[0001] Die Erfindung betrifft ein Adapterelement für die wärmedämmende Sanierung von Pfosten-Riegel-Fassaden
gemäß Anspruch 1. Ferner betrifft die Erfindung eine Fassade mit einem derartigen
Adapterelement sowie ein Verfahren zur Sanierung von Pfosten-Riegel-Fassaden.
[0002] Fassaden mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion sind beispielsweise aus der
DE 103 19 001 B4 bekannt. Die Pfosten-Riegel-Konstruktion umfasst vertikal verlaufende Pfostenelemente
und daran angeschlossene, horizontale Riegelelemente, die das Grundgerüst der Fassade
bilden. Die Pfosten- und Riegelelemente weisen jeweils ein Trägerprofil und ein Halteprofil
auf, wobei das Halteprofil einen Schraubkanal umfasst. Dem Halteprofil ist ferner
eine Abdeckleiste zugeordnet, die mit dem Schraubkanal verbindbar ist. Zwischen die
Abdeckleiste und das Halteprofil sind Fassadenelemente, beispielsweise Glasscheiben,
geklemmt, die die Pfosten-Riegel-Konstruktion flächig abdecken. Die Fassadenelemente
sind durch Dichtungsmittel gegen die Pfosten- bzw. Riegelelemente abgedichtet.
[0003] Weltweit ist eine Vielzahl von alten Pfosten-Riegel-Fassaden vorhanden, die vor wenigstens
20 Jahren hergestellt wurden. Diese alten Pfosten-Riegel-Fassaden haben den Nachteil,
dass sie den heutigen Anforderungen an Wärmedämmung und Energieeffizienz nicht mehr
gerecht werden. Die Dichtungen, die üblicherweise zwischen den Fassadenelementen und
den Pfosten- oder Riegelelementen angeordnet sind, unterliegen einem werkstoffbedingten
Verschleiß und weisen daher eine begrenzte Standzeit auf. Es besteht das Risiko, dass
die Dichtungen brüchig werden, wodurch Feuchtigkeit in das mit der Fassade versehene
Gebäude eindringen kann. Dabei entstehen Kältebrücken, die einen erhöhten Heizbedarf
und somit eine ungünstige Ökobilanz zur Folge haben.
[0004] Überdies ist die Zubehör- und Ersatzteilversorgung für Pfosten-Riegel-Fassaden mit
einem Alter von mehr als 20 Jahren erschwert, da derartige Pfosten-Riegel-Fassaden
aufgrund der oben genannten Nachteile nicht mehr hergestellt werden.
[0005] Um dieser Problematik zu begegnen, ist es allgemein bekannt, die alte, bestehende
Pfosten-Riegel-Konstruktion durch eine neue, energieeffizientere Fassade zu ersetzen.
Diese Maßnahme ist relativ aufwändig und mit einer hohen Lärmbelastung, insbesondere
im Inneren des Gebäudes, verbunden, da alle Verbindungen zwischen der Pfosten-Riegel-Konstruktion
und Trennwänden bzw. Bodenplatten des Gebäudekerns gelöst werden müssen. Insbesondere
bei Bürogebäuden führt der Fassadenaustausch zu erhöhten Kosten, da dem üblicherweise
im Gebäude arbeitenden Personal zeitweise andere Räumlichkeiten zugewiesen werden
müssen. Das hat zusätzliche Raumkosten und Produktionseinbußen zur Folge. Ferner wird
durch den vollständigen Austausch der Pfosten-Riegel-Konstruktion ein hoher Materialaufwand
betrieben, was sich negativ auf die Ökobilanz auswirkt.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Möglichkeit zu schaffen, bestehende
Pfosten-Riegel-Fassaden einfach und effizient zu sanieren. Ferner liegt der Erfindung
die Aufgabe zu Grunde, eine sanierte Fassade sowie ein Verfahren zur Sanierung von
Pfosten-Riegel-Fassaden anzugeben.
[0007] Diese Aufgabe wird durch das Adapterelement gemäß Anspruch 1, die Fassade gemäß Anspruch
8 und das Verfahren gemäß Anspruch 12 gelöst.
[0008] Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, ein Adapterelement für die wärmedämmende Sanierung
von Pfosten-Riegel-Fassaden mit einem länglichen Profilkörper anzugeben, der zwei
parallel angeordnete Hohlkanäle umfasst, wobei die Hohlkanäle mit einem Steg verbunden
sind, derart, dass der Steg mit den Hohlkanälen ein hutförmiges Aufsetzprofil bildet,
das zur Verbindung mit einem Trägerelement, insbesondere einem Befestigungskanal,
einer Pfosten-Riegel-Konstruktion angepasst ist.
[0009] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass mit dem erfindungsgemäßen Adapterelement
eine einfache und kostengünstige Sanierung bestehender Pfosten-Riegel-Fassaden ermöglicht
wird. Dabei wird erreicht, dass die ursprüngliche Pfosten-Riegel-Konstruktion unverändert
aufrechterhalten werden kann, wobei mit Hilfe des erfindungsgemäßen Adapterelements
neue, den derzeit geltenden Anforderungen an Wärmedämmeigenschaften genügende Fassadenelemente
eingesetzt werden. Mit dem Adapterelement wird also eine einfache Möglichkeit geschaffen,
ursprüngliche Fassadenelemente und Dichtungen, die entweder heutigen Anforderungen
an physikalische Eigenschaften nicht genügen oder die aufgrund ihres Alters und dem
Mangel an Zubehörteilen nicht mehr gegen gleichartige Teile austauschbar sind, einfach
und effizient gegen neue Fassadenelemente zu ersetzen.
[0010] Das Verfahren zur Sanierung einer bestehenden Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion,
die wenigstens ein Trägerelement mit einem Befestigungskanal umfasst, beruht auf dem
Gedanken, zunächst den Befestigungskanal des ursprünglichen Trägerelements freizulegen,
indem alte Fassadenelemente, Abdeck-, Anpress- oder Füllelemente, beispielsweise Dichtungen,
entfernt werden. Das Grundgerüst bzw. die Trägerelemente der Pfosten-Riegel-Konstruktion
bleiben dabei erhalten. In einem zweiten Schritt wird das Adapterelement gemäß Anspruch
1 auf dem ursprünglichen bzw. bestehenden Trägerelement derart angeordnet, dass der
Befestigungskanal des bestehenden Trägerelements in das hutförmige Aufsetzprofil des
Adapterelements eingreift und der Steg des Adapterelements den Befestigungskanal des
Trägerelements überspannt. In einem weiteren Schritt wird auf dem Adapterelement ein
neues Fassadenelement, beispielsweise ein Glaselement bzw. eine Glasscheibe, angeordnet.
[0011] Vorzugsweise wird zwischen dem Adapterelement und dem bestehenden Trägerelement ein
Dichtungsmittel und/oder ein Isoliermittel angeordnet. Das Dichtungsmittel kann dabei
dem hutförmigen Aufsetzprofil des Adapterelements angepasst sein. Das Adapterelement
kann ferner in Längsrichtung beabstandet angeordnete Bohrungen umfassen, die in dem
Steg angeordnet sind. Vorzugsweise sind die Bohrungen im montierten Zustand des Adapterelements
mit dem Befestigungskanal des Trägerelements fluchtend ausgerichtet, so dass Befestigungsmittel,
insbesondere Klammern und/oder Schrauben, in die Bohrungen und dem Befestigungskanal
eingreifen können derart, dass das Adapterelement mit dem Trägerelement verbunden
oder verbindbar ist.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Sanierung von Pfosten-Riegel-Fassaden hat gegenüber
bekannten Verfahren den Vorteil, dass die baulichen Maßnahmen im Wesentlichen vollständig
von der Außenseite eines Gebäudes getätigt werden können. Das bedeutet, dass innerhalb
des Gebäudes Baulärm und Verschmutzung weitgehend vermieden wird. Das ist vor allem
dadurch begründet, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Verbindungen zwischen
der Pfosten-Riegel-Fassade bzw. den Trägerelementen und inneren Gebäudewänden und
Bodenplatten bestehen bleiben. Die Gebäudekernstruktur wird somit bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren nicht beeinträchtigt. Das hat zur Folge, dass Personen in dem Gebäude verbleiben
können, wodurch zusätzliche Raumkosten durch Anmietung von Ersatzräumlichkeiten vermieden
werden. Insgesamt wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine schnelle und einfache
Neuverglasung bestehender Pfosten-Riegel-Fassaden ermöglicht.
[0013] Durch den Einsatz des Adapterelements werden überdies Kältebrücken vermieden, da
das Adapterelement, das den derzeit geltenden Ansprüchen an Wärmedämmeigenschaften
ausreichend genügt, die ursprünglichen, bestehenden Trägerelemente, deren Wärmedämmeigenschaften
meist einem älteren Standard entsprechen, im Wesentlichen thermisch entkoppelt. Ferner
ermöglicht das Adapterelement den Einsatz von neuen, hochwärmedämmenden Dichtungselementen,
die auf älteren Trägerelementen nicht ohne Weiteres eingesetzt werden können.
[0014] Eine weitere Kostenreduktion ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren dadurch, dass
ein relativ geringer Materialaufwand zur Fassadensanierung betrieben wird. Insbesondere
ist lediglich eine relativ begrenzte Anzahl von Adapterprofilen und Dichtungselementen
notwendig. Ferner ermöglicht das Adapterprofil den Einsatz von derzeit erhältlichen
Standardkomponenten, so dass kostensintensive Sonderanfertigungen für die Fassadensanierung
vermieden werden.
[0015] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also eine Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion
bereitgestellt, die wenigstens ein Trägerelement umfasst, das als Pfosten oder Riegel
ausgebildet ist, wobei das Trägerelement einen Befestigungskanal aufweist, der sich
im Wesentlichen rechtwinklig zum Trägerelement erstreckt. Dabei ist dem Trägerelement
ein Adapterelement zugeordnet, das mit dem Befestigungskanal verbunden ist.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die beigefügten, schematischen Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Adapterelement gemäß ei- nem bevorzugten
Ausführungsbeispiel im montierten Zustand, und
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Adapterelements gemäß Fig. 1.
[0017] Fig. 1 zeigt das erfindungsgemäße Adapterelement 1 im montierten Zustand auf einer
bestehenden Pfosten-Riegel-Konstruktion. Die Pfosten-Riegel-Konstruktion umfasst Trägerelemente
50, die als Pfosten oder Riegel ausgebildet sind. Dabei sind im Wesentlichen vertikal
angeordnete Trägerelemente 50 als Pfosten und im Wesentlichen horizontal angeordnete
Trägerelemente 50 als Riegel bezeichnet. Üblicherweise sind bestehende Pfosten-Riegel-Konstruktionen
mit Trägerelementen 50 ausgestattet, die eine Breite von etwa 50 mm aufweisen. Das
Trägerelement 50 weist ein Oberflächenprofil 55 auf, das zur Aufnahme von Dichtungsmitteln
16 und Fassadenelementen (nicht dargestellt) angepasst ist. Es ist auch möglich, dass
das Trägerelement 50 ein Halteelement (nicht dargestellt) umfasst, das das Oberflächenprofil
55 bildet. Beispielsweise kann das Trägerelement 50 ein Vierkanthohlprofil aufweisen,
auf dem einseitig ein Halteelement mit entsprechendem Oberflächenprofil 55 befestigt
ist. Das Oberflächenprofil 55 des Trägerelements 50 gemäß Fig. 1 weist zwei parallel
zueinander angeordnete Trägernuten 52 auf, die im Wesentlichen im Randbereich des
Oberflächenprofils 55 angeordnet sind. Zentral auf dem Oberflächenprofil 55 sind zwei
parallel zueinander angeordnete Schenkel vorgesehen, die sich im Wesentlichen rechtwinklig
zum Trägerelement 50 erstrecken und einen Befestigungskanal 51 bilden. Das Trägerelement
50 kann als massives oder hohles Profil ausgebildet sein. Vorzugsweise ist das Trägerelement
50 aus Stahl oder Aluminium gefertigt.
[0018] Um das auf dem Trägerelement 50 angeordnete Fassadenelement bzw. die alten Dichtungsmittel
16 gegen ein neues Fassadenelement bzw. neue Dichtungsmittel 16 mit verbesserten Wärmedämmeigenschaften
auszutauschen, ist erfindungsgemäß das Adapterelement 1 vorgesehen. Das Adapterelement
1 umfasst einen Profilkörper 10, der im Wesentlichen zwei sich parallel erstreckende
Hohlkanäle 11 umfasst, die durch einen Steg 12 miteinander verbunden sind. Die Hohlkanäle
11 sind rechteckförmig bzw. quadratisch ausgebildet und umfassen jeweils eine obere
Wandung 14a, die mit dem Steg 12 fluchtet und gemeinsam mit dem Steg 12 eine Trägerplatte
15 bildet.
[0019] Die Trägerplatte 15 unterteilt das Adapterelement 1 bzw. den Profilkörper 10 im Wesentlichen
in einen unteren, dem bestehenden Trägerelement 50 angepassten Adapterteil und einen
oberen, den neuen Dichtungsmitteln 16 bzw. Fassadenelementen angepassten Adapterteil.
Der untere Adapterteil zeichnet sich durch ein Aufsetzprofil 20 aus, das im Wesentlichen
hutförmig ausgebildet ist und dem Oberflächenprofil 55 des Trägerelements 50 angepasst
ist. Das hutförmige Aufsetzprofil 20 umfasst eine untere Wandung 14b der Hohlkanäle
11 und den parallel und versetzt dazu angeordneten Steg 12. Dabei bilden die unteren
Wandungen 14b der Hohlkanäle 11 die Hutkrempe. Zwei im Wesentlichen senkrecht zu den
unteren Wandungen 14b und zum Steg 12 angeordnete inneren Wandungen 14c der Hohlkanäle
11 vervollständigen das hutförmige Aufsetzprofil 20. Das Aufsetzprofil 20 kann auch
eine andere Form aufweisen. Das bedeutet, dass das Aufsetzprofil 20 nicht zwingend
hutförmig ausgebildet ist, sondern auch andere Profilformen aufweisen kann, die komplementär
zum Oberflächenprofil 55 des Trägerelements 50 ausgebildet sind.
[0020] Zwischen dem Adapterelement 1 und dem Trägerelement 50, insbesondere zwischen dem
Aufsetzprofil 20 und dem Oberflächenprofil 55 sind zwei flächig ausgebildete Dichtungsmittel
16 angeordnet. Insbesondere sind die Dichtungsmittel 16 zwischen der unteren Wandung
14b der Hohlkanäle 11 und der Trägernut 52 des Trägerelements 50 angeordnet. Die Dichtungsmittel
16 sind vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt und dichten das Adapterelement 1 gegen
das bestehende Trägerelement 50 ab. Dabei übernehmen die Dichtungsmittel 16 nicht
nur eine Abdichtungsfunktion gegen Feuchtigkeit, sondern weisen ebenfalls eine Isolierfunktion
zur Vermeidung von Kältebrücken auf. Die Dichtungsmittel 16 gemäß Fig. 1 sind als
flächige Dichtungsbänder ausgebildet. Andere Formen der Dichtungsmittel 16 sind möglich.
Beispielsweise können die Dichtungsmittel 16 dem Oberflächenprofil 55 bzw. dem Aufsetzprofil
20 angepasst sein. Insbesondere können die Dichtungsmittel 16 ein hutförmiges Profil
aufweisen derart, dass die Dichtungsmittel 16 auch den Befestigungskanal 51 überspannen.
[0021] Der Befestigungskanal 51 ist zur Aufnahme von Befestigungsmitteln, insbesondere Schrauben
17 angepasst. Dazu weist der Befestigungskanal 51 vorzugsweise Gewindeabschnitte auf,
in die die Schrauben 17 eingreifen. Alternativ kann der Befestigungskanal 51 ein Material
aufweisen, in das sich die Schrauben 17 selbsttätig einschneiden. Die Schraube 17
dient zur Befestigung des Adapterelements 1 auf dem Trägerelement 50. Dazu weist das
Adapterelement 1 bzw. der Profilkörper 10 im Steg 12 Bohrungen 13 auf, die mit dem
Befestigungskanal 51 des Trägerelements 50 fluchten. Im Steg 12 sind mehrere Bohrungen
13 angeordnet, die sich in Längsrichtung des Profilkörpers 10 erstrecken und vorzugsweise
regelmäßig beabstandet angeordnet sind.
[0022] Die durch den Steg 12 und die oberen Wandungen 14a der Hohlkanäle 11 gebildete Trägerplatte
15 weist ein Aufnahmeprofil 30 auf, das dem oberen Adapterteil des Adapterelements
1 zugeordnet ist. Das Aufnahmeprofil 30 bzw. der obere Adapterteil des Profilkörpers
10 ist an die Form neuer bzw. moderner Fassadenelemente angepasst, so dass das Adapterelement
1 durch die Montage auf einer bestehenden Pfosten-Riegel-Konstruktion einen Konverter
bzw. ein Zwischenstück bereitstellt, das im Unterschied zu dem ursprünglichen Trägerelement
50 die Installation von neuen Fassadenelementen bzw. Dichtungsmitteln 16 auf der bestehenden
Pfosten-Riegel-Konstruktion ermöglicht. Vorzugsweise ist das Aufnahmeprofil 30 des
Adapterelements 1 derart angepasst, dass neuartige Standardkomponenten, d.h. Standardfassadenelemente
bzw. Standarddichtungsmittel, mit der ursprünglichen, alten Pfosten-Riegel-Konstruktion
verbindbar sind. Dabei kann das Adapterelement 1, insbesondere der obere Adapterteil
bzw. das Aufnahmeprofil 30, beispielsweise eine größere Breite aufweisen als das Trägerelement
50. Das Aufnahmeprofil 30 des Profilkörpers 10 bzw. des Adapterelements 1 kann generell
eine andere Form aufweisen als das Oberflächenprofil 55 des Trägerelements 50.
[0023] Gemäß Fig. 1 weist das Aufnahmeprofil 30 zwei sich parallel erstreckende Aufnahmenuten
31 auf, die im Wesentlichen im Randbereich des Aufnahmeprofils 30 angeordnet sind.
Die Aufnahmenuten 31 weisen im Wesentlichen eine Breite auf, die der halben Breite
der Hohlkanäle 11 entspricht. Andere Nutenformen sind möglich. Im Bereich des Stegs
12 des Profilkörpers 10 weist das Aufnahmeprofil 30 zwei sich parallel erstreckende
Rippen 32 auf, die einen Schraubkanal 33 begrenzen. Die Rippen 32 sind im montierten
Zustand vorzugsweise fluchtend zu den Schenkeln 53 des Befestigungskanals 51 des Trägerelements
50 angeordnet.
[0024] Zur Befestigung eines neuen Fassadenelements auf dem Adapterelement 1 sind weitere
Standardkomponenten vorgesehen. Die Standardkomponenten umfassen ein Zwischenelement
41, das mit dem Schraubkanal 33 verbindbar ist. Auf dem Zwischenelement 41 wird ein
weiteres Standardelement, insbesondere eine Abdeckleiste 40, angeordnet. Die Abdeckleiste
40 umfasst Haltenuten 42, die im montierten Zustand den Aufnahmenuten 31 gegenüberliegend
angeordnet sind. Zentral in der Abdeckleiste 40 ist eine Durchführung 43 vorgesehen,
durch die eine Schraube 17 hindurchgreift. Die Schraube 17 verbindet die Abdeckleiste
40 mit dem Schraubkanal 33 derart, dass zwischen den Profilkörper 10, insbesondere
das Aufnahmeprofil 30 und die Abdeckleiste 40 ein neues Fassadenelement, beispielsweise
eine Glasscheibe, geklemmt werden kann. Im montierten Zustand bildet also das Aufnahmeprofil
30 mit der Abdeckleiste 40 ein doppel-T-förmiges Profil, das zwei seitliche C-förmige
Ausnehmungen aufweist, in die jeweils ein Fassadenelement klemmbar ist.
[0025] Das erfindungsgemäße Adapterelement 1 weist vorzugsweise ein Strangpressprofil aus
Aluminium oder Kunststoff auf. Hochwärmedämmendes Aluminium ist als bevorzugter Werkstoff
vorgesehen. Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Adapterelements 1 wird das ursprüngliche
Trägerelement 50 von den neuen Fassadenelementen, die gegenüber zuvor entfernten,
alten Fassadenelementen verbesserte Wärmedämmungseigenschaften aufweisen, thermisch
entkoppelt, so dass mit dem erfindungsgemäßen Adapterelement eine effiziente und kostengünstige
Teilsanierung von Pfosten-Riegel-Fassaden möglich ist. Um nach der Teilsanierung eine
Fassade zu erhalten, die eine verbesserte Wärmedämmung bzw. Energieeffizienz erreicht,
weist das erfindungsgemäße Adapterelement 1 vorzugsweise einen Wärmedurchgangskoeffizienten
(u-Wert) auf, der kleiner ist als der Wärmedurchgangskoeffizient des ursprünglichen
Trägerelements 50. Vorzugsweise ist der Wärmedurchgangskoeffizient des Adapterelements
1 um wenigstens 10%, insbesondere wenigstens 20%, insbesondere wenigstens 40%, insbesondere
wenigstens 50%, kleiner als der Wärmedurchgangskoeffizient des ursprünglichen Trägerelements
50.
[0026] Die Hohlkanäle 11 des Profilkörpers 10 sind vorzugsweise vollständig geschlossen.
Auf diese Weise bilden die Hohlkanäle 11 einen Isolierkörper, der die Wärmedämmeigenschaften
des Adapterelements 1 verbessert. Es ist auch möglich, dass die Hohlkanäle 11 als
Installationskanäle bzw. Kabelkanäle genutzt werden. Dabei können die Hohlkanäle 11
Öffnungen oder Schlitze aufweisen, durch die entsprechendes Installationsmaterial
in die Hohlkanäle 11 eingebracht werden kann. Beispielsweise kann eine äußere Wandung
14d der Hohlkanäle 11 eine Öffnung aufweisen, die sich entlang des gesamten Hohlkanals
11 erstreckt und somit einen Schlitz bildet, durch den beispielsweise Kabel in den
Hohlkanal 11 eingelegt werden können. Die Öffnung bzw. der Schlitz in der äußeren
Wandung 14d kann durch eine Dichtungslippe verschlossen sein.
[0027] Das Adapterelement 1 kann ferner mit Dichtungsmitteln 16 versehen sein. Die Dichtungsmittel
16 können dabei auf dem Aufnahmeprofil 30 und/oder dem Aufsetzprofil 20 angeordnet
sein. Es ist auch möglich, dass Dichtungsmittel 16 in das Adapterelement 1 integriert
sind. Beispielsweise kann die Trägerplatte 15 einen Sandwichaufbau aufweisen, der
ein Dichtungsmittel 16 bzw. ein Isoliermittel umfasst.
[0028] Das erfindungsgemäße Adapterelement kommt bevorzugt bei der Sanierung von alten Pfosten-Riegel-Konstruktionen
zum Einsatz. Insbesondere eignet sich das erfindungsgemäße Adapterelement zur Sanierung
von älteren Glasfassaden an Bürogebäuden oder Wintergärten. Dabei eignet sich das
Adapterelement nicht nur zum kostengünstigen und schnellen Austausch von Glasfassadenelementen,
sondern ermöglicht auch den Austausch anderer Fassadenelemente, beispielsweise Türen,
Fenster oder undurchsichtige Fassadenplatten.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Adapterelement
- 10
- Profilkörper
- 11
- Hohlkanal
- 12
- Steg
- 13
- Bohrungen
- 14a
- obere Wandung
- 14b
- untere Wandung
- 14c
- innere Wandung
- 14d
- äußere Wandung
- 16
- Dichtungsmittel
- 17
- Schraube
- 20
- Aufsetzprofil
- 30
- Aufnahmeprofil
- 31
- Aufnahmenut
- 32
- Rippen
- 33
- Schraubkanal
- 40
- Abdeckleiste
- 41
- Zwischenelement
- 42
- Haltenut
- 43
- Durchführung
- 50
- Trägerelement
- 51
- Befestigungskanal
- 52
- Trägernut
- 53
- Schenkel
- 55
- Oberflächenprofil
1. Adapterelement (1) für die wärmedämmende Sanierung von Pfosten-Riegel-Fassaden mit
einem länglichen Profilkörper (10), der zwei parallel angeordnete Hohlkanäle (11)
umfasst, wobei die Hohlkanäle (11) mit einem Steg (12) verbunden sind derart, dass
der Steg (12) mit den Hohlkanälen (11) ein hutförmiges Aufsetzprofil (20) bildet,
das zur Verbindung mit einem Trägerelement (50), insbesondere einem Befestigungskanal
(51), einer Pfosten-Riegel-Konstruktion angepasst ist.
2. Adapterelement (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Steg (12) in Längsrichtung beabstandete Bohrungen (13) umfasst.
3. Adapterelement (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hohlkanäle (11) einen geschlossenen, rechteckigen Querschnitt aufweisen.
4. Adapterelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hohlprofile (11) eine obere Wandung (14a) aufweisen, die mit dem Steg (12) eine
gemeinsame Trägerplatte (13) bildet.
5. Adapterelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Profilelement (10) ein Strangpressprofil umfasst.
6. Adapterelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Profilelement (10) einen Aluminium- oder Kunststoffwerkstoff umfasst.
7. Adapterelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Aufsetzprofil (20) komplementär zu einem Oberflächenprofil (55) eines vorhandenen
Trägerelements (50) ausgebildet ist.
8. Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion, die wenigstens ein Trägerelement (50)
umfasst, das als Pfosten oder Riegel ausgebildet ist, wobei das Trägerelement (50)
einen Befestigungskanal (51) aufweist, der sich im Wesentlichen rechtwinklig zum Trägerelement
(50) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
dem Trägerelement (50) ein Adapterelement (1) gemäß Anspruch 1 zugeordnet ist, das
mit dem Befestigungskanal (51) verbunden ist.
9. Fassade nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Adapterelement (1) und dem Trägerelement (50) ein Dichtungsmittel (16)
und/oder ein Isoliermittel angeordnet ist.
10. Fassade nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Adapterelement (1) das Trägerelement (50) mit einem Fassadenelement verbindet.
11. Fassade nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Adapterelement (1) das Trägerelement (50) und das Fassadenelement thermisch entkoppelt.
12. Verfahren zur Sanierung einer bestehenden Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion,
die wenigstens ein Trägerelement (50) mit einem Befestigungskanal (51) umfasst,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
- Freilegen des Befestigungskanals des Trägerelements (50) durch Entfernen von alten Fassadenelementen, Abdeck-, Anpress- und/oder Füllelementen,
- Anordnen eines Adapterelements (1) gemäß Anspruch 1 auf dem bestehenden Trägerelement
(50) derart, dass der Befestigungskanal des bestehenden Trägerelements (50) in das
hutförmige Aufsetzprofil (20) des Adapterelements (1) eingreift und der Steg (12)
des Adapterelements (1) den Befestigungskanal (51) des Trägerelements (50) überspannt,
und
- Anordnen eines neuen Fassadenelements auf dem Adapterelement (1).
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Adapterelement (1) und dem bestehenden Trägerelement (50) ein Dichtungsmittel
(16) und/oder Isoliermittel angeordnet wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Steg (12) des Adapterelements (1) in Längsrichtung beabstandet angeordnete Bohrungen
(13) umfasst, in die Befestigungsmittel, insbesondere Klammern und/oder Schrauben
(17), zur Verbindung des Adapterprofils (1) mit dem Befestigungskanal (51) eingebracht
werden.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Adapterelement (1) für wärmedämmende Sanierungen von Pfosten-Riegel-Fassaden, wobei
das Adapterelement (1) einen länglichen Profilkörper (10) mit zwei parallel angeordneten
Hohlkanälen (11) aufweist, wobei die Hohlkanäle (11) mit einem Steg (12) verbunden
sind derart, dass der Steg (12) mit den Hohlkanälen (11) ein hutförmiges Aufsetzprofil
(20) bildet, das ausgebildet ist zum Ausbilden einer Verbindung mit einem Trägerelement
(50), insbesondere einem Befestigungskanal (51), einer zu sanierenden Pfosten-Riegel-Konstruktion,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hohlkanäle (11) jeweils einen geschlossenen rechteckigen Querschnitt mit einer
oberen Wandung (14a) aufweisen, wobei die oberen Wandungen (14a) der Hohlkanäle (11)
mit dem Steg (12) eine gemeinsame Trägerplatte (15) bilden, welche ein an die Form
eines neuen Fassadenelements angepasstes Aufnahmeprofil (30) aufweist.
2. Adapterelement (1) nach Anspruch 1,
wobei der Steg (12) in Längsrichtung beabstandete Bohrungen (13) aufweist.
3. Adapterelement (1) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei das Profilelement (10) ein Strangpressprofil aufweist.
4. Adapterelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei das Profilelement (10) aus Aluminium- oder Kunststoffwerkstoff gebildet ist.
5. Adapterelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei das Aufsetzprofil (20) komplementär zu einem Oberflächenprofil (55) eines vorhandenen
Trägerelements (50) ausgebildet ist.
6. Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion, die wenigstens ein Trägerelement (50)
aufweist, das als Pfosten oder Riegel ausgebildet ist, wobei das Trägerelement (50)
einen Befestigungskanal (51) aufweist, der sich im Wesentlichen rechtwinklig zum Trägerelement
(50) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
dem Trägerelement (50) ein Adapterelement (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 zugeordnet
ist, das mit dem Befestigungskanal (51) verbunden ist.
7. Fassade nach Anspruch 6,
wobei zwischen dem Adapterelement (1) und dem Trägerelement (50) ein Dichtungsmittel
(16) und/oder ein Isoliermittel angeordnet ist.
8. Fassade nach Anspruch 6 oder 7,
wobei das Adapterelement (1) das Trägerelement (50) mit einem Fassadenelement verbindet.
9. Fassade nach Anspruch 8,
wobei das Adapterelement (1) das Trägerelement (50) und das Fassadenelement thermisch
entkoppelt.
10. Verfahren zur Sanierung einer bestehenden Fassade mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion,
die wenigstens ein Trägerelement (50) mit einem Befestigungskanal (51) umfasst,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
a. Freilegen des Befestigungskanals des Trägerelements (50) durch Entfernen von alten Fassadenelementen, Abdeck-, Anpress- und/oder Füllelementen,
b. Anordnen eines Adapterelements (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 auf dem bestehenden
Trägerelement (50) derart, dass der Befestigungskanal des bestehenden Trägerelements
(50) in das hutförmige Aufsetzprofil (20) des Adapterelements (1) eingreift und der
Steg (12) des Adapterelements (1) den Befestigungskanal (51) des Trägerelements (50)
überspannt, und
c. Anordnen eines neuen Fassadenelements auf dem Adapterelement (1).
11. Verfahren nach Anspruch 10,
wobei zwischen dem Adapterelement (1) und dem bestehenden Trägerelement (50) ein Dichtungsmittel
(16) und/oder Isoliermittel angeordnet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
wobei der Steg (12) des Adapterelements (1) in Längsrichtung beabstandet angeordnete
Bohrungen (13) umfasst, in die Befestigungsmittel, insbesondere Klammern und/oder
Schrauben (17), zur Verbindung des Adapterprofils (1) mit dem Befestigungskanal (51)
eingebracht werden.