[0001] Die Erfindung betrifft ein im Patentanspruch 1 angegebenes Verfahren zum Betrieb
einer Hörvorrichtung und eine im Patentanspruch 6 angegebene Hörvorrichtung mit einer
Frequenzweiche.
[0002] Bei Hörvorrichtungen, insbesondere bei Hörgeräten, werden frequenzverzerrende Algorithmen
zu unterschiedlichen Zwecken und an unterschiedlichen Stellen einer Signalverarbeitung
eingesetzt. Beispielsweise ist aus der
DE 699 22 940 T2 ein Hörgerät mit einer Kombination von Audiokompression und Rückkopplungsunterdrückung
bekannt. Gemein ist allen frequenzverzerrenden Algorithmen, dass sie in der Regel
erst ab einer sogenannten Grenzfrequenz wirken sollen, weil Verzerrungen von tiefen
Frequenzen den Höreindruck sehr stören, während aber Verzerrungen hoher Frequenzen
weniger kritisch sind.
[0003] Figur 1 zeigt ein Blockschaltbild einer beispielhaften Reali-sierung einer Frequenzverzerrung
in einem Hörgerät. Ein Eingangssignal 100 wird durch eine Frequenzweiche 1 ("Split-Band
Filter") mit einer vorgebbaren Grenzfrequenz GF ("Split Frequency") in einen niederfrequenten
und einen hochfrequenten Signalanteil 101, 102 geteilt. Der hochfrequente Signalanteil
102 wird anschließend in einem Frequenzverzerrer 2 verzerrt. Das verzerrte Ausgangssignal
103 wird einem Eingang eines Addieres 3 zugeführt. Der niederfrequente Signalanteil
101 durchläuft ein All-Pass Filter 4, das die Phase des Signalanteils 101 derart dreht,
dass es bei einer darauffolgenden Signaladdition im Addierer 3 nicht zu Signalauslöschungen
im Bereich der Grenzfrequenz GF kommt. Der phasengedrehte niederfrequente Signalanteil
104 wird einem weiteren Eingang des Addierers 3 zugeführt. Am Ausgang des Addierers
3 steht die Summe der beiden Signalanteile 103, 104 als Ausgangssignal 105 zur Verfügung.
[0004] Frequenzweichen sind nicht ideal und haben bei ihrer Grenzfrequenz GF eine endliche
Frequenzüberlappung. In Figur 2 ist als Beispiel der Frequenzgang einer Frequenzweiche
in einem Hörgerät mit der Grenzfrequenz GF 1800 Hz dargestellt. Die Kurven K1, K2
zeigen die Dämpfung D in dB in Abhängigkeit der Frequenz F in Hz im Bereich 0 bis
4000 Hz. Die Kurve K1 zeigt eine Tiefpasscharakteristik und die Kurve K2 eine Hochpasscharakteristik.
[0005] Wird nun ein Tiefpass K1 gefilterter Signalanteil nicht verzerrt und ein Hochpass
K2 gefilterter Signalanteil verzerrt, kommt es bei einer Addition der Signalanteile
K1, K2 vor allem im Bereich der Grenzfrequenz GF zu nicht zu vernachlässigenden Überlagerungen
von beiden Signalanteilen was in einem Ausgangssignal des Hörgeräts als Modulation
oder starke Rauhigkeit wahrgenommen wird. Beide Wirkungen sind sehr störend und fallen
in der Wahrnehmung durch einen Hörgeräteträger meist deutlich stärker auf als die
Frequenzverzerrung an sich.
[0006] Neben dieser "elektrischen" Signalüberlagerung kann es aber auch zu einer akustischen
Überlagerung von einem frequenzverzerrtem und einem nicht frequenzverzerrtem Signal
kommen. Besonders in den tiefen Frequenzbereichen und bei einer offenen Hörgeräteversorgung
ist eine akustische Überlagerung nicht zu vernachlässigen. Direktschall überlagert
sich mit dem frequenzverzerrten Signalanteil, den das Hörgerät ausgibt, was wiederum
zu den bereits beschriebenen Artefakten führt.
[0007] Die
WO 93/20669 A1 offenbart eine Hörvorrichtung mit einem variablen Hochpassfilter, das zur Unterdrückung
von Störgeräuschen einen tieffrequenten Bereich eines Mikrofonsignals der Hörvorrichtung
dämpft.
[0008] Es ist Aufgabe der Erfindung die geschilderten Nachteile zu überwinden und ein Verfahren
zum Betrieb einer Hörvorrichtung und eine Hörvorrichtung mit Frequenzweiche anzugeben,
die ein Auftreten von Artefakten bei einer Überlagerung von unverzerrten und frequenzverzerrten
Signalanteilen reduzieren.
[0009] Gemäß der Erfindung wird die gestellte Aufgabe mit dem Verfahren zum Betrieb einer
Hörvorrichtung des unabhängigen Patentanspruchs 1 und mit der Hörvorrichtung des unabhängigen
Patentanspruchs 5 gelöst.
[0010] Die Erfindung beansprucht ein Verfahren zum Betrieb einer Hörvorrichtung durch Aufteilen
eines Eingangssignals in einen niederfrequenten und einen hochfrequenten Signalanteil
mit einer Frequenzweiche und durch Einstellen einer Grenzfrequenz der Frequenzweiche
aufgrund einer Analyse des Eingangssignals derart, dass Artefakte in einem Ausgangssignal
der Hörvorrichtung reduziert werden. Die Erfindung bietet den Vorteil, dass durch
Signalüberlagerung entstehende Artefakte vermieden werden können.
[0011] Eine Weiterbildung des Verfahrens kann ein Verzerren, beispielweise ein Komprimieren
oder Verschieben, des hochfrequenten Signalanteils und ein Überlagern des niederfrequenten
Signalanteils und des verzerrten hochfrequenten Signalanteils zu dem Ausgangssignal
umfassen, wobei Artefakte gebildet werden können.
[0012] Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens kann ein Ermitteln der Grenzfrequenz
durch Analysieren des Signalpegels oder der Tonalität des Eingangssignals umfassen.
[0013] Vorzugsweise kann das Verfahren ein Einstellen der Grenzfrequenz auf eine Frequenz,
bei der das Eingangssignal einen möglichst geringen Signalpegel und/oder eine möglichst
geringe Tonalität aufweist, umfassen. Dadurch werden Artefakte, die durch überlappende
Bänder der Frequenzweiche entstehen, effektiv minimiert.
[0014] Des Weiteren kann das Verfahren eine Detektion von Rückkopplungen umfassen, wobei
die Grenzfrequenz bei einem Erkennen einer Rückkopplung vorübergehend abgesenkt wird.
Vorteilhaft daran ist, dass Rückkopplungspfeifen infolge einer ungünstigen Grenzfrequenz
vermieden wird.
[0015] Die Erfindung beansprucht auch eine Hörvorrichtung mit einer durch eine Grenzfrequenz
charakterisierten Frequenzweiche, die ein Eingangssignal in einen niederfrequenten
und einen hochfrequenten Signalanteil aufteilt. Die Hörvorrichtung umfasst außerdem
ein erstes Mittel, durch das die Grenzfrequenz der Frequenzweiche aufgrund einer Analyse
des Eingangssignals derart einstellbar ist, dass Artefakte in einem Ausgangssignal
des Hörgeräts reduziert werden. Das erste Mittel kann eine Umschaltlogik sein.
[0016] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung kann einen Frequenzverzerrer umfassen,
der den hochfrequenten Signalanteil verzerrt, beispielweise komprimiert oder verschiebt.
Die Hörvorrichtung kann des Weiteren einen Addierer aufeisen, der durch Überlagerung
des niederfrequenten Signalanteils mit deverzerrten hochfrequenten Signalanteil das
Ausgangssignal bildet, wobei Artefakte bildbar sind.
[0017] In einer Weiterbildung kann das erste Mittel die Grenzfrequenz durch Analysieren
des Signalpegels oder der Tonalität des Eingangssignals ermitteln.
[0018] Vorzugsweise kann das erste Mittel die Grenzfrequenz auf eine Frequenz einstellen,
bei der das Eingangssignal einen möglichst geringen Signalpegel und/oder eine möglichst
geringe Tonalität aufweist.
[0019] Des Weiteren kann die Hörvorrichtung eine Rückkopplungsunterdrückung mit einem Rückkopplungsdetektor
umfassen, der die Grenzfrequenz bei einem Auftreten einer Rückkopplung vorübergehend
absenkt.
[0020] Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung werden aus den nachfolgenden Erläuterungen
eines Ausführungsbeispiels anhand von schematischen Zeichnungen ersichtlich.
[0021] Es zeigen:
- Figur 1:
- ein Blockschaltbild einer Anordnung mit Frequenz- weiche gemäß Stand der Technik,
- Figur 2:
- ein Schaubild eines Frequenzgangs einer Frequenz- weiche gemäß Stand der Technik,
- Figur 3:
- Schaubilder von Frequenzgängen bei einem Hörgerät gemäß Stand der Technik,
- Figur 4:
- Schaubilder von Frequenzgängen bei einem erfin- dungsgemäßen Hörgerät und
- Figur 5:
- ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Anord- nung.
[0022] Figur 3 gibt in drei Schaubildern die Wirkung der Grenzfrequenz GF einer Frequenzweiche
bei einer Hörvorrichtung in einer typischen Anwendung wieder. Das obere Schaubild
zeigt den Frequenzgang K3 der Signalamplitude A in dB eines Eingangssignals, beispielsweise
ein Mikrofonsignal, in Abhängigkeit der Frequenz F in Hz zwischen 0 und 4000 Hz. Ein
Flötenton mit einem Grundton P1 fällt ungünstigerweise genau auf die Grenzfrequenz
GF 1800 Hz der Frequenzweiche.
[0023] Das mittlere Schaubild der Figur 3 zeigt den Frequenzgang der Frequenzweiche mit
einer Grenzfrequenz GF bei 1800 Hz. Die Kurven K1, K2 geben die Dämpfungen D in dB
in Abhängigkeit der Frequenz F in Hz an. Die Kurve K1 zeigt eine Tiefpasscharakteristik
und die Kurve K2 eine Hochpasscharakteristik. An den Ausgängen der Frequenzweiche
stehen somit ein niederfrequenter und ein hochfrequenter Signalanteil zur Verfügung.
Der hochfrequente Signalanteil wird nun um 100 Hz in der Frequenz nach oben verschoben.
[0024] Werden der um 100 Hz frequenzverschobene hochfrequente Signalanteil und der unverzerrte
niederfrequente Signalanteil addiert, ergibt sich ein Frequenzgang K4 entsprechend
dem unteren Schaubild der Figur 3. Die Kurve K4 zeigt ein Ausgangssignal mit einer
prominenten doppelten Mode P2, die als starke Verzerrung wahrgenommen wird.
[0025] Erfindungsgemäß wird nun diese starke Verzerrung vermieden, indem die Grenzfrequenz
GF der Frequenzweiche beispielsweise auf 1200 Hz eingestellt wird. In Figur 4 ist
diese Wirkung der Erfindung in drei Schaubildern dargestellt. Das obere Schaubild
zeigt wie in Figur 3 den Frequenzgang K3 der Signalamplitude A in dB eines Eingangssignals
in Abhängigkeit der Frequenz F in Hz zwischen 0 und 4000 Hz. Ein Flötenton hat seinen
Grundton P1 bei 1800 Hz.
[0026] Das mittlere Schaubild der Figur 4 zeigt den Frequenzgang der Frequenzweiche mit
einer zu 1200 Hz verschobenen Grenzfrequenz GF. Die Kurven K1, K2 geben die Dämpfungen
D in dB in Abhängigkeit der Frequenz F in Hz an. Die Kurve K1 zeigt eine Tiefpasscharakteristik
und die Kurve K2 eine Hochpasscharakteristik. An den Ausgängen der Frequenzweiche
stehen somit ein niederfrequenter und ein hochfrequenter Signalanteil zur Verfügung.
Der hochfrequente Signalanteil wird nun um 100 Hz in der Frequenz nach oben verschoben.
[0027] Werden der um 100 Hz frequenzverschobene hochfrequente Signalanteil und der unverzerrte
niederfrequente Signalanteil addiert, ergibt sich ein Frequenzgang K5 entsprechend
dem unteren Schaubild der Figur 4. Die Kurve K5 zeigt ein Ausgangssignal ohne eine
prominente doppelte Mode. Der Grundton P3 der Flöte wird nahezu verzerrungsfrei wiedergegeben.
[0028] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann daher sehr effektiv eine störende "elektrische"
Überlagerung vermieden bzw. unhörbar gemacht werden. Die erfindungsgemäße Lösung kann
unabhängig von einer aus dem Stand der Technik bekannten An-Ausschalt-Logik eingesetzt
werden, wodurch sich die Vorteile ergänzen können.
[0029] Kann die Grenzfrequenz GF der Frequenzweiche in einem bestimmten Frequenzbereich
frei eingestellt werden, können Überlappungsartefakte deutlich reduziert werden, indem
ein Eingangssignal entweder nach Signallautstärke A oder nach Tonalität analysiert
und dann die Grenzfrequenz entsprechend eingestellt wird. Bevorzugt wird die Grenzfrequenz
auf eine Frequenz gestellt, bei der das Eingangssignal besonders wenig Signalamplitude
A aufweist oder besonders wenig tonal ist.
[0030] Figur 5 zeigt ein Blockschaltbild eines typischen Ausführungsbeispiels der Erfindung.
Ein Eingangssignal 100 einer Hörvorrichtung, beispielsweise ein Mikrofonsignal, wird
durch eine Frequenzweiche 1 mit einer vorgebbaren Grenzfrequenz GF in einen niederfrequenten
und einen hochfrequenten Signalanteil 101, 102 geteilt. Der hochfrequente Signalanteil
102 wird anschließend in einem Frequenzverzerrer 2 verzerrt, zum Beispiel frequenzkomprimiert
oder die Frequenz verschoben. Ein so verzerrtes Ausgangssignal 103 wird einem Eingang
eines Addieres 3 zugeführt. Der niederfrequente Signalanteil 101 durchläuft ein All-Pass
Filter 4, das die Phase derart dreht, dass es bei einer darauffolgenden Signaladdition
in dem Addierer 3 nicht zu Signalauslöschungen im Bereich der Grenzfrequenz GF kommt.
Der phasengedrehte niederfrequente Signalanteil 104 wird einem weiteren Eingang des
Addierers 3 zugeführt. Am Ausgang des Addierers 3 steht als Summe ein Ausgangssignal
105 zur Verfügung.
[0031] Zur erfindungsgemäßen Einstellung bzw. Regelung der Grenzfrequenz GF wird das Eingangssignal
100 mit Hilfe einer Filterbank 5 in Frequenzbänder 106 zerlegt. Die Bänder 106 werden
anschließend in einer Umschaltlogik 6 in Bezug auf ihre Signalamplitude analysiert.
Aus einer vorgebbaren Liste von möglichen Grenzfrequenzen, beispielsweise 1000 Hz,
1250 Hz, 1500 Hz und 2000 Hz, wird diejenige ausgewählt, in deren Umgebung der Signalpegel
möglichst gering ist. Mit einem Ausgangssignal 107 der Umschaltlogik 6 wird nun die
Frequenzweiche 1 zu dieser ausgewählten Grenzfrequenz GF übergeblendet. Infolge der
Verschiebung der Grenzfrequenz GF werden Artefakte, die durch überlappende Bänder
der Frequenzweiche 1 entstehen, somit minimiert.
[0032] Für den Fall einer Frequenzverzerrung zur verbesserten Rückkopplungsunterdrückung
bei Hörvorrichtungen kann es, je nach Ohrankopplung, neben der beschriebenen "elektrischen"
Überlagerung auch zu einer akustischen Überlagerung von Schall aus der Hörvorrichtung
und Schall, der akustisch direkt an das Trommelfell gelangt, kommen. Dies erfolgt
physikalisch bedingt vor allem bei niedrigen Frequenzen. Auch hierbei tritt das Problem
auf, dass sich unverzerrte Signalanteile über den physikalischen Pfad mit beabsichtigt
verzerrten Signalanteilen über die Hörvorrichtung im selben Frequenzband überlagern
und zu unerwünschten Artefakten führen. Da dies vorzugsweise bei tiefen Frequenzen
auftritt, wäre die Gegenmaßnahme, die Grenzfrequenz GF der Frequenzweiche 1 soweit
zu erhöhen, dass die auftretende Überlagerung unbedeutend wird. Dies erhöht jedoch
das Risiko von Rückkopplungspfeifen im tiefen Frequenzband.
[0033] Eine vorteilhafte Abhilfe hierzu stellt die Kombination des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit einem Rückkopplungsdetektor 7 gemäß Figur 5 dar. Wird Rückkopplungspfeifen detektiert
- was in der Regel das störendere Artefakt ist - wird die Grenzfrequenz GF durch den
Rückkopplungsdetektor 7 geeignet abgesenkt und das Rückkopplungspfeifen schnell unterdrückt.
Die dabei gegebenenfalls kurzfristig auftretenden oben beschriebenen Überlagerungsartefakte
stellen hierbei das geringere Übel dar. Nach erfolgreicher Unterdrückung des Rückkopplungspfeifens
und/oder wenn im unteren Band dominante/tonale Signalanteile auftreten, kann die Grenzfrequenz
GF der Frequenzweiche 1 wieder angehoben werden.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Frequenzweiche / Split-Band Filter
- 2
- Frequenzverzerrer
- 3
- Addierer
- 4
- All-Pass Filter
- 5
- Filterbank
- 6
- Umschaltlogik
- 7
- Rückkopplungsdetektor
- 100
- Eingangssignal / Mikrofonsignal
- 101
- niederfrequentes Signal
- 102
- hochfrequentes Signal
- 103
- verzerrtes Signal
- 104
- phasenkompensiertes Signal
- 105
- Ausgangssignal
- 106
- Frequenzbänder
- 107
- Ausgangssignal der Umschaltlogik
- A
- Signalamplitude
- D
- Dämpfung
- F
- Frequenz
- GF
- Grenzfrequenz
- K1
- Frequenzgang Tiefpass
- K2
- Frequenzgang Hochpass
- K3
- Frequenzgang des Eingangssignals 100
- K4
- Frequenzgang des Ausgangssignals 105
- K5
- Frequenzgang des Ausgangssignals 105 nach Verschie- bung der Grenzfrequenz GF
- P1
- Grundton im Eingangssignal 100
- P2
- verzerrter Grundton im Ausgangssignal 105 / Mode
- P3
- unverzerrter Grundton im Ausgangssignal 105
1. Verfahren zum Betrieb einer Hörvorrichtung, durch:
- Aufteilen eines Eingangssignals (100) der Hörvorrichtung in einen niederfrequenten
und einen hochfrequenten Signalanteil (101, 102) durch eine Frequenzweiche (1),
- Frequenzverzerren (2) des hochfrequenten Signalanteils (102) und
- Überlagern (3) des niederfrequenten Signalanteils (104) und des verzerrten hochfrequenten
Signalanteils (103) zu dem Ausgangssignal (105)
gekennzeichnet durch:
- Einstellen (107) einer vorgebbaren Grenzfrequenz (GF) der Frequenzweiche (1) durch eine Analyse des Eingangssignals (100) derart, dass Artefakte in dem Ausgangssignal
(105) reduziert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch:
- Ermitteln (6) der Grenzfrequenz (GF) durch Analysieren des Signalpegels (A) oder der Tonalität des Eingangssignals (100).
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch,
- Einstellen (107) der Grenzfrequenz (GF) auf eine Frequenz, bei der das Eingangssignal
(100) einen möglichst geringen Signalpegel (A) und/oder eine möglichst geringe Tonalität
aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
gekennzeichnet durch:
- Erkennen (7) von Rückkopplungen, wobei die Grenzfrequenz (GF) bei einem Erkennen
einer Rückkopplung vorübergehend abgesenkt wird.
5. Hörvorrichtung mit
- einer durch eine Grenzfrequenz (GF) charakterisierten Frequenzweiche (1), die ein
Eingangssignal (100) in einen niederfrequenten und einen hochfrequenten Signalanteil.
(101, 102) aufteilt,
- einem Frequenzverzerrer (2), der den hochfrequenten Signalanteil (102) verzerrt,
und
- einem Addierer (3), der durch Überlagerung des niederfrequenten Signalanteils (104)
mit dem verzerrten hochfrequenten Signalanteil (103) ein Ausgangssignal (105) bildet,
gekennzeichnet durch:
- ein erstes Mittel (6), durch das die Grenzfrequenz (GF) aufgrund einer Analyse des Eingangssignals (100) derart
einstellbar ist, dass Artefakte in dem Ausgangssignal (105) reduziert werden.
6. Hörvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Mittel (6) durch Analysieren des Signalpegels (A) oder der Tonalität des
Eingangssignals (100) die Grenzfrequenz (GF) ermittelt.
7. Hörvorrichtung nach Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Mittel (6) die Grenzfrequenz (GF) auf eine Frequenz einstellt, bei der
das Eingangssignal (100) einen möglichst geringen Signalpegel (A) und/oder eine möglichst
geringe Tonalität aufweist.
8. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7 mit einer Rückkopplungsunterdrückung,
gekennzeichnet durch:
- einen Rückkopplungsdetektor (7), der die Grenzfrequenz (GF) bei einem Erkennen einer
Rückkopplung vorübergehend absenkt.
1. Method for operating a hearing apparatus, by:
- splitting an input signal (100) of the hearing apparatus into a low-frequency and
a high-frequency signal component (101, 102) by means of a split band filter (1),
- frequency distortion (2) of the high-frequency signal component (102) and
- overlaying (3) the low-frequency signal component (104) and the distorted high-frequency
signal component (103) to form the output signal (105)
characterised by:
- setting (107) a predefinable split frequency (GF) of the split band filter (1) by
analyzing the input signal (100) so that artefacts in the output signal (105) are
reduced.
2. Method according to claim 1,
characterised by:
- determining (6) the split frequency (GF) by analyzing the signal level (A) or tonality
of the input signal (100).
3. Method according to one of the preceding claims,
characterised by,
- setting (107) the split frequency (GF) to a frequency, at which the input signal
(100) has the lowest possible signal level (A) and/or the lowest possible tonality.
4. Method according to one of claims 2 to 4,
characterised by:
- identifying (7) feedback, with the split frequency (GF) being momentarily lowered
when feedback is identified.
5. Hearing apparatus with
- a split band filter (1) characterised by a split frequency (GF), which splits an input signal (100) into a low-frequency and
a high-frequency signal component (101, 102),
- a frequency distorter (2), which distorts the high-frequency signal component (102),
and
- an adding unit (3), which forms an output signal (105) by overlaying the low-frequency
signal component (104) with the distorted high-frequency signal component (103),
characterised by:
- a first means (6), which can be used to set the split frequency (GF) based on an
analysis of the input signal (100) so that artefacts in the output signal (105) are
reduced.
6. Hearing apparatus according to claim 5, characterised in that the first means (6) determines the split frequency (GF) by analyzing the signal level
(A) or tonality of the input signal (100).
7. Hearing apparatus according to claims 5 or 6, characterised in that the first means (6) sets the split frequency (GF) to a frequency, at which the input
signal (100) has the lowest possible signal level (A) and/or the lowest possible tonality.
8. Hearing apparatus according to one of claims 5 to 7 having feedback suppression,
characterised by:
- a feedback detector (7), which momentarily lowers the split frequency (GF) when
feedback is identified.
1. Procédé pour faire fonctionner un dispositif auditif en :
- divisant un signal d'entrée (100) du dispositif auditif en une composante de signal
basse fréquence et une composante de signal haute fréquence (101, 102) grâce à un
circuit diviseur de fréquence (1),
- distordant la fréquence (2) de la composante de signal haute fréquence (102) et
- en superposant (3) la composante de signal basse fréquence (104) et la composante
de signal haute fréquence distordue (103) pour former le signal de sortie (105),
caractérisé par :
- un réglage (107) d'une fréquence limite prédéfinissable (GF) du circuit diviseur
de fréquence (1) grâce à une analyse du signal d'entrée (100) de manière à réduire
les artefacts dans le signal de sortie (105).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé par :
- une détermination (6) de la fréquence limite (GF) en analysant le niveau de signal
(A) ou la tonalité du signal d'entrée (100).
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé par :
- un réglage (107) de la fréquence limite (GF) sur une fréquence à laquelle le signal
d'entrée (100) présente un niveau de signal (A) le plus faible possible et/ou une
tonalité la plus réduite possible.
4. Procédé selon l'une des revendications 2 à 4,
caractérisé par :
- une détection (7) de rétroactions, la fréquence limite (GF) étant provisoirement
baissée en cas de détection d'une rétroaction.
5. Dispositif auditif comprenant
- un circuit diviseur de fréquence (1), caractérisé par une fréquence limite (GF), qui divise un signal d'entrée (100) en une composante
de signal basse fréquence et une composante de signal haute fréquence (101, 102),
- un générateur de distorsion de fréquence (2) qui distord la composante de signal
haute fréquence (102) et
- un additionneur (3) qui forme un signal de sortie (105) en superposant la composante
de signal basse fréquence (104) à la composante de signal haute fréquence distordue
(103),
caractérisé par :
- un premier moyen (6) permettant de régler la fréquence limite (GF), sur la base
d'une analyse du signal d'entrée (100), de manière à réduire les artefacts dans le
signal de sortie (105).
6. Dispositif auditif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le premier moyen (6) détermine la fréquence limite (GF) en analysant le niveau de
signal (A) ou la tonalité du signal d'entrée (100).
7. Dispositif auditif selon les revendications 5 ou 6, caractérisé en ce que
le premier moyen (6) règle la fréquence limite (GF) sur une fréquence à laquelle le
signal d'entrée (100) présente un niveau de signal (A) le plus faible possible et/ou
une tonalité la plus réduite possible.
8. Dispositif auditif selon l'une des revendications 5 à 7, comprenant une suppression
des rétroactions,
caractérisé par :
- un détecteur de rétroactions (7) qui abaisse provisoirement la fréquence limite
(GF) en cas de détection d'une rétroaction.