[0001] Die Erfindung betrifft eine Gelenkarm-Markise mit den im Oberbegriff des Patentanspruchs
1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Eine derartige Markise ist beispielsweise aus der
EP 1 215 348 B1 oder der
DE 20 2007 017 835 U1 bekannt. Die erstgenannte Druckschrift offenbart dabei den grundsätzlichen Aufbau
solcher Gelenkarm-Markisen mit zwei Konsolen zur Befestigung der Markise an einer
Tragstruktur, wie einem Gebäude, mit einer ein Markisentuch aufnehmenden Tuchwelle,
die an den Konsolen mittels eines Antriebs drehbar gelagert ist, und mit zwei an den
Konsolen schwenkbar gelagerten Seitenwangen, an denen der jeweils innere Gelenkarm
der beiden Gelenkarmpaare der Markise angelenkt ist. Ein Ausfallprofil, das an den
äußeren Gelenkarmen der Gelenkarmpaare sitzt, hält das ausfallseitige Ende des Markisentuchs.
Der Neigungswinkel der beiden Seitenwangen gegenüber der Konsole ist verstellbar,
bleibt bei dieser vorbekannten Markise jedoch zwischen Ein- und Ausfahrposition unverändert.
[0003] Die zweitgenannte Druckschrift zeigt in diesem Zusammenhang eine Weiterentwicklung,
bei der die Seitenwangen der Markise über einen begrenzten Schwenkwinkel zwischen
einer hoch geschwenkten Einfahrposition und einer nach unten geneigten Ausfahrposition
schwenkbar gelagert sind. Die insbesondere horizontale Einfahrposition der beiden
Seitenwangen wird dadurch erreicht, dass am Ende der Einfahrbewegung der Markise bei
völlig zusammengeklappten Gelenkarmen weiterhin ein Zug von der Tuchwelle auf das
Markisentuch ausgeübt wird. Dieser Zug erzeugt ein Drehmoment an den Seitenwangen
in einer Schwenkrichtung nach oben, sodass diese von der nach unten geneigten Ausfallposition
in die hochgeschwenkte Einfahrposition übergeführt werden.
[0004] In diesem eingefahrenen Zustand wird das Markisentuch nicht nur durch die Spannung
der Gelenkarme, sondern auch durch die Gewichtskräfte der gesamten Schwenkbaugruppe
bestehend aus Seitenwangen, Gelenkarmen und Ausfallprofil belastet. Diese erhöhte
Tuchspannung kann zu einer Längung der Außensäume des Markisentuchs und dadurch einem
gewellten, unschönen Erscheinungsbild des Tuchs im ausgefahrenen Zustand führen.
[0005] Zur Lösung dieser Problematik schlägt die vorliegende Erfindung, ausgehend von einer
aus
DE 20 2007 017 835 U bekannten Gelenkarm-Markise gemäß Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1 eine der Tuchwelle
zugeordnete Mitnehmereinrichtung vor, die mit der erwähnten Schwenkbaugruppe aus Seitenwangen,
Gelenkarmen und Ausfallprofil vor Erreichen der Einfahrposition der Markise in Eingriff
bringbar ist, um diese Schwenkbaugruppe in die Einfahrposition überzuführen und gegenüber
der Gewichtskraft zu halten.
[0006] Erkennbar wird also die Funktion des Hochschwenkens der Schwenkbaugruppe nicht mehr
über einen Zug am Markisentuch, sondern die Mitnehmereinrichtung erreicht, sodass
das Markisentuch deutlich entlastet wird. Dies trifft auch auf das Halten der Schwenkbaugruppe
in der Einfahrposition zu, da deren Gewicht ebenfalls dauerhaft von der Mitnehmereinrichtung
aufgefangen wird. Auf das Markisentuch selbst wirkt nur noch die übliche, durch die
Federbelastung der Gelenkarme hervorgerufene Zugspannung.
[0007] In den abhängigen Ansprüchen sind bevorzugte Weiterbildungen der Mitnehmereinrichtung
angegeben, deren Einzelheiten und Vorteile zur Vermeidung von Wiederholungen in der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Zeichnungen
erläutert sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine ausschnittsweise, als Teilexplosionsdarstellung angelegte Perspektivansicht einer
Gelenkarm-Markise,
- Fig. 2 bis 5
- Seitenansichten der Gelenkarm-Markise aus Pfeilrichtung II nach Fig. 1 in vier zwischen
Aus- und Einfahrposition aufeinander folgenden Markisenstellungen, und
- Fig. 6
- eine vergrößerte ausschnittsweise Detaildarstellung der Einzelheit VI in Fig. 4.
[0008] Anhand von Fig. 1 und 2 soll zuerst der grundsätzliche Aufbau der Gelenkarm-Markise
erläutert werden. So sind zwei massive Konsolen 1 zur Befestigung der Markise an einer
Tragstruktur, wie einem Gebäude, vorgesehen, von denen in den Figuren nur jeweils
eine Konsole 1 dargestellt ist. Diese weist einen Markisenlagerring 2 und daran einstückig
angesetzte Halteklammern 3 auf, mit denen die Konsolen 1 jeweils auf einem entsprechenden
Montageprofil (nicht dargestellt) an einer Hauswand eingehängt und befestigt werden.
[0009] In den Lagerringen 2 der Konsolen 1 ist eine rohrförmige Tuchwelle 4 mit ihren zylindrischen,
darin sitzenden Endstücken 19 drehbar gelagert und mittels eines (nicht dargestellten)
innen liegenden Elektromotors rotationsangetrieben. Auf die Tuchwelle 4 wird das in
Fig. 2 bis 5 eng gestrichelt dargestellte Markisentuch 5 aufgewickelt.
[0010] Auf der jeweiligen Außenseite der Konsolen 1 ist eine Seitenwange 6 im Lagerring
2 schwenkbar um eine horizontale Achse H gelagert. An der Innenseite der Seitenwange
6 ist ein Lagerbock 8 ausgebildet, an dem der jeweils innere Gelenkarm 7 der beiden
Gelenkarm-Paare angelenkt ist. Von letzteren ist in der Zeichnung wiederum nur ein
Paar bestehend aus dem inneren Gelenkarm 7 und dem äußeren Gelenkarm 9 dargestellt.
Beide Gelenkarme 7, 9 sind über ein in üblicher Weise in Ausfahrrichtung A der Markise
federbelastetes Zentralgelenk 10 (Fig. 2) verbunden.
[0011] Die freien Enden 11 der äußeren Gelenkarme 9 sind über ein sogenanntes Ausfallprofil
12 miteinander verbunden, das das ausfallseitige Ende des Markisentuchs 5 hält.
[0012] Auf der Konsole 1 ist schließlich noch ein Sicherungsring 13 koaxial mit der Tuchwelle
4 gelagert, der mit einer nach vorne abstehenden Anschlagnase 14 eine Hochschlagsicherung
gegen ein sturmbedingtes Hochschlagen der Markise bildet. Diese Hochschlagsicherung
ist in der nachveröffentlichten europäischen Patentanmeldung
08 021 785.4 der Anmelderin näher offenbart. Sie wirkt in der Ausfahrposition der Markise, indem
ein Vorsprung 26 an der oberen Lagerwange 15 des Lagerkopfes 23 des inneren Gelenkarms
7 unter dieser Anschlagnase 14 verriegelt wird.
[0013] Der Kern der vorliegenden Erfindung liegt in der als Ganzes mit 16 bezeichneten Mitnehmereinrichtung,
die im Wesentlichen durch einen Montagering 17 mit einstückig daran angesetzter, in
einem definierten Winkelbereich in den Einschwenkbereich des inneren Gelenkarmes 7
eingreifenden Mitnehmernocke 18 gebildet ist. Der Montagering 17 ist in Fig. 1 nach
Art einer Explosionsdarstellung getrennt von der Tuchwelle 4 gezeigt, in seiner Montagestellung,
wie sie in den Fig. 2 bis 4 erkennbar ist, sitzt dieser Montagering 17 auf einem Ende
20 der Tuchwelle 4 neben dem in Ausfallrichtung A verlaufenden Rand des Markisentuchs
5. Der Montagering 17 ist mithilfe von ihn radial durchsetzenden Gewindestiften 21
drehfest auf der Tuchwelle 4 festlegbar. Damit kann eine definierte Drehstellung der
Mitnehmernocke 18 relativ zur Tuchwelle 4 festgelegt werden, was in seiner Bedeutung
im Folgenden noch näher erläutert wird.
[0014] Die Mitnehmereinrichtung 16 umfasst ferner seitens des inneren Gelenkarms 7 ein mit
der Mitnehmernocke 18 zusammenwirkendes Gegenstück in Form eines Mitnehmerstifts 22,
der von der der Tuchwelle 4 abgewandten Seite her in den Lagerkopf 23 des inneren
Gelenkarms 7 eingesetzt ist, mit seiner Spitze 24 in Richtung zum Montagering 17 über
den Lagerkopf 23 hinaussteht und in axialer Richtung mit dem Montagering 17 fluchtet.
Die Abstehlänge der Spitze 24 des Mitnehmerstifts 22 vom Lagerkopf 23 ist durch die
Einschraubtiefe des Mitnehmerstifts 22 einstellbar.
[0015] Anhand der Fig. 2 bis 6 ist die Funktionsweise der Mitnehmereinrichtung 16 zu erläutern.
So ist in Fig. 2 die Gelenkarm-Markise in einer so weit ausgefahrenen Position gezeigt,
dass die Spitze 24 des Gewindestifts 21 am inneren Gelenkarm 7 in keinerlei Eingriff
mit der Mitnehmernocke 18 geraten kann.
[0016] Beim Einfahren der Markise dreht sich die Tuchwelle 4 und damit der Montagering 17
mit der Mitnehmernocke 18 entgegen dem Uhrzeigersinn bezogen auf die Fig. 2 bis 5
und die Gelenkarme 7, 9 falten sich zunehmend zusammen. Der innere Gelenkarm 7 klappt
dabei zunehmend in Richtung Tuchwelle 4 ein, sodass der Mitnehmerstift 22 sich allmählich
in Richtung zum Montagering 17 der Mitnehmereinrichtung 16 hin bewegt. Die Seitenwangen
6 der Markise verbleiben dabei in der in den Fig. 2 bis 4 dargestellten, nach unten
geneigten Stellung, die die Markise in ihrer Ausfahrtposition (nicht dargestellt)
einnimmt.
[0017] Mit dem weiteren Einfahren der Markisen dreht sich der Montagering 17 mit der Mitnehmernocke
18 weiter, bis Letztere schließlich mit dem Mitnehmerstift 22 am inneren Gelenkarm
7 in Eingriff kommt, wie dies in Fig. 4 und detailliert in Fig. 6 dargestellt ist.
Um einen zuverlässigen Eingriff dieser beiden Bauteile zu gewähren, ist - wie oben
bereits angedeutet - eine definierte relative Drehstellung von Mitnehmernocke 18 und
Mitnehmerstift 22 einzustellen.
[0018] Beim weiteren Einfahren der Markise wird die Drehbewegung der Tuchwelle 4 und des
Montagerings 17 auf die Schwenkbaugruppe bestehend aus den Seitenwangen 6, den Gelenkarmpaaren
7, 9 und dem Ausfallprofil 12 übertragen, sodass diese Baugruppe um den Schwenkwinkel
S (siehe Fig.4) hochgeschwenkt und in die in Fig. 5 gezeigte horizontale Einfahrposition
übergeführt wird. In dieser Position hält die Mitnehmernocke 18 auch das komplette
Gewicht der Baugruppe, sodass das Markisentuch 5 vollständig von diesen Kräften entlastet
ist. Sofern in dieser Einfahrposition das Ausfallprofil 12 nicht an der an den Seitenwangen
6 ausgebildeten Sitzvertiefung 25 anschlägt, wirkt auf das Markisentuch 5 lediglich
die von der Federbelastung der Gelenkarmpaare 8 stammende Armspannung.
[0019] Beim Ausfahren der Markise wird die Tuchwelle im Uhrzeigersinn bezogen Fig. 5 gedreht,
sodass die Mitnehmernocke 18 am Montagering den Gelenkarm 7 nach unten ablässt, bis
dieser die beanschlagte Ausfahrneigestellung (siehe Fig. 4) erreicht. In dieser Stellung
gelangen Mitnehmernocke 18 und -stift 22 außer Eingriff und die Markise wird wie üblich
durch weitere Drehung der Tuchwelle 4 und Freigabe von Markisentuch 5 unter Aufklappen
der Gelenkarme 7, 9 ausgefahren.
[0020] Die gezeigte Mitnehmereinrichtung 16 kann grundsätzlich an beiden Enden 20 der Tuchwelle
4 angebracht werden, Versuche haben jedoch gezeigt, dass eine einseitige Anbringung,
wie sie in den Zeichnungen dargestellt ist, für eine saubere Halterung der Schwenkbaugruppe
in der Einfahrposition ausreicht.
1. Gelenkarm-Markise umfassend
- zwei Konsolen (1) zur Befestigung der Markise an einer Tragstruktur, wie einem Gebäude,
- eine ein Markisentuch (5) aufnehmende Tuchwelle (4), die an den Konsolen (1) mittels
eines Antriebes drehbar gelagert ist,
- zwei an den Konsolen (1) über einen begrenzten Schwenkwinkel (S) zwischen einer
hoch geschwenkten Einfahrposition und einer nach unten geneigten Ausfahrposition schwenkbar
gelagerte Seitenwangen (6), an denen der jeweils innere Gelenkarm (7) der beiden Gelenkarmpaare
(7, 9) angelenkt ist, und
- ein Ausfallprofil (12), das an den äußeren Gelenkarmen (9) der Gelenkarmpaare (7,
9) sitzt und das ausfallseitige Ende des Markisentuches (5) hält,
gekennzeichnet durch
- eine der Tuchwelle (4) zugeordnete Mitnehmereinrichtung (16), die mit der Schwenkbaugruppe
aus Seitenwangen (6), Gelenkarmen (7, 9) und Ausfallprofil (12) vor Erreichen der
Einfahrposition der Markise in Eingriff bringbar ist, um die Schwenkbaugruppe in die
Einfahrposition überzuführen und gegen ihre Gewichtskraft zu halten.
2. Gelenkarm-Markise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmereinrichtung (16) an einem Ende (20) der Tuchwelle (4) neben einem in
Ausfallrichtung (A) verlaufenden Rand des Markisentuches (5) platziert ist.
3. Gelenkarm-Markise nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmereinrichtung (16) eine mit der Tuchwelle (4) gekoppelte Mitnehmernocke
(18) aufweist, die in den Einschwenkbereich eines der inneren Gelenkarme (7) eingreift.
4. Gelenkarm-Markise nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmernocke (18) an einem Montagering (17) angeordnet ist, der in einer definierten
Drehstellung auf der Tuchwelle (4) fixierbar ist.
5. Gelenkarm-Markise nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass am inneren Gelenkarm (7) ein von der Mitnehmernocke (18) erfassbares Gegenstück (22)
der Mitnehmereinrichtung (16) angeordnet ist.
6. Gelenkarm-Markise nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenstück durch einen in seiner Abstehlänge vom inneren Gelenkarm (7) verstellbaren
Mitnehmerstift (22) gebildet ist.
7. Gelenkarm-Markise nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenstück (22) im Lagerkopf (23) des inneren Gelenkarmes (7) sitzt.
8. Gelenkarm-Markise nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine einzige Mitnehmereinrichtungen (16) an einem der einander abgewandten Enden
(19) der Tuchwelle (4) angeordnet ist.