[0001] Die Erfindung betrifft einen Staubsauger zum Betrieb in Kombination mit einem Isolator.
[0002] Bei der Herstellung von pharmazeutischen Produkten kommen Isolatoren zum Einsatz
als Schutz des Mitarbeiters vor hochwirksamen Produkten oder zum Schutz des Produkts
vor Verunreinigungen. Jede Tätigkeit im Isolator wird über Handschuhe ausgeführt.
Bei Arbeiten im Isolator kann es erforderlich sein, vor einer Grundreinigung feste,
trockene Verunreinigungen von Maschinen zu entfernen, bei einer Zwischenreinigung
Produktansätze in einer Maschine zu entfernen, verschüttetes Material aufzunehmen
oder zerbrochene Glasbehätnisse aufzunehmen. Außerhalb eines Isolators werden für
diese Aufgaben Staubsauger eingesetzt. In einem Isolator ist dieses nicht ohne weiteres
möglich, da ein Isolator in Überdruck oder Unterdruck betrieben wird.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind aufwendige Installationen bekannt, die einen Einsatz
von Staubsaugern im Isolator ermöglichen. Isolatoren werden je nach Aufgabe im Über-
oder Unterdruckbetrieb gefahren. Wird ein handelsüblicher Staubsauger an den Isolator
angeschlossen, bricht beim Einschalten des Staubsaugers das Druckniveau im Isolator
zusammen. Außerdem kann nicht gewährleistet werden, dass alle Feststoffe im Staubsaugerfilter
zurückgehalten werden und nicht an die Atmosphäre gelangen.
Die
DE 10 2007 031 611 A1 beschreibt eine Reinigungseinheit für einen Isolator bei der der Staubsauger in einer
Beta-Box integriert ist und über eine Schleuse oder ein Rapid Transfer Port an den
Isolator angedockt wird. Die Steckdose für den Staubsauger ist in der Wand der Schleuse
oder der Beta-Box eingebaut, sodass er in jedem Raum an die Stromversorgung angeschlossen
werden kann.
[0004] Nachteilig bei dieser Anordnung ist, dass sie keine Anwendung finden kann, wenn der
Isolator explosionsgeschützt ausgeführt sein soll, dann kann ein handelsüblicher Staubsauger
nicht in den Isolator integriert werden. Außerdem ist bei dieser Lösung vorgesehen
den Staubsauger nach jedem Gebrauch im Ganzen zu entsorgen.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht,
einen handelsüblichen Staubsauger in Kombination mit einem Isolator zu betreiben ohne
Beeinflussung der Betriebsbedingungen des Isolators.
[0006] Bei dem Betrieb eines Staubsaugers in Kombination mit einem Isolator wird die Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein handelsüblicher Staubsauger außerhalb des
Isolators aufgestellt ist, die Staubsaugerdüse im Isolator vorgehalten wird, der Schlauch
über einen Filter im Isolator zum Staubsauger geführt wird und die Abluft des Staubsaugers
zurück in den Isolator geführt wird.
[0007] Ein solcher Aufbau ermöglicht den Einsatz eines handelsüblichen Staubsaugers, auch
wenn der Isolatorinnenraum ex-geschützt ausgeführt ist. Handelsübliche Staubsauger
sind preiswerter als Staubsauger in Ex-Ausführung.
Da bei der erfindungsgemäßen Ausführung die durch den Staubsauger angesaugte Luft
wieder in den Isolator zurückgeführt wird, besteht kein Problem das Druckniveau im
Isolator zu halten, außerdem kann es nicht zu einer Kontamination der Atmosphäre durch
schlecht abgeschiedenes Produkt kommen. Im Übergang vom Isolator zur Umgebung wird
die angesaugte Luft über einen Filter geführt. Das Filter ist als Schwebstofffilter
bis typischerweise H14 ausgeführt und kann einfach und kontaminationsfrei gewechselt
werden.
[0008] Die Erfindung ermöglicht es somit einen handelsüblichen Staubsauger mit angemessenem
Aufwand in Kombination mit einem Isolator zu betreiben und die Arbeit im Isolator
wesentlich zu erleichtern.
[0009] Vorteilhaft ist weiterhin, dass eine Staubsaugereinheit an verschiedenen Isolatoren
einsetzbar ist. Wenn es notwendig ist, können die Filter, Staubsaugerschläuche und
Düsen auch in pharmagerechtem Material ausgeführt werden.
[0010] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen
Zeichnungen, in der - beispielhaft - ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt ist.
[0011] Die Zeichnung zeigt:
Figur 1: Isolator mit Staubsauger
[0012] Die Figur 1 zeigt einen Isolator mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung
zum Saugen. Mit (1) ist der Isolator bezeichnet, der je nach Betriebsart im Innern
einen Überdruck oder Unterdruck aufweist. Der Lufthaushalt wird über Gebläse (nicht
gezeigt) außerhalb des Isolators (1) geregelt oder über eine hauseigene Abluft sichergestellt.
Die Zuluft und Abluft des Isolators (1) wird über die Filter (2) und (3) geleitet
um zu garantieren, dass die Umgebungsluft nicht die Atmosphäre im Isolator (1) kontaminiert
bzw. dass Stoffe aus dem Isolator (1) in die Umgebungsatmosphäre abgeführt werden.
[0013] Innerhalb des Isolators (1) ist ein Saugschlauch (4) mit Düse (5) vorgesehen, mit
dem in jedem Bereich des Isolators (1) Material aufgesaugt werden kann. Bei dem Material
kann es sich um partikelförmiges Produkt handeln welches im Isolator (1) verarbeitet
wird, sei es, weil es beim Handhaben verschüttet wurde, oder weil eine Reinigung der
im Isolator (1) angeordneten Maschinen erfolgt. Das aufgesaugte Material wird über
einen Schlauch (4) in ein Produktfilter (6) geführt, an den der Schlauch (4) mit Düse
(5) lösbar angeordnet ist.
[0014] Das Produktfilter (6) nimmt das aufgesaugte Material auf, um die nachgeschalteten
HEPA-Filter (8) und (9) nicht zu belasten. Das Produktfilter (6) kann unabhängig von
den HEPA-Filtern (8, 9) getauscht bzw. entleert-werden.
Die beiden HEPA-Filter (8, 9) funktionieren nach dem Push-Push-Prinzip, d.h. ein möglicherweise
kontaminiertes Filterelement wird durch Einschieben eines neuen Filterelements (von
der Reinseite her) in den Isolator (1) gedrückt und von dort aus entsorgt. Er kann
so kontaminationsfrei gewechselt werden.
[0015] Als Produktfilter (6), können konventionelle Filter eingesetzt werden, wie sie z.B.
nach Mühlen zum Aufnehmen des Produkt eingesetzt werden, wenn direkt in das Filter
gefahren wird.
[0016] Die gefilterte partikelfreie Luft wird über handelsübliche Schläuche (10) -alternativ
in Pharmaqualität- vom handelsüblichen Staubsauger oder Gebläse (11) angesaugt. Da
die Luft partikelfrei ist und der Staubsauger bzw. das Gebläse (11) nicht in einem
Partikel bzw. Staub belasteten Isolator aufgestellt ist, kann ein handelsüblicher
Staubsauger (Gebläse) (11) eingesetzt werden. Der Staubsauger (11) muss in der Mehrzahl
der Anwendungen nicht in explosionsgeschützter Ausführung gewählt werden, außerdem
muss er keine besonderen Abscheidewerte aufweisen. Dieses spiegelt sich natürlichen
auch in niedrigeren Kosten wieder.
[0017] Vom Staubsauger (11) wird die Luft über den Schlauch (12) und das Filter (13) zurück
in den Isolator (1) geführt. Das Filter (11) dient als sichere Barriere zwischen dem
Isolatorinnenraum und dem Außenbereich bei nicht angeschlossenem Staubsauger.
[0018] Die Luft, die für das Staubsaugen benötigt wird, wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung
im Kreis geführt, und beeinflusst so nicht den Lufthaushalt und den Unter- oder Überdruckbetrieb
des Isolators. Würde die Luft nicht zurückgeführt werden, würde der Lufthaushalt des
Isolators beeinflusst, was zu einer Gefährdung der Schutzfunktion des Isolators führen
könnte wie z.B. Leckagen über Dichtungen oder Bersten eines Handschuhs
[0019] Die Komponenten Produktfilter (6) mit eingestecktem Schlauch (4) mit Düse (5), HEPA-Filter
(8) und (9), der Filter (13) sind in einem Schleusencontainer (7) eingebaut, dadurch
ist die Einrichtung universell einsetzbar. Das System kann so für Reinigungszwecke
an den Isolator (1) angedockt und eingesetzt werden. Bei Nichtnutzung verschwindet
das Zubehör - Schlauch (4) und Düsen (5) - im Schleusencontainer (7), welcher wenn
notwendig auch abgenommen werden kann.
[0020] Die Komponenten die im Schleusencontainer (7) angeordnet sind, können alternativ
auch als feste Installation direkt in der Isolatorwand eingebaut werden.
[0021] Die Erfindung ist nicht auf das hier aufgeführte Beispiel beschränkt.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Isolator
- 2
- Zuluftfilter
- 3
- Abluftfilter
- 4
- Saugschlauch
- 5
- Düse
- 6
- Produktfilter
- 7
- Schleusencontainer
- 8
- HEPA-Filter
- 9
- HEPA-Filter
- 10
- Schlauch
- 11
- Staubsauger/Gebläse
- 12
- Schlauch
- 13
- Filter
1. Vorrichtung zum Aufnehmen von partikelförmigem Material in einem Isolator (1) mit
einem Saugschlauch (4) mit Düse (5) im Isolator, einem oder mehreren Filtern und einem
Staubsauger/Gebläse (11) außerhalb des Isolators, wobei die zum Saugen benötigte Luft
zwischen Isolator (1), Filtern und Staubsauger (11) im Kreislauf geführt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Filter mit lösbar angeschlossenem Saugschlauch (4) mit Düse (5) in einem Schleusencontainer
(7) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Schleusencontainer (7) lösbar am Isolator (1) befestigbar ist
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Filter als feste Installation direkt in eine Isolatorwand einbaubar sind
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Filtern um ein Produktfilter (6), HEPA-Filter (8, 9) und Druckluft-Filter
(13) insbesondere einem Sterilfilter handelt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die HEPA-Filter (8, 9) nach dem Push-Push-Prinzip ausgeführt sind
7. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Staubsauger (11) ein handelsüblicher Staubsauger ist.