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(11) |
EP 2 250 065 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.12.2011 Patentblatt 2011/52 |
| (22) |
Anmeldetag: 23.02.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2009/052096 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2009/109475 (11.09.2009 Gazette 2009/37) |
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VERFAHREN ZUR SIGNALTECHNISCHEN SICHERUNG SCHIENENGEBUNDENER FAHRZEUGE UND DIESBEZÜGLICHES
SICHERUNGSSYSTEM
METHOD FOR SIGNAL-TECHNOLOGY SAFEGUARDING OF RAIL VEHICLES AND SAFEGUARDING SYSTEMS
RELATED THERETO
PROCÉDÉ DE SÉCURISATION DE VÉHICULES SUR RAILS PAR DES TECHNIQUES DE SIGNALISATION
ET SYSTÈME DE SÉCURISATION DE CES VÉHICULES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
29.02.2008 DE 102008012416
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.11.2010 Patentblatt 2010/46 |
| (73) |
Patentinhaber: Siemens Aktiengesellschaft |
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80333 München (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BRABAND, Jens
38106 Braunschweig (DE)
- EVERS, Bernhard
38116 Braunschweig (DE)
- GERKEN, Stefan
38116 Braunschweig (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 10 042 574
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US-B1- 6 345 233
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- LOCKYEAR M J: "The application of a transmission based moving block automatic train
control system on Docklands Light Railway" DEVELOPMENTS IN MASS TRANSIT SYSTEMS, 1998.
INTERNATIONAL CONFERENCE O N (CONF. PUBL. NO. 453) LONDON, UK 20-23 APRIL 1998, LONDON,
UK,IEE, UK, 20. April 1998 (1998-04-20), Seiten 51-61, XP006503986 ISBN: 978-0-85296-703-4
- GILL D C ET AL: "COMPUTER-BASED OPTIMISATION TECHNIQUES FOR MASS TRANSIT RAILWAY SIGNALLING
DESIGN" IEE PROCEEDINGS B. ELECTRICAL POWER APPLICATIONS, 1271980 1, Bd. 139, Nr.
3, 1. Mai 1992 (1992-05-01), Seiten 261-275, XP000292497
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur signaltechnischen Sicherung schienengebundener
Fahrzeuge, welche über ein Datenfunksystem mit mindestens einer zentralen Überwachungseinrichtung
verbunden sind sowie ein diesbezügliches Sicherungssystem. Ein derartiges Sicherungssystem
ist z.B. aus der
DE 100 42 574 A1 bekannt. Bekannte Zugsicherungssysteme beruhen auf einer Zugortung mittels gleisseitiger
Ortungseinrichtungen, beispielsweise Balisen oder Achszähleinrichtungen. Diese Zugsicherungssysteme
sind stark zentralisiert, so dass kleinste Änderungen, beispielsweise am Gleisbild,
erheblichen Anpassungsaufwand erfordern. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass
ein hoher finanzieller Aufwand durch das Einrichten, Verkabeln und die Wartung externer
Elemente entsteht. Satellitenbasierte Verfahren bieten derzeit keine hinreichende
Präzision, um im herkömmlichen Sicherungsverfahren zur Ortung eingesetzt zu werden.
[0002] Insbesondere auf eingleisigen und Nebenstrecken wird aus Kostengründen üblicherweise
auf hochkomplexe Streckensicherungstechnik verzichtet. Fahrterlaubnis oder Weiterfahrterlaubnis
wird von einem Fahrdienstleiter in einer Zentrale anhand eines Regelfahrplanes und
der aktuellen Streckenbelegung per Funk an den Triebfahrzeugführer übertragen. Fehlerhafte
Fahrterlaubnisse oder deren Fehlinterpretation durch den Triebfahrzeugführer können
zu gefährlichen, kollisionsrelevanten Situationen führen. Deshalb ist es häufig notwendig,
große Abschnitte bei wenig benutzten Streckenbereichen für einzelne Fahrzeuge exklusiv
zu reservieren, wodurch nur ein sehr geringer Streckendurchsatz realisierbar ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur signaltechnischen Sicherung
schienengebundener Fahrzeuge und ein diesbezügliches Sicherungssystem bereitzustellen,
welche mit einfachen Mitteln, insbesondere ohne Streckenelemente zur Ortung, eine
technische Unterstützung zur Erkennung und Vermeidung einer Kollisionsgefahr ermöglichen.
[0004] Verfahrensgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Fahrzeuge ihre momentanen
Positionsdaten über das Datenfunksystem an die Überwachungseinrichtung übermitteln,
dass um die Fahrzeuge herum jeweils ein von einer Fahrzeuggeschwindigkeit und einer
Messwertstreuung des verwendeten Positionsdatenerfassungsverfahrens abhängiger Sicherheitsbereich
und ein diesen umfassender Warnbereich bestimmt werden und dass die Überwachungseinrichtung
anhand der fahrzeugspezifischen Positionsdaten, Sicherheitsbereiche und Warnbereiche
fahrtbestimmende Daten derart ermittelt, dass kollisionsrelevante Überlappungen von
Sicherheitsbereichen vermieden werden und kollisionsrelevanten Überlappungen von Warnbereichen
entgegengewirkt wird, wobei die fahrtbestimmenden Daten mindestens im Fall kollisionsrelevanter
Überlappungen über das Datenfunksystem an die betroffenen Fahrzeuge übermittelt werden.
Gemäß Anspruch 7 dient dazu ein Sicherungssystem, bei dem fahrzeugseitig ein Sende-/Empfangsgerät
vorgesehen ist, dessen Sendekomponente mit einer Einrichtung zur Positionsdatenerfassung
verbunden ist, bei dem eine Einrichtung zur Bestimmung eines Sicherheitsbereiches
in Abhängigkeit von einer Fahrzeuggeschwindigkeit und einer Messwertstreuung der Einrichtung
zur Positionsdatenerfassung und eines den Sicherheitsbereich umfassenden Warnbereiches
um das Fahrzeug herum vorgesehen ist und bei dem die Überwachungseinrichtung eine
Einrichtung zur Ermittlung fahrtbestimmender Daten anhand der fahzeugspezifischen
Positionsdaten, Sicherheitsbereiche und Warnbereiche derart aufweist, dass kollisionsrelevante
Überlappungen von Sicherheitsbereichen vermieden werden und kollisionsrelevanten Überlappungen
von Warnbereichen entgegengewirkt wird, wobei die fahrtbestimmenden Daten mindestens
im Fall kollisionsrelevanter Überlappungen über das Datenfunksystem an die betroffenen
Fahrzeuge übermittelbar sind.
[0005] Auf diese Weise ist eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus auch ohne Einsatz der herkömmlichen,
kostenintensiven Sicherungstechnik erreichbar. Zusätzliche dezentrale streckenseitige
Einrichtungen sind nicht erforderlich, so dass die Investitionskosten gering sind
und trotzdem ein höheres Sicherheitsniveau erreicht werden kann.
[0006] In den Sicherheitsbereich wird das Fahrzeug vollständig, d. h. inklusive mitgeführter
Waggons, eingebettet, wobei die Ausdehnung mindestens in Fahrtrichtung mindestens
dem geschwindigkeitsabhängigen Bremsweg entsprechen muss. Die Größe des Sicherheitsbereichs
ist außerdem von der Messwertstreuung, d. h. von der Messungenauigkeit, bei der Positionsdatenerfassung
abhängig. Anzustreben ist, dass dieser Sicherheitsbereich sich niemals kollisionsrelevant
mit dem Sicherheitsbereich eines anderen Fahrzeuges überlappen kann. Dazu wird um
den Sicherheitsbereich herum ein Warnbereich gelegt, bei dessen Überlappung mit dem
Warnbereich eines anderen Fahrzeuges bereits eine Gegenreaktion erfolgt, falls es
sich tatsächlich um eine kollisionsrelevante Überlappung handelt.
[0007] Um kollisionsrelevante Überlappung von nicht kollisionsrelevanter Überlappung unterscheiden
zu können, ist gemäß Anspruch 2 vorgesehen, dass die empfangenen Positionsdaten durch
Korrelation mit Streckendaten auf Kollisionsrelevanz ausgewertet werden. Nicht sicherheitsrelevante
Überlappungen sind insbesondere möglich, wenn sich zwei Fahrzeuge auf Parallelstrecken
begegnen oder überholen ohne sich treffen zu können. Auch fahrplanmäßig an der identifizierten
Position zu erwartende Fahrzeuge, die bei eingleisigen Strecken auf einem benachbarten
Bahnhofsgleis oder einem Ausweichgleis auf Fahrterlaubnis warten, können dadurch als
unkritisch erkannt werden. Die Überwachungseinrichtung kann ausgehend von der Startposition
jedes Fahrzeugs anhand der Weichenlage und der momentanen Positionsdaten der Fahrzeuge
ohne weitere Informationen die Gefährlichkeit von Überlappungen beurteilen.
[0008] Für Bahnstrecken mit niedriger Betriebsdichte oder überwiegend eingleisigem Betrieb
kann gemäß Anspruch 3 vorgesehen werden, dass nicht kollisionsrelevante Überlappungen
durch ein Tokenverfahren erkannt werden. Durch das an sich bekannte Tokenverfahren
wird dafür gesorgt, dass sich immer nur ein Fahrzeug unter voller Verantwortung des
Triebfahrzeugführers auf dem überwachten Streckenabschnitt bewegt und alle anderen
Fahrzeuge in überlappendem Warnbereich oder ggf. auch in überlappendem Sicherheitsbereich
stehen. Um in diesen Fall eine sinnvolle Abfolge der Fahrzeugbewegungen zu ermöglichen,
muss die Reihenfolge manuell steuerbar sein, wobei ein Token ggf. auch wieder an die
zentrale Überwachungseinrichtung zurückgebbar sein kann. Während das Verfahren tokenbasiert
die Bewegung der Fahrzeuge einschränkt, ist der Triebfahrzeugführer des sich bewegenden
Fahrzeugs dafür verantwortlich, dass keine Kollision mit einem stehenden Fahrzeug
auftritt. Das auf diese Weise erreichbare Sicherheitsniveau entspricht der bisherigen
Sicherheit auf Nebenstrecken.
[0009] Nur die als kollisionsrelevant identifizierten Überlappungen deuten auf ein erhöhtes
Gefahrenpotential hin und führen gemäß Anspruch 4 bei Überlappung von Warnbereichen
zu einer Kollisionswarnung, die dem Triebfahrzeugführer akustisch und/oder optisch
signalisiert wird. Die Einhaltung von Maßnahmen, z. B. Verringerung der Geschwindigkeit,
obliegt dem Triebfahrzeugführer in Ausführung der von der Überwachungseinrichtung
in diesem Fall über das Datenfunksystem übermittelten fahrtbestimmenden Daten.
[0010] Wenn eine extreme Gefährdungssituation eintritt, bei der nicht nur Warnbereiche überlappen,
sondern zusätzlich auch noch mindestens ein Sicherheitsbereich eines Fahrzeuges beteiligt
ist, ist gemäß Anspruch 5 eine Zwangsbremsung vorgesehen.
[0011] Die fahrzeugintern zu ermittelnden Positionsdaten werden gemäß der zu bevorzugenden
Ausführungsform nach Anspruch 6 satellitengestützt ermittelt. Bei Ausfall der Positionsdateninformation,
beispielsweise bei Tunnelfahrten oder topografiebedingten Abschattungen, kann die
Positionsdatenbestimmung anhand der letzten Position und der Geschwindigkeit für eine
projektierbare Zeit fortgesetzt werden. Alternativ oder zusätzlich kann auch auf odometrisch
ermittelte Positionsdaten zurückgegriffen werden. Die relativ große Streubreite der
Ortungsdaten, insbesondere Satellitenortungsdaten, wird für die Bestimmung des Sicherheitsbereiches
und des Warnbereiches verwendet und stellt deshalb kein Problem mehr dar. Da es sich
bei den Fahrzeugen um bewegte Objekte handelt, sind Sicherheits- und Warnbereich geschwindigkeitsabhängig
für jedes Fahrzeug individuell zu bestimmen. Wenn die Geschwindigkeit nicht zusammen
mit den Ortungsdaten an die zentrale Überwachungseinrichtung übertragen wird, kann
auch die im jeweiligen Streckenabschnitt geltende maximal zulässige Fahrzeuggeschwindigkeit
für die Bestimmung des Sicherheitsbereiches und des Warnbereiches zugrunde gelegt
werden. In Abhängigkeit von dem verwendeten Ortungssystem treten unterschiedliche
Streubreiten hinsichtlich der Ortungsgenauigkeit auf, die ebenfalls in die Bestimmung
der Warn- und Sicherheitsbereiche eingehen. Weiterhin sollte auch die Stabilität der
Datenfunkübertragung berücksichtigt werden. Aufgrund der Verwendung von Funktechnik
kann es jederzeit zu einem Ausfall der Datenverbindung zwischen Fahrzeug und Überwachungseinrichtung
kommen. Die maximale Zeit für einen derartigen Verbindungsausfall kann zusätzlich
in die Bestimmung des Warn- und Sicherheitsbereichs einbezogen werden.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer figürlichen Darstellung erläutert.
[0013] Die einzige Figur zeigt für zwei Fahrzeuge einen Sicherheitsbereich 1.1 bzw. 1.2
und einen Warnbereich 2.1 bzw. 2.2 in Wechselwirkung mit einer zentralen Überwachungseinrichtung
3. Die nicht dargestellten Fahrzeuge sind vollständig in dem jeweiligen Sicherheitsbereich
1.1 bzw. 1.2 eingebettet, während der Warnbereich 2.1 bzw. 2.2 den Sicherheitsbereich
1.1 bzw. 1.2 vollständig umfasst. Die Fahrzeuge sind mit Empfangsgeräten zur Satellitenortung
ausgestattet, deren Messwertstreuung, die auch Nachbargleise umfassen kann, die Ausdehnung
des Sicherheitsbereiches 1.1 bzw. 1.2 und damit auch des Warnbereiches 2.1 bzw. 2.2
maßgeblich bestimmt. Die Fahrzeuge stehen über Datenfunkverbindungen 4.1 bzw. 4.2
via drahtloser Kommunikation, z. B. GSM-R, mit der Überwachungseinrichtung 3 in Verbindung
und übermitteln laufend die satellitengestützt gemessenen Positionsdaten und vorzugsweise
auch die aktuelle Geschwindigkeit an die Überwachungseinrichtung 3. Die Überwachungseinrichtung
3 stellt anhand der Ortungsdaten, Sicherheitsbereiche 1.1 bzw. 1.2 und Warnbereiche
2.1 bzw. 2.2 fest, ob eine Überlappung von Warnbereichen 2.1 und 2.2 vorliegt und,
wenn ja, ob diese Überlappung kollisionsrelevant ist. Letzteres ist nur der Fall,
wenn die Fahrzeuge die gleiche weichenlagenspezifische Fahrstraße befahren. Die Weichenlage
ist in der Überwachungseinrichtung 3 bekannt, so dass die Überwachungseinrichtung
3 in der Lage ist, zu erkennen, ob tatsächlich Kollisionsgefahr besteht oder ob die
Fahrzeuge nur auf Nachbargleisen aneinander vorbeifahren, wobei dann auch Sicherheitsbereiche
1.1 und 1.2 an der Überlappung beteiligt sein können. Nur im Falle echter Kollisionsgefahr
übermittelt die Überwachungseinrichtung 3 Warnmeldungen an die beteiligten Fahrzeuge,
die daraufhin in Eigenverantwortung des Triebfahrzeugführers abgebremst oder über
ein entsprechendes Fahrzeuggerät automatisch zwangsgebremst werden. Letztlich ermöglicht
das beschriebene Verfahren die Verwendung ungenauer fahrzeuginterner Ortungsverfahren,
insbesondere Satellitenortung, wobei auch ohne Einsatz der herkömmlichen, kostenintensiven
Streckensicherungstechnik ein sehr hohes Sicherheitsniveau erreichbar ist.
1. Verfahren zur signaltechnischen Sicherung schienengebundener Fahrzeuge, welche über
ein Datenfunksystem (4.1/4.2) mit mindestens einer zentralen Überwachungseinrichtung
(3) verbunden sind, wobei
die Fahrzeuge ihre momentanen Positionsdaten über das Datenfunksystem (4.1/4.2) an
die Überwachungseinrichtung (3) übermitteln,
dass um die Fahrzeuge herum jeweils ein von einer Fahrzeuggeschwindigkeit und einer
Messwertstreuung des verwendeten Positionsdatenerfassungsverfahrens abhängiger Sicherheitsbereich
(1.1, 1.2) und ein diesen umfassender Warnbereich (2.1, 2.2) bestimmt werden und
dass die Überwachungseinrichtung (3) anhand der fahrzeugspezifischen Positionsdaten,
Sicherheitsbereiche (1.1, 1.2) und Warnbereiche (2.1, 2.2) fahrtbestimmende Daten
derart ermittelt, dass kollisionsrelevante Überlappungen von Sicherheitsbereichen
(1.1, 1.2) vermieden werden und kollisionsrelevanten Überlappungen von Warnbereichen
(2.1, 2.2) entgegengewirkt wird, wobei die fahrtbestimmenden Daten mindestens im Fall
kollisionsrelevanter Überlappungen über das Datenfunksystem (4.1/4.2) an die betroffenen
Fahrzeuge übermittelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die empfangenen Positionsdaten durch Korrelation mit Streckendaten auf Kollisionsrelevanz
ausgewertet werden.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
nicht kollisionsrelevante Überlappungen durch ein Tokenverfahren erkannt werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei kollisionsrelevanter Überlappung von Warnbereichen (2.1, 2.2) fahrzeugseitig eine
akustische und/oder optische Signalisierung ausgelöst wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei kollisionsrelevanter Überlappung von Sicherheitsbereichen (1.1, 1.2) fahrzeugseitig
eine Zwangsbremsung ausgelöst wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Positionsdaten mittels eines satellitengestützten Ortungssystems ermittelt werden.
7. Sicherungssystem zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei
fahrzeugseitig ein Sende-/Empfangsgerät vorgesehen ist, dessen Sendekomponente mit
einer Einrichtung zur Positionsdatenerfassung verbunden ist,
dass eine Einrichtung zur Bestimmung eines Sicherheitsbereiches (1.1, 1.2) in Abhängigkeit
von einer Fahrzeuggeschwindigkeit und einer Messwertstreuung der Einrichtung zur Positionsdatenerfassung
und eines den Sicherheitsbereich (1.1, 1.2) umfassenden Warnbereiches (2.1, 2.2) um
das Fahrzeug herum vorgesehen ist und
dass die Überwachungseinrichtung (3) eine Einrichtung zur Ermittlung fahrtbestimmender
Daten anhand der fahrzeugspezifischen Positionsdaten, Sicherheitsbereiche (1.1, 1.2)
und Warnbereiche (2.1, 2.2) derart aufweist, dass kollisionsrelevante Überlappungen
von Sicherheitsbereichen (1.1, 1.2) vermieden werden und kollisionsrelevanten Überlappungen
von Warnbereichen (2.1, 2.2) entgegengewirkt wird, wobei die fahrtbestimmenden Daten
mindestens im Fall kollisionsrelevanter Überlappungen über das Datenfunksystem (4.1/4.2)
an die betroffenen Fahrzeuge übermittelbar sind.
1. Method for signaling protection of rail vehicles which are linked via a data radio
system (4.1/4.2) to at least one central monitoring facility (3), wherein
the vehicles transmit their instantaneous position data via the data radio system
(4.1/4.2) to the monitoring facility (3),
a safety area (1.1, 1.2), which is dependent on a vehicle speed and a measured value
scatter of the position data recording method used, and a warning area (2.1, 2.2)
which surrounds the safety area (1.1, 1.2) are in each case defined around the vehicles,
and
the monitoring facility (3) uses the vehicle-specific position data, safety areas
(1.1, 1.2) and warning areas (2.1, 2.2) to determine movement-defining data, such
that collision-relevant overlaps of safety areas (1.1, 1.2) are avoided, and collision-relevant
overlaps of warning areas (2.1, 2.2) are counteracted, wherein the movement-defining
data is transmitted, at least in the event of collision-relevant overlaps, via the
data radio system (4.1/4.2) to the relevant vehicles.
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
the received position data is evaluated by correlation with track data for collision
relevance.
3. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
overlaps which are not collision-relevant are identified by a token method.
4. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that,
in the event of collision-relevant overlapping of warning areas (2.1, 2.2), audible
and/or visual signaling is triggered at the vehicle.
5. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that,
in the event of collision-relevant overlapping of safety areas (1.1, 1.2), forced
braking is triggered at the vehicle.
6. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
the position data is determined by means of a satellite-assisted position-finding
system.
7. Protection system for carrying out the method according to one of the preceding claims,
wherein
a transmitting/receiving appliance is provided in the vehicle, whose transmitting
component is connected to a device for position data recording,
a device for determining a safety area (1.1, 1.2) as a function of a vehicle speed
and a measured value scatter of the device for position data recording and a warning
area (2.1, 2.2), which surrounds the safety area (1.1, 1.2), around the vehicle is
provided, and
the monitoring facility (3) has a device for determining movement-defining data on
the basis of the vehicle-specific position data, safety areas (1.1, 1.2) and warning
areas (2.1, 2.2) such that collision-relevant overlaps of safety areas (1.1, 1.2)
are avoided, and collision-relevant overlaps of warning areas (2.1, 2.2) are counteracted,
wherein the movement-defining data can be transmitted, at least in the event of collision-relevant
overlaps, via the data radio system (4.1/4.2) to the relevant vehicles.
1. Procédé de sécurisation par des techniques de signalisation de véhicules sur rails
qui sont reliés à au moins un dispositif ( 3 ) central de contrôle par un système
( 4.1/4.2 ) radio de données, dans lequel
les véhicules transmettent leurs données de position instantanées au dispositif (
3 ) de contrôle par le système ( 4.1/4.2 ) radio de données,
en ce que autour des véhicules sont déterminés respectivement une zone ( 1.14, 1.2
) de sécurité qui dépend d'une vitesse de véhicule et d'une dispersion des valeurs
de mesure du procédé utilisé de relevé des données de position et une zone ( 2.1,
2.2 ) d'alerte comprenant celle-ci et
en ce que le dispositif ( 3 ) de contrôle détermine, au moyen des données de position
spécifiques au véhicule des zones ( 1.1, 1.2 ) de sécurité et des zones ( 2.1, 2.2
) d'alerte, des données déterminant un parcours de manière à empêcher des chevauchements
pertinents pour une collision de zones ( 1.1, 1.2 ) de sécurité et à s'opposer à des
chevauchements pertinents pour une collision de zones ( 2.1, 2.2 ) d'alerte, les données
déterminant un parcours étant transmises aux véhicules concernés au moins dans le
cas de chevauchements pertinents pour une collision par l'intermédiaire du système
( 4.1/4.2 ) radio de données.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les données de position reçues sont exploitées en ce qui concerne une pertinence
pour une collision par corrélation avec des données de voie.
3. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des chevauchements qui ne sont pas pertinents pour une collision sont détectés par
un procédé symbolique.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que en cas d'un chevauchement pertinent pour une collision de zones ( 2.1, 2.2 ) d'alerte,
une signalisation acoustique et/ou optique est déclenchée du côté du véhicule.
5. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que en cas d'un chevauchement pertinent pour une collision de zones ( 1.1, 1.2 ) de sécurité,
une application automatique des freins est déclenchée du côté du véhicule.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les données de position sont transmises au moyen d'un moyen de localisation assisté
par satellite.
7. Système de sécurité pour effectuer le procédé suivant l'une des revendications précédentes,
dans lequel
il est prévu du côté du véhicule un appareil d'émission/réception dont l'élément d'émission
est relié à un dispositif de relevé de position,
en ce qu'il est prévu un dispositif de détermination d'une zone ( 1.1, 1.2 ) de sécurité
en fonction d'une vitesse de véhicule et d'une dispersion de valeurs de mesures du
dispositif de relevé de données de position et d'une zone ( 2.1, 2.2 ) d'alerte comprenant
la zone ( 1.1, 1.2 ) de sécurité autour du véhicule et
en ce que le dispositif ( 3 ) de contrôle comprend un dispositif de détermination
de données déterminant un parcours au moyen des données de position spécifiques au
véhicule, des zones ( 1.1, 1.2) de sécurité et des zones ( 2.1, 2.2 ) d'alerte de
manière à empêcher des chevauchements pertinents pour une collision de zones ( 1.1,
1.2 ) de sécurité et à s'opposer à des chevauchements pertinents pour une collision
de zones ( 2.1, 2.2 ) d'alerte, les données déterminant un parcours pouvant être transmises
aux véhicules concernés par le système ( 4.1/4.2 ) radio de données au moins dans
le cas de chevauchements pertinents pour une collision.

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