[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung an einer Druckmaschine mit einer Prozessmittelreinigungsvorrichtung
und ein Verfahren zum Reinigen von Prozessmittelfluid.
[0002] Bei Druckmaschinen werden eine Reihe von Prozessmitteln verwendet. Z.B. benötigen
Offsetdruckmaschinen, die im Nass-Offset betrieben werden neben der Druckfarbe ein
Prozesswasser, das sogenannte Feuchtmittel oder Feuchtwasser. Das eingesetzte Feuchtmittel
soll die nicht druckenden Stellen der Druckplatte benetzen und so eine Farbannahme
in diesen Bereichen verhindern. Ferner kommen Prozessmittel, wie z.B. Reinigungsmittel
zum Einsatz, welche insbesondere zur Reinigung von Druckzylindern und Gummituchzylindern
eingesetzt werden.
[0003] Eine gängige Zusammensetzung von Feuchtmittel ist ein Anteil von mehr als 80 Vol.-%
Wasser, bis zu 10 Vol.-% chemische Zusätze und bis zu 15 Vol.-% aus Isopropanol.
[0004] Die chemischen Zusätze dienen u.a. der Senkung der Oberflächenspannung auf einen
drucktechnisch günstigen Bereich, Eindämmung der Mikroorganismen-Bildung mittels Bioziden,
Vorbeugung von Korrosion an Stahlbauteilen der Druckmaschine mittels Korrosions-Inhibitoren,
etc.
[0005] Das Isopropanol hat unter anderem eine viskositätserhöhende und eine oberflächenspannungserniedrigende
Wirkung.
[0006] Isopropanol ist leichter flüchtig als andere Feuchtmittel-Bestandteile, so dass sich
durch ungleichmäßige Verdunstung von Isopropanol und anderen
[0007] Feuchtmittelbestandteilen, insbesondere bei höheren Temperaturen, eine Veränderung
des Mischungsverhältnisses im Feuchtmittel ergeben kann.
[0008] Die Feuchtmittelzusammensetzung, insbesondere der Anteil Isopropanol, muss daher
zum einen überwacht und entsprechend nachgeregelt werden. Zum anderen wird versucht,
die Feuchtmitteltemperatur möglichst niedrig zu halten, um eine übermäßige Verdunstung
von Isopropanol zu vermeiden. In der Regel wird daher das Feuchtmittel auf eine Temperatur
im Bereich von T = 10°C gekühlt. Auch andere Prozessmittel, welche an Druckmaschinen
eingesetzt werden, werden häufig temperiert.
[0009] Der Bestrebung, die Temperatur bestimmter Maschinenbestandteile und Prozessmittel
niedrig zu halten, wirkt die Wärme entgegen, die beim Betrieb einer Druckmaschine
entsteht.
[0010] Daher werden Druckmaschinen in der Regel mit Temperiervorrichtungen ausgerüstet.
Diese können sowohl für die Temperierung des Prozessmittels als auch für die Temperierung
der funktionswesentlichen Teile der Druckmaschine, insbesondere der Druckzylinder,
verwendet werden. Temperierung in dem Sinn, wird in der Regel eine Kühlung bedeuten,
jedoch kommt durchaus auch eine Erwärmung in Betracht, beispielsweise in der Anlaufphase
einer Druckmaschine.
[0011] Der Betrieb entsprechender Temperiereinrichtungen ist relativ kostspielig, insbesondere
wegen der aufzuwendenden Energie, die beispielsweise für den Betrieb einer Kältemaschine
oder einer elektrischen Heizeinrichtung benötigt wird.
[0012] Zur Reduzierung der erforderlichen, einzusetzenden Energie wird z.B. in der
DE 10 2005 015 954 A1 vorgeschlagen, zur Temperierung von Feuchtmittel, den Feuchtmittelkreislauf mit einem
zusätzlichen Wärmetauscher zu versehen, der mit einem Freikühler-Temperiergerät, also
einem Gerät, das etwa die Temperatur der Umgebungsluft ausnutzt, in Verbindung steht.
[0013] Isopropanol gerät aufgrund von Kosten und Umweltaspekten immer stärker in die Kritik,
da derartige Zusätze als gesundheits- und umweltschädlich gelten. Ein Ziel der bisherigen
und weiteren Entwicklung ist daher, ein sparsamer Umgang mit Feuchtwasser, insbesondere
mit den enthaltenen Alkoholbestandteilen. Ein beschrittener Weg hierzu betrifft die
Reduzierung der Isopropanolkonzentration.
[0014] Zu diesem Zweck wird in der Gebrauchsmusterschrift
DE 297 21612 U1 beschrieben, das Feuchtmittel mit einem Gas zu beaufschlagen. Durch Variation von
Druck und Temperatur werden "Nicht"-Geichgewichtszustände erzeugt die zu einer Absorption
des Gases führen. Auf der Druckplatte kommt es aufgrund der sich wiederum ändernden
Gleichgewichtsbedingungen zu einem Ausgasen. Dadurch sollen die hydrophilen Bereiche
der Druckplatte besser benetzt und das Feuchtmittel aus den hydrophoben Bereichen
verdrängt werden. Für dies Verfahren ist eine relative komplexe Verfahrenstechnik
notwendig und die Zielrichtung ist das Wasser "aktiver" zu machen auf der Druckplatte.
Der Eintrag des Gases erfolgt unter anderem über Wasserstrahlpumpen.
[0015] Jedoch führt die Isopropanol-Reduzierung im Feuchtmittelkreislauf dazu, dass das
Feuchtmittel stärker verschmutzt.
[0016] Eine derartige Verunreinigung der Prozessmittel, kann z.B. durch Farbbestandteile
und Papierstaub auftreten. Im Betrieb fallen regelmäßig größere Mengen an Feuchtmittel
an, welche in bestimmten Zeitabständen erneuert werden müssen, insbesondere wenn diese
Verschmutzungen aufweisen. Um die Erneuerungszyklen zu verlängern und damit verbundene
Kosten zu verringern, wird das verschmutzte Prozessmittel in der Regel z.B. durch
Filterung gereinigt.
[0017] Die
DE 100 61 870 A1 offenbart ein Reinigungssystem, bei dem eine Förderpumpe Feuchtwasser aus einem Zwischenspeicher
entnimmt und das Feuchtwasser in eine Reinigungseinheit pumpt. In der Reinigungseinheit
ist eine weitere Pumpe vorgesehen, welche das Feuchtwasser durch einen Druckfilter
presst. Gemäß der Offenbarung dieser Druckschrift wird der gesamte Feuchtwasserstrom
durch die Reinigungseinheit geführt.
[0018] Das
US Patent Nr. 7,082,159 offenbart eine Reinigungseinheit, bei der das Feuchtwasser aus einem zentralen Tank,
aus dem die Druckwerke einer Druckmaschine gespeist werden, mittels einer Pumpe gefördert
und durch verschiedene Reinigungsvorrichtungen geleitet wird. Das gereinigte Feuchtwasser
wird nach der Reinigung wieder in den zentralen Tank zurückgeführt.
[0019] In der
DE 103 60 051 A1 wird eine Vorrichtung offenbart, in der Verschmutzungen, welche adhäsive Eigenschaften
aufweisen, über einen so genannten Bandskimmer aus einem Tank gefördert werden. Diese
Vorrichtung weist den Nachteil auf, dass über eine derartige Vorrichtung nur Verschmutzungen
mit adhäsiven Eigenschaften an dem Band anhaften und aus dem Feuchtmittel entfernt
werden können.
[0020] Dennoch bleiben auch bei den im Stand der Technik bekannten Druckmaschinen die mit
einer Entsorgung und Erneuerung der Prozessmittel verbundenen Kosten hoch, so dass
bereits geringfügige weitere Verbesserungen der Prozessmittelversorgung, insbesondere
der Feuchtmittelversorgung, wirtschaftlich sinnvoll sind. Ähnliches gilt auch für
eine Reduzierung von lösemittelhaltigem Reinigungsmittel. Die Entwicklung in diesen
Bereichen ist in vollem Gange, wobei sich wie dargestellt verschiedenste Lösungsansätze
verfolgt werden.
Aufgabe
[0021] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung an einer Druckmaschine
zu schaffen, die es gestattet, unnötige Energiekosten zu vermeiden und umwelt- und
gesundheitsschonende Prozessmittel einzusetzen, wobei die Anordnung günstig herzustellen
und zu betreiben ist.
Lösung der Aufgabe
[0022] Die Aufgabe wird durch die Anordnung und das Verfahren gemäß den Hauptansprüchen
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0023] Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine Anordnung an einer Druckmaschine aufweisend,
eine Prozessmittelreinigungsvorrichtung, eine Prozessmittelleitung, welche die Prozessmittelreinigungsvorrichtung
und die Druckmaschine verbindet, und ein Flotationsgerät.
[0024] Flotation im Sinn der Erfindung bezeichnet einen Vorgang, bei dem sich in der Flüssigkeit
vorliegende Partikel (z.B. Feststoffteilchen, Tropfen, Moleküle, Ionen, Mikroorganismen
oder andere kleine Organismen) an feinen Gasblasen im Prozessmittel anlagern, die
dann aufgrund der geringeren Dichte der Gasblasen gegenüber dem umgebenden Medium
einen erhöhten Auftrieb aufweisen. Herkömmlich wird unter Flotation z.T. ein Vorgang
verstanden, bei dem die Gasblasen mit den Partikeln zu einer Oberfläche der Flüssigkeit
aufsteigen und dort eine abtrennbare Schaumschicht bilden. Im Gegensatz hierzu wird
unter Flotation im Sinn der Anmeldung nur das Einbringen der Gasblasen verstanden,
welche derart erfolgt, dass sich an den Gasblasen die Partikel anlagern können. Ein
Aufsteigen einer Schaumschicht an eine Oberfläche und eine Reinigung der Schaumschicht
erfolgt im Rahmen von weiter unten beschriebenen, bevorzugten Ausführungsformen. Damit
die feinen Luftblasen nicht an der Oberfläche platzen oder unter der Oberfläche in
sich zusammenfallen, was ein Absinken der Schmutzteilchen nach sich ziehen und zu
unerwünschten Ablagerungen führen könnte, ist es bevorzugt, die Luftblasen entweder
sehr klein zu halten, niedrige Drücke im Prozessmittel vorzusehen und/oder dem Abwasser
bestimmte Chemikalien (Schäumer) zuzugeben. Der Begriff 'Flotationsgerät' im Sinn
der Erfindung bezeichnet ein Gerät durch welches eine Flotation im Sinn der Anmeldung
bewirkbar ist. Ein Flotationsgerät in Verbindung mit einer Prozessmittelreinigungsvorrichtung
weist den Vorteil auf, dass Verschmutzungen im Prozessmittel in Bewegung gehalten
werden, so dass diese annähernd vollständig der Prozessmittelreinigungsvorrichtung
zuführbar sind. Ablagerungen von Verunreinigungen innerhalb der Anordnung werden vorteilhaft
vermieden.
[0025] Bevorzugt ist ferner eine Ausführungsform der Anordnung, bei der die Prozessmittelleitung
Bestandteil eines Prozessmittelkreises ist und wobei die Anordnung ferner ein Aufbereitungsgerät
aufweist, wobei der Prozessmittelkreis einen Vorlauf aufweist, welcher Prozessmittel
von dem Aufbereitungsgerät kommend der Druckmaschine zuleitet, und wobei der Prozessmittelkreis
einen Rücklauf aufweist, welcher Prozessmittel von der Druckmaschine zum Aufbereitungsgerät
abführt.
[0026] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform bezieht sich auf eine Anordnung, bei der
das Flotationsgerät und die Prozessmittelreinigungsvorrichtung derart gestaltet und
angeordnet sind, dass Gasblasen, welche mittels des Flotationsgeräts in das Prozessmittel
einbringbar sind, zumindest teilweise bis zur Prozessmittelreinigungsvorrichtung stabil
bleiben. Dabei sind das Flotationsgerät und die Prozessmittelreinigungsvorrichtung
bevorzugt derart gestaltet, dass das bevorzugt mit sichtbaren Gasblasen angereicherte
Prozessmittel der Prozessmittelreinigungsvorrichtung zuführbar ist.
[0027] Vorzugsweise weist eine solche Anordnung eine Gestaltung auf, bei der das Flotationsgerät
im Vorlauf angeordnet ist. Das Flotationsgerät ist bevorzugt an einer zentralen Durchgangsstelle
angeordnet, durch die das gesamte Prozessmittel zirkuliert wird, so dass das gesamte
Prozessmittel mit Gasblasen versehen werden kann.
[0028] Bevorzugt ist ferner eine solche Anordnung, bei der die Anordnung zumindest eine
Feuchtmittelwanne aufweist und wobei das Flotationsgerät in Strömungsrichtung vor
der Feuchtmittelwanne angeordnet ist.
Eine Feuchtmittelwanne bezeichnet insbesondere einen Feuchtwasserkasten, aus dem heraus
in einem Feuchtwerk ein Feuchtwasserfilm auf eine erste von mehreren Rollen im Feuchtwerk
aufgetragen wird, bzw. in dem überschüssiges Feuchtwasser aufgefangen wird. Um zu
verhindern, dass sich Feuchtwasser in der Feuchtmittelwanne erwärmt, ist die Feuchtmittelwanne
bevorzugt Bestandteil eines Feuchtmittelkreislaufs, über den der Feuchtmittelwanne
fortlaufend gekühltes Feuchtmittel zugeführt wird, das schließlich dem Feuchtmittelkreislauf
zur erneuten Aufbereitung und/oder Kühlung entnommen wird. Da das Feuchtmittel am
Feuchtwerk dem Kreislauf zum Teil entnommen und verbraucht wird, also dem Kreislauf
nicht wieder zugeführt wird, ist der derart beschriebene Feuchtmittelkreislauf ein
offener Kreislauf. Bevorzugt ist das Flotationsgerät in Strömungsrichtung unmittelbar
vor der Feuchtmittelwanne angeordnet, das heißt, dass bei einer Druckmaschine mit
mehreren Feuchtwerken zumindest ein Flotationsgerät pro Feuchtwerk vorgesehen ist,
durch welches der Prozessmittelstrom, welcher der jeweiligen Feuchtmittelwanne zufließt,
mit Gasblasen versehen werden kann. Ferner kann an der Feuchtmittelwanne bevorzugt
eine Entnahmevorrichtung vorgesehen werden, welche derart gestaltet ist, dass der
Feuchtmittelwanne an der Fluidoberfläche aufschwimmender Schaum entnehmbar ist und
bevorzugt der Prozessmittelreinigungsvorrichtung zuführbar ist.
[0029] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform betrifft eine solche Anordnung, bei der
das Flotationsgerät im Rücklauf angeordnet ist.
[0030] Weiterhin bevorzugt ist eine Gestaltung einer Anordnung, bei der das Flotationsgerät
einen Schnell-Rührer und/oder eine Wasserstrahlpumpe und/oder eine Lanze und/oder
einen Injektor und/oder einen Ejektor aufweist.
[0031] Ferner weist eine solche Anordnung bevorzugt eine Gestaltung auf, bei der das Flotationsgerät
eine Zuführeinrichtung aufweist, mittels der dem Prozessmittel ein Schaumbildner zuführbar
ist. Der Schritt des Zuführens von z.B. Tensiden und/oder Schaumstabilisatoren über
die Zuführeinrichtung macht die Luftblasen stabiler, so dass anhaftende Verunreinigungen
über eine größere Strecke transportiert werden können, ohne sich an unerwünschten
Stellen abzusetzen.
[0032] Bevorzugt ist ferner eine Ausführungsform der Anordnung, bei der im Prozessmittelkreis
mehrere Flotationsgeräte angeordnet sind, um eine Ablagerung von Verunreinigungen
an verschiedenen Stellen im Prozessmittelkreis zu verhindern. Z.B. können zu diesem
Zweck entlang des Prozessmittelkreises bevorzugt mehrere Injektoren vorgesehen werden,
über welche Luftblasen in das Prozessmittel eingebracht werden.
[0033] Bevorzugt ist ferner eine Ausführungsform der Anordnung, bei der die Prozessmittelreinigungsvorrichtung
im Vorlauf und/oder im Rücklauf und/oder im Aufbereitungsgerät angeordnet ist. Dabei
kann die Prozessmittelreinigungsvorrichtung eine Entnahmevorrichtung aufweisen, bei
der die Gasblasen in Form von Schaum an eine Prozessmitteloberfläche aufsteigen und
dort entnommen werden. Im Schaumprodukt, dem Flotat, liegen die abzutrennenden Partikeln
angereichert vor. Der Auftrieb der abzutrennenden Stoffe wird dabei durch die Anlagerung
der feinen Luftblasen künstlich erhöht. Das Flotat wird mittels der Entnahmevorrichtung
abgezogen bzw. entnommen. Dabei kann bevorzugt eine parallele Reinigung und/oder eine
Entkeimung des Flotats erfolgen und das gereinigte Prozessmittel dem Kreislauf wieder
zugeführt werden.
[0034] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform bezieht sich auf eine Anordnung, bei der
die Anordnung ferner einen Bypass aufweist welcher den Vorlauf und den Rücklauf derart
miteinander verbindet, dass durch den Bypass ein Prozessmittelstrom an dem Aufbereitungsgerät
vorbei leitbar ist, und wobei die Prozessmittelreinigungsvorrichtung im Bypass angeordnet
ist. Dabei ist die Anordnung bevorzugt derart gestaltet, das gezielt nur gashaltiges
Fluid durch den Bypass geleitet wird, so dass der Fluidstrom mit Gasblasen und daran
anheftenden Verunreinigungen gesondert reinigbar ist.
[0035] Vorzugsweise weist eine solche Anordnung eine Gestaltung auf, bei der im Prozessmittelkreis
mehrere Prozessmittelreinigungsvorrichtungen angeordnet sind.
[0036] Bevorzugt ist ferner eine solche Anordnung, bei der die Prozessmittelreinigungsvorrichtung
eine Filtereinheit aufweist. Eine derartige Filtereinheit kann bevorzugt einen Querstromfilter
und/oder einen Separator und/oder verbrauchende Filtermaterialien und/oder eine Umkehrosmosevorrichtung
umfassen.
[0037] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform betrifft eine solche Anordnung, bei der
die Prozessmittelreinigungsvorrichtung eine Entkeimungsvorrichtung aufweist. Eine
Entkeimungsvorrichtung kann entweder durch entsprechende Gestaltung einer vorstehend
beschriebenen Filtereinheit bereit gestellt werden und/oder durch alternative/zusätzliche
Bereitstellung einer Entkeimung ohne Filterfunktion, z.B. durch Zufuhr von Wasserstoff-Peroxyd,
Ozon oder ähnlichem. Andere Entkeimungsvorrichtungen können. z.B. Durchlauferhitzer
umfassen, durch die das Prozessmittel bevorzugt über 60°C erhitzbar ist. Eine Entkeimungsvorrichtung
kann bevorzugt alternativ oder zusätzlich an anderer Stelle der Anordnung unabhängig
von der Prozessmittelreinigungsvorrichtung vorgesehen werden.
[0038] Weiterhin bevorzugt ist eine Gestaltung einer Anordnung, bei der die Entkeimungsvorrichtung
eine UV-Strahlungsquelle und/oder eine Radiowellen-Strahlungsquelle und/oder eine
Heizvorrichtung und/oder eine Ultraschallquelle aufweist. Dabei weist eine derartige
UV-Strahlungsquelle bevorzugt ein Strahlungsspektrum auf, welches auf bestimmte Mikroorganismen,
welche in dem Prozessmittel abgetötet werden sollen, derart abgestimmt ist, dass die
erzeugte UV-Strahlung von den Mikroorganismen gut absorbiert wird, von dem Prozessmittel,
in dem sich die Mikroorganismen befinden jedoch nur schlecht. Hierdurch wird bewirkt,
dass die die Mikroorganismen abgetötet werden, ohne dass das Prozessmittel unerwünscht
erwärmt wird. Eine entsprechende Gestaltung können bevorzugt auch die anderen genannten
Strahlungsquellen aufweisen. Eine derartige Entkeimungsvorrichtung kann bevorzugt
alternativ oder zusätzlich an anderer Stelle der Anordnung unabhängig von der Prozessmittelreinigungsvorrichtung
vorgesehen werden.
[0039] Ferner weist eine solche Anordnung bevorzugt ferner einen Entschäumer auf. Dies ist
von Vorteil, wenn in bestimmten Bereiche der Anordnung schaumfreies Prozessmittel
zum Einsatz kommen soll, und insbesondere dann, wenn in bestimmten Bereichen Schaumbildner
eingesetzt werden.
[0040] Bevorzugt ist ferner eine Ausführungsform der Anordnung, bei der der Entschäumer
ein physikalisches und/oder ein chemikalisches Wirkprinzip aufweist. Ein physikalisches
Wirkprinzip kann z.B. durch eine Beregnung des zu entschäumenden Prozessmittels durch
eine Beregnungsvorrichtung erfolgen.
[0041] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform bezieht sich auf eine solche Anordnung,
bei der ferner ein Wärmetauscher vorgesehen ist, der zur Temperierung des Prozessmittels
im Prozessmittelkreis vorgesehen ist.
[0042] Bevorzugt ist ferner eine Ausführungsform der Anordnung, bei der der Wärmetauscher
im Rücklauf vorgesehen ist.
[0043] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform bezieht sich auf eine Anordnung, bei der
der Wärmetauscher (4) ein Freikühler-Temperiergerät ist, wobei das Freikühler-Temperiergerät
derart im Prozessmittelkreis vorgesehen ist, dass es vom zu kühlenden Prozessmittel
durchströmt wird. Mit Prozessmittel werden beliebige Fluide bezeichnet, welche zum
Betrieb von Druckmaschinen diesen zugeführt werden und/oder in den Druckmaschinen
zirkuliert werden, insbesondere Feuchtwasser Reinigungsmittel, Getriebeöl und/oder
andere Fluide, welche zur Kühlung bestimmter Komponenten eingesetzt werden. Mit Prozessmittel
ist jedoch in Bezug auf das vom Prozessmittel durchströmte Freikühler-Temperiergerät
kein Temperiermittel, wie z.B. das üblicherweise in Kältemaschinen eingesetzte Kältemittel
(z.B. R 407c, R143a, R410a), gemeint, das in einem gesondert vorzusehenden Temperiermittelkreislauf
Anwendung findet, der zur Kühlung eines Prozessmittels eingesetzt wird. Mit Freikühler-Temperiergerät
gemeint ist ein Gerät, das etwa die Temperatur der Umgebungsluft ausnutzt, um das
Prozessmittel zu kühlen. Die gegenständliche Anordnung hat den Vorteil, dass kein
gesonderter Temperiermittelkreislauf für das Freikühler-Temperiergerät und somit auch
kein Wärmetauscher zwischen einem solchen Temperiermittelkreislauf und der Prozessmittel
führenden Prozessmittelleitung erforderlich ist. Folglich ist die Anordnung günstiger
herzustellen und hat einen erhöhten Wirkungsgrad. Bei der Wartung der Anordnung hat
dies ferner den Vorteil, dass kein getrennter Füllstand eines Temperiermittels im
Freikühler-Temperiergerät beachtet werden muss. Ein Freikühler-Temperiergerät lässt
sich ferner mit geringen Kosten betreiben und, wenn das Freikühler-Temperiergerät
direkt vom Prozessmittel durchströmt wird, wird der Wirkungsgrad der Temperierung
verbessert. Wenn eine ausreichende Temperaturdifferenz zwischen Umgebungsluft und
Prozessmitteltemperatur gegeben ist, kann die beabsichtigte Temperierung unter Umständen
allein oder zumindest größtenteils durch Ausnutzung der Außentemperatur erreicht werden.
[0044] Ferner ist bevorzugt, wenn die Anordnung ferner eine Blasvorrichtung aufweist, welche
derart angeordnet ist, dass das Freikühler-Temperiergerät mit einem Luftstrom anströmbar
ist. Dadurch kann bei gleicher Temperaturdifferenz zwischen Umgebungsluft und Prozessmittel
ein größerer Prozessmittelstrom pro Zeiteinheit gekühlt werden.
[0045] Als vorteilhaft wird ferner eine Anordnung angesehen, bei der das Freikühler-Temperiergerät
deaktivierbar ist, wenn die Temperatur des Prozessmittels in dem Abschnitt der Prozessmittelleitung,
die von der Druckmaschine zum Freikühler-Temperiergerät führt, höher ist als die Lufttemperatur
der Luft, welche zur Kühlung des Freikühler-Temperiergerät verwendet wird.
[0046] Bevorzugt ist dabei eine Anordnung, welche ferner eine Umgehungsleitung aufweist,
durch welche Prozessmittel an dem Freikühler-Temperiergerät vorbeileitbar ist.
[0047] Eine bevorzugte Gestaltung einer derartigen Anordnung weist ferner ein Ventil auf,
über welches ein Prozessmittelstrom in das Freikühler-Temperiergerät oder die Umgehungsleitung
einleitbar oder auf das Freikühler-Temperiergerät und die Umgehungsleitung verteilbar
ist.
[0048] Bevorzugt ist ferner eine Anordnung, welche ferner einen ersten Temperaturfühler
aufweist, welcher derart gestaltet und angeordnet ist, dass über den ersten Temperaturfühler
die Prozessmitteltemperatur detektierbar ist, wobei das Ventil und/oder die Blasvorrichtung
in Abhängigkeit der detektierten Prozessmitteltemperatur steuerbar und/oder regelbar
ist.
[0049] Vorteilhaft ist auch eine Anordnung, welche ferner einen zweiten Temperaturfühler
aufweist, welcher derart gestaltet und angeordnet ist, dass über den zweiten Temperaturfühler
die Lufttemperatur detektierbar ist, welche zur Temperierung des Freikühler-Temperiergeräts
dient, wobei das Ventil und/oder die Blasvorrichtung in Abhängigkeit der detektierten
Lufttemperatur steuerbar und/oder regelbar ist.
[0050] Eine weiter bevorzugte Gestaltung ist auf eine Anordnung gerichtet, bei der das Freikühler-Temperiergerät
in einem Raum eines Gebäudes angeordnet ist, in dem die Druckmaschine aufgestellt
ist.
[0051] Ferner ist bevorzugt, wenn bei der Anordnung das Freikühler-Temperiergerät außerhalb
eines Gebäudes angeordnet ist, in dem die Druckmaschine aufgestellt ist.
[0052] Bevorzugt ist ferner eine derartige Anordnung, wobei an der Druckmaschine für den
von dem Freikühler-Temperiergerät zu kühlenden Prozessmittelstrom außer dem Freikühler-Temperiergerät
keine zusätzlichen Temperiervorrichtungen vorgesehen sind.
[0053] Ferner ist denkbar verschiedene Freikühler-Temperiergeräte an verschiedenen Orten
vorzusehen, die z.B. zu verschiedenen Tages- und/oder Jahreszeiten in Abhängigkeit
der jeweiligen Umgebungslufttemperatur zu- und/oder abgeschaltet werden können.
[0054] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Anordnung
zur Prozessmittelversorgung an einer Druckmaschine umfassend die Schritte Bereitstellen
einer Anordnung zur Prozessmittelversorgung an einer Druckmaschine umfassend ein Freikühler-Temperiergerät
und eine Entkeimungsvorrichtung, Temperieren des Prozessmittels auf die jeweilige
Umgebungstemperatur mittels der Freikühler-Temperiervorrichtung und Entkeimen des
Prozessmittels durch die Entkeimungsvorrichtung. Bei Versuchen wurde überraschend
festgestellt, dass trotz des Anteils von chemischen Zusätzen im Feuchtmittel, welche
üblicherweise zur Eindämmung der Mikroorganismen-Bildung eingesetzt werden, eine Verschmutzungsneigung
im Feuchtmittel im Kreislauf, welches in diesem Fall das Prozessmittel ist, bei einer
Reduzierung des Isopropanol-Anteils steigt. Die Bereitstellung einer Entkeimungsvorrichtung
ermöglicht dennoch eine Reduzierung des Isopropanol-Anteils bei gleichzeitigem Einsatz
von Feuchtmittel bei höheren Temperaturen als bisher. Eine derartige Entkeimungsvorrichtung
kann auch bei einer Anordnung ohne Flotationsvorrichtung gemäß dem erfindungsgemäßem
Verfahren eingesetzt werden, auch wenn die Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens
vorteilhaft eine Flotationsvorrichtung umfasst.
[0055] Bei einem ferner bevorzugten Verfahren werden das Freikühler-Temperiergerät und die
Entkeimungsvorrichtung derart gestaltet bereitgestellt, wie vorstehend in Bezug auf
die erfindungsgemäßen Anordnungen beschrieben.
[0056] Bevorzugt umfasst das Verfahren ferner einen Erhitzungsschritt, wobei Prozessmittel
auf zumindest 60°C erhitzt wird.
[0057] Von Vorteil ist ferner ein Verfahren, bei dem die Entkeimungsvorrichtung in Abhängigkeit
von der Umgebungstemperatur betrieben wird. Bei einem derartigen Verfahren können
unterschiedliche Vorrichtungen, die im Rahmen der Anordnung vorgesehen werden, zu-
und/oder abgeschaltet werden oder mit anderen Betriebszuständen betrieben werden,
so dass eine höhere Reinigungswirkung erzielt wird, wenn die Umgebungstemperatur z.B.
im Sommer derart hoch ist, dass zu erwarten ist, dass aufgrund der höheren Temperatur
eine stärkere Verunreinigung resultieren könnte und deshalb eine bessere Entkeimungswirkung
angestrebt wird. Zu diesem Zweck kann z.B. die Strahlung einer UV-Strahlungsquelle
und/oder eine Radiowellen-Strahlungsquelle und/oder eine Heizvorrichtung und/oder
eine Ultraschallquelle verstärkt werden. Alternativ oder zusätzlich kann eine Filtereinheit
oder eine zusätzliche Filtereinheit in den Kreislauf eingeschaltet werden und/oder
eine alternative/zusätzliche Bereitstellung einer Entkeimung ohne Filterfunktion,
z.B. durch Zufuhr von Wasserstoff-Peroxyd, Ozon oder ähnlichem. Ferner ist denkbar,
dass eine Prozessmittelerhitzungsvorrichtung, durch welche das Prozessmittel auf über
60°C erhitzt wird, z.B. ein Durchlauferhitzer, mit einer höheren Temperatur betrieben
wird als bei niedrigen Umgebungstemperaturen.
[0058] Als vorteilhaft wird ferner ein Verfahren angesehen, wobei die bereitgestellte Anordnung
eine der vorstehend beschriebenen erfindungsgemässen Anordnungen ist.
[0059] Im Folgenden werden einzelne besonders bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
beispielhaft beschrieben. Dabei weisen die einzelnen beschriebenen Ausführungsformen
zum Teil Merkmale auf, die nicht zwingend erforderlich sind, um die vorliegende Erfindung
auszuführen, die aber im Allgemeinen als bevorzugt angesehen werden. So sollen auch
Ausführungsformen als unter die Lehre der Erfindung fallend offenbart angesehen werden,
die nicht alle Merkmale der im Folgenden beschriebenen Ausführungsformen aufweisen.
Genauso ist es denkbar, Merkmale, die in Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen
beschrieben werden, selektiv miteinander zu kombinieren.
- Figur 1
- zeigt eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anordnung mit einem Flotationsgerät.
- Figur 2
- zeigt eine schematische Darstellung einer anderen bevorzugten Ausgestaltung einer
erfindungsgemäßen Anordnung mit mehreren Flotationsgeräten.
- Figur 3
- zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung einer
erfindungsgemäßen Anordnung wobei ein Flotationsgerät in einem Aufbereitungsgerät
integriert dargestellt ist.
- Figur 4
- zeigt eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anordnung mit einem Wärmetauscher.
- Figur 5
- zeigt eine schematische Darstellung einer anderen bevorzugten Ausgestaltung eines
Wärmetauschers als Freikühler-Temperiergerät.
- Figur 6
- zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung eines
Wärmetauschers als Freikühler-Temperiergerät.
Detaillierte Beschreibung der Figuren
[0060] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Anordnung an einer Druckmaschine 1 mit einem Flotationsgerät. In
dem dargestellten bevorzugten Fall handelt es sich bei der Druckmaschine 1 um eine
Bogenoffsetmaschine. Dargestellt ist ein zweiter Prozessmittelkreis 7 mit einem Vorlauf
71 und einem Rücklauf. Der zweite Prozessmittelkreis 7 ist in der dargestellten bevorzugten
Ausführungsform ein Feuchtmittelkreis, durch den der Druckmaschine Feuchtwasser zugeführt
wird. Das Flotationsgerät ist in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform als
Wasserstrahlpumpe ausgeführt.
[0061] Durch den verwendeten Begriff "zweiter" Prozessmittelkreis 7 soll nicht angedeutet
werden, dass die Anordnung zwei Prozessmittelkreise umfassen soll oder muss. Der Begriff
wurde lediglich gewählt, um diesen zweiten Prozessmittelkreis begrifflich von einem
anderen Prozessmittelkreis 3 zu unterscheiden, der z.B. in Figur 4 beschrieben wird.
[0062] In dem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Anordnung auch mit lediglich
einem Kreislauf ausführbar ist, in dem sowohl der bevorzugte Wärmetauscher 4 als auch
das Flotationsgerät und/oder andere beschriebene Bestandteile der Anordnung angeordnet
sind.
[0063] Dabei wird durch das Flotationsgerät bevorzugt fein verteilte Luft in das Prozessmittel
eingeführt, welche insbesondere in Form von sichtbaren Luftblasen auftreten, und die
zumindest über eine nicht unerhebliche Strecke stabil bleiben, derart, dass Partikel,
welche sich an den Luftblasen anlagern über die nicht unerhebliche Strecke transportierbar
sind. Demnach hat diese Ausführungsform den Vorteil, dass z.B. die durch den Druck-Prozess
sich im Feuchtmittel abscheidenden Feststoffe wie Puder, Papierbestandteile oder andere
Partikel in einem Schwebezustand haltbar sind bis sie an geeigneter Stelle z.B. mittels
einer Filtration dem Feuchtmittel-Kreislauf entzogen werden. Zu diesem Zweck ist in
der dargestellten bevorzugten Ausführungsform im Rücklauf 72 eine Filtereinheit vorgesehen.
[0064] Ein Aufbereitungsgerät 2 welches in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform
zwischen Vorlauf 71 und Rücklauf 72 vorgesehen ist, übernimmt die herkömmlich von
diesen Geräten übernommenen Aufgaben, welche eine zusätzliche Filterung, Kontrolle
und Ausgleich von gewünschten Bestandteilen des Feuchtmittels, Temperierung, etc.
umfassen können.
[0065] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer anderen bevorzugten Ausgestaltung
einer erfindungsgemäßen Anordnung mit mehreren Flotationsgeräten, welche in wesentlichen
Teilen, die nicht erneut beschrieben werden, der zuerst beschriebenen Ausführungsform
ähnelt.
[0066] Dabei zeigt die Figur 2 ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Wasserstrahlpumpen im
Zulauf von nicht dargestellten Feuchtmittelwannen von Feuchtwerken 10 angeordnet sind.
Dies hat den Vorteil, dass die Gasblasen in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform
im Bereich der Stelle im System erzeugt werden, wo sie gebraucht werden. Die Filtration
wird bei diesem Ausführungsbeispiel in einem Bypass zum Aufbereitungsgerät betrieben.
Denkbar ist ebenfalls, einen derartigen Bypass zwischen Vorlauf 71 und Rücklauf 72
vor dem Aufbereitungsgerät 2 oder im Aufbereitungsgerät 2 selber anzuordnen.
[0067] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung
einer erfindungsgemäßen Anordnung wobei das Flotationsgerät 9 einen Schnell-Rührer
umfasst, der in einem Aufbereitungsgerät integriert dargestellt ist. Neben dem schematisch
durch einen Propeller dargestellten Schnell-Rührer ist eine Feuchtmittel-Vorlauf-Pumpe
dargestellt, durch welche das Feuchtmittel der Druckmaschine zugeführt werden kann.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Filtration im Vorlauf angeordnet. Zusätzlich
befindet sich im Rücklauf ein Entschäumer.
[0068] Dieser Entschäumer 82 kann auch an anderen Stellen im Feuchtmittelkreislauf z.B.
im Bypass angeordnet werden und hat den Vorteil, dass eine übermäßige Schaumentwicklung
vermieden wird. Entschäumer 82 können z.B. auf chemischer oder physikalischer Basis
(z.B. Beregnen mit arteigener Flüssigkeit) aufgebaut sein.
[0069] In Figur 4 ist eine Druckmaschine 1 dargestellt, an die eine Aufbereitungsgerät 2
in dem bzw. über den zweiten Prozessmittelkreis 7 angeschlossen ist, der den bereits
beschriebenen Vorlauf 71 und den Rücklauf 72 aufweist und der z.B. zur Temperierung
des Prozessmittels in nicht gezeigter Weise dient. Eine zweite Verbindung zwischen
der Druckmaschine 1 und der Aufbereitungsgerät 2 weist einen Prozessmittelkreis 3
auf, der ebenfalls eine Speiseleitung 6 und eine als Rücklaufleitung gestaltete Prozessmittelleitung
5 umfasst und zur Kühlung des Prozessmittels dient. Vorlauf 71, Rücklauf 72, Speiseleitung
31 und Rücklaufleitung 32 stellen unterschiedliche Ausformungen einer Prozessleitung
5 dar.
[0070] Dabei ist in Figur 4 kein Flotationsgerät 9 sondern lediglich ein Wärmetauscher 4
dargestellt, der im Folgenden näher beschrieben wird. Ein oder mehrere erfindungsgemäße
Flotationsgeräte 9 können jedoch an beliebigen Stellen in den dargestellten Prozessleitungen
5 angeordnet sein.
[0071] Dabei ist denkbar, dass die Fluide, welche den zweiten Prozessmittelkreis 7 und den
Prozessmittelkreis 3 durchfließen, unterschiedliche Komponenten der Druckmaschine
1 kühlen. Ferner ist denkbar, dass im zweiten Prozessmittelkreis 7 und dem Prozessmittelkreis
3 unterschiedliche Fluide eingesetzt werden.
[0072] Bevorzugt ist, dass der Prozessmittelkreis 3 der Versorgung einer oder mehrerer Reinigungsvorrichtungen
und/oder einer oder mehrerer Feuchtmittelvorrichtungen dient und/oder zur Kühlung
der Druckzylinder dient.
[0073] Bei der bevorzugten Ausführungsform ist der gezeigte Wärmetauscher 4 als ein Freikühler-Temperiergerät
vorgesehen. Mit Freikühler-Temperiergerät ist in Bezug auf die beschriebenen Ausführungsformen
bevorzugt ein Gerät gemeint, das ausschließlich die Umgebungstemperatur, insbesondere
die Temperatur der Umgebungsluft, ausnutzt, um das Prozessmittel zu kühlen. Zu diesem
Zweck kann das Freikühler-Temperiergerät bevorzugt einen Luft - Prozessmittel - Wärmetauscher
aufweisen, z.B. in Form eines Luftkühlers. Dabei kann es ausreichend sein, wenn der
Wärmetauscher ein passiver Konvektionswärmetauscher ist. Denkbar ist ebenfalls, dass
Umgebungsluft oder andere Gase, wie z.B. Druckluft, aktiv auf Kühlelemente des Wärmetauschers
geblasen werden.
[0074] In Figur 5 ist eine Ausführungsform des Freikühler-Temperiergeräts gezeigt, bei dem
eine Blasvorrichtung 41, bevorzugt ein Gebläserad, Außenluft über eine Prozessmittel-Kammer
streichen lässt. Denkbar ist ebenfalls, dass die Blasvorrichtung 41 als Saugvorrichtung
ausgestaltet ist, welche Luft z.B. durch Kühlrippen des Wärmetauschers saugt.
[0075] Diese Prozessmittelkammer ist Bestandteil des Prozessmittelkreises 3, der unmittelbar
von aus der Druckmaschine kommendem Prozessmittel durchströmt wird, welches anschließend
an eine zusätzliche Aufbereitungsgerät 2 weitergeleitet wird.
[0076] Ferner ist eine Regeleinheit 46 vorgesehen, welche durch zwei Temperaturfühler 44,
45 die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Prozessmitteltemperatur ermittelt
und in Abhängigkeit von dieser Temperaturdifferenz die Blasvorrichtung 41 ansteuert
(An/Aus und/oder Drehzahl).
[0077] In Figur 6 ist weiter eine Ausführungsform des Freikühler-Temperiergeräts gezeigt,
bei dem zusätzlich zur Blasvorrichtung 41 eine Umgehungsleitung 43 vorgesehen ist.
Bei dieser besonders bevorzugten Ausführungsform kann das Prozessmittel teilweise
oder vollständig durch die Umgehungsleitung geführt werden, z.B. wenn die Prozessmitteltemperatur
über der Lufttemperatur liegt. Dazu ist ein Ventil 42 vorgesehen, welches über die
Regeleinheit 46 ansteuerbar ist. Je nach Ausführungsform kann das Ventil 42 z.B. als
Proportionalventil ausgestaltet werden, so dass der Betrag des Volumenstroms einstellbar
ist, oder z.B. als Dreiwegeventil, so dass eine reine Umschaltfunktion gegeben ist.
[0078] Denkbar ist ebenfalls, dass der Aspekt der Umgehungsleitung 43 ohne eine Blasvorrichtung
41 verwirklicht wird.
[0079] Ferner ist denkbar, dass weitere Temperaturfühler, z.B. in der von dem Freikühler-Temperiergerät
wegführenden Leitung, zusätzlich zu einem der beschriebenen Temperaturfühler 44, 55
oder alternativ zu einem oder beiden Temperaturfühlern 44, 55 vorgesehen werden.
[0080] Die Beschriebenen Ausführungsformen weisen den Vorteil auf, dass durch die Flotation
eine besonders gute Reinigung erzielbar ist, die dazu führt, dass auch bei erhöhten
Prozessmitteltemperaturen eine Verschmutzungsneigung des Feuchtmittels im Kreislauf
auch bei einer Reduzierung des Isopropanol-Anteils beseitigbar ist. Dabei kann das
Flotationsgerät durch eine Entkeimungsanlage ergänzt oder ersetzt werden. Durch eine
derartige Reinigung ist es möglich insbesondere auch Feuchtmittel mit einem reduzierten
Alkoholanteil bei Umgebungstemperatur zu betreiben, ohne durch Kältemaschinen zukühlen
zu müssen.
[0081] Daher ist an einer der beschriebenen Ausführungsformen der Anordnung das erfindungsgemäße
Verfahren ausführbar, welches das Temperieren des Feuchtmittels auf die jeweilige
Umgebungstemperatur umfasst und das Ansteuern der Entkeimungsvorrichtung in Abhängigkeit
von der Umgebungstemperatur derart, dass eine durch eine erhöhte Temperatur des Prozessmittels
hervorgerufene Verunreinigung entfernt wird.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 1
- Druckmaschine
- 10
- Feuchtwerk
- 2
- Aufbereitungsgerät
- 3
- Prozessmittelkreis
- 31
- Speiseleitung
- 32
- Rücklaufleitung
- 4
- Wärmetauscher
- 41
- Blasvorrichtung
- 42
- Ventil
- 43
- Umgehungsleitung
- 44
- erster Temperaturfühler
- 45
- zweiter Temperaturfühler
- 46
- Regeleinheit
- 5
- Prozessmittelleitung
- 7
- zweiter Prozessmittelkreis
- 71
- Vorlauf
- 72
- Rücklauf
- 8
- Prozessmittelreinigungsvorrichtung
- 81
- Filtereinheit
- 82
- Entschäumer
- 9
- Flotationsgerät
1. Anordnung an einer Druckmaschine (1) aufweisend, eine Prozessmittelreinigungsvorrichtung
(8), eine Prozessmittelleitung (5), welche die Prozessmittelreinigungsvorrichtung
(8) und die Druckmaschine (1) verbindet, und eine Entkeimungsvorrichtung.
2. Anordnung nach Anspruch 1, wobei die Prozessmittelleitung (5) Bestandteil eines Prozessmittelkreises
(3; 7) ist und wobei die Anordnung ferner ein Aufbereitungsgerät (2) aufweist, wobei
der Prozessmittelkreis (3; 7) einen Vorlauf (71; 31) aufweist, welcher Prozessmittel
von dem Aufbereitungsgerät (2) kommend der Druckmaschine (1) zuleitet, und wobei der
Prozessmittelkreis (3; 7) einen Rücklauf (72; 32) aufweist, welcher Prozessmittel
von der Druckmaschine (1) zum Aufbereitungsgerät (2) abführt.
3. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Prozessmittelreinigungsvorrichtung
(8) eine Filtereinheit (81) aufweist.
4. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Entkeimungsvorrichtung
eine UV-Strahlungsquelle und/oder eine Radiowellen-Strahlungsquelle und/oder eine
Heizvorrichtung und/oder eine Ultraschallquelle aufweist.
5. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, welche ferner einen Wärmetauscher
(4) aufweist, der zur Temperierung des Prozessmittels im Prozessmittelkreis vorgesehen
ist.
6. Anordnung nach Anspruch 5, wobei der Wärmetauscher (4) ein Freikühler-Temperiergerät
ist, wobei das Freikühler-Temperiergerät derart im Prozessmittelkreis vorgesehen ist,
dass es vom zu kühlenden Prozessmittel durchströmt wird.
7. Anordnung nach Anspruch 6, wobei das Freikühler-Temperiergerät deaktivierbar ist,
wenn die Temperatur des Prozessmittels in dem Abschnitt der Prozessmittelleitung (5),
die von der Druckmaschine (1) zum Freikühler-Temperiergerät führt, höher ist als die
Lufttemperatur der Luft, welche zur Kühlung des Freikühler-Temperiergerät verwendet
wird.
8. Anordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche 6 bis 7, welche ferner eine Umgehungsleitung
(43) aufweist, durch welche Prozessmittel an dem Freikühler-Temperiergerät vorbeileitbar
ist.
9. Anordnung nach Anspruch 8, welche ferner ein Ventil (42) aufweist, über welches ein
Prozessmittelstrom in das Freikühler-Temperiergerät oder die Umgehungsleitung (43)
einleitbar oder auf das Freikühler-Temperiergerät und die Umgehungsleitung (43) verteilbar
ist.
10. Anordnung nach 9, welche ferner einen ersten Temperaturfühler (44) aufweist, welcher
derart gestaltet und angeordnet ist, dass über den ersten Temperaturfühler (44) die
Prozessmitteltemperatur detektierbar ist, wobei das Ventil (42) und/oder die Blasvorrichtung
(41) in Abhängigkeit der detektierten Prozessmitteltemperatur steuerbar und/oder regelbar
ist.
11. Anordnung nach Anspruch 10, welche ferner einen zweiten Temperaturfühler (45) aufweist,
welcher derart gestaltet und angeordnet ist, dass über den zweiten Temperaturfühler
(45) die Lufttemperatur detektierbar ist, welche zur Temperierung des Freikühler-Temperiergeräts
dient, wobei das Ventil (42) und/oder die Blasvorrichtung (41) in Abhängigkeit der
detektierten Lufttemperatur steuerbar und/oder regelbar ist.
12. Verfahren zum Betrieb einer Anordnung zur Prozessmittelversorgung an einer Druckmaschine
umfassend die Schritte
Bereitstellen einer Anordnung zur Prozessmittelversorgung an einer Druckmaschine umfassend
eine Entkeimungsvorrichtung,
und
Entkeimen des Prozessmittels durch die Entkeimungsvorrichtung.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei das Verfahren ferner folgende Schritte umfasst:
Bereitstellen eines Freikühler-Temperiergerät,
Temperieren des Prozessmittels auf die jeweilige Umgebungstemperatur mittels der Freikühler-Temperiervorrichtung.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei das Freikühler-Temperiergerät und die Entkeimungsvorrichtung
derart gestaltet bereitgestellt werden, wie in einem der Ansprüche 6 bis 11 beschrieben.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei das Verfahren ferner einen Erhitzungsschritt
umfasst, wobei Prozessmittel auf zumindest 60°C erhitzt wird.