[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung für einen Seilgarten.
[0002] In als Sport- oder Freizeitanlagen benützten Seilgärten, manchmal auch als Seilparks
oder Klettergärten bezeichnet, werden Seile an Bäumen oder Masten befestigt. Die Benützer
können einen Parcours absolvieren, bei dem es auf geschicktes Steigen, Hangeln, Balancieren,
Halten, Rutschen und/oder Gleiten ankommt. Insbesondere in Hochseilgärten, wo sie
sich in grösserer Höhe bewegen, müssen die Benützer Klettergurte verwenden und sich
an Stahlseilen sichern. Dabei kommt es auf die permanente Sicherung an. Diese erfolgt
bisher meistens mittels Karabinerhaken, wobei im Bereich der an Bäumen oder Masten
angeordneten Seilhalter ein Umhängen stattfinden muss. Da dabei ein gefährliches Entsichern
stattfindet, wurden Sicherungen mit zwei Karabinerhaken entwickelt, wobei einer der
beiden Karabinerhaken stets am Sicherungsseil angeschlagen sein muss. Erfahrungsgemäss
kommen bei ungeübten Benützern dennoch falsche Handhabungen vor, was zu schlimmen
Unfällen führen kann. Daher wurden die Sicherungssysteme entwickelt, bei denen das
gleichzeitige Öffnen beider Karabinerhaken technisch verunmöglicht ist. Die Sicherheit
ist damit wohl verbessert. Dem Bedienungskomfort ist diese Sicherheitstechnik aber
abträglich, gerade für ungeübte Benützer. So kommt es beim Umhängen zu unerwünschten
Verzögerungen und Wartezeiten.
[0003] Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse setzt sich die Erfindung die Aufgabe, eine
Sicherheitseinrichtung für einen Seilgarten zu schaffen, die gleichermassen eine hohe
Sicherheit und einen hohen Bedienungskomfort bietet.
[0004] Die erfindungsgemässe Sicherheitseinrichtung entspricht den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1. Weitere vorteilhafte Ausbildungen des Erfindungsgedankens sind
aus den abhängigen Patentansprüchen ersichtlich.
[0005] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung
näher beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt eine Ansicht eines Seilhalters,
- Fig. 2 - 4
- zeigen den Seilhalter nach Fig. 1 von vorn, von oben und von der Seite;
- Fig. 5
- zeigt den Seilhalter mit einem dazu passenden Seilläufer;
- Fig. 6 - 9
- zeigen eine Ausführung mit einem mehrteiligen Seilhalter.
[0006] Die Sicherheitseinrichtung beinhaltet einen Seilhalter 1 nach Fig. 1. Dieser ist
jeweils an einem nicht dargestellten Baum oder Mast zu befestigen. Zu diesem Zweck
weist das im vorliegenden Ausführungsbeispiel plattenförmige Befestigungsteil 2 des
Seilhalters 1 Schraublöcher 3 und/oder Gurtschlitze 4 auf. Erstere können dazu dienen,
den Seilhalter 1 mittels Schrauben an einem Mast festzuschrauben. Durch die Gurtschlitze
4 können hingegen Gurte gezogen werden, mittels denen der Seilhalter 1 sicher an einem
Baum festgezurrt werden kann, ohne diesen zu verletzen. Um ein unerwünschtes Einwachsen
zu verhindern, wird man den Seilhalter 1 nach einer gewissen Zeit am Baum nach oben
oder unten verschieben. Wie aus den Fig. 1 und 3 ersichtlich, ist das Befestigungsteil
2 im Querschnitt gebogen, so dass es sich optimal sowohl am Umfang eines Baumes als
auch an dem eines Mastes anordnen lässt.
[0007] Das hier nur angedeutete Sicherungsseil 5 wird durch eine am Seilhalter 1 angeordnete,
als Hohlkörper ausgebildete Seilführung 6 geführt. Deren Innenquerschnitt 7 ist entsprechend
dem Durchmesser des Sicherungsseils 5 dimensioniert. Die Seilführung 6 kann ein rohrförmiges
Mittelteil 8 mit gleichbleibendem Aussenquerschnitt aufweisen. Die beiden Endteile
9 verjüngen sich dagegen konisch und enden dünnwandig, so dass die Seilführung 6 in
diesem Bereich mit einem Aussenquerschnitt endet, der nicht wesentlich grösser als
der Durchmesser des Sicherungsseils 5 ist.
[0008] Dank des derart ausgebildeten Seilhalters 1 kann, wie in Fig. 5 dargestellt, die
Rolle 10 eines entlang des Sicherungsseils 5 bewegbaren Seilläufers 11 ungehindert
über den Seilhalter 1 hinweg gleiten. Der Seilläufer 11 ist in weiterer Ausgestaltung
der Erfindung vorzugsweise so konstruiert, dass er mindestens zwei zueinander gerichtete
Stege 12 und 13 aufweist, die die Seilführung 6 umgreifen und bis nahe an mindestens
einen diese tragenden Arm 14 reichen. Zumindest sollte die Öffnung 15 zwischen diesen
beiden Stegen 12 und 13 kleiner als der Aussendurchmesser der Seilführung 6 und des
Sicherungsseils 5 sein.
[0009] Am Seilläufer 11, der im Übrigen auch eine Mehrzahl von Rollen 10 aufweisen kann,
wird sich der Benützer mittels eines geeigneten Klettergurtes oder dergleichen sichern.
Ein Umhängen von Karabinerhaken im Bereich der Reihe von Seilhaltern 1, die der Benützer
auf seinem Parcours passieren wird, ist somit nicht mehr notwendig. Vielmehr bleibt
er auf seinem ganzen Weg lückenlos gesichert, ohne dass es hierzu besonderer Handgriffe
bedürfte. Damit ist eine Fehlbedienung ausgeschlossen und selbst für ungeübte Benützer
eine hohe Sicherheit gewährleistet.
[0010] Der Seilhalter 1 kann sowohl einstückig sein, zum Beispiel als Guss geformt, oder
auch aus mehreren, zusammengesetzten Bauteilen bestehen. Eine besondere, mehrteilige
Ausführung ist aus den Fig. 6 - 9 ersichtlich. Konkret besteht der ortsfest anzuordnende
Teil des Seilhalters 1 im Wesentlichen aus zwei voneinander trennbaren Elementen,
nämlich einem Halterelement 16 und einem Seilführungselement 17. Das Halterelement
16 ist wie das Befestigungsteil 2 der vorhergehend beschriebenen Ausführung an einem
Baum oder Mast zu befestigen. Das Seilführungselement 17 kann am Halterelement 16
lösbar angebracht werden. In der dargestellten Ausführung weist das Halterelement
16 hierzu eine Aufnahme 18 auf. Theoretisch könnte es aber auch mehr als eine Aufnahme
18 sein. In diese ist das Seilführungselement 17 von oben steckbar. Die Aufnahme 18
verjüngt sich zwischen zwei Stegen 20 nach unten. Ausserdem ist vorzugsweise mindestens
ein Loch oder Schlitz 21 vorhanden, zum Sichern des eingesteckten Seilführungselementes
17. Entsprechend der Aufnahme 18 weist letzteres ein in die sich verjüngende Aufnahme
18 passendes Steckteil 22 auf, das ebenfalls ein Loch oder Schlitz 23 aufweisen kann.
Durch die Löcher oder Schlitze 21 und 23 kann eine nicht dargestellte Schraube geführt
werden. Dank der konischen Verjüngung 19 der Aufnahme 18 und des Steckteils 22 ergibt
sich unter Druck eine Klemmwirkung. Die Aufnahme 18 ist nach oben vom Befestigungsteil
2 weggeneigt, so dass der benötigte Abstand zum Mast oder Baum gegeben ist. Die Aufnahme
18 und/oder das Steckteil 22 übernehmen die Aufgabe des Arms 14 des vorangegangenen
Ausführungsbeispiels. Auch hier kann sich der in den Fig. 6 bis 9 nicht dargestellte
Seilläufer 11 ungehindert bewegen. Es sei hier angemerkt, dass das Prinzip der Aufnahme
18 und des Steckteils 22 selbstverständlich auch umdrehbar ist. Das heisst, dass die
Aufnahme 18 am Seilführungselement 17 und das Steckteil 22 am Halterelement 16 angeordnet
sein kann. Die zweigeteilte Ausführung des Seilhalters 1 ermöglicht in jedem Fall
ein Austauschen des Seilführungselementes 17. Beispielsweise gegen ein solches für
einen grösseren Seildurchmesser. Ein solches Austauschen kann auch bei nach langem
Gebrauch möglichen Verschleisserscheinungen sinnvoll sein.
[0011] Die Zeichnungen stellen nach derzeitigen Erkenntnissen bevorzugte Konstruktionen
dar. Es liegt aber im Rahmen der Erfindung nach Patentanspruch 1 die Sicherheitseinrichtung
auch anders als gezeichnet auszubilden. Die einzelnen Teile 2 bis 23 können sowohl
eine andere Form als auch andere Proportionen haben. Der Begriff Teile bezieht sich
in diesem Zusammenhang auf den jeweils gemeinten Bereich des Seilhalters 1. Die Seilführung
6 kann anstelle eines rohrförmigen Mittelteils 8 mit sich anschliessenden Endteilen
9 auch einen sich bogenförmig zu beiden Enden verjüngenden Hohlkörper aufweisen, so
dass das Mittel- und das Endteil jeweils nahtlos ineinander übergeht. Ferner ist es
denkbar, dass die Seilführung 6 nicht in sich geschlossenen, sondern als einen oben
offenen, nutförmigen Hohlkörper ausgebildet wird. Aus Sicherheitsgründen wird man
in diesem Fall eine hinterschnittene Nut bilden. Theoretisch könnte der Seilhalter
1 auch für mehr als ein Sicherheitsseil 5 konzipiert sein und entsprechend mehr als
eine Seilführung 6 aufweisen. Ferner ist auch eine gebogene, beziehungsweise gekurvte
Variante der Seilführung denkbar, so dass das Sicherheitsseil 5 den Baum oder Mast
nicht zwingend in gerader Linie passieren muss, sondern auch in eine andere Richtung
umgelenkt werden kann, sei es nach links oder nach rechts aber auch nach oben oder
unten. Auch für diesen Zweck ist die zweigeteilte Ausführung des Seilhalters 1 nach
den Fig. 6 bis 9 sinnvoll.
1. Sicherheitseinrichtung für einen Seilgarten, gekennzeichnet durch einen Seilhalter (1) mit mindestens einer Seilführung (6), die dazu bestimmt ist,
ein Sicherheitsseil (5) aufzunehmen, wobei diese Seilführung (6) als Hohlkörper ausgebildet
ist.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Seilführung (6) zu ihren Enden hin konisch verjüngt oder sich konisch verjüngende
Endteile (9) aufweist.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aussenquerschnitt der Seilführung (6) an ihren verjüngten, freien Enden nicht
wesentlich grösser als der Durchmesser des Sicherungsseils (5) ist, der von einem
Innenquerschnitt (7) der Seilführung (6) bestimmt ist.
4. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilführung (6) rohrförmig in sich geschlossen ist.
5. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilführung (6) an ihrem nach oben zu richtenden Bereich nutartig offen ausgebildet
ist.
6. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 5, gekennzeichnet durch mindestens einen Seilläufer (11), der dazu bestimmt ist, über dem Sicherheitsseil
(5) und/oder über der Seilführung (6) zu laufen.
7. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilläufer (11) mindestens eine Rolle (10) aufweist, die dazu bestimmt ist, über
dem Sicherheitsseil (5) und/oder über der Seilführung (6) zu laufen.
8. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilläufer (11) mindestens zwei zueinander gerichtete Stege (12, 13) aufweist,
die dazu bestimmt sind, die Seilführung (6) und/oder das Sicherungsseil (5) zu umgreifen,
wobei eine zwischen diesen beiden Stegen (12, 13) gebildete Öffnung (15) kleiner als
der Aussendurchmesser der Seilführung (6) und des Sicherungsseils (5) ist, der von
einem Innenquerschnitt (7) der Seilführung (6) bestimmt ist und wobei die zwischen
den beiden Stegen (12, 13) gebildete Öffnung (15) grösser als der Durchmesser eines
die Seilführung (6) tragenden Arms (14) ist.
9. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilhalter (1) ein Befestigungsteil (2) aufweist, das im Querschnitt gebogen
ist, mit dem Zweck, es am Umfang eines Baumes oder Mastes anordnen zu können.
10. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein ortsfest anzuordnender Teil des Seilhalters (1) aus mindestens zwei Elementen
besteht, nämlich einem an einem Baum oder Mast befestigbaren Halterelement (16) und
einem lösbar an diesem anbringbaren Seilführungselement (17) (Fig. 6 - 7).
11. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass entweder das Halterelement (16) oder das Seilführungselement (17) mindestens eine
Aufnahme (18) aufweist, in die mindestens ein Steckteil (22) des zweiten Elementes
(16, 17) einsteckbar ist.
12. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Aufnahme (18) und das Steckteil (22) konisch verjüngen (19), mit dem Zweck,
dass sie sich unter Druck ineinander verklemmen.
13. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilhalter (1) ein Befestigungsteil (2) mit mindestens zwei Gurtschlitzen (4)
aufweist, zum Durchführen eines Befestigungsgurtes, zum Montieren des Seilhalters
an einem Baum oder Mast.
14. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilführung (6) ein rohrförmiges Mittelteil (8) mit gleichbleibendem Aussenquerschnitt
aufweist, wobei sich die beidseitig anschliessenden Endteile (9) konisch verjüngen
und wobei ein die Seilführung (6) tragender Arm (14) am Mittelteil (8) der Seilführung
(6) angeordnet ist.
15. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilführung (6) gebogen, beziehungsweise gekurvt ist, mit dem Zweck, dass das
Sicherheitsseil (5) einen Baum oder Mast nicht zwingend in gerader Linie passieren
muss, sondern auch in eine andere Richtung umlenkbar ist, sei es nach links oder nach
rechts und/oder nach oben oder unten.