[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauelementes aus gepresstem
Papier und/oder gepresster Pappe, insbesondere aus gepresstem Altpapier und/oder gepresster
Altpappe, zur Errichtung von statisch tragenden oder nicht-tragenden Gebäudeteilen,
insbesondere zur Errichtung von statisch tragenden oder nicht-tragenden Innen- und
Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes oder von dreidimensionalen Werbeflächen.
Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Bauelement und ein Gebäudeteil
mit einer Mehrzahl von Bauelementen der vorgenannten Art.
[0002] Aus der
FR 2 702 415 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Bauelementes aus gepresstem Papier und/oder
gepresster Pappe bekannt, wobei unzerschnitzelte Papier- und/oder Pappenstücke in
wenigstens einem Pressvorgang in einer ungeordneten Schüttung miteinander zu einem
Formkörper verpresst werden.
[0003] Die Verwendung von Altpapier und Altpappe zur Herstellung von multifunktionalen Bauelementen
mit guten Dämmeigenschaften für Wärme und Schall ist aus dem Stand der Technik bereits
bekannt. So wird in der
DE 40 05 719 A1 ein Verfahren zum Herstellen von Bausteinen und Bauelementen zum Errichten von Bauwerksteilen,
insbesondere Wänden, beschrieben, wobei unbehandeltes Altpapier in Wasser eingeweicht,
anschließend zerkleinert und mit Zement gemischt wird. Das so erhältliche Mischgut
wird in Bausteinformen eingefüllt und gepresst und die so erhaltenen Bausteine werden
etwa zwei bis vier Wochen getrocknet. Durch die Zementzugabe wird die Druckfestigkeit
der Bauelemente vergrößert. Von Nachteil bei den bekannten Bausteinen ist der notwendige
Einsatz von Zement zur Vergrößerung der Druckfestigkeit, was zu einem erhöhten verfahrenstechnischen
Aufwand und zu erhöhten Kosten der bekannten Bausteine führt.
[0004] Aus der
DE 195 13 770 C2 ist ein Bauelement bekannt, welches einen mehrschichtigen Aufbau mit mindestens einer
Kernschicht und einer allseitig umgebenden Deckschicht besitzt, wobei die Kernschicht
aus granulierten Papierkügelchen besteht, die von einer aus Altpapier und/oder Altpappe
hergestellten Deckschicht allseitig umgeben ist. Das bekannte Bauelement der vorgenannten
Art weist aufgrund der Kernschicht aus granulierten Papierkügelchen eine nur begrenzte
Tragkraft auf. Im Übrigen ist die Herstellung dieses Bauelementes ebenfalls verfahrenstechnisch
aufwendig und mit erhöhten Kosten verbunden.
[0005] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Bauelement, einschließlich des Herstellungsverfahrens,
aus Papier und/oder Pappe, insbesondere aus Altpapier und/oder Altpappe, zu schaffen,
welches recyclingfähig und durch seine Formgebung und guten Dämmeigenschaften multifunktional
verwendbar und in einfacher Weise bei geringen Kosten herstellbar ist.
[0006] Die vorgenannte Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1,
ein Bauelement mit den Merkmalen von Anspruch 11 und ein Gebäudeteil mit den Merkmalen
von Anspruch 15 gelöst. Die Erfindung betrifft die Verwendung insbesondere von Ballen
aus Altpappe, Altpapier oder Altkarton als Baumaterial zur Herstellung von Gebäuden
und/oder Gebäudeteilen sowie die "Veredelung" der Ballen als Rohmaterial insbesondere
durch Zugabe von Imprägniermitteln gegen Feuchtigkeit und/oder von Brandschutzmitteln,
durch Farbanstriche sowie durch Zugabe von Verfestigern oder dergleichen. Dabei betrifft
der Begriff "Ballen" nicht nur die Quaderform, sondern beliebige Formen von zu einem
Formkörper verpressten Papierund/oder Pappen- und/oder Kartonstücken. Der Erfindung
liegt vorzugsweise der Grundgedanke zugrunde, Papiere und/oder Pappen, insbesondere
Altpapier und/oder Altpappen, unmittelbar nach dem Sammeln des Altmaterials, miteinander
zu verpressen, um einen Formkörper als Bauelement zur Verfügung zu stellen. Dabei
werden ungeordnete mehrlagige Anhäufungen von Papier- und/oder Pappenstücken einer
Presse zugeführt.
[0007] Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass unzerschnitzelte Papier- und/oder Pappenstücke
in wenigstens einem Pressvorgang in einer im wesentlichen ungeordneten Schüttung miteinander
zu einem Formkörper verpresst werden, wobei es beim Pressen zu einer Verformung, insbesondere
zum Umbiegen, Umknicken, Verknüllen oder Verzahnen der Papier- oder Pappenstücke kommt,
so dass diese nach dem Pressvorgang bereichsweise ineinander eingreifen und formschlüssig
miteinander verbunden sind. Durch Ineinandergreifen wird ein sich gegenseitig haltender
Verbund gebildet, wobei es die Erfindung zulässt und vorzugsweise vorsieht, dass dieser
Verbund aus miteinander verpressten Papier- und/oder Pappenstücken zusätzlich abgebunden
wird, um den Formkörper zu stabilisieren. Beim Verknüllen der Papiere und/oder Pappen
während des Pressvorgangs erfolgt eine Verzahnung bzw. ein bereichsweise gegenseitiges
Verkeilen der miteinander verpressten Papier- und/oder Pappenstücke.
[0008] Bei dem Formkörper handelt es sich um einen im wesentlichen massiven, d.h. einen
durchgängigen Verbundkörper aus mehreren Lagen Papier und/oder Pappe, wobei sich das
erfindungsgemäße Bauelement durch einen hohen Verdichtungsgrad und damit große Stabilität
sowie eine hohe wärmedämmende Wirkung auszeichnet. Im Übrigen lässt sich das erfindungsgemäße
Bauelement in einfacher Weise und bei geringen Kosten herstellen. Die erfindungsgemäßen
Bauelemente können zur Schaffung selbsttragender Konstruktionen oder als Werbewände
eingesetzt werden. Eine raumbildende Anordnung der Formkörper ist bevorzugt. Grundsätzlich
ist auch deren Verwendung als Möbel möglich.
[0009] Die Papier- und/oder Pappenstücke aus denen das Bauelement gebildet ist, stammen
vorzugsweise aus einer Altmaterialsammlung und können unterschiedliche Größen und/oder
unterschiedliche Formen aufweisen. Im Wesentlichen können blatt- oder bogenförmige
flächige Papier- und/oder Pappenstücke eingesetzt werden mit regelmäßiger Kontur oder
unregelmäßiger Kontur, was die Folge des Ein- oder Zerreißens der Papier- und/oder
Pappenstücke vor dem Pressvorgang sein kann. Die Papier- und/oder Pappenstücke können
unterschiedliche Flächengewichte aufweisen. Darüber hinaus kann es sich um Papier-
und/oder Pappenstücke mit (unterschiedlichen) Standardformaten handeln, die miteinander
verpresst werden. Der Begriff "Standardformat" umfasst im Sinne der Erfindung zum
einen Standardgrößen für Papier- und Pappenformate, aber auch solche Flächengeometrien,
die beispielsweise für Kartonverpackungen zum Einsatz kommen.
[0010] Vorzugsweise werden die Papiere und/oder Pappen trocken miteinander verpresst. Grundsätzlich
ist es aber auch möglich, dass die Pressung unter Beigabe von Imprägnierungsmitteln
erfolgt (Nasspressung). Gegebenenfalls ist auch eine Pressung unter Beigabe von Klebstoffen
(Feucht-/Nasspressung) möglich. Auch das vorherige Besprühen/Benebeln mit Wasser der
zu verpressenden Papier- oder Pappenstücke ist möglich. Damit wird eine wesentlich
höhere Verdichtung erreicht und eine höhere Formgenauigkeit beim Pressvorgang.
[0011] Die Grundidee der Erfindung besteht aus der Verwendung von Materialien, die der Wertschöpfungskette
entnommen, zu einem modularen Bauelement verarbeitet und nach dem Ende einer Nutzung
dem Wertstoffkreislauf wieder zu annähernd 100 % zugeführt werden können. In der Öko-Bilanz
wird damit ein wichtiger Beitrag für ressourcenschonende und energiesparende Bauweise
ermöglicht. Darüber hinaus sind die verwendeten Altmaterialien preisgünstig erhältlich,
was zu geringen Herstellungskosten beiträgt. Es lassen sich Formkörper mit Wandstärken
bis 150 cm, vorzugsweise bis 70 cm, insbesondere bis 50 cm, herstellen, so dass eine
sehr hohe Wärmedämmung gewährleistet ist. Angestrebt sind Wandstärken von ca. 10 bis
40 cm aufgrund einer besseren Handhabbarkeit der Formkörper.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen Bauelement handelt es sich vorzugsweise um im Wesentlichen
quaderförmige Bausteine. Grundsätzlich lässt es das erfindungsgemäße Verfahren jedoch
zu, Stützen, Profilkörper, Paneele, Platten, Scheiben, Blöcke, Stäbe oder sonstige
Träger und Leisten oder dgl. und andere geometrische Figuren/Körper jeweils als Vollkörper
herzustellen. Diese können dann zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden
Gebäudeteilen, Innen- oder Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes als Werbeflächen
oder als Möbel eingesetzt werden.
[0013] Bei der Sammlung von Altpapier und Altpappe können die erfassten Altmaterialien klassifiziert
bzw. bestimmten Sorten zugeordnet werden. Das erfindungsgemäße Verfahren lässt grundsätzlich
die Verwendung beliebiger Sorten zu, d.h. auch so genannter Späne. Vorzugsweise können
jedoch nachfolgend angegebene Sorten eingesetzt werden, nämlich
- unsortiertes gemischtes Altpapier, wobei unerwünschte Stoffe entfernt worden sind
und eine Mischung verschiedener Papier- und Pappensorten ohne Begrenzung der Anteile
an kurzfaserigem Material vorgesehen ist,
- sortiertes gemischtes Altpapier, wobei eine Mischung verschiedener Papier- und Pappenqualitäten,
die maximal 40 % an Zeitungen und Illustrierten enthalten, vorgesehen ist,
- Graukarton, wobei bedruckter und unbedruckter, weiß gedeckter und ungedeckter grauer
Karton oder gemischter Karton, frei von Wellpappe, umfasst sind,
- Kaufhausaltpapier, das aus gebrauchten Papier- und Kartonverpackungen, die mindestens
70 % Wellpappe enthalten, und einen Restanteil von Vollpappen und Packpapier, besteht,
- alte Wellpappe-Verpackungen, die gebrauchte Verpackungen und Bögen aus Wellpappe verschiedener
Qualitäten enthalten,
- sortiertes Büroaltpapier,
- weiße Akten, holzfrei, wobei weißes Schreib- und Druckpapier, sortiert, holzfrei,
aus Büroarchiven, frei von Kassenblocks, Kohlepapier und nicht wasserlöslichen Kleberückständen,
umfasst ist,
- weißer mehrlagiger Karton, stark bedruckt (Chromoersatzkarton), wobei Abschnitte von
stark bedrucktem, weißen mehrlagigen Karton umfasst sind und der Karton aus Zellstoff,
Holzschliff- oder TMP-Lagen besteht und graue Lagen ausgenommen sind,
- weißer mehrlagiger Karton mit leichtem Andruck (Chromoersatzkarton), wobei Abschnitte
von weißem, mehrlagigem Karton, mit leichtem Andruck umfasst sind und der Karton aus
Zellstoff, Holzschliffoder TMP-Lagen besteht,
- neue Späne aus Wellpappe mit Decken aus Kraft- oder Testlinern,
- unbenutzte Kraftwellpappe, wobei unbenutzte Verpackungen, Bogen und Späne aus Wellpappen,
ausschließlich mit Kraftlinern sowie Wellen aus Zellstoff oder Halbzellstoff umfasst
sind,
- unbenutzte Wellpappen, wobei unbenutzte Verpackungen, Bogen und Späne aus Wellpappen
mit Decken aus Kraft- oder Testlinem umfasst sind,
- gebrauchte Kraftwellpappen, wobei gebrauchte Verpackungen aus Wellpappe, Decken ausschließlich
mit Kraftlinern sowie Wellen aus Zellstoff oder Halbzellstoff umfasst sind,
- gebrauchte Kraftpapiersäcke, wobei saubere, gebrauchte Kraftpapiersäcke, nassfest
und nicht-nassfest, umfasst sind,
- gebrauchtes Kraftpapier, wobei Kraftpapier und -pappen, gebraucht, naturfarbig oder
hell umfasst sind,
- unbenutztes Kraftpapier, wobei Späne und andere Kraftpapiere und -pappen, unbenutzt,
naturfarbig, umfasst sind, und
- gemischtes Altpapier, wobei unsortiertes Altpapier, getrennt von anderen Materialien
gesammelt, enthalten ist.
[0014] Es versteht sich, dass die vorgenannte Aufzählung nicht abschließend ist. Grundsätzlich
können auch neuwertige Papiere und/oder Pappen, die beispielsweise als Herstellungsabfälle
bei der Papier- und/oder Pappenproduktion und/oder -verarbeitung anfallen, eingesetzt
werden, Nachfolgend wird der Einfachheit halber von Altpapier und Altpappe gesprochen,
was neuwertige Papier- und/oder Pappenabfälle und -reste ebenfalls umfassen soll.
Im Übrigen versteht es sich, dass auch Mischungen der vorgenannten Sorten das Ausgangsmaterial
zur Herstellung des Bauelementes bilden können. Beispielsweise kann eine Mischung
aus Altpapier mit ca. 70 bis 80 Gew.-% Wellpappenanteil eingesetzt werden.
[0015] Der Begriff "unzerschnitzelte" Papier- und/oder Pappenstücke im Sinne der Erfindung
soll zur Abgrenzung von so genannten Scraps (Schnitzeln) von Papier- oder Pappmaterialien
zu verstehen sein, d. h. Streifen aus Papier- oder Pappen (Abfällen) mit einer Breite
von weniger als 2 cm, insbesondere von weniger als 1 cm. Die für den Pressvorgang
eingesetzten Papier- und/oder Pappenstücke können bei der Erfindung dagegen eine Flächengröße
von mehr als 4 cm
2, vorzugsweise von mehr als 100 cm
2, insbesondere von mehr als 500 cm
2, weiter insbesondere von mehr als 1.000 cm
2, aufweisen, wobei die vorgenannten Flächenangaben sich auf wenigstens 10 %, vorzugsweise
mehr als 20 %, insbesondere mehr als 50 %, weiter insbesondere mehr als 90 %, der
miteinander verpressten Papier- und/oder Pappenstücke eines Bauelementes beziehen.
[0016] Der Pressvorgang erfolgt vorzugsweise bei einem Druck von 5 bar bis 250 bar, insbesondere
bei mehr als 100 bar, weiter insbesondere bei mehr als 120 bis 140 bar. Die Pressung
kann aber auch bei Drücken zwischen 500 bis 1000 bar oder zwischen 1000 bis 2500 bar
oder mehr erfolgen. Ein Einsatz von Kanal-, Horizontal- und Vertikal-Ballenpressen
üblicher Bauart ist möglich. Bei diesem Pressdruck lässt sich ein Formkörper mit geringem
Lückenvolumen zwischen den Papier- bzw. Pappenlagen und hoher Festigkeit herstellen.
Je nach Druckniveau der eingesetzten Pressen können die Papier- und Pappenstücke bei
einem (handelsüblichen) durchschnittlichen Druck von 120 bis 140 bar zu vergleichsweise
großen Formkörpern von beispielsweise 60 x 60 x 120 cm mit einem Gewicht von ca. 300
bis 600 kg verpresst werden. Durch die vorgenannte Größe der Formkörper von 60 x 60
x 120 cm entsteht ein in Trockenbauweise versetzbares Kleinmodul, welches jederzeit
aufgebaut und wieder demontiert werden kann. Bei einer gewählten Breite der Formkörper
von 60 cm werden im Übrigen sehr gute Wärmedämmeigenschaften sichergestellt. Bei gleichem
Druck lassen sich darüber hinaus Formkörper mit einer Wandstärke von ca. 10 bis 30
cm herstellen, die bereits sehr gute Wärmedämmeigenschaften aufweisen und leicht verarbeitbar
sind. Die mittlere Druckfestigkeit nach DIN EN 771-4 eines erfindungsgemäßen Bauelementes
in Richtung der Papier- bzw. Pappenflachseite kann 1,0 bis 60,0 N/mm
2, vorzugsweise zwischen 2,0 bis 20,0 N/mm
2, insbesondere zwischen 2,75 bis 5,5 N/mm
2, betragen. Die Druckfestigkeit kann einer Steinfestigkeitsklasse von 2 bis 6 entsprechen.
Die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl des Formkörpers nach DIN EN 1745 kann zwischen
5 bis 10 betragen. Die mittlere Brutto-Trockenrohdichte nach DIN EN 771-4 des Formkörpers
kann zwischen 200 bis 800 kg/m
3, vorzugsweise zwischen 300 bis 650 kg/m
3, insbesondere zwischen 325 bis 600 kg/m
3, betragen.
[0017] Zur Herstellung eines Gebäudeteils aus den Formkörpern kann auf wenigstens einer
Außenseite des Formkörpers wenigstens ein Vorsprung und/oder wenigstens eine Ausnehmung
zur Ausbildung einer formschlüssigen Verbindung mit einer komplementär ausgebildeten
Außenseite eines benachbarten Formkörpers vorgesehen sein. Beispielsweise kann ein
Gebäudeteil aus Bauelementen gebildet werden, die wenigstens zwei unterschiedlich
zueinander komplementäre Geometrien aufweisen, wobei benachbarte Bauelemente über
eine Nut-Feder-Verbindung oder eine Steckverbindung verbunden sein können.
[0018] Um die Altpapier- und/oder Altpappenstücke nach dem Pressen zu fixieren, kann vorgesehen
sein, dass diese nach dem Pressen kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig miteinander
verbunden werden. Eine stoffschlüssige Verbindung kann beispielsweise das gegenseitige
Verkleben der Altpapier- und/oder Altpappenstücke vorsehen. Das Verkleben der Altpapier-
und/oder Altpappenstücke kann vor dem Pressvorgang erfolgen, wobei die Stücke mit
einem flüssigen Kleber besprüht oder in dem Kleber getränkt werden können. Auch ist
es möglich, dass nach dem Pressen der so erhaltene Formkörper auf den Außenseiten
mit einem Klebstoff beschichtet wird, um das Zusammenhalten der Papier- oder Pappenstücke
zu verbessern. Vorzugsweise werden die Altpapier- und/oder Altpappenstücke jedoch
mit wenigstens einem drahtförmigen und/oder bandförmigen und/oder gitterförmigen Verbindungselement
verbunden, wobei durch das Verbindungselement ein Anpressdruck der auf beiden Seiten
des Formkörpers außenliegenden Papier- und/oder Pappenlagen ausgeübt und somit die
gepressten Papier- und/oder Pappenstücke gegeneinander verspannt bzw. zusammengehalten
werden. Bei einer einfachen Ausführungsform der Erfindung kann eine Drahtbindung vorgesehen
sein, um ein Bündel aus einer Mehrzahl von miteinander verbundenen gepressten Papier-
und/oder Pappenlagen zu erhalten. Durch die Drahtbindung werden die gepressten Lagen
gegeneinander fixiert.
[0019] Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann eine gabionenähnliche
Verpackung vorgesehen sein, was es ermöglicht, die Formkörper maßhaltig aneinander
zu fügen. Die Bauelemente sind dann in einen Drahtkorb eingespannt, wobei Gabionenaussteifungsmatten
zwei- bis sechsseitig den Formkörper umgebend vorgesehen sein können. Zur besseren
Handhabbarkeit und präziseren Verlegemöglichkeit können die Formkörper eine vierseitige
Einfassung mit Gabionenaussteifungsmatten bzw. Drahtgittern erhalten. Zur weiteren
Aussteifung bzw. Erhöhung der Stabilität eines aus den Bauelementen errichteten Gebäudeteils
kann vorgesehen sein, die Gabionenaussteifungsmatten bzw. Gabionenkörbe miteinander
zu verbinden, insbesondere mittels Zugdrähten. Dadurch wird der Gebäudeteil stabilisiert
und die Montage der Formkörper erleichtert. Gleiches gilt für die Demontage in Erweiterungs-
bzw. Rückbaufällen. Die erfindungsgemäßen Formkörper sind damit insbesondere zum Errichten
von temporären Bauten vorgesehen, deren Haltbarkeit jedoch auch 100 bis 200 Jahre
und darüber hinaus betragen kann.
[0020] Im Übrigen kann beim Aufeinanderschichten wenigstens ein Versteifungselement zwischen
die Altpapier- und/oder Altpappenstücke eingebracht werden, wobei die Altpapier- und/oder
Altpappenstücke zusammen mit dem Versteifungselement gepresst werden können. Hier
können stiftartige Aussteifungsstäbe aus Stahl, Holz, Kunststoff und verdichteter
Pappe/Papier horizontal und/oder vertikal im Inneren des Formkörpers verlaufend vorgesehen
sein.
[0021] Zur weiteren Versteifung kann ein gitter- oder stabförmiges Versteifungselement mit
einer Außenfläche des Formkörpers verbunden sein, wobei Gabionenaussteifungsmatten
oder Aussteifungsstäbe verwendet werden können. Im Übrigen können auch mehrere im
und/oder an dem Formkörper vorgesehene Versteifungselemente miteinander verbunden
werden, um die Stabilität des Formkörpers noch weiter zu erhöhen.
[0022] Zur Hydrophobierung und/oder zum Verkleben und/oder zur Erhöhung des Feuerwiderstandes
und/oder zur Verbesserung des Brandverhaltens kann der Formkörper auf wenigstens einer
Außenseite, vorzugsweise auf allen Außenseiten, imprägniert werden. Im Übrigen kann
der Formkörper auch durchimprägniert werden, wobei durch die Imprägnierung auch die
Festigkeit des Formkörpers erhöht werden kann. Die Druckimprägnierung beispielsweise
mit Kieselsäure kann zur Erhöhung der Festigkeit führen.
[0023] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist eine mehrstufige Imprägnierung
vorgesehen. Um die Oberfläche der Formkörper vor Feuchtigkeit, wie beispielsweise
Luftfeuchtigkeit oder Schlagregen, zu schützen, kann ein zweistufiges Imprägnierungsverfahren
unter Verwendung von Paraffinwachsen eingesetzt werden. Paraffinwachse haben stark
hydrophobe Eigenschaften und sind so zur Imprägnierung von Oberflächen gegen Feuchtigkeit
und kondensiertes Wasser kostengünstig einsetzbar. In einer ersten Imprägnierstufe
werden die Formkörper mit wenigstens einer Außenseite, vorzugsweise mit einer später
bewitterten Seite, mit einem beispielsweise bei Raumtemperatur flüssigem Paraffinwachs
getränkt. Dazu wird der Formkörper mit der Außenseite in dem Imprägnierungsmittel
gelagert, vorzugsweise über ca. 5 bis 10 min in flüssigem Paraffinwachs bei einer
Schichthöhe von ca. 2 bis 3 cm. Das Paraffinwachs durchtränkt dann aufgrund der Saugeigenschaften
(Kapillarwirkung) den Formkörper bzw. die Altpapier- und/oder Altpappenstücke ausgehend
von der Oberfläche bis in eine Tiefe des Formkörpers von weniger als 20 cm, vorzugsweise
von 5 cm bis 15 cm. Insbesondere saugfähige Altmaterialien, wie Wellpappen oder Karton,
wiesen eine höhere Durchtränkungstiefe auf als wenig saugende Materialien, wie beispielsweise
beschichtete Papiere oder Hochglanzprospekte. Im Ergebnis kommt es damit zu einer
unterschiedlich tiefen Imprägnierung des Formkörpers auf der Außenseite. In der ersten
Imprägnierstufe kann es zudem zum Verkleben der aneinander anliegenden Papier- und/oder
Pappenstücke kommen.
[0024] In einer (zweiten) Imprägnierungsstufe wird die Oberfläche der Außenseite mit einem
Imprägniermittel beschichtet, wobei zur Oberflächenimprägnierung beispielsweise eine
Beschichtung der Oberfläche mit einem bei Raum- bzw. Umgebungstemperatur festen Wachs,
insbesondere Paraffinwachs, vorgesehen sein kann. Die Imprägnierung kann beispielsweise
durch Aufsprühen oder Eintauchen erfolgen. Grundsätzlich ist es auch möglich, dass
festes Wachs aufgeschmolzen und der Formkörper in das geschmolzene Wachs eingetaucht
wird. Nachdem der Formkörper wieder aus dem Wachs entfernt worden ist, erkaltet das
Wachs und bildet so eine Oberflächenversiegelung aus. Dabei werden auch die zwischen
den Papier- und Pappenschichten vorhandenen Klüfte bzw. Spalte geschlossen und die
seitlichen Öffnungen der Klüfte versiegelt. Dadurch wird auch ein Eindringen von Feuchtigkeit
und Wasser auch in kondensierter Form sicher unterbunden. In diesem Zusammenhang kann
vorgesehen sein, dass die Außenseite des Formkörpers in der (zweiten) Imprägnierstufe
bis in eine Tiefe von weniger als 10 cm, vorzugsweise von weniger als 5,0 cm, insbesondere
von 2,0 bis 3,0 cm, imprägniert wird. Die gewählten Materialien nehmen die durch Wärme/Kälte
bedingten Bewegungen des Papier-/Papiermaterials auf, so dass keine Risse oder Beschädigungen
in der Imprägnierung entstehen können.
[0025] Durch die gewählte zweistufige Imprägnierung wird die Ausbildung einer hydrophoben
äußeren Schicht sichergestellt. Im Übrigen ist die Imprägnierung einfach und kostengünstig
durchzuführen, wobei Paraffinwachse ökotoxikologisch unbedenklich sind. Eine Beeinflussung
des Papier- bzw. Pappenrecyclings nach dem Rückbau der Formsteine ist nicht zu erwarten.
Im Übrigen wird die Farbgebung und Oberflächenstrukturierung der in dem Formkörper
miteinander verbundenen Papier- und/oder Pappenlagen vorzugsweise nicht gegenüber
dem Ausgangsmaterial verändert. Die Veränderung der Farbgebung der Papiere und/oder
Pappen durch Imprägnierung ist unterschiedlich. Bei Paraffinwachsen als Imprägnierungsmittel
ist die Veränderung der Farbgebung gering und mit Additiven behebbar, bei Druckimprägnierung
kommt es zu eher dunklen Verfärbungen.
[0026] Die Imprägnierung dient zur Erhöhung der Wasser-/Feuchtebeständigkeit gegen Regen
und Luftfeuchtigkeit sowie gegen Drücken des Wassers oder sonstiger Flüssigkeiten.
Zur Imprägnierung kann eine Kunststoffbeschichtung vorzugsweise mit thermoplastischen
Kunststoffen aller Art oder mit Gummi vorgesehen sein. Auch kann die Beschichtung
mit Lacken oder Farben vorgesehen sein. Die Imprägniermittel können durch Tränken,
Sprühen oder Aufstreichen und mit sonstigen Beschichtungsverfahren aufgebracht werden,
vor und/oder während und/oder nach dem Pressvorgang. Als Imprägnierungsmittel können
darüber hinaus Paraffinwachse/Flüssigwachse mit einem Schmelzpunkt zwischen 50 - 120
°C, Flüssigwachse in Kombination mit Festwachsen, Harze, insbesondere Epoxidharze,
wasserbeständige Leime, Öle, Latexmittel, Schichtsilikate (Bentonite), Aquafin, Kieselsäure
oder Imprägniercremes zum Einsatz kommen. Die Imprägnierung mit Kieselsäure kann durch
ein Kesseldruckverfahren erfolgen. Kommen Paraffinwachse/Flüssigwachse zum Einsatz,
darf es auch bei intensiver Sonneneinstrahlung nicht zu einem Aufschmelzen oder sonstiger
Beschädigung der Imprägnierung kommen. Klebstoffe können zur Versiegelung der Oberflächen
und auch zur Versiegelung von Innenflächen eingesetzt werden. Zur Oberflächenimprägnierung
kann der unter dem Handelsnamen "Ponal" erhältliche Klebstoff der Firma Henkel KGaA
oder gleichartige bzw. -wertige Klebstoffe eingesetzt werden. Durch Aufhellzusätze
kann einer Verdunkelung der Papier- oder Pappenstücke entgegengewirkt werden. Für
einen Brandschutz der Papier- und/oder Pappenstücke kann eine Kohlendioxid-Mantelbeschichtung
vorgesehen sein. Als Flammschutzmittel und/oder zum Leimen kann Alaun verwendet werden.
[0027] Die gewählte Imprägnierungsmethode hängt im Wesentlichen von den von dem erfindungsgemäßen
Bauelement geforderten Eigenschaften und der Zusammensetzung des Bauelementes ab.
Zur Imprägnierung kann eine Kunststoffbeschichtung beispielsweise mit Schrumpffolien
oder eine nanoskalige Beschichtung vorgesehen sein. Durch Druck- und/oder Ölimprägnierung
lässt sich der Formkörper im Wesentlichen vollständig durchimprägnieren.
[0028] Handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Bauelementen um Bausteine, Profile oder
Träger sowie Stäbe, kann eine Länge bis zu 10 m und eine Breite bis zu 2 m vorgesehen
werden. Bei Paneelen, Platten oder Scheiben kann die Größe 100 cm
2 bis 25 m
2 betragen, bei einer Seitenlänge von 10 cm bis 5 m und Stärken von 0,5 cm bis 20 cm.
[0029] Vorzugsweise werden Altpapier- und/oder Altpappenstücke frei von Zuschlagstoffen
als Ausgangsmaterial für den Pressvorgang eingesetzt. Zuschlagstoffe im Sinne der
Erfindung sind solche Stoffe, die im Altpapier und/oder in Altpappen nach der Sammlung
der Altmaterialien nicht vorhanden sind und üblicherweise in Baumaterialien zur Erhöhung
der Festigkeit zugegeben werden, wie beispielsweise Zement oder sonstige festigkeitssteigernde
Bindematerialien. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, das Altpapier und/oder
die Altpappen vor dem Pressvorgang mit Bindemitteln und/oder Imprägniermitteln zu
beschichten und/oder zu tränken und anschließend zu pressen, um eine hohe Festigkeit
sicherzustellen.
[0030] Bei der Erfindung werden das Altpapier und/oder die Altpappen so als Ausgangsmaterialien
eingesetzt, wie sie bei der Reststoffsammlung anfallen, d.h. es werden vorzugsweise
chemisch und/oder mechanisch unbehandelte Altpapiere und/oder unbehandelte Altpappen
gepresst, d. h., es ist keine chemische oder mechanische Vorkonditionierung des gesammelten
Altpapiers und/oder der gesammelten Altpappen vor dem Pressvorgang vorgesehen. Gleichwohl
ist es möglich, dass größerformatige Altpapier und/oder die Altpappen vor dem Pressen
mechanisch zerkleinert und auf eine Stückgröße von vorzugsweise mehr als 4 cm
2, weiter vorzugsweise von mehr als 50 cm
2, insbesondere von mehr als 100 cm
2 und weiter insbesondere von mehr als 500 cm
2, gebracht werden. Dadurch wird der Pressvorgang vereinfacht und der Zusammenhalt
der Schichten im Verbund der ineinander verzahnten und/oder miteinander verknüllten
Papiere und Pappen in ungeordneter Lage verbessert. Im Ergebnis werden stückige Altpapiere
und/oder Altpappen eingesetzt, wobei eine Zerfaserung und/oder Auflösung der an sich
festen Papier- und/oder Pappenstücke, d.h. eine Änderung der physikalischen Konsistenz,
nicht vorgesehen ist. Die Dicke der für den Pressvorgang eingesetzten Altpapier- und/oder
Altpappenstücke kann vorzugsweise zwischen 0,1 mm bis 5,0 cm betragen.
[0031] Der Feuchtegehalt der für den Pressvorgang eingesetzten Altpapier- und/oder Altpappenstücke
kann weniger als 15 Gew.-%, vorzugsweise maximal 10 Gew.-%, weiter vorzugsweise maximal
5 Gew.-%, betragen. Durch Trocknen des Formkörpers nach dem Pressvorgang und vorzugsweise
vor dem Imprägnieren lässt sich der Feuchtegehalt auf einen Wert von kleiner als 3
Gew.-%, insbesondere auf einen Wert von 0,1 bis 2 Gew.-%, verringern. Ist vorgesehen,
die Papiere und/oder Pappen zusammen mit einem Imprägnierungsmittel und/oder mit Klebstoffen
zu pressen, kann vorzugsweise ebenfalls eine Trocknung vorgesehen sein.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung exemplarisch erläutert. Es versteht
sich, dass die anhand der Zeichnung offenbarten Merkmale mit den vorgenannten Merkmalen
kombiniert werden können, auch wenn dies nicht im Einzelnen beschrieben ist.
[0033] In der einzigen Figur der Zeichnung ist ein Bauelement 1 aus Altpapier und/oder Altpappe
ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nichttragendes Bauelement zur Errichtung
von Gebäudeteilen dargestellt. Das Bauelement 1 weist einen wilden Verbund von verpressten
Altpapier- und/oder Altpappenstücken 2 auf, wobei die Stücke 2 beim Pressen in ungeordneter
Schüttung bzw. in ungeordneten Lagen miteinander verzahnt und/oder miteinander verknüllt
werden, so dass zumindest ein Teil der verpressten Papierund/oder Pappenstücke 2 bereichsweise
ineinandergreift und formschlüssige Verbindungen ausbildet. Die Verbindung der einzelnen
Papier- bzw. Pappenstücke 2 erfolgt insbesondere durch bereichsweises Umknicken von
Teilen der Stücke 2 beim Pressvorgang. Die Papier- und/oder Pappenstücke 2 werden
dabei kreuz und quer, d. h. ungeordnet, in den Pressentunnel einer Pressvorrichtung
eingefüllt und auch so verdichtet. Der so erhältliche Formkörper weist vergleichbare
Materialeigenschaften bzw. Kennwerte auf wie Kalk-Sand-Steine, Porenbetonsteine oder
Holz.
[0034] Die gepressten Altpapier- und/oder Altpappenstücke 2 sind kraftschlüssig mittels
einer Mehrzahl von Drähten oder Metallbändern 3 als Verbindungselementen verbunden.
Dadurch wird die Formhaltung des Formkörpers gewährleistet. Eine Verklebung kann ebenfalls
vorgesehen sein. Nicht dargestellt ist, dass statt einer Verbindung über Metallbänder
3 auch stiftförmige oder gitterförmige oder drahtförmige Verbindungselemente, beispielsweise
Gabionenmatten, vorgesehen sein können.
[0035] Im Übrigen weist der Formkörper eine Imprägnierung 4 auf der Außenseite auf, was
lediglich schematisch dargestellt ist. Die Imprägnierung ist zum einen zur Erhöhung
der Feuchtebeständigkeit des Formkörpers und zum anderen dazu vorgesehen, die einzelnen
Lagen von Altpapier- und/oder Altpappenstücken 2 miteinander zu verkleben. Nicht dargestellt
ist im Weiteren, dass eine erste Imprägnierungsschicht von der Oberfläche des Formkörpers
bis in den Formkörper hineinreichen kann, wobei die erste Imprägnierungsschicht durch
Tränken des Formkörpers in einem flüssigen Imprägnierungsmittel erhältlich ist. Eine
zweite weniger weit in die Tiefe des Formkörpers hineinreichende Imprägnierungsschicht
ist von außen auf den Formkörper aufgebracht, um die Oberfläche des Formkörpers zu
versiegeln und Klüfte zwischen den gepressten Altpapier- und/oder Altpappenstücken
2 zu schließen.
[0036] Die Altpapier- und/oder Altpappenstücken 2 können insbesondere an den Rändern des
Formkörpers Umknickungen und/oder Umbiegungen aufweisen, die Folge des Pressvorgangs
sind. Vorzugsweise werden die einzelnen Papierund/oder Pappenstücke 2 kreuz und quer,
d.h. ungeordnet, in den Pressentunnel eingefüllt und so verdichtet, was zu einem Umknicken,
Umbiegen, Verknüllen und Verzahnen führt. Somit wird ein Ballen generiert, bei dem
die miteinander verpressten Papier- und/oder Pappenstücke zumindest zum Teil durch
Formschluss aneinandergehalten werden. Das Bauelement 1 weist eine mittlere Druckfestigkeit
nach DIN EN 771-4 in Richtung X der Papierflachseiten von 1,0 bis 60,0 N/mm
2, vorzugsweise zwischen 2,0 bis 20,0 N/mm
2, insbesondere zwischen 2,75 bis 5,5 N/mm
2, auf. Das Bauelement 1 lässt sich damit einer Steinfestigkeitsklasse von 2 bis 6
zuordnen. In einer Richtung Y quer zur Papierflachseite liegt die Druckfestigkeit
noch über den vorgenannten Werten.
[0037] Im Übrigen weist das Bauelement 1 einen Wasserdampf-Diffusions-widerstandszahl nach
DIN EN 1745 von ca. 5 bis 10 auf, wobei die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl
wiederum auf die Richtung X in Papierflachseite bezogen ist. Die Wasserdampf-Diffusions-Widerstandszahl
kann beeinfluss werden durch eine Imprägnierung des Formkörpers. In der Richtung Y
quer zur Papierflachseite kann die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl auch über
dem vorgenannten Wert liegen.
[0038] Die mittlere Brutto-Trockenrohdichte des Bauelementes 1 nach DIN EN 771-4 kann zwischen
200 bis 800 kg/m
3, vorzugsweise zwischen 300 bis 650 kg/m
3, insbesondere zwischen 325 bis 600 kg/m
3, betragen. Die Dicke d des Bauelementes 1 kann in Richtung der Papierflachseite 5,0
cm bis 1,0 m, vorzugsweise mehr als 20 cm, insbesondere mehr als 50 cm, betragen.
Dadurch lässt sich das Bauelement 1 bedarfsweise für vielfältige Anwendungsbereiche
einsetzen.
[0039] Nicht dargestellt ist, dass auf wenigstens einer Außenseite des Bauelementes 1 wenigstens
ein Vorsprung und/oder wenigstens eine Ausnehmung zur Ausbildung einer formschlüssigen
Verbindung mit einer komplementär ausgebildeten Außenseite eines benachbarten Bauelementes
1 vorgesehen sein kann. In diesem Zusammenhang kann die Verbindung von benachbarten
Bauelementen 1 in der Art einer Legostein-Verbindung vorgesehen sein. Dadurch wird
eine einfache und sehr stabile Verbindung der Bauelemente 1 sichergestellt. Im Übrigen
können Nut- und Federverbindungen zur gegenseitigen Befestigung der Bauelemente 1
vorgesehen sein. Auch eine Befestigung über die Verbindungselemente und/oder über
Verklebungsstellen ist möglich.
[0040] Die Lebensdauer bzw. Haltbarkeit des dargestellten Bauelementes 1 beträgt vorzugsweise
zwischen 5 Jahren bis 10 Jahren, kann bei geeigneter Imprägnierung jedoch auch bis
mindestens 50 Jahre oder mehr betragen. Dadurch lässt sich das dargestellte Bauelement
1 in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen einsetzen, beispielsweise zur Errichtung
von Innenwänden, Außenwänden, Böden. Auch kann eine Beschichtung des Bauelementes
1 mit Putz und/oder eine Verschalung, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Dämmung,
vorgesehen sein. Weitere Verwendungen betreffen den Einsatz des Bauelementes 1 bei
entsprechender Formgebung für Fassadenpaneele, Fensterprofile, Fußleisten, Möbel,
Möbelelemente, Schalungen, Trockenbauelemente, Wandkomplettsysteme (inklusive Dämmung),
Abhangdecken, Zargen und Fensterbänke.
[0041] Um eine völlige Recyclingfähigkeit des Bauelementes 1 zu gewährleisten, ist das Bauelement
1 nach DIN EN 13432:2000 desintegrierbar, wobei, vorzugsweise bei aerober Kompostierung
nach einer gegenüber der DIN EN 13432:2000 verlängerten Kompostierungsdauer von mehr
als 12 Wochen und höchstens 80 Wochen in einer größer 2 mm-Siebfraktion des kompostierten
Materials maximal 10 % des ursprünglichen Trockengewichtes des Formkörpers auffindbar
sind.
[0042] Die Herstellung des dargestellten Bauelementes 1 kann wie folgt vorgesehen sein:
Pappen und Papiere, Verpackungen, beispielsweise Sorte B 19/Kaufhausware, können im
Einzelhandel durch die Mitarbeiter zur Volumenreduktion in den Kisten-/Schachteleckverbindungsbereichen
eingerissen und dann mehr oder weniger auf den Flachseiten gestapelt werden. Auf einem
Gestellwagen kann der Abtransport zum Recyclinghof erfolgen, oder in großen Kartons/Kisten,
die durch die Mitarbeiter des Einzelhandels gepackt worden sind. Nach dem Abladen
der Pappen und Papiere werden diese dem Pressvorgang ungeordnet zugeführt, wobei Pappstöße
mit einem Förderband einem Trichter der Presse zugeführt werden oder direkt von Mitarbeitern
in den Trichter eingeworfen werden. Im Trichter der Presse erfolgt dann ein ungeordneter
Weitertransport in den Pressentunnel (bei Horizontalpressen) oder in die Pressenkammer
(bei Vertikalpressen).
[0043] Hier sind aus dem Stand der Technik vollautomatische Kanalballenpressen bekannt,
wobei das Pressgut der Maschine über einen offenen Füllschacht zugeführt wird. Durch
Anhäufung des Materials in der Presse wird eine Lichtschranke unterbrochen, die den
Pressvorgang einleitet. Der Pressstempel verdichtet das Pressgut in den Presskanal.
Nach der Verdichtung des Materials kehrt der Pressstempel in seine Ausgangssituation
zurück. Die Zuführung von Pressgut kann während des Pressvorgangs weiter erfolgen,
da der Pressstempel den Füllschacht zum Pressbereich verschließt. Der Ballen wird
bei jedem Presshub ein Stück weiter in den Kanal gepresst und bei Erreichen der eingestellten
Ballenlänge automatisch mit einem Draht abgebunden. Das Verdichten der Pappen und
Papiere unter Einwirkung des Pressstempels erfolgt unter hohem Druck bis über 250
t.
[0044] Das Nachbefüllen über den Trichter bzw. den Füllschacht kann automatisch, halbautomatisch
oder manuell erfolgen. Im Übrigen ist das Zerschneiden der Ballen während oder nach
der Pressung möglich. Das Abbinden der Ballen kann mit Stahl- oder Kunststoffbändern
oder Kunststoffdrähten automatisch, halbautomatisch oder manuell erfolgen. Dabei kann
beispielsweise der Ballen bis zu zehn Mal umreift werden, parallel versetzt zueinander
oder in einer Kreuzverschnürung. Nach dem Ausdrücken der Ballen aus der Ballenpresse
kann dann gegebenenfalls die Veredelung der Ballen durch Behandlung mit Mitteln zur
Feuchteimprägnierung, mit flammhemmenden Mitteln oder mit verfestigenden Mitteln vorgesehen
sein. Beispielsweise können Farb- und Lackmittel oder Klebstoffe auf den Ballen aufgebracht
werden. Darüber hinaus können Verbindungsstifte in den Formkörper eingebracht werden,
um die einzelnen Lagen von Papier- und/oder Pappenstücken zusammenzuhalten. Die vorbeschriebene
Veredelung kann grundsätzlich auch vor dem Pressvorgang oder während des Pressvorgangs
erfolgen.
[0045] Durch Anpassung des Pressentunnels oder der Pressenkammer lässt sich eine Nut- und
Federausbildung der Formkörper beim Pressvorgang realisieren. Über die Quaderform
hinaus sind auch andere Formen, wie beispielsweise Zylinder, Kugeln, Trapeze, Kegel
usw. herstellbar. Gegebenenfalls kann eine Pressung von allen sechs Seiten in der
Presskammer erfolgen, um die Formstabilität zu erhöhen sowie die Festigkeit des Formkörpers.
Eine feuchte Pressung ist durch Besprühen oder Tränken der Papiere und/oder Pappen
vor dem Pressvorgang möglich.
[0046] Benachbarte Ballen können durch Verkleben oder Stiftfixierung miteinander verbunden
werden. Auch ist ein Vernageln, Verschrauben, Verschnüren, Beplanken oder dergleichen
möglich. Zur Befestigung von Verankerungsmitteln oder sonstigen Gegenständen können
Löcher in die Ballen gebohrt werden. Durch Aufstreichen, Bemalen oder Besprühen lassen
sich die Ballen beschriften.
[0047] Schließlich lassen sich die Ballen mit Furnieren aus Pappe/Kunststoff/Holz/Gips oder
dergleichen ummanteln. Auch ein Schälen der Formkörper durch allseitiges oder teilseitiges
Abschneiden, beispielsweise zur Formgebung, kann vorgesehen sein, wobei vorzugsweise
ca. 3 bis 10 cm der Außenbereiche des Formkörpers abgetragen werden können. Alternativ
kann die äußere Schicht auch abgeflämmt oder abgeschliffen werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauelementes (1) aus gepresstem Papier und/oder gepresster
Pappe zur Errichtung von statisch tragenden oder nicht-tragenden Gebäudeteilen, wobei
unzerschnitzelte Papier- und/oder Pappenstücke (2) in wenigstens einem Pressvorgang
in einer ungeordneten Schüttung miteinander zu einem Formkörper verpresst werden,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Papier- und/oder Pappenstücke (2) beim Pressen bereichsweise
verformt wird, so dass zumindest ein Teil der verpressten Papier- und/oder Pappenstücke
(2) nach dem Pressen bereichsweise ineinandergreift und formschlüssige Verbindungen
ausbildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Papier- und/oder Pappenstücke (2) mit unterschiedlicher Größe und/oder unterschiedlicher
Form miteinander verpresst werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die den Formkörper bildenden Papier- und/oder Pappenstücke (2) nach dem Pressen kraftschlüssig
und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufeinanderschichten wenigstens ein Versteifungselement zwischen die Papier-
und/oder Pappenstücke (2) eingebracht wird und dass die Papier- und/oder Pappenstücke
(2) zusammen mit dem Versteifungselement gepresst werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von im und/oder an dem Formkörper vorgesehenen Versteifungselementen
miteinander verbunden wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Außenseite des Formkörpers in einem flüssigen Imprägnierungsmittel gelagert
wird, wobei der Formkörper durch die Wirkung von Kapillarkräften ausgehend von der
Oberfläche der Papier- und/oder Pappenstücke (2) bis in die Tiefe des Formkörpers
imprägniert wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche von wenigstens einer Außenseite des Formkörpers mit einem Imprägniermittel
beschichtet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Oberflächenversiegelung des Formkörpers vorgesehen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Papier- und/oder Pappenstücke (2) frei von Zuschlagstoffen gepresst werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass chemisch und/oder mechanisch unbehandelte Papier- und/oder Pappenstücke (2) gepresst
werden.
11. Bauelement (1) aus gepresstem Papier und/oder gepresster Pappe zur Errichtung von
statisch tragenden oder nicht-tragenden Gebäudeteilen, erhältlich nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 10, aufweisend einen Formkörper aus in einer ungeordneten Schüttung
miteinander verpressten unzerschnitzelten Papier- und/oder Pappenstücken (2), dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper bereichsweise ineinandergreifende und formschlüssige Verbindungen
ausbildende Papier- und/oder Pappenstücke (2) aufweist und dass die Verbindungen durch
Verformung beim Pressen der Papier- und/oder Pappenstücke (2) erhältlich sind.
12. Bauelement nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens 10 % der miteinander verpressten Papier- und/oder Pappenstücke (2) eine
Flächengröße von mehr als 4,0 cm2 aufweisen.
13. Bauelement nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Versteifungselement im und/oder am Formkörper vorgesehen und mit dem
Formkörper verbunden ist und/oder dass wenigstens eine Außenseite des Formkörpers
imprägniert ist und/oder das eine Durchimprägnierung des Formkörpers vorgesehen ist.
14. Bauelement nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper nach DIN EN 13432:2000 desintegrierbar ist.
15. Gebäudeteil aufweisend eine Mehrzahl von Bauelementen (1) gemäß der Ansprüche 11 bis
14, wobei wenigstens zwei benachbarte Bauelemente (1) form- und/oder kraft- und/oder
stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
1. A method for producing a construction element (1) consisting of compressed paper and/or
compressed cardboard for erecting statically load-bearing or non-load-bearing building
parts, wherein unshredded paper and/or cardboard pieces (2) are pressed together in
unordered bulk in at least one compression process to form a moulded body,
characterised in that
at least one part of the paper and/or cardboard pieces (2) is deformed in sections
during compression, so that at least one part of the compressed paper and/or cardboard
pieces (2) interlocks in sections and forms form-fitting connections after compression.
2. The method according to Claim 1, characterised in that paper and/or cardboard pieces (2) with different sizes and/or different shapes are
compressed with each other.
3. The method according to one of Claims 1 or 2, characterised in that the paper and/or cardboard pieces (2) forming the moulded body are connected to each
other in a force-fitting and/or materially cohesive manner after compression.
4. The method according to one of the preceding claims, characterised in that at least one reinforcement element is introduced between the paper and/or cardboard
pieces (2) during layering and that the paper and/or cardboard pieces (2) are compressed
together with the reinforcement element.
5. The method according to one of the preceding claims, characterised in that a plurality of reinforcement elements which are provided in and/or on the moulded
body are connected to each other.
6. The method according to one of the preceding claims, characterised in that an outer side of the moulded body is placed in a liquid impregnation agent, wherein
the moulded body is impregnated by the action of capillary forces starting from the
surface of the paper and/or cardboard pieces (2) into the depth of the moulded body.
7. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the surface of at least one outer side of the moulded body is coated with an impregnation
agent.
8. The method according to one of the preceding claims, characterised in that surface sealing of the moulded body is provided.
9. The method according to one of the preceding claims, characterised in that the paper and/or cardboard pieces (2) are compressed without additives.
10. The method according to one of the preceding claims, characterised in that chemically and/or mechanically untreated paper and/or cardboard pieces (2) are compressed.
11. A construction element (1) consisting of compressed paper and/or compressed cardboard
for erecting statically load-bearing or non-load-bearing building parts, obtainable
according to one of the preceding Claims 1 to 10, having a moulded body consisting
of unshredded paper and/or cardboard pieces (2) which are pressed together in unordered
bulk, characterised in that the moulded body has paper and/or cardboard pieces (2) which form form-fitting connections
which interlock in sections and that the connections can be obtained by deformation
during compression of the paper and/or cardboard pieces (2).
12. The construction element according to Claim 11, characterised in that at least 10% of the paper and/or cardboard pieces (2) which are pressed together
have a surface area of more than 4.0 cm2.
13. The construction element according to one of Claims 11 or 12, characterised in that at least one reinforcement element is provided in and/or on the moulded body and
is connected to the moulded body and/or that at least one outer side of the moulded
body is impregnated and/or that full impregnation of the moulded body is provided.
14. The construction element according to one of Claims 11 to 13, characterised in that the moulded body can be disintegrated in accordance with DIN EN 13432:2000.
15. A building part having a plurality of construction elements (1) according to Claims
11 to 14, wherein at least two adjacent construction elements (1) are connected to
each other in a form-fitting, force-fitting and/or materially cohesive manner.
1. Procédé de fabrication d'un élément construction (1) en papier compressé et/ou en
carton compressé pour construire des parties de bâtiment statiquement porteuses ou
non porteuses, des morceaux de papier et/ou de carton (2) non déchiquetés étant compressés
les uns avec les autres à l'état de vrac non ordonné en au moins un processus de compression
en un corps moulé,
caractérisé en ce
qu'au moins une partie des morceaux de papier et/ou de carton (2) est déformée par zones
lors de la compression, de sorte qu'après la compression, au moins une partie des
morceaux de papier et/ou de carton (2) compressés s'engagent les uns dans les autres
par zones et forment des liaisons par complémentarité de forme.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les morceaux de papier et/ou de carton (2) sont compressés les uns avec les autres
dans différentes dimensions et/ou différentes formes.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'après la compression, on relie les uns avec les autres les morceaux de papier et/ou
de carton (2) formant les corps moulés par complémentarité de forme ou par liaison
de matière.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que lors de l'empilage, on insère au moins un élément de rigidification entre les morceaux
de papier et/ou de carton (2) et en ce qu'on compresse les morceaux de papier et/ou de carton (2) ensemble avec l'élément de
rigidification.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on relie ensemble une pluralité d'éléments de rigidification prévus dans et/ou sur
le corps moulé.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on pose une face extérieure du corps moulé dans un produit d'imprégnation liquide,
le corps moulé étant imprégné par l'effet de forces capillaires, à partir de la surface
des morceaux de papier et/ou de carton (2) jusque dans la profondeur du corps moulé.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on revêt au moins une face extérieure du corps moulé avec un produit d'imprégnation.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu une vitrification de surface du corps moulé.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on compresse les morceaux de papier et/ou de carton (2) en l'absence d'adjuvants.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on compresse des morceaux de papier et/ou de carton (2) non traités chimiquement et/ou
mécaniquement.
11. Elément de construction (1) en papier compressé et/ou en carton compressé pour construire
des parties de bâtiment statiquement porteuses ou non porteuses, que l'on peut obtenir
selon l'une quelconque des revendications 1 à 10 précédentes, comportant un corps
moulé constitué de morceaux de papier et/ou de carton (2) compressés ensemble à l'état
de vrac non ordonné, caractérisé en ce que le corps moulé comporte des morceaux de papier et/ou de carton (2) s'engageant les
uns dans les autres par zones et des liaisons par complémentarité de forme et en ce que les liaisons peuvent être obtenues pas déformation lors de la compression des morceaux
de papier et/ou de carton (2).
12. Elément de construction selon la revendication 11, caractérisé en ce qu'au moins 10 % des morceaux de papier et/ou de cartons (2) compressés ensemble présentent
un grammage supérieur à 4,0 cm2.
13. Elément de construction selon l'une quelconque des revendications 11 ou 12, caractérisé en ce qu'au moins un élément de rigidification est prévu dans et/ou sur le corps moulé et est
relié avec le corps moulé et/ou en ce qu'au moins une face extérieure du corps moulé est imprégnée et/ou que l'imprégnation
à coeur du corps moulé est prévue.
14. Elément de construction selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, caractérisé en ce que le corps moulé est désintégrable selon la norme DIN EN 13432 : 2000.
15. Partie de bâtiment comportant une pluralité d'éléments de construction (1) selon les
revendications 11 à 14, au moins deux éléments de construction (1) voisins étant reliés
ensemble par complémentarité de forme et/ou de force et/ou par liaison de matière.