[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Beschichten von Werkstücken mit einer Lackierkabine,
welche zwei längs einer gedachten Achse einander gegenüberliegende portalähnliche
Öffnungen aufweist und mit wenigstens einem darin angeordneten Lackierroboter.
[0002] Ein Lackierroboter führt einen Lackzerstäuber während des Beschichtungsvorganges
programmgemäß entlang eines vorgegebenen Bewegungspfades in einer vorgegebenen Geschwindigkeit
um das zu beschichtende Werkstück, wobei dem Lackzerstäuber üblicherweise für die
verschiedenen Abschnitte der Bewegungsbahn jeweilige Zerstäuberparameter vorgegeben
sind.
[0003] Üblicherweise verfügt ein Lackierroboter über sechs Bewegungsfreiheitsgrade und ist
in seinem Arbeitsbereich auf etwa einen Bereich von 2m bis 3m um seine Basis eingeschränkt.
Mit einem derartigen Roboter sind beispielsweise kleinere Werkstücke wie Stossfänger
von Automobilkarosserien ohne eine Relativbewegung von Roboterbasis zu Werkstück lackierbar.
Es sind aber durchaus auch Lackierroboter mit einer geringeren Anzahl an Bewegungsfreiheitsgraden
- beispielsweise drei - denkbar.
[0004] Zur Lackierung größerer Werkstücke, wie beispielsweise Automobilkarosserien, ist
es üblich, einen derartigen Roboter mit einem siebenten Freiheitsgrad der Bewegung
zu versehen, indem dieser auf einer ihm zugeordneten Verfahrschiene befestigt wird,
wobei zumeist alle sieben Bewegungsfreiheitsgrade komplett bei der Steuerung des Roboters
berücksichtigt werden. Ein derartiger Roboter ist nun entlang seiner Verfahrschiene,
welche im automobilen Bereich typischerweise eine Länge von 4m bis 10m aufweist, längs
des zu lackierenden Objektes verfahrbar.
[0005] Insbesondere bei langgestreckten Werkstücken resultiert eine entsprechende Länge
einer Verfahrschiene eines Roboters.
[0006] Bei der Beschichtung langgestreckter Werkstücke, wie beispielsweise Rotorblättern
von Windkraftanlagen, ist eine Verfahrbewegung des sehr langen Werkstückes während
des Beschichtungsvorganges möglichst zu vermeiden, um ansonsten auftretende Lackierfehler
sicher zu vermeiden. Beim Fertigungsprozess ist das Rotorblatt nämlich zumeist in
waagerechter Position einseitig am Rotorflansch befestigt, so dass jegliche Verfahrbewegung
des Rotorblattes dieses in Schwingungen versetzen, beispielsweise mit einer Amplitude
von mehr als +/- 250mm an dessen freiem nichteingespannten Ende, was einen Beschichtungsprozess
nahezu unmöglich macht.
[0007] Nachteilig an einer großen Länge einer Verfahrschiene einer Lackiervorrichtung von
beispielsweise 40m sind sowohl der hohe technische Aufwand zur Errichtung einer entsprechend
langen Lackierkabine mit Verfahrschiene als auch der aus der Länge der Kabine resultierende
Aufwand für ihre Belüftung. Bei einer allgemein üblichen Luftsinkgeschwindigkeit von
0,3m/s und einem Lackierkabinengrundriss von 50m x 6m ergibt sich beispielsweise ein
Bedarf von ca. 320000m
3 Luft pro Stunde, die zudem auch gefiltert und konditioniert werden muss.
[0008] Eine weitere Schwierigkeit bei der Lackierung von Rotorblättern besteht darin, dass
diese in ihrem Flanschbereich eine Breite von 4-5m und mehr aufweisen. Eine Lackierung
eines vorzugsweise waagerechten positionierten Rotorblattes erfolgt idealerweise quer
zu dessen Längsrichtung - also senkrecht - in parallelen Lackierbahnen.
[0009] Inhomogenitäten der Schichtdickenverteilung sind bei Rotorblättern von Windkraftanlagen
aus aerodynamischen Gründen unerwünscht. Zudem führen sie zu einem erhöhten Materialverbrauch,
weil trotz eventueller Inhomogenitäten in der Schichtdicke zu Schutzzwecken des Rotorblattes
stets eine Mindestschichtdicke gewährleistet sein muss, also eine erhöhte mittlere
Schichtdicke notwendig ist.
[0010] Bei einem Arbeitsradius eines Lackierroboters von 2,5 - 3m um seine Basis ist bei
geeigneter Positionierung des Lackierroboters gegenüber dem Rotorblatt eine Lackierbahn,
welche die Breite von 4-5m abdeckt, prinzipiell applizierbar, dies aber nur mit einem
Absetzvorgang. In einem derartigen Absetzvorgang ist eine Lackierbahn zweigeteilt
und der Zerstäuber wird nach Lackieren der ersten Lackierbahnhälfte an einer Unterbrechungsstelle
abgeschaltet. Der Lackierroboter bewegt sich bei abgeschaltetem Zerstäuber in eine
andere Position aus welcher der zweite Teil der Lackierbahn erreichbar ist, wobei
der Zerstäuber nach diesem sogenannten Umorientierungsvorgang wieder an der Unterbrechungsstelle
ansetzt. Dort wird der Zerstäuber wieder eingeschaltet und die Lackierung der zweiten
Lackierbahnhälfte erfolgt.
[0011] Nachteilig sind insbesondere eine Verschlechterung der Lackierqualität an der Unterbrechungsstelle
gegenüber einer durchgezogenen Bahn ohne Unterbrechungsstelle sowie der erhöhte Materialverbrauch.
[0012] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine Anordnung
der eingangs genannten Art anzugeben, die die Beschichtung auch langgestreckter Werkstücke
bei hoher Schitdickenhomogenität auf möglichst einfache Weise gestattet.
[0013] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Anordnung der eingangs genannten Art. Diese
ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierkabine zusammen mit dem wenigstens einen Lackierroboter parallel zu einer
Arbeitsfläche längs der gedachten Achse bewegbar ist und dass der wenigstens eine
Lackierroboter mittels wenigstens einer ersten Bewegungsvorrichtung relativ zur Lackierkabine
senkrecht zur Arbeitsfläche bewegbar ist.
[0014] Das zu lackierende Werkstück bzw. Rotorblatt ist waagerecht gelagert. Beim Lackiervorgang
wird die bewegbare Lackierkabine, welche kürzer ist als das Rotorblatt, längs der
Erstreckung des Rotorblattes bewegt, wobei das Rotorblatt - je nach aktueller Positionierung
der Lackierkabine - auf der einen Seite der Lackierkabine durch die eine portalähnliche
Öffnung hineinragt und aus der gegenüberliegenden portalähnliche Öffnung wieder hinausragt.
Die gedachte Achse korreliert hierbei im Wesentlichen mit der Längserstreckung des
zu lackierenden Rotorblattes.
[0015] Die Anordnung des bzw. der Lackierroboter auf einer jeweiligen Bewegungsvorrichtung,
welche die kompletten Lackierroboter auf und bewegen kann, ermöglicht in günstiger
Weise ein Durchziehen einer Lackierbahn über die gesamte Rotorblattbreite ohne Absetzvorgang
bzw. reduziert zumindest die Anzahl der benötigten Absetzvorgänge. Bei einem Hub einer
ersten Bewegungsvorrichtung von beispielsweise 2,5m und einem Arbeitsbereich des Lackierroboters
von +/-2,5m um seine Roboterbasis ergibt sich beispielsweise eine Höhe des resultierenden
Arbeitsbereiches von 7,5m längs der Drehachse der Roboterbasis und eine Höhe des Arbeitsbereiches
von 2,5m in einem Radius von 2,5m um die Drehachse der Roboterbasis.
[0016] Somit umschließt die Lackierkabine das zu lackierende Rotorblatt nur abschnittsweise
längs seiner Erstreckung, womit diese einerseits in vorteilhafter Weise kürzer und
damit vereinfacht ist. Andererseits ermöglicht eine Hubvorrichtung für einen Lackierroboter
eine effektive Vergrößerung von dessen Arbeitsbereich, womit Unterbrechungsstellen
in den parallelen Lackierbahnen überwiegend vermeidbar sind und die Qualität der Lackierung
gesteigert ist.
[0017] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung ist der wenigstens
eine Lackierroboter mittels wenigstens einer zweiten Bewegungsvorrichtung relativ
zur Lackierkabine zusätzlich quer zur gedachten Achse bewegbar. Dies hat insbesondere
den Vorteil, dass nicht für jede Seite des Rotorblattes ein separater Lackierroboter
vorzusehen ist, resultiert aber auf der anderen Seite in einer sehr langen Lackierzeit,
beispielsweise 60 - 80min, wobei das selbe Rotorblatt mit zwei gegenüberliegenden
Lackierrobotern in etwa der halben Zeit zu lackieren ist. Daher ist diese Ausgestaltung
insbesondere für Fabrikationsbetriebe mit geringem Produktionsdurchsatz geeignet.
[0018] Entsprechend einer weiteren Variante der Anordnung ist der wenigstens eine Lackierroboter
mittels wenigstens einer dritten Bewegungsvorrichtung relativ zur Lackierkabine zusätzlich
längs der gedachten Achse bewegbar. Durch diesen zusätzlichen Bewegungsfreiheitsgrad
des Lackierroboters sind komplexere Bewegungen möglich durch welche die Anzahl an
Absetzvorgängen weiter reduzierbar ist. Zudem ist die Gestaltung des Bewegungsprogramms
vereinfacht.
[0019] In einer Variante der Anordnung beträgt die Summe der Bewegungsfreiheitsgrade des
wenigstens einen Lackierroboters und der Bewegungsvorrichtungen, durch welche der
Lackierroboter relativ zur Lackierkabine bewegbar ist, wenigstens sechs. Dies ermöglicht
den am Lackierroboter befestigten Zerstäuber innerhalb des Arbeitsbereiches in jeder
beliebigen Orientierung zu bewegen.
[0020] In einer bevorzugten Anordnung weist der wenigstens eine Lackierroboter seinerseits
wenigstens sechs Bewegungsfreiheitsgrade auf. Die Bewegungsfreiheit des vom Lackierroboter
bewegten Zerstäubers wird dadurch in vorteilhafter Weise erhöht.
[0021] In einer weiteren Anordnung sind wenigstens zwei Lackierroboter mittels einer gemeinsamen
Bewegungsvorrichtung relativ zur Lackierkabine bewegbar. Dies ist beispielsweise bei
einer gemeinsamen ersten Bewegungsvorrichtung bzw. Hubvorrichtung für zwei auf derselben
Kabinenseite angeordnete Lackierroboter der Fall. Der konstruktive Aufwand der Anordnung
wird dadurch reduziert, was andererseits zu einer Einschränkung in der Bewegungsfreiheit
der Lackierroboter führt. Je nach Anwendungsfall ist diese Einschränkung aber unerheblich.
[0022] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Anordnung ist innerhalb der Lackierkabine
beiderseits der gedachten Achse jeweils wenigstens ein Lackierroboter angeordnet.
Somit kann jede Seite von einem zu lackierenden Rotorblatt je einem Roboter zugeordnet
werden. Der Aufbau der Anordnung sowie deren Programmierung wird dadurch vereinfacht.
[0023] In einer bevorzugten Variante der Anordnung ist die Lackierkabine auf wenigstens
zwei parallel zueinander angeordneten Fahrgestellen abgestützt und mit diesen gemeinsam
bewegbar. Dies ist beispielsweise mit durch auf Schienen geführten Metallrädern realisierbar.
Ein Bewegen der Lackierkabine ist dadurch besonders vereinfacht.
[0024] Entsprechend einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Lackierkabine mit
einer Vorrichtung zur Zu- und/oder Abführung und/oder Reinigung von Luft versehen.
Die erzielbare Lackierqualität wird dadurch gesteigert sowie das Verschmutzungsrisiko
innerhalb der Lackierkabine reduziert.
[0025] In einer bevorzugten Anordnungsvariante ist die wenigstens eine portalähnliche Öffnung
durch Blendenelemente in ihrem Öffnungsquerschnitt veränderbar. Idealerweise ist der
Innenraum der Lackierkabine gegenüber dem Außenraum abgeschlossen um so Verschmutzungen
vorzubeugen und auch um eine möglichst hohe Lackierqualität zu gewährleisten.
[0026] Ein Rotorblatt verjüngt sich in seinem Querschnitt von seinem Flansch bis zur Spitze,
so dass die Öffnungsquerschnitte der portalähnlichen Öffnungen der Lackierkabine wenigstens
dem maximalen Querschnitt des zu lackierenden Rotorblattes entsprechen müssen. Somit
ergeben sich insbesondere bei Lackierung der Spitze eines Rotorblattes Bereiche, in
denen der Innenraum der Lackierkabine nicht gegenüber dem Außenraum verschlossen ist.
Durch Einsatz derartiger Blendenelemente ist die Größe derartiger Bereiche bedarfsweise
reduzierbar.
[0027] Ein ähnlicher Abdichtungseffekt ist erfindungsgemäß erzielbar indem ein Luftströmungsvorhang
entlang des Öffnungsquerschnittes wenigstens einer portalähnlichen Öffnung erzeugbar
ist.
[0028] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Anordnung sind die Bewegungsabläufe
des wenigstens einen Lackierroboters und wenigstens einer Bewegungsvorrichtung von
einer gemeinsamen Robotersteuerung vorgebbar. Eine Robotersteuerung ist eine Rechenvorrichtung,
welche den programmgemäß gewünschten Bewegungsablauf des Roboters in Ansteuerungssignale
der Antriebe der jeweiligen Bewegungsglieder des Roboters - z.B. Drehbewegung der
Roboterbasis oder eines Handgelenks - umsetzt.
[0029] Die wenigstens eine erfindungsgemäße erste Bewegungsvorrichtung, welche den Lackierroboter
selbst bewegt, wird entsprechend dieser Ausgestaltung zumindest teilweise ebenfalls
in den Bewegungsablauf des Lackierroboters einbezogen. Dies ermöglicht beispielsweise
eine koordinierte und kontinuierliche Bewegung der Bewegungsvorrichtung, welche zusammen
mit der Bewegung des Lackierroboters selbst zur gewünschten und programmgemäßen Bewegung
des am Roboter befestigten Zerstäubers führt. Der Bewegungsablauf ist auf diese Weise
flüssiger zu gestalten, was sowohl zu einer Zeitersparnis als auch zu einer verbesserten
Lackierqualität führt.
[0030] In einer bevorzugten Variante der Anordnung ist die Lackierkabine mittels eines Antriebs
- beispielsweise einem Elektromotor - bewegbar. Entsprechend einer weiteren Variante
der erfindungsgemäßen Anordnung sind die Kabinenbewegung und die Bewegungsabläufe
des wenigstens einen Lackierroboters von einer gemeinsamen Robotersteuerung vorgebbar,
was ebenfalls einen flüssigeren Bewegungsablauf ermöglicht.
[0031] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten sind den weiteren abhängigen Ansprüchen
zu entnehmen.
[0032] Anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele sollen die Erfindung,
weitere Ausführungsformen und weitere Vorteile näher beschrieben werden.
[0033] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken,
- Fig. 2
- eine zweite exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken,
- Fig. 3
- eine dritte exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken und
- Fig. 4
- eine vierte und fünfte Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
[0034] Fig. 1 zeigt eine erste exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken in
einer Schnittansicht. Ein erstes Werkstück 34, ein Rotorblatt einer Windkraftanlage,
ragt durch eine erste portalähnliche Öffnung 14 in eine erste Lackierkabine 12. Diese
ist über mehrere Fahrgestelle bzw. Räder 38 auf parallelen Schienen 39 geführt, welche
sich auf einer Arbeitsfläche 20 befinden. Ein erster Lackierroboter 16, ein schematisch
dargestellter 6-Achs Roboter, ist über eine erste an einer Seitenwand der Lackierkabine
angebrachten Bewegungsvorrichtung 22 senkrecht bewegbar, wie mit dem Pfeil 26 angedeutet.
Die Bewegung der ersten Bewegungsvorrichtung 22 und die des ersten Lackierroboters
sind von einer gemeinsamen, nicht dargestellten, Robotersteuerung koordiniert. Am
Ende des Roboterarms ist ein erster Zerstäuber 30 angebracht, welcher das Rotorblatt
lackiert.
[0035] Der Zerstäuber 30 wird programmgemäß in parallelen mäanderförmigen senkrecht längs
der Oberfläche des Rotorblattes verlaufenden Lackierbahnen beschichtet. Hierbei führt
die erste Bewegungsvorrichtung periodische Auf- und Ab- Bewegungen durch, welche zusammen
mit den Bewegungen des ersten Lackierroboters 16 zur programmgemäßen Führung des Zerstäubers
30 längs der Lackierbahn führt.
[0036] Der Lackierroboter 16 ist programmgemäß für die Beschichtung der in der Fig. 1 linken
Seite des Rotorblattes 34 vorgesehen, während der spiegelbildlich auf der anderen
Seite vorgesehene zweite Lackierroboter 18, welcher von einer weiteren ersten Bewegungsvorrichtung
24 in Richtung des Pfeils 28 auf- und abbewegbar ist, für die Beschichtung der im
Bild dargestellten rechten Seite des Rotorblattes 34 vorgesehen ist. Zur Reduktion
der Verschmutzung der jeweiligen Roboter 16, 18 bzw. der zugehörigen Zerstäuber 30,
32 ist eine gegenläufige Bewegung der Roboter vorteilhaft, d.h. wenn der erste Zerstäuber
30 gerade an der Oberkante des Rotorblattes 34 befindlich ist, so ist der zweite Zerstäuber
32 gerade an der Unterkante der gegenüberliegenden Seite des Rotorblattes 34.
[0037] Im oberen Bereich der Lackierkabine 12 sind Vorrichtungen zur Zuführung von Luft
in die Lackierkabine vorgesehen, welche vorzugsweise gereinigt bzw. gefiltert ist,
um eine hohe Lackierqualität zu gewährleisten. Durch den so entstehenden leichten
Überdruck in der Lackierkabine 12 ist ein Einströmen von nicht gereinigter Luft in
durch den Zwischenraum zwischen Rotorblatt und portalähnlicher Öffnung 14 vorwiegend
reduziert.
[0038] Fig. 2 zeigt eine zweite exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
in einer Seitenansicht. Ein zweites zu lackierendes Werkstück 62, ebenfalls ein Rotorblatt
für eine Windkraftanlage, ragt durch eine zweite portalähnliche Öffnung 44 einer zweiten
Lackierkabine 42 in diese hinein und am gegenüberliegenden Ende durch die dritte portalähnliche
Öffnung 46 wieder hinaus. Das Rotorblatt 62 hat seit nen Flansch in der Fig. auf der
linken Seite und ist dort mit einer Haltevorrichtung 70 befestigt. Das sich zur rechten
Seite hin verjüngende Rotorblatt 62 ist somit längs seiner gesamten Erstreckung längs
der gedachten Achse 60 waagerecht schwebend gehalten.
[0039] Die zweite Lackierkabine 42 ist auf Fahrgestellen bzw. Rädern 68 gelagert und parallel
zur zweiten Arbeitsfläche 64 längs der gedachten Achse 60 bewegbar, wie mit dem Pfeil
66 angedeutet. Vorzugsweise erfolgt diese Bewegung über einen elektrischen Antrieb.
Die Bewegung der Lackierkabine 42 ist sowohl kontinuierlich denkbar als auch in Intervallen.
In diesem letzten Beispiel erfolgt die Bewegung der Lackierkabine 42 in Intervallschritten,
welche in etwa der aktiven Länge einer dritten Bewegungsvorrichtung 56 entsprechen.
[0040] Mittels der dritten Bewegungsvorrichtung 56 ist eine Bewegung einer ersten Bewegungsvorrichtung
52 sowie eines auf dieser montierten dritten Roboters 48 ermöglicht, womit sich bei
einem 6-achsigen dritten Lackierroboter 48 in der Summe acht Bewegungsfreiheitsgrade
für den dritten Zerstäuber 50 ergeben. Somit ist es möglich, den Zerstäuber in verschiedensten
Auslenkungsvarianten der Bewegungsvorrichtungen 52, 56 und des Roboters in jeder Orientierung
in jeden gewünschten Punkt des Arbeitsbereiches relativ zur Lackierkabine 42 zu positionieren,
wofür theoretisch minimal 6 Bewegungsfreiheitsgrade notwendig sind. Diese Überredundanz
in der Bewegungsfreiheit ermöglicht eine höhere Freiheit in der Gestaltung des Bewegungsprogramms
und ermöglicht letztendlich ein Vermeiden von Unterbrechungsstellen.
[0041] Die Bewegungsrichtung der ersten Bewegungsvorrichtung 52 erfolgt - vergleichbar zu
Fig. 1 - in senkrechter Richtung 54, womit der Arbeitsbereich des auf ihr montierten
dritten Roboters 48 mit drittem Zerstäuber 50 erhöht ist. Dies hat insbesondere zur
Folge, dass Unterbrechungsstellen von senkrecht verlaufenden Lackierbahnen vermeidbar
sind oder aber auch, dass höhere Werkstücke 62 lackierbar sind.
[0042] Die dritte Bewegungsvorrichtung 56 ermöglicht insbesondere, auf einen kontinuierlichen
Vorschub der zweiten Lackierkabine 42 verzichten zu können, welcher in diesem Beispiel
als neunter Freiheitsgrad in der Bewegung zu interpretieren wäre. Dies erleichtert
die Steuerung des Antriebs der Lackierkabine 12, was aufgrund von deren Gewicht und
Größe, beispielsweise einer Länge von 9m, eine Breite von 6m und eine Höhe von 5,5m,
einen hohen Aufwand bedeutet. Die Lackierung des teilweise dargestellten Rotorblatts
62 erfolgt analog zu der Beschreibung von Fig. 1 in mäanderförmigen, Lackierbahnen
längs der Oberfläche des Rotorblattes 62 und quer zu der ersten gedachten Achse 60.
[0043] Fig. 3 zeigt eine dritte exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
in einer Draufsicht. Eine dritte Lackierkabine 82 ist auf nicht gezeigten Fahrgestellen
bzw. Rädern auf Schienen 104 geführt. Ein drittes Werkstück 102, ebenfalls ein Rotorblatt
einer Windkraftanlage, ragt längs einer zweiten gedachten Achse 100 durch eine vierte
portalähnliche Öffnung 110 in die dritte Lackierkabine 82 hinein und auf der gegenüberliegenden
Seite durch die fünfte portalähnliche Öffnung 112 heraus. Eine zweite Bewegungsvorrichtung
96 erstreckt sich im oberen Bereich der dritten Lackierkabine brückenähnlich zwischen
den beiden zur gedachten Achse parallel liegenden Seitenwänden der dritten Lackierkabine
82. Mit der zweiten Bewegungsvorrichtung ist längs einer Schwenkachse 92 ein Verfahren
einer schwenkbaren Bewegungsvorrichtung 88 ermöglicht, welche einen vierten Lackierroboter
84 trägt.
[0044] Mittels einer Schwenkbewegung 94 ist somit eine kreissegmentähnliche Bewegung des
vierten Lackierroboters 84 um die Schwenkachse 92 ermöglicht. Diese beinhaltet sowohl
eine senkrechte als auch eine waagerechte Komponente. Die zweite Bewegungsvorrichtung
96 ist ihrerseits mittels einer nicht gezeigten Bewegungsvorrichtung in Richtung des
Pfeils 98 längs der gedachten zweiten Achse 100 bewegbar. Der vierte Lackierroboter
ist längs der Linie 108 quer zur gedachten Achse auf die andere Seite der dritten
Lackierkabine verfahrbar, so dass in diesem Beispiel ein komplettes Rotorblatt beidseitig
von ein und demselben Lackierroboter 88 lackierbar ist. Die Position des vierten Lackierroboters
auf der anderen Kabinenseite bzw. die Position der den Roboter tragenden Schwenkvorrichtung
ist gestrichelt mit den Bezugszeichen 86 und 90 angedeutet. Der Lackierroboter ist
darüber hinaus mittels der Schwenkvorrichtung 88 auf die andere Seite der Schwenkachse
bewegt worden, so dass sich spiegelbildliche Verhältnisse zwischen Lackierroboter
88 und Rotorblatt 102 beiderseits des Rotorblattes einstellen. Dies ist für die Programmierung
des Lackierroboters vorteilhaft.
[0045] Fig. 4 zeigt eine vierte und eine fünfte exemplarische Anordnung zum Beschichten
von Werkstücken in einer Schnittansicht. Ein viertes Werkstück 126 bzw. ein Rotorblatt
ragt durch eine sechste portalähnliche Öffnung 124 in eine vierte Lackierkabine 122
hinein. Die Kabine befindet sich - aus der Fig. nicht ersichtlich - in der Mitte der
länglichen Erstreckung des Rotorblattes so dass sich ein geringerer Rotorblattquerschnitt
ergibt als am Rotorflansch. Um den Zwischenraum zwischen Rotorblatt und dem Querschnitt
der sechsten portalähnlichen Öffnung 124 zu reduzieren sind zwei erste bewegliche
Blendenelemente 128 vorgesehen.
[0046] In dem Bild rechts davon ist eine entsprechende fünfte Lackierkabine 132 gezeigt,
in welche durch eine siebte Öffnung 134 ein flanschseitiges Stück eines fünften Werkstückes
136 bzw. eines Rotorblattes hineinragt. Aufgrund des an dieser Stelle größeren Querschnittes
des Rotorblattes 136 sind die zwei zweiten beweglichen Blendenelemente weniger weit
in die portalähnliche Öffnung 134 hinein gefahren.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 10
- erste exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
- 12
- erste Lackierkabine
- 14
- erste portalähnliche Öffnung
- 16
- erster Lackierroboter
- 18
- zweiter Lackierroboter
- 20
- Arbeitsfläche
- 22
- erste Bewegungsvorrichtung
- 24
- zweite erste Bewegungsvorrichtung
- 26
- Bewegungsrichtung der ersten Bewegungsvorrichtung
- 28
- Bewegungsrichtung der zweiten ersten Bewegungsvorrichtung
- 30
- erster Zerstäuber
- 32
- zweiter Zerstäuber
- 34
- erstes Werkstück
- 36
- Vorrichtung zur Zuführung von Luft
- 38
- Fahrgestell mit Rad
- 39
- Schiene
- 40
- zweite exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
- 42
- zweite Lackierkabine
- 44
- zweite portalähnliche Öffnung
- 46
- dritte portalähnliche Öffnung
- 48
- dritter Lackierroboter
- 50
- dritter Zerstäuber
- 52
- dritte erste Bewegungsvorrichtung
- 54
- Bewegungsrichtung der dritten ersten Bewegungsvorrichtung
- 56
- dritte Bewegungsvorrichtung
- 58
- Bewegungsrichtung der dritten Bewegungsvorrichtung
- 60
- erste gedachte Achse
- 62
- zweites Werkstück
- 64
- Arbeitsfläche
- 66
- Bewegungsrichtung der Lackierkabine
- 68
- Fahrgestell mit Rad
- 70
- Haltevorrichtung für zweites Werkstück
- 80
- dritte exemplarische Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
- 82
- dritte Lackierkabine
- 84
- vierter Lackierroboter in erster Position
- 86
- vierter Lackierroboter in zweiter Position
- 88
- schwenkbare Bewegungsvorrichtung in erster Position
- 90
- schwenkbare Bewegungsvorrichtung in zweiter Position
- 92
- Schwenkachse
- 94
- Schwenkrichtung
- 96
- zweite Bewegungsvorrichtung
- 98
- Bewegungsrichtung der zweiten Bewegungsvorrichtung
- 100
- zweite gedachte Achse
- 102
- drittes Werkstück
- 104
- Schiene
- 106
- Bewegungsrichtung der dritten Lackierkabine
- 108
- Bewegungsrichtung der zweiten Bewegungsvorrichtung
- 110
- vierte portalähnliche Öffnung
- 112
- fünfte portalähnliche Öffnung
- 120
- vierte und fünfte Anordnung zum Beschichten von Werkstücken
- 122
- vierte Lackierkabine
- 124
- sechste portalähnliche Öffnung
- 126
- fünftes Werkstück
- 128
- erste Blendenelemente
- 132
- fünfte Lackierkabine
- 134
- siebte portalähnliche Öffnung
- 136
- sechstes Werkstück
- 138
- zweite Blendenelemente
1. Anordnung zum Beschichten von Werkstücken (34, 62, 102, 126, 136) mit einer Lackierkabine
(12, 42, 82, 122, 132) welche zwei längs einer gedachten Achse (60, 100) einander
gegenüberliegende portalähnliche Öffnungen (14, 44, 46, 110, 112, 124, 134) aufweist,
mit wenigstens einem darin angeordneten Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86), dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) zusammen mit dem wenigstens einen Lackierroboter
(16, 18, 48, 84, 86) parallel zu einer Arbeitsfläche (20, 64) längs der gedachten
Achse (60, 100) bewegbar (66, 108) ist und dass der wenigstens eine Lackierroboter
(16, 18, 48, 84, 86) mittels wenigstens einer ersten Bewegungsvorrichtung (22, 24,
52, 88, 90) relativ zur Lackierkabine (14, 44, 46, 110, 112, 124, 134) senkrecht zur
Arbeitsfläche (20, 64) bewegbar ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86) mittels wenigstens einer
zweiten Bewegungsvorrichtung (96) relativ zur Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132)
zusätzlich quer (108) zur gedachten Achse (60, 100) bewegbar ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86) mittels wenigstens einer
dritten Bewegungsvorrichtung (56, 88, 90) relativ zur Lackierkabine (12, 42, 82, 122,
132) zusätzlich längs (58) der gedachten Achse (60, 100) bewegbar ist.
4. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Bewegungsfreiheitsgrade des wenigstens einen Lackierroboters (16, 18,
48, 84, 86) und der Bewegungsvorrichtungen (22, 24, 52, 56, 88, 90), durch welche
der Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86) relativ zur Lackierkabine (12, 42, 82, 122,
132) bewegbar ist, wenigstens sechs beträgt.
5. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86) wenigstens sechs Bewegungsfreiheitsgrade
aufweist.
6. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86) mittels einer gemeinsamen Bewegungsvorrichtung
relativ zur Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) bewegbar sind.
7. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) beiderseits der gedachten Achse
(60, 100) jeweils wenigstens ein Lackierroboter (16, 18, 48, 84, 86) angeordnet ist.
8. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) auf wenigstens zwei parallel zueinander
angeordneten Fahrgestellen (38, 68) abgestützt und mit diesen gemeinsam bewegbar ist.
9. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) mit einer Vorrichtung zur Zu- und/oder Abführung
und/oder Reinigung von Luft (36) versehen ist.
10. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine portalähnlichen Öffnung (14, 44, 46, 110, 112, 124, 134) durch Blendenelemente
(128, 138) in ihrem Öffnungsquerschnitt veränderbar ist.
11. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Luftströmungsvorhang entlang des Öffnungsquerschnittes wenigstens einer portalähnlichen
Öffnung (14, 44, 46, 110, 112, 124, 134) erzeugbar ist.
12. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungsabläufe des wenigstens einen Lackierroboters (16, 18, 48, 84, 86) und
wenigstens einer Bewegungsvorrichtung (22, 24, 52, 56, 88, 90) von einer gemeinsamen
Robotersteuerung vorgebbar sind.
13. Anordnung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) mittels eines Antriebs bewegbar ist.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungsabläufe des wenigstens einen Lackierroboters (16, 18, 48, 84, 86) und
die Bewegung der Lackierkabine (12, 42, 82, 122, 132) von einer gemeinsamen Robotersteuerung
vorgebbar sind.