BESCHREIBUNG
Verfahren zur Reduzierung des Feinstaubanteils in der Abluft eines Heizgerätes
[0001] Die Erfindung/Neuerung betrifft ein Verfahren zur Reduzierung des Feinstaubanteils
in der Abluft eines feste Brennstoffe verbrennenden Heizgerätes, insbesondere eines
Kachel- oder Kaminofens, Heizkamins, Pelletofens, einer Festbrennstoffheizanlage oder
dergleichen, wobei die Rauchgase durch ein Filtermaterial im Abluftkanal des Heizgerätes
geführt werden.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es grundsätzlich bekannt, in ein feste Brennstoffe
verbrennendes Heizgerät, wie beispielsweise einen Pelletofen, ein Filtermaterial im
Abluftkanal anzuordnen. Dies geht beispielsweise aus
DE 20 2007 017 100 U1 hervor, hier wird beschrieben, dass Partikel aus dem Abgasstrom, wie beispielsweise
Rußpartikel herausgefiltert werden und dadurch die Feinstaubbelastung reduziert wird.
[0003] DE 20 2007 017 100 U1 lehrt eine Abgasreinigungsanordnung einer Kleinfeuerstätte, wobei in einer Abgasabführung
eine Filterstrecke zur Filterung von Partikeln aus dem Abgasstrom vorgesehen ist,
wobei in Abgasstromrichtung vor oder nach der Filterstrecke eine Glühstrecke zur Reduktion
unverbrannter Gasbestandteile angeordnet ist.
[0004] DE 35 22 820 A1 lehrt ein Verfahren sowie eine Einrichtung zur Reduzierung der Schadstoffemissionen
von Verbrennungsanlagen, wobei die Abgase nach der Filterzone unter Zufuhr von Sekundärluft
nachverbrannt werden und der Filterbrennstoff, wenn seine Wirksamkeit nicht mehr ausreicht,
ebenfalls verbrannt und kontinuierlich durch einen neuen Filterbrennstoff ersetzt
wird.
DE 195 23 866 A1 lehrt ein Verfahren zum Abscheiden von Flugstäuben und organischen Schadstoffen aus
Rauchgasen, bei dem die Rauchgase durch ein Bett aus Koks geleitet werden und der
erschöpfte Koks bei einer Temperatur von 400 - 1000°C regeneriert oder verbrannt wird.
[0005] Der Erfindung/Neuerung liegt die Aufgabe zu Grunde ein Verfahren zur Reduzierung
des Feinstaubanteils in der Abluft eines feste Brennstoffe verbrennenden Heizgerätes
mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1 sowie eine diesbezügliche Heizvorrichtung
derart weiterzubilden, dass sowohl das Filtermaterial als auch das im Zuge der Filterung
in dem Filtermaterial gefangene Filtrat auf einfache und komfortable Weise entsorgt
wird. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung die Handhabung der Verlagerung des Filtermaterials
möglichst bedienerfreundlich zu gestalten, die Gefahren während der Handhabung möglichst
gering zu halten, als auch das Gesamtsystem mit einem möglichst einfachen Aufbau der
Heizvorrichtung zu erreichen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 sowie der Vorrichtung gemäß
Anspruch 8 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen 2 - 7 bzw. 9 - 15.
[0007] Als Kern der Erfindung wird es angesehen, dass das Filtermaterial zumindest teilweise
in einer fortgeschrittenen, zumindest rußarmen Phase des Abbrandes des Brennstoffes
innerhalb des Heizgerätes mitverbrannt wird. Das Filtermaterial samt der in dem Filtermaterial
während des Einsatzes an ihm angesetzten Filtrats gelangt nach der hauptsächlichen
Benutzungsphase in die Brennkammer des Heizgerätes und wird dort mit der dort vorherrschenden
Wärmeenergie (glühender Brennstoff) verbrannt. Dies stellt eine einfache wie auch
effektive und umweltfreundliche Variante der Entsorgung des mit den Schadstoffen in
Form des Filtrats behafteten Filtermaterials dar.
[0008] Das Filtermaterial kann innerhalb des Ofengehäuses oder außerhalb angeordnet werden,
sofern eine Zuführung in die Brennkammer möglich ist.
[0009] Der Verbrennungsprozess eines feste Brennstoffe verbrennenden Heizgerätes lässt sich
grob anhand von fünf Phasen beschreiben. In einer ersten Phase erfolgt die Trocknung
des Brennstoffes. In der zweiten Phase werden die Kohlenwasserstoffe aus dem Brennstoff
ausgetrieben und anschließend (dritte Phase) folgt eine vorerst unvollständige Verbrennung,
da sich noch kein optimales Sauerstoff-zu-Kohlenstoff-Verhältnis eingestellt hat.
In der darauffolgenden Phase (Phase 4) findet eine vollständige Verbrennung des Brennstoffes
statt, sodass der über die Luft zugeführte Sauerstoff vollständig mit den freigesetzten
Brennstoffgasen reagieren kann. In einer letzten, der fünften Phase, erfolgt der Abbrand
des Brennstoffes ohne Flammbildung. Insbesondere in den Phasen 4 und 5 ist die abgegebene
Wärme des Heizgerätes auf dem höchsten Niveau. Es hat sich herausgestellt, dass der
nahezu ausschließliche Bedarf der Filterung, insbesondere in den Phasen 1 - 3, vor
allem während der Phase der unvollständigen Verbrennung (Phase 3) besteht. In den
Phasen 4 und 5, in denen entweder eine vollständige Verbrennung oder lediglich noch
das Abglimmen des Brennstoffes erfolgt, ist eine Filterung entbehrbar, da im Wesentlichen
keine unverbrannten Kohlenwasserstoffe mehr gebildet werden, sondern lediglich Kohlendioxid.
Damit ist es möglich, das Filtermaterial in einer fortgeschrittenen, zumindest rußarmen
Phase, d. h. in den Phasen 4 und/oder 5 aus dem Heizprozess als Filtermaterial an
sich auszukoppeln und der Brennkammer zuzuführen, um es dort als Brennstoff zu verwenden.
Das in dem Filtermaterial während der Betriebsphasen 1 - 3 in ihm zurückgehaltene
Schadstofffiltrat wird auf diesem Wege auch der Brennkammer und damit dem Verbrennungsprozess
zugeführt, sodass diese ursprünglich herausgefilterten Schadstoffe als Brennstoff
in der Brennkammer enden und dort verbrannt werden.
[0010] Der Filter oder das Filtermaterial kann vorzugsweise mehrteilig aufgebaut sein, so
dass nach z.B. einer ersten Verwendung des Heizgerätes nicht der gesamte Filter bzw.
das gesamte Filtermaterial verbrannt wird, sondern eine sukzessive Verbrennung des
Filters bzw. des Filtermaterials über mehrere Heizperioden des Heizgerätes hinweg
stattfindet. Üblicherweise lagern sich auf der zur Brennkammer hin gerichteten Filteroberfläche
verstärkt Rußpartikel ab. Durch eine teilweise Verbrennung des Filters - also seiner
zur Brennkammer hin gerichteten Oberfläche - kann danach der restliche Filter besser
arbeiten, da sein Durchzugswiderstand mit der Befreiung von den oberflächlich angehafteten
Rußpartikeln reduziert wurde.
[0011] Um die Benutzerfreundlichkeit der Vorrichtung zu steigern, ist es vorteilhaft, die
Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer des Heizgerätes automatisch vollziehen
zu lassen. Eine derartige automatische Zuführung des Filtermaterials kann beispielsweise
temperaturabhängig, strahlungssensor-, rauchgassensor-, lambdasensor-, luftmengensensorgesteuert
und/oder auf sonstige Weise erfolgen. Derartige Sensoren können erkennen, ob sich
der Verbrennungsprozess bzw. der Heizprozess bereits in der vierten und/oder fünften
Phase befindet und damit die Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer initiieren.
Dies kann grundsätzlich auf elektronisch gesteuertem Wege mit einem Prozessor, der
die Sensorsignale empfängt und entsprechend auswertet und Aktuatoren ansteuert, die
die Verlagerung des Filtermaterials in die Wege leiten, erfolgen. Alternativ kann
dies auch elektrisch oder mechanisch realisiert werden. Ein mechanisches Beispiel
wäre die Verwendung eines Bimetalls, das nach dem Erreichen eines vordefinierten Temperaturschwellenwertes
über einen Mechanismus das Filtermaterial in die Brennkammer befördern.
[0012] Alternativ dazu kann die Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer des Heizgerätes
auch durch manuelle Betätigung einer freigabevorrichtungssteuernden Handhabevorrichtung
erfolgen. Beispielsweise kann der Bediener des Heizgerätes entweder durch Beobachtung
des Verbrennungsvorganges und/oder durch die Überwachung entsprechender Sensoren das
Erreichen der vierten und/oder fünften Heizphase wahrnehmen und danach eine Handhabe
betätigen, welche das Filtermaterial in die Brennkammer aktiv oder passiv befördert.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Filtermaterial in einer gesonderten
Filterkammer angeordnet. Eine derartige Filterkammer kann beispielsweise dazu dienen,
schüttgutartiges Filtermaterial, wie beispielsweise feinkörniges Filtermaterial, zu
bevorraten. Im Falle einer Filterkammer, kann es vorgesehen sein, dass entweder an
der Filterkammer selbst oder zwischen der Filterkammer und der Brennkammer eine Freigabevornchtung
zur Freigabe des Filtermaterials in die Brennkammer aktivierbar ist. Die Freigabevorrichtung
kann beispielsweise in Form von Klappen, Schiebern und/oder eines Siebes ausgebildet
sein, das in eine Verschluss- (Filtermaterialhalteposition) und eine Freigabeposition
verlagerbar ist.
[0014] Ebenso ist es vorteilhaft, anstelle oder zusätzlich eines körnigen Filtermaterials
ein einstückiges Filtermaterial zu verwenden. Dies ermöglicht es, das Filtermaterial
beispielsweise form- oder kraftschlüssig zu halten und über die Aktivierung der Freigabevorrichtung
zu einem gezielten Zeitpunkt freizugeben, sodass das Filtermaterial in die Brennkammer
gelangen kann.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn
in zumindest einer ersten Anbrennphase (Phase 1, in der der Brennstoff trocknet) des
Brennstoffes die Rauchgase bzw. die Abluft an dem Filtermaterial vorbeigeleitet werden.
Gerade in der Anfangsphase des Heizprozesses ist es wünschenswert eine gewisse Abzugswirkung
zu erreichen. Dadurch, dass das Filtermaterial zumindest anfänglich aus dem Abluftkanal
"ausgekoppelt" wird, wird erreicht, dass der Widerstand, den die Abluft im Abluftkanal
zu überwinden hat, wesentlich reduziert wird und damit ein erhöhter Volumenstrom der
Abluft erreichbar ist. Auch diese Ent- und Einkoppelfunktion bezüglich des Filtermaterials
kann automatisch oder manuell durch den Einfluss oder die Wahrnehmung von Sensoren,
wie beispielsweise einem Temperatursensor, initiiert werden. Beispielsweise kann ab
dem Erreichen eines gewissen Temperaturschwellwertes das Filtermaterial in den Abluftkanal
eingekoppelt werden, da dieser Temperaturschwellwert entweder das kurzzeitig bevorstehende
oder bereits das Erreichen der Phase 2 (Austreibung der Kohlenwasserstoffe) anzeigt.
[0016] Eine weitere Möglichkeit, um den für die Abluft im Abluftkanal zu überwindenden Widerstand
zu reduzieren, ist es, in einer ersten Anbrennphase die Rauchgase aktiv durch das
Filtermaterial hindurch zu saugen und/oder hindurch zu blasen. Dies kann dadurch erreicht
werden, dass entweder vor oder nach dem Filtermaterial eine fremdangetriebene Strömungsmaschine,
wie beispielsweise ein Ventilator, angeordnet wird.
[0017] Dieses Verfahren lässt sich durch eine Heizvorrichtung realisieren, insbesondere
einen Kachel- oder Kaminofen, Heizkamin, Pelletofen, Festbrennstoffheizanlage, Festbrennstoff-Wassertherme
oder dergleichen, die eine an einem Abluftkanal angeschlossene Brennkammer aufweist,
in der ein fester Brennstoff verbrennbar ist. Diese Heizvorrichtung zeichnet sich
dadurch aus, dass eine mit Filtermaterial bestückte Filtereinrichtung zur Reduzierung
des Feinstaubanteils in oder an dem Abluftkanal angeordnet ist und das Filtermaterial
der Filtereinrichtung in einer fortgeschrittenen, zumindest rußarmen Phase des Abbrandprozesses
des Brennstoffes in die Brennkammer des Heizgerätes einführbar ist. Vorzugsweise ist
die Filtereinrichtung angrenzend an die Brennkammer angeordnet, sodass der Weg für
das in der Filtereinrichtung vorhandene Filtermaterial in die Brennkammer möglichst
gering ist. Darüber hinaus kann die Filtereinrichtung eine Filterkammer aufweisen,
in der das Filtermaterial angeordnet ist, wobei die Filterkammer mit einer Freigabevorrichtung
zur Freigabe des Filtermaterials in die Brennkammer versehen ist. Dabei kann dies
konstruktiv so gelöst sein, dass das Filtermaterial auf der Freigabevorrichtung beispielsweise
an einer Klappe aufliegt und die Freigabevorrichtung zur schwerkraftbedingten Einführung
des Filtermaterials in die Brennkammer aufklappt oder unter dem Filtermaterial verschiebbar
ist. Hierzu bietet sich insbesondere eine horizontal an dem Filtermaterial verschiebbar
gelagerte Freigabevorrichtung an.
[0018] Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Filter und/oder das Filtermaterial mit verbrennungsaktiven
Einlagerungen versehen ist. Diese Einlagerungen sollen die Verbrennung des Filtermaterials
begünstigen.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Freigabevorrichtung zur Freigabe
eines Klemmsitzes, der ein einstückig ausgebildetes Filtermaterial hält, ausgebildet.
Dies stellt eine einfache konstruktive Maßnahme dar, so kann beispielsweise die Freigabevorrichtung
in eine Ausnehmung des Filtermaterials eingreifen und zur Freigabe des Filtermaterials
aus der Ausnehmung des Filtermaterials aus diesem herausziehbar sein. Verallgemeinert
bedeutet dies, dass die Freigabevorrichtung das in diesem Fall vorzugsweise einstückige
Filtermaterial form- und/oder kraftschlüssig hält und durch einen Freigabemechanismus
diese form- und/oder kraftschlüssige Verbindung aufhebt, sodass das Filtermaterial
in die Brennkammer gelangt.
[0020] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen,
einen Vorratsbehälter, der mit Filtermaterial bestückt ist, an der Filtereinrichtung
derart anzuschließen, dass das Filtermaterial aus dem Vorratsbehälter regel- und/oder
steuerbar in die Filtereinrichtung verlagerbar ist. Hieraus ergibt sich der Vorteil,
dass nachdem das in der Filtereinrichtung zum Verbrennungsprozess verwendete Filtermaterial
der Brennkammer zugeführt wurde, ein Wiederbefüllen der Filtereinrichtung erleichtert
wird.
[0021] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer
des Heizgerätes durch manuelle Betätigung einer Freigabevorrichtung steuernden Handhabe
erfolgt. Auch kann die automatische Zuführung des Filtermaterials temperaturabhängig
und/oder gesteuert durch einen Rauchgassensor in der Brennkammer des Ofens erfolgen.
[0022] Ferner kann das Filtermaterial in einer gesonderten Filterkammer angeordnet sein.
Vorzugsweise ist zwischen der Filterkammer und der Brennkammer eine Freigabevorrichtung
zur Freigabe des Filtermaterials in die Brennkammer aktivierbar.
[0023] Das Filtermaterial kann sowohl körniges Filtermaterial, als auch ein- oder mehrstückig
ausgebildet sein. Im Falle eines mehrstückig ausgebildeten Filtermaterials kann dieses
stückweise über mehrere Heizzyklen in die Brennkammer verlagert werden. Auch kann
körniges Filtermaterial im Abluftkanal in ein Aufnahmeelement gefüllt und das Aufnahmeelement
zur Freigabe des Filtermaterials in die Brennkammer geöffnet werden. Vorzugsweise
ist zur Freigabe des Filtermaterials in die Brennkammer eine Federrastsperre vorgesehen,
die - wenn freigegeben - eine Öffnung an der Filterkammer oder eine Öffnung an einer
Verbindung zwischen der Filterkammer und der Brennkammer ermöglicht.
[0024] Die Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer erfolgt vorzugsweise während
einer Phase der vollständigen Verbrennung, in der ein zur Verbrennung zugeführter
Sauerstoff nahezu vollständig mit den Brennmaterialgasen reagiert.
[0025] Betreffend die erfindungsgemäße Heizvorrichtung ist es vorteilhaft, wenn die Filtereinrichtung
angrenzend an die Brennkammer angeordnet ist. Grundsätzlich ist eine Freigabevorrichtung,
die Verlagerung des Filtermaterials in die Brennkammer ausführt und/oder initiiert,
vorteilhaft. Beispielsweise ist die Freigabevorrichtung horizontal unter dem Filtermaterial
verschiebbar. Auch kann die Freigabevorrichtung siebart ausgebildet sein. Darüber
hinaus ist es möglich, die Freigabevorrichtung zur Freigabe eines Klemmsitzes, der
das einstückig ausgebildetes Filtermaterial hält, auszubilden. Hierbei kann die Freigabevorrichtung
in eine Ausnehmung des Filtermaterials eingreifen und zur Freigabe aus der Ausnehmung
des Filtermaterials herausziehbar sein. Die Freigabe kann grundsätzlich elektronisch,
elektrisch oder mechanisch ansteuerbar sein. Die Freigabevorrichtung ist vorzugsweise
in einer Filterkammerschließstellung und/oder Filtermaterialhaltestellung vorgespannt.
Auch kann der Filter aus mehreren Teilen eines Filtermaterials ausgebildet sein.
[0026] Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in den Zeichnungsfiguren näher
erläutert. Diese zeigen
- Fig. 1:
- ein Diagramm zur Darstellung des Verbrennungsprozesses bei Festbrennstoffen in fünf
verschieden Phasen;
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Heizgerätes;
- Fig.3:
- eine schematische Darstellung eines Heizgerätes mit einer Filterüberbrückungsvorrichtung
(Bypassleitung) in Filter- Aktivstellung;
- Fig. 4:
- eine schematische Darstellung des Abluftkanals mit Bypassleitung einer Heizvorrichtung
gemäß Figur 3 in Filter- Deaktivierungsstellung;
- Fig. 5:
- eine schematische Darstellung einer alternativen Ausführungsform mit im Wesentlichen
zwei Schiebermechanismen;
- Fig. 6a- 6d:
- schematische Darstellungen des Abluftkanals eines Heizgerätes gemäß Figur 5 in den
Stellungen "Filter deaktiviert" (Figur 6a), "Filter aktiviert" (Figur 6b), "Verlagerung
des Filters in die Brennkammerposition" (Figur 6c) sowie "Filterwiederbefüllung" (6d).
[0027] Einleitend wird in Figur 1 ein Ablaufdiagramm des Verbrennungsprozesses bei Festbrennstoffen
dargestellt, wobei in einer ersten Phase I der Brennstoff 4 im Wesentlichen eine Trocknung
erfährt. In der darauffolgenden Phase II werden die Kohlenstoffe aus dem Brennstoff
4 ausgetrieben und danach in Phase III findet eine unvollständige Verbrennung im Heizgerät
1 statt. In der Phase IV geht der Prozess zu einer vollständigen Verbrennung über
und anschließend in Phase V erfolgt der Abbrand des Brennstoffes ohne Flammbildung.
[0028] Erfindungsgemäß wird eine Heizvorrichtung 1, wie beispielsweise ein Kachel- oder
Kaminofen, Heizkamin, Pelletofen, Feststoffheizanlage, Feststoffwassertherme oder
dergleichen mit einer an einem Abluftkanal 2 angeschlossenen Brennkammer 3 versehen,
in der ein fester Brennstoff 4 beispielsweise auf einer Unterlage 5 angeordnet und
verbrannt wird (vgl. Fig. 2). Hierbei erfolgt zumindest ein Teil der Luftzufuhr zum
Verbrennungsprozess durch Ausnehmungen 6 der Unterlage 5. In oder am Abluftkanal 2
ist eine mit Filtermaterial 8 bestückte Filtereinrichtung 7 zur Reduzierung des Feinstaubanteils
aus dem Verbrennungsprozess des Brennstoffes 4 angeordnet. Die Vorrichtung ist ferner
derart konstruiert, dass das Filtermaterial 8 der Filtereinrichtung 7 in einer fortgeschrittenen,
zumindest rußarmen Phase (Phase IV und/oder V) des Abbrandprozesses des Brennstoffes
4 in die Brennkammer 3 des Heizgerätes 1 überführbar ist.
[0029] Die Filtereinrichtung 7 ist an die Brennkammer 3 angrenzend angeordnet. Durch diese
räumliche Nähe wird die Verlagerung der Filtereinrichtung 7 zur Brennkammer 3 erleichtert.
Über eine Freigabevorrichtung 9 kann die Verlagerung des Filtermaterials 8 in die
Brennkammer 3 ausgeführt oder initiiert werden. Beispielsweise ist das Brennstoffmaterial
4 einstückig oder in Form von Schüttgut ausgebildet, sodass das Filtermaterial 8 mittels
eines Klemmsitzes lösbar befestigt ist und durch Auslösung der Freigabevorrichtung
9 der Klemmsitz aufgehoben wird, sodass das Filtermaterial 8 beispielsweise schwerkraftsbedingt
in die Brennkammer 3 herabfallen kann. Beispielsweise weist die Freigabevorrichtung
9 einen Stift auf, der in eine Ausnehmung des Filtermaterials 8 eingreift und zur
Freigabe des Filtermaterials 8 der Stift aus der Ausnehmung des Filtermaterials 8
herausgezogen ist (nicht dargestellt). In den Zeichnungsfiguren 2 und 3 ist neben
der Freigabevorrichtung 9 ein Sensor 10 innerhalb der Brennkammer 3 angeordnet. Dieser
sendet Signale über die Leitung 11 entweder direkt zur Freigabevorrichtung (nicht
dargestellt) oder indirekt über einen zentralen Rechner 12. Die Inputsignale des zum
Beispiel als Rauchgassensor, Lambda-Sensor, Luftmengensensor und/oder Temperatursensor
ausgebildeten Sensors 10 werden in dem Rechner 12 verglichen und bei Überschreiten
eines definierten Schwellwertes, der entweder das kurzzeitige Bevorstehen der Phase
IV und/oder V oder aber den Eintritt der Phasen IV oder V detektiert, ein Ausgabesignal
erzeugt, das über die Leitung 13 an die Freigabevorrichtung 9 übermittelt wird, sodass
die Freigabevorrichtung 9 die Verlagerung des Filtermaterials 8 in die Brennkammer
3 ausführen und/oder initiieren kann. Dabei kann die Freigabevorrichtung 9 elektronisch,
elektrisch und/oder mechanisch angesteuert werden. Die Schwellwerte können vorzugsweise
für den Bediener veränderbar sein, so kann eine Anpassung an unterschiedliche Brennstoffe
vorgenommen werden.
[0030] Es ist auch möglich, dass Ausgabesignal der Sensoren 10 auf andere Art und Weise,
beispielsweise Verfärbungen eines Materials oder Ausgabe auf einem Bildschirmdisplay
(nicht dargestellt) einem Benutzer das Erreichen und/oder das kurzzeitige Bevorstehen
der Phasen IV und/oder V zu signalisieren, sodass dieser manuell die Freigabevorrichtung
9 betätigen kann.
[0031] In den Zeichnungsfiguren 3 und 4 ist eine temporär zu- und wegschaltbare, also sozusagen
koppelbare, Bypassleitung 14 zur Umgehung der Filtereinrichtung 7 dargestellt. Die
Bypassleitung 14 umfasst zum einen die Leitungsbahn 15 sowie ein Bypassleitungsöffnungs-/verschlusselement
16, das in der dargestellten Ausführungsform in Form einer Klappe dargestellt ist.
Das Öffnungs-/ Verschlusselement 16 ist in Zeichnungsfigur 3 in Schließstellung -
Filtereinrichtung 7 Aktivstellung und in Zeichnungsfigur 4 in Öffnungsstellung - Filtereinrichtung
7 Deaktivierungsstellung dargestellt. Vorteilhafterweise wird das Öffnungs-/Verschlusselement
16 über eine Ansteuervorrichtung 17 angesteuert. Die Ansteuervorrichtung 17 kann wiederum
mit wenigstens einem der Sensoren 10 und/oder dem Rechner 12 wirkverbunden sein (nicht
dargestellt). Damit wird eine vollautomatische Kontrolle des Heizprozesses ermöglicht.
Einerseits kann über die Steuerung des Öffnungs-/Verschlusselementes 16 insbesondere
in der Inbetriebnahmephase (Phase I) der Heizvorrichtung 1 die Filtereinrichtung 7
umgangen werden, wodurch ein möglichst geringer Widerstand für die Abgase im Abluftkanal
2 erreicht wird. Eine Wiederbestückung der Filtereinrichtung 7 mit Filtermaterial
8 kann beispielsweise über einen mit Filtermaterial 8 bestückten Vorratsbehälter,
der angrenzend an die Filtereinrichtung angeordnet ist, ausgeführt werden. Dieser
Wiederauffüllungsprozess des Filtermaterials 8 aus dem Vorratsbehälter in die Filtereinrichtung
7 kann vorzugsweise ebenfalls über entsprechende Förderungs- oder Freigabemittel sowohl
manuell als auch auf automatisiertem Wege, z. B. elektrisch oder elektronisch über
Sensoren 10 und/oder den Rechner 12 ausgeführt oder initiiert werden.
[0032] In der Zeichnungsfigur 5 ist eine alternative Ausführungsform mit zumindest ähnlichen
Möglichkeiten, wie in der Heizvorrichtung 1 gemäß Figuren 3 und 4 dargestellt. Hierbei
besteht die Freigabevorrichtung 9 im Wesentlichen aus zwei horizontal unter dem Filtermaterial
8 schiebbar gelagerten Schiebern 18, 19. Das Filtermaterial 8 kann entweder wiederum
einstückig ausgebildet sein oder aber, wenn die Filtereinrichtung 7 eine Filterkammer
20 aufweist, als pulverartiges Material bevorratet werden. Unabhängig davon, ob es
sich um ein pulverartiges, körniges und/oder einstückiges Filtermaterial 8 handelt,
kann dieses auf der Freigabevorrichtung 9 - in diesem Fall den Schieber 18 - aufliegen.
In Zeichnungsfigur 6a ist die Bypassstellung dargestellt. Dabei wird die Abluft über
die Bypassleitung 14 in die Umwelt befördert. In Zeichnungsfigur 6b wurde der Schieber
19 durch Verlagerung der Handhabe 22 in Richtung des Pfeils A verlagert und somit
die Bypassleitung 14 verschlossen, sodass die Abluft durch beispielsweise einen siebartig
ausgebildeten Schieber 18 hindurchtreten muss und die Abluft innerhalb des Filtermaterials
8 der Filtereinrichtung 7 eine Reinigung erfährt. Wenn beispielsweise die Phase IV
und damit die vollständige Verbrennung des Brennstoffes 4 stattfindet, kann durch
Betätigung der Handhabe 21 und damit der Verlagerung des Schiebers 18 in Pfeilrichtung
A das Filtermaterial 8 schwerkraftsbedingt im freien Fall (Pfeil B) zur Brennkammer
3 gelangen (vgl. Fig. 6c).
[0033] In Zeichnungsfigur 6d sind die Schieber 18, 19 wieder in der Ausgangsstellung, so
dass ein neuer Start der Heizanlage in Gang gesetzt werden kann und durch die Freigabe
der Bypassleitung 14 die Anfeuerung der Heizanlage erleichtert wird. Durch die geöffnete
Klappe 23 kann in die Filterkammer 20 ein neues Filtermaterial 8 eingesetzt werden
(Pfeil C). Auch eine automatische Beschichtung der Filterkammer 20 mit Filtermaterial
8 aus einer Filtermaterialvorratseinrichtung stellt eine vorteilhafte Ausführungsform
dar.
[0034] Ein weiterer Gedanke ist es, innerhalb der Brennkammer 3 ein Mittel vorzusehen, welches
die Verbrennung des Filtermaterials 8 sowie des im Filtermaterial 8 enthaltenen Filtrats
im Brennraum 3 begünstigt (nicht dargestellt).
[0035] Insbesondere in der Ausführungsform gemäß den Zeichnungsfiguren 5, 6a bis 6d kann
es vorteilhaft sein, wenn wenigstens einer der Schieber 18, 19 in den in Zeichnungsfiguren
5 und 6a gezeigten Stellungen jeweils vorgespannt gehalten ist. Auch für das Öffnungs-
und Verschlusselement 16 ist eine Vorspannung in die Verschlussstellung (Filteraktivstellung)
vorteilhaft.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0036]
- I bis V
- Phase
- A
- Pfeil
- B
- Pfeil
- C
- Pfeil
- 1
- Heizvorrichtung
- 2
- Abluftkanal
- 3
- Brennkammer
- 4
- Brennstoff
- 5
- Unterlage
- 6
- Ausnehmung v. 5
- 7
- Filtereinrichtung
- 8
- Filtermaterial
- 9
- Freigabevorrichtung
- 10
- Sensor
- 11
- Leitung
- 12
- Rechner
- 13
- Leitung
- 14
- Bypassleitung
- 15
- Leitungsbahn
- 16
- Öffnungs-/Verschlusselement
- 17
- Ansteuervorrichtung
- 18
- Schieber
- 19
- Schieber
- 20
- Filterkammer
- 21
- Handhabe
- 22
- Handhabe
- 23
- Klappe
1. Verfahren zur Reduzierung des Feinstaubanteils in der Abluft eines feste Brennstoffe
verbrennenden Heizgerätes, insbesondere eines Kachel- oder Kaminofens, Heizkamins,
Pelletofens, einer Festbrennstoffheizanlage oder dergleichen, wobei die Rauchgase
durch ein Filtermaterial im Abluftkanal oder in einer Brennkammer des Heizgerätes
geführt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Filtermaterial ganz oder teilweise in einer fortgeschrittenen, zumindest rußarmen
Phase des Abbrandes des Brennstoffes innerhalb des Heizgerätes mitverbrannt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer des Heizgerätes automatisch erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die automatische Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer strahlungssensorgesteuert
erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in zumindest einer ersten Anbrennphase des Brennstoffes die Rauchgase an dem Filtermaterial
vorbeigeleitet werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
in einer ersten Anbrennphase die Rauchgase aktiv durch das Filtermaterial hindurchgesaugt
und/oder hindurchgeblasen werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführung des Filtermaterials in die Brennkammer während einer Abbrandphase erfolgt,
in der das Brennmaterial ohne Flammbildung gluterhaltend abbrennt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Filter mit verbrennungsaktiven Einlagerungen versehen ist.
8. Heizvorrichtung (1), insbesondere Kachel- oder Kaminofen, Heizkamin, Pelletofen, Festbrennstoffheizanlage,
Festbrennstoffwassertherme oder dergleichen, mit einer an einem Abluftkanal (2) angeschlossenen
Brennkammer (3) in der ein fester Brennstoff (4) verbrennbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine mit Filtermaterial (8) bestückte Filtereinrichtung (7) zur Reduzierung des Feinstaubanteils
in oder an dem Abluftkanal (2) angeordnet ist und das Filtermaterial (8) der Filtereinrichtung
(7) in einer fortgeschrittenen, zumindest rußarmen Phase IV, V des Abbrandprozesses
des Brennstoffes (4) in die Brennkammer (3) des Heizgerätes (1) einführbar ist.
9. Heizvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Filtereinrichtung (7) eine Filterkammer (20) aufweist, in der das Filtermaterial
(8) angeordnet ist, wobei die Filterkammer (20) mit einer Freigabevorrichtung (9)
zur Freigabe des Filtermaterials (8) in die Brennkammer (3) versehen ist.
10. Heizvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Filtermaterial (8) auf der Freigabevorrichtung (9) aufliegt und die Freigabevorrichtung
(9) zur schwerkraftbedingten Einführung des Filtermaterials (8) in die Brennkammer
(3) aufklappt oder unter dem Filtermaterial (8) verschiebbar ist.
11. Heizvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Freigabevorrichtung (9) die Verlagerung des Filtermaterials (8) in die Brennkammer
(3) ausführt und/oder initiiert, wobei die Freigabevorrichtung (9) das Filtermaterial
(8) form- und/oder kraftschlüssig hält und durch einen Freigabemechanismus die form-
und/oder kraftschlüssige Verbindung aufhebbar ist.
12. Heizvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Freigabevorrichtung (9) die Verlagerung des Filtermaterials (8) in die Brennkammer
(3) ausführt und/oder initiiert, wobei die Freigabevorrichtung (9) mit wenigstens
einem Rauchgassensor, Lambda-Sensor, Luftmengensensor und/oder Temperatursensor wirkverbunden
ist.
13. Heizvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Freigabevorrichtung (9) die Verlagerung des Filtermaterials (8) in die Brennkammer
(3) ausführt und/oder initiiert, wobei die Freigabevorrichtung (9) mit einem Bimetall
wirkverbunden ist, das die Freigabevorrichtung (9) ab einem Temperaturschwellwert
aktiviert.
14. Heizvorrichtung nach einem der Ansprüche 8-13,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein mit Filtermaterial (8) bestückter Vorratsbehälter an der Filtereinrichtung (7)
angeschlossen ist und steuerbar und/oder regelbar Filtermaterial (8) in die Filtereinrichtung
(7) verlagert.
15. Heizvorrichtung nach einem der Ansprüche 8-14,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Bypassleitung (14) zur Umgehung der Filtereinrichtung (7) temporär koppelbar
ist.