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EP 2 246 457 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.12.2017 Patentblatt 2017/49 |
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Anmeldetag: 27.03.2010 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zum Aufrauhen einer Metalloberfläche, insbesondere einer Zylinderwandung
eines Kurbelgehäuses
Method for roughening a metal surface, in particular a cylinder wall of a crankcase
Procédé de dépolissage d'une surface métallique, notamment d'une paroi cylindrique
d'un carter
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
30.04.2009 DE 102009019674
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.11.2010 Patentblatt 2010/44 |
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Patentinhaber: Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft |
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80809 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Wagener, Wolfram, Dr.
34305 Niedenstein (DE)
- Bartholomie, Georg
84100 Niederaichbach (DE)
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Entgegenhaltungen: :
WO-A2-02/02845
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DE-A1-102004 038 176
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1. Ein derartiges Verfahren ist aus der
WO 02/02845 A2 bekannt.
Zum relevanten Stand der Technik zählen ferner die
EP 568315 B1,
US 5626674 sowie die
US 5380564. Bei den dort beschriebenen
[0002] Verfahren geht es darum, Zylinderlaufflächen von Kurbelgehäusen durch Bestrahlen
mit einem Hochdruckstrahl aus reinem Wasser aufzurauhen. Die Zylinderlaufflächen werden
durch den Hochdruckwasserstrahl erodiert, wobei weiche Gefügephasen aus der Oberfläche
herausgewaschen werden. Ergebnis dieses Erosionsprozesses ist eine im Vergleich zum
Ausgangszustand rauhe Oberfläche mit Hinterschneidungen und Kanälen, die dann optimal
für eine anschließende Beschichtung mit einem Beschichtungsmaterial geeignet ist,
wobei durch die "Hinterschneidungen" eine sehr gute Haftung der Beschichtung auf dem
darunter befindlichen Material erreicht wird.
Die in den oben genannten Dokumenten beschriebenen Verfahren arbeiten, wie bereits
erwähnt, mit reinem Wasser. Aufgrund der hohen kinetischen Energie mit der der Hochdruckwasserstrahl
auf die Zylinderlaufflächen auftrifft, erwärmt sich das Kurbelgehäuse auf eine Temperatur
im Bereich zwischen 50°C und 90°C, wobei das Wasser zumindest teilweise verdampft.
Um den Wasserstrahl hinreichend stark zu beschleunigen, so dass die Zylinderlaufflächen
bis in eine Tiefe von 50 - 100 µm "zerfurcht" werden, ist ein sehr hoher Pumpendruck
und ein in Relation zu dem Druckniveau großer Volumenstrom erforderlich.
Derzeit bieten nur einige wenige Pumpenhersteller Pumpen an, welche die erforderlichen
Drücke von 250 - 350 MPa (2500 - 3500 bar) bei einem Volumenstrom von 10 - 25 Liter/min
erzeugen können. Dementsprechend teuer ist nicht nur die Pumpentechnik an sich, sondern
auch die Wiederaufbereitung des Volumens des verwendeten Wassers. Zur Herausfilterung
der erosiv abgetragenen Metallpartikel aus dem Wasser werden nämlich Filter benötigt,
die Partikel in der Größenordnung von einem Durchmesser von 1 µm herausfiltern können.
Aufgabe der Erfindung ist es, das an sich bekannte Verfahren zum Aufrauhen von Metalloberflächen
so zu modifizieren, dass es kostengünstiger und mit einem geringeren technischen Aufwand
durchführbar ist.
[0003] Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen
des Verfahrens sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 8 definiert. Das Grundprinzip
der Erfindung besteht darin, anstatt mit reinem oder im Wesentlichen reinem Wasser
mit einem Gemisch aus Wasser und einer Substanz in Form einer Natronlauge zu arbeiten,
die mit der aufzurauhenden Metalloberfläche chemisch reagiert bzw. diese "angreift".
Zusätzlich zu einer rein mechanischen, d.h. erosiven bzw. abrasiven Aufrauhung mittels
eines Hochdruckwasserstrahls erfolgt eine zusätzliche, auf chemischen Vorgängen beruhende
Aufrauhung der Metalloberfläche. Ein ganz wesentlicher, sich hieraus ergebender Vorteil
ist darin zu sehen, dass im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren mit geringeren
Drücken gearbeitet werden kann, wodurch sich die Investitionskosten für die Pumpentechnik
verringern. Je nach Art und Konzentration der dem Wasser zugegebenen Substanz kann
das Druckniveau des Hochdruckwasserstrahls auf 100 bis 250 MPa (1000 bis 2500 bar)
abgesenkt werden, ohne dass sich dadurch die "Aufrauhleistung" bzw. "Aufrauhqualität"
gegenüber herkömmlichen Verfahren verschlechtert.
[0004] Sehr gute Ergebnisse lassen sich dadurch erzielen, dass dem verwendeten Wasser Natronlauge
(NaOH) z.B. in einer Konzentra-tion zugesetzt wird, mit der sich ein Laugenanteil
im Bereich zwischen 0,001 % bis 7 % des Gesamtgemischs ergibt.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird die Metalloberfläche nach dem Aufrauhvorgang
sorgfältig von Laugenrückständen befreit. Die Entfernung von Laugenrückständen kann
beispielsweise durch Abspülen mit niedrigem Druck mit reinem Wasser erfolgen.
Alternativ oder ergänzend zur Zugabe einer Lauge kann dem Wasser auch ein "Flussmittel"
zugesetzt werden. Sogenannte Flussmittel sind aus der Löttechnik bekannt. Sie werden
auf das Werkstück aufgetragen, um beim Löten eine gute Verbindung zwischen dem Lotmaterial
und dem Material des Werkstücks zu erreichen. Dieses Prinzip kann auch beim Aufrauhen
von Metalloberflächen mittels eines Hochdruckwasserstrahls eingesetzt werden. Nach
dem Abstrahlen der aufzurauhenden Metalloberfläche und der Trocknung und Abkühlung
der Oberfläche verbleiben Reste des dem zum Abstrahlen verwendeten Wassers zugesetzten
Flussmittels auf der Metalloberfläche zurück.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird die Metalloberfläche nach dem Aufrauhen
mittels eines thermischen Beschichtungsverfahrens beschichtet. Ein geeignetes, bekanntes
Beschichtungsverfahren ist z.B. das Lichtbogendrahtspritzverfahren, bei dem mittels
eines Lichtbogens energiereiche Metallpartikel auf die zu beschichtende Oberfläche
"geschossen" werden. Aufgrund der beim Auftreffen der Metallpartikel abzubauenden
kinetische Energie bzw. aufgrund der hierbei lokal entstehenden hohen Drücke kommt
es zum einem starken Temperaturanstieg, was dazu führt, dass die Flussmittelrückstände
mit dem Material der Metalloberfläche (z.B. Aluminium bzw. Aluminium-Legierung) chemisch
reagieren, was zu einer Entoxidierung der Metalloberfläche und im Ergebnis zu einer
oxidarmen Verbindung zwischen dem Beschichtungsmaterial (z.B. Fe-Legierungen oder
AI-Legierungen) und dem Material des Werkstücks (z.B. Aluminium) führt.
[0005] Als "Flussmittel" kann z.B. das von der Solvay Fluor GmbH unter dem Markennamen "Nocoloc"
hergestellte Flussmittel verwendet werden. Das Flussmittel kann dem zum Aufrauhen
verwendeten Wasser in einer Konzentration zwischen z.B. 0,01 % und 10 % zugegeben
werden.
[0006] Dem zum Aufrauhen verwendeten Wasser wird ferner ein Farbstoff zugegeben Beispielsweise
können Farbpigmente in einer Größenordnung zwischen 0,01 µm und 1 µm in einer Konzentration
von bis zu 15 % dem Wasser zugegeben werden. Die Zugabe von Farbstoff ermöglicht dann
in einfacher Weise eine Kontrolle, ob sich die dem Wasser zugesetzte Lauge bzw. das
dem Wasser zusätzlich zugesetzte Flussmittel gleichmäßig auf der aufzurauhenden bzw.
aufgerauhten Metalloberfläche verteilt hat.
1. Verfahren zum Aufrauhen einer Metalloberfläche, insbesondere einer Zylinderwandung
eines Kurbelgehäuses, wobei
• die Metalloberfläche durch Besprühen mit einem Hochdruckflüssigkeitsstrahl mechanisch
aufgerauht wird und
• als Flüssigkeit ein Gemisch aus Wasser und einer Substanz verwendet wird, das bzw.
die mit der Metalloberfläche chemisch reagiert,
dadurch gekennzeichnet, dass
• das Aufrauhen ein mechanisches und chemisches Aufrauhen ist, wobei die Substanz
eine Natronlauge (NaOH) ist und
• dem Wasser ein Farbstoff zugegeben wird, wodurch kontrolliert wird, ob die dem Wasser
zugegebene Natronlauge sich gleichmäßig auf der aufzurauhenden Metalloberfläche verteilt
hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Natronlauge (NaOH) um eine konzentrierte Natronlauge handelt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufrauhen der Metalloberfläche Reste der dem Wasser zugesetzten Natronlauge
mit reinem Wasser von der Metalloberfläche entfernt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdruckflüssigkeitsstrahl einen Druck von bis zu 350 MPa (3500 bar), insbesondere
einen Druck im Bereich zwischen 100 und 250 MPa (1000 bar und 2500 bar) aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch zusätzlich ein Flussmittel enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass nach dem mechanischen Aufrauhen Flussmittel auf der aufgerauhten Metalloberfläche
zurückbleibt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Metalloberfläche nach dem Aufrauhen mittels eines thermischen Beschichtungsverfahrens
mit einer Oberflächenbeschichtung versehen wird, wobei es bei der hierbei an der Metalloberfläche
auftretenden Temperatur zu einer chemischen Reaktion des auf der Metalloberfläche
verbliebenen Flussmittels mit dem Werkstoff der Metalloberfläche kommt, insbesondere
zu einer Entoxidierung der Metalloberfläche und zu einer oxidarmen Verbindung zwischen
dem Beschichtungsmaterial und der Metalloberfläche.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass als Beschichtungsverfahren Laserspritzen zum Einsatz kommt, insbesondere ein thermisches
Beschichtungsverfahren wie das Plasma- oder Lichtbogend rahtspritzen.
1. A method for roughening a metal surface, especially a cylinder wall of a crankcase,
wherein
• the metal surface is mechanically roughened by spraying with a high-pressure liquid
jet, and
• as liquid a mixture of water and a substance which chemically reacts with the metal
surface is used,
characterised in that
• the roughening is mechanical and chemical roughening, with the substance being a
sodium hydroxide solution (NaOH), and
• a dye is added to the water, by means of which it is checked whether the sodium
hydroxide solution added to the water has been distributed uniformly on the metal
surface to be roughened.
2. A method according to Claim 1,
characterised in that the sodium hydroxide solution (NaOH) is a concentrated sodium hydroxide solution.
3. A method according to one of Claims 1 or 2,
characterised in that after the roughening of the metal surface remnants of the sodium hydroxide solution
added to the water are removed from the metal surface with pure water.
4. A method according to one of Claims 1 to 3,
characterised in that the high-pressure liquid jet is at a pressure of up to 350 MPa (3500 bar), especially
a pressure in the range between 100 and 250 MPa (1000 bar and 2500 bar).
5. A method according to one of Claims 1 to 4,
characterised in that the mixture additionally contains a flux.
6. A method according to Claim 5,
characterised in that after the mechanical roughening flux remains behind on the roughened metal surface.
7. A method according to one of Claims 5 or 6,
characterised in that the metal surface after the roughening is provided with a surface coating by means
of a thermal coating process, with a chemical reaction of the flux remaining on the
metal surface with the material of the metal surface occurring at the temperature
which occurs at the metal surface in this case, especially with deoxidation of the
metal surface and a low-oxide join between the coating material and the metal surface
occurring.
8. A method according to Claim 7,
characterised in that laser spraying is used as the coating process, especially a thermal coating process
such as plasma or arc wire spraying.
1. Procédé permettant de rendre rugueuse ou décaper une surface métallique, en particulier
une paroi cylindrique d'un carter de moteur, selon lequel :
• la surface métallique est rendue mécaniquement rugueuse par pulvérisation avec un
jet de liquide haute pression, et
• en tant que liquide on utilise un mélange d'eau et d'une substance qui réagit chimiquement
avec la surface métallique,
caractérisé en ce que
• le décapage est un décapage mécanique et chimique, la substance réactive étant une
solution de soude (NaOH), et
• une substance colorée est ajoutée à l'eau de façon à permettre de contrôler si la
solution de soude ajoutée à l'eau se répartie uniformément sur la surface métallique
à rendre rugueuse.
2. Procédé conforme à la revendication 1,
caractérisé en ce que
la solution de soude (NaOH) est une solution de soude concentrée.
3. Procédé conforme à l'une des revendications 1 et 2,
caractérisé en ce qu'
après le décapage de la surface métallique les résidus de la solution de soude ajoutée
à l'eau sont éliminés de la surface métallique avec de l'eau pure.
4. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le jet de liquide haute pression présente une pression allant jusqu'à 350 MPa (3500
bar), et en particulier une pression située dans la plage comprise entre 100 et 250
MPa (1000 bar et 2500 bar).
5. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
le mélange renferme en outre un fondant.
6. Procédé conforme à la revendication 5,
caractérisé en ce qu'
après le décapage mécanique, le fondant reste sur la surface métallique rendue rugueuse.
7. Procédé conforme à la revendication 5 ou 6,
caractérisé en ce qu'
après le décapage, la surface métallique est équipée d'un revêtement de surface par
un procédé de revêtement thermique, et il se produit à la température alors présente
sur la surface métallique, une réaction chimique entre le fondant restant sur cette
surface métallique et le matériau de celle-ci, en particulier une désoxydation de
la surface métallique et une liaison pauvre en oxyde entre le matériau de revêtement
et la surface métallique.
8. Procédé conforme à la revendication 7,
caractérisé en ce qu'
en tant que procédé de revêtement on met en oeuvre une pulvérisation laser, en particulier
un procédé de revêtement technique tel qu'une projection par plasma ou par projection
au fil à l'arc électrique.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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