten Ausführungsbeispiel in Längsrichtung der Dampfbremsbahn, wobei
die Verschlussbänder sich über die gesamte Länge der Dampfbremsfolie erstrecken sowie
und parallel zueinander angeordnet sind. Es ist bevorzugt, dass die Verschlussbänder
in gleichmäßigem Abstand zueinander angeordnet sind. Im Übrigen können bei Bedarf
die Verschlusselemente 4b auch abschnittsweise über die Länge der Dämmstoffbahn und
damit nicht durchgehend vorgesehen sein. Bevorzugt ist jedoch eine vollflächige Abdeckung
der Dampfbremsfolie durch ein entsprechend flächiges Verschlusselement, welches bei
schwierigen geometrischen Verhältnissen mit einem großen Anteil an Zuschnitten Verarbeitungsvorteile
aufweist.
[0022] Da die Verschlusselemente 4a und 4b als klettenartige und damit krallfähige Verschlusselemente
ausgebildet sind, braucht zur Befestigung der Dampfbremsfolie diese nur geeignet an
die Sparrenunterseite angelegt und ausgerollt werden und kann dann mit dem Ausrollen
manuell durch Zusammendrücken der Verschlusselemente 4a und 4b fest und dauerhaft
verbunden werden. Der Vorteil dieses Krallhaftverschlusses besteht aber nicht nur
in der einfachen Montage sondern auch darin, dass die Dampfbremsfolie reversibel zu
Korrekturmaßnahmen auch wieder abgezogen und entsprechend neu ausgerichtet und durch
Druck erneut an den Verschlussbändern 4a mit entsprechendem dauerhaften Festsitz befestigt
werden kann.
[0023] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Dampfbremsfolie aus Polyamid gebildet
und als feuchteadaptive Dampfbremsfolie gerüstet. Insbesondere ist sie aus Polyamid
3, Polyamid 4 oder Polyamid 6 gebildet und weist einen von der Umgebungsfeuchte abhängigen
Wasserdampf-Diffusionswiderstand auf, der gebildet ist mit der Maßgabe, dass das Material
bei einer relativen Feuchte der die Dampfbremse umgebenden Atmosphäre im Bereich von
30 bis 50% einen s
d-Wert von 2 bis 5 m diffusionsäquivalente Luftschichtdicke, und bei einer relativen
Feuchte im Bereich von 60 bis 80% einen Wasserdampf-Diffusionswiderstand einen s
d-Wert aufweist, der kleiner 1m diffusionsäquivalente Luftschichtdicke ist. Eine derartige
Dampfbremsfolie hat den Vorteil, dass sie im Sommer eine Trocknungsfunktion zulässt,
so dass die im Holz gespeicherte Feuchte in Form von Wasserdampf bei Sonneneinstrahlung
und Wärmeeinwirkung im Sommer austreten und damit die Holzkonstruktion austrocknen
kann. Das heißt, die feuchteadaptive Dampfbremsfolie öffnet sich sozusagen im Sommer,
während sie im Winter schließt und dabei ihre volle Dampfbremsfunktion ausnutzt, das
heißt, dass Eindringen von Wasserdampf, der aus den Wohnräumen aufsteigt, im Wesentlichen
verhindert, so dass nur wenig Feuchtigkeit in die Konstruktion aufgrund des hohen
Dampfdiffusionswiderstands eindringen kann.
[0024] Im dargestellten Ausführungsbeispiel weisen die Verschlussbänder 4a eine Breite von
4 bis 10 cm auf, bevorzugt ist eine Breite von 6 cm, die auf alle gängigen Sparrenbreiten
dimensioniert ist. Die Verschlussbänder 4b weisen eine Breite von 5 bis 40 cm auf,
wobei die Breite des einzelnen Bandes mit der Anzahl der Bänder abnehmen kann. Mit
diesen Maßnahmen wird erreicht, dass die Dampfbremsfolien in sehr einfacher und schneller
Weise ohne jedwede Zerstörung durch Befestigungsmittel an der Spanunterseite befestigt
und zu dem der Verbund so ausgelegt ist, dass auch eine spätere Korrektur ohne Weiteres
mit einer daran anschließenden erneuten sicheren Befestigung möglich ist.
1. . Feuchteschutzsystem für Baukonstruktionen, insbesondere Holzständer- oder Dachkonstruktionen
mit Sparren oder Balken und dergleichen, mit mindestens einer an Elementen der Baukonstruktion
befestigten Dampfbremsfolie,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolie (2) an den Elementen (1) durch einen lösbaren durch Verkrallung
bedingten Haftverschluss (4a, 4b) befestigt ist.
2. . System nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verkrallungsbedingte Haftverschluss durch einen sogenannten Klettverschluss aus
einem ersten und einem zweiten miteinander verkrallbaren Verschlusselement (4a, 4b)
gebildet ist, von dem die ersten Verschlusselemente (4a) an den Elementen und das
oder die zweiten Verschlusselement(e) an der Dampfbremsfolie und zwar jeweils an den
einander zuweisenden Flächen befestigt sind.
3. . System nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verschlusselemente (4a) eine Vielzahl von Widerhäkchen und das zweite Verschlusselement
(4b) eine Vielzahl von Schlaufen zur Bildung des klettartigen Verschlusses aufweist
oder umgekehrt, wobei die Widerhäkchen und Schlaufen für den Krallverschluss miteinander
kommunizieren, und dass die Verschlusselemente vorzugsweise aus Polypropylen, Polyamid,
Polyethylen oder Polyethlen-Terephthalat gebildet sind.
4. . System nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Verschlusselement (4b) durch eine verkrallfähige Schicht auf der Dampfbremsfolie
gebildet ist, die vorzugsweise die Dampfbremsfolie insgesamt abdeckt.
5. . System nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolie als langgestreckte, vorzugsweise zu einer Rolle gewickelten Bahn
vorliegt und das zweite Verschlusselement (4b) durch verkrallfähige streifenartige
Verschlussbänder (4b) gebildet ist, die sich jeweils in Bahnlängsrichtung Wesentlichen
über die gesamte Länge der Bahn erstrecken.
6. . System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Verschlusselemente als Verschlussbänder (4a) ausgebildet sind, die in
Längsrichtung der Balken verlaufend und vorzugsweise sich im Wesentlichen über die
gesamten Balkenlänge erstreckend angeordnet sind.
7. . System nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussbänder (4a) an den Balken (1) mechanisch, insbesondere durch Tackern,
Nägel, Schrauben und dergleichen, oder durch einen Haftverbund, insbesondere Klebeverbund
befestigt sind.
8. . System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verschlusselement (4a) jeweils als gewickeltes Hakenband gebildet ist.
9. . System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Verschlusselemente (4b) durch ein auf die Dampfbremsfolien (2) aufkaschiertes
vorzugsweise diffusionsoffenes Vlies gebildet ist.
10. . System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolie (2) vorzugsweise diffusionsoffen aus einer Funktionsschicht mit
konstantem Wasserdampf-Diffusionswiderstand (sd-Wert) oder aus einer feuchteadaptiven Funktionsschicht und zwar vorzugsweise einer
als feuchteadaptiven Folie ausgebildeten Funktionsschicht mit einem sd-Wert von 2 bis 5 m diffusionsäquivalenter Luftschichtdicke bei einer Umgebungsfeuchte
im Bereich von 30 bis 50% und einem sd-Wert kleiner 1 m diffusionsäquivalente Luftschichtdicke bei einer Umgebungsfeuchte
von 60 bis 80% gebildet ist.
11. . System nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht durch Polyamid gebildet ist.
12. . System nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolien (2) oberhalb und/oder unterhalb der Funktionsschicht mit einer
vorzugsweise diffusionsoffenen Verstärkungsschicht versehen ist.
13. . System nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsschicht auf die Funktionsschicht zur Bildung der Dampfbremsfolie
aufkaschiert ist.
14. . System nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsschicht durch ein flexibles Gewebe, Gittergelege oder Vlies gebildet
ist.
15. . Dampfbremsfolie für ein Feuchteschutzsystem für Baukonstruktionen, insbesondere
für ein System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolie (2) ganz oder teilflächig mit einer krallfähigen Schicht überzogen
oder mit krallfähigen Verschlussbändern versehen ist, die in gleichmäßigen Abstand
und parallel zueinander angeordnet sind und sich in Bahnlängsrichtung vorzugsweise
im Wesentlichen über die gesamte Länge der Bahn erstrecken.
16. . Krallfähiges Hakenband für die Verwendung mit einer Dampfbremsfolie gemäß Anspruch
15,
dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenband als Krallband ausgelegt und zu einer Rolle gewickelt ist.