[0001] Die Erfindung betrifft eine Gehäuseform für verfahrenstechnische Maschinen, insbesondere
Kleinstmaschinen, die sowohl Fertigung und Montage, als auch die Handhabung für den
Betreiber verbessert.
[0002] Für die Entwicklung innovativer Produkte und deren Herstellungsprozesse, stehen oft
nur geringe Materialmengen zur Verfügung, da diese sehr teuer und zum Teil auch hochwirksam
sind. Für die Produktentwicklung aber auch für die Prozessentwicklung werden Maschinen
mit immer kleineren Prozessräumen benötigt. Sie müssen aber andererseits alle Bauteile
einer großen Maschine aufweisen. Sie sind nicht beliebig herunter skalierbar sondern
erfordern neue Fertigungstechnologien und neue konstruktive Merkmale. Dies gilt insbesondere
für Maschinen in der Verfahrenstechnik für trockene und nasse Aufbereitungsverfahren
wie Mühlen, Mischer und Sichter.
[0003] Bekannt sind einige einzelne Lösungen für Kleinstmaschinen wie die kleine Rührwerksmühle,
die in der
EP 1185371 A1 beschrieben ist. Sie lösen wie in dem speziellen Fall bestimmte Probleme wie die
Vermeidung von Lufteintrag in die Mühle, zeigen aber keinen Weg auf, wie eine komplette
Maschinengruppe, hier verfahrenstechnische Maschinen, in kleinster Bauform ausgeführt
und gefertigt werden kann und für den Anwender ein einfaches Handling ermöglicht.
Standardmäßig werden Maschinen kleiner und mittlerer Bauart als Monoblock gefertigt.
Wird die Monoblockbauweise auch bei kleinsten Maschinen eingesetzt, bekommt man sehr
klobige und schwere Maschinen, da es das Ziel ist, alle Maschinenelemente und benötigten
Anschlüsse an einem Werkstück durch spanabhebende Fertigung zu realisieren.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht
kleinste Maschinen zu bauen, die aus möglichst wenigen Bauteilen bestehen, aber alle
Funktionsflächen aufweisen, wie Maschinen großer Bauart und zusätzlich einfach zu
handhaben sind.
[0005] Bei einer Maschine der eingangs beschriebenen Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass (kennzeichnender Teil des Hauptanspruchs) die Gehäuseteile eine
Polygongrundform aufweisen und die unterschiedlich dicken Gehäusewandungen bei zylindrischen
Innenbohrungen unterschiedliche Funktionen übernehmen.
[0006] Das erfindungsgemäße Gehäuse einer verfahrenstechnischen Maschine nimmt beispielsweise
den Antrieb der Maschine, den Arbeitsraum mit dem rotierenden Arbeitsteil, sowie Vorrichtungen
für die Materialaufgabe auf. Die Gehäuse werden insbesondere für Aufbereitungsmaschinen
der Trocken- wie der Nasstechnik eingesetzt, dazu zählen Mühlen, Sichtermühlen, Schneidmühen,
Sichter, Mischer aber auch Kompaktoren.
[0007] Die Gehäuse weisen mindestens eine polygonförmige Außenkontur auf. Durch die Polygonform
weisen die Gehäuseteile, die eine zylindrische Innenbohrung aufweisen, unterschiedliche
Wanddicken auf, diese stellen Funktionsträger dar. Wandverdickungen können dazu genutzt
werden, Anschlüsse für Spülluft- oder Kühlwasserversorgung vorzusehen. Sie können
Maschinenkomponenten wie Injektordüsen aufnehmen. Es können Trichter für die Materialaufgabe
in das Gehäuseteil integriert werden ohne ein zusätzliches Bauteil zu benötigen. Dadurch
kann die Anzahl der Bauteile für eine solche Kleinstmaschine minimiert werden. Wanddünnstellen
können als Verbindungsflächen zu weiteren Maschinenkomponenten oder Anlagenteile dienen.
[0008] Bei Kleinstmaschinen können aus Platzmangel häufig keine Clamps als Verbindungselemente
eingesetzt werden, weil für die Montage der Clamps ein großer Raum erforderlich ist.
[0009] Alternativ erfolgt die Fixierung von Gehäuseteilen und Maschinenkomponenten dadurch,
dass die Bauteile über Passstücke verfügen, die ineinander geschoben werden. Das äußere
Passstück wird mit Gewindebohrungen versehen. Diese dienen zur Aufnahme von Gewindestiften
mit einem konischen Ende. Im inneren Passstück ist gegenüber der Gewindebohrung eine
konische Vertiefung angebracht. Durch diese Ausgestaltung der Komponenten können die
Gehäuseteile bzw. Maschinenkomponenten in der gewünschten Weise fixiert werden. In
der Regel reicht ein Gewindestift.
[0010] Außer den Gehäuseteilen können auch Verbindungsflächen zu weiteren Maschinen oder
anderen Anlagenkomponenten mit einer Vieleckkontur ausgeführt werden, sie weisen so
auch den Vorteil auf, dass sie verdrehsicher und in eindeutiger Einbaulage zusammengebaut
werden können.
[0011] Als Polygonform für die Gehäuse und Verbindungsflächen werden Vielecke mit ungradzahliger
Eckenzahl bevorzugt, speziell das Dreieck. Die Ecken des Vielecks können dabei abgerundet
sein und die Seiten können ebenfalls einen Radius aufweisen. Bevorzugt werden Profile
P3G nach DIN 32711 und P4C nach DIN 32712 eingesetzt.
[0012] Die polygonförmigen Außenkonturen der Gehäuseteile werden durch Drehen und Schleifen
gefertigt, die polygonförmigen Innenkonturen werden vorzugsweise durch Drahterodieren
gefertigt. Die Vielecksinnenkontur bildet mit der Vielecksaußenkontur eine Presspassung,
die nach der Schrumpfverbindung einen Körper bildet, der der Monoblockfertigung entspricht
und für Pharmaanwendungen bevorzugt wird. Die Formgebung (Vieleckform) der Körper
verhindert nach dem Verbund die Einleitung einer Drehbewegung, somit muss die Presspassung
der Körper nur gegen Verschieben gesichert werden. Die Körper haben beim Fügen nur
einen Freiheitsgrad in Achsrichtung. Wird dieser Freiheitsgrad durch eine Vorrichtung
oder Messung festgelegt, besteht die Möglichkeit, Kammern oder winklig zueinander
stehende Bohrungen durch getrennte Teilfertigung der Rohteile zu erzeugen.
[0013] Um unterschiedliche Maschinenkomponeten in einem Gehäuse zu realisieren ist es notwendig,
Gehäuseteile durch Schrumpfen zusammenzufügen. Erfindungsgemäß weist mindestens ein
Gehäuseteil eine Polygonform auf. Weisen die zusammenzufügenden Gehäuseteile eine
entsprechende Vieleckaußen- bzw. Vieleckinnenkontur aus, können sie zum Einen verdrehsicher
zusammengefügt werden und zum Anderen in einer eindeutigen Einbaulage zusammengefügt
werden. Außerdem können die einzelnen Gehäuseteile vor dem Zusammenfügen bereits mit
Bohrungen und Funktionsträgern ausgerüstet werden.
[0014] Die Polygonform weist Funktionsflächen auf, die es ermöglichen durch Drehbewegung
die Montage und Demontage zu erleichtern, da hier nicht wie bei zylindrischen Bauteilen
ein Drehmoment nur über die Reibkraft eingeleitet werden kann.
[0015] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen
Zeichnungen, in der - bespielhaft- ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt:
- Figur 1:
- Rohteil zusammengefügt aus Gehäuseteilen mit Vieleckinnen- bzw. Vieleckaußenkontur.
- Figur 2:
- zweiteiliges Gehäuse mit Verbindungsfläche und Funktionsträgern
- Figur 3:
- Ausschnitt eines Maschinengehäuses mit Schittdarstellung der Verbindungselemente
[0016] Die Figur 1 zeigt am Beispiel Sichterkopf das Rohteil (1) für ein Gehäuse einer Kleinstmaschine.
Im gezeigten Fall besteht das Rohteil (1) aus einem Mittelteil (2) und einem Querteil
(3). Die Außenkontur der beiden Teile ist ein Vieleck, hier ein Dreieck mit abgerundeten
Ecken und Kanten. Die Innenkontur des Mittelteils weist ebenfalls die gleiche Vieleckkontur
auf. Das Rohteil (1) entsteht durch Schrumpfen des Mittelteils (2) mit dem Querteil
(3). Die Vieleckaußenkonturen (4, 5) werden bevorzugt drehend und schleifend gefertigt.
Aus diesem Grund sind am Mittelteil (2) und Querteil (3) beidseitig überstehende Zapfen
(6) mit Zentrierbohrungen (7) und Flachstellen (8) zur Aufnahme zwischen Spitzen und
zur Drehmitnahme angebracht. Die Vielecksinnenkontur (9) wird bevorzugt durch Drahterodieren
erzeugt.
[0017] Die Figur 2 zeigt das fertig bearbeitete Gehäuse (10), das aus dem Rohteil (1) nach
Figur 1 entsteht. In der Schnittdarstellung ist im Zentrum der Arbeitsraum (11) ersichtlich.
Quer zum Arbeitsraum (11) bilden beidseitig rotationssymmetrische Kammern (12) die
Passstücke (13, 15) zur Aufnahme der Antriebs- und Feingutaustrittsbaugruppe mit Spülluftzuführungskammer
(14). Zur Befestigung von Antrieb und Feingutaustritt sind am Querteil Gewindebohrungen
(16) zur Aufnahme von Stiften im Bereich der Verdickung der Vieleckkontur angebracht.
Zur Befestigung und Zuführung von Spül- und Arbeitsluft ist seitlich an der Flachstelle
des Vielecks eine polygonförmige Aufnahmetasche (17) mit zentraler Befestigungsbohrung
(18) und ringförmig um das Zentrum angeordneten Bohrungen (19) im Mittelteil (2) eingearbeitet.
Die gerade durchgehende Bohrung (20) trifft die ringförmigen Spülluftzuführungskammern
(14). Die ausgehend von Bohrung (21) rechtwinklig aufsteigende Bohrung (22) stellt
die Verbindung zur Treibdüsenaufnahmekammer (23) her. Analog stellt die Bohrung (24)
die Verbindung zur Durchleitung der Arbeitsluft zu einem Mühlen- oder Sichterunterteil
her. Dadurch entfallen außerhalb der Maschine geführten Leitungen bzw. Schläuche.
Der Aufgabetrichter (25) mit Zuleitung (26) zum Arbeitsraum (11) ist im oberen Teil
des Rohteils (1) integriert. Zur Aufnahme von Mühlen- oder Sichterunterteil befindet
sich eine zylindrische Andrehung (27) im unteren Teil des Gehäuses.
[0018] Die Figur 3 zeigt das Verbindungselement zum Fixieren der Maschinenkomponenten zueinander.
Es ist hier das Verbindungselement (28) aus Schraube mit konischem Ende, welches die
sperrigen Clampverbindungen ersetzt, dargestellt. Durch die spezielle Form werden
nicht nur die Komponenten miteinander fest verbunden, sondern durch das konische Ende
der Gewindestifte auch zueinander ausgerichtet. In den meisten Fällen ist ein Befestigungselement
ausreichend.
Bezugsziffern
[0019]
- 1.
- Rohteil
- 2.
- Mittelteil
- 3.
- Querteil
- 4.
- Vieleckaußenkonturen
- 5.
- Vieleckaußenkonturen
- 6.
- Zapfen
- 7.
- Zentrierbohrungen
- 8.
- Flachstellen
- 9.
- Vieleckinnenkontur
- 10.
- Gehäuse
- 11.
- Arbeitsraum
- 12.
- beidseitig rotationssymmetrische Kammern
- 13.
- die Funktionsflächen
- 14.
- Spülluftzuführungskammern
- 15.
- Aufnahmebohrungen
- 16.
- Gewindebohrungen
- 17.
- polygonförmige Aufnahmetasche
- 18.
- Befestigungsbohrung
- 19.
- Luftbohrungen
- 20.
- Bohrung
- 21.
- Bohrung
- 22.
- Bohrung
- 23.
- Treibdüsenaufnahmekammer
- 24.
- Bohrung
- 25.
- Aufgabetrichter
- 26.
- Zuleitung
- 27.
- zylindrische Andrehung
- 28.
- Gewindestift
1. Gehäuse für verfahrenstechnische Maschinen zur Aufnahme von Antrieb, Arbeitsraum mit
rotierendem Arbeitsteil sowie Materialaufgabe und Produktaustrag dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Gehäuseteil eine Polygonform aufweist und die unterschiedlich dicken
Gehäusewandungen bei zylindrischen Innenbohrungen unterschiedliche Funktionen übernehmen.
2. Gehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es Gehäuse für Mühlen, einen Sichter oder Mischer sind.
3. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polygonform ein Vieleck mit abgerundeten Ecken und gebogenen Seiten ist.
4. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Polygonform ein Dreieck mit abgerundeten Ecken und gebogenen Seiten ist.
5. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Verbindungsstellen zu weiteren Anlagenteilen und/oder Gehäuseteilen polygonisch ausgeführt
sind.
6. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedlich dicke Gehäusewandungen zur Aufnahme von Maschinenkomponenten, insbesondere
Treibdüsen und/oder Trichter zur Materialaufnahme und/oder Spülluft-, Kühlwasser-
zu- und/oder abführungen dienen.
7. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedlich dicke Gehäusewandungen eingearbeitete Leitungen für Betriebsmedien,
insbesondere Mahlluft, Spülluft, und/oder Kühlwasser aufweisen.
8. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Wanddünnstellen Verbindungsflächen zu anderen Maschinenkomponenten, Anlagenteile
oder einem tragenden Gestell darstellen.
9. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse in Wandverdickungen Gewindebohrungen zur Aufnahme von konischen Gewindestiften
zur Fixierung von Gehäuseteilen und/oder Maschinenkomponenten aufweist.
10. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse aus mindestens zwei Gehäuseteilen besteht, die durch Schrumpfen zusammengefügt
werden.
11. Gehäuse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Polygonform von Gehäuseteilen oder Verbindungsflächen eine verdrehsichere und
eindeutige Einbaulage der Maschinenkomponeten darstellt.