[0001] Die Erfindung betrifft eine Torantriebsvorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffes
des beigefügten Anspruches 1, wie sie beispielsweise in Form eines Wellentorantriebes
bereits auf dem Markt erhältlich ist. Weiter betrifft die Erfindung einen Torwegsensor
für eine solche Torantriebsvorrichtung, ein mit einer solchen Torantriebsvorrichtung
versehenes Tor sowie ein Verfahren zum Steuern eines angetriebenen Tores.
[0002] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet von Torantrieben, mittels welchen ein Flügel eines
Tores motorisch antreibbar ist. Hierzu gibt es ganz unterschiedliche Torantriebsvorrichtungen
auf dem Markt. Beispielsweise gibt es sogenannte Schleppantriebe, bei denen ein Schlitten
in einer Führungsschiene geführt wird und durch einen Motor hin- und hergehend angetrieben
wird. An diesem Schlitten wird dann der Flügel angekoppelt. Solche Schleppantriebe
sind häufig bei Garagentoren, insbesondere bei Einzel- oder Doppelgaragen, aufzufinden.
Insbesondere bei größeren Toren, wie beispielsweise größeren Sektionaltoren für Sammelgaragen,
Industrietoren oder auch Rolltoren gibt es bereits am Tor eine Torwelle, die über
Seilzüge oder ein sonstiges Getriebe mit dem Flügel des Tores getrieblich verbunden
ist. Beispielsweise ist die Torwelle Teil einer Gewichtsausgleichseinrichtung, wobei
ein Federelement sich beim Senken des Flügels spannt. Für solche Tore gibt es die
sogenannten Wellentorantriebe, deren Abtriebswelle unmittelbar oder unter Zwischenschaltung
eines Getriebes, wie insbesondere eines Kettengetriebes, mit der Torwelle zur gemeinsamen
Drehung gekoppelt werden könnten.
[0003] Alle auf dem Markt befindlichen Torantriebe weisen einen vorzugsweise als Elektromotor
ausgebildeten Motor mit einem Rotor auf, der über die zuvor erläuterten Getriebe sowie
ein Motorgetriebe getrieblich mit dem Torflügel verbindbar ist.
[0004] Durch Drehung des Rotors wird so der Torflügel zwischen seinen Endpositionen angetrieben.
In der Regel sind die Getriebe derart, dass sich der Rotor bei einer Fahrt des Flügels
zwischen den Endpositionen viele Male umdreht und beispielsweise mehr als 100 Umdrehungen
durchführt.
[0005] Nahezu alle auf dem Markt befindlichen Torantriebe weisen weiter einen Wegsensor
oder Torpositionssensor auf, über den der Torantrieb gesteuert werden kann. In der
Regel sind diese Wegsensoren als Drehwinkelsensoren ausgebildet, um die Drehung des
Rotors oder eine damit getrieblich verbundenes Drehglied der Torantriebsvorrichtung
zu erfassen.
[0006] Beispielsweise ist auf einer mit dem Rotor verbundenen Motorwelle des Motors ein
Inkremetalgeber vorgesehen. Dieser erzeugt, beispielsweise mittels einer Lochscheibe
und einer Lichtschranke, bei einer Drehung des Rotors viele Impulse. Dem Inkremetalgeber
ist beispielsweise in einer Torantriebssteuerung ein Zählwerk zugeordnet. Bei Drehung
des Rotors werden die Impulse gezählt. Es wird dann nach der Montage des Torantriebes
an dem anzutreibenden Flügel eine Lernfahrt durchgeführt, um die Zählerstände der
Endpositionen und von sonstigen für die Steuerung interessierenden Torflügelpositionen
zu ermitteln. Im Betrieb wird dann die Torantriebsvorrichtung anhand des jeweiligen
Zählerstandes durchgeführt.
[0007] Diese Inkremetalgeber sind mit dem Nachteil verbunden, dass die Zählerstände insbesondere
bei Stromausfall oder dergleichen Störfällen verloren gehen. Auch sind solche Inkrementalgeber
teils ungenau, so dass sie öfters im Verlauf des Betriebs des Torantriebes wieder
geeicht werden müssen. Man hat hierzu beispielsweise bereits einen Referenzpunktgeber
vorgeschlagen, der an einer bestimmten Position des Torflügels oder eines Getriebeelements
vorgesehen ist und bei Passieren dieses Punktes im Verlauf des Torweges ein Referenzsignal
abgibt, mit dem das Zählwerk bei jeder Fahrt erneut abgeglichen werden kann. Hier
besteht aber der Nachteil des zusätzlichen Montage- und Verdrahtungsaufwandes des
Referenzgebers.
[0008] Es besteht daher vielfach der Wunsch, anstelle der Inkremetalgeber, die nur eine
relative Torposition ermitteln, Absolutwertgeber vorzusehen, die ein Positionssignal
liefern, das stets auf eine bestimmte Torposition hindeutet. Das Positionssignal des
Absolutwertgebers soll insbesondere eine stetig monotone Funktion der Position des
angeschlossenen Torflügels darstellen, um die eindeutige Zuordnung von Signal und
Position zu ermöglichen.
[0009] Hier gibt es bereits Wellentorantriebe auf dem Markt, die insbesondere als Industrietortriebe
einsetzbar sind und die als Absolutwertgeber einen auf dem Hall-Effekt beruhenden
Drehwinkelsensor aufweisen.
[0010] Der Drehwinkelsensor des Absolutwertgebers hat als Drehelement beispielsweise einen
auf einer Drehwelle angebrachten Magneten. Die Stellung des Magneten wird unter Ausnutzung
des Hall-Effektes erfasst, und daraus wird ein Positionssignal erzeugt. Damit dieses
Positionssignal eine stetig monotone Funktion der Torposition darstellt und so immer
einen absoluten Wert einer bestimmten Torposition angibt, darf sich dieses Drehelement
im Verlauf des gesamten Torweges von der einen Endposition (zum Beispiel der Schließposition)
zu der anderen Endposition (zum Beispiel der Öffnungsposition) um nicht mehr als 360°
Grad drehen. Würde das Drehelement mehr als eine volle Umdrehung machen, beispielsweise
eine Drehung von 370° Grad, dann würde das Ausgangssignal dem gleichen Signal entsprechen,
wie bei der Stellung von 10° Grad. Somit hätte man wiederum nur eine relative Torposition,
wobei der Absolutwert wiederum nur anhand von weiteren Informationen, beispielsweise
ermittelt durch ein Zählwerk, erhältlich ist.
[0011] Der Oberbegriff des beigefügten Patentanspruches 1 geht als Stand der Technik von
einem solchen Wellentorantrieb mit einem entsprechend langsam drehenden Absolutwertgeber
aus.
[0012] Demnach bilden solche Wellentorantriebe eine Torantriebsvorrichtung mit einem Motor,
welche einen Rotor aufweist. Der Rotor ist - beispielsweise über ein Getriebe in der
Torantriebsvorrichtung sowie eine Torwelle getrieblich mit dem anzutreibenden Torflügel
verbindbar.
[0013] Der bekannte Absolutwertgeber bildet einen ersten Drehwinkelsensor, mit dem die aktuelle
Torposition anhand eines Torpositionssignal bestimmbar ist. Damit dieses Torpositionssignal
zum Zwecke einer genaueren Steuerung stets einer bestimmten Torposition zuordenbar
ist, ist der Drehwinkelsensor derart über ein Untersetzungsgetriebe an dem Rotor oder
ein sich damit drehendes Drehglied angeschlossen, dass eine gesamte Bewegung eines
anzuschließenden Torflügels zwischen dessen Endpositionen weniger als 360° Grad des
sich zur Drehwinkelerfassung drehenden Drehelements des ersten Drehwinkelsensors bewirkt.
[0014] Solche Torantriebe weisen zwar den Vorteil eines Torpositionssignals auf, welches
stets einer bestimmten Torposition zuordenbar ist, jedoch ist dieses Torpositionssignal
für viele Steuerungs- und Überwachungszwecke zu ungenau.
[0015] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Torantriebsvorrichtung mit dem Merkmalen des Oberbegriffes
des beigefügten Anspruches 1 derart zu verbessern, dass sie exakter steuerbar und/oder
überwachbar ist.
[0016] Diese Aufgabe wird durch eine Torantriebsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0018] Ein Torwegsensor zur Verwendung in einer solchen Torantriebsvorrichtung, ein mit
einer solchen Torantriebsvorrichtung und/oder mit einem solchen Torwegssensor versehenes
Tor sowie ein Steuerungsverfahren hierfür sind in den Nebenansprüchen angegeben.
[0019] Bei einer erfindungsgemäßen Torantriebsvorrichtung ist - wie dies im Stand der Technik
grundsätzlich bekannt ist -, ein Drehwinkelsensor mit einem sich langsam, maximal
um 360° drehenden Drehelement vorgesehen.
[0020] Dieser Drehwinkelsensor wird im Folgenden als erster Drehwinkelsensor bezeichnet,
und sein Drehelement wird im Folgenden als erstes Drehelement bezeichnet.
[0021] Mit diesem ersten Drehwinkelsensor kann ein erstes Torpositionssignal erzeugt werden,
welches eine stetig monotone Funktion einer Torposition eines an die Torantriebsvorrichtung
anzuschließenden Torflügels erzeugt.
[0022] Erfindungsgemäß ist noch ein zweiter Drehwinkelsensor mit einem zweiten Drehelement
zur Drehwinkelerfassung vorgesehen, das ebenfalls mit dem Rotor und/oder sich damit
drehenden Drehgliedes getrieblich verbunden ist, jedoch derart, dass es sich um ein
Vielfaches schneller dreht als das erste Drehelement des ersten Drehwinkelsensors.
[0023] Somit kann mittels des ersten Drehwinkelsensors ein erstes Torpositionssignal erzeugt
werden, welches die Torposition absolut angibt. Mit dem Signal des zweiten Drehwinkelsensors
können viele Zwischenpositionen angegeben werden, ohne dass hierzu Zählerstände gespeichert
werden müssen.
[0024] Anhand der beiden Torsignale kann man so sehr genau die Torposition absolut bestimmen,
auch wenn der erste Drehwinkelsensor kein sehr genaues Signal abgeben sollte.
[0025] Durch den sich schneller drehenden zweiten Drehwinkelsensor können weiter auch kleinere
Fluktuationen oder Änderungen in der Geschwindigkeit des Motors erfasst werden.
[0026] Insgesamt sind der Motor und/oder das angetriebene Tor so über den zweiten Drehwinkelsensor
sehr genau überwachbar.
[0027] Der erste und/oder der zweite Drehwinkelsensor sind vorzugsweise als Absolutwertsensoren
ausgebildet, die ein Signal liefern, welches eine stetig monotone Funktion der Drehwinkelposition
des jeweiligen Drehelements darstellt.
[0028] Beispielsweise wird ein Spannungssignal abgegeben, das mit dem Drehwinkel des Drehelements
stetig monoton ansteigt.
[0029] Dadurch lässt sich jedem Drehwinkel genau ein Signal zuordnen und umgekehrt.
[0030] Vorzugsweise sind die Drehwinkelsensoren Hall-Sensoren, wie dies grundsätzlich bei
Absolutwertgebern bereits Stand der Technik ist. Solche Hall-Sensoren sind leichtgängig
und wartungsfrei, außerdem können sie - im Gegensatz zum Beispiel zu Potentiometern
- beliebig oft herumgedreht werden.
[0031] Wenngleich die Drehwinkelsensoren an unterschiedlichen Stellen der Torantriebsvorrichtung
jeweils einzeln vorgesehen werden können, so ist besonders bevorzugt, die beiden Drehwinkelsensoren
in einer Einheit zusammenzufassen. Beispielsweise ist in der Torantriebsvorrichtung
ein Torwegssensor vorgesehen, in dem beide Drehwinkelsensoren vereinigt sind. Dieser
vorzugsweise als Absolutwertgeber ausgebildete Torwegsensor weist in bevorzugter Ausgestaltung
eine Eingangswelle auf. Die Eingangswelle kann mit einem Eingangsdrehelement zur Kopplung
an ein Drehglied der Torantriebsvorrichtung versehen sein. Beispielsweise ist ein
Zahnrad als Eingangsdrehelement vorgesehen, mit dem die Eingangswelle auch unmittelbar
mit dem Rotor verbindbar ist. An der Eingangswelle greift einerseits das sich schneller
drehende zweite Drehelement des zweiten Drehwinkelsensors an. An der Eingangswelle
ist andererseits auch ein Übersetzungsgetriebe vorgesehen, dessen Ausgangswelle um
ein Vielfaches langsamer dreht als die Eingangswelle.
[0032] An dieser Ausgangswelle greift dann das erste Drehelement des ersten Drehwinkelsensors
an.
[0033] Das Übersetzungsverhältnis zwischen dem ersten Drehelement und dem zweiten Drehelement
wird derart gewählt, dass eine genaue Erfassung auch kleiner Verdrehungen des Rotors
durch das zweite Drehelement erfassbar ist, andererseits aber das erste Drehelement
sich maximal um 360° Grad im Verlauf der Torbewegung dreht.
[0034] Die meisten Torantriebe sind zum Anschließen an unterschiedliche Tore oder Torantriebsarten
vorgesehen. Das Übersetzungsverhältnis wird daher so ausgewählt, dass auch bei der
maximal denkbaren Umdrehungszahl des Rotors bei einer Torfahrt zwischen den Endpositionen
keine volle Drehung des ersten Drehelements erreicht wird. Wird dann ein kleineres
Tor oder ein anderes Zwischengetriebe verwendet, so dass sich der Rotor bei einer
Torfahrt entsprechend weniger dreht, wird eine volle Drehfahrt beispielsweise nur
zu einer Winkelverstellung von 270° Grad oder auch nur 180° Grad führen.
[0035] Eine dadurch grundsätzlich bedingte geringere Genauigkeit des ersten Drehwinkelsensors,
der die gesamte Torfahrt auf entsprechend weniger Drehwinkelgraden abbilden muss,
wird durch das Vorsehen des zweiten Drehwinkelsensors mehr als kompensiert.
[0036] Entsprechende kleine Getriebe für den Torwegsensor sind auf dem Markt beispielsweise
für den Modelbau erhältlich.
[0037] Anhand der beiden Drehwinkelsignale lässt sich eine sehr genaue Steuerung durchführen.
Aufgrund des sich sehr schnell drehenden zweiten Drehelementes können auch geringe
Änderungen in der Geschwindigkeit des Rotors sofort erfasst werden. Beispielsweise
würde bei einem Auftreffen des Torflügels auf ein relativ weiches Hindernis - beispielsweise
eine Person - sich zunächst die Geschwindigkeit nur sehr gering ändern.
[0038] Dennoch könnte eine solche geringe Geschwindigkeitsänderung aufgrund des zweiten
Drehwinkelsensors sofort erfasst werden und ein Stoppen der Torantriebsvorrichtung
wegen Auflaufen auf ein Hindernis eingeleitet werden.
[0039] Die beiden unterschiedlich drehenden Drehwinkelsensoren und/oder der erläuterte Torwegsensor
mit diesen Drehwinkelsensoren hat besondere Vorteile in Verbindung mit Torquemotoren
oder Direktantrieben, wo ein Rotor vorzugsweise getriebelos unmittelbar an einer Torwelle
angreift.
[0040] Dadurch werden Rotorbewegungen und Rotorpositionen erfasst, die aufgrund eines fehlenden
Zwischengetriebes sehr viel genauer die Bewegung eines Torflügels wiedergeben. Dadurch
kann auch der Torflügel sehr direkter gesteuert und überwacht werden.
[0041] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung
näher erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform einer Torantriebsvorrichtung
zum Antreiben einer Torwelle;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht der ersten Ausführungsform der Torantriebsvorrichtung
vergleichbar der Ansicht von Fig. 1, wobei einige Elemente zu Darstellungszwecken
weggelassen worden sind;
- Fig. 3
- eine Vorderansicht auf die Torantriebsvorrichtung von Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Torantriebsvorrichtung von Fig. 1;
- Fig. 5
- eine Rückansicht der Torantriebsvorrichtung von Fig. 1;
- Fig. 6
- eine geschnittene Draufsicht auf die Torantriebsvorrichtung von Fig. 1;
- Fig. 7
- eine Detailansicht von vorne auf einen Teilbereich der Torantriebsvorrichtung von
Fig. 1;
- Fig. 8
- der Teilbereich von Fig. 7 von der Seite gesehen;
- Fig. 9
- eine Detailansicht eines Teilbereichs der Rückansicht von Fig. 5; und
- Fig. 10
- der Teilbereich von Fig. 7 von vorne, wobei einige Elemente zu Darstellungszwecken
weggelassen worden sind;
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung eines bei der Torantriebsvorrichtung verwendbaren Absolutwertgebers;
und
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung des Absolutwertgebers zusammen mit einer Torantriebsteuerung
zum Steuern der Torantriebsvorrichtung.
[0042] Der in den Figuren 1 bis 10 als Beispiel für eine Torantriebsvorrichtung dargestellte
Torantrieb 10 weist als Elektromotor einen Torquemotor (Direktantrieb) 12 auf.
[0043] Die in den Figuren als Beispiel für Torantriebsvorrichtungen dargestellten Torantriebe
10 weisen in allen ihren unterschiedlichen Ausführungsformen als Elektromotor einen
Torquemotor (Direktantrieb) 12 auf.
[0044] Wie dies zum Beispiel näher in "EBERLEIN, W; BARAN: "Besser direkt", in WISSENSPORTAL
baumaschine.de, 1(2005)" beschrieben ist, sind Torquemotoren Direktmotoren, welche
direkt auf Antriebswellen von Maschinen ohne Zwischenglieder wie Getriebe, Riemen
oder Kupplungen montiert werden. Für weitere Einzelheiten zu Torquemotoren wird ausdrücklich
auf die vorerwähnte Literaturstelle verwiesen. Die wichtigsten Bauelemente eines Torquemotors
sind ein Stator und ein Rotor. Ein Torquemotor kann vereinfacht als ein auf hohe Drehmomente
optimierter, großer Servomotor mit Hohlwelle betrachtet werden.
[0045] Bei den dargestellten Beispielen wird ein hochpoliger Synchronmotor 13 als Torquemotor
12 verwendet.
[0046] Der Torquemotor 12 erzeugt das Drehmoment, welches zum Heben und Senken des Tores
(nicht dargestellt - die Ausbildung des Tores ist analog zu dem in der
EP 1 426 538 A2 dargestellten Tor; die Druckschrift
EP 1 1426 538 A2 wird hiermit durch Bezugnahme inkorporiert) notwendig ist. Der Torquemotor 12 arbeitet
je nach Betriebszustand sowohl motorisch als auch generatorisch. Daher ist auch eine
Rückgewinnung von Energie beim Abwärtsfahren des Tores möglich.
[0047] Dabei kann der Torquemotor 12 als Außenläufer- oder Innenläufermaschine ausgeführt
sein. Der Rotor 14 des Torquemotors (Direktantriebes) ist vorzugsweise direkt oder
gekuppelt, aber besonders bevorzugt ohne eine zusätzliche Übersetzung, mit der Torwelle
- zum Beispiel Torsionsfederwelle eines Sektional- oder Kipptores oder dergleichen)
verbunden. Drehen des Rotors 14 durch das wandernde elektromagnetische Feld bewirkt
das Drehen der Torwelle 102. Dabei sind Drehzahl und Drehmoment von Rotor 14 und Torwelle
102 vorzugsweise identisch.
[0048] Im Fall des Auslösens eines Krafteinwirkungsschutz-Sensors (nicht dargestellt) erhält
der Torquemotor 12 durch eine Ansteuerungselektronik - Torantriebssteuerung 38 siehe
Fig. 15 - ein Signal zur sofortigen Drehrichtungsumkehr, und die Drehrichtung des
Rotors 14 und damit der Torwelle wird sofort (in Sekundenbruchteilen) umkehrt.
[0049] In den in den Figuren dargestellten Beispielen ist der Torquemotor 12 als Außenläufermaschine
ausgeführt. Der Rotor 14 hat eine als Abtriebswelle des Torquemotors 12 wirkende Hohlwelle
15 und wird mit dieser Hohlwelle direkt auf die Torwelle 102 gesteckt, wie dies beispielhaft
in den Fig. 11 und 13 dargestellt ist. Wie insbesondere aus den Fig. 1 bis 6 und 11
und insbesondere Fig. 4 hervorgeht , ist der Stator 17 des Torquemotors 12 fest mit
einer Basisplatte 16 eines Antriebsgehäuses 100 verbunden, welches mit einer Drehmomentstütze
(nicht dargestellt) am Gestell des Tores gegen Verdrehen gesichert ist.
[0050] Alternativ kann das Antriebsgehäuse 100 des Direktantriebes als Fußgehäuse ausgeführt
werden. Die Torwelle kann dann gekuppelt oder über eine Steckverbindung mit der Hohlwelle
15 verbunden werden.
[0051] Bei den bevorzugten Ausgestaltungen des Torantriebes 10, wie sie in den beigefügten
Figuren wiedergegeben sind, sind neben der Hauptfunktion "Heben und Senken des Tores"
folgende Sicherheitsfunktionen integriert:
- Halten des Tores in einer Halteposition (Tor geschlossen oder Tor offen),
- Halten des Tores bei Federbruch (Ausfall einer
Gewichtsausgleichseinrichtung des Tores) und Stromausfall,
- Fangen (Bremsen) und Halten des Tores bei Federbruch während der Bewegung,
- Krafteinwirkungsschutz von Personen und Gegenständen während der Schließbewegung und
- Handbetätigung zum Öffnen und Schließen des Tores z.B. bei einem Stromausfall oder
bei der Montage.
[0052] Das Halten des Tores in einer Halteposition erfolgt durch eine Bremseinrichtung 18
mit einer Bremse 20.
[0053] Bei der in den Fig. 1 bis 10 dargestellten Ausführungsform des Torantriebes 10 weist
die Bremseinrichtung 18 als Bremse mehrere Federbremsen 20, 21 auf.
[0054] In Fig. 1 ist die Basisplatte 16 zusammen mit einigen wesentlichen Elementen des
Torantriebes 10 dargestellt. An der Basisplatte 16 ist der Torquemotor 12 gelagert.
Der Rotor 14 umschließt als Außenläufer den Stator 17, der deswegen in den Figuren
allenfalls teilweise zu sehen ist. An dem Rotor 14 ist eine Rotorverzahnung 22 als
Außenverzahnung vorgesehen.
[0055] Weiter ist an dem Rotor 14 die als Hohlwelle 15 ausgebildete Abtriebswelle integral
angeordnet. Die Hohlwelle 15 weist eine Nut 24 zum Verkeilen einer in der Hohlwelle
aufzunehmenden Torwelle 102 (nur bei dem zweiten Ausführungsbeispiel in Fig. 11 dargestellt)
auf. Dadurch kann die Hohlwelle 15 unmittelbar an die Torwelle 102 angekoppelt werden.
[0056] An der Rotorverzahnung 22 greift ein Zwischenzahnrad 26 und an dem Zwischenzahnrad
26 ein Zahnrad 28 einer Bremswelle 30 der Bremseinrichtung 18 an.
[0057] Die Bremseinrichtung 18 ist mittels einer Schalteinrichtung 31 schaltbar ausgebildet,
als Schalteinrichtung 31 wirkt hier ein Elektromagnet 32, der gleichzeitig mit dem
Torquemotor 12 bestromt wird.
[0058] Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, ist weiter an der Rotorverzahnung 22 ein Absolutwertgeber
34 vorgesehen, der mit einem Zahnrad 36 stets getrieblich mit dem Rotor 14 gekoppelt
ist und die Drehwinkelstellung des Rotors 14 mittels eines Hall- Effekt-Drehwinkelsensors
erfasst. Hierauf wird später noch näher eingegangen. So wird stets die Drehwinkellage
des Rotors 14 und damit der daran angekoppelten Torwelle erfasst und an eine Torantriebssteuerung
38 (siehe Fig. 12) gegeben. In der Torantriebssteuerung 38 ist ein Frequenzumrichter
angeordnet, mittels dem der Torquemotor 12 angesteuert wird. Auch sind in der Torantriebssteuerung
38 in nichtflüchtigen Speichern Sollpositionen für das Tor gespeichert, die - kontrolliert
über den Absolutwertgeber 34 - mittels des Torquemotors 12 angesteuert werden können.
[0059] In Fig. 1 ist weiter eine Handbetätigungseinrichtung 40 dargestellt, mittels der
der Rotor 14 manuell gedreht werden kann und mittels der zum manuellen Drehen die
Bremse 20 ausgeschaltet werden kann.
[0060] Die Handbetätigungseinrichtung 40 weist eine auch als ein erster Schaltmechanismus
für die Bremse 20 wirkende Lagerung 42 für einen Kettentrieb 44 auf. Der Kettentrieb
44 ist identisch zu dem in der
EP 1 028 223 B1 gezeigten Kettentrieb ausgebildet.
[0061] Weiter weist die Handbetätigungseinrichtung 40 als zweiten Schaltmechanismus zum
Schalten der Bremse 20 noch eine Manualbetätigungseinheit 46 auf.
[0062] Im Folgenden wird die Bremseinrichtung 18 des in den Fig. 1 bis 10 gezeigten ersten
Ausführungsbeispiels näher anhand der Darstellung in Fig. 2 erläutert, worin zu besseren
Darstellungszwecken der Elektromagnet 32 sowie der Kettentrieb 44 weggelassen worden
sind. Die Bremseinrichtung 18 weist die Federbremse 21, 21' sowie eine Federlockerungseinrichtung
48 auf.
[0063] Die Federbremse 21 weist die Bremswelle 30 auf, die an einem Ende das Zahnrad 28
aufweist, das mit dem Zwischenzahnrad 26 kämmt und an einem anderen Ende ein weiteres
Zahnrad 50 aufweist. An einem dazwischen angeordneten Wellenbereich sind zum Bilden
der Federbremse 21, 21' zwei Bremsfedern 52 angeordnet. Diese werden durch eine erste
Schenkelfeder 54 und eine zweite Schenkelfeder 55 gebildet. Wie am besten aus Fig.
4 ersichtlich, weisen beide Schenkelfedern 54, 55 ein an einer Halterung 56 festgelegtes
festes Ende 57, 58, einen Windungsbereich 59, 60 sowie einen Schenkel 61, 62 auf.
Die Windungsbereiche 59, 60 sind jeweils gegenläufig zueinander gewickelt und um den
Wellenbereich der Bremswelle 30 gewickelt. Die Dimensionen sind dabei so gewählt,
dass der Innendurchmesser der beiden Windungsbereiche 59, 60 der unbelasteten Schenkelfedern
54, 55 vor dem Einbau etwas kleiner sind als der Außendurchmesser des Wellenbereiches
der Bremswelle 30. Die Differenz beträgt zwischen 0,2 und 0,5 mm.
[0064] Dadurch liegen die Windungsbereiche 59, 60 der Schenkelfedern 54, 55 im Ruhezustand
vorgespannt an dem Wellenbereich der Bremswelle 30 an. In einer nicht dargestellten
alternativen Ausgestaltung sind zusätzlich oder alternativ zu der Vorspannung der
Schenkelfedern 54, 55 gesonderte Vorspannelemente - etwa an den Schenkeln 61, 62 angreifend
-vorgesehen, um den Windungsbereich 59, 60 der Bremsfedern 52 auf die zugeordnete
Bremswelle 30 zu drücken. Wie in den Fig. 1 bis 10 gezeigt, stehen die beiden Schenkel
61, 62 von der Bremswelle 30 tangential ab und werden durch die Federlockerungseinrichtung
48 erfasst.
[0065] Die Federlockerungseinrichtung 48 weist je eine Nocke 64, 65 pro Schenkelfeder 54,
55 auf. Die beiden Nocken 64, 65 sind an einer Nockenwelle 66 gelagert, die durch
Verschwenkung der Lagerung 42 verdrehbar ist.
[0066] Die beiden Schenkel 61, 62 nehmen die Nockenwelle 66 zwischen sich auf, so dass bei
Verdrehung der Nockenwelle in die eine Drehrichtung der eine Schenkel 61 weiter weg
gebogen und somit der zugeordnete Windungsbereich 59 von der Bremswelle gelöst wird,
und bei Drehung der Nockenwelle 66 in die entgegengesetzte Richtung der andere Schenkel
62 von der Nockenwelle 66 weggebogen wird, wodurch der andere Windungsbereich 60 entsprechend
von der Bremswelle 30 gelöst wird.
[0067] Wie am besten aus Fig. 3 ersichtlich, ist die Lagerung 42 des Kettentriebes 44 um
eine Schwenkachse 68 schwenkbar gelagert. An dem entgegengesetzten Ende ist die Lagerung
42 über ein Gestänge 70 mit der Nockenwelle 66 der Federlockerungseinrichtung 48 verbunden.
Wie dies in der
EP 1 028 223 B1 näher erläutert und gezeigt ist, greift eine Kette 72 des Kettentriebs 44 an einem
als Hohlrad mit Innenverzahnung mit angeordneten Kettenrad (hier nicht dargestellt)
an. Dieses Hohlrad ist mit Spiel von einem Innenzahnrad 74 auf einer zentrisch angeordneten
Welle 76 (siehe Fig. 4) herum angeordnet. Die Lagerung 42 ist mittels Federn 78 in
ihre in Fig. 3 und 4 dargestellte Mittellage, wo das Kettenhohlrad das Innenzahnrad
74 nicht erfasst, vorgespannt.
[0068] Bei Zug an einem Strang der Kette 72 wird die Lagerung 42 jedoch entgegen die Vorspannung
der Federn 78 um die Schwenkachse 78 in Zugrichtung verschwenkt. Dadurch gelangt das
Kettenhohlrad in Eingriff mit dem Innenzahnrad 74. Die Welle 76 des Innenzahnrades
ist, wie dies in Fig. 4 näher dargestellt ist, über ein Zwischenzahnrad 80 mit dem
weiteren Zahnrad 50 der Bremswelle in Eingriff.
[0069] Über die Bremswelle 30 und das Zwischenzahnrad 26 ist so die Welle 76 der Handbetätigungseinrichtung
40 mit der Rotorverzahnung 22 in Eingriff.
[0070] Das Gestänge 70 ist derart eingestellt, dass erst bei Eingriff zwischen Innenzahnrad
74 und Kettenhohlrad ein Lösen der entsprechenden Schenkelfeder 54, 55 von der Bremswelle
30 erfolgt.
[0071] Die Federlockerungseinrichtung 48 weist neben der Nockenwelle 66 mit den beiden Nocken
64, 65 noch einen an den beiden Schenkeln 61, 62 angreifenden, mittels des Elektromagneten
32 verschiebbaren Schieber 82 auf. Die Schenkel 61, 62 sind in Langlöchern (nicht
dargestellt) des Schiebers 82 aufgenommen, so dass bei Zug des Schiebers 82 in die
eine Richtung (z. B. nach unten in Fig. 7) nur der eine Schenkel 61 zur Lockerung
der ersten Schenkelfeder 54 bewegt wird, während der zweite Schenkel 62 der zweiten
Schenkelfeder 55 unbewegt bleibt. Bei Verschieben des Schiebers 82 in die entgegengesetzte
Richtung (z. B. nach oben in Fig. 7) wird dann nur der zweite Schenkel 62, nämlich
derjenige der zweiten Schenkelfeder 55 zur Lockerung dieser zweiten Schenkelfeder
55 bewegt.
[0072] Wie erläutert kann der Schieber 82 durch den Elektromagneten 32 bewegt werden. Hierzu
ist der Schieber 82 mit einem Stangenbereich 84 versehen, welcher sich durch den Elektromagneten
32 hindurch erstreckt. Weiter ist der Schieber 82 durch den Schaltmechanismus der
Handbetätigungseinrichtung 40, also hier durch die Manualbetätigungseinheit 46 bewegbar.
Hierzu greift an dem Schieber 82, hier an dem Stangenbereich 84 an dem entgegengesetzten
Ende, ein Stift 86 an einer Schwenkwelle 88 der Manualbetätigungseinheit 46 an.
[0073] Wie aus Fig. 8 und Fig. 5 ersichtlich, hat die Manualbetätigungseinrichtung 46 auf
der Rückseite der Basisplatte 16 einen Hebel 90, der mit der Schwenkwelle 88 zur gemeinsamen
Drehung verbunden ist und der über eine Flaschenzugkonstruktion 92 mittels eines Bowdenzugs
94 verschwenkbar ist.
[0074] Der Bowdenzug 94 lässt sich mittels einer Notentriegelungsvorrichtung bedienen, die
hier nicht weiter dargestellt ist, jedoch genauso wie in der
DE 1 035 667 A1, der
DE 102 56 480 A1 oder der
EP 1 418 296 B1 dargestellt und gezeigt ausgestaltet sein kann.
[0075] Durch Zug an dem Bowdenzug 94 wird der Hebel 90 verschwenkt. Dadurch wird die Schwenkwelle
88 verschwenkt, so dass über den Stift 86 der Schieber 82 bewegt wird, um so eine
der Schenkelfedern 54, 55 zu lockern und damit die Bremseinrichtung 18 zu lösen. Dadurch
kann ein an die Hohlwelle 15 angeschlossenes Tor ohne Entkupplung der Torwelle 102
von dem Rotor 14 und damit ohne Entkupplung von dem Absolutwertgeber 34 manuell bewegt
werden.
[0076] In der Figur 11 ist schematisch ein Ausführungsbeispiel für den Absolutwertgeber
34 schematisch dargestellt. Der Absolutwertgeber 34 bildet einen Torwegsensor 200,
mittels welchem eine Position und ein Weg des an den Torantrieb 10 angeschlossenen
Torflügels (nicht dargestellt) durch absolute Positionssignale erfassbar ist. Hierzu
weist der Absolutwertgeber 34 ein Gehäuse 202 auf, in welchem ein erster Drehwinkelsensor
204 und ein zweiter Drehwinkelsensor 206 untergebracht sind. Beide Drehwinkelsensoren
204, 206 sind als Hall-Drehwinkelsensoren ausgebildet.
[0077] Der erste Drehwinkelsensor 204 weist ein erstes Drehelement 208 auf, welches über
ein Übersetzungsgetriebe 210 an eine Eingangswelle 212 des Torwegsensors 200 mit einer
großen Übersetzung angeschlossen ist. Das erste Drehelement 208 weist einen auf einer
Ausgangswelle 214 des Übersetzungsgetriebes 210 sitzenden ersten Magneten 216 auf.
Weiter weist der erste Drehwinkelsensor 204 eine erste Erfassungseinheit 218 auf,
die die Drehwinkelstellung des ersten Magneten 216 erfasst und ein erstes Torpositionssignal
220 in Form einer ersten Spannung U
1 abgibt. Dieses erstes Torpositionssignal 220 ist ein Signal, das mit der Drehwinkelstellung
des ersten Magneten 216 stetig monoton ansteigt.
[0078] Das Übersetzungsgetriebe 210 weist eine Getriebeeingangswelle 222 und die Ausgangswelle
214 auf. Die Getriebeeingangswelle 222 ist getrieblich mit der Eingangswelle 212 gekoppelt,
wie dies durch zwei Zahnräder 224, 225 angedeutet ist.
[0079] Die Übersetzung des Übersetzungsgetriebes 210 beträgt mehr als 1:100 beispielsweise
zwischen 1:100 und 1:150. Für eine Umdrehung der Ausgangswelle 214 werden somit mehr
als 100 Umdrehungen des Zahnrades 36 benötigt. Insgesamt wird die Übersetzung 210
derart gewählt, dass bei allen denkbaren Torarten, an die der Torantrieb 10 anzuschließen
ist, im Verlauf einer gesamten Torbewegung zwischen der Öffnungsendstellung und der
Schließendstellung (oder umgekehrt) keine gesamte Volldrehung von 360° Grad des ersten
Magneten 216 erfolgt. Auf diese Weise lässt sich dem ersten Torpositionssignal 220
stets eine bestimmte Position des angeschlossenen Torflügels zuordnen. Man kann stets
an dem anliegenden Torpositionssignal die jeweils vorliegende Torposition bestimmen.
[0080] Der zweite Drehwinkelsensor 206 weist ein zweites Drehwinkelelement 226 auf, welches
sich um ein Vielfaches schneller als das erste Drehelement 208 dreht. Das zweite Drehelement
226 weist einen zweiten Magneten 228 auf, der auf der Eingangswelle 212 sitzt und
sich somit gleich schnell wie das Zahnrad 36 dreht. Weiter weist der zweite Drehwinkelsensor
206 eine zweite Erfassungseinheit 230 auf. Auch die zweite Erfassungseinheit 230 ist
vorzugsweise als Absolutwertsensor ausgebildet und ist derart ausgebildet, dass sie
aus der vorliegenden Drehwinkelposition des zweiten Magneten 228 ein zweites Positionssignal
232 in Form einer zweiten Spannung U
2 erzeugt, die eine stetig monoton ansteigende Funktion der jeweiligen Drehwinkelposition
des zweiten Magneten 228 ist. Entsprechende Drehwinkelsensoren 206, 204, die aus Drehwinkelstellungen
von Magneten stetig monotone Signale erzeugen, sind beispielsweise als Hall-Effekt-Drehwinkelsensoren
auf dem Markt erhältlich.
[0081] Entsprechende Übersetzungsgetriebe 210 sind beispielsweise auf dem Modellbaumarkt,
beispielsweise zum Flugzeugmodellbau, erhältlich.
[0082] Wie insbesondere aus Figur 12, die ein schematisches Schaltbild darstellt, ersichtlich,
steuert die Torantriebssteuerung 38 den Torquemotor 12 anhand der beiden Positionssignale
220, 232. Durch das erste Torpositionssignal 220 ermittelt die Torantriebssteuerung
38 die jeweilige Torposition. In einer einzigen Lernfahrt nach Anschließen des Torantriebes
10 werden die Eigenschaften des angetriebenen Tores einmal eingelernt. Insbesondere
werden hierbei die Endpositionen (Schließendposition sowie Öffnungsendposition) derart
eingelernt, dass die Torantriebssteuerung 38 den beiden Endpositionen jeweils einen
bestimmten Wert des ersten Torpositionssignals 220 zuordnet. Es ist grundsätzlich
aber auch möglich, dass entsprechende Endpositionen für unterschiedliche Tore bereits
vorgespeichert sind. Anhand des zweiten Positionssignals 232 erhält die Torantriebssteuerung
38 sehr genaue Zwischenwerte. Aus diesem Signal können auch genaue Geschwindigkeiten
und Beschleunigungen des Rotors 14 abgeleitet werden und überwacht werden.
[0083] Es können insbesondere in der Torantriebssteuerung 38 wegabhängige Geschwindigkeitsprofile
für den Rotor 14 vorgesehen werden, um den Torflügel wegabhängig unterschiedlich schnell
zu steuern. Entsprechende Steuerungssignale werden als Steuersignale 240 auf den Torquemotor
12 gegeben. Über den zweiten Drehwinkelsensor kann dann die Torantriebssteuerung 38
überwachen, ob der Rotor 14 entsprechende Bewegungen durchführt. Weicht die Rotorbewegung
von den Steuerbefehlen ab, kann daraus ein Fehler ermittelt werden. Insbesondere können
bei der dargestellten Konfiguration auch kleinere Geschwindigkeitsänderungen des Rotors
14 erfasst werden, die beispielsweise beim Auflaufen des Torflügels auf ein relativ
weiches Hindernis verursacht werden. Die Torantriebssteuerung 38 kann dann durch ein
entsprechendes Abschalten reagieren. Insgesamt ist dadurch eine sehr genaue Steuerung
des Troquemotors 12 sowie des daran angeschlossenen Tores möglich.
Bezugszeichenliste:
[0084]
- 10
- Torantrieb
- 12
- Torquemotor
- 13
- Synchronmotor
- 14
- Rotor
- 15
- Hohlwelle (Abtriebswelle)
- 16
- Basisplatte (eines Antriebsgehäuses)
- 17
- Stator
- 18
- Bremseinrichtung
- 20
- Bremse
- 21
- Federbremse
- 21'
- Federbremse
- 22
- Rotorverzahnung
- 24
- Nut in der Hohlwelle
- 26
- Zwischenzahnrad
- 28
- Zahnrad
- 30
- Bremswelle
- 31
- Schalteinrichtung
- 32
- Elektromagnet
- 34
- Absolutwertgeber
- 36
- Zahnrad
- 38
- Torantriebssteuerung
- 40
- Handbetätigungseinrichtung
- 42
- Lagerung
- 44
- Kettentrieb
- 46
- Manualbetätigungseinheit
- 48
- Federlockerungseinrichtung
- 50
- weiteres Zahnrad der Bremswelle
- 52
- Bremsfeder
- 54
- erste Schenkelfeder
- 55
- zweite Schenkelfeder
- 56
- Halterung
- 57
- festes Ende
- 58
- festes Ende
- 59
- Windungsbereich
- 60
- Windungsbereich
- 61
- Schenkel
- 62
- Schenkel
- 64
- Nocke
- 65
- Nocke
- 66
- Nockenwelle
- 68
- Schwenkachse der Lagerung
- 70
- Gestänge
- 72
- Kette
- 74
- Innenzahnrad
- 76
- Welle
- 78
- Federn
- 80
- Zwischenzahnrad
- 82
- Schieber
- 84
- Stangenbereich
- 86
- Stift
- 88
- Schwenkwelle
- 90
- Hebel
- 92
- Flaschenzugkonstruktion
- 94
- Bowdenzug
- 96
- Deckplatte des Antriebsgehäuses
- 100
- Antriebsgehäuse
- 102
- Torwelle
- 200
- Torwegsensor
- 202
- Gehäuse
- 204
- erster Drehwinkelsensor
- 206
- zweiter Drehwinkelsensor
- 208
- erstes Drehelement
- 210
- Übersetzungsgetriebe
- 212
- Eingangswelle
- 214
- Ausgangswelle
- 216
- erster Magnet
- 218
- erste Erfassungseinheit
- 220
- erstes Torpositionssignal
- 222
- Getriebeeingangswelle
- 224
- Zahnrad
- 225
- Zahnrad
- 226
- zweites Drehelement
- 228
- zweiter Magnet
- 230
- Erfassungseinheit
- 232
- zweites Positionssignal
- 240
- Steuerungssignal
- U1
- erste Spannung
- U2
- zweite Spannung
1. Torantriebsvorrichtung (10) mit einem Motor (12), der einen Rotor (14) aufweist, der
getrieblich mit einem durch die Torantriebsvorrichtung (10) anzutreibenden Torflügel
verbindbar ist, und mit einem ersten Drehwinkelsensor (204) zur Bestimmung der aktuellen
Torposition, wobei der erste Drehwinkelsensor (204) über ein Übersetzungsgetriebe
(210) derart an den Rotor (14) und/oder ein sich damit drehendes Drehglied (36) angeschlossen
ist, dass eine gesamte Bewegung eines anzuschließenden Torflügels zwischen dessen
Endpositionen weniger als 360° eines sich zur Drehwinkelerfassung drehenden ersten
Drehelements (208) des ersten Drehwinkelsensors (204) bewirkt,
gekennzeichnet durch
einen zweiten Drehwinkelsensor (206) mit einem zweiten Drehelement (226) zur Drehwinkelerfassung,
das sich bei Drehung des Rotors (14) und/oder des sich damit drehenden Drehgliedes
(36) um ein Vielfaches schneller dreht als das erste Drehelement (208) des ersten
Drehwinkelsensors (204).
2. Torantriebsvorrichtung (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste (2049 und/oder der zweite Drehwinkelsensor (206) als Absolutwertsensoren
ausgebildet sind.
3. Torantriebsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste (204) und der zweite Drehwinkelsensor (206) als Hall-Drehwinkelsensor ausgebildet
sind, wobei das erste und das zweite Drehelement einen Magneten (216, 228) aufweisen,
dessen Drehwinkelposition erfassbar ist, so dass ein Signal (220, 232) ausgegeben
wird, das eine stetig monotone Funktion der Drehwinkelposition des Magneten (216,
228) ist.
4. Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der erste (204) und der zweite Drehwinkelsensor (206) Teile eines Torwegsensors (200)
sind, der eine getrieblich mit dem Rotor (14) und/oder dem Drehglied verbindbare Eingangswelle
(212), insbesondere mit einem Zahnrad (36), aufweist, die das zweite Drehelement (226)
und über ein zwischengeschaltetes Übersetzungsgetriebe (210) das erste Drehelement
(208) antreibt.
5. Torantriebsvorrichtung (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zahnrad (36) mit einer Verzahnung (22) auf dem Rotor (14) kämmt.
6. Torantriebsvorrichtung (10) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Drehelement (226) direkt durch die Eingangswelle (212) angetrieben wird
und das Übersetzungsgetriebe (210) eine Übersetzung von mehr als 1:20, vorzugsweise
mehr als 1:50, insbesondere mehr als 1:100 liefert.
7. Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Motor ein Torquemotor (12) oder Direktmotor ist, der ohne zwischengeschaltetes
Getriebe unmittelbar an eine Torwelle eines anzutreibenden Tores anschließbar ist.
8. Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Steuerungseinrichtung (38), die zur Steuerung des Motors (12) und/oder der Torantriebsvorrichtung
(10) aufgrund eines Signales (220) von dem ersten Drehwinkelsensor (204) und eines
Signals (232) aus dem zweiten Drehwinkelsensor (206) ausgebildet ist.
9. Torantriebsvorrichtung (10) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungseinrichtung (38) aus dem Signal (220) des ersten Drehwinkelsensors
(204) die aktuelle Torposition, insbesondere zum Anfahren von und Anhalten in Endpositionen
und zum Durchführen von wegabhängigen Steuerungsprofilen, ermittelt, und/oder
dass die Steuerungseinrichtung (38) aufgrund des Signals des zweiten Drehwinkelsensors
(206) die Funktion des Motors (12) überwacht und/oder die Geschwindigkeit und/oder
Beschleunigung und/oder Drehschwingungen des Motors (12) ermittelt, insbesondere um
geschwindigkeitsabhängige Steuerungen und/oder Überwachungen durchzuführen.
10. Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass er zum Antreiben einer Reihe von unterschiedlichen Toren und/oder Torarten ausgebildet
ist, wobei der erste Drehwinkelsensor (204) derart ausgebildet ist, dass sein erstes
Drehelement (208) bei Anschluss der Torantriebsvorrichtung an dasjenige Tor, dessen
Bewegung von Endposition zu Endposition die meisten Umdrehungen des Rotors (14) benötigt,
bei einer vollen Torfahrt eine Drehung von weniger als 360° durchführt.
11. Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Drehwinkelsensor (206) unmittelbar an einer mit einer Torwelle zu verbindenden
Abtriebswelle (15) der Torantriebsvorrichtung (10) angreift.
12. Torwegsensor (200), insbesondere für eine Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der
voranstehenden Ansprüche,
zur Erfassung eines Torweges und/oder einer Torposition, mit einem als Absolutwertgeber
ausgebildeten ersten Drehwinkelsensor (204), der getrieblich an ein Drehglied eines
Tores oder eines Torantriebes (10) oder eines Rotors (14) eines Motors (12) eines
Torantriebes (10) derart anschließbar ist, dass eine Bewegung des anzuschließenden
Tores zwischen seinen Endpositionen eine Drehung von weniger als 360° eines ersten
Drehelements (208) des ersten Drehwinkelsensors (204) bewirkt,
gekennzeichnet durch einen zweiten Drehwinkelsensor (206) mit einem zweiten Drehelement (226) zur Drehwinkelerfassung,
das sich bei Drehung des ersten Drehelements (208) um ein Vielfaches schneller dreht
als das erste Drehelement (208).
13. Torwegsensor (200) nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch
eine Eingangswelle (212) mit einem Eingangsdrehelement (36), an welcher das zweite
Drehelement (226) zur Drehung angreift und
ein an die Eingangswelle (212) angeschlossenes Übersetzungsgetriebe (210) mit einer
Ausgangswelle (214), die sich um ein Vielfaches langsamer als die Eingangswelle (212)
dreht, wobei das erste Drehelement (208) an der Ausgangswelle (214) des Übersetzungsgetriebes
(210) angreift.
14. Tor mit einem Torflügel, der zwischen einer erste und einer zweiten Endposition bewegbar
ist,
gekennzeichnet durch
eine Torantriebsvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 und/oder durch einen Torwegsensor (200) nach einem der Ansprüche 12 oder 13.
15. Tor nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Torwelle vorgesehen ist, die mit einem Torflügel derart gekoppelt ist, dass
sie sich bei Bewegung des Torflügels dreht,
wobei vorzugsweise der zweite Drehwinkelsensor (206) und/oder der Torwegsensor (200)
unmittelbar an der Torwelle angreifen.
16. Tor nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich das zweite Drehelement (226) um ein Vielfaches schneller als die Torwelle dreht.
17. Verfahren zum Steuern eines angetriebenen Tores,
gekennzeichnet durch
Erzeugen eines ersten Positionssignals (220) mittels eines ersten Drehwinkelsensors
(204), der das erste Positionssignal als eine stetig monotone Funktion der Drehwinkelposition
eines ersten Drehelements (208) des ersten Drehwinkelsensors (204) erzeugt, wobei
das erste Drehelement (208) bei einer vollen Fahrt des Tores von einer Endposition
zur anderen eine Drehung von weniger als 360° vollführt, und
Erzeugen eines zweiten Positionssignals (232) mittels eines zweiten Drehwinkelsensors
(206), der das zweites Positionssignal als eine stetig monotone Funktion der Drehwinkelposition
eines zweiten Drehelements (226) des zweiten Drehwinkelsensors (206) erzeugt, wobei
sich das zweite Drehelement bei Fahrt des Tores um ein Vielfaches schneller, insbesondere
10mal oder schneller, mehr insbesondere 50mal oder schneller und bevorzugt mehr als
100mal oder schneller, als das erste Drehelement (208) dreht und
Steuern und/oder Überwachen einer Torfahrt aufgrund des ersten und des zweiten Positionssignals
(220, 232).