[0001] Die Erfindung betrifft eine Aschekapsel, insbesondere zur Aufnahme der Asche Verstorbener.
[0002] Eine Aschekapsel besteht üblicherweise aus einem Gefäß aus Metall oder Kunststoff,
das mit einem Deckel verschlossen wird. Beim Verschließen wird der aus Blech bestehende
Deckel mit einer Spreizzange derart verformt, dass er zerstörungsfrei nicht mehr geöffnet
werden kann. Auf diese Weise wird die Authentizität des Inhalts des Gefäßes sichergestellt.
Der Deckel hat eine Art Plombenfunktion.
[0003] Aschekapseln werden üblicherweise von Krematorien zur Verfügung gestellt, die die
geschlossene Aschekapsel mit Inhalt einem Bestatter übergeben. Der Bestatter setzt
die Aschekapsel in eine Urne ein, die den Hinterbliebenen übergeben wird. Die Aschekapsel
ist ein Einheitsprodukt, das in großen Stückzahlen bereitgehalten wird, während die
Urne eine Dekorfunktion hat.
[0004] In
EP 1 661 937 ist eine Aschekapsel beschrieben, die aus einem biologisch abbaubaren Material besteht
und durch einen Deckel verschließbar ist. Der Deckel besteht aus Blech und ist daher
verrottungsbeständig.
[0005] Das Gebrauchsmuster
DE 20 2006 009 244 U1 beschreibt eine Aschekapsel, die aus zahlreichen Segmenten, einem Boden und einem
Deckel besteht, welche rastend ineinander greifen. Eine Stapelfähigkeit ist hierbei
nicht gegeben.
[0006] DE 10 2005 024 791 A1 beschreibt eine Aschekapsel aus einem Gefäßkörper und einem Deckel. Der Gefäßkörper
ist nicht stapelfähig.
[0007] Beim Einfüllen von Asche in den Behälterkörper muss sichergestellt werden, dass sämtliche
Asche in den Behälterkörper gelangt. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, an dem Behälter
ein Oberteil vorzusehen, welches eine Öffnung aufweist. Das ringförmige Oberteil kann
dann einen nach innen abfallenden trichterförmigen Rand bilden, der sicherstellt,
dass Asche, die auf ihn fällt, in den Gefäßkörper überführt werden kann.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Aschekapsel zu schaffen, die in größeren
Stückzahlen raumsparend transportiert und bereitgehalten werden kann.
[0009] Die Aschekapsel nach der vorliegenden Erfindung ist durch den Anspruch 1 definiert.
Sie ist
dadurch gekennzeichnet, dass der Gefäßkörper stapelfähig ausgebildet ist und dass ein separates Oberteil vorgesehen
ist, das durch einen mechanischen Verriegelungseingriff derart mit dem oberen Ende
des Gefäßkörpers verbindbar ist, dass es zerstörungsfrei nicht lösbar ist.
[0010] Die erfindungsgemäße Aschekapsel ist zweiteilig ausgebildet, wobei der Gefäßkörper
das Hauptteil bildet. Der Gefäßkörper ist derart ausgebildet, dass zahlreiche Gefäßkörper
ineinander gestapelt werden können, wobei der jeweils andere Gefäßkörper mit mindestens
50 %, vorzugsweise mit mindestens 75 % seiner Länge in den äußeren Gefäßkörper eindringt.
Dadurch ist ein platzsparender Transport und eine platzsparende Lagerung der Gefäßkörper
möglich. Die Oberteile haben eine geringe axiale Erstreckung. Sie können zwar auch
ineinander stapelbar sein, jedoch ist dies im Rahmen der Erfindung nicht erforderlich.
Das Oberteil kann durch Aufdrücken auf den Gefäßkörper mit diesem durch Verrastung
verriegelt werden, vorzugsweise ohne den Einsatz von Werkzeugen. Dadurch ist es leicht
möglich, in einem Krematoriums- oder Bestattungsbetrieb durch Anbringung des Oberteils
an dem Gefäßkörper die Aschekapsel zu vervollständigen. Auch ein Verkleben oder eine
sonstige Befestigungsart sind nicht erforderlich. Der Verriegelungseingriff hat ebenfalls
eine Plombenfunktion. Er kann zerstörungsfrei nicht gelöst werden. Dies bedeutet,
dass eine Zerstörung mit dem Ziel des Lösens des Oberteils für einen Betrachter erkennbar
ist.
[0011] Das Oberteil kann einen Ring mit einer Öffnung zum Einführen von Asche sowie einen
Deckel zum Verschließen der Öffnung aufweisen. Die Öffnung ist gegenüber dem oberen
Ende des Gefäßkörpers verkleinert. Der Ring bildet somit einen trichterförmigen Abstreifrand
für die Asche. Als Deckel kann der übliche Weißblechdeckel verwendet werden, der mit
einer Spreizzange derart verformt wird, dass er den Öffnungsrand von unten her hintergreift.
Der Deckel kann als Informationsträger benutzt werden, auf dem der Name des Krematoriums
und/oder Bestatters angegeben ist sowie eventuell Informationen über die Identität
des Verstorbenen. Der Deckel ist verrottungsfest.
[0012] Alternativ hierzu besteht die Möglichkeit, das Oberteil geschlossen auszubilden.
In diesem Fall wird das Oberteil erst nach dem Einfüllen der Asche auf den Gefäßkörper
aufgesetzt und verriegelt. Ein separater Deckel ist dann nicht vorhanden. Dies hat
den Vorteil, dass das Oberteil insgesamt aus verrottbarem Material hergestellt werden
kann.
[0013] Vorzugsweise ist der Gefäßkörper rotationssymmetrisch und er weist bei einer Wandstärke
von 1,5 - 3 mm einen Kegelwinkel von mindestens 6° auf.
[0014] Der Verriegelungseingriff kann aus einer Sägezahnstruktur bestehen, die ein einfaches
Aufsetzen des Oberteils auf den Gefäßkörper ermöglicht, ein zerstörungsfreies Abziehen
aber unmöglich macht. Auch andere irreversible Verriegelungseingriffe können gewählt
werden, beispielsweise als verriegelbares Verschlusssystem.
[0015] Der Gefäßkörper und das Oberteil bestehen vorzugsweise aus biologisch abbaubarem
Material. Insbesondere kann ein solches Material auf der Basis von Lignin und/oder
Cellulose aufgebaut sein. Solche Materialien sind durch Spritzgießen verarbeitbar,
so dass die herzustellenden Werkstücke als Formkörper gefertigt werden können. Lignin
stellt ein Abfallprodukt der Papierherstellung dar. Seine Anwendung beruht nicht auf
gezielter Vernichtung wertvoller Pflanzen, die als Nahrungsmittel dienen könnten,
wie dies bei Stärkeprodukten der Fall ist.
[0016] Im Folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung näher erläutert.
[0017] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels des Gefäßkörpers
einer Aschekapsel, schräg von oben gesehen,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines Oberteils mit Deckel,
- Fig. 2a
- ein geschlossenes Oberteil ohne separaten Deckel,
- Fig. 3
- einen Vertikalschnitt durch den Gefäßkörper,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Oberteils,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht des Gefäßkörpers schräg von unten gesehen,
- Fig. 6
- die Stapelung gleichartiger Gefäßkörper,
- Fig. 7
- ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem mehrere einander gleiche Gefäßkörper ineinander
gestapelt sind,
- Fig. 8
- eine Seitenansicht eines Gebindes, das zahlreiche Gefäßkörper in gestapeltem Zustand
enthält und
- Fig. 9
- eine Draufsicht des Gebindes nach Fig. 8.
[0018] Bei dem ersten Ausführungsbeispiel der Figuren 1-6 weist die Aschekapsel einen Gefäßkörper
10, der hier rotationssymmetrisch ausgebildet ist und eine Umfangswand 11 sowie eine
Bodenwand 12 hat. Das obere Ende 13 ist offen. Der Gefäßkörper ist kegelstumpfförmig
ausgebildet, wobei der Kegelwinkel a etwa 6° beträgt. Die Wandstärke beträgt 1,5 -
3 mm. Der Innendurchmesser des Gefäßkörpers 10 ist am oberen Ende 13 am größten.
[0019] Der Gefäßkörper hat angrenzend an sein oberes Ende an seiner Innenseite eine Verriegelungsstruktur.
Diese besteht aus mehreren ringförmigen Nuten oder Rippen, die vorzugsweise sägezahnförmig
ausgebildet sind.
[0020] In den Figuren 2 und 4 ist das Oberteil 20 dargestellt, welches zusammen mit dem
Gefäßkörper 10 die Aschekapsel bildet. Das Oberteil 20 ist ringförmig ausgebildet
mit einer zylindrischen Umfangswand 21, die an ihrem oberen Ende einen Innenflansch
22 trägt. Der Innenflansch 22 fällt trichterförmig nach innen ab. Er begrenzt eine
runde Öffnung 23, die durch einen Deckel 26 verschlossen werden kann. Der Öffnungsrand
und der Deckel 26 sind so ausgebildet, dass der plastisch deformierbare Deckel unter
den Öffnungsrand gedrückt werden kann, so dass er den Öffnungsrand hintergreift und
nicht zerstörungsfrei abgenommen werden kann. Die zylindrische Umfangswand 21 trägt
an ihrer Außenseite eine Verriegelungsstruktur 24, die mit der Verriegelungsstruktur
14 des Gefäßkörpers 10 komplementär zusammengreift. Beim Einsetzen des Oberteils 20
in den Gefäßkörper 10 schnappen die Verriegelungsstrukturen 14 und 24 ineinander,
wozu eine Kraft überwunden werden muss. Das Herausziehen des Oberteils aus dem Gefäßkörper
ist nicht möglich. Das Oberteil weist einen nach außen überkragenden Rand 25 auf,
der auf dem oberen Ende 13 des Gefäßkörpers aufsitzt, wenn der Verriegelungseingriff
voll eingerastet ist.
[0021] Figur 5 zeigt die Stapelfähigkeit der Gefäßkörper, wobei ein innerer Gefäßkörper
10b in einen äußeren Gefäßkörper 10a eingesteckt ist. Man erkennt, dass der innere
Gefäßkörper zu etwa 85 % seiner Länge in den äußeren Gefäßkörper eindringt. Jeder
Gefäßkörper ist mit Stapelstegen 27 versehen, die von der Bodenwand und/oder der Seitenwand
abstehen und die Eindringtiefe des jeweils inneren Gefäßkörpers 10b in den äußeren
Gefäßkörper 10a begrenzen. Dadurch wird ein Verklemmen infolge eines übermäßigen Ineinanderdrückens
beider Gefäßkörper vermieden und das spätere Trennen der Gefäßkörper wird erleichtert.
Die Gefäßkörper können in großen Stückzahlen platzsparend gespeichert werden. Das
Oberteil 20 wird erst unmittelbar vor der Benutzung auf den Gefäßkörper 10 aufgedrückt
und mit diesem verbunden.
[0022] Der Gefäßkörper 10 und das Oberteil 20 bestehen aus einem biologisch abbaubaren Material,
wie beispielsweise ARBOFORM
®. Ein solches Material ist auf Spritzgießmaschinen oder Tiefziehmaschinen zu Formkörpern
verarbeitbar. Es ist auf der Basis von Lignin und/oder Cellulose aufgebaut. Das Material
ist ein biologischer Werkstoff, welcher ohne umweltbelastende Stoffe verrottet (Figur
1).
[0023] Figur 2a zeigt eine alternative Ausführungsform des Oberteils 20a. Hierbei ist ein
Deckel aus einem Fremdmaterial nicht vorhanden. Das Oberteil 20a besteht insgesamt
aus biologisch abbaubarem bzw. verrottbarem Material und ist vollständig geschlossen.
[0024] Die Figuren 7-9 beziehen sich auf ein zweites Ausführungsbeispiel des Gefäßkörpers
10. In Figur 7 ist ein Teil eines Gefäßkörperstapels dargestellt in Form der drei
obersten Gefäßkörper 10a, 10b, 10c. Die Gefäßkörper sind untereinander völlig gleich.
Der Gefäßkörper hat eine an allen Stellen etwa gleiche Wandstärke. Er ist rotationssymmetrisch
und hat einen oberen Rand 30, an dessen Innenseite sich die Verriegelungsstruktur
14 zur Befestigung eines Oberteils 20, das demjenigen des ersten Ausführungsbeispiels
entspricht, befindet. Der obere Rand ist nahezu zylindrisch. Er hat einen leichten
Konuswinkel von weniger als 1°, um das Entstapeln der Behälterkörper zu ermöglichen.
Der obere Rand 30 endet an einer ersten Ringstufe 31, auf die ein Einzugsbereich 32
kleineren Durchmessers folgt. Der Einzugsbereich 32 ist ebenfalls nahezu zylindrisch,
jedoch mit einer kleinen Stapelschräge. An ihn schließt sich eine zweite einwärts
gerichtete Ringstufe 33 an. Von dieser Ringstufe 33 erstreckt sich die kegelförmige
Umfangswand 11 nach unten.
[0025] Der Außendurchmesser des Einzugsbereichs 32 ist gleich dem Innendurchmesser des Randes
30, so dass zwei Behälterkörper gleichen Typs gemäß Figur 7 ineinander gesetzt werden
können, wobei der Einzugsbereich 32 des oberen Behälterkörpers 10c passend in die
von dem Rand des darunter befindlichen Behälterkörpers 10b umschlossene Öffnung eindringt.
Aus dem Behälterkörper 10b steht dann nur der Rand 30 zusammen mit der Ringstufe 31
des inneren Behälterkörpers 10c heraus.
[0026] Die Aschekapsel hat bei geringer Wandstärke von etwa 1 mm eine hohe Steifigkeit und
Formstabilität, so dass sie wenig Material erfordert.
[0027] In den Figuren 8 und 9 ist ein Gebinde 35 dargestellt, das aus zahlreichen Behälterkörpern
10 besteht, die zu Stapelsäulen 36 ineinander geschachtelt sind. Die Stapelsäulen
sind in Form von Zeilen angeordnet, wobei benachbarte Zeilen gegeneinander versetzt
sind, so dass die runden Stapelsäulen 36 platzsparend ineinander greifen. Ein Gebinde
35 kann als Palettenladung transportiert werden.
1. Aschekapsel mit einem stapelfähigen Gefäßkörper (10), der am oberen Ende offen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gefäßkörper (10) stapelfähig ausgebildet ist und dass ein separates Oberteil
(20) vorgesehen ist, das durch einen mechanischen Verriegelungseingriff derart mit
dem oberen Ende des Gefäßkörpers (10) verbindbar ist, dass es zerstörungsfrei nicht
lösbar ist.
2. Aschekapsel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (20) einen Ring mit einer Öffnung (23) zum Einführen von Asche sowie
einen Deckel (26) zum Verschließen der Öffnung aufweist.
3. Aschekapsel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil eine geschlossene Deckwand bildet und insgesamt aus biologisch abbaubarem
Material besteht.
4. Aschekapsel nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefäßkörper (10) rotationssymmetrisch ist und bei einer Wandstärke von 1,5 -
3 mm einen Kegelwinkel (a) von mindestens 1,5° aufweist.
5. Aschekapsel nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungseingriff eine Sägezahnstruktur aufweist.
6. Aschekapsel nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefäßkörper (10) und das Oberteil (20) aus biologisch abbaubarem Material bestehen.
7. Aschekapsel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Material ein thermoplastisch verarbeitbares Material auf Basis von Lignin und/oder
Cellulose ist.
8. Aschekapsel nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefäßkörper (10) Stapelstege (27) aufweist, die die Eindringtiefe eines inneren
Gefäßkörpers (10b) in einen äußeren Gefäßkörper (10a) begrenzen.
9. Aschekapsel nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefäßkörper (10a) einen oberen Rand (30) aufweist, an den sich über eine Ringstufe
(31) ein Einzugsbereich (32) kleineren Durchmessers anschließt, und dass der Einzugsbereich
(32) einen Außendurchmesser hat, der dem Innendurchmesser des oberen Randes (30) entspricht,
so dass der Einzugsbereich eines oberen Behälterkörpers (10c) passend in den Rand
eines unteren Behälterkörpers (10b) einsetzbar ist.
10. Aschekapsel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Einzugsbereich (32) die gleiche Länge hat, wie der Rand (30).
11. Aschekapsel nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Einzugsbereichs (32) eine weitere Ringstufe (33) vorgesehen ist, die
mit einem kegelförmigen Wandabschnitt (11) verbunden ist.
12. Aschekapsel nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Formgebung ein Verklemmen der gestapelten Aschekapseln verhindert wird
und somit auf zusätzliche Stapelstege verzichtet werden kann.