[0001] Die Erfindung betrifft eine Verschiebevorrichtung für drehbar gehaltene Trennelemente
und ein mit dieser Verschiebevorrichtung versehenes Möbelstück nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 bzw. 16.
[0002] Zum Trennen oder Gestalten von Räumen oder zum Abschliessen von Möbelstücken werden
oft Glas- oder Holzwände, Türen oder Läden verwendet.
[0003] Da ein drehbar gehaltenes Trennelement nach dem Öffnen eines Möbelstücks meist störend
in Erscheinung tritt, wurden Lösungen entwickelt, die es erlauben, das Trennelement
nach dem Öffnen des Möbelstücks in einen darin vorgesehenen, gegebenenfalls durch
eine Zwischenwand begrenzten Zwischenraum einzuschieben.
[0004] Aus [1], US 5'149'180 A, ist ein Möbelstück mit einer Verschiebevorrichtung bekannt,
mittels der eine an einem Anschlagprofil drehbar gehaltene Tür aus einer Gebrauchsposition
in ein Türfach versenkbar ist, welches mindestens eine Seitenwand aufweist. Das Anschlagprofil
ist von einem Scherenkreuz, welches zwei gelenkig miteinander verbundene Scherenelemente
aufweist, beim Einfahren in das Türfach und beim Ausfahren in vertikaler Lage gehalten.
Eines der beiden Scherenelemente ist mit dem oberen Ende an der Oberseite des Anschlagprofils
an einem Scherenlager drehbar und mit dem unteren Ende innerhalb des Türfachs in einer
Führungsvorrichtung drehbar und vertikal verschiebbar gehalten. Das zweite Scherenelement
ist mit dem oberen Ende innerhalb des Türfachs in einer Verankerung drehbar und mit
dem unteren Ende an der Unterseite des Anschlagprofils drehbar und vertikal verschiebbar
gehalten. Beim Versenken und Ausfahren der Türe bleiben die oberen Enden der Scherenelemente
daher stets auf gleicher Höhe, während die unteren Enden vertikal verschoben werden.
Die Drehpunkte an den Enden der Scherenelemente bilden im Idealfall stets ein Rechteck.
Durch das Lösen des Scherenlagers vom Anschlagprofil kann dieses vertikal verschoben
werden, um die Tür innerhalb des Türfachs in gleichem Abstand von der Oberseite und
der Unterseite des Schrankes zu positionieren.
[0005] Ferner sind in [1] eine obere und eine untere Schiene vorgesehen, entlang denen das
Anschlagprofil mittels Führungslaschen geführt ist, um ein Verdrehen und Verklemmen
des Scherenkreuzes zu verhindern.
[0006] Aufgrund verschiedener Einflussfaktoren kann jedoch der Fall auftreten, dass das
Anschlagprofil nicht vertikal ausgerichtet ist. Dieser Problematik wird in [1] begegnet,
indem die im Türfach vorgesehene Verankerung, durch die das obere Ende des zweiten
Schienenelements innerhalb des Türfachs drehbar gehalten ist, justiert werden kann.
Die an der Innenseite der Seitenwand vorgesehene Verankerung ist mittels einer ersten
und einer zweiten Schraube mit einem an der Aussenseite der Seitenwand vorgesehenen
Justierteil verbunden, wodurch eine Klemmverbindung gebildet wird. Nach dem Lösen
der Klemmverbindung sind die Verankerung und das Justierteil um die ortsfest gehaltene
erste Schraube drehbar, während die zweite Schraube in einem Hohlraum der Seitenwand
verschiebbar ist.
[0007] Nach dem Lösen der beiden Schrauben ist die Unterseite der Verankerung, an der der
Drehpunkt des zweiten Kreuzelements vorgesehen ist, daher vor- und zurück verschiebbar,
so dass das Scherenkreuz mit dem Anschlagprofil vor und zurück geneigt und an passender
Stelle wieder fixiert werden kann. Stellt sich etwa nach dem Anschlagen der Türe heraus,
dass diese etwas nach aussen hängt, so werden die beiden Schrauben gelöst und die
Verankerung und der Justierteil gedreht, bis das Anschlagprofil mit der Türe vertikal
ausgerichtet ist. Nach beendeter Justierung wird die Schraubverbindung wieder angezogen,
so dass eine Klemmverbindung zwischen der Verankerung und dem Justierteil sowie der
dazwischen liegenden Seitenwand wieder erstellt wird. Zusätzlich wird das Justierteil
mittels einer dritten Schraube gegen ein weiteres Verdrehen gesichert.
[0008] Bei dieser Vorrichtung erfordert die Justierung daher einen Zugriff zu dem an der
Seitenwand vorgesehenen Justierteil, welches gelöst und gedreht werden muss. Gleichzeitig
ist darauf zu achten, dass das Anschlagprofil und die Tür tatsächlich in dem erforderlichen
Masse geneigt werden. Dabei kann mehrmaliges Nachjustieren erforderlich sein. Ferner
ist zu beachten, dass die Tür mit dem Anschlagprofil nach dem Lösen der Schrauben
nicht nach vorn kippt und die Verankerung und das Justierteil mit sich zieht. Nach
dem Lösen der Schrauben muss die Tür daher gehalten und die Einstellung schrittweise
verändert und überprüft werden. Dadurch resultiert ein erheblicher Aufwand zur präzisen
Justierung der Vorrichtung. Weiterhin ist zu beachten, dass die jeweilige Sicherung
der Klemmverbindung mittels der dritten Schraube ebenfalls Aufwand verursacht und
nach mehreren Justierungen, bei denen die dritte Schraube an benachbarten Stellen
positioniert wurde, kaum mehr zuverlässig ist.
[0009] Ferner resultieren weitere Nachteile. In vielen Fällen ist die das Türfach begrenzende
Seitenwand nicht frei zugänglich. Dies z.B., wenn der Schrank seitlich an einer Gebäudewand
ansteht. In diesem Fall muss der Schrank nach vorne geschoben werden, um die Justierung
vornehmen zu können. Ferner ist es möglich, dass der Schrank freisteht und die Seitenwand
frei sichtbar ist. In diesem Fall tritt das Justierteil mit den Schrauben störend
in Erscheinung.
[0010] Ferner ist zu beachten, dass nicht nur die Justierung, sondern auch die Installation
dieser Vorrichtung mit relativ hohem Aufwand verbunden ist, da die Seitenwand mit
den entsprechenden Bohrungen zu versehen ist.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Verschiebevorrichtung
für drehbar gehaltene Trennelemente und ein mit dieser Verschiebevorrichtung versehenes
Möbelstück zu schaffen.
[0012] Insbesondere ist eine einfach aufgebaute Verschiebevorrichtung zu schaffen, die mit
minimalem Aufwand installiert und präzise justiert werden kann.
[0013] Diese Aufgabe wird mit einer Verschiebevorrichtung und mit einem mit dieser Verschiebevorrichtung
versehenen Möbelstück gelöst, welche die in Anspruch 1 bzw. 16 angegebenen Merkmale
aufweisen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung, insbesondere ein vorteilhaft
ausgestaltetes Laufwerk und ein vorteilhaft ausgestaltetes Scharnier, sind in weiteren
Ansprüchen angegeben.
[0014] Die Verschiebevorrichtung dient dem Halten eines Trennelements, welches drehbar mit
einem Anschlagprofil verbunden ist, das von einem ersten Scherenelement eines Scherenkreuzes
verschiebbar von einem zweiten Scherenelement des Scherenkreuzes über ein Scherenlager
fest gehalten ist.
[0015] Erfindungsgemäss weist das Scherenlager einen an das Anschlagprofil angepassten und
mit diesem verbindbaren Profilkörper auf, der an einem Profilteil gelenkig mit dem
ersten Endstück eines Justierhebels verbunden ist, dessen zweites Endstück einerseits
drehbar mit dem zweiten Scherenelement verbunden und andererseits von einem Justierbolzen
gehalten ist, dessen Gewindeschaft in einem Gewindekanal des Profilkörpers drehbar
gelagert ist.
[0016] Durch Drehen des Justierbolzens kann der Abstand zwischen dem am Anschlagprofil gehaltenen
Scherenlager und dem zweiten Scherenelement und somit die Neigung des Anschlagprofils
wahlweise eingestellt werden. Vorzugsweise wird das mit dem zweiten Scherenelement
verbundene Scherenlager an der Oberseite des Anschlagprofils befestigt, während das
erste Scherenelement an der Unterseite des Anschlagprofils verschiebbar geführt ist.
Stellt der Anwender fest, dass das Trennelement nach unten neigt, so kann er den Abstand
zwischen dem Scherenlager und somit der Oberseite des Anschlagprofils und dem zugehörigen
Endstück des zweiten Scherenelements reduzieren. Sofern die Verschiebevorrichtung
in einem Möbelstück montiert und das Trennelement in einem Türfach versenkbar ist,
so kann das Trennelement vollständig ausgezogen und auf den Justierbolzen zugegriffen
werden, um die erforderliche Justierung durchzuführen.
[0017] Die Justierung kann daher unmittelbar beim Anschlagprofil erfolgen und muss nicht
an einem entfernt liegenden Ende des Scherenkreuzes durchgeführt werden, wie dies
beim Gegenstand von [1] erforderlich ist. Dabei muss keine Klemmvorrichtung gelöst
und nach dem Justierelement wieder fest gezogen werden. Das Trennelement muss während
des Justiervorgangs nicht gehalten werden, sondern kann unter Last eingestellt werden.
Die Justierung erfolgt daher unter Last mit minimalem Aufwand millimetergenau. Eine
Nachjustierung ist nicht notwendig, da nach Abschluss des Justiervorgangs keine Laständerung
erfolgt.
[0018] In einer vorzugsweisen Ausgestaltung durchläuft der der Aufnahme des Justierbolzens
dienende Gewindekanal den Profilkörper, vorzugsweise das mit dem Justierhebel verbundene
Profilteil, von der dem Scherenkreuz zugewandten Rückseite bis zur Frontseite. Der
Justierbolzen kann daher von der Frontseite des Profilkörpers her erfasst und bedient
werden.
[0019] Dazu weist der Justierbolzen frontseitig vorzugsweise eine Werkzeugöffnung beispielsweise
einen Innen-Sechskant auf, in den ein Werkzeug einführbar ist. Die Stellschraube kann
in dieser vorzugsweisen Ausgestaltung beispielsweise mit einem Sechskant-Schlüssel
erfasst und gedreht werden.
[0020] Vorzugsweise wird vorgesehen, dass der Justierbolzen an dem dem Justierhebel zugewandten
Ende einen Bolzenkopf aufweist, der in einer im Justierhebel vorgesehenen Aufnahmeöffnung
drehbar gehalten ist. Bei dieser Ausgestaltung drückt der Justierbolzen nicht einseitig
an den Justierhebel, sondern hält diesen fest und führt ihn zu der vom Anwender gewünschten
Position, vor oder zurück.
[0021] In einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung weist der Justierhebel am zweiten Endstück
eine Montagelasche auf, durch die hindurch eine mit dem zweiten Scherenelement verbundene
Lagerschraube geführt ist.
[0022] Die Montagelasche weist vorzugsweise eine lang gezogene Öffnung auf, entlang der
der Schaft der Lagerschraube während des Justiervorgangs verschiebbar ist. Auf diese
Weise kann der Schaft der Lagerschraube seine Position innerhalb der Montagelasche
ändern, wodurch eine Blockierung verhindert wird.
[0023] An dem dem Drehpunkt entferntesten Ende des Justierhebels ist vorzugsweise eine Führungsnase
vorgesehen, die in einem Führungskanal geführt ist, der in einem Fundstück des Profilteils
vorgesehen ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Justierhebel nur in
einer Ebene drehbar ist.
[0024] Der Profilkörper des Scherenlagers weist vorzugsweise ein gegebenenfalls mit Halteelementen,
wie Halteklauen und Halteleisten, versehenes L-Profil oder U-Profil sowie Gewindebohrungen
auf, in denen Fixierschrauben gegen das Anschlagprofil drehbar sind, um das Anschlagprofil
und den Profilkörper gegenseitig zu verkeilen. Durch Lösen der Fixierschrauben kann
das Scherenlager vom Anschlagprofil gelöst werden, wonach das Anschlagprofil, welches
normalerweise mittels mehreren Scharnieren mit dem Trennelement verbunden ist, vertikal
verschoben werden kann. Mit den beschriebenen Massnahmen gelingt es somit, das Trennelement
in der Höhe und in der Neigung mit einfachsten Massnahmen präzise zu justieren.
[0025] Insbesondere bei schweren Trennelementen wird das Scherenkreuz vorzugsweise entlastet.
Erfindungsgemäss wird dazu am oberen Ende des Anschlagprofils ein Laufwerk mit Laufrädern
montiert, die auf einer Laufschiene geführt werden. Das Gewicht des Trennelements
wird daher vom Laufwerke getragen, während das verbleibende Drehmoment durch das erheblich
entlastete Scherenkreuz aufgefangen wird.
[0026] Wesentlich ist hier wieder die korrekte Einstellung der Höhe des vom Laufwerk gehaltenen
Anschlagprofils. Die optimale Funktion der Verschiebevorrichtung ist nämlich nur dann
gewährleistet, wenn alle Elemente einwandfrei aufeinander abgestimmt sind. Es ist
daher wiederum von zentraler Bedeutung, dass die Höhe des Anschlagprofils relativ
zur senkrecht dazu verlaufenden Laufschiene mit einfachen Massnahmen präzise eingestellt
werden kann. Dabei soll vermieden werden, dass das Laufwerk vom Anschlagprofil gelöst
und verschoben werden muss, was eine einfache und präzise Justierung praktisch verunmöglichen
würde.
[0027] In einer vorzugsweisen Ausgestaltung weist der Körper des Laufwerks daher ein Gehäuse
auf, in dem ein Stellelement höhenverschiebbar gelagert ist. An der Oberseite des
Stellelements wird ein Traghebel, an dem die beiden Laufräder mittels Radachsen befestigt
sind, vorzugsweise drehbar gehalten. Durch die Verwendung des drehbaren Traghebels
resultiert eine optimale Lastverteilung auf beide Laufräder. Unabhängig von der Neigung
des Aufnahmeprofils relativ zur Laufschiene erfüllt das Laufwerk daher stets optimal
seinen Dienst. Eine einseitige Belastung nur eines Laufrades, welche zu einem frühen
Verschleiss führen könnte, wird vermieden Das Stellelement weist vorzugsweise einen
Haltestab auf, an dessen Oberseite der Traghebel mittels einer Zentralachse drehbar
gehalten und an dessen Unterseite ein Haltekeil vorgesehen ist. Die obere Keilfläche
des Haltekeils, die gegenüber der Laufrichtung des Laufwerks geneigt ist, wirkt mit
der unteren Keilfläche eines Justierkeils zusammen, der mittels einer vom Laufwerkskörper
gehaltenen Stellschraube gegenüber dem Haltekeil verschiebbar ist. Mit der Verschiebung
des Justierkeils wird der Haltekeil daher nach oben oder nach unten verschoben werden.
Typischerweise ist die Stellschraube in Laufwerksgehäuse parallel zur Laufrichtung
des Laufwerks gelagert.
[0028] Vorzugsweise wird eine mit einem Gewindeschaft versehene Stellschraube verwendet,
die an beiden Enden je einen Schraubenkopf aufweist, die je in einer Lageröffnung
des Laufwerksgehäuses drehbar, jedoch nicht verschiebbar gehalten sind. Die Lageröffnungen
sind in zwei einander gegenüberliegenden Seiten des Laufwerksgehäuses vorgesehen,
weshalb die Stellschraube das Laufwerksgehäuse vollständig durchläuft. Der Gewindeschaft
der Stellschraube ist in einem Gewindekanal des Justierkeils gehalten, weshalb dieser
mit jeder Drehung der Stellschraube entlang dieser verschoben wird. Auf die Stellschraube
kann somit von beiden Seiten des Laufwerksgehäuses zugegriffen werden. Eine Justierung
ist wiederum frontseitig möglich. Vorzugsweise sind der Justierbolzen des Scherenlagers
und die Stellschraube des Laufwerks mit demselben Werkzeug bedienbar.
[0029] Das erfindungsgemässe Laufwerk ist in der hier vorgestellten Verschiebevorrichtung
besonders vorteilhaft einsetzbar. Da sich bei weiteren Trennelementen, wie Schiebetüren
oder Schiebeläden, die direkt an einem Laufwerk aufgehängt sind, ähnliche Probleme
stellen, die mit dem erfindungsgemässen Laufwerke gelöst werden können, so ist die
Verwendung dieses Laufwerks nicht auf die vorliegende Erfindung beschränkt, sondern
kann mit beliebigen Trennelementen eingesetzt werden.
[0030] Das Trennelement ist bei der erfindungsgemässen Verschiebevorrichtung durch wenigstens
ein Scharnier mit dem Anschlagprofil verbunden. Scharniere für Möbeltüren sind aus
zahlreichen Publikationen bekannt.
[0031] Aus, [2],
EP 0 909 864 A2, ist ein für Möbeltüren vorgesehenes Scharnier mit einem Scharnierarm bekannt, der
mittels eines äusseren und eines inneren Gelenkhebels, die zusammen mit vier Gelenkachsen
ein Gelenkviereck bilden, mit einem Scharniertopf verbunden ist. Einer der Gelenkhebel
ist als doppelarmiger Hebel mit einem frei in den Scharnierarm weisenden Arm ausgebildet,
der von einer im Scharnierarm gelagerten Feder beaufschlagt wird und der zwei senkrecht
zu den Gelenkachsen ausgerichtete Seitenstege aufweist. Dabei drückt die Feder auf
einen vorzugsweise zylindrischen Metallstift, der zwischen den Seitenstegen des frei
in den Scharnierarm ragenden Armes des Gelenkhebels gehalten ist.
[0032] Durch die Verwendung eines Metallstifts, der aus wesentlich hochwertigerem und abriebfesterem
Material besteht, als der Gelenkhebel, kann die Lebensdauer des Scharniers im Vergleich
zu einem Scharnier, bei dem die Feder direkt am Gelenkshebel reibt, beträchtlich erhöht
werden.
[0033] Aus, [3],
EP 1 048 809 A1, ist ein Scharnier bekannt, bei dem eine Blattfeder auf einen Block beispielsweise
aus Kunststoff einwirkt, der auf einen Gelenkhebel aufgesetzt ist. Durch die Verwendung
eines Blocks aus Kunststoff soll wiederum die Reibung zwischen dem Gelenkhebel und
der Blattfeder reduziert werden.
[0034] [4],
DE 3914103 A1, zeigt eine Lösung, bei der die Feder über einen einarmigen Hebel auf den Gelenkhebel
einwirkt. Bei dieser Lösung bleibt die Feder geschützt, während die Reibung zwischen
dem einarmigen Hebel und dem Gelenkhebel erfolgt.
[0035] Das gegenseitige Reiben von Vorrichtungsteilen führt daher zu einem mehr oder weniger
frühzeitigen Verschleiss des Scharniers. Die Einsatz zusätzlicher Teile, beispielsweise
des erwähnten Metallstifts, des Kunststoffblocks oder des einarmigen Hebels, führt
nur zu einer Reduktion des Verschleisses, jedoch zu einem höheren Aufwand und Raumbedarf.
[0036] Nachteilig ist ferner, dass die erwähnte Reibung zwischen den Vorrichtungsteilen
Kräfte absorbiert, die für die Funktion des Scharniers nicht mehr zur Verfügung stehen.
[0037] Zudem ist die Krafteinwirkung der Feder auf das mit dem Scharnier verbundene Trennelement
relativ gering, so dass die Funktionen zur Öffnung oder zur Schliessung des Trennelements
durch die Federkraft kaum, teilweise oder überhaupt nicht unterstützt werden. Typischerweise
erfolgt lediglich ein Halten des Trennelements in einer Stellung des Trennelements.
Beim Gegenstand von [4] tritt lediglich in der Schliessposition des Trennelements
ein relativ geringes Schliessmoment auf.
[0038] Ferner resultieren aufgrund der Reibung innerhalb des Scharniers störende Geräusche.
[0039] Weiterhin nimmt die Feder in den Scharnieren von [2], [3] und [4] relativ viel Raum
in Anspruch, welcher naturgemäss nur spärlich zur Verfügung steht.
[0040] Nachteilig bei den Vorrichtungen von [2], [3] und [4] ist ferner, dass die Scharnierstellung
mit geöffnetem Trennelement nicht justierbar ist. Das Trennelement ist in geöffneter
Stellung daher nicht senkrecht zum Möbel und zum gegebenenfalls darin vorgesehenen
Türfach ausgerichtet, weshalb einerseits ein ästhetisch nicht vorteilhafter Eindruck
resultiert und andererseits das Trennelement an den Seitenwänden des Türfachs anschlagen
kann, wodurch störende Geräusche und Verschleisserscheinungen auftreten können.
[0041] Der Erfindung liegt daher zusätzlich die Aufgabe zu Grunde, die bekannten Scharniere
zu verbessern und die beschriebenen Nachteile zu überwinden. Insbesondere soll ein
Scharnier geschaffen werden, bei dem Verschleisserscheinungen am Scharnier selbst
und an damit verbundenen Teilen vermieden werden können. Insbesondere sollen Reibungen
zwischen Vorrichtungsteilen des Scharniers und der Verschleiss derselben vermieden
werden. Weiterhin sollen vom Scharnier abgegebene Geräusche vermieden oder weitgehend
reduziert werden.
[0042] Weiterhin soll ein kräftigeres Federelement einsetzbar sein, dessen Kraft optimal
auf den zugehörigen Gelenkhebel übertragen wird und welches gleichzeitig kaum Platz
in Anspruch nimmt.
[0043] Das Hebelwerk soll vorzugsweise derart ausgestaltet sein, dass durch das Hebelwerk
und das Federelement in beiden Endpositionen ein kräftiges Funktionsmoment auf das
Trennelement ausgeübt wird, so dass das Trennelement selbsttätig in die jeweilige
Endposition geführt wird.
[0044] Das Scharnier soll dabei raumsparend aufgebaut und an beliebigen Trennelementen,
wie Glasplatten oder Holzplatten montierbar sein.
[0045] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit einem Scharnier, wie es in den Ansprüchen 12-15
definiert ist.
[0046] Das Scharnier weist ein mit dem Trennelement verbindbares Montageelement, insbesondere
einen Scharniertopf auf, der über ein Hebelwerk mit einem am Anschlagprofil befestigbaren
Anschlagteil verbunden ist, das mit dem ersten Endstück eines von einer Antriebsfeder
angetriebenen Antriebshebels und mit dem ersten Endstück eines Stellhebels gelenkig
verbunden ist. Erfindungsgemäss ist das zweite Endstück des Stellhebels gelenkig mit
dem ersten Endstück eines mit dem Montageelement verbundenen oder verbindbaren Montagehebels
verbunden, dessen zweites Endstück mit dem zweiten Endstück des Antriebshebels verbunden
ist, welcher den Montagehebel gegen den Stellhebel drückt, so dass die den Stellhebel
und den Montagehebel verbindende dritte Hebelwelle bei geöffnetem Trennelement gegen
den Antriebshebel und bei geschlossenem Trennelement vom Antriebshebel weggedrückt
wird.
[0047] Die Endposition des Scharniers wird bei geöffnetem Trennelement erreicht, wenn die
dritte Hebelwelle oder damit verbundene Teile des Stellhebels oder des Montagehebels
an den Antriebshebel anschlagen. Die Endposition des Scharniers wird bei geschlossenem
Trennelement spätestens dann erreicht, wenn das Montageelement, gegebenenfalls der
Scharniertopf am Antriebshebel anliegt. Der Stellhebel und der Montagehebel bilden
an der Verbindungsstelle daher ein Kniegelenk, welches, je nach Lage, durch den Antriebshebel
in die eine oder andere Richtung gedrückt wird. In der Lage, in der die Drehachsen
des Stellhebels und des Montagehebels genau in einer Ebene liegen, werden sie gegeneinander
gedrückt. Sobald das Trennelement nun nur minimal in die eine oder andere Richtung
gedreht wird, wird das Kniegelenk ebenfalls in eine entsprechende Richtung geführt
und gefaltet, wobei das Trennelement automatisch bis zum Anschlag in die Endposition
fährt, in der das Trennelement entweder geöffnet oder geschlossen ist.
[0048] Aufgrund der optimalen Einwirkung der Antriebsfeder auf den Antriebshebel wird eine
erhebliche Kraft auf das Trennelement ausgeübt, so dass der betreffende Vorgang zum
Öffnen oder Schliessen des Trennelements praktisch selbsttätig ausgeführt wird. Die
Antriebsfeder wirkt dabei mit nahezu konstanter Kraft auf dieselbe Stelle des Antriebshebels
ein, weshalb über den gesamten Schwenkbereich eine nahezu konstante Beschleunigung
resultiert und jegliche Reibung zwischen diesen Teilen vermieden wird. Entsprechend
werden auch Verschleisserscheinungen und Geräusche vermieden. Weiterhin werden keine
Hilfselemente benötigt. Vorzugsweise wird eine Antriebsfeder verwendet, die wenigstens
ein in der Form einer Spiralfeder vorliegendes Federpaket aufweist, welches zusammen
mit dem betreffenden Endstück des Antriebshebels von einer ersten Hebelwelle gehalten
wird. Die Endstücke und/oder ein Zwischenstück der Antriebsfeder drehen mit dem Antriebshebel
daher um dieselbe Achse, weshalb das betreffende Endstück des Antriebshebels und eines
oder zwei Federpakete der Antriebsfeder nebeneinander angeordnet werden können und
dadurch ein nur geringes zylindrisches Raumvolumen in Anspruch nehmen.
[0049] Dazu weist das Anschlagteil vorzugsweise einen ersten Lagerkörper auf, in dem die
dem Halten des Antriebshebels und der Antriebsfeder dienende erste Hebelwelle gelagert
ist. Auf einer oder auf beiden Seiten des ersten Lagerkörpers ist je ein Federpaket
der als Spiralfeder ausgebildeten Antriebsfeder angeordnet, die einerseits gegen das
Anschlagteil und andererseits mit einem Endstück oder einem Mittelstück gegen den
Antriebshebel drückt.
[0050] Gegebenenfalls ist der Stellhebel ebenfalls von der ersten Hebelwelle gehalten. Vorzugsweise
weist das Anschlagteil jedoch wenigstens einen zweiten Lagerkörper auf, in dem eine
dem Halten des Stellhebels dienende zweite Hebelwelle gelagert ist.
[0051] Ferner sind die zweiten Endstücke des Antriebshebels und des Montagehebels durch
eine vierte Hebelwelle miteinander verbunden.
[0052] Es resultiert daher ein Hebelwerk, welches von der Antriebsfeder mit hoher Kraft
reibungslos angetrieben wird. Die Antriebsfeder kann beispielsweise pro Federpaket
10 Windungen und einen Drahtdurchmesser von beispielsweise 0,5 mm bis 2 mm aufweisen.
Die Anzahl der Windungen und der Drahtdurchmesser sind dabei an die Last des Türelements
angepasst. Interessant ist, dass bei der erfindungsgemässen Konstruktion des Scharniers
die Federkraft praktische beliebig erhöht werden kann, ohne dass der Raumbedarf signifikant
ansteigt. Besonders vorteilhaft ist ferner, dass der Federweg bzw. der Drehwinkel
des entsprechenden Endstücks oder Mittelstücks der Antriebsfeder sehr gross ist und
die Antriebsfeder dadurch über den gesamten Bewegungsbereich des Scharniers eine praktisch
konstant hohe Krafteinwirkung liefert.
[0053] Wie erwähnt, wird bei geöffnetem Trennelement die dritte Hebelwelle gegen den Antriebshebel
geführt, bis die dritte Hebelwelle oder Teile des Stellhebels oder des Montagehebels
am Antriebshebel anschlagen. In einer vorzugsweisen Ausgestaltung wird daher ein Anschlagelement
vorgesehen, welches den minimalen Abstand der dritten Hebelwelle zum Antriebshebel
begrenzt. Vorzugsweise wird im Antriebshebel eine drehbar gelagerte Anschlagschraube
vorgesehen, mittels der der minimale Abstand zwischen der dritten Hebelwelle und dem
Antriebshebel und somit die Ausrichtung des Trennelements in geöffneter Endlage einstellbar
ist. Vorzugsweise ist ein Anschlagselement am Stellhebel vorgesehen, welches mit der
Anschlagschraube zusammenwirkt.
[0054] In einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung ist das Montageelement, gegebenenfalls
der Scharniertopf, gegenüber dem Montagehebel verschiebbar und mittels einer Verbindungsschraube
fixierbar. Der Montagehebel kann daher fest mit dem Montageelement verbunden sein
oder, alternativ, in wahlweiser Lage mit dem Montageelement verbunden werden, wodurch
eine höhere Flexibilität erreicht wird. Das Trennelement kann daher mit einfachen
Massnahmen parallel zur Anschlagleiste ausgerichtet werden. Besonders einfach gelingt
dies, indem am Montagehebel ein Verbindungsstück mit einer Verzahnung und im Scharniertopf
eine Werkzeugsenke vorgesehen wird, in die ein verzahntes Werkzeug derart einführbar
ist, dass die Werkzeugverzahnung mit der Verzahnung des Verbindungsstücks zusammenwirkt.
Nach dem Lösen der beispielsweise am Verbindungsstück vorgesehenen Verbindungsschraube
kann das verzahnte Werkzeug gedreht und der Scharniertopf gegenüber dem Verbindungsstück
wahlweise verschoben werden, wonach die Verbindungsschraube wieder fest gezogen wird.
[0055] In vorzugsweisen Ausgestaltungen werden die äusseren Formen des Antriebshebels, des
Stellhebels und des Montagehebels aneinander angepasst, so dass sie zumindest teilweise
ineinander verschiebbar sind. Beispielsweise weist der Montagehebel zumindest teilweise
ein U-Profil auf, welches in den Scharniertopf eingepasst ist und/oder welches der
Aufnahme des Antriebshebels in der Position dient, in der die dritte Lagerwelle gegen
den Antriebshebel geführt ist.
[0056] Weiter wird vorzugsweise vorgesehen, dass, das zweite Endstück des Stellhebels und
das erste Endstück des Montagehebels je zwei benachbarte, der Aufnahme der dritten
Lagerwelle dienende Lagerelemente aufweisen, die derart voneinander beabstandete sind,
dass dazwischen hindurch der Antriebshebel gegen die dritte Lagerwelle führbar und
somit zwischen Teilen des Stellhebels und des Montagehebels zumindest teilweise versenkbar
ist.
[0057] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine in ein Möbelstück 1 integrierte erfindungsge- mässe Verschiebevorrichtung 2,
mittels der ein von fünf Scharnieren 3 gehaltenes Trennelement 11 in ein Türfach 14
verschiebbar ist, welches von einer äusseren Seitenwand 12 und einer Zwischenwand
13 des Möbelstücks 1 begrenzt ist;
- Fig. 2
- die erfindungsgemässe Verschiebevorrichtung 2 mit einem entlang einer oberen und einer
unteren Schiene 27, 28 geführten Anschlagprofil 21, welches einerseits über die Scharniere
3 mit einem Trennelement 11 und anderseits mit einem Scherenkreuz 22 verbunden ist,
dessen erste und zweite Scherenelemente 221, 222 an den oberen Enden fest mit einer
Verankerung 23 bzw. dem Anschlagprofil 21 verbunden und an den unteren Enden in Führungsvorrichtung
24 bzw. im Anschlagprofil 21 geführt sind;
- Fig. 3a
- ein mit dem Anschlagprofil 21 fest verbindbares Scherenlager 6, mittels dessen das
obere Ende des zweiten Schienenelements 222 justierbarer gehalten ist;
- Fig. 3b
- das Scherenlager 6 von Figur 3a in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 3c
- das zusammengebaute Scherenlager 6 von Figur 3a alleinstehend;
- Fig. 4a, b
- ein ausgeschnittenes Segment des Anschlagprofils 21 in dreidimensionaler Darstellung;
- Fig. 5
- das Anschlagprofil 21 in Schnittdarstellung und das mit dem zweiten Scherenelement
222 verbundene Scherenlager 6 von oben gesehen;
- Fig. 6a
- das von einem erfindungsgemässen Laufwerk 4 gehaltene und entlang einer Laufschiene
27 geführte Anschlagprofil 21, an dem ein Scharnier 3 angeschlagen ist;
- Fig. 6b
- das Laufwerk 4 von Figur 6a mit geöffnetem Laufwerksgehäuse 411, in dem ein mittels
einer Stellschraube 46 horizontal verschiebbarer Justierkeil 452 auf einen mit den
Laufrädern 44 gekoppelten Haltekeil 47 einwirkt;
- Fig. 6c
- das Laufwerk 4 und das Anschlagprofil 21 von Figur 6a mit angeschlagenen Trennelement
11 aus einer anderen Blickrichtung;
- Fig. 6d
- das Laufwerk 4 von Figur 6b in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 7a
- teilweise das mittels Scharnieren 3 mit dem Trennelement 11, sowie mit dem Scherenlager
6 und dem Laufwerk 4 verbundene Anschlagprofil 21, von oben gesehen;
- Fig. 7b
- die Vorrichtung von Figur 7a von vorn gesehen;
- Fig. 8
- ein erfindungsgemässes Scharnier 3 in geöffneter Stellung, mit einem am Anschlagprofil
21 montierten Anschlagteil 30, welches einerseits über einen von einer Antriebsfeder
35 angetriebenen Antriebshebel 31 und andererseits über einen Stellhebel 32 und einen
Montagehebel 33 mit einem Scharniertopf 38 verbunden ist;
- Fig. 9
- das Anschlagteil 30 von Figur 8 mit einem dem Halten einer ersten Lagerwelle 361 dienenden
ersten und zwei dem Halten einer zweiten Lagerwelle 362 dienenden zweiten Lagerkörpern
304;
- Fig. 10a
- in prinzipieller Darstellung das erfindungsgemässe Scharnier 3 mit dem am Anschlagprofil
21 angeschlagenen Anschlagteil 30 sowie dem von der Antriebsfeder 35 angetriebenen
Antriebshebel 31, dem Stellhebel 32 und dem Montagehebel 33;
- Fig. 10b
- das erfindungsgemässe Scharnier 3 von Figur 10a in einer konkreten Ausgestaltung;
- Fig. 11a-c
- in prinzipieller Darstellung das Scharnier 3 von Figur 10a mit dem Hebelwerk in einer
geöffneten Stellung (Fig. 11a), in einer Übergangstellung (Fig. 11b) und in einer
Schliessstellung (Fig. 11c) ;
- Fig. 12a-c
- das konkret gezeigte Scharnier 3 von Figur 8 in einer geöffneten Stellung (Fig. 12a),
in einer Übergangstellung (Fig. 12b) und in einer Schliessstellung (Fig. 12c);
- Fig. 13
- das erfindungsgemässe Scharnier 3 in einer Explosionsdarstellung mit Verbindungslinien,
welche den Einsatz der ersten, zweiten, dritten und vierten Lagerwelle 631, 632, 633,
634 repräsentieren;
- Fig. 14a
- das Anschlagteil 30 von Figur 9 mit eingesetzter erster Lagerwelle 361, durch die
die Antriebsfeder 35 und der Antriebshebel 31 gehalten sind, und mit eingesetzter
zweiter Lagerwelle 362, durch die der Stellhebel 32 gehalten ist;
- Fig. 14b
- das Anschlagteil 30 mit dem Antriebshebel 31 und dem Stellhebel 32, an deren freiliegenden
Endstücken die dritte und vierte Lagerwelle 363, 364 eingesetzt werden, um den eingesetzten
Montagehebel 33 zu montieren;
- Fig. 14c
- das vollständig zusammengebaute Scharnier 3 mit dem mit dem Montagehebel 33 verbundenen
Montageelement 38, welches als Scharniertopf ausgebildet ist;
- Fig. 15a
- den Montagehebel 33 mit einem Montageelement 38, welches als Beschlag für eine Glastür
11 ausgebildet ist; und
- Fig. 15b
- ein Möbelstück 1 mit einer Glastür 11, welche von einer erfindungsgemässen Verschiebevorrichtung
2 gehalten ist.
[0058] Figur 1 zeigt eine in ein Möbelstück 1 integrierte erfindungsgemässe Verschiebevorrichtung
2, mittels der ein von fünf Scharnieren 3 gehaltenes Trennelement 3 in ein Türfach
14 verschiebbar ist, welches von einer äusseren Seitenwand 12 und einer Zwischenwand
13 des Möbelstücks 1 begrenzt ist.
[0059] Figur 2 zeigt die erfindungsgemässe Verschiebevorrichtung 2 mit einem entlang einer
oberen und einer unteren Schiene 27, 28 geführten Anschlagprofil 21, welches einerseits
über die Scharniere 3 mit dem Trennelement 11 verbunden und anderseits von einem Scherenkreuz
22 in vertikaler Lage gehalten ist.
[0060] Das Scherenkreuz 22 weist zwei in der Mitte durch einen Gelenkbolzen 223 miteinander
verbundene erste und zweite Scherenelemente 221, 222 auf. Das obere Endstück des ersten
Scherenelements 221 ist drehbar mit einer Verankerung 23 verbunden, die an der Seitenwand
12 oder an der Zwischenwand 13 befestigt ist. Das untere Endstück des ersten Scherenelements
221 ist ihm Anschlagprofil 21 beispielsweise mittels eines Führungsprofils 26 vertikal
verschiebbar gelagert. Das das obere Endstück des zweiten Scherenelements 222 ist
mittels eines Scherenlagers 6 drehbar gehalten, welches entlang dem Anschlagprofil
21 verschiebbar und an beliebiger Stelle mittels Montagebolzen fixierbar ist. Das
untere Endstück des zweiten Scherenelements 222 ist in einer Führungsvorrichtung 24
verschiebbar gelagert, welche an der Seitenwand 12 oder an der Zwischenwand 13 befestigt
ist. Grundsätzlich wäre es auch möglich, die unteren Endstücke der Scherenelemente
221, 222 drehbar zu halten und deren obere Endstücke verschiebbar zu lagern.
[0061] Aus Figur 2 ist ferner entnehmbar, dass die Verschiebevorrichtung 2 nicht nur an
der Wand eines Möbelstücks 1, z.B. eine Schrankes, sondern an einer beliebigen Wand,
beispielsweise der Wand eines Gebäudes befestigt werden kann, um eine Öffnung abzuschliessen
oder das Trennelement parallel zur Gebäudewand zu positionieren. Die untere und obere
Laufschiene 27, 28 kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Verschiebevorrichtung
2 mit schweren Trennelementen 11 verbunden wird. Bei leichteren Trennelementen 11
wird auf den Einsatz der Laufschienen 27, 28 normalerweise verzichtet.
[0062] Bei der erfindungsgemässen Verschiebevorrichtung 2 ist eine Justierung der innerhalb
des Türfachs 14 installierten Verankerung 23 nicht mehr notwendig. Alle erforderlichen
Einstellungen können am Scherenlager 6 vorgenommen werden, welches in den Figuren
3a, 3b und 3c gezeigt ist.
[0063] Figur 3a zeigt das mittels Montagebolzen 64 mit dem Anschlagprofil 21 fest verkeilte
Scherenlager 6, mittels dessen das obere Ende des zweiten Schienenelements 222 justierbar
gehalten ist.
[0064] Wie dies in Figur 3b gezeigt ist, weist das Scherenlager 6 einen Profilkörper 61
mit einem ersten, zweiten und dritten Profilteil 611, 612, 613 auf, durch die zumindest
annähernd eine U-Profil gebildet wird, welches das Anschlagprofil 21 zumindest teilweise
umfasst. Am ersten Profilteil 611 und am zweiten Profilteil 612 sind eine Halteklaue
6121 bzw. eine Halteleiste 6121 vorgesehen, welche in das Anschlagprofil 21 eingreifen
können. Ferner sind auf der linken Seite des zweiten Profilteils 612 zwei Gewindebohrungen
6122 vorgesehen, in die die genannten Montagebolzen 67 gegen das Anschlagprofil 21
gedreht werden können, um den Profilkörper 61 des Scherenlagers 6 zu fixieren (siehe
Figur 3a).
[0065] Das dritte Profilteil 613 weist an der Oberseite eine der Aufnahme einer Montagewelle
64 dienende Montageöffnung 6131 auf, der gegenüber das dritte Profilteil 613 ein Fusselement
6133 aufweist, in dem ein Führungskanal 61331 vorgesehen ist. Weiterhin ist etwa im
Mittenbereich des dritten Profilteils 613 eine senkrecht zum zweiten Profilteil 612
verlaufender Gewindekanal 6132 vorgesehen, welcher der Aufnahme des Gewindeschafts
632 eines Justierbolzens 63 dient. Mittels des Justierbolzens 63 kann ein von der
Montagewelle 64 drehbar gehaltener Justierhebel 62 vor und zurück bewegt werden. Dazu
weist der Gewindebolzen 63 an dem dem Justierhebel 62 zugewandten Ende einen Kopf
631 auf, der in einer am Justierhebel 62 vorgesehenen Aufnahmeöffnung 622 gehalten
ist, wie dies in Figur 3c gezeigt ist. Auf der anderen Seite weist der Justierbolzen
63 eine Werkzeugöffnung 633, beispielsweise eine Sechskant-Öffnung, auf, in die ein
Sechskant-Werkzeug eingeführt werden kann, um den Justierbolzen 63 zu drehen und den
Justierhebel 62 nach vorn zu ziehen oder zurück zu stossen. Das Werkzeug, beispielsweise
ein Schraubenzieher, kann von der Frontseite des Möbelstücks 1 her, gegebenenfalls
durch einen Teil des Gewindekanals 6132 hindurch in die Werkzeugöffnung 633 eingeführt
werden. Die Einstellung des Justierhebels 62 kann daher von der Frontseite des Möbelstücks
1 her bequem durchgeführt werden.
[0066] Der Justierhebel 62 weist an dessen Oberseite eine Montageöffnung 622 auf, in die
die Montagewelle 64 eingeführt wird. An der Unterseite weist der Justierhebel 62 eine
Montagelasche 621 auf, durch die hindurch eine Lagerschraube 68 geführt ist, die vom
oberen Endstück des zweiten Scherenelements 222 getragen wird, wie dies in Figur 3a
gezeigt ist.
[0067] Durch die Einstellung des Justierhebels 62 wird die obere Seite des Anschlagprofils
21 gegen das obere Endstück des zweiten Scherenelements 222 gezogen oder von diesem
soweit weg gedrückt, bis die gewünschte Neigung des Anschlagprofils 21 eingestellt
ist. Damit Höhenveränderungen der Montagelasche 621 des Justierhebels 62, die bei
Änderungen der Neigung des Anschlagprofils 21 auftreten, nicht zu einer Blockierung
der Lagerschraube 68 führen, weist die Montagelasche 621 eine langgezogene Öffnung
auf, innerhalb der der Schaft der Lagerschraube 68 wandern kann.
[0068] Damit der Justierhebel 62 stets in einer Ebene gehalten bleibt, ist an dessen Unterseite
eine Führungsnase 624 vorgesehen, die in den Führungskanal 61331 im Fusselement 6133
des dritten Profilteils 613 eingreift.
[0069] In den Figuren 3b und 3c ist ferner gezeigt, dass der Führungskanal 61331 am Ende
des Fusselementes 6133 mittels eines Anschlagbolzens 66 verschlossen werden kann,
so dass dieser einen äusseren Anschlag für die Nase 624 des Justierhebels 62 bildet.
[0070] Figur 3c zeigt das zusammengebaute Scherenlager 6 von Figur 3a und 3b alleinstehend
mit dem eingesetzten Justierhebel 62, der vom Justierbolzen 63 in einer gewünschten
Lage gehalten ist.
[0071] Die Figuren 4a und 4b zeigen in dreidimensionaler Darstellung ein ausgeschnittenes
Segment des Anschlagprofils 21, welches einerseits dem Halten der Scharniere 3 und
des Scherenlagers 6 und andererseits dem Halten eines von der oberen Laufschiene 28
geführten Laufwerks 4 und des Führungsprofils 26 dient, welches mit dem unteren Endstück
des ersten Scherenelements 221 verbunden ist.
[0072] Dazu weist das Anschlagprofil 21 ein erstes Montageprofil 211 mit einem Montagekanal
2111 auf, welcher der Aufnahme des Führungsprofils 26 und eines Montageteils 412 dient,
welches an der Unterseite des Laufwerkskörpers 41 des Laufwerks 4 angeformt ist (siehe
z.B. Figur 6b). Das erste Montageprofil 211 ist beispielsweise in der Form eines C-Profils
ausgebildet, in das das komplementär dazu geformte Montageteil 412 des Laufwerks 4
und das Führungsprofil 26 vorzugsweise spielfrei einschiebbar sind. Wie dies in den
Figuren 6a und 6d gezeigt ist, weist das Montageteil 412 Gewindebohrungen 4121 auf,
in die Montagebolzen 4122 einführbaren sind, die gegen das Anschlagprofil 21 gedreht
werden und frontseitig vorzugsweise eine Ringschneide aufweisen, um das Laufwerk 4
formschlüssig zu halten.
[0073] Das erste Montageprofil 211 des einstückigen Anschlagprofils 21 ist mit einem zweiten
Montageprofil 212 verbunden, welches dem Halten der Scharniere 3 und des Scherenlagers
6 dient, das entlang diesem zweiten Montageprofil 212 verschiebbar und an beliebiger
Stelle fixierbar ist. Dazu weist das zweite Montageprofil 212 eine Montageleiste 2121
und eine Montagenut 2122 auf, die mit Montageelementen 304, 305; 6111, 6122 des Scharniers
3 und des Scherenlagers 6 zusammenwirken und gegenüber diesen mittels Montagebolzen
302, 67 verspannt werden können (siehe Figur 3b und Figur 10a).
[0074] Figur 5 zeigt das Anschlagprofil 21 in Schnittdarstellung und das mit dem zweiten
Scherenelemente 222 verbundene Scherenlager 222 von oben gesehen. Es ist gezeigt,
dass der Profilkörper 61 des Scherenlagers 61 mit dem zweiten Montageprofil 212 des
Anschlagprofils 21 zusammenwirkt und mit einer Halteklaue 6111 die Montageleiste 2121
des Anschlagprofils 21 umfasst und mit einer Halteleiste 6121 in die Montagenut 2122
des Anschlagprofils 21 eingreift. Ferner ist ein Gewindebolzen 67 gezeigt, welcher
gegen das zweite Montageprofil 212 andrückt, so dass sich der Profilkörper 61 des
Scherenlagers 6 nicht vom Anschlagprofil 21 lösen kann.
[0075] In Figur 5 ist ferner gezeigt, dass Führungsrollen einer Führungsvorrichtung 8 in
einem Führungskanal 281 der unteren Führungsschiene 281 geführt sind. Das Anschlagprofil
21 ist daher durch das Scherenkreuz 22 in einer ersten Ebene und durch das Laufwerk
4 und die Führungsvorrichtung 8 in einer dazu senkrechten zweiten Ebene senkrecht
gehalten.
Figur 6a zeigt das von einem erfindungsgemässen Laufwerk 4 gehaltene und entlang der
oberen Laufschiene 27 geführte Anschlagprofil 21, an dem ein Scharnier 3 angeschlagen
ist;
Figur 6b zeigt das geöffnete Laufwerk 4 von Figur 6a mit Blick auf die darin vorgesehenen
Justierelemente 45, 46 und 47.
Figur 6c zeigt das Laufwerk 4 und das Anschlagprofil 21 von Figur 6a mit angeschlagenen
Trennelement 11 aus einer anderen Blickrichtung.
Figur 6d zeigt das Laufwerk 4 von Figur 6b in einer Explosionsdarstellung.
[0076] Das Laufwerk 4 weist einen Laufwerkskörper 41 mit einem Laufwerksgehäuse 411 auf,
in dem ein Stellelement 45 höhenverschiebbar gelagert ist, welches aus einem vertikal
ausgerichteten Haltestab 451 und einem an dessen Unterseite befestigten Haltekeil
452 besteht. An der Oberseite des Haltestabs 451 ist eine Lageröffnung 451 vorgesehen,
in die eine Zentralachse 431 einführbaren ist, die einen Traghebels 43 in der Mitte
drehbar hält. Der Traghebel 43 weist auf beiden Seiten je eine Aufnahmeöffnung 432,
in denen die Achsen 441 von Laufrädern 44 gehalten sind. Der Traghebel 43 dient daher
als Wippe, die der Neigung der Laufschiene 27 folgt und die Last gleichmässig auf
beide Laufräder 44 verteilt.
[0077] Der Haltestab 451 ist im Gehäuse 411 des Laufwerkskörpers 41 zwischen zwei Führungsbalken
4114 vertikal verschiebbar gehalten und ragt durch eine Gehäuseöffnung 4111 nach aussen.
Zwischen den beiden Führungsbalken 4114 wird der Haltestab 453 mittels eines Lagerblocks
421 gehalten, der am Deckel 42 des Laufwerksgehäuses 411 angeordnet ist. Am Gehäusedeckel
42 sind Aufnahmeöffnungen 422 für Abschlussschrauben 423 vorgesehen, welche in Gewindebohrungen
4113 im Laufwerkskörper 41 eindrehbar sind. Nach der Befestigung ist der Haltestab
451 daher vertikal verschiebbar gehalten.
[0078] Ferner ist im Laufwerksgehäuse 411 eine Stellschraube 46 vorgesehenen die an beiden
Enden einen Schraubenkopf 461 und dazwischen einen Schraubenschaft 462 mit einem Gewinde
aufweist. Die beiden Schraubenköpfe 461 sind in Lageröffnungen 4112 drehbar gehalten,
die in einander gegenüberliegenden Seiten des Laufwerksgehäuses 411 vorgesehen sind.
Die Lageröffnungen 4112 liegen auf gleicher Höhe, weshalb die Stellschraube 46 waagerecht
und gleichzeitig senkrecht zur Verschieberichtung des Haltestabes 451 ausgerichtet
ist.
[0079] Der Schraubenschaft 462 der Stellschraube 46 ist in einen Gewindekanal 471 eingedreht,
welcher einen Justierkeil 47 vollständig durchläuft. Der Justierkeil 47 liegt dabei
oberhalb des Haltekeils 452, wobei zwei gegen die Horizontale geneigte Keilflächen
aneinander liegen, sobald der Haltestab 451 nach oben gezogen wird. Durch die Drehung
der Stellschraube 46 wandert der Justierkeil 47 in horizontaler Richtung von einer
zur anderen Seite des Laufwerksgehäuses 411, wodurch der Haltekeil 452 nach unten
oder, unter Last, nach oben verschoben wird.
[0080] Auf diese Weise kann die Höhe des Laufwerkskörpers 41 und des anhand des Montageteils
412 damit verbundenen Anschlagprofils 21 präzise eingestellt werden. Die Stellschraube
46 kann von zwei Seiten des Gehäuses 411 und somit auch von der Frontseite des Möbelstücks
1 bedient werden. Die Höhe wird dabei so eingestellt, dass das Gewicht des Trennelements
11 vorzugsweise vollständig vom Laufwerke 4 übernommen wird und das Trennelements
11 gleichzeitig in der vorgesehenen Höhe gehalten wird.
[0081] Das erfindungsgemässe Laufwerk 4 mit der beschriebenen Höheneinstellung kann auch
bei anderen Vorrichtungen vorteilhaft eingesetzt werden. Dabei ist nicht zwingend
notwendig, dass der Haltestab 451 über einen drehbaren Traghebel 43 mit den Laufrädern
verbunden ist. Der Traghebel kann auch fest mit dem Haltestab 451 verbunden sein.
[0082] Ferner können die Laufräder oder Laufrollen, die in beliebiger Anzahl vorgesehen
sein können, auch direkt mit dem Laufwerkskörper verbunden sein, während der Haltestab
451 mit einem Trennelement, beispielsweise einer Schiebetür verbunden ist und diese
in wahlweise einstellbarer Höhe halten kann.
[0083] Der Haltestab kann dabei beliebig ausgestaltet werden. Beispielsweise kann der Haltestab
als schlanker Haken ausgebildet werden, mittels dessen der Beschlag eines Trennelements,
z.B. einer Holzplatte oder einer Glasplatte erfasst wird. Schraubverbindungen zwischen
dem Laufwerk und dem Beschlag des Trennelements, wie sie z.B. in [5],
US 6,052,867 beschrieben sind, können daher drastisch vereinfacht werden. Der mit dem Trennelement
verbundene Beschlag kann in seinen Abmessungen auf das Minimum reduziert werden und
erfordert nicht mehr die Lagerung von bewegbaren Teilen, wie Schrauben.
[0084] Trotzdem ist es natürlich auch möglich, den Haltestab als Schraube auszubilden, die
vorzugsweise drehbar mit dem Haltekeil verbunden ist. In diesem Fall kann anhand der
Drehung des Haltestabes bzw. der Halteschraube eine Grobeinstellung und anhand der
Stellschraube eine Feineinstellung durchgeführt werden. In diesem Fall wird im Laufwerkskörper
vorzugsweise ein Arretierelement, beispielsweise eine Arretierschraube vorgesehen,
mittels der der schraubenförmige Haltestab fixiert werden kann. Zum Beispiel wird
im Haltestab eine vertikal verlaufende Nut vorgesehen, in die die Arretierschraube
eingedreht werden kann, um diese drehfest und lediglich vertikal verschiebbar zu halten.
[0085] Figur 7a zeigt teilweise das mittels Scharnieren 3 mit dem Trennelement 11, sowie
mit dem Scherenlager 6 und dem Laufwerk 4 verbundene Anschlagprofil 21, von oben gesehen.
[0086] Figur 7b zeigt die Vorrichtung von Figur 7a von vorn gesehen, z.B. während es Einschiebens
in das Türfach 14. Es ist gezeigt, dass die Laufräder 44 des Laufwerks 4 auf einem
Kamm der Laufschiene 27 geführt sind, wodurch das Anschlagprofil 21 in der Höhe und
seitlich exakt in Position gehalten wird.
[0087] Figur 8 zeigt ein erfindungsgemässes Scharnier 3 in geöffneter Stellung, mit einem
am Anschlagprofil 21 montierten Anschlagteil 30, welches einerseits über einen von
einer Antriebsfeder 35 angetriebenen Antriebshebel 31 und andererseits über einen
Stellhebel 32 und einen Montagehebel 33 mit einem Scharniertopf 38 verbunden ist.
Aus Figur 8 ist besonders gut erkennbar, dass alle Montageschrauben 302 und Justierschrauben
315 des Scharniers 3 von vorn bedient werden können, was für den Installateur von
grossem Vorteil ist.
[0088] Figur 9 zeigt das Anschlagteil 30 von Figur 8 mit einem dem Halten einer ersten Lagerwelle
361 dienenden ersten und zwei dem Halten einer zweiten Lagerwelle 362 dienenden zweiten
Lagerkörpern 304. Es ist ersichtlich, dass die erste Lagerwelle 361 durch zwei spiralförmige
Federpakete 353A, 353B der Antriebsfeder 35 geführt wird, die beidseits des Lagerkörpers
303 angeordnet sind. Die Endstücke 351 der Antriebsfeder 35 sind im Anschlagteil 30
drehfest verankert, während das Mittelteil 352, welches die beiden Federpakete 353A,
353B miteinander verbindet, frei liegt und um die erste Lagerwelle 361 gedreht werden
kann. Vor dem Einsetzen der ersten Lagerwelle 361 wird zusätzlich das zugehörige zweibeinige
Endstück des Antriebshebels 31 auf den Lagerkörper 33 derart aufgesetzt, dass das
Mittelteil 352 der Antriebsfeder 35 auf dem Antriebshebel 31 aufliegt. Durch Drehen
des eingesetzten Antriebshebels 31 nach oben wird das Mittelteil 352 daher mit nach
oben gedreht und die Antriebsfeder 35 gespannt.
[0089] Mittels der zweiten Lagerwelle 362, die in die zweiten Lagerkörper 304 eingeführt
wird, wird der Stellhebel 32 montiert. Die zweiten Lagerkörper 304 sind die mit einer
Nase 3041 in der Montagenut 2122 des Anschlagprofils 21 verankerbar, während die am
Anschlagteil 30 vorgesehenen Halteklauen 305 die Montageleiste 2121 am Anschlagteil
30 umfassen können. In Figur 10a ist illustriert, dass das Anschlagteil 30 und das
Montageprofil 21 in der Folge gegenseitig fixiert werden können, indem Montagebolzen
302 durch Gewindebohrungen 301 im Anschlagteil 30 hindurch geführt und gegen das Montageprofil
21 gedreht werden. Die Halteklauen 305 werden in der Folge gegen die Montageleiste
2121 gezogen, weshalb der Eingriff der zweiten Lagerkörper 304 in die Montagenut 2122
gesichert ist.
[0090] Figur 10a zeigt in prinzipieller Darstellung ferner den von der Antriebsfeder 35
angetriebenen Antriebshebel 31, den Stellhebel 32 und den Montagehebel 33, die zusammen
ein Hebelwerk bilden. Es ist gezeigt, dass der Stellhebel 32 mittels einer dritten
Hebelwelle 363 mit dem Montagehebel 33 verbunden ist. Der Montagehebel 33, der mit
einem Montageelement 38 bzw. einem Scharniertopf verbunden ist, ist mittels einer
vierten Hebelwelle 364 mit dem zweiten Endstück des Antriebshebels 31 verbunden. Der
Antriebshebel 31 wird von der Antriebsfeder 35 nun stets in dieselbe Richtung gegen
den Montagehebel 33 und den Stellhebel 32 gedrückt und versucht durch Krafteinwirkung
den Abstand a zwischen der zweiten Hebelwelle 362 und der vierten Hebelwelle 364 zu
reduzieren. Diese Reduktion des Abstands gelingt, indem die dritte Hebelwelle 363
entweder gegen den Antriebshebel 31 oder von diesem weggeführt wird. Auf diese Weise
werden die beiden Endpositionen des Scharniers 3 unter Krafteinwirkung des Antriebshebels
31 erreicht. Das gehaltene Trennelement 11 wird daher unter Krafteinwirkung in die
Endposition geführt, in der das Trennelement 11 entweder senkrecht oder parallel zur
Front des Möbelstücks 1 oder einer Gebäudeöffnung steht.
[0091] Von der Position, in der die zweite, dritte und vierte Hebelwelle 362, 363, 364 in
einer Ebene liegen, kann das Scharnier 3 daher in die eine oder andere Richtung kippen,
wobei die Bewegung in beide Richtungen über den gesamten Kippbereich vom Antriebshebel
31 mit nahezu konstanten Kraft unterstützt wird. Zu beachten ist dabei, dass die Antriebsfeder
35, die ausserordentlich kräftig ausgebildet sein kann, die Kraft ohne Reibungsverluste
auf den Antriebshebel 31 überträgt, wodurch eine optimale Wirkung entfaltet wird.
Gleichzeitig werden Verschleisserscheinungen vermieden, da die Vorrichtungsteile des
Scharniers 3 reibungsfrei arbeiten.
[0092] In Figur 10a ist ferner gezeigt, dass der minimale Abstand zwischen der dritten Hebelwelle
363 und dem Antriebshebel 31 und somit eine Endposition mittels einer Anschlagschraube
315 einstellbar ist. Beispielsweise wirkt die Anschlagschraube 315 auf ein am Stellhebel
32 vorgesehenes Anschlagelement 321 ein welches in Figur 13 gezeigt ist.
[0093] Figur 10b zeigt in Schnittdarstellung das Scharnier 3 von Figur 10a in einer konkreten
Ausgestaltung mit einem Scharniertopf 38. Unter Berücksichtigung der Grösse der Scharniertopfs
38 ist erkennbar, dass das Scharnier 3 nur eine geringe Grösse aufweist und das Hebelwerk
31, 32, 33 nur wenig Raum in Anspruch nimmt. Weiter ist gezeigt, dass das Scharnier
3 sich im Endanschlag befindet, in dem die Tür 11 geöffnet ist und die Anschlagschraube
315 an der dritten Hebelwelle 363 anliegt. Die dritte Hebelwelle 363 ist dabei vorzugsweise
elastisch ausgestaltet, so dass sie beim Erreichen des Endanschlags von der Anschlagschraube
315 zurück gebogen werden kann. Die Tür 11 wird im Endanschlag daher elastisch aufgefangen,
wobei Schlageinwirkungen auf das Scharnier 3 vermieden werden. Das Scharnier 3 und
damit verbundene Teile werden daher vergleichsweise geringen Belastungen ausgesetzt,
so dass eine einwandfreie Funktion des Scharniers 3 über lange Zeit gewährleistet
bleibt. Damit die vorzugsweise gehärtete Hebelwelle 361 gegen Überdehnung geschützt
wird, ist am zweiten Hebel 32 ein Anschlagelement 321 vorgesehen. Der kompakte Aufbau
des Scharniers 3 mit stabilen, aneinander angepassten Hebeln 31, 32, 33 erlaubt ferner
das Tragen von schweren Türelementen 11.
[0094] In vorteilhaften Ausgestaltungen wird zumindest einer der Hebel 31, 32, 33 des Hebelwerks
nicht gerade ausgestaltet, wie dies in Figur 10a gezeigt ist. Stattdessen werden vorzugsweise
leicht gekrümmte Hebel 31, 32 und/oder 33 verwendet, die eine minimale Verformbarkeit
und/oder Elastizität aufweisen und sich damit hohen Kräften anpassen können, um ein
einwandfreies Zusammenspiel der Vorrichtungsteile zu gewährleisten. Besonders vorteilhaft
wird der Antriebshebel 31 mit einer C-, S- oder Z-Form ausgestaltet.
[0095] Die Figuren 11a, 11b und 11c zeigen die prinzipielle Darstellung des Scharniers 3
von Figur 10b mit dem Hebelwerk in einer geöffneten Stellung (Fig. 11a), in einer
Übergangstellung (Fig. 11b) und in einer Schliessstellung (Fig. 11c). Von der Übergangstellung,
kann das Scharnier 3 mit Unterstützung des Antriebshebels 31 entweder in die Stellung
von Figur 11a kippen, in der der Montagehebel 33 senkrecht zum Möbelstück 1 ausgerichtet
ist, oder in die Stellung von Figur 11c kippen, in der der Montagehebel 33 waagerecht
zum Möbelstück 1 ausgerichtet ist. Zu beachten ist, dass die Antriebsfeder 35 in der
Übergangsposition am stärksten gespannt und der Antriebshebel 31 am weitesten zurück
gedreht ist. Von beiden Endpositionen her muss daher Kraft aufgewendet werden, um
die Übergangsposition zu erreichen.
[0096] Die Figuren 12a, 12b und 12c zeigen das Scharnier 3 in der konkreten Ausgestaltung
von Figur 8 in einer geöffneten Stellung (Fig. 12a), in einer Übergangstellung (Fig.
12b) und in einer Schliessstellung (Fig. 12c). Aus Figur 12b ist ersichtlich, dass
der Antriebshebel 31 in der Übergangstellung am weitesten zurückgedreht ist.
[0097] Figur 13 zeigt das erfindungsgemässe Scharnier 3 in einer Explosionsdarstellung mit
Linien, welche den Einsatz der ersten, zweiten, dritten und vierten Lagerwelle 361,
362, 363, 364 in den einzelnen Vorrichtungsteilen 30, 31, 32, 33 und 35 zeigen. Es
ist gezeigt, dass alle Endstücke der Hebel 31, 32 und 33, vorbehaltlich des zweiten
Endstücks des Antriebshebels 31 je zwei voneinander getrennte Lagerelemente aufweisen,
welche der Aufnahme der zugehörigen Lagerwelle 362; 363; 364 dienen. Die Lagerelemente
an den Endstücken der Hebel 31, 32 und 33 sind dabei derart voneinander beabstandet,
dass sie benachbart zueinander oder zu einem Lagerkörper 303; 304 mit minimalen Zwischenräumen
entlang der zugehörigen Lagerwelle 361; 362; 363; 364 angeordnet werden können. Ferner
sind die Hebel 31, 32 und 33 derart ausgestaltet, dass sie ineinander eingreifen oder
mit minimalen Raumbedarf aneinander anliegen können. Der Montagehebel 33 ist dabei
derart U-Profil-förmig ausgestaltet, dass er teilweise vom Scharniertopf 38 aufgenommen
werden kann und seinerseits den Antriebshebel 31 zumindest teilweise zwischen seinen
Lagerelementen aufnehmen kann.
[0098] Zur Verbindung mit dem Scharniertopf 38 weist der Montagehebel 33 ein in der Art
einer Zahnstange ausgebildetes Verbindungsstück 331 auf, welches eine Öffnung 3312
zur Durchführung einer Verbindungsschraube 381 und eine seitliche Verzahnung 3311
aufweist. Die Verbindungsschraube 381 wird durch eine Öffnung im Boden des Scharniertopfs
38 geführt und in eine Schraubemutter 382 eingedreht. Der Scharniertopf 38 ist entlang
des Verbindungsstücks 331 verschiebbar und kann an passender Stelle durch Festziehen
der Verbindungsschraube 381 fixiert werden. In Figur 14c ist gezeigt, dass zum Verschieben
des Scharniertops 38 ein Kreuzschlitz-Schraubenzieher in eine Werkzeugsenke 385 eingesenkt
werden kann, so dass die Zähne des Schraubenziehers in die Verzahnung 3311 im Verbindungsstück
331 eingreifen. Nach dem Lösen der Verbindungsschraube 381 kann der Scharniertopf
38 daher durch Drehen des eingesetzten Kreuzschlitz-Schraubenziehers entlang dem Verbindungsstück
331 verschoben werden. Dies erlaubt eine besonders einfache und präzise Justierung
der Position bzw. des Abstandes des Scharniertopfs 38 von der Anschlagleiste 21.
[0099] In den Figuren 14a, 14b und 14c ist der Zusammenbau der Elemente des Scharniers 3
gezeigt. Mit Bezug auf Figur 9 wurde das Einsetzen der ersten und der zweiten Lagerwelle
361, 362 sowie die Verbindung des Antriebshebels 31, der Antriebsfeder 35 und des
Stellhebels 32 mit dem Anschlagteil 30 beschrieben.
[0100] Figur 14a zeigt nun das Anschlagteil 30 von Figur 9 mit eingesetzter erster Lagerwelle
361, durch die die Antriebsfeder 35 und der Antriebshebel 31 gehalten sind, und mit
eingesetzter zweiter Lagerwelle 362, durch die der Stellhebel 32 gehalten ist.
[0101] Figur 14b zeigt das Anschlagteil 30 mit dem Antriebshebel 31 und dem Stellhebel 32,
an deren freiliegenden Endstücken die dritte und vierte Lagerwelle 363, 364 eingesetzt
werden, um den eingesetzten Montagehebel 33 zu montieren.
[0102] Figur 14c zeigt das vollständig zusammengebaute Scharnier 3 mit dem auf den Montagehebel
33 aufgesetzten Scharniertopf 38.
[0103] Figur 15a zeigt den Montagehebel 33 mit einem Montageelement 38, welches als Beschlag
für eine Glastür 11 ausgebildet ist.
[0104] Fig. 15b zeigt ein Möbelstück 1 mit einer Glastür 11, an der eine Türleiste 110 befestigt
ist, welche das in einer Aufnahmenut gehaltene Montageelement 38 beidseits umklammert.
[0105] Die Verschiebevorrichtung 2 und das Scharnier 3 befinden sich in der in Figur 12c
gezeigten Position, in der das Möbelstück 1, dessen äussere Seitenwand 15 gezeigt
ist, durch das Trennelement 11 abgeschlossen ist. Wie erwähnt ist die Erfindung vorteilhaft
in der Möbelindustrie anwendbar. Die erfindungsgemässe Lösung ist jedoch auch in Gebäuden
vorteilhaft für das Abschliessen oder Unterteilen von Räumen einsetzbar.
[0106] Die erfindungsgemässe Verschiebevorrichtung 2 kann daher auf verschiedene Arten mit
beliebigen Trennelementen 11 verbunden werden. Die Trennelemente können aus beliebigen
Materialien, wie Glas, Metall, Holz oder Kunststoff gefertigt sein.
Bezugszeichenliste:
[0108]
- 1
- Möbelstück, Schrank
- 11
- Trennelement, z.B. Holztür oder Glastür
- 110
- Türleiste
- 12
- Seitenwand
- 13
- Zwischenwand
- 14
- Türfach
- 15
- Seitenwand
- 2
- Verschiebevorrichtung
- 21
- Anschlagprofil, Holm
- 211
- erstes Montageprofil des Anschlagprofils 21
- 2111
- Montagekanal im ersten Montageprofil 211
- 212
- zweites Montageprofil des Anschlagprofils 21
- 2121
- Montageleiste am zweiten Montageprofil 212
- 2122
- Montagenut am zweiten Montageprofil 212
- 22
- Scherenkreuz
- 221
- erstes Scherenelement
- 222
- zweites Scherenelement
- 223
- Scherengelenk
- 23
- Verankerung
- 24
- Führungsvorrichtung
- 26
- Führungsprofils
- 27
- obere Führungsschiene
- 28
- untere Führungsschiene
- 281
- Führungskanal in der unteren Führungsschiene 28
- 3
- Scharnier
- 30
- Anschlagteil des Scharniers 3
- 301
- Gewindebohrungen im Anschlagteil 30
- 302
- Montagebolzen für die Gewindebohrungen 301
- 303
- erster Lagerkörper für die erste Hebelwelle 361
- 304
- zweiter Lagerkörper für die zweite Hebelwelle 362 und zur Verbindung mit dem Anschlagprofil
21
- 3041
- Nase am Lagerkörper 304
- 305
- Halteklauen zur Verbindung mit dem Anschlagprofil 21
- 31
- Antriebshebel
- 315
- Anschlagschraube zur Einstellung des Hebelabstands
- 32
- Stellhebel
- 321
- Anschlagselement am Stellhebel 32
- 33
- Montagehebel
- 331
- Verbindungsstück, Zahnstange
- 3311
- Verzahnung
- 3312
- Öffnung für die Aufnahme der Verbindungsschraube 381
- 35
- Antriebsfeder, Doppel-Spiralfeder
- 361
- erste Hebelwelle
- 362
- zweite Hebelwelle
- 363
- dritte Hebelwelle, vzw. federelastisch und gehärtet
- 364
- vierte Hebelwelle
- 38
- Montagelement, ggf. Scharniertopf am Montagehebel 33
- 381
- Verbindungsschraube
- 382
- Verbindungsmutter
- 385
- Werkzeugsenke
- 4
- Laufwerk
- 41
- Laufwerkskörper
- 411
- Gehäuse des Laufwerkskörpers 41
- 4111
- Austrittsöffnung im Gehäuse 411
- 4112
- Lageröffnung
- 4113
- Gewindebohrungen für die Abschlussschrauben 423
- 4114
- Führungsbalken im Laufwerksgehäuse 411
- 412
- Montageteil am Laufwerkskörper 41
- 4121
- Gewindebohrungen für die Montageschrauben 4122
- 4122
- Montageschrauben
- 42
- Gehäusedeckel
- 421
- Lagerblock am Gehäusedeckel 43
- 422
- Aufnahmeöffnungen für die Abschlussschrauben 423
- 423
- Abschlussschrauben
- 43
- Traghebel
- 431
- Zentralachse für den Traghebel 43
- 432
- Aufnahmeöffnungen für die Radachsen 441
- 44
- Laufräder
- 441
- Radachsen
- 45
- Stellelement
- 451
- Haltestab des Stellelements
- 452
- Haltekeil des Stellelements
- 453
- Lageröffnung zur Aufnahme der Zentralachse 431
- 46
- Stellschraube
- 461
- Schraubenkopf der Stellschraube 46
- 462
- Gewindeschaft der Stellschraube 46
- 47
- Justierkeil
- 471
- Gewindekanal im Justierkeil
- 6
- Scherenlager
- 61
- Profilkörper des Scherenlagers 6
- 611
- erstes Profilteil des Profilkörpers 61
- 6111
- Halteklaue am ersten Profil zeigen 611
- 612
- zweites Profilteil des Profilkörpers 61
- 6121
- Halteleiste am zweiten Profilteil 612
- 6122
- Gewindebohrungen im zweiten Profilteil 612
- 613
- drittes Profilteil des Profilkörpers 61
- 6131
- Montageöffnung im dritten Profilteil
- 6132
- Gewindekanal zur Aufnahme des Justierbolzens 63
- 6133
- Fusselement des dritten Profilteils
- 61331
- Führungskanal im Fusselement 6133
- 62
- Justierhebel
- 621
- Montagelasche am Justierhebel 62
- 622
- Aufnahmeöffnung am Justierhebel 62
- 623
- Montageöffnung am Justierhebel 62
- 624
- Führungsnase am Justierhebel 62
- 63
- Justierbolzen
- 631
- Kopf des Justierbolzens 63
- 632
- Gewindeschaft des Justierbolzens 63
- 633
- Werkzeugöffnung im Gewindeschaft 632
- 64
- Montagewelle
- 66
- Anschlagbolzen
- 67
- Fixierschrauben
- 68
- Lagerschraube zum Halten des zweiten Scherenelement
- 8
- Führungsvorrichtung
1. Verschiebevorrichtung (2) mit einem Trennelement (11), insbesondere einem Trennelement
(11) aus Glas oder Holz für ein Möbel (1) oder für einen Gebäuderaum, welches drehbar
mit einem Anschlagprofil (21) verbunden ist, das von einem ersten Scherenelement (221)
eines Scherenkreuzes (22) verschiebbar von einem zweiten Scherenelement (222) des
Scherenkreuzes (22) über ein Scherenlager (6) fest gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Scherenlager (6) einen an das Anschlagprofil (21) angepassten und mit diesem
verbindbaren Profilkörper (61) aufweist, der an einem Profilteil (613) gelenkig mit
dem ersten Endstück eines Justierhebels (62) verbunden ist, dessen zweites Endstück
einerseits drehbar mit dem zweiten Scherenelement (222) verbunden und andererseits
von einem Justierbolzen (63) gehalten ist, dessen Gewindeschaft (632) in einem Gewindekanal
(6132) des Profilkörpers (61) drehbar gelagert ist.
2. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewindekanal (6132) den Profilkörper (61), insbesondere das Profilteil (613),
von der dem Scherenkreuz (22) zugewandten Rückseite bis zur Frontseite durchläuft,
so dass der Justierbolzen (63) von der Frontseite des Profilkörpers (61) her bedienbar
ist.
3. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Justierbolzen (63) frontseitig eine Werkzeugöffnung (633) aufweist, in die ein
Werkzeug einführbar ist, um den Justierbolzen (63) zu drehen.
4. Verschiebevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Justierbolzen (63) an dem dem Justierhebel (62) zugewandten Ende einen Bolzenkopf
(631) aufweist, der in einer im Justierhebel (62) vorgesehenen Aufnahmeöffnung (622)
verankert ist.
5. Verschiebevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Justierhebel (62) am zweiten Endstück eine Montagelasche (621) aufweist, durch
die hindurch eine mit dem zweiten Scherenelement (222) verbundene Lagerschraube (68)
geführt ist.
6. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Montagelasche (621) eine lang gezogene Öffnung aufweist, entlang der der Schaft
der Lagerschraube (68) verschiebbar ist.
7. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass an dem dem Drehpunkt entferntesten Ende des Justierhebels (62) eine Führungsnase
(624) vorgesehen ist, die in einem im Fusselement (6133) des Profilteils (613) vorgesehenen
Führungskanal (61331) geführt und seitlich gehalten ist.
8. Verschiebevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilkörper (61) ein gegebenenfalls mit Halteelementen (6111, 6121) versehenes
L-Profil oder U-Profil sowie Gewindebohrungen (6122) aufweist, in die Fixierschrauben
(67) gegen das Anschlagprofil (21) drehbar sind, um das Anschlagprofil (21) und den
Profilkörper (61) gegenseitig zu verkeilen.
9. Verschiebevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagprofil (21) an dessen oberen Ende von einem Laufwerk (4) gehalten ist,
das einen Laufwerkskörper (41) mit einem Gehäuse (411) aufweist, in dem ein Stellelement
(45) höhenverschiebbar gelagert ist, an dessen Oberseite ein Traghebel (43) drehbar
gehalten ist, an dem zwei von einer Laufschiene (27) geführte Laufräder (44) mittels
Radachsen (441) befestigt sind.
10. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (45) einen Haltestab (451) aufweist, an dessen Oberseite der Traghebel
(43) mittels einer Zentralachse (431) gehalten und an dessen Unterseite ein Haltekeil
(452) vorgesehen ist, dessen obere Keilfläche, die gegenüber der Laufrichtung des
Laufwerks (4) geneigt ist, mit der unteren Keilfläche eines Justierkeils (47) zusammenwirkt,
der mittels einer vom Laufwerkskörper (41) gehaltenen Stellschraube (46) gegenüber
dem Haltekeil (452) verschiebbar ist.
11. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellschraube (46) einen Gewindeschaft (462) und an beiden Enden je einen Schraubenkopf
(461) aufweist, die in Lageröffnungen (4112) gehalten sind, welche in aneinander gegenüberliegenden
Seiten des Gehäuses (411) angeordnet sind, wobei der Gewindeschaft (462) in einem
Gewindekanal (471) des Justierkeils (47) drehbar gehalten ist.
12. Verschiebevorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennelement (11) von einem Montageelement (38), insbesondere einem Scharniertopf,
eines Scharniers (3) gehalten ist, das über ein Hebelwerk (31, 32, 33) mit einem am
Anschlagprofil (21) befestigten Anschlagteil (30) verbunden ist, das mit dem ersten
Endstück eines von einer Antriebsfeder (35) angetriebenen Antriebshebels (31) und
mit dem ersten Endstück eines Stellhebels (32) gelenkig verbunden ist, dessen zweites
Endstück gelenkig mit dem ersten Endstück eines mit dem Montageelement (38) verbundenen
Montagehebels (33) verbunden ist, dessen zweites Endstück mit dem zweiten Endstück
des Antriebshebels (31) verbunden ist, welcher den Montagehebel (33) gegen den Stellhebel
(32) drückt, so dass die den Stellhebel (32) und den Montagehebel (33) verbindende
dritte Hebelwelle (363) bei geöffnetem Trennelement (11) gegen den Antriebshebel (31)
und bei geschlossenem Trennelement (11) vom Antriebshebel (31) weggedrückt wird.
13. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagteil (30) einen ersten Lagerkörper (303) aufweist, in dem eine dem Halten
des Antriebshebels (31) dienende erste Hebelwelle (361) gelagert ist, auf der auf
einer oder auf beiden Seiten des ersten Lagerkörpers (303) je ein Federpaket (353A;
353B) der als Spiralfeder ausgebildeten Antriebsfeder (35) angeordnet sind, die einerseits
gegen das Anschlagteil (30) und andererseits mit einem Endstück (351) oder einem Mittelstück
(352) gegen den Antriebshebel (31) drückt und dass das Anschlagteil (30) gegebenenfalls
einen zweiten Lagerkörper (304) aufweist, in dem eine dem Halten des Stellhebels (32)
dienende zweite Hebelwelle (362) gehalten ist und dass der Antriebshebel (31) und
der Montagehebel (33) durch eine vierte Hebelwelle (364) miteinander verbunden sind.
14. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine vorzugsweise im Antriebshebel (31) drehbar gelagerte Anschlagschraube (315)
vorgesehen ist, mittels der der minimale Abstand zwischen einerseits der vorzugsweise
federelastischen dritten Hebelwelle (363) oder einem Anschlagselement (321) am Stellhebel
(32) und andererseits dem Antriebshebel (31) und somit die Ausrichtung des Trennelements
(11) in geöffneter Lage einstellbar ist und/oder dass das Montageelement (38) gegenüber
dem Montagehebel (33) verschiebbar und mittels einer Verbindungsschraube (381) und
einer vorzugsweise mehrkantigen Schraubemutter (382) fixierbar ist.
15. Verschiebevorrichtung (2) nach Anspruch 12, 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Montagehebel (33) zumindest teilweise ein U-Profil aufweist, welches in den Scharniertopf
(38) eingepasst ist und/oder welches der Aufnahme des Antriebshebels (31) in der Position
dient, in der die dritte Lagerwelle (363) gegen den Antriebshebel (31) gedrückt wird,
wobei das zweite Endstück des zweiten Stellhebels (33) und das erste Endstück des
Montagehebels (33) je zwei benachbarte, der Aufnahme der dritten Lagerwelle (363)
dienende Lagerkörper (32A, 33A; 32B, 33B) aufweisen, die derart voneinander beabstandete
sind, dass dazwischen hindurch der Antriebshebel (31) gegen die dritte Lagerwelle
(363) führbar ist.
16. Möbelstück (10), insbesondere Schrank mit einer Verschiebevorrichtung nach einem der
Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das mit der Verschiebevorrichtung (1) verbundene, zum Abschliessen des Möbelstücks
(10) dienende Trennelement (19) darin in einen Zwischenraum (17) versenkbar ist.