(19)
(11) EP 2 243 888 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
07.10.2015  Patentblatt  2015/41

(21) Anmeldenummer: 10159780.5

(22) Anmeldetag:  13.04.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/62(2006.01)
E04D 12/00(2006.01)

(54)

Feuchteschutzsystem für Holzständer- oder Dachkonstruktionen mit Sparren

Moisture proofing system for wood stand or roof constructions with rafters

Système de protection contre l'humidité pour structures de boisement ou de toit ayant des chevrons


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 15.04.2009 DE 102009017486

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.10.2010  Patentblatt  2010/43

(73) Patentinhaber: SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG
67059 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Bensch, Peter
    68526 Ladenburg (DE)
  • Langkau, Michael
    68535 Edingen-Neckarhausen (DE)
  • Stevanovic, Goran
    8303 Bassersdorf (CH)

(74) Vertreter: Bockhorni & Kollegen 
Elsenheimerstraße 49
80687 München
80687 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-B1- 1 372 956
DE-C1- 19 514 420
DE-U1-202005 016 200
DE-A1- 2 263 375
DE-U1-202005 010 317
US-A1- 2003 070 391
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Feuchteschutzsystem gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Holzständerkonstruktionen werden im Bautenbereich maßgeblich für Dächer, insbesondere Steildächer, aber auch Fachwerksbauten verwendet. Hierbei dient die Holzständerkonstruktion auch zur Aufnahme üblicher Dämmstoffmaterialien zum Zwecke der Wärmedämmung. Im Falle einer Holzständerkonstruktion für Dächer werden zumeist Dämmstoffmaterialien in Form einer Dämmstoffbahn oder Dämmstoffplatten zwischen den Sparren der Holzständerkonstruktion angeordnet. Hierbei ist es erforderlich, dass die Holzständerkonstruktion dann zum Rauminneren hin geeignet abgedichtet wird. Hierbei kommt es zum Einen darauf an, dass die Abdichtung luftdicht ist. Die Anforderungen an die Luftdichtheit werden in der DIN 4108, insbesondere im Teil 7, festgelegt. Für die Luftdichtheit entscheidend ist neben der gesamten abgedeckten Fläche die Qualität der Anschlüsse an angrenzende oder durchdringende Bauteile. Zum Anderen wird die Abdichtung auch zum Zwecke des Feuchteschutzes verwendet.

    [0003] Für eine solche Abdeckung werden üblicherweise Dampfbremsfolien eingesetzt, die in unterschiedlichen Ausführungsformen vorliegen. Häufig verwendete Dampfbremsfolien sind Polyethylenfolien mit einer konstanten Wasserdampf-Diffusionswider-standszahl µ, die in der Praxis in die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke, den sog. sd-Wert umgerechnet wird. Für derartige Polyethylenfolien liegt der
    sd-Wert beispielweise im Bereich von etwa 100 m. Daneben sind feuchteadaptive Folien (DE 19 544 120) bekannt, welche einen abhängig von der Umgebungsfeuchte sich ändernden sd-Wert haben. Derartige Dampfbremsfolien bewerkstelligen einen luftdichten Abschluss und lassen abhängig von der äußeren Umgebung eine gewisse Dampfdiffusion zu. Dies trifft insbesondere für feuchteadaptive Dampfbremsfolien zu. Derartige Folien öffnen sich beispielsweise im Sommer, das heißt sie weisen einen vergleichsweise geringen Dampfdiffusions-Widerstand auf, so dass im Sommer die im Holz gespeicherte Feuchte in Form von Wasserdampf aus der Holzständerkonstruktion bei Sonneneinstrahlung und Wärmeeinwirkung austreten kann. Die Dampfbremsfolie wird somit quasi begrenzt durchlässig und durch das Dampfdruck-Gefälle wandert der Wasserdampf aus der Holzkonstruktion nach innen, so dass die Holzkonstruktion austrocknen kann. Andererseits schließt die Folie bei geringerer Umgebungsfeuchte, was insbesondere im Winter der Fall ist, das heißt sie weist dann einen höheren Wasserdampf-Diffusionswiderstand, insbesondere im Falle einer Folie nach DE 19 544 120 einen sd-Wert von 2 bis 5 m diffusionsäquivalenter Luftschichtdicke auf und sperrt damit gewissermaßen, so dass das Eindringen von Wasserdampf, der aus den Wohnräumen aufsteigt, in die Holzständerkonstruktion verhindert wird. Derartige feuchte-adaptive Folien werden auch als atmende Folien bezeichnet. Darüber hinaus gibt es auch Dampfbremsfolien mit einem konstanten Wasserdampf-Diffusionswiderstand zwischen 2 bis 10 m (vergleiche etwa EP 1 372 956).

    [0004] Damit eine solche Dampfbremse allerdings ihre Wirkung ausüben kann, ist ein luftdichter Anschluss gegenüber der Baukonstruktion erforderlich. Dies bedeutet, dass die großflächig verlegten Dampfbremsfolien auch untereinander luftdicht verbunden werden. Hierzu ist es bekannt, separate Klebebänder für die Verklebung der Dampfbremsen zu verwenden. Aus der DE 20 2005 016 200 sind hierzu Dampfbremsfolien bekannt, die bereits integrierte Klebestreifen für den seitlichen Verbund zu verlegender Dampfbremsfolien aufweisen.

    [0005] Zur Befestigung der Dampfbremsfolien an der Baukonstruktion, insbesondere an einer Holzständer- oder einer Dachkonstruktion mit Sparren, werden üblicherweise mechanische Befestigungsmittel verwendet. Zumeist werden die Dampfbremsen angetackert oder angenagelt. Dies führt aber Zwangsweise zu einer Durchlochung der Dampfbremsen mit der Gefahr einer späteren sich aufweitenden Rissbildung, so dass diese Befestigungsstellen Probleme bereiten können. Zwar ist bekannt, dass zur Vermeidung dieses Problemes diese mechanischen Befestigungsstellen noch gesondert luftdicht abgedichtet werden können, wozu spezielle Abdichtbänder, sogenannte Tackerdichtbänder verwendet werden (DE 20 2005 010 317) können, allerdings hat sich diese Maßnahme wegen des zusätzlichen Aufwands in der Praxis bislang nicht durchgesetzt. Auch die Verwendung dieser Tackerdichtbänder kann eine allmähliche Rissausbreitung ausgehend von der mechanischen Befestigungsstelle nicht sicher verhindern, so dass ein entsprechendes Gefahrenpotential verbleibt. Zudem kann nach erfolgter Befestigung der Dampfbremsfolie durch Tackern, Annageln oder Verschrauben eine nachträgliche Korrektur der Dampfbremsfolien an der Holzständerkonstruktion kaum mehr vorgenommen werden.

    [0006] Aufgabe der Erfindung ist es somit, für eine einfache, schnelle und sichere, das heißt insbesondere zerstörungsfreie Abdichtung von Baukonstruktionen, insbesondere von Holzständer- oder Dachkonstruktionen mit Sparren durch Dampfbremsfolien zu sorgen, wobei auch nachträgliche Korrekturen, das heißt ein Versetzen der Dampfbremsfolie relativ zur Baukonstruktion ohne Weiteres möglich sein soll.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 enthaltenen Merkmale gelöst, wobei zweckmäßige Weiterbildungen durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen gekennzeichnet sind.

    [0008] Nach Maßgabe der Erfindung erfolgt eine zerstörungsfreie und gleichwohl einwandfrei abdichtende Befestigung der Dampfbremsfolie an Balken, Sparren und dergleichen einer Baukonstruktion durch Verwendung eines durch Verkrallung bedingten Haftverschlusses, das heißt eines Verschlusses, der krallfähig bzw. klettfähig ist. Derartige Verschlüsse weisen zwei zur Bildung eines Krallverbunds miteinander kommunizierende Verschlusselemente auf, von denen eines üblicherweise mit einer Vielzahl von Häkchen, das heißt Widerhäkchen, ausgebildet, und das andere Verschlusselement mit entsprechenden Schlaufen ausgebildet ist. Drückt man die beiden Verschlusselemente gegeneinander, dann verkrallen sich die Widerhäkchen in den Schlaufen und es ergibt sich ein fester Krallverbund, der aber unter entsprechender Kraftaufwendung auch ein Lösen des Verbundes und damit eine nachträgliche Lagekorrektur der Dampfbremsfolien während des Verlegens ermöglicht.

    [0009] Dieser Vorteil fällt insbesondere in Zusammenhang mit der Problemstellung der Schaffung luftdichter Anschlüsse ins Gewicht, wo die schnelle, einfache Anfertigung passgenauer Zuschnitte durch das reversible Anbringen und Entfernen einer Dampfbremsfolie erheblich erleichtert wird.

    [0010] Von den beiden kommunizierenden Verschlusselementen wird eines an den Balken oder Sparren befestigt, was mechanisch durch Tackern, Annageln und dergleichen oder durch einen Haftverbund, insbesondere Kleberverbund erfolgen kann. Das andere Verschlusselement wird an der Dampfbremsfolie vorgesehen. Hierbei kann die Dampfbremsfolie mit streifenartigen Verschlussbändern ausgerüstet sein, die sich in Längsrichtung der Bahn und damit der Dampfbremsfolie erstrecken. Vorzugsweise wird jedoch die Dampfbremsfolie vollflächig mit einer klettfähigen, das heißt verkrallfähigen Schicht abgedeckt.

    [0011] Dadurch ergibt sich ein einfaches und schnelles Verlegen der Dämmstoffbahn an der Baukonstruktion. Im Falle von Sparren einer Dachkonstruktion wird das Ende der zu einer Rolle aufgewickelten Dampfbremsfolie an einem ersten Sparren fixiert und manuell an der mit einem Verschlussband versehenen Sparrenunterseite angedrückt und dann fortschreitend quer zu den beabstandeten Sparren der Dachkonstruktion entrollt und unter Andrückung der weiteren Streifen oder Bänder großflächig verlegt. Diese Verlegung ist infolge der Krallverbindung völlig zerstörungsfrei und das Verlegen der Dampfbremsfolie kann durch eine Person erfolgen. Ein weiterer besonderer Vorteil liegt auch darin, dass eine nachträgliche Korrektur ohne Weiteres möglich ist, wenn die Dampfbremsfolienbahn nicht exakt ausgerichtet angesetzt wurde.

    [0012] Die krallfähigen Verschlussbänder oder die vollflächige verkrallfähige Schicht werden auf die Dampfbremsfolie aufkaschiert, wobei die Verschlussbänder oder die Schicht aus einem diffusionsfähigen Vlies gebildet sind. Als Vliesmaterial eignet sich hierbei Polypropylen, Polyethylen, Polyamid und PolyethylenTerephthalat.

    [0013] Wesentlich ist, dass diese Vliese eine Vielzahl von Schlaufen aufweisen, so dass jedenfalls mit dem weiteren Verschlussmittel dann ein Krallverbund erzielt werden kann. Derartige Krallverschlusselemente sind im Prinzip bereits bekannt, so dass sie hier im Einzelnen auch nicht beschrieben werden müssen. Diese sind auch nicht auf Häkchen und Schlaufen bzw. Flauschband begrenzt, sondern können auch durch sogenannte Pilzbänder mit Veloursband oder Flauschband und dergleichen gebildet sein.

    [0014] Die Dampfbremsfolie selbst weist eine Funktionsschicht für die Abdichtung auf, wobei es sich hierbei insbesondere um eine an sich bekannte feuchteadaptive Folie eignet, die insbesondere auf Polyamidbasis hergestellt ist. Als besonders geeignet haben sich hierbei Polyamid 3, Polyamid 4 und Polyamid 6 herausgestellt. Allerdings ist die Funktionsschicht nicht auf eine feuchteadaptive Folie eingeschränkt sondern es kann jede geeignete Dampfbremsfolie, aber auch Dampfsperrfolie, verwendet werden. Darüber hinaus kann die Funktionsschicht an ihrer Ober- und/oder Unterseite mit einer Verstärkungsschicht versehen sein, die zweckmäßigerweise aufkaschiert ist. Als geeignete Verstärkungsschichten sind hierbei Gewebe, Gittergelege und Vliese zu nennen, beispielsweise Glasseidengewebe und dergleichen.

    [0015] Zweckmäßigerweise sind auch die Verschlussbänder oder die vollflächige verkrallfähige Schicht und die Verstärkungsschichten diffusionsoffen ausgebildet.

    [0016] Nachfolgend wird ein spezielles Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben, deren einzige Figur in rein schematischer Darstellung einen Teil einer Dachkonstruktion mit einer bereits teilweise von einer Rolle abgewickelten Dampfbremsfolie zeigt.

    [0017] Die Figur zeigt zwei Balken einer Baukonstruktion und zwar hier zwei Sparren 1 für ein Schrägdach und eine mit 2 bezeichnete Dampfbremsfolie, die aus einer längs verlaufenden und zu einer Rolle gewickelten Bahn gebildet ist, die teilweise bereits zum Zwecke der Verlegung an den Sparren 1 von einer Rolle 3 abgewickelt ist.

    [0018] Die dargestellten Sparren 1 sind Bestandteile einer Schrägdachkonstruktion, wobei üblicherweise zwischen den Sparren 1 Dämmstoffmaterial eingebracht ist, etwa aus Mineralwolle. Derartige Dämmstoffmaterialien sind an sich bekannt, so dass sie hier nicht näher beschrieben werden müssen. Üblicherweise wird die Dämmung durch sogenannte plattenartige Klemmfilze, die von einer zu einer Rolle gewickelten Dämmstoffbahn entsprechend des Sparrenabstands mit einem gewissen Übermaß abgelängt und dann mit Klemmsitz zwischen den Sparren eingebracht werden, ausgeführt. Alternativ kann diese in Form von Dämmstoffbahnen ausgeführt sein, die zwischen den Sparren angeordnet und über eine unterseitig vorgesehene Alukaschierung, die seitlich über die Dämmstoffbahn vorsteht durch Antackern an der Unterseite der Sparren 1 befestigt sind. Eine solche Dämmung wird ergänzt durch eine unterseitig angeordnete Dampfbremsfolie, die an der Sparrenunterseite befestigt wird und die Dämmung zum Rauminneren luftdicht und zum Zwecke des Feuchteschutzes abdichtet.

    [0019] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Dampfbremsfolie 2 bereits auf eine Länge größer den Sparrenabstand der beiden Sparren 1 abgerollt. Die Dampfbremsfolie 2 wird zuerst am linken Sparren befestigt, anschließend dann am rechten Pfosten und wird in analoger Form an weiteren, hier nicht dargestellten Sparren angebracht.

    [0020] Hierzu sind miteinander krallfähige Verschlusselemente vorgesehen, nämlich streifenartige Verschlusselemente 4a, die an der Unterseite der Sparren 1 befestigt sind. Die Befestigung erfolgt in mechanischer Weise, etwa durch Antackern, durch Nägel oder Schrauben. Die Befestigung kann aber auch durch eine übliche Haftverbindung, etwa durch Verkleben der Bänder 4a mit der Sparrenunterseite, erfolgen. Die Verschlussbänder 4a werden gleichfalls in einem Wickel angeliefert und zur Montage vom Wickel abgezogen und an der Sparrenunterseite befestigt, wobei im dargestellten Ausführungsbeispiel die Verschlussbänder 4a sich im Wesentlichen über die gesamte Sparrenlänge erstrecken und hier die Sparrenunterseite über die gesamte Sparrenlänge durchgehend abdecken. Die Verschlussbänder 4a können auf Sparrenbreite ausgelegt sein, was jedoch nicht erforderlich ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel überdecken die Verschlussbänder einen wesentlichen Bereich der Sparrenunterseite.

    [0021] Zur Bildung eines lösbaren Krallhaftschnellverschlusses ist auch die Dampfbremsfolie 2 mit einem entsprechenden zweiten Verschlusselement versehen, welches hier auch durch streifenartige Verschlussbänder 4b gebildet ist. Diese Verschlussbänder 4b erstrecken sich im dargestellten Ausführungsbeispiel in Längsrichtung der Dampfbremsbahn, wobei die Verschlussbänder sich über die gesamte Länge der Dampfbremsfolie erstrecken sowie und parallel zueinander angeordnet sind. Es ist bevorzugt, dass die Verschlussbänder in gleichmäßigem Abstand zueinander angeordnet sind. Im Übrigen können bei Bedarf die Verschlusselemente 4b auch abschnittsweise über die Länge der Dämmstoffbahn und damit nicht durchgehend vorgesehen sein. Bevorzugt ist jedoch eine vollflächige Abdeckung der Dampfbremsfolie durch ein entsprechend flächiges Verschlusselement, welches bei schwierigen geometrischen Verhältnissen mit einem großen Anteil an Zuschnitten Verarbeitungsvorteile aufweist.

    [0022] Da die Verschlusselemente 4a und 4b als klettenartige und damit krallfähige Verschlusselemente ausgebildet sind, braucht zur Befestigung der Dampfbremsfolie diese nur geeignet an die Sparrenunterseite angelegt und ausgerollt werden und kann dann mit dem Ausrollen manuell durch Zusammendrücken der Verschlusselemente 4a und 4b fest und dauerhaft verbunden werden. Der Vorteil dieses Krallhaftverschlusses besteht aber nicht nur in der einfachen Montage sondern auch darin, dass die Dampfbremsfolie reversibel zu Korrekturmaßnahmen auch wieder abgezogen und entsprechend neu ausgerichtet und durch Druck erneut an den Verschlussbändern 4a mit entsprechendem dauerhaften Festsitz befestigt werden kann.

    [0023] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Dampfbremsfolie aus Polyamid gebildet und als feuchteadaptive Dampfbremsfolie gerüstet. Insbesondere ist sie aus Polyamid 3, Polyamid 4 oder Polyamid 6 gebildet und weist einen von der Umgebungsfeuchte abhängigen Wasserdampf-Diffusionswiderstand auf, der gebildet ist mit der Maßgabe, dass das Material bei einer relativen Feuchte der die Dampfbremse umgebenden Atmosphäre im Bereich von 30 bis 50% einen sd-Wert von 2 bis 5 m diffusionsäquivalente Luftschichtdicke, und bei einer relativen Feuchte im Bereich von 60 bis 80% einen Wasserdampf-Diffusionswiderstand einen sd-Wert aufweist, der kleiner 1m diffusionsäquivalente Luftschichtdicke ist. Eine derartige Dampfbremsfolie hat den Vorteil, dass sie im Sommer eine Trocknungsfunktion zulässt, so dass die im Holz gespeicherte Feuchte in Form von Wasserdampf bei Sonneneinstrahlung und Wärmeeinwirkung im Sommer austreten und damit die Holzkonstruktion austrocknen kann. Das heißt, die feuchteadaptive Dampfbremsfolie öffnet sich sozusagen im Sommer, während sie im Winter schließt und dabei ihre volle Dampfbremsfunktion ausnutzt, das heißt, dass Eindringen von Wasserdampf, der aus den Wohnräumen aufsteigt, im Wesentlichen verhindert, so dass nur wenig Feuchtigkeit in die Konstruktion aufgrund des hohen Dampfdiffusionswiderstands eindringen kann.

    [0024] Im dargestellten Ausführungsbeispiel weisen die Verschlussbänder 4a eine Breite von 4 bis 10 cm auf, bevorzugt ist eine Breite von 6 cm, die auf alle gängigen Sparrenbreiten dimensioniert ist. Die Verschlussbänder 4b weisen eine Breite von 5 bis 40 cm auf, wobei die Breite des einzelnen Bandes mit der Anzahl der Bänder abnehmen kann. Mit diesen Maßnahmen wird erreicht, dass die Dampfbremsfolien in sehr einfacher und schneller Weise ohne jedwede Zerstörung durch Befestigungsmittel an der Spanunterseite befestigt und zu dem der Verbund so ausgelegt ist, dass auch eine spätere Korrektur ohne Weiteres mit einer daran anschließenden erneuten sicheren Befestigung möglich ist.


    Ansprüche

    1. Feuchteschutzsystem für Holzständer- oder Dachkonstruktionen, mit aus Sparren gebildeten Elementen, mit mindestens einer an den Elementen der Baukonstruktion zum Inneren der Baukonstruktion hin befestigten Dampfbremsfolie,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolie (2) an den Elementen (1) durch einen lösbaren durch Verkrallung bedingten Haftverschluss (4a, 4b) befestigt ist, der aus einem ersten und einem zweiten miteinander verkrallbaren Verschlusselement (4a, 4b) gebildet ist, von dem die ersten Verschlusselemente (4a) an den Elementen und das oder die zweiten Verschlusselement(e) an der Dampfbremsfolie und zwar jeweils an den einander zuweisenden Flächen befestigt sind, dass das zweite Verschlusselement (4b) durch ein auf die Dampfbremsfolie (2) aufkaschiertes diffusionsoffenes Vlies und als verkrallfahige Schicht auf der Dampfbremsfolie gebildet ist, die mit dieser verkrallfähigen Schicht als langgestreckte Bahn zu einer Rolle aufwickelbar ist, und dass die ersten Verschlusselemente als Verschlussbänder (4a) ausgebildet sind, die jeweils zu einer Rolle aufwickelbar und nach Entrollen in Längsrichtung der Elemente verlaufend auf diesen angeordnet sind.
     
    2. System nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verschlusselemente (4a) eine Vielzahl von Widerhäkchen und das zweite Verschlusselement (4b) eine Vielzahl von Schlaufen zur Bildung des klettartigen Verschlusses aufweist oder umgekehrt, wobei die Widerhäkchen und Schlaufen für den Krallverschluss miteinander kommunizieren, und dass die Verschlusselemente vorzugsweise aus Polypropylen, Polyamid, Polyethylen oder Polyethlen-Terephthalat gebildet sind.
     
    3. System nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, dass die verkrallfähige Schicht die Dampfbremsfolie insgesamt abdeckt.
     
    4. System nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Verschlusselement (4b) durch verkrallfähige streifenartige Verschlussbänder (4b) gebildet ist, die sich jeweils in Bahnlängsrichtung im Wesentlichen über die gesamte Länge der Bahn erstrecken.
     
    5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Verschlussbänder (4a) sich im Wesentlichen über, die gesamten Balkenlänge erstreckend an diesen anordbar sind.
     
    6. System nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussbänder (4a) an den Balken (1) mechanisch, insbesondere durch Tackern, Nägel, Schrauben und dergleichen, oder durch einen Haftverbund, insbesondere Klebeverbund befestigt sind.
     
    7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verschlusselement (4a) jeweils als wickelbares Hakenband gebildet ist.
     
    8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfbremsfolie (2) vorzugsweise diffusionsoffen aus einer Funktionsschicht mit konstantem Wasserdampf-Diffusionswiderstand (sd-Wert) oder aus einer feuchteadaptiven Funktionsschicht und zwar vorzugsweise einer als feuchteadaptiven Folie ausgebildeten Funktionsschicht mit einem sd-Wert von 2 bis 5 m diffusionsäquivalenter Luftschichtdicke bei einer Umgebungsfeuchte im Bereich von 30 bis 50% und einem sd-Wert kleiner 1 m diffusionsäquivalente Luftschichtdicke bei einer Umgebungsfeuchte von 60 bis 80% gebildet ist.
     
    9. System nach Anspruch 8,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht durch Polyamid gebildet ist.
     
    10. System nach Anspruch 8 oder 9,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfbremsfolien (2) oberhalb und/oder unterhalb der Funktionsschicht mit einer vorzugsweise diffusionsoffenen Verstärkungsschicht versehen ist.
     
    11. System nach Anspruch 10,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsschicht auf die Funktionsschicht zur Bildung der Dampfbremsfolie aufkaschiert ist.
     
    12. System nach Anspruch 10 oder 11,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsschicht durch ein flexibles Gewebe, Gittergelege oder Vlies gebildet ist.
     


    Claims

    1. A moisture protection system for wooden beam or roof structures comprising rafter elements including at least one vapor retarder foil attached at the elements of the structure towards an interior of the structure,
    characterized in that the vapor retarder foil (2) is attached at the elements (1) by a disengageable adhesion closure (4a, b) caused by interlocking which is formed by a first closure element (4a) and a second closure element (4b) that are interlockable with each other wherein the first closure elements (4a) are attached at the elements and wherein the at least one second closure element o (4b) is attached at the vapor retarder foil, thus respectively at the surfaces that are oriented towards each other, wherein the second closure element (4b) is formed by a fleece that is open to diffusion and attached to the vapor retarder foil (2) and wherein the fleece is formed as an interlockable layer on the vapor retarder foil wherein the vapor retarder foil is an elongated web and is windable together with the interlockable layer to form a roll, and wherein the first closure elements are configured as closure bands (4a) which are respectively windable into a roll and are arranged along an extension of the elements after unwinding the roll.
     
    2. The system according to claim 1,
    characterized in that the first closure element (4a) includes a plurality of hooks and the second closure element (4b) includes a plurality of loops for forming a hook and loop closure or vice versa, wherein the hooks and loops communicate with one another to form the hook and loop closure, and wherein the closure elements are advantageously made from polypropylene, polyamide, polyethylene or polyethylene-terephthalate.
     
    3. The system according to claim 1 or 2,
    characterized in that the interlockable layer covers the vapor retarder foil in its entirety.
     
    4. The system according to one of the claims1 - 3,
    characterized in that the second closure element (4b) is formedby interlockable strip shaped closure bands (4b) which respectively extend in a longitudinal direction of the web essentially over an entire length of the web.
     
    5. The system according to one of the preceding claims,
    characterized in that the first closure bands (4a) essentially extend over an entire length of the rafter and are arrangeable at the rafter.
     
    6. The system according to claim 5 ,
    characterized in that the closure bands (4a) are mechanically attached at the rafters (1), in particular by stapling, nails, screws and similar or through an adhesion interconnection in particular a glue interconnection.
     
    7. The system according to one of the preceding claims,
    characterized in that the first closure element (4a) is respectively formed as a windable hook band.
     
    8. The system according to one of the preceding claims,
    characterized in that the vapor retarder foil (2) is advantageously formed diffusion open from a functional layer with constant water vapor diffusion resistance (sd- value) or from a moisture adaptive functional layer, and thus advantageously a functional layer formed as a moisture adaptive foil with an sd- value of 2 - 5 m diffusion equivalent air layer thickness at an ambient humidity in a range of 30 - 50 % and an sd- value of less than 1 m diffusion equivalent air layer thickness at an ambient humidity of 60 - 80%.
     
    9. The system according to claim 8,
    characterized in that the functional layer is formed by polyamide.
     
    10. The system according to claim 8 or 9,
    characterized in that the vapor retarder foils (2) are provided with an advantageously diffusion open reinforcement layer above and/or below the functional layer.
     
    11. The system according to claim 10,
    characterized in that the reinforcement layer is attached to the functional layer to form the vapor retarder foil.
     
    12. The system according to claim 10 or 11,
    characterized in that the reinforcement layer is formed by a flexible fabric, grid laid material or fleece.
     


    Revendications

    1. Système de protection contre l'humidité pour structures à ossature bois ou de toit, comprenant des éléments formés à partir de chevrons, comprenant au moins un film pare-vapeur fixé aux éléments de la structure de bâtiment, vers l'intérieur de la structure de bâtiment,
    caractérisé en ce que le film pare-vapeur (2) est fixé aux éléments (1) par une fermeture adhésive amovible (4a, 4b), conditionnée par un ancrage et formée d'un premier et d'un deuxième élément de fermeture (4a, 4b) pouvant être ancrés l'un à l'autre, et par laquelle les premiers éléments de fermeture (4a) sont fixés aux éléments et le ou les deuxièmes éléments de fermeture sont fixés au film pare-vapeur, notamment respectivement aux surfaces se faisant mutuellement face, et en ce que le deuxième élément de fermeture (4b) est formé par un tissu non tissé, perméable à la diffusion, plaqué sur le film pare-vapeur (2) et qui sert de couche pouvant être ancrée sur le film pare-vapeur, lequel peut être enroulé en un rouleau avec cette couche pouvant être ancrée, servant alors de bande allongée dans la longueur, et en ce que les premiers éléments de fermeture sont conçus comme des bandes de fermeture (4a), qui sont respectivement enroulables en un rouleau et qui, après leur déroulement, sont disposées dans la direction longitudinale des éléments en s'étendant sur ces derniers.
     
    2. Système selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que le premier élément de fermeture (4a) présente plusieurs petits barbillons et le deuxième élément de fermeture (4b) présente plusieurs boucles en vue de former la fermeture similaire à des bardanes, ou inversement, les petits barbillons et les boucles communiquant les uns avec les autres pour la fermeture par ancrage, et en ce que les éléments de fermeture sont formés de préférence en polypropylène, en polyamide, en polyéthylène ou en polytéréphtalate d'éthylène.
     
    3. Système selon la revendication 1 ou 2,
    caractérisé en ce que la couche pouvant être ancrée recouvre le film pare-vapeur dans son intégralité.
     
    4. Système selon l'une des revendications 1 à 3,
    caractérisé en ce que le deuxième élément de fermeture (4b) est formé par des bandes de fermeture (4b) en forme de ruban et pouvant être ancrées, qui s'étendent respectivement dans la direction longitudinale de la bande essentiellement sur toute la longueur de la bande.
     
    5. Système selon l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que les premières bandes de fermeture (4a) peuvent être disposées sur les poutres, en s'étendant essentiellement sur toute la longueur de celles-ci.
     
    6. Système selon la revendication 5,
    caractérisé en ce que les bandes de fermeture (4a) sont fixées aux poutres (1) mécaniquement, en particulier par des agrafes, des clous, des vis et des éléments similaires, ou par une liaison par adhérence, en particulier par une liaison collée.
     
    7. Système selon l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que le premier élément de fermeture (4a) est formé respectivement comme une bande enroulable à crochet.
     
    8. Système selon l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que le film pare-vapeur (2), étant de préférence perméable à la diffusion, est formé à partir d'une couche de fonction comprenant une résistance constante à la diffusion de la vapeur d'eau (valeur Sd) ou à partir d'une couche de fonction autorégulatrice face à l'humidité, et notamment formé de préférence à partir d'une couche de fonction conçue comme un film autorégulateur face à l'humidité et présentant une valeur Sd de 2 à 5 m d'épaisseur en couche d'air équivalente à la diffusion, pour une humidité ambiante comprise entre 30 et 50% et présentant une valeur Sd inférieure à 1 m d'épaisseur en couche d'air équivalente à la diffusion, pour une humidité ambiante comprise entre 60 et 80%.
     
    9. Système selon la revendication 8,
    caractérisé en ce que la couche de fonction est formée par du polyamide.
     
    10. Système selon la revendication 8 ou 9,
    caractérisé en ce que les films pare-vapeur (2) sont pourvus d'une couche de renforcement, de préférence perméable à la diffusion, située au-dessus et/ou au-dessous de la couche de fonction.
     
    11. Système selon la revendication 10,
    caractérisé en ce que la couche de renforcement est plaquée sur la couche de fonction en vue de former le film pare-vapeur.
     
    12. Système selon la revendication 10 ou 11,
    caractérisé en ce que la couche de renforcement est formée par un tissu flexible, un tissu en treillis ou un tissu non tissé.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente