Beschreibung
[0001] Verfahren zum Betrieb eines Vorsatzgeräts für einen Staubsauger und korrespondierendes
Vorsatzgerät
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Vorsatzgeräts für einen Staubsauger
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie betrifft weiterhin ein zur Ausführung des
Verfahrens besonders geeignetes Vorsatzgerät.
[0003] Verfahren zum Betrieb von Vorsatzgeräten für Staubsauger sind allgemein bekannt.
Es handelt sich dabei um Vorsatzgeräte mit einer elektrisch drehbaren Borstenwalze
und einem Motor zu deren Antrieb, die z. B. zum Saugen von Teppichböden verwendet
werden. Die Borstenwalze dreht sich beim Betrieb zumeist in eine Richtung; es sind
jedoch auch Verfahren bekannt, bei denen eine Drehrichtung dieser Borstenwalze während
des Betriebs umgekehrt wird, im Allgemeinen so, dass sich die Borstenwalze immer in
eine Bewegungsrichtung des Vorsatzgeräts dreht und so ein Bewegen des Vorsatzgeräts
erleichtert wird. Ein solches Verfahren ist z. B. aus der
DE 689 05 252 T2 oder der
EP 1 352 603 A1 bekannt.
[0004] Beim Saugen mit Vorsatzgeräten, die eine drehbare Borstenwalze umfassen, kann es
jedoch vorkommen, dass die Borstenwalze blockiert wird, weil sich z. B. Kleidungsstücke,
Teppiche oder Teppichfransen versehentlich in den Borsten verfangen und von der Borstenwalze
aufgewickelt werden. In diesem Fall ist normalerweise vorgesehen, dass sich der Motor
der Borstenwalze abschaltet und der erfasste Gegenstand manuell, z. B. durch Ziehen
an dem Gegenstand, entfernt werden muss. Dazu muss bei ausgeschaltetem Motor der Borstenwalze
gegen den Motorwiderstand gearbeitet werden.
[0005] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren und ein zur Ausführung des
Verfahrens vorgesehenes Vorsatzgerät anzugeben, mit dem das Entfernen von auf die
Borstenwalze aufgewickelten Gegenständen vereinfacht wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dazu
ist bei einem Verfahren zum Betrieb eines Vorsatzgeräts für einen Staubsauger, wobei
das Vorsatzgerät eine elektrisch drehbare Borstenwalze und einen Motor zum Antrieb
der Borstenwalze umfasst und wobei die Borstenwalze im Betrieb in einer Betriebsdrehrichtung
gedreht wird, vorgesehen, dass die Borstenwalze in einer der Betriebsdrehrichtung
entgegengesetzten Drehrichtung - Rückdrehrichtung - gedreht wird, falls eine Blockade
der Borstenwalze erkannt wird.
[0007] Bezüglich des Vorsatzgeräts wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale
des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs.
[0008] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass auf die Borstenwalze aufgewickelte
Gegenstände auf diese Weise automatisch wieder abgewickelt werden. Ein Benutzer muss
also nicht an dem Gegenstand ziehen und beschädigt diesen beispielsweise nicht durch
die Zugkraft, die gegen den Motorwiderstand aufgewandt werden muss. Wenn sich z. B.
Teppichfransen in der Borstenwalze verfangen haben, befindet sich das Vorsatzgerät
im Allgemeinen sehr dicht an der Teppichoberfläche, so dass wenig Platz ist, um die
Teppichfransen per Hand wieder zu befreien. Auch in diesem Fall sorgt das Drehen der
Borstenwalze in der Rückdrehrichtung für eine einfachere und schnellere Freigabe der
Teppichfransen.
[0009] Der Motor ist bevorzugt ein bürstenloser Permanentmagnetmotor. Dies ist vorteilhaft,
da die bei Kommutatormotoren erforderlichen Stromwender einem hohen Verschleiß ausgesetzt
sind und es dadurch zu Störungen kommen kann. Außerdem ergibt sich eine Möglichkeit
zur sensorlosen Überwachung des Motors, z. B. durch Erfassung der Stromaufnahme, so
dass auf störanfällige Sensoren, wie z. B. Hall-Sensoren, verzichtet werden kann.
Die Umkehrung der Drehrichtung lässt sich bei Verwendung eines über drei Phasen angesteuerten
Motors der Borstenwalze auf einfache, an sich bekannte Art und Weise durch Vertauschen
zweier Phasen, erreichen.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Dabei
verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des
Hauptanspruchs durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches hin; sie sind nicht
als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes
für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen. Des Weiteren
ist im Hinblick auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer näheren Konkretisierung
eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch davon auszugehen, dass eine derartige
Beschränkung in den jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden ist.
[0011] Bevorzugt wird die Blockade erkannt, wenn eine Stromaufnahme des Motors einen vorgegebenen
oder vorgebbaren Grenzwert überschreitet. Auf diese Weise kann berücksichtigt werden,
dass nicht alle Oberflächen gleiche Saugbedingungen aufweisen. In Abhängigkeit von
der zu saugenden Oberfläche kann es nämlich unter Umständen schon zu einem geringfügigen
Anstieg der Stromaufnahme kommen, wenn ein Teppichboden gesaugt wird, der unterschiedlich
langen oder dicken Flor aufweist. Hierbei wird jedoch noch keine Blockade erkannt,
wenn der Grenzwert auf einen höheren Wert, der solche Oberflächen entsprechend berücksichtigt,
eingestellt ist. Somit wird die Benutzung des Vorsatzgeräts nicht bereits aufgrund
einer etwas schwergängigeren Oberfläche durch in diesem Fall eher unerwünschtes Rückdrehen
behindert.
[0012] Besonders bevorzugt wird die Blockade erkannt, wenn die Stromaufnahme den Grenzwert
für eine vorgegebene oder vorgebbare Zeitspanne überschreitet. Dadurch wird ausgeschlossen,
dass bereits ein kurzfristiger hoher Anstieg der Stromaufnahme, der durch ein kurzes
"Hängenbleiben" des Vorsatzgeräts an einem zu saugenden Untergrund verursacht werden
kann, als Blockade ausgewertet wird und zu einem Rückdrehen der Borstenwalze führt.
Damit wird ein in diesem Fall unangebrachtes Rückdrehen verhindert und die Bewegung
des Vorsatzgeräts nicht zusätzlich erschwert.
[0013] Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Borstenwalze bei Auftreten der Blockade um einen
vorgegebenen oder vorgebbaren Drehwinkel - Rückdrehwinkel - in Rückdrehrichtung gedreht
wird. Als geeignete Werte für den Drehwinkel haben sich Werte im Bereich von 15 bis
360 Grad herausgestellt. Beim Zurückdrehen um einen derartigen Rückdrehwinkel wird
unter Umständen verhindert, dass sich aufgewickelte Objekte erneut aufwickeln, wenn
die Borstenwalze zu weit in die entgegengesetzte Richtung gedreht wird. Bei einem
geringen Rückdrehwinkel, wie 15 Grad, wird der Gegenstand möglicherweise nicht komplett
freigegeben, aber zumindest gelockert, so dass er danach bereits durch leichtes Ziehen
entfernt werden kann. Außerdem kann die Betriebsdrehrichtung schneller wiederaufgenommen
und die Reinigung fortgesetzt werden.
[0014] In einer alternativen Ausführungsform wird der Motor der Borstenwalze bei Auftreten
einer Blockade angehalten und die Borstenwalze wird durch Betätigung eines Schaltelements
schrittweise um jeweils einen vorgegebenen oder vorgebbaren Drehwinkel in die Rückdrehrichtung
gedreht. Das Rückdrehen der Borstenwalze erfolgt somit nicht automatisch, sondern
ermöglicht ein je nach aufgewickeltem Gegenstand angepasstes Rückdrehen der Borstenwalze.
Beispielsweise kann das Schaltelement von einem Benutzer bedient werden, der entscheidet,
wie weit die Borstenwalze zurückgedreht werden soll, indem er das Schaltelement entsprechend
oft betätigt. Das Lösen von längeren und/oder dünnen Gegenständen, die sich gegebenenfalls
mehrfach aufwickeln, wird dadurch erleichtert.
[0015] Bevorzugt ist eine Drehgeschwindigkeit der Borstenwalze in Rückdrehrichtung bei einer
Blockade geringer als eine Drehgeschwindigkeit in Betriebsdrehrichtung. Auf diese
Weise wird verhindert, dass sich dabei abwickelnde Objekte in die entgegengesetzte
Drehrichtung erneut aufwickeln.
[0016] Wenn der Betrieb der Borstenwalze in Betriebsdrehrichtung z. B. durch Betätigen eines
Starttasters wiederaufgenommen wird, nachdem die Blockade erkannt wurde und die Borstenwalze
gegebenenfalls zurückgedreht wurde, kann der Zeitpunkt zur Aufnahme des normalen Betriebs
vom Benutzer selbst gewählt werden. Dieser kann die gelösten Gegenstände also gegebenenfalls
vorher entfernen oder das Vorsatzgerät an einer anderen Stelle platzieren, so dass
die Objekte beim erneuten Betrieb der Borstenwalze nicht sofort wieder aufgewickelt
werden. Der Starttaster kann z. B. direkt an dem Vorsatzgerät angebracht sein. Vereinfacht
kann der Betrieb der Borstenwalze an dem Vorsatzgerät statt durch den Starttaster
auch dadurch wiederaufgenommen werden, indem der Staubsauger über einen Hauptschalter
zuerst aus- und dann wieder eingeschaltet wird. In diesem Fall kommt das Vorsatzgerät
ohne einen zusätzlichen Schalter aus.
[0017] Bevorzugt ist vorgesehen, dass durch generatorischen Betrieb ein Signal zur Wiederaufnahme
des Betriebs in Betriebsdrehrichtung erzeugt wird. Der generatorische Betrieb des
Motors der Borstenwalze erfolgt dabei durch Schieben des Vorsatzgeräts in eine bestimmte
Richtung. Die dabei durch Kontakt der Borstenwalze mit dem Boden erzeugte Reibung
verursacht eine Drehung der Borstenwalze. Durch diese Drehung wird von dem Motor eine
Spannung erzeugt, die als Signal zur Wiederaufnahme des Betriebs der Borstenwalze
in Betriebsdrehrichtung verwendet werden kann. Auf diese Weise kann der Reinigungsvorgang
schnell und ohne zusätzliche Handgriffe des Benutzers fortgesetzt werden.
[0018] Bevorzugt wird die Betriebsdrehrichtung der Borstenwalze während des Betriebs an
eine Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung des Vorsatzgeräts angepasst und die Rückdrehrichtung
in Abhängigkeit der jeweiligen Betriebsdrehrichtung bestimmt. Dazu kann beispielsweise
die jeweilige Betriebsdrehrichtung in einer Steuerungseinheit des Motors der Borstenwalze
gespeichert werden, damit die Borstenwalze bei einer Blockade in die entsprechend
entgegengesetzte Richtung dreht.
[0019] Bei einem Vorsatzgerät für einen Staubsauger, mit einer elektrisch drehbaren Borstenwalze
und einem Motor zu deren Antrieb, sind Mittel zum Erkennen einer Blockade der Borstenwalze
und zur Abgabe eines Blockadesignals, die insgesamt auch als Blockadeerkennungsmittel
bezeichnet werden können, zur Drehrichtungsumkehr des Motors vorgesehen.
[0020] Des Weiteren zeichnet sich das oben bereits erwähnte Vorsatzgerät, mit dem die o.
g. Aufgabe mit dem zuvor beschriebenen Verfahren und dessen Ausgestaltungen gelöst
wird, in vorteilhaften Ausführungsformen im Wesentlichen durch Mittel aus, die zum
Ausführen einzelner Verfahrensschritte, die von dem Verfahren und dessen Ausgestaltungen
umfasst sind, vorgesehen sind. Insoweit kann im Wesentlichen auch auf die vorangehende
Beschreibung des Verfahrens und dessen Ausgestaltungen verwiesen werden.
[0021] Bevorzugt sind ein Stromsensor zum Messen einer Stromaufnahme des Motors der Borstenwalze
und eine Überwachungsvorrichtung, die zur Abgabe des Blockadesignals vorgesehen ist,
wenn der Strom einen vorgegebenen oder vorgebbaren Grenzwert überschreitet, in dem
Vorsatzgerät angeordnet. Dadurch ergeben sich kurze Signalwege bei der Stromaufnahmeerfassung
und der Weiterleitung an die Überwachungsvorrichtung, was wiederum zu Vorteilen bei
der EMV und zu geringeren Kosten für Verkabelung etc. führt.
[0022] Besonders bevorzugt sind Mittel zum Überwachen eines Anstehens des Blockadesignals
für mehr als eine vorgegebene oder vorgebbare Zeitspanne in dem Vorsatzgerät vorgesehen.
Diese können z. B. von einer Steuerungseinheit, die zur Steuerung des Motors vorgesehen
ist, umfasst sein. Ein einfaches Beispiel ist ein Zähler, der durch das Blockadesignal
gestartet wird und bei Ablauf das Verstreichen der jeweiligen Zeitspanne anzeigt.
[0023] Weiter bevorzugt ist ein Taster als Schaltelement zum, insbesondere schrittweisen,
Drehen der Borstenwalze um einen vorgegebenen oder vorgebbaren Drehwinkel in Rückdrehrichtung,
z. B. auf einer Oberseite des Vorsatzgeräts, vorgesehen. Bei jedem Betätigen des Tasters
durch einen Benutzer wird die Borstenwalze um diesen Drehwinkel zurückgedreht; der
Taster kann so oft betätigt werden, wie es gewünscht oder erforderlich ist, um aufgewickelte
Gegenstände zu lösen.
[0024] Zur schnellen Wiederaufnahme des Betriebs der Borstenwalze in Betriebsdrehrichtung
nach der Blockade und gegebenenfalls erfolgtem Rückdrehen der Borstenwalze ist bevorzugt
ein Starttaster an dem Vorsatzgerät, z. B. auf einer Oberseite, angeordnet. Alternativ
kann ein generatorischer Anlauf erfolgen.
[0025] Das Vorsatzgerät umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform Mittel, mit denen die
Betriebsrichtung der Borstenwalze während des Betriebs, insbesondere korrespondierend
zu einer Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Vorsatzgeräts, umkehrbar ist. Das Bewegen
eines solchen Vorsatzgeräts über eine Oberfläche kann dadurch erleichtert werden,
denn durch die bei der Drehung der Borstenwalze verursachte Reibung mit der Oberfläche
entsteht eine die Bewegung unterstützende Kraft, wenn sich die Borstenwalze in die
jeweilige Bewegungsrichtung dreht. Andernfalls kann die Bewegung des Vorsatzgeräts
in eine Richtung und je nach Beschaffenheit der Oberfläche in unterschiedlichem Ausmaß
erschwert sein. Bei einem derart ausgestalteten Vorsatzgerät können außerdem Mittel,
z. B. in einer Steuerungseinheit des Vorsatzgeräts, vorgesehen sein, mit denen eine
vor der Blockade ausgeführte Betriebsdrehrichtung der Borstenwalze gespeichert wird,
und mit welchen dann die entsprechend zum Lösen der Blockade geeignete Rückdrehrichtung
aktiviert werden kann.
[0026] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente sind in allen Figuren
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0027] Das oder jedes Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen.
Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung zahlreiche Abänderungen und Modifikationen
möglich, insbesondere solche Varianten und Kombinationen, die zum Beispiel durch Kombination
oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit den im allgemeinen oder speziellen
Beschreibungsteil beschriebenen sowie in den Ansprüchen und/oder der Zeichnung enthaltenen
Merkmalen bzw. Elementen oder Verfahrensschritten für den Fachmann im Hinblick auf
die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem neuen
Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschrittfolgen führen.
Es zeigen
[0028]
- Figur 1
- schematisch vereinfacht einen Staubsauger mit einem Vorsatzgerät mit einer Borstenwalze
und
- Figur 2
- ein Blockdiagramm eines gemäß der Erfindung ausgestaltetes Ausführungsbeispiel für
ein an einen Staubsauger anschließbares Vorsatzgerät.
[0029] Figur 1 zeigt schematisch vereinfacht einen Staubsauger 10, welcher über einen Saugschlauch
12 und ein Saugrohr 13 mit einem Vorsatzgerät 14 verbunden ist. An einer Unterseite
des Vorsatzgeräts 14 ist eine Borstenwalze 16 angeordnet, die elektrisch drehbar ist.
Ein solches Vorsatzgerät 14 ist vor allem zum Saugen von Teppichböden bestimmt.
[0030] Figur 2 zeigt das Vorsatzgerät 14 nun schematisch stark vereinfacht in einem Blockdiagramm.
Die Borstenwalze 16 wird über einen Motor 18 angetrieben. Der Motor 18 ist z. B. ein
bürstenloser Motor mit einem Permanentmagneten als Rotor, der in diesem Ausführungsbeispiel
sensorlos über eine Steuerungseinheit 20 überwacht wird. Wenn sich die Borstenwalze
16 während des Betriebs in eine Betriebsdrehrichtung dreht und sich dabei Gegenstände,
wie z. B. Kleidungsstücke oder Bestandteile eines Teppichs, in der Borstenwalze 16
verfangen und auf diese aufgewickelt werden, kann es zu einer Blockade der Borstenwalze
16 kommen. Geeignete Mittel zur Erkennung der Blockade - Blockadeerkennungsmittel
22 - erkennen die Blockade und geben ein Blockadesignal 24, hier vereinfacht als Pfeil
dargestellt, ab. Die Blockadeerkennungsmittel 22 umfassen einen Stromsensor 26 und
eine Überwachungsvorrichtung 28. Der Stromsensor 26 erfasst eine Stromaufnahme des
Motors 18. Wenn die Stromaufnahme einen vorgegebenen oder vorgebbaren Grenzwert überschreitet,
wobei der Grenzwert von den Motorparametern, z. B. einem Spulenwiderstand und einer
den Motor 18 versorgenden Spannung, abhängig sein kann. Bei Überschreiten des Grenzwerts
wird von der Überwachungsvorrichtung 28 das Blockadesignal 24 abgegeben, z. B. an
die Steuerungseinheit 20. Die Steuerungseinheit 20 umfasst Mittel 30 zur Überwachung
einer Zeitspanne, während derer das Blockadesignal 24 ansteht. Bei einem Überschreiten
einer vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitspanne wird der Zustand der Borstenwalze 16
als Blockade erkannt und die Borstenwalze 16 wird in eine Rückdrehrichtung, die der
Betriebsdrehrichtung entgegengesetzt ist, gedreht. Das Rückdrehen kann entweder sofort
bei Erkennen der Blockade automatisch erfolgen, wobei die Borstenwalze 16 um einen
vorgegebenen oder vorgebbaren Drehwinkel, der z. B. zwischen 15 und 360 Grad liegt,
zurückgedreht wird. Oder das Rückdrehen erfolgt schrittweise durch Betätigen eines
Schaltelements, z. B. eines Tasters 32, durch einen Benutzer, nachdem die Drehung
der Borstenwalze 16 in Betriebsdrehrichtung bei erkannter Blockade angehalten wurde.
Dabei kann die Borstenwalze 16 in einer beliebigen Anzahl an Schritten von beispielsweise
jeweils 15 Grad zurückgedreht werden. Das Rückdrehen erfolgt gegebenenfalls mit einer
geringeren Drehgeschwindigkeit als das Drehen der Borstenwalze 16 während des normalen
Betriebs. Ist die Blockade gelöst, d. h. auf die Borstenwalze 16 aufgewickelte Objekte
wurden abgewickelt oder freigegeben, kann der normale Betrieb der Borstenwalze 16
durch Betätigen eines Starttasters 34, der sich an dem Vorsatzgerät 14, z. B. auf
dessen Oberseite, befindet, wiederaufgenommen werden. Die Wiederaufnahme des normalen
Betriebs ist natürlich auch möglich, indem der Staubsauger 10 (Figur 1) und/oder das
Vorsatzgerät 14 über einen Ein-/Aus-Schalter zuerst aus- und dann wieder eingeschaltet
wird. Gegebenenfalls ist es auch möglich, dass die Borstenwalze 16 generatorisch betrieben
wird und dadurch ein Signal zur Wiederaufnahme der Betriebsdrehrichtung abgegeben
wird. Der generatorische Betrieb der Borstenwalze 16 wird z. B. durch Schieben des
Vorsatzgeräts 14 über die zu reinigende Oberfläche erreicht, wobei die Borstenwalze
16 aufgrund von Reibung mit der Oberfläche gedreht wird.
[0031] Bei dem Vorsatzgerät 14 kann sowohl vorgesehen sein, dass sich die Borstenwalze 16
während des Normalbetriebs nur in eine Richtung dreht, als auch, dass sie während
des Betriebs ihre Drehrichtung korrespondierend zu einer Vorwärts- und Rückwärtsbewegung
des Vorsatzgeräts 14 ändert. In der zuletzt genannten Ausführungsform umfasst das
Vorsatzgerät 14 oder die Steuerungseinheit 20 geeignete Mittel, mit denen die vor
einer Blockade zuletzt aktive Drehrichtung der Borstenwalze 16 ermittelt werden kann,
so dass die Borstenwalze 16 auch in die entsprechend entgegengesetzte Richtung zurückdreht.
Die Betriebdrehrichtung bei Wiederaufnahme des Reinigungsbetriebs mit der Borstenwalze
16 kann dann z. B. beliebig sein. Wird die Wiederaufnahme jedoch generatorisch initiiert,
wird dabei mit geeigneten Mitteln die Bewegungsrichtung des Vorsatzgeräts 14 erkannt
und die Borstenwalze 16 daraufhin in dieser Richtung angetrieben.
Damit lässt sich die Erfindung kurz wie folgt darstellen:
[0032] Es wird ein Verfahren zum Betrieb eines Vorsatzgeräts 14 und ein nach dem Verfahren
arbeitendes Vorsatzgerät 14 für einen Staubsauger 10, mit einer elektrisch drehbaren
Borstenwalze 16 und einem Motor 18 zum Antrieb der Borstenwalze 16, wobei die Borstenwalze
16 im Betrieb in einer Betriebsdrehrichtung gedreht wird, angegeben, bei dem die Borstenwalze
16 in einer der Betriebsdrehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung - Rückdrehrichtung
- gedreht wird, falls eine Blockade der Borstenwalze 16 erkannt wird. An dem Vorsatzgerät
14 sind dazu geeignete Mittel zum Erkennen der Blockade und zur Abgabe eines Blockadesignals
24 - Blockadeerkennungsmittel 22 - zur Drehrichtungsumkehr des Motors 18 vorgesehen.
1. Verfahren zum Betrieb eines Vorsatzgeräts (14) für einen Staubsauger (10), mit einer
elektrisch drehbaren Borstenwalze (16) und einem Motor (18) zum Antrieb der Borstenwalze
(16), wobei die Borstenwalze (16) im Betrieb in einer Betriebsdrehrichtung gedreht
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Borstenwalze (16) in einer der Betriebsdrehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung
- Rückdrehrichtung - gedreht wird, falls eine Blockade der Borstenwalze (16) erkannt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei die Blockade erkannt wird, wenn eine Stromaufnahme des Motors (18) einen vorgegebenen
oder vorgebbaren Grenzwert überschreitet.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
wobei die Blockade erkannt wird, wenn die Stromaufnahme den Grenzwert für eine vorgegebene
oder vorgebbare Zeitspanne überschreitet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Borstenwalze (16) bei Auftreten der Blockade um einen vorgegebenen oder
vorgebbaren Drehwinkel - Rückdrehwinkel - in Rückdrehrichtung gedreht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Motor (18) der Borstenwalze (16) bei Auftreten einer Blockade angehalten
wird und die Borstenwalze (16) durch Betätigung eines Schaltelements (32) schrittweise
um jeweils einen vorgegebenen oder vorgebbaren Drehwinkel in die Rückdrehrichtung
gedreht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei eine Drehgeschwindigkeit der Borstenwalze (16) in Rückdrehrichtung bei einer
Blockade geringer ist als eine Drehgeschwindigkeit in Betriebsdrehrichtung.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei der Betrieb der Borstenwalze (16) in Betriebsdrehrichtung durch Betätigen eines
Starttasters (34) wiederaufgenommen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei durch generatorischen Betrieb ein Signal zur Wiederaufnahme des Betriebs in
Betriebsdrehrichtung erzeugt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Betriebsdrehrichtung der Borstenwalze (16) während des Betriebs an eine
Vor- oder Rückbewegung des Vorsatzgeräts (14) angepasst wird und die Rückdrehrichtung
in Abhängigkeit der jeweiligen Betriebsdrehrichtung bestimmt wird.
10. Vorsatzgerät (14) für einen Staubsauger (10), mit einer elektrisch drehbaren Borstenwalze
(16) und einem Motor (18) zu deren Antrieb,
gekennzeichnet durch
Mittel zum Erkennen einer Blockade der Borstenwalze (16) und zur Abgabe eines Blockadesignals
(24) zur Drehrichtungsumkehr des Motors (18).
11. Vorsatzgerät (14) nach Anspruch 10,
mit einem Stromsensor (26) zum Messen einer Stromaufnahme des Motors (18) der Borstenwalze
(16) und einer Überwachungsvorrichtung (28), die zur Abgabe des Blockadesignals (24)
vorgesehen ist, wenn der Strom einen vorgegebenen oder vorgebbaren Grenzwert überschreitet.
12. Vorsatzgerät (14) nach Anspruch 11,
mit Mitteln zum Überwachen eines Anstehens des Blockadesignals (24) für mehr als eine
vorgegebene oder vorgebbare Zeitspanne.
13. Vorsatzgerät (14) nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
mit einem Taster (32) zum, insbesondere schrittweisen, Drehen der Borstenwalze (16)
um einen vorgegebenen oder vorgebbaren Drehwinkel in Rückdrehrichtung.
14. Vorsatzgerät (14) nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
mit einem Starttaster (34) zur Wiederaufnahme des Betriebs der Borstenwalze (16) in
Betriebsdrehrichtung.
15. Vorsatzgerät (14) nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
wobei die Betriebsdrehrichtung der Borstenwalze (16) während des Betriebs, insbesondere
korrespondierend zu einer Vor- und Rückbewegung des Vorsatzgeräts (14), umkehrbar
ist.