[0001] Die Erfindung betrifft eine Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung, die einen
an einem Mitnahmeelement angeschlossenen Energiespeicher und mindestens einen in einem
Zylinder mittels des Mitnahmeelements geführten Kolben aufweist sowie eine Schiebetüranordnung
mit einer derartigen Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung.
[0002] Aus der
DE 10 2006 019 351 A1 ist eine Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung bekannt. Um das Schiebetürblatt
sowohl beim Schließen als auch beim Öffnen gesteuert in die Endlage zu bewegen, sind
zwei Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtungen erforderlich. Dies erfordert einen
großen Bauraum.
[0003] Aus der
GB 1 316 551 A ist ein Stoßdämpfvorrichtung bekannt. Diese Vorrichtung hat einen Zylinder mit zwei
äußeren Kolbenstangen mit Kolben. Die Kolbenstangenköpfe sind als Anschlagköpfe ausgeführt,
um Stöße aufzunehmen. Zwischen dem Kolben und einem fest im Zylinder angeordneten
Lagerring ist eine Druckfeder angeordnet. Weiterhin hat der Zylinder eine innenliegende
frei fliegenden Kolbenstange mit einem Kolbenteller. Beim Einfahren der Kolbenstange
wird die Druckfeder komprimiert, so dass in der Endlage ein die Kolbenstange ausfahrender
Rückschlag erfolgt. Beim Einfahren der anderen Kolbenstange ist die Druckfeder funktions-
und wirkungslos.
[0004] Die
EP 1 582 114 A1 offenbart eine Gleithilfsvorrichtung. Zwei quer zu einer Schieberverfahrrichtung
verfahrbare Verriegelungselemente sind in jeweils einem Schieber gelagert. Jeder Schieber
hat ein Zahnstangensegment, das mit einem Zahnrad eines Rotationsdämpfers kämmt. An
einem der Schieber ist eine auf einer Spule aufgewickelte Bandfeder angeordnet, deren
freies Ende an einem Befestigungsteil des anderen Schiebers befestigt ist. Diese Vorrichtung
erfordert u.a. aufgrund des Rotationsdämpfers und des Spulengehäuses einen großen
Bauraum. Die Zahnräder und Zahnstangensegmente erfordern Sondermaschinen zur Bearbeitung
und sind daher teuer in der Herstellung.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Problemstellung zugrunde, eine kompakte
Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung sowie eine Schiebetüranordnung mit einer
derartigen Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung zu entwickeln, die in zwei
Hubrichtungen ein gesteuertes Anfahren von Endlagen ermöglicht.
[0006] Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Dazu weist
die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung ein zweites Mitnahmeelement auf,
das entweder einen von obengenannten Kolben getrennten weiteren Kolben im Zylinder
führt oder das den Zylinder relativ zum erstgenannten Kolben führt. Das zweite Mitnahmeelement
ist an dem erstgenannten Energiespeicher angeschlossen.
[0007] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung schematisch dargestellter Ausführungsformen.
- Figur 1:
- geöffnete Schiebetür;
- Figur 2:
- geschlossene Schiebetür;
- Figur 3:
- Teilschnitt der Schiebetüranordnung;
- Figur 4:
- Dimetrische Ansicht einer Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung;
- Figur 5:
- Detail der Vorrichtung aus Figur 4;
- Figur 6:
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung bei geöffneter Schiebetür;
- Figur 7:
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung nach dem Verlassen des Betätigungselements;
- Figur 8:
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung vor dem Erreichen eines zweiten Betätigungselements;
- Figur 9:
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung bei geschlossener Schiebetür;
- Figur 10:
- Detail der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung aus der Figur 6;
- Figur 11:
- Detail der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung aus den Figuren 7 und 8;
- Figur 12:
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung mit innenliegenden Parkpositionen;
- Figur 13:
- Dimetrische Darstellung einer Vorrichtung nach Figur 12;
- Figur 14:
- Detail aus Figur 12;
- Figur 15:
- Vorrichtung nach Figur 12 bei geöffneter Schiebetür;
- Figur 16:
- Vorrichtung nach Figur 12 beim Verlassen des Betätigungselements;
- Figur 17:
- Vorrichtung nach Figur 12 vor dem nächsten Kontaktieren des Betätigungselements;
- Figur 18:
- Vorrichtung nach Figur 12 bei geschlossener Schiebetür;
- Figur 19:
- Detail der Vorrichtung nach den Figuren 16 und 17;
- Figur 20:
- Detail der Vorrichtung nach Figur 18;
- Figur 21:
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung mit hydraulischer Verzögerungsvorrichtung;
- Figur 22:
- Dimetrische Ansicht der Vorrichtung nach Figur 21;
- Figur 23:
- Detail aus Figur 21.
[0008] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Schiebetüranordnung mit einem Schiebetürblatt (2),
das mittels eines Führungssystems (10) in einer Türumrahmung (3) geführt ist. Hierbei
zeigt die Figur 1 das Schiebetürblatt (2) in einer geöffneten Position und die Figur
2 dieses Schiebetürblatt (2) in einer geschlossenen Position. In der Figur 3 ist eine
Draufsicht auf ein geöffnetes Schiebetürblatt (2) dargestellt, wobei das Führungssystem
(10) in einem Längsschnitt dargestellt ist.
[0009] Anstatt in einer Türumrahmung (3) kann das Schiebetürblatt (2) in anders gestalteten
Teilen mit Führungs- und Tragfunktionen geführt sein. Das Führungssystem (10) kann
auch an Schiebefenstern, Schubladen, etc. eingesetzt werden.
[0010] Das Schiebetürblatt (2) ist beispielsweise ein Schranktürblatt, ein Türblatt zur
Trennung von Räumen in Wohnungen, Industriegebäuden, etc. Es kann z.B. aus Kunststoff,
Metall oder aus Holz mit oder ohne Glaseinsatz gefertigt sein.
[0011] In der geöffneten Position, vgl. Figur 1, ragt das Schiebetürblatt (2) beispielsweise
mit dem Griffbereich aus der Türumrahmung (3) heraus. In der geschlossenen Position,
vgl. Figur 2, verschließt das Schiebetürblatt (2) die Türöffnung (4) der Türumrahmung
(3). Eine wandseitige Türblattaufnahme (6) und ein vertikales Rahmenteil (5) begrenzen
die Türöffnung (4) sowie den Türblatthub (9) zwischen der offenen und der geschlossenen
Position des Schiebetürblattes (2). Die Gesamtlänge der Türumrahmung (3) wird somit
bestimmt durch die Länge des Schiebetürblattes (2) und den Türblatthub (9). Die Länge
des Schiebetürblatts (2) beträgt im Ausführungsbeispiel 600 Millimeter und der Türblatthub
(9) 500 Millimeter. Oberhalb der Schiebetürblatts (2) umfasst die Türumrahmung (3)
in diesem Ausführungsbeispiel einen Führungskanal (8), in dem das Führungssystem (10)
angeordnet ist.
[0012] Das Führungssystem (10) umfasst zwei feststehende (11, 12) und ein bewegtes Führungsteil
(14). Die feststehenden Führungsteile (11, 12) sind in diesem Ausführungsbeispiel
im Führungskanal (8) befestigt. Das relativ hierzu bewegliche Führungsteil (15) ist
an der Oberseite des Schiebetürblatts (2) angeordnet. Es ist auch denkbar, die zwei
hier als feststehend bezeichneten Führungsteile (11, 12) am bewegten Schiebetürblatt
(2) anzuordnen. Sie sind dann relativ zu einem im Führungskanal (8) befestigten zweiten
Führungsteil (14) beweglich.
[0013] Die feststehenden Führungsteile (11, 12) sind z.B. zwei beabstandet zueinander angeordnete
Betätigungselemente (11, 12). Das hier links dargestellte Betätigungselement (11)
hat einen Abstand von z.B. 190 Millimetern vom linken Ende des Führungskanals (8),
das rechts dargestellte Betätigungselement (12) hat den gleichen Abstand vom rechten
Ende des Führungskanals (8).
[0014] Das einzelne Betätigungselement (11, 12) ist beispielsweise ein Bolzen (11, 12),
der mittels Befestigungselementen (13) z.B. an der Decke des Führungskanals (8) befestigt
ist. Er hat beispielsweise einen quadratischen Querschnitt mit einer Kantenlänge von
12 Millimetern. Die Betätigungselemente (11, 12) können auch seitlich an den Längsseiten
des Führungskanals (8) befestigt sein.
[0015] Das bewegte Führungsteil (14) umfasst an der Oberseite des Schiebetürblatts (2) auf
einem Adapterbauteil (15) angeordnete Gruppen (16) von Führungsrollen (17) und eine
Beschleunigungsuns Verzögerungsvorrichtung (20). In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel
- das Schiebetürblatt (2) hat beispielsweise eine Masse von 80 Kilogramm - sind auf
dem Schiebetürblatt (2) zwei Gruppen (16) zu je vier Führungsrollen (17) angeordnet,
vgl. Figur 3. Jeweils eine Gruppe (16) ist in diesen Darstellungen links und eine
Gruppe (16) rechts der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) angeordnet.
In jeder Gruppe (16) stehen in dieser Darstellung je zwei Führungsrollen (17) nach
oben und die zwei anderen nach unten über das Schiebetürblatt (2) über. Die Länge
der einzelnen Gruppe (16) - in Längsrichtung des Schiebetürblattes (2) - beträgt hier
100 Millimeter.
[0016] Die Figur 4 zeigt eine dimetrische Darstellung einer z.B. pneumatischen Beschleunigungs-
und Verzögerungsvorrichtung (20). Sie umfasst ein zentrales Zylinderrohr (21), an
dessen beiden Stirnseiten jeweils ein Rahmenteil (151, 161) angeordnet ist. In beiden
Rahmenteilen (151, 161) ist jeweils ein Mitnahmeelement (111, 131) längsverschieblich
von einer Parkposition (121, 141) in eine der Parkposition abgewandte Endlage (122,
142) geführt. Das hier rechts dargestellte Mitnahmeelement (131) steht in der Parkposition
(141), es ist dort z.B. um 15 Grad in Richtung der nächstliegenden Stirnseite der
Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) geschwenkt. Das linke Mitnahmeelement
(111) steht in der entgegengesetzt der Parkposition (121) angeordneten Endlage (122).
Unterhalb des Zylinderrohrs (21) ist ein Energiespeicher (32) angeordnet, der die
beiden Mitnahmeelemente (111, 131) verbindet. Dieser Energiespeicher (32) ist beispielsweise
eine Zugfeder (32). Die Länge der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20)
beträgt in diesem Ausführungsbeispiel 400 Millimetern, also zwei Drittel der Länge
des Schiebetürblattes (2). Die Höhe der eingebauten Vorrichtung (20) beträgt beispielsweise
15 Millimeter. Um die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) auf dem Schiebetürblatt
(2) oder an einem auf dem Schiebetürblatt (2) aufgesetzten Adapter (15) zu befestigen,
dienen z.B. zwei Schrauben, die jeweils in eine Durchgangsbohrung (27) eingesetzt
werden.
[0017] Die beiden Rahmenteile (151, 161) bestehen in diesem Ausführungsbeispiel jeweils
aus zwei spiegelbildlich zueinander ausgebildeten Führungsteilen (152, 153; 162, 163),
die z.B. mittels einer Clipverbindung miteinander verbunden sind.
[0018] Die Figuren 5, 10 und 11 zeigen Längsschnitte des Zylinderrohres (21). Im Zylinderrohr
(21) sind zwei Kolben (61, 81) einer Zylinder-Kolben-Einheit (42) angeordnet. Beide
spiegelbildlich zueinander aufgebauten Kolben (61, 81) sind im gleichen Zylinder (43)
mittels jeweils einer Kolbenstange (67, 87) in Längsrichtung verschiebbar. Hierbei
durchdringt jeweils eine Kolbenstange (67, 87) jeweils eine Stirnseite (46; 47) des
Zylinders (43). Der Kolbenstangenkopf (68; 88) einer jeden Kolbenstange (67, 87) ist
schwenkbar an jeweils einem Mitnahmeelement (111, 131) befestigt, vgl. die Figuren
6 - 9. Die Hübe (123, 143) der Mitnahmeelemente (111, 131) und damit auch die Kolbenhübe
betragen in diesem Ausführungsbeispiel jeweils 68 Millimeter.
[0019] Der Zylinderinnenraum (44) ist beispielsweise 117 Millimeter lang und hat einen z.B.
konstanten Innendurchmesser von 13 Millimeter. Die Länge des Zylinderinnenraums (44)
ist somit kürzer als die Summe der Hübe (123, 141) der Mitnahmeelemente (111, 131).
Die Zylinderinnenwandung (45) kann glatt sein. Gegebenenfalls kann an der Innenwandung
(45) des Zylinders (43) bereichsweise eine oder mehrere Rillen eingebracht sein. Diese
können z.B. symmetrisch zur Mittenquerebene des Zylinders (43) angeordnet sein und
eine Länge von beispielsweise 30 % eines Kolbenhubs aufweisen. Die Breite einer Rille
beträgt dann z.B. einen Millimeter.
[0020] Der einzelne Kolben (61; 81), vgl. Figur 5, ist beispielsweise zweiteilig aus einem
zur zugehörigen Kolbenstangendichtung (51; 52) zeigenden Kolbenbodenteil (62; 82)
und einem Kolbenkopfteil (63; 83) aufgebaut. In den Kolbenbodenteil (62; 82) ist die
Kolbenstange (67; 87) eingesteckt und z.B. verklebt. Auf der entgegengesetzten Stirnseite
ist das Kolbenbodenteil (62; 82) zylinderförmig zum Aufstecken des Kolbenkopfteils
(63; 83) ausgebildet. Im Ausführungsbeispiel ist im Kolbenkopfteil (63; 83) ein Freiraum
(64; 84) ausgebildet, in den beispielsweise beim Verkleben der beiden Kolbenteile
(62, 63; 82, 83) die Luft verdrängt wird.
[0021] Zwischen den beiden Kolbenteilen (62, 63; 82, 83) sitzt mit einem Einspannbereich
(73; 93) formschlüssig ein Dichtelement (71; 91). Dieses ist beispielsweise topfförmig
aufgebaut. Seine Länge ist z.B. um 30% größer als sein Durchmesser. Der Durchmesser
beträgt in diesem Ausführungsbeispiel 95% des Innendurchmessers des Zylinders (43).
Die Wandstärke des Dichtelements (71; 91) verjüngt sich vom Einspannbereich (73; 93)
zu dem dem Einspannbereich (73; 93) abgewandten Ende des Dichtelements (71; 91). Hier
ist ein Innenbund (74; 94) angeordnet, der mit Spiel in einen Aufnahmebereich (65;
85) ragt. Auf der Außenfläche des Dichtelements (71; 91) können beispielsweise Längsnuten
angeordnet sein. Das Dichtelement (71; 91) besteht beispielsweise aus Nitril-Butadien-Kautschuk
und hat z.B. eine halogenisierte Oberfläche.
[0022] Im Aufnahmebereich (65; 85) des Kolbenkopfteils (63; 83) sitzt angrenzend an einen
Anlageflansch (66; 86) ein weiteres Dichtelement (72; 92), z.B. ein Wellendichtring
(72; 92). Sein Innendurchmesser ist größer ist als der Durchmesser des Aufnahmebereichs
(65; 85) und sein Außendurchmesser ist mindestens so groß ist wie der kleinste Innendurchmesser
des Zylinders. Die hier dargestellte Ringnut (75; 95) des Dichtrings (61; 81) zeigt
in die von der Kolbenstange (67; 87) abgewandte Richtung.
[0023] Gegebenenfalls kann im Aufnahmebereich (65; 85) ein weiteres Dichtelement, z.B. ein
O-Ring, angeordnet sein. Mittels dieses O-Rings werden dann die beiden anderen Dichtelemente
(71, 72; 91, 92) bei der Montage vorgespannt.
[0024] Beide Kolben (61, 81) tragen somit Kolbendichtelemente (71, 72; 91, 92), die beim
Verfahren eine Dichtwirkung nur in einer Hubrichtung, nämlich beim Einfahren des einzelnen
Kolbens (61; 81) in den Zylinder (43), erzielen.
[0025] In diesem Ausführungsbeispiel umfasst die Vorrichtung (20) einen Verdrängungsraum
(101), der von beiden Kolben (61, 81) begrenzt wird sowie zwei Ausgleichsräume (102,
103) die jeweils von einem Kolben (61; 81) und einer Zylinderstirnseite (46; 47) begrenzt
sind. Der Zylinderinnenraum (44) ist beispielsweise gegen die Umgebung (1) isoliert.
Die Zylinder-Kolben-Einheit (42) kann aber auch so ausgeführt sein, dass die Ausgleichsräume
(102, 103) mit der Umgebung (1) kommunizieren.
[0026] Zumindest beim schnellen Einfahren eines Kolbens (61; 81) in den Zylinder (43) trennt
der Kolben (61; 81) quasi hermetisch einen Verdrängungs- (101) von einem Ausgleichsraum
(102; 103) ab. Beim Ausfahren des einzelnen Kolbens (61; 81) strömt Luft aus dem jeweiligen
Ausgleichs- (102; 103) über die Dichtelemente (71, 72; 91, 92) in den Verdrängungsraum
(101).
[0027] Das einzelne Mitnahmeelement (111; 131) umgreift den jeweiligen Kolbenstangenkopf
(68; 88) und ist mittels zweier Führungsbolzenpaare im Rahmenteil (151; 161) geführt.
Die Mittellinie des Kolbenstangenkopfs (68; 88) und die Mittellinien der Führungsbolzenpaare
liegen hier in einer gemeinsamen Ebene. Der aus dem Rahmenteil (151; 161) herausragende
Abschnitt des Mitnahmeelements (111; 131) hat eine Aufnahmeeinsenkung (112; 132),
die von zwei in Längsrichtung zueinander versetzten Mitnahmeflächen (113, 114; 133,
134) und einer Freifläche (115; 135) begrenzt ist. Die beiden Mitnahmeflächen (113,
114; 133, 134) sind z.B. normal zu der Ebene angeordnet, die durch die Mittelachsen
der beiden Führungsbolzen aufgespannt wird. Die Freifläche (115; 135) liegt beispielsweise
parallel zu dieser Ebene. Die Übergänge zwischen den Flächen (113, 115; 115, 114;
133, 135; 135, 134) sind abgerundet. Das einzelne Mitnahmeelement (111; 131) ist gegenüber
seinen Führungsbolzen elastisch verformbar. Es kann beispielsweise bei der ersten
Montage eingedrückt werden, um das Betätigungselement (11; 12) einzusetzen.
[0028] Die beiden, ein Mitnahmeelement (111; 131) umgreifenden Führungsteile (152, 153;
162, 163) haben zur Führung der Mitnahmeelemente (111; 131) Langlöcher (154; 164).
Diese weisen an ihrem dem Zylinder (43) abgewandten Ende von den Aufnahmeeinsenkungen
(112; 132) weg gekrümmte Bereiche (155; 165) auf. In der Parkposition sitzt das dem
Zylinder (43) abgewandte Führungsbolzenpaar in dem gekrümmten Bereich (155; 165) der
Langlöcher (154; 164).
[0029] Die Rahmenteile (151; 161) weisen im Bereich der Parkposition (121; 141) eine Abschrägung
(156; 166) und in einem mittleren Hubbereich eine Einsenkung (157; 167) auf.
[0030] Die Zugfeder (32) - sie hat beispielsweise einen konstanten Querschnitt - ist in
beiden Mitnahmeelementen (111, 131) in Aufnahmeösen gehalten. Es ist auch denkbar,
zwei Energiespeicher (32) einzusetzen, die jeweils an einem Mitnahmeelement (111;
131) und beispielsweise an einem Rahmenteil (151; 161) angeschlagen sind.
[0031] Bei der Montage der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) werden beispielsweise
zunächst die Mitnahmeelemente (111; 131) mit den Kolbenstangen (67; 87), Kolbenstangendichtungen
(51; 52) und die Kolben (61; 81) mit den Kolbendichtungen (71, 72; 91, 92) vormontiert.
Diese Einheiten werden dann z.B. in die Rahmenteile (151; 161) eingesetzt. Nun werden
die Rahmenteile (151, 161) von beiden Seiten an das Zylinderrohr (21) angesetzt und
die Kolben (61, 81) in den Zylinder (43) eingeführt. Nach der Montage der Kolbenstangendichtungen
(51, 52) wird dann die Zugfeder (32) zwischen den Mitnahmeelementen (111, 131) montiert.
Diese gesamte Einheit kann nun - mit oder ohne Adapter (15) - auf einem Schiebetürblatt
(2) befestigt werden.
[0032] Die Figuren 6 - 9 zeigen in einem Längsschnitt die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung
(20) beim Schließen des Schiebetürblattes (2).
[0033] Bei geöffnetem Schiebetürblatt (2), vgl. die Figuren 1, 4 und 6, steht das rechte
Mitnahmeelement (131) in einer verrasteten Parkposition (141). Das linke Mitnahmeelement
(111) ist in der der Parkposition (121) abgewandten Endlage (122) seines Hubs (123)
im Eingriff mit dem linken Betätigungselement (11).
[0034] Der Energiespeicher (32) ist beispielsweise teilweise geladen oder entspannt. Im
Zylinder (43) liegt der linke Kolben (61) in seiner rechten Endlage. Hier berührt
er beispielsweise den rechten Kolben (81), der ebenfalls in seiner rechten Endlage
liegt. Die beiden Kolben (61, 81) brauchen sich jedoch nicht zu berühren. Der Verdrängungsraum
(101), vgl. Figur 10, ist bis auf ein Minimum komprimiert. Ebenso hat der rechte Ausgleichsraum
(103) sein minimales Volumen erreicht. Der linke Ausgleichsraum (102) hat in der dargestellten
Position sein maximales Volumen, vgl. Figur 10.
[0035] Wird das Schiebetürblatt (2) geschlossen, wandert in der Darstellung der Figur 7
die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) zusammen mit dem Schiebetürblatt
(2) relativ zum feststehenden Betätigungselement (11) nach rechts. Das linke Betätigungselement
(11) zieht das linke Mitnahmeelement (111) in Richtung der Parkposition (121). Hierbei
wird der Energiespeicher (32) geladen. In der in der Figur 7 dargestellten Position
stehen beide Mitnahmeelemente (111, 131) in den jeweiligen Parkposition (121, 141),
das linke Betätigungselement (11) ist frei.
[0036] Beim Schließen des Schiebetürblattes (2) zieht das Mitnahmeelement (111) den linken
Kolben (61) nach links. Hierbei strömt Luft aus dem Ausgleichsraum (102) unter Verformung
der Dichtelemente (71, 72) in den Verdrängungsraum (101). Sobald das linke Mitnahmeelement
(111) in seiner Parkposition (121) verrastet ist, hat der Verdrängungsraum (101) sein
maximales Volumen erreicht. Die beiden Ausgleichsräume (102, 103) haben nun ein minimales
Volumen, vgl. Figur 11. Der Energiespeicher (32) ist gespannt.
[0037] Beim weiteren Schließen des Schiebetürblattes (2), vgl. Figur 8, nähert sich die
Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) dem rechten Betätigungselement (12).
In einem an die Endlage des Schiebetürblattes (2) angrenzenden Teilhub des Schiebetürblattes
(2) kontaktiert das rechte Betätigungselement (12) das rechte Mitnahmeelement (131)
und schiebt dieses unter Aufhebung der Verrastung aus der Parkposition (141) in Richtung
der der Parkposition (141) abgewandten Endlage (142). Hierbei wird die Bewegung des
Schiebetürblattes (2) mittels der Verzögerungsvorrichtung (41) verzögert. Gleichzeitig
wird der Energiespeicher (32) entladen und zieht das Schiebetürblatt (2) in seine
Endlage, vgl. Figuren 2 und 9. Dort bleibt es ruckfrei stehen. In dieser Position
steht das rechte Mitnahmeelement (131) in der der Parkposition (141) abgewandten Endlage
(142), während das linke Mitnahmeelement (111) in der Parkposition (121) verrastet
ist.
[0038] Das Mitnahmeelement (131) schiebt bei dieser Schließbewegung mittels der Kolbenstange
(87) den Kolben (81) nach links. Schon bei einer geringen Verschiebung des Kolbens
(81) wird die Luft im Verdrängungsraum (101) komprimiert. Der Dichtring (92) wird
nach dem Prinzip der Selbsthilfe radial nach außen an die Zylinderinnenwandung (45)
angepresst. Das zunächst unverformte Dichtelement (91) wird ebenfalls an die Zylinderinnenwandung
(45) angepresst. Beide Dichtelemente (91, 92) dichten den Verdrängungsraum (101) quasi
hermetisch vom dem durch den Kolben (81) begrenzten Ausgleichsraum (103) ab und verzögern
durch ihre Reibung an der Zylinderinnenwandung (45) zusätzlich die Hubbewegung des
Kolbens (81). Auch die Dichtelemente (71, 72) des linken Kolbens (61) werden an die
Zylinderinnenwandung (45) angepresst, jedoch bleibt dieser Kolben (61) in Ruhe. Im
rechten Ausgleichsraum (103) wird der Druck vermindert, wodurch die Verzögerung weiter
erhöht wird.
[0039] Beispielsweise nach dem Passieren des hinteren Endes der Rille in der Zylinderinnenwandung
(45) strömt Luft aus dem Verdrängungsraum (101) an den Dichtelementen (91, 92) vorbei
in den Ausgleichsraum (103). Auch ist ein Überströmen durch eine andere Gestaltung
der Zylinderinnenwandung (45) oder im Bereich des Kolbens (81) denkbar. Der Luftdruck
im Verdrängungsraum (101) bricht zusammen. Der Unterdruck im Ausgleichsraum (103)
wird aufgehoben. Sobald sich die Dichtelemente (91, 92) vollständig von der Innenwandung
(45) gelöst haben, strömt zusätzlich Luft aus dem Verdrängungsraum (101) in den Ausgleichsraum
(103). Der Druck im Verdrängungsraum (101) fällt z.B. schlagartig ab. Die beiden Dichtelemente
(91, 92) nehmen wieder ihre Ausgangslage vor dem Beginn der Hubbewegung an. Die Schiebetürblatt
(2) hat jetzt eine geringe Restgeschwindigkeit.
[0040] Während der einfahrenden Hubbewegung des Kolbens (81) entspannt sich die Zugfeder
(32). Die Beschleunigungskraft der Zugfeder (32) nimmt entlang des Kolbenhubs ab.
Die Schiebetür (2) fährt nun langsam und mit nur noch geringer Geschwindigkeit und
geringer Verzögerung in ihre Endlage. Dort bleibt sie ohne Rückprall stehen. Aufgrund
der niedrigen Kraft der Beschleunigungsvorrichtung (31) ist beim Schließen der Tür
auch ein sicherer Einklemmschutz gegeben.
[0041] In der geschlossenen Endlage des Schiebetürblattes (2), vgl. die Figuren 2 und 9,
haben der Verdrängungsraum (101) und der linke Ausgleichsraum (102) ein minimales
Volumen, während der rechte Ausgleichsraum (103) ein maximales Volumen aufweist.
[0042] Das Öffnen des Schiebetürblattes (2) erfolgt in der umgekehrten Reihenfolge, vgl.
die Figuren 9 - 6. Hierbei wird zunächst das Volumen des Verdrängungsraums (101) durch
das Herausziehen der rechten Kolbenstange (87) vergrößert. Die Zugfeder (32) wird
gespannt. In dem an die geöffnete Endlage des Schiebetürblattes (2) angrenzenden Teilhub
kontaktiert dann das linke Mitnahmeelement (11) das linke Betätigungselement (111)
und bewirkt ein Einschieben des linken Kolbens (61) in den Zylinder (43). Analog zum
Schließen des Schiebetürblattes (2) wird beim Öffnen des Schiebetürblattes (2) das
Volumen des Verdrängungsraums (101) verkleinert und das Volumen des Ausgleichsraums
(102) vergrößert. Die Zugfeder (32) wird entspannt. Das Schiebetürblatt (2) fährt
nun langsam und mit nur noch geringer Geschwindigkeit und geringer Verzögerung in
seine offene Endlage. Dort bleibt es ohne Rückprall stehen.
[0043] Beim Schließen und Öffnen des Schiebetürblatts (2) sind beispielsweise die Hübe (123,
143) der beiden Mitnahmeelemente (111, 131) dem Betrag nach gleich groß. Diese Hübe
(123, 143) der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) betragen in diesem
Ausführungsbeispiel jeweils 11% der Länge des Schiebetürblattes (2). Die Hübe (123,
143) können jedoch auch unterschiedlich sein.
[0044] Es ist auch denkbar, das Schiebetürblatt (2) z.B. nur halb zu öffnen und dann wieder
zu schließen. In diesem Fall wird die beim Öffnen von der Darstellung Figur 9 in die
Darstellung der Figur 8 bewegte Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20)
wieder in die in der Figur 9 dargestellte Position zurückbewegt. Die Beschleunigungs-
und Verzögerungsvorrichtung (20) funktioniert, wie oben beschrieben. Gleiches gilt,
wenn aus der geöffneten Position, vgl. Figur 6 das Schiebetürblatt (2) nur halb geschlossen
wird, vgl. Figur 7, um dann wieder geöffnet zu werden, vgl. Figur 6. In jedem Fall
ist maximal ein Mitnahmeelement (111; 131) in der der Parkposition abgewandten Endlage
(122; 142). Es können aber auch beide Mitnahmeelemente (111, 131) in ihrer jeweiligen
Parkposition (121, 141) stehen.
[0045] Die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) mit außenliegenden Parkpositionen
(121, 141) kann auch derart aufgebaut sein, dass im Zylinder nur ein in einer Hubrichtung
abdichtender Kolben angeordnet ist, der mit einem Mitnahmeelement verbunden ist. Das
zweite Mitnahmeelement ist dann beispielsweise am Zylinderboden eines relativ zu den
Führungsteilen längsverschieblichen Zylinders angeordnet. Bei jeder Verzögerung bewegen
sich dann der Kolben und der Zylinder relativ zueinander. Der Kolben dichtet beim
Einfahren in den Zylinder ab. Die Parkpositionen und Endlagen der Mitnahmeelemente
entsprechen den Positionen, wie sie in den Figuren 1 - 8 dargestellt sind. In einer
derartigen Vorrichtung liegt der Verdrängungsraum immer - beim Eingriff des linken
Betätigungselements und beim Eingriff des rechten Betätigungselements - zwischen dem
Kolben und dem Zylinderboden. Der Ausgleichsraum liegt beim Öffnen und beim Schließen
des Schiebetürblatts zwischen dem Kolben und dem Zylinderkopf mit der Kolbenstangendurchführung.
[0046] Die Figur 12 zeigt einen Längsschnitt einer z.B. pneumatischen Beschleunigungs- und
Verzögerungsvorrichtung (20) mit zwei Mitnahmeelementen (111, 131), deren Parkpositionen
(121, 141) in der zylindernächsten Position liegen. Auch diese Vorrichtung (20) kann
beispielsweise in einem Führungssystem (10) zum
[0047] Öffnen eines Schiebetürblattes (2) eingesetzt werden, wie es z.B. in den Figuren
1 - 3 dargestellt ist. Die Figur 13 zeigt eine dimetrische Darstellung dieser Vorrichtung
(20).
[0048] In diesem Ausführungsbeispiel umfasst die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung
(20) nur einen Kolben (81), dessen Dichtelemente (91, 92) in Richtung der Kolbenstangendichtung
(52) zeigen, vgl. die Figuren 12 und 14. Diese Kolbenstangendichtung (52) dichtet
den Zylinderinnenraum (44) gegen die Umgebung (1) ab. Das in der Darstellung der Figur
12 rechts dargestellte Mitnahmeelement (131) ist mittels einer Kolbenstange (87) mit
dem Kolben (81) verbunden. Am Zylinderboden (48) ist eine Stange (69) angeordnet,
die den Zylinder (43) mit dem links angeordneten Mitnahmeelement (111) verbindet.
Der Zylinder (43) ist im Gehäuse (28) der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung
(20) längsverschieblich gelagert, z.B. mittels der Kolbenstange (87) und dem Kolben
(81) und/oder mittels eines Lagers (26). Der Zylinderinnenraum (44) kann zylindrisch,
konisch, etc. ausgebildet sein. Bei einer konischen Ausgestaltung nimmt der Querschnitt
vom Zylinderboden (48) zum Zylinderkopf (49) hin zu.
[0049] Die beiden Mitnahmeelemente (111, 131) sind ähnlich aufgebaut wie die im Zusammenhang
mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschriebenen Mitnahmeelemente (111, 131). Sie
sind mittels einer Zugfeder (32) verbunden. Die Zugfeder (32) hat einen zentralen
Abschnitt (33) großen Querschnitts und zwei an diesen angrenzende außenliegende Abschnitte
(34), die beispielsweise den halben Querschnitt des erstgenannten Abschnitts (33)
haben. Diese dünnen Abschnitte (34) sind über jeweils eine Umlenkrolle (25) geführt.
[0050] In der Darstellung der Figuren 12 und 13 ist das linke Mitnahmeelement (111) in der
Parkposition (121) und das rechte Mitnahmeelement (131) in der der Parkposition (141)
entgegengesetzten Endlage (142) dargestellt. Zwei Durchgangsbohrungen (27) ermöglichen
die Befestigung der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) auf dem Schiebetürblatt
(2) oder an einem auf dem Schiebetürblatt (2) angeordneten Adapterbauteil (15).
[0051] Die Figur 14 zeigt den Bereich des Kolbens (81) der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung
(20). Der Kolben (81) umfasst ein z.B. aus einem metallischen Werkstoff hergestelltes
Kolbenbodenteil (82) und ein in Richtung der Kolbenstange (87) angeordnetes, mit dem
Kolbenbodenteil (82) z.B. verklebtes Kolbenkopfteil (83). Die Kolbenstange (87) durchdringt
das Kolbenkopfteil (83) und ist im Kolbenbodenteil (82) z.B. in einem Gewinde befestigt.
Ein erstes Kolbendichtelement (91) wird mit seinem Einspannbereich (93) zwischen den
beiden Kolbenteilen (82, 83) gehalten. Dieses topfförmige Dichtelement (91) ragt mit
einem Innenbund (94) in einen Aufnahmebereich (85), ohne auf dessen Grund aufzuliegen.
In diesem Aufnahmebereich (85) sitzt weiterhin lose ein weiteres Kolbendichtelement
(92), z.B. ein Wellendichtring (92) mit einer in Richtung der Kolbenstange (87) zeigenden
Ringnut (95), der z.B. die Zylinderinnenwandung (45) kontaktiert. Ein Anlageflansch
(86) sichert den Wellendichtring (92) gegen Herausfallen.
[0052] Die Figuren 15 - 18 zeigen beispielsweise beim Schließen der Schiebetür die verschiedenen
Positionen der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20). In diesem Ausführungsbeispiel
ist im Führungskanal (8) nur ein Betätigungselement (11) angeordnet, das in den Figuren
15 - 18 fest relativ zur z.B. von links nach rechts bewegten Beschleunigungs- und
Verzögerungsvorrichtung (20) steht. Der Türblatthub (9) beträgt hier beispielsweise
400 Millimeter. Bei einem größeren Türblatthub (9) können auch zwei Betätigungselemente
(11, 12) eingesetzt werden. Die Mitnahmeelemente (111, 131) und/oder die Betätigungselemente
(11, 12) sind dann in der Normalenrichtung zur Zeichnungsebene der Figuren 15 - 18
zueinander versetzt angeordnet.
[0053] In der in der Figur 15 dargestellten Ausgangsposition, z.B. bei geöffnetem Schiebetürblatt
(2), steht das linke Mitnahmeelement (111) in der Parkposition (121). Das rechte Mitnahmeelement
(131) ist im Eingriff mit dem Betätigungselement (11). Es steht in der der Parkposition
(141) entgegengesetzt angeordneten Endlage (142), vgl. auch Figur 12. Der Kolben (81)
ist ausgefahren und liegt in seiner rechten Endlage im Zylinder (43). Der Verdrängungsraum
(101) ist komprimiert und der Ausgleichsraum (102) hat sein maximales Volumen. Der
Energiespeicher (32) ist teilweise entspannt.
[0054] Beim Schließen des Schiebetürblattes (2) schiebt das feststehende Betätigungselement
(11) das Mitnahmeelement (131) in die Parkposition (141). Im Zylinderinnenraum (44)
strömt Luft z.B. unter Verformung der Dichtelemente (91, 92) über den Kolben (81)
vom Ausgleichsraum (102) in den Verdrängungsraum (101). Der Kolben (81) wird in den
Zylinder (43) eingefahren, vgl. Figur 19. Die Zugfeder (32) wird gespannt. Sobald
das Mitnahmeelement (131) die Parkposition (141) erreicht hat, löst sich Vorrichtung
(20) vom Betätigungselement (11), vgl. Figur 16.
[0055] Das Schiebetürblatt (2) wird nun weiter geschlossen, bis das in der Parkposition
(121) stehende linke Mitnahmeelement (111) das Betätigungselement (11) kontaktiert,
vgl. Figur 17. Das Mitnahmeelement (111) wird aus der Parkposition (121) in Richtung
der der Parkposition (121) entgegengesetzt liegenden Endlage (122) herausgezogen.
Hierbei zieht das Mitnahmeelement (111) mittels der Stange (69) den Zylinder (43)
mit, vgl. die Figuren 18 und 20. Der Zylinder (43) wird relativ zu dem vom verrasteten
rechten Mitnahmeelement (131) festgehaltenen Kolben (81) nach links gezogen. Hierbei
wird er z.B. mittels eines Gleitlagers (26) geführt. Im Zylinderinnenraum (44) wird
der Verdrängungsraum (101) komprimiert. Die Dichtelemente (91, 92) des Kolbens (81)
werden an die Zylinderinnenwandung (45) angepresst und verzögern - unterstützt durch
den sich bildenden Unterdruck im Ausgleichsraum (102) - die Relativbewegung des Zylinders
(43) zum Kolben (81). Das Schiebetürblatt (2) wird verzögert. Beispielsweise nach
dem Passieren einer in der Zylinderinnenwandung (45) angeordneten Längsrille strömt
Luft aus dem Verdrängungsraum (101) in den Ausgleichsraum (102). Der Druck im Verdrängungsraum
(101) bricht zusammen. Das Schiebetürblatt (2) fährt langsam, gezogen von der sich
entspannenden Zugfeder (32), in die geschlossene Endlage. Dort bleibt es ruckfrei
stehen.
[0056] Das Öffnen des Schiebetürblattes (2) erfolgt in der umgekehrten Reihenfolge. In den
Figuren 18 - 15 wird das Schiebetürblatt (2) mit der Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung
(20) von rechts nach links gezogen. Hierbei wird zunächst das linke Mitnahmeelement
(111) in der Parkposition (121) verrastet, vgl. Figur 17. Es hält den Zylinder (43)
fest. Die Zugfeder (32) ist gespannt. Sobald das rechte Mitnahmeelement (131) das
Betätigungselement (11) erreicht hat, vgl. Figur 16, zieht es den Kolben (81) mittels
der Kolbenstange (87) nach rechts. Der Verdrängungsraum (101) wird komprimiert. Die
Dichtelemente (91, 92) legen sich an die Zylinderinnenwandung (45) an und verzögern
die Bewegung des Schiebetürblatts (2). Gleichzeitig zieht die Zugfeder (32) unter
Entlastung das Schiebetürblatt (2) in seine geöffnete Endlage, vgl. die Figuren 12
und 15.
[0057] Die Figuren 21 und 22 zeigen eine Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20)
mit einer hydraulischen Verzögerungsvorrichtung (41) in einem Schnitt und in einer
dimetrischen Darstellung. Die hier dargestellte Vorrichtung (20) verfügt über einen
Zylinder (43) mit zwei darin angeordneten Kolben (61, 81), die jeweils mittels einer
Kolbenstange (67; 87) mit einem Mitnahmeelement (111; 131) verbunden sind. Der zwischen
den Kolben (61, 81) angeordnete Verdrängungsraum (101) ist über in den Kolben (61;
81) angeordnete Drosselbohrungen (76; 96) mit den beiden Ausgleichsräumen (102; 103)
verbunden, vgl. Figur 23. Letztere sind jeweils mittels einer durch eine federbelastete
Platte (53; 54) abgestützte Dichtung begrenzt. Die Drosselkanäle (76; 96) werden beim
Einfahren eines Kolbens (61; 81) mittels jeweils eines Ventils (77; 97) geschlossen.
Beim Ausfahren des einzelnen Kolbens (61; 81) wird das Ventil (77; 97) geöffnet.
[0058] Die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) umfasst einen Tragrahmen (22),
an dem in diesem Ausführungsbeispiel der Zylinder (43) befestigt ist. Die Mitnahmeelemente
(111, 131) sind mittels des Tragrahmens (22) geführt, wobei die Parkposition (121,
141) die am weitesten vom Zylinder (43) entfernteste Position des jeweiligen Mitnahmeelements
(111, 131) ist. Die beiden Mitnahmeelemente (111, 131) umgreifen den Tragrahmen (22)
und sind mittels einer Zugfeder (32) miteinander verbunden. In diesem Ausführungsbeispiel
beträgt - bei einer Schiebetürblattlänge von 600 Millimetern - die Summe der Kolbenhübe
15 % der Schiebetürblattlänge.
[0059] Die Abläufe beim Öffnen und Schließen sind analog den im Zusammenhang mit den Figuren
5 - 9 für eine pneumatische Vorrichtung (20) beschriebenen Abläufe. Bei einer hydraulischen
Vorrichtung (20) ist die Verzögerung z.B. geschwindigkeitsproportional. Das bedeutet,
dass bei einer hohen Geschwindigkeit des Schiebetürblattes (2) dieses eine hohe Verzögerung
erfährt. Wird das Schiebetürblatt (2) jedoch mit geringer Geschwindigkeit geöffnet
oder geschlossen, wird diese Bewegung nur geringfügig verzögert.
[0060] Die beschriebenen Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtungen (20) können auch
am feststehenden Teil der Führungsvorrichtung (10) angeordnet sein. Das oder die Betätigungselemente
(11, 12) sitzen dann am bewegten Teil.
[0061] Auch Kombinationen der beschriebenen Ausführungsbeispiele sind denkbar.
Bezugszeichenliste:
[0062]
- 1
- Umgebung
- 2
- Schiebetürblatt
- 3
- Türumrahmung
- 4
- Türöffnung
- 5
- vertikales Rahmenteil
- 6
- Türblattaufnahme
- 8
- Führungskanal
- 9
- Türblatthub
- 10
- Führungssystem
- 11
- Führungsteil, feststehend; linkes Betätigungselement; Bolzen
- 12
- Führungsteil, feststehend; rechtes Betätigungselement; Bolzen
- 13
- Befestigungselemente
- 14
- Führungsteil, beweglich; zweites Führungsteil
- 15
- Adapter, Adapterbauteil
- 16
- Gruppe von Führungsrollen
- 17
- Führungsrollen
- 20
- Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung, Vorrichtung
- 21
- Zylinderrohr
- 22
- Tragrahmen
- 25
- Umlenkrollen
- 26
- Lagerung
- 27
- Durchgangsbohrung
- 28
- Gehäuse
- 31
- Beschleunigungsvorrichtung
- 32
- Energiespeicher, Druckfeder
- 33
- zentraler Abschnitt von (32)
- 34
- außenliegende Abschnitte von (32)
- 41
- Verzögerungsvorrichtung
- 42
- Zylinder-Kolben-Einheit
- 43
- Zylinder
- 44
- Zylinderinnenraum
- 45
- Zylinderinnenwandung
- 46
- Stirnseite
- 47
- Stirnseite
- 48
- Zylinderboden
- 49
- Zylinderkopf
- 51
- Kolbenstangendichtung
- 52
- Kolbenstangendichtung
- 53
- federbelastete Platte
- 54
- federbelastete Platte
- 61
- Kolben
- 62
- Kolbenbodenteil
- 63
- Kolbenkopfteil
- 64
- Freiraum
- 65
- Aufnahmebereich
- 66
- Anlageflansch
- 67
- Kolbenstange
- 68
- Kolbenstangenkopf
- 69
- Stange
- 71
- Kolbendichtelement, Dichtelement
- 72
- Kolbendichtelement, Wellendichtring
- 73
- Einspannbereich
- 74
- Innenbund
- 75
- Ringnut
- 76
- Drosselbohrungen
- 77
- Ventil
- 81
- Kolben
- 82
- Kolbenbodenteil
- 83
- Kolbenkopfteil
- 84
- Freiraum
- 85
- Aufnahmebereich
- 86
- Anlageflansch
- 87
- Kolbenstange
- 88
- Kolbenstangenkopf
- 91
- Kolbendichtelement, Dichtelement
- 92
- Kolbendichtelement, Wellendichtring
- 93
- Einspannbereich
- 94
- Innenbund
- 95
- Ringnut
- 96
- Drosselbohrungen
- 97
- Ventil
- 101
- Verdrängungsraum
- 102
- Ausgleichsraum
- 103
- Ausgleichsraum
- 111
- Mitnahmeelement
- 112
- Aufnahmeeinsenkung
- 113
- Mitnahmeflächen
- 114
- Mitnahmeflächen
- 115
- Freifläche
- 121
- Parkposition
- 122
- Endlage, abgewandt gegen (121)
- 123
- Hub von (111)
- 131
- Mitnahmeelement
- 132
- Aufnahmeeinsenkung
- 133
- Mitnahmeflächen
- 134
- Mitnahmefläche
- 135
- Freifläche
- 141
- Parkposition
- 142
- Endlage, abgewandt gegen (141)
- 143
- Hub von (131)
- 151
- Rahmenteil
- 152
- Führungsteil
- 153
- Führungsteil
- 154
- Langlöcher
- 155
- gekrümmter Bereich von (154)
- 156
- Abschrägung
- 157
- Einsenkung
- 161
- Rahmenteil
- 162
- Führungsteil
- 163
- Führungsteil
- 164
- Langlöcher
- 165
- gekrümmter Bereich von (164)
- 166
- Abschrägung
- 167
- Einsenkung
1. Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20), die einen an einem Mitnahmeelement
(111; 131) angeschlossenen Energiespeicher (32) und mindestens einen in einem Zylinder
(43) mittels des Mitnahmeelements (111; 131) geführten Kolben (61; 81) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass sie ein zweites Mitnahmeelement (131; 111) aufweist, das entweder einen von obengenannten
Kolben (61; 81) getrennten weiteren Kolben (81; 61) im Zylinder (43) führt oder das
den Zylinder (43) relativ zum erstgenannten Kolben (61; 81) führt und
- dass das zweite Mitnahmeelement (131; 111) an dem erstgenannten Energiespeicher (32) angeschlossen
ist.
2. Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Hübe der Mitnahmeelemente (111, 131) größer ist als die Länge des Zylinderinnenraums
(44).
3. Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kolben (61; 81) abhängig von seiner Hubrichtung relativ zum Zylinder (43) einen
Verdrängungsraum (101) von einem Ausgleichsraum (102; 103) trennt.
4. Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kolben (61, 81) einen gemeinsamen Verdrängungsraum (101) begrenzen.
5. Beschleunigungs- und Verzögerungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine hydraulische Verzögerungsvorrichtung (41) umfasst.
6. Schiebetüranordnung mit einem Schiebetürblatt (2) und mit einer Beschleunigungs- und
Verzögerungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1.
7. Schiebetüranordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Schiebetürblattes (2) kleiner oder gleich 600 Millimeter ist.
8. Schiebetüranordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Hübe (123, 143) der Mitnahmeelemente (111, 131) größer ist als 15 %
der Länge des Schiebetürblattes (2).
1. Dispositif d'accélération et de ralentissement (20) qui présente un accumulateur d'énergie
(32) raccordé à un élément d'entraînement (111, 131) et au moins un piston (61, 81)
guidé dans un cylindre (43) par l'élément d'entraînement (111, 131),
caractérisé en ce
- que ce dispositif présente un deuxième élément d'entraînement (111, 131) qui guide un
autre piston (81; 61) séparé du piston (61; 81) mentionné ci-dessus dans le cylindre
(43) ou qui guide le cylindre (43) par rapport au piston (61; 81) mentionné en premier,
et
- que le deuxième élément d'entraînement (111, 131) est raccordé à l'accumulateur d'énergie
(32) mentionné ci-dessus.
2. Dispositif d'accélération et de ralentissement (20) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la somme des courses des éléments d'entraînement (111, 131) est plus grande que la
longueur de la chambre intérieure du cylindre (44).
3. Dispositif d'accélération et de ralentissement (20) selon la revendication 1, caractérisé en ce que chaque piston (61, 81) agissant sépare une chambre de refoulement (101) d'une chambre
de compensation (102, 103) en fonction de la direction de la course par rapport au
cylindre (43).
4. Dispositif d'accélération et de ralentissement (20) selon la revendication 1, caractérisé en ce que les deux pistons (61, 81) délimitent une chambre de refoulement commune (101).
5. Dispositif d'accélération et de ralentissement (20) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif comprend un élément de ralentissement hydraulique (41).
6. Dispositif de porte coulissante comprenant un panneau de porte coulissante (2) et
un dispositif d'accélération et de ralentissement (20) selon la revendication 1.
7. Dispositif de porte coulissante selon la revendication 6, caractérisé en ce que la longueur du panneau de la porte coulissante (2) est inférieure ou égale à 600
millimètres.
8. Dispositif de porte coulissante selon la revendication 6, caractérisé en ce que la somme des courses (123, 143) des éléments d'entraînement (111, 131) est supérieure
à 15 % de la longueur de la porte coulissante (2).