[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vergleichmäßigung des Förderstroms bei oszillierenden
Verdrängerpumpen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0003] Beim Betrieb oszillierender Verdrängerpumpen ist es aus grundsätzlichen Erwägungen
heraus erwünscht, einen weitgehend konstanten Förderstrom zu erzielen. Dies gilt allein
schon deswegen, weil ansonsten in der Druck- bzw. Förderleitung nachteilige Erscheinungen
auftreten. Diese bestehen z.B. darin, dass bei jedem Druckhub eine Druckpulsation
in der Förderleitung entsteht, welche die Leitungen des gesamten Systems nachteilig
beeinflussen kann und deshalb mittels gesonderter Pulsationsdämpfer und dgl. unterdrückt
bzw. verhindert werden muss.
[0004] Um daher einen weitgehend konstanten Förderstrom bei oszillierenden Verdrängerpumpen
zu erreichen, ist es beispielsweise schon bekannt, Pumpen nicht als Einfachpumpen
zu bauen, sondern mindestens als Dreifachpumpe mit gleichmäßgiem Exzenterversatz vorzusehen.
Durch die Überlagerung der Förderströme nimmt mit zunehmender Zylinderzahl die Pulsation
des Förderstromes ab. Dies ist für viele Fälle jedoch nicht ausreichend, so zusätzliche
Maßnahmen zur Pulsationsdämpfung notwendig werden. Dies erfordert jedoch einen beträchtlichen
konstruktiven Aufwand.
[0005] Außerdem ist es bekannt (
DE 198 49 785 C1), zur erwünschten Förderstromeinstellung der oszillierenden Verdrängerpumpe deren
Antriebswelle selbst zu nutzen, und zwar derart, dass ein Übergang von der rotierenden
Bewegung der Antriebswelle in eine Schwenkbewegung bzw. umgekehrt erfolgt, um verschiedene
gewünschte Förderstromeinstellungen vorzusehen. Ein derartiges Verfahren hat sich
in der Praxis durchaus bewährt. Hiermit ist es jedoch noch nicht möglich, einen durchgehend
konstanten bzw. gleichmäßigen Förderstrom des insgesamt zu fördernden Fluids zu erreichen,
da immer noch während des - wenn auch kurzen - Saughubs der Pumpe keinerlei Förderung
erfolgt, was die ansonsten erzielte Konstanz des Förderstroms unterbricht.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Verfahren der gattungsgemäßen
Art zur Beseitigung der geschilderten Nachteile derart auszugestalten, dass es mittels
einfacher konstruktiver Mittel bei vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand die Erzielung
eines weitgehend gleichmäßigen bzw. konstanten Förderstroms ermöglicht.
[0007] Außerdem soll eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens geschaffen werden,
die einfach betreibbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird mit dem Verfahren gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
[0009] Die Merkmale der erfindungsgemäß geschaffenen Vorrichtung ergeben sich aus Anspruch
6. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren Ansprüchen aufgeführt.
[0010] Dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Vergleichmäßigung des Förderstroms bei oszillierenden
Verdrängerpumpen liegt der wesentliche Gedanke zugrunde, dass die Erzeugung des Fluidstroms
in einer Förderleitung mittels wenigstens zweier oszillierender Verdrängerpumpen erfolgt,
deren Antriebsmotoren derart gesteuert werden, dass der insgesamt erzeugte Förderstrom
in der Förderleitung weitgehend gleichmäßig bzw. konstant ist.
[0011] Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass die Verdrängerpumpen im Verbund miteinander
ohne mechanische Kopplung betrieben werden.
[0012] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Verdrängerpumpen derart elektronisch synchronisiert
betrieben werden, dass ein nahezu pulsationsfreier gleichförmiger Förderstrom (Volumenstrom)
in der gemeinsamen Förderleitung erzeugt wird.
[0013] Zweckmäßigerweise kann das erfindungsgemäße Verfahren derart betrieben werden, dass
der Antriebsmotor jeder Verdrängerpumpe in seiner Drehzahl derart verändert wird,
dass die überlagerten Förderströme der Verdrängerpumpen einen weitgehend konstanten
Summenförderstrom ergeben.
[0014] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Welle des Antriebsmotors jeder Verdrängerpumpe
zum Erreichen der Konstantcharakteristik des Summenförderstroms eine angepasste Drehbewegung
ausführt.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des vorerwähnten Verfahrens ist
versehen mit wenigstens zwei oszillierenden Verdrängerpumpen, deren Druckleitung zum
Überlagern der einzelnen Förderströme an eine gemeinsame Förderleitung angeschlossen
ist und die jeweils einen Antriebsmotor aufweisen, die ohne mechanische Kopplung in
elektronischer Synchronisation zum Erzielen eines weitgehend gleichmäßigen bzw. konstanten
Summenförderstroms betreibbar sind.
[0016] Vorteilhafter Weise ist der Antrieb jeder Verdrängungspumpe ein hochdynamischer Antrieb.
Dies kann ein Servomotor, vorzugsweise ein permanenterregter Drehstrom-Synchronservomotor
sein.
[0017] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Verdrängerpumpen Membranpumpen sind.
[0018] Mit der Erfindung ist es somit möglich, aufgrund der gezielt durchgeführten Überlagerung
der Förderströme zweier Einzelpumpen die Druckpulsation in der gemeinsamen Förderleitung
auch ohne Pulsationsdämpfer zu verhindern und gleichzeitig einen weitgehend konstanten
Förderstrom zu erreichen. Dies erfolgt durch exakte elektronische Synchronisation
der mechanisch nicht gekoppelten Verdrängerpumpen.
[0019] Um schließlich zu kontrollieren, ob die erwünschte Konstantcharakteristik des Förderstroms
erreicht wird, sind schon verschiedene Verfahren bekannt (
DE 35 46 189 C2), die beispielsweise darin bestehen, dass der Druckverlauf im Pumpenzylinder mittels
Drucksensoren gemessen wird, worauf dann aus den erfassten Messwerten über das kinematische
Bewegungsgesetz des Pumpenkolbens der tatsächlich geförderte Volumenstrom der Pumpe
berechnet wird.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden in Form eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung
näher erläutert. Diese zeigt in:
- Fig. 1
- schematisch die Anordnung von zwei mechanisch nicht gekoppelten oszillierenden Verdrängerpumpen
zur Vergleichmäßigung des Gesamtförderstroms;
- Fig. 2 a-d
- verschiedene Diagramme von Pumpenmesswerten, aufgetragen über der Zeit t, zur Verdeutlichung
der Erzielung einer konstanten Fluidgeschwindigkeit und damit eines gleichmäßigen
Förderstroms, bei einem Fördergrad der Pumpen von insgesamt 100%, sowie
- Fig. 3 a-c
- verschiedene Diagramme von entsprechenden Pumpenmesswerten, aufgetragen über der Zeit
t, bei einem reduzierten Pumpenfördergrad von ca. 90%.
[0021] Wie aus Fig. 1 der Zeichnung ersichtlich, sind zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens beim dargestellten Ausführungsbeispiel zwei oszillierende Verdrängerpumpen
in Form von Membranpumpen 1, 2 vorgesehen, deren Druckleitungen 3, 4 an eine gemeinsame
Förderleitung 5 angeschlossen sind.
[0022] Die mechanisch nicht gekoppelten Membranpumpen 1, 2 weisen jeweils einen Antriebsmotor
6 bzw. 7 auf, der als hochdynamischer Antrieb ausgestaltet ist. Dies ist vorzugsweise
ein Servomotor, und zwar insbesondere ein permanenterregter Drehstrom-Synchronservomotor.
[0023] Die Antriebsmotoren 6, 7 der beiden Membranpumpen 1, 2 werden durch exakte elektronische
Synchronisation derart betrieben, dass ein weitgehend gleichmäßiger bzw. konstanter
Summenförderstrom in der gemeinsamen Förderleitung 5 erreichbar ist.
[0024] Diese mit dem erfindungsgemäßen Verfahren betriebene Vorgehensweise ist durch die
einzelnen Diagramme in Fig. 2 a-d dargestellt, bei denen der Pumpenfördergrad jeweils
100% beträgt. Hierbei ist der Einfachheit halber nur der Druckhub jeder Membranpumpe
1, 2 dargestellt, wobei die jeweils linke Hälfte der Diagramme den betreffenden Messwertverlauf
beim Druckhub der Membranpumpe 1 darstellt, während die entsprechend rechte Diagrammhälfte
den Messwertverlauf in gestrichelter Form beim Druckhub der Membranpumpe 2 zeigt.
[0025] Diagramm 2a zeigt den Verlauf des Kolbenwegs über der Zeit t bei beiden Membranpumpen
1, 2. Da dies - im Unterschied zum Stand der Technik - aufgrund des speziellen Betriebs
der Antriebsmotoren 6, 7 der beiden Membranpumpen 1, 2 ein konstanter Verlauf ist,
ergibt sich auch, wie aus Fig. 2b ersichtlich, eine konstante Kolbengeschwindigkeit.
[0026] Dies wird nicht zuletzt dadurch bewirkt, dass die Winkelgeschwindigkeit der Exzenterwellen
der jeweiligen Membranpumpen 1, 2, aufgetragen über der Zeit t, den Verlauf gemäß
Fig. 2c aufweist, d.h. - gleichfalls im Unterschied zum Stand der Technik - jeweils
eine hohe Anfangs- und Endgeschwindigkeit bei konstantem Verlauf zwischen diesen beiden
Eckwerten.
[0027] Schließlich zeigt das Diagramm gemäß Fig. 2d deutlich, dass sich aufgrund der erfindungsgemäßen
Betriebsweise eine konstante Fluidgeschwindigkeit, aufgetragen über der Zeit t, ergibt.
Dies hat unmittelbar einen konstanten Förderstrom in der Förderleitung 5 zur Folge.
[0028] Die Diagramme gemäß Fig. 3 a-c zeigen verschiedene Messwerte der Membranpumpe 1 (durchgezogene
Linie) sowie der Membranpumpe 2 (gestrichelte Linie), jeweils auftragen über der Zeit
t, wobei die Membranpumpen 1, 2 jeweils nur einen reduzierten Fördergrad von ca. 90°C
aufweisen. Hierbei zeigt das Diagramm gemäß Fig. 3a die über der Zeit t aufgetragene
Fluidgeschwindigkeit ohne Kompensation des Verlustes durch den zu Beginn des Druckhubes
jeweils auftretenden "toten Kompressionsweg hK". Dieser Verlust an Fluidgeschwindigkeit
ist jedoch im Vergleich zum Stand der Technik außerordentlich gering, so dass er vernachlässigbar
ist.
[0029] Falls dieser Wertverlust gleichwohl ausgeglichen werden soll, ergibt sich dann eine
Darstellung der Fluidgeschwindigkeit über der Zeit t gemäß Fig. 3b, bei welcher der
Fördergrad kompensiert ist. Zu diesem Zweck muss der zu Beginn des Druckhubes auftretende
"tote Kompressionsweg hK" bekannt sein oder automatisch ermittelt werden. Ein entsprechendes
Verfahren hierzu ist beispielsweise aus der
DE 35 46 189 C2 bekannt.
[0030] Wie hierzu aus Fig. 3c ersichtlich, wird der Pumpenkolben nach Beendigung des Saughubes
in die Stellung hK gebracht, bevor der eigentliche Förderhub beginnt. Der Kolbenweg
startet dann bereits bei hK, d.h. das Fluid wird sofort im Druckhub verdrängt.
[0031] Zum Verständnis des Begriffes des "toten Kompressionsweges hK" wird von der bekannten
Tatsache ausgegangen, dass jede oszillierende Verdrängerpumpe einen Förderzyklus aufweist.
Dieser besteht
- aus einer Ansaugphase, in der das Fluid in eine Pumpenkammer angesaugt wird,
- einer Kompressionsphase, in der das angesaugte Fluid auf Förderdruck gebracht wird,
- einer Förderphase, in der ein Teil des komprimierten Fluids aus der Pumpenkammer ausgestoßen
wird, und
- schließlich einer Dekompressions- bzw. Expansionsphase, in der das in der Pumpenkammer
verbliebene Fluid wieder auf Ansaugdruck gebracht wird. Hierbei benötigt jede oszillierende
Verdrängerpumpe für die Kompression des Fluids vom Saugdruck auf den Förderdruck einen
bestimmten geringen Kolbenweg, den sog. toten Kompressionsweg hK, der in der Kompressionszeit
zurückgelegt wird.
[0032] Hinsichtlich vorstehend nicht im Einzelnen erläuterter Merkmale wird abschließend
ausdrücklich auf die Ansprüche sowie die Zeichnung verwiesen.
1. Verfahren zur Vergleichmäßigung des Förderstroms bei oszillierenden Verdrängerpumpen,
deren Antrieb mittels eines Antriebsmotors über eine rotierende Welle erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erzeugung des Fluidförderstroms in einer Förderleitung (5) mittels wenigstens
zweier oszillierender Verdrängerpumpen (1, 2) erfolgt, deren Antriebsmotoren (6, 7)
derart gesteuert werden, dass der insgesamt erzeugte Förderstrom in der Förderleitung
(5) weitgehend gleichmäßig bzw. konstant ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrängerpumpen (1, 2) im Verbund miteinander ohne mechanische Kopplung betrieben
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrängerpumpen (1, 2) derart elektronisch synchronisiert betrieben werden,
dass ein nahezu pulsationsfreier gleichförmiger Förderstrom (Volumenstrom) in der
gemeinsamen Förderleitung (5) erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (6, 7) jeder Verdrängerpumpe (1, 2) in seiner Drehzahl derart verändert
wird, dass die überlagerten Förderströme der Verdrängerpumpen (1, 2) einen weitgehend
konstanten Summenförderstrom ergeben.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle des Antriebsmotors (6, 7) jeder Verdrängerpumpe (1, 2) zum Erreichen der
Konstantcharakteristik des Summenförderstroms eine angepasste Drehbewegung ausführt.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch wenigstens zwei oszillierende Verdrängerpumpen (1, 2), deren Druckleitung (3, 4)
zum Überlagern der einzelnen Förderströme an eine gemeinsame Förderleitung (5) angeschlossen
ist und die jeweils einen Antriebsmotor (6, 7) aufweisen, die ohne mechanische Kopplung
in elektronischer Synchronisation zum Erzielen eines weitgehend gleichmäßigen bzw.
konstanten Summenförderstroms betreibbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (6, 7) jeder oszillierenden Verdrängerpumpe (1, 2) ein hochdynamischer
Antrieb, insbesondere ein Servomotor, vorzugsweise ein permanenterregter Drehstrom-Synchronservomotor,
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die oszillierenden Verdrängerpumpen (1, 2) Membranpumpen sind.