[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vereinzelung von Wertscheinen eines Wertscheinstapels.
Die Vorrichtung umfasst eine antreibbare Abzugswalze, eine erste Vereinzelungswalze
und eine zweite Vereinzelungswalze. Die Abzugswalze kontaktiert den der Abzugswalze
zugewandten ersten Wertschein des Wertscheinstapels und transportiert den ersten Wertschein
in Transportrichtung in Richtung der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze.
Die erste Vereinzelungswalze und die zweite Vereinzelungswalze sind derart antreibbar,
dass die angetriebene Vereinzelungswalze den ersten Wertschein in Transportrichtung
transportiert, wenn der erste Wertschein die angetriebene Vereinzelungswalze kontaktiert.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Vereinzelung von Wertscheinen eines
Wertscheinstapels.
[0002] Die Vorrichtung und das Verfahren werden insbesondere in Verbindung mit Geldautomaten,
automatischen Kassensystemen und automatischen Tresorkassen verwendet, aus denen Wertscheine,
insbesondere Banknoten, ausgegeben werden. Die Wertscheine werden hierbei in gestapelter
Form, vorzugsweise in einer Geldkassette, aufbewahrt. Für die Ausgabe der Wertscheine
werden die auszugebenden Wertscheine von dem Wertscheinstapeln einzeln abgezogen und
entlang eines Transportpfades zu einem Ausgabefach transportiert. Der Abzug und die
Vereinzelung der Wertscheine erfolgen mit Hilfe eines Abzugs- und Vereinzelungsmoduls.
Das Abzugs- und Vereinzelungsmodul umfasst eine Abzugswalze durch die ein der Abzugswalze
zugewandter erster Wertschein des Wertscheinstapels vom Wertscheinstapel abgezogen
wird und in Richtung zweier Vereinzelungswalzen des Abzugs- und Vereinzelungsmoduls
transportiert wird. Aufgrund von zwischen den Wertscheinen des Wertscheinstapels wirkenden
Kräften, insbesondere Adhäsionskräften, kann es dazu kommen, dass mit dem ersten Wertschein
ein in der Stapelfolge des Wertscheinstapels unmittelbar nach dem ersten Wertschein
angeordneter zweiter Wertschein mit abgezogen wird und ebenfalls in Richtung der beiden
Vereinzelungswalzen transportiert wird. Die beiden Vereinzelungswalzen dienen dazu,
einen Doppelabzug von zwei Wertscheinen zu verhindern, bei dem die beiden aneinanderhaftenden
Wertscheine zusammen entlang des Transportpfades zum Ausgabefach transportiert werden
würden. Zur Verhinderung eines solchen Doppelabzugs ist eine erste der beiden Vereinzelungswalzen
derart angetrieben, dass der erste Wertschein durch den Kontakt mit dieser ersten
Vereinzelungswalze in Transportrichtung transportiert wird. Die zweite Vereinzelungswalze
dagegen ist drehfest angeordnet, so dass der an dem ersten Wertschein haftende zweite
Wertschein bei dem Kontakt mit der zweiten Vereinzelungswalze nicht weiter in Transportrichtung
transportiert wird und sich von dem ersten Wertschein löst.
[0003] Die zwischen den Wertscheinen des Wertscheinstapels wirkenden Kräfte können beispielsweise
in Abhängigkeit des Materials der Wertscheine, den klimatischen Bedingungen und/oder
Verschmutzungen der Wertscheine, sehr unterschiedlich sein. Dementsprechend sind auch
die für die Vereinzelung der Wertscheine notwendigen Reibungskräfte, die durch die
Vereinzelungswalzen auf die Wertscheine ausgeübt werden müssen, sehr unterschiedlich.
Sind die Vereinzelungswalzen derart angeordnet, dass nur geringe Reibungskräfte auf
die Wertscheine wirken, so kann es passieren, dass Wertscheine, zwischen denen große
Adhäsionskräfte wirken, zusammen abgezogen werden. Sind die Vereinzelungswalzen dagegen
derart angeordnet, dass durch sie große Kräfte auf die Wertscheine ausgeübt werden,
so führt dies zu einem hohen Verschleiß der Vereinzelungswalzen und der Wertscheine.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Vereinzelung
von Wertscheinen eines Wertscheinstapels anzugeben, bei denen ein zuverlässiger Abzug
und eine zuverlässige Vereinzelung der Wertscheine gewährleistet ist und bei denen
die auf die Wertscheinen ausgeübten Kräfte während des Betriebs veränderbar sind.
[0005] Diese Aufgabe wird jeweils durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 16 gelöst. Ferner wird
die Aufgabe jeweils durch ein Verfahren mit den Merkmalen eines unabhängigen Verfahrensanspruchs
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in abhängigen Patentansprüchen
angegeben.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung umfasst die Vorrichtung zur Vereinzelung
von Wertscheinen eines Wertscheinstapels eine antreibbare Abzugswalze, eine erste
Vereinzelungswalze, eine zweite Vereinzelungswalze, eine Antriebseinheit zum Antreiben
der Abzugswalze und eine Steuereinheit. Die Abzugswalze kontaktiert den der Abzugswalze
zugewandten ersten Wertschein des Wertscheinstapels und transportiert diesen Wertschein
in Transportrichtung in Richtung der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze.
Die erste Vereinzelungswalze oder die zweite Vereinzelungswalze ist derart antreibbar,
dass die angetriebene Vereinzelungswalze den ersten Wertschein in Transportrichtung
transportiert, wenn der erste Wertschein die angetriebene Vereinzelungswalze kontaktiert.
Die erste Vereinzelungswalze weist mindestens eine umlaufende Vertiefung auf. Die
erste Vereinzelungswalze und die zweite Vereinzelungswalze sind derart angeordnet,
dass zumindest ein Teil der zweiten Vereinzelungswalze innerhalb der Vertiefung der
ersten Vereinzelungswalze anordenbar ist. Die Steuereinheit stellt die Überlappungstiefe
ein, um die die zweite Vereinzelungswalze in die Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze
hineinragt. Die beiden Vereinzelungswalzen können sowohl ein- als auch mehrteilig
ausgebildet sein. Insbesondere kann die erste Vereinzelungswalze zwei in einem Abstand
zueinander angeordnete Rollen umfassen. Durch die zwischen den beiden Rollen ausgebildete
Aussparung ist die umlaufende Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze ausgebildet.
[0007] Über die Überlappungstiefe können auf einfache Weise die durch die beiden Vereinzelungswalzen
auf einen zwischen den Vereinzelungswalzen angeordneten Wertschein ausgeübten Kräfte,
insbesondere die Normalkräfte, und somit auch die für die Vereinzelung mehrerer aneinanderhaftender
Wertscheine notwendigen Reibkräfte gesteuert werden. Je größer die Überlappungstiefe
ist, umso größer sind die auf zwischen den Vereinzelungswalzen angeordneten Wertscheinen
ausgeübten Kräfte. Durch das Einstellen der Überlappungstiefe mit Hilfe der Steuereinheit
können die auf die Wertscheine ausgeübten Reibkräfte jederzeit derart angepasst werden,
dass die für die Vereinzelung der Wertscheine notwendigen Reibkräfte auf die Wertscheine
ausgeübt werden. Insbesondere können die Reibkräfte auf diese Weise an die jeweils
zwischen den Wertscheinen wirkenden Kräfte, insbesondere die zwischen den Wertscheinen
wirkenden Haft- und/oder Adhäsionskräfte, angepasst werden. Die zwischen den Wertscheinen
wirkenden Kräfte hängen beispielsweise von dem Material der Wertscheine, der Luftfeuchtigkeit
und/oder der Verschmutzung der Wertscheine ab. Ferner sind Reibkräfte von dem Elastizitätsmodul
der Wertscheine abhängig.
[0008] Es ist vorteilhaft, wenn mindestens eine Stelleinheit zum Einstellen des Abstandes
zwischen der Längsachse der ersten Vereinzelungswalze und der Längsachse der zweiten
Vereinzelungswalze zum Verändern der Überlappungstiefe der ersten Vereinzelungswalze
und der zweiten Vereinzelungswalze in Abhängigkeit von durch die Steuereinheit erzeugten
Steuerdaten vorgesehen ist. Der Abstand wird insbesondere derart eingestellt, dass
die Längsachsen der Vereinzelungswalzen jederzeit parallel zueinander verlaufen. Hierdurch
kann die Überlappungstiefe auf einfache Weise eingestellt werden, ohne dass die Gefahr
eines Verkantens der beiden Vereinzelungswalzen besteht.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die erste Vereinzelungswalze
auf einer ersten Welle und die zweite Vereinzelungswalze auf einer parallel zur ersten
Welle verlaufenden zweiten Welle angeordnet. Ferner ist auf der ersten Welle eine
mindestens eine umlaufende Vertiefung aufweisende dritte Vereinzelungswalze angeordnet.
Ebenso ist auf der zweiten Welle eine vierte Vereinzelungswalze angeordnet. Die dritte
Vereinzelungswalze und die vierte Vereinzelungswalze sind derart angeordnet, dass
zumindest ein Teil der vierten Vereinzelungswalze innerhalb der Vertiefung der dritten
Vereinzelungswalze anordenbar ist. Die erste Vereinzelungswalze und die dritte Vereinzelungswalze
sind jeweils drehfest mit der ersten Welle verbunden, die zweite Vereinzelungswalze
und die vierte Vereinzelungswalze sind jeweils drehfest mit der zweiten Welle verbunden.
Durch die Verwendung mehrerer jeweils paarweise ineinander greifender Vereinzelungswalzen
wird eine gleichmäßige Ausübung der für die Vereinzelung notwendigen Reibkräfte über
die gesamte Länge der zu vereinzelnden Wertscheine erreicht, so dass einem Schiefeinzug
von Wertscheinen vorgebeugt wird.
[0010] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung können auch mehr als vier Vereinzelungswalzen,
insbesondere sechs oder acht Vereinzelungswalzen vorgesehen sein. Ebenso können auf
einer der Wellen eine lange Vereinzelungswalze und auf der anderen Welle mehrere kurze
Vereinzelungswalzen angeordnet sein.
[0011] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die erste, die zweite, die dritte und/oder die vierte
Vereinzelungswalze jeweils mindestens zwei umlaufende Vertiefungen aufweisen und die
Vertiefungen derart angeordnet sind, dass die erste Vereinzelungswalze und die zweite
Vereinzelungswalze sowie die dritte Vereinzelungswalze und die vierte Vereinzelungswalze
zum Erzeugen der Überlappungstiefe einander überlappend anordenbar sind. Hierdurch
wird eine gleichmäßige, sichere Übertragung der für die Vereinzelung notwendigen Reibkräfte
auf die zu vereinzelnden Wertscheine sichergestellt und einem Verdrehen der Wertscheine
vorgebeugt.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine auf einer parallel zur
ersten Welle verlaufenden dritten Welle angeordnete und fest mit dieser verbundene
Transportwalze vorgesehen. Die Transportwalze ist in Transportrichtung der Wertscheine
gesehen hinter der zweiten Welle angeordnet und kontaktiert die erste Vereinzelungswalze,
wenn kein Wertschein durch den Kontakt mit der ersten Vereinzelungswalze und der Transportwalze
in Transportrichtung transportiert wird. Die dritte Welle ist insbesondere derart
angetrieben, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Transportwalze gleich der Umfangsgeschwindigkeit
der ersten Vereinzelungswalze ist. Die Umfangsgeschwindigkeit ist insbesondere gleich
der Transportgeschwindigkeit, so dass ein abzutransportierender Wertschein durch den
Kontakt mit der ersten Vereinzelungswalze und der Transportwalze mit Transportgeschwindigkeit
in Transportrichtung transportiert wird. Die erste Vereinzelungswalze und die Transportwalze
werden vorzugsweise mit Hilfe eines Hauptantriebs desjenigen Geldautomaten, in dem
die Vorrichtung zur Vereinzelung von Wertscheinen eingesetzt ist, angetrieben.
[0013] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die erste Vereinzelungswalze drehbar gelagert
ist und wenn die zweite Vereinzelungswalze drehfest gelagert ist. Hierdurch wird erreicht,
dass bei einem Doppelabzug der der ersten Vereinzelungswalze zugewandte erste Wertschein
durch den Kontakt mit der angetriebenen ersten Vereinzelungswalze weiter in Transportrichtung
transportiert wird, wohingegen der aufgrund der zwischen den Wertscheinen wirkenden
Kräfte an den ersten Wertschein anhaftende zweite Wertschein durch den Kontakt mit
der nicht angetriebenen zweiten Vereinzelungswalze abgebremst und von dem ersten Wertschein
losgelöst wird. Bei diesem Vereinzelungsvorgang müssen die durch die Vereinzelungswalzen
auf die Wertscheine ausgeübten Reibkräfte größer als die zwischen den Wertscheinen
wirkenden Kräfte sein, um diese zu überwinden und die Wertscheine zu vereinzeln.
[0014] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann auch die zweite Vereinzelungswalze
angetrieben sein. Die zweite Vereinzelungswalze ist in diesem Fall mit dem gleichen
Drehsinn wie die erste Vereinzelungswalze angetrieben. Hierdurch wird erreicht, dass
der der zweiten Vereinzelungswalze zugewandte zweite Wertschein durch den Kontakt
mit der zweiten Vereinzelungswalze entgegen der Transportrichtung zurück in Richtung
des Wertscheinstapels transportiert wird.
[0015] Es ist vorteilhaft, wenn ein Dickensensor zur Ermittlung der Dicke eines oder mehrerer
einander überlappender Wertscheine, die sich zumindest teilweise zwischen oder kurz
vor der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze befinden, vorgesehen
ist. Als Dickensensor wird insbesondere ein Hallsensor verwendet. Es ist besonders
vorteilhaft, wenn die Steuereinheit die mit Hilfe des Dickensensors ermittelte Dicke
mit einer voreingestellten Maximaldicke vergleicht und eine Maximalüberlappungstiefe,
um die die zweite Vereinzelungswalze in die Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze
hineinragt, einstellt, wenn die ermittelte Dicke größer als die Maximaldicke ist.
Die Maximaldicke ist insbesondere größer als die Dicke des dicksten zu handhabenden
Wertscheins aber geringer als die doppelte Dicke des dünnsten zu handhabenden Wertscheins.
Ergibt der Vergleich der ermittelten Dicke mit der Maximaldicke, dass die ermittelte
Dicke größer als die Maximaldicke ist, so wurde mehr als ein Wertschein vom Wertscheinstapel
angezogen. Die Steuereinheit steuert in diesem Fall die Vereinzelungswalzen derart
an, dass die Maximalüberlappungstiefe schnellstmöglich erreicht wird und somit verhindert
wird, dass mehr als ein Wertschein zwischen der ersten und der zweiten Vereinzelungswalze
in Transportrichtung hindurchtransportiert wird. Durch das Einstellen der maximalen
Überlappungstiefe werden vergleichsweise große Normalkräfte auf die Wertscheine ausgeübt,
so dass auch die zwischen den Wertscheinen und der ersten und der zweiten Vereinzelungswalze
wirkenden Reibkräfte vergleichsweise groß sind.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Dickensensor ein erster
Dickensensor zum Ermitteln der Dicke von einander überlappenden Wertscheinen an einer
ersten Stelle. Ferner ist ein zweiter Dickensensor zum Ermitteln der Dicke von einander
überlappenden Wertscheinen an einer zweiten Stelle vorgesehen. Die Steuereinheit vergleicht
die mit Hilfe der Dickensensoren ermittelten Dicken mit einer voreingestellten Maximaldicke
und stellt eine voreingestellte Schiefeinzugsüberlappungstiefe ein, um die die zweite
Vereinzelungswalze in die Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze hineinragt, wenn
mindestens eine der ermittelten Dicken größer als die Maximaldicke ist und wenn die
Differenz zwischen den ermittelten Dicken größer als eine Maximaldifferenz ist. Durch
die Verwendung von zwei Dickensensoren kann ein Schiefeinzug von sich überlappenden
Wertscheinen ermittelt werden. Liegt ein Schiefeinzug von mehreren sich überlappenden
Wertscheinen vor, so wird nicht die Maximalüberlappungstiefe, sondern nur eine Schiefeinzugsüberlappungstiefe,
die geringer ist als die Maximalüberlappungstiefe, eingestellt.
[0017] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Abzugswalze zum Transport des ersten
Wertscheins in Richtung der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze
in eine Abzugsrichtung antreibbar ist und wenn die Abzugswalze zum Wiederzuführen
eines in der Stapelreihenfolge des Wertscheinstapels nach dem ersten Wertschein angeordneten
und beim Transport des ersten Wertscheins zusammen mit diesem vom Wertscheinstapel
abgezogen zweiten Wertscheins zum Wertscheinstapel entgegen der Abzugsrichtung antreibbar
ist. Hierdurch wird erreicht, dass der zweite Wertschein auf einfache Weise wieder
dem Wertscheinstapel zuführbar ist und somit fälschlicherweise abgezogene Wertscheine
wieder ordnungsgemäß im Wertscheinstapel stapelbar sind.
[0018] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ein Sensor zur
Ermittlung der Rückzugsstrecke, um die die Abzugswalze den Wertschein beim Wiederzuführen
zum Wertscheinstapel zurücktransportieren muss, vorgesehen. Die Rückzugsstrecke wird
auch als Eintauchtiefe bezeichnet und ist ein Maß dafür, wie sicher der Vereinzelungsvorgang
ist. Je größer die Rückzugsstrecke ist, umso weiter wurde der zweite Wertscheine zusammen
mit dem ersten Wertschein in Richtung der ersten oder zweiten Vereinzelungswalze transportiert.
Der Sensor zum Ermitteln der Rückzugsstrecke ermittelt insbesondere den Winkel, um
den die Abzugswalze beim Wiederzuführen des zweiten Wertscheins entgegen der Abzugsrichtung
gedreht wird. Alternativ kann die Rückzugsstrecke auch mit Hilfe des Dickensensors
ermittelt werden. In diesem Fall sind der Dickensensor zur Ermittlung der Dicke sich
überlappender Wertscheine und der Sensor zur Ermittlung der Rückzugsstrecke identisch.
[0019] Ferner ist es vorteilhaft, wenn in einen Vereinzelungsmodus die zweite Vereinzelungswalze
um eine Vereinzelungsüberlappungstiefe innerhalb der Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze
angeordnet ist und wenn in einem Abfangmodus die zweite Vereinzelungswalze um eine
Abfangüberlappungstiefe innerhalb der Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze angeordnet
ist. Die Abfangüberlappungstiefe ist mindestens so groß wie die Vereinzelungsüberlappungstiefe.
Vorzugsweise ist die Abfangüberlappungstiefe größer als die Vereinzelungsüberlappungstiefe.
Die Steuereinheit schaltet dann von dem Vereinzelungsmodus in den Abfangmodus, wenn
die ermittelte Rückzugsstrecke eine voreingestellte maximal zulässige Rückzugsstrecke
überschreitet und/oder wenn die mit Hilfe eines Dickensensors zur Ermittlung der Dicke
mehrere einander überlappender Wertscheine ermittelte Dicke größer als eine voreingestellte
maximal zulässige Dicke ist. Ist die ermittelte Rückzugsstrecke größer als die maximal
zulässige Rückzugsstrecke und/oder ist die ermittelte Dicke größer als die maximal
zulässige Dicke, so besteht die Gefahr, dass mehrere aneinanderhaftende Wertscheine
zwischen der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze hindurchtransportiert
werden und eine planmäßige Vereinzelung der Wertscheine nicht gewährleistet ist. Durch
das Umschalten in den Abfangmodus und die damit verbundene Einstellung einer größeren
Überlappungstiefe werden die zwischen den Wertscheinen und der ersten und der zweiten
Vereinzelungswalze wirkenden Reibkräfte erhöht, so dass die aneinanderhaftenden Wertscheine
voneinander getrennt werden.
[0020] Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit einen Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe
und einen Einstellwert der Abfangüberlappungstiefe getrennt voneinander in Abhängigkeit
der ermittelten Rückzugsstrecke und/oder der ermittelten Dicke verändert oder beibehält.
Der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe bzw. der Abfangüberlappungstiefe
gibt insbesondere diejenige Überlappungstiefe an, die beim nächsten Wertscheinabzug
je nach aktiviertem Modus eingestellt wird. Durch die getrennte Änderung des Einstellwerts
der Vereinzelungsüberlappungstiefe und des Einstellwerts der Abfangüberlappungstiefe
wird erreicht, dass die Abfangüberlappungstiefe im Vergleich zur Vereinzelungsüberlappungstiefe
jederzeit so groß ist, dass durch ein Einstellen der Abfangüberlappungstiefe eine
sichere Vereinzelung der Wertscheine gewährleistet ist. Hierzu wird der Einstellwert
der Abfangüberlappungstiefe nur in kleineren Schritten als der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe
verringert bzw. umgekehrt der Einstellwert der Abfangüberlappungstiefe in größeren
Schritten als der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe erhöht.
[0021] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit die ermittelte Rückzugsstrecke
mit einer voreingestellten Soll-Rückzugsstrecke vergleicht und wenn die Steuereinheit
einen Einstellwert der Überlappungstiefe in Abhängigkeit des Ergebnisses dieses Vergleichs
verändert oder beibehält. Der Einstellwert der Überlappungstiefe gibt insbesondere
diejenige Überlappungstiefe an, die beim nächsten Wertscheinabzug eingestellt wird.
Der Einstellwert wird vorzugsweise dann beibehalten, wenn die ermittelte Rückzugsstrecke
und die Soll-Rückzugsstrecke gleich sind oder Differenz zwischen der ermittelten Rückzugstrecke
und der Soll-Rückzugsstrecke kleiner als eine voreingestellte Maximaldifferenz ist.
Die Soll-Rückzugsstrecke ist insbesondere derart voreingestellt, dass bei einem Wertschein,
der um die Soll-Rückzugsstrecke zum Wertscheinstapel zurücktransportiert werden muss,
noch keine Gefahr besteht, dass dieser Wertschein zusammen mit dem eigentlich abzutransportierenden
Wertschein zwischen der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze
hindurch transportiert wird. Ist die ermittelte Rückzugsstrecke größer als die Soll-Rückzugsstrecke,
so erhöht die Steuereinheit bei dem Abzug des nächsten Wertscheins von vornherein
die Überlappungstiefe, so dass die Gefahr, dass mehrere Wertscheine zusammen zwischen
der ersten und der zweiten Vereinzelungswalze hindurchtransportiert werden, verringert
wird.
[0022] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit die ermittelte Dicke mit
einer voreingestellten Soll-Dicke vergleicht und wenn die Steuereinheit den Einstellwert
der Überlappungstiefe in Abhängigkeit des Ergebnisses dieses Vergleiches beibehält
oder ändert. Die Soll-Dicke ist vorzugsweise derart voreingestellt, dass sie größer
ist als die Dicke des dicksten zu handhabenden Wertscheins aber geringer ist als die
doppelte Dicke des dünnsten zu handhabenden Wertscheins. Ist die ermittelte Dicke
größer als diese voreingestellte Soll-Dicke, so haften mehrere Wertscheine aneinander.
In diesem Fall erhöht die Steuereinheit den Einstellwert der Überlappungstiefe, um
somit eine Vereinzelung der aneinanderhaftenden Wertscheine und den Transport nur
eines Wertscheines zwischen der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten Vereinzelungswalze
hindurch sicherzustellen.
[0023] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vereinzelung von Wertscheinen
eines Wertscheinstapels mit einer antreibbaren Abzugswalze, einer ersten Vereinzelungswalze,
einer zweiten Vereinzelungswalze, einer Antriebseinheit zum Antreiben der Abzugswalze
und eine Steuereinheit zum Steuern der Antriebseinheit. Die Abzugswalze kontaktiert
den der Abzugswalze zugewandten ersten Wertschein des Wertscheinstapels. Die Abzugswalze
ist mit Hilfe der Antriebseinheit derart in eine Abzugsrichtung antreibbar, dass sie
den ersten Wertschein in Transportrichtung in Richtung der ersten Vereinzelungswalze
und der zweiten Vereinzelungswalze transportiert. Ebenso ist die Abzugswalze mit Hilfe
der Antriebseinheit entgegen der Abzugsrichtung antreibbar. Die erste Vereinzelungswalze
und die zweite Vereinzelungswalze sind derart antreibbar, dass die angetriebene Vereinzelungswalze
den ersten Wertschein in Transportrichtung transportiert, wenn der erste Wertschein
die angetriebene Vereinzelungswalze kontaktiert. Die erste Vereinzelungswalze und
die zweite Vereinzelungswalze sind derart angeordnet, dass zumindest ein Teil der
zweiten Vereinzelungswalze innerhalb einer umlaufenden Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze
anordenbar ist. Da die Abzugswalze mit Hilfe der Antriebseinheit auch entgegen der
Abzugsrichtung antreibbar ist, ist ein zusammen mit dem ersten Wertschein von dem
Wertscheinstapel abgezogener zweiter Wertschein, nachdem der erste und der zweite
Wertschein durch die erste und zweite Vereinzelungswalze voneinander getrennt wurden,
mit Hilfe der Abzugswalze wieder dem Wertscheinstapel zuführbar.
[0024] Die Antriebseinheit ist insbesondere eine erste Antriebseinheit, die ausschließlich
zum Antreiben der Abzugswalze dient. Ferner ist eine zweite Antriebseinheit vorgesehen,
durch die die erste und die zweite Vereinzelungswalze angetrieben werden. Die zweite
Antriebseinheit ist insbesondere ein Hauptantrieb desjenigen Automaten, in dem die
Vorrichtung verwendet wird.
[0025] Es ist vorteilhaft, wenn die Antriebseinheit einen Gleichstrommotor und einen Tachogenerator
umfasst. Über den Gleichstrommotor ist sowohl eine Drehzahlregelung als auch eine
Stromregelung einfach möglich. Mit Hilfe des Tachogenerators ist die Ist-Drehzahl
der Abzugswalze bzw. einer Welle, auf der die Abzugswalze angeordnet ist, auf einfache
Weise ermittelbar.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung treibt die Antriebseinheit die
Abzugswalze beim Transport des ersten Wertscheins in Richtung der ersten Vereinzelungswalze
und der zweiten Vereinzelungswalze mit einer konstanten voreingestellten Drehzahl
an. Die Drehzahl ist insbesondere derart gewählt, dass die Umfangsgeschwindigkeit
der Abzugswalze gleich der Umfangsgeschwindigkeit der ersten Vereinzelungswalze ist,
so dass ein gleichmäßiger Transport der Wertscheine mit einer konstanten Transportgeschwindigkeit
erreicht wird, wodurch Wertscheinstaus vermieden werden.
[0027] Ferner ist es vorteilhaft, eine Transportwalze vorzusehen, die in Transportrichtung
der Wertscheine gesehen hinter der zweiten Vereinzelungswalze angeordnet ist. Die
Transportwalze kontaktiert die erste Vereinzelungswalze, wenn kein Wertschein durch
den Kontakt mit der ersten Vereinzelungswalze und der Transportwalze in Transportrichtung
transportiert wird. Die Antriebseinheit beaufschlagt die Abzugswalze mit einem Abzugsgegenmoment,
sobald der erste Wertschein die Transportwalze kontaktiert. Durch den Kontakt des
ersten Wertscheins mit der Transportwalze und mit der ersten Vereinzelungswalze wird
der Wertschein weiter mit Transportgeschwindigkeit in Transportrichtung transportiert.
Trotz des Abzugsgegenmoments wird die Abzugswalze solange derart angetrieben, dass
die Umfangsgeschwindigkeit gleich der Transportgeschwindigkeit ist, solange der erste
Wertschein die Abzugswalze kontaktiert. Durch das Abzugsgegenmoment wird erreicht,
dass sich die Drehzahl der Abzugswalze verringert, sobald der erste Wertschein den
Kontakt zur Abzugswalze verliert. Über den Tachogenerator ist diese Verringerung der
Drehzahl der Abzugswalze einfach ermittel- und steuerbar.
[0028] Die Antriebseinheit beaufschlagt die Abzugswalze vorzugsweise mit einem Bremsgegenmoment,
sobald der erste Wertschein die Abzugswalze nicht mehr kontaktiert. Das Bremsgegenmoment
ist vorzugsweise deutlich größer als das Abzugsgegenmoment. Insbesondere wird die
Antriebseinheit der Abzugswalze zum Erzeugen des Bremsgegenmomentes umgepolt und mit
einem maximal zulässigen Gegenstrom beaufschlagt, so dass die Abzugswalze so schnell
wie möglich abgebremst wird, damit ein zusammen mit dem ersten Wertschein abgezogener
an dem ersten Wertschein anhaftender zweiter Wertschein zurückgehalten wird, vorzugsweise
bevor er in den Kontaktbereich zwischen der ersten Vereinzelungswalze und der zweiten
Vereinzelungswalze eintritt.
[0029] Es ist vorteilhaft, wenn die Antriebseinheit die Abzugswalze mit einem Rückzugsgegenmoment
beaufschlagt, sobald die Abzugswalze aufgrund des Bremsgegenmomentes eine Drehzahl
von Null erreicht hat und wenn die Antriebseinheit die Abzugswalze durch das Rückzugsgegenmoment
entgegen der Abzugsrichtung antreibt, so dass ein in der Stapelreihenfolge des Wertscheinstapels
nach dem ersten Wertschein angeordneter und beim Transport des ersten Wertscheins
zusammen mit diesem vom Wertscheinstapel abgezogener zweiter Wertschein dem Wertscheinstapel
wieder zugeführt wird. Das Rückzugsgegenmoment ist insbesondere derart voreingestellt,
dass die Abzugswalze nicht bei dem Kontakt mit dem Wertschein durchdreht.
[0030] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vereinzelung von Wertscheinen
eines Wertscheinstapels. Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe einer Abzugswalze ein
der Abzugswalze zugewandter erster Wertschein des Wertscheinstapels in Richtung einer
ersten Vereinzelungswalze und einer zweiten Vereinzelungswalze in Transportrichtung
transportiert. Die erste Vereinzelungswalze oder die zweite Vereinzelungswalze wird
derart angetrieben, dass der erste Wertschein durch die angetriebene Vereinzelungswalze
in Transportrichtung transportiert wird, wenn der erste Wertschein die angetriebene
Vereinzelungswalze kontaktiert. Ferner wird die Überlappungstiefe, um die die zweite
Vereinzelungswalze in eine umlaufende Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze hineinragt,
verändert.
[0031] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vereinzelung von Wertscheinen
eines Wertscheinstapels. Bei dem Verfahren wird mit Hilfe einer Abzugswalze ein der
Abzugswalze zugewandter erster Wertschein des Wertscheinstapels in Richtung einer
ersten Vereinzelungswalze und einer zweiten Vereinzelungswalze in Transportrichtung
transportiert. Die Abzugswalze wird mit Hilfe einer Antriebseinheit zum Transport
des ersten Wertscheins in Transportrichtung in eine Abzugsrichtung angetrieben. Die
erste Vereinzelungswalze oder die zweite Vereinzelungswalze wird derart angetrieben,
dass der erste Wertschein durch die angetriebene Vereinzelungswalze in Transportrichtung
transportiert wird, wenn der erste Wertschein die angetriebene Vereinzelungswalze
kontaktiert. Ferner wird die Abzugswalze zum Wiederzuführen eines in der Stapelreihenfolge
des Wertscheinstapels nach dem ersten Wertschein angeordneten und beim Transport des
ersten Wertscheins zusammen mit diesem vom Wertscheinstapel abgezogenen zweiten Wertscheins
zum Wertscheinstapel mit Hilfe der Antriebseinheit entgegen der Abzugsrichtung angetrieben.
[0032] Die zuvor für Doppelabzüge beschriebenen Ausführungen gelten analog auch für Mehrfachabzüge,
bei den 2 oder mehr Wertscheine vom Wertscheinstapel abgezogen und zwischen den Vereinzelungswalzen
hindurch zum Transportpfad transportiert werden. Alle zuvor beschriebenen Gegenmomente
sind entgegen der Abzugsrichtung gerichtet.
[0033] Eine Vorrichtung mit den Merkmalen eines der unabhängigen Vorrichtungsansprüche kann
mit den Merkmalen bzw. einem der Merkmale des anderen unabhängigen Vorrichtungsanspruchs
weitergebildet werden. Ebenso kann die Vorrichtung mit den Merkmalen eines der unabhängigen
Vorrichtungsansprüche auf dieselbe Weise weitergebildet werden wie die Vorrichtung
gemäß dem anderen unabhängigen Vorrichtungsanspruch, insbesondere mit dem in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben Merkmalen.
[0034] Die durch die unabhängigen Verfahrensansprüche spezifizierten Verfahren können in
gleicher Weise weitergebildet werden, wie eine Vorrichtung nach einem der unabhängigen
Vorrichtungsansprüche. Insbesondere können die Verfahren mit den in den auf eine der
Vorrichtungen rückbezogenen abhängigen Patentansprüchen angegebenen Merkmalen bzw.
entsprechenden Verfahrensmerkmalen weitergebildet werden.
[0035] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung,
die die Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Figuren anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0036] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittdarstellung durch ein Ab- zugs- und Vereinzelungsmodul und
durch eine Wert- scheinkassette;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Vereinzelungs- einheit des Abzugs- und Vereinzelungsmoduls
nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische perspektivische Darstellung ei- nes Ausschnitts der Vereinzelungseinheit
nach Fig. 2;
- Fig. 4
- ein Ablaufdiagramm der Steuerung einer Abzugswal- ze;
- Fig. 5
- ein Ablaufdiagramm der Steuerung des Abzugs- und Vereinzelungsmoduls bei einem Wertscheinabzug;
- Fig. 6
- ein Ablaufdiagramm der Einstellung der Überlap- pungstiefe von Vereinzelungswalzen
des Abzugs- und Vereinzelungsmoduls; und
- Fig. 7
- drei Diagramme der Einstellwerte und des Ist- Wertes der Überlappungstiefe während
einer Viel- zahl von Wertscheinabzügen.
[0037] In Fig. 1 ist eine schematische Darstellung eines Schnitts durch eine Wertscheinkassette
12 und ein Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 zum Abziehen und Vereinzeln von Wertscheinen
14, 36, 38 eines Wertscheinstapels 16 dargestellt. Das Abzugs- und Vereinzelungsmodul
10 wird vorzugsweise in Verbindung mit Geldautomaten, automatischen Kassensystemen
und/oder automatischen Tresorkassen eingesetzt, bei denen Wertscheine 14, 36, 38 von
einem Wertscheinstapel 16 abgezogen und an eine Bedienperson über ein Ausgabefach
ausgegeben werden. Für die Ausgabe der Wertscheine 14, 36, 38 müssen die Wertscheine
14, 36, 38 von dem Wertscheinstapel 16 einzeln abgezogen werden und über einen Transportpfad
einzeln zum Ausgabefach transportiert werden. Das in Fig. 1 dargestellte Abzugs- und
Vereinzelungsmodul 10 dient dem ordnungsgemäßen einzelnen Abzug der Wertscheine 14,
36, 38 von dem Wertscheinstapel 16. Die Wertscheine 14, 36, 38 sind insbesondere Banknoten.
Alternativ können die Wertscheine 14, 36, 38 auch Belege oder Schecks sein.
[0038] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Wertscheine 14, 36, 38 in
einer Wertscheinkassette 12 gestapelt. Die Wertscheine 14, 36, 38 sind insbesondere
auf einer ihrer Längsseiten stehend in der Wertscheinkassette 12 gestapelt.
[0039] Das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 umfasst eine auf einer Abzugswelle 20 angeordnete
und drehfest mit dieser verbundene Abzugswalze 18. Ferner hat das Abzugs- und Vereinzelungsmodul
10 eine auf einer ersten Vereinzelungswelle 24 angeordnete und ebenfalls drehfest
mit dieser verbundene erste Vereinzelungswalze 22 und eine drehfest mit einer zweiten
Vereinzelungswelle 28 verbundene zweite Vereinzelungswalze 26. Darüber hinaus umfasst
das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 eine auf einer Transportwelle 32 angeordneten
und drehfest mit dieser verbundenen Transportwalze 30. Die erste Vereinzelungswelle
24 und die zweite Vereinzelungswelle 28 werden zusammen mit den auf ihnen angeordneten
Vereinzelungswalzen 22, 26 auch als Vereinzelungseinheit bezeichnet.
[0040] In der Wertscheinkassette 12 ist ein Andruckschlitten 34 angeordnet, der den Wertscheinstapel
16 in Richtung des Pfeils P1 drückt, so dass ein erster Wertschein 36 des Wertscheinstapels
16 gegen die Abzugswalze 18 gedrückt wird. Zum Abziehen des ersten Wertscheins 36
vom Wertscheinstapel 16 wird die Abzugswalze 18 mit Hilfe einer in Fig. 1 nicht dargestellten
Antriebseinheit in Abzugsrichtung angetrieben. Die Abzugsrichtung ist in Fig. 1 durch
den Pfeil P2 angedeutet. Die Antriebseinheit umfasst insbesondere einen Gleichstrommotor
und einen Tachogenerator zur Ermittlung der Drehzahl der Abzugswalze 18 bzw. der Abzugswelle
20. Der erste Wertschein 16 wird durch den Kontakt mit der in Abzugsrichtung P2 angetriebenen
Abzugswalze 18 in Richtung der ersten Vereinzelungswalze 22 und in Richtung der zweiten
Vereinzelungswalze 26 transportiert. Hierbei kann es dazu kommen, dass ein in der
Stapelreihenfolge des Stapels 16 unmittelbar nach dem ersten Wertschein 36 angeordneter
zweiter Wertschein 38 aufgrund von zwischen dem ersten Wertschein 36 und dem zweiten
Wertschein 38 wirkenden Kräften zusammen mit dem ersten Wertschein 36 vom Wertscheinstapel
16 abgezogen und in Richtung der Vereinzelungswalzen 22, 26 transportiert wird.
[0041] Werden die zusammen vom Wertscheinstapel 16 abgezogen Wertscheine 36, 38 zusammen
zwischen den Vereinzelungswalzen 22, 26 hindurchtransportiert, so werden sie gemeinsamen
dem Transportpfad zugeführt und somit zum Ausgabefach transportiert. Ein solches Abziehen
zweier Wertscheine 36, 38 und Hindurchtransportieren der zwei Wertscheine 36, 38 zwischen
den Vereinzelungswalzen 22, 26 wird auch als Doppelabzug bezeichnet. Ebenso kann es
auch zu Mehrfachabzügen kommen, bei denen zwei oder mehr Wertscheine 14, 36, 38 zusammen
vom Wertscheinstapel 16 abgezogen und zwischen den Vereinzelungswalzen 22, 26 hindurchtransportiert
werden.
[0042] Bei den zwischen dem ersten Wertschein 36 und dem zweiten Wertschein 38 wirkenden
Kräften handelt es sich insbesondere um Adhäsionskräfte. Die zwischen zwei Wertscheinen
36, 38 wirkenden Adhäsionskräfte können sehr unterschiedlich groß sein. Insbesondere
hängen die Adhäsionskräfte von dem Material der Wertscheine 36, 38, der Luftfeuchtigkeit
und/oder der Verschmutzung und den Beschädigungen der Wertscheine 36, 38 ab. Insbesondere
bei Banknoten aus Polymeren kann es, beispielweise in Folge von statischer Aufladung,
zu großen Adhäsionskräften zwischen den Wertscheinen 36, 38 kommen, so dass die Wahrscheinlichkeit
von Mehrfachabzügen hoch ist.
[0043] Die erste Vereinzelungswalze 22 ist in Richtung des Pfeils P3 antreibbar. Die erste
Vereinzelungswalze 22 ist insbesondere derart angetrieben, dass die Umfangsgeschwindigkeit
der ersten Vereinzelungswalze 22 gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Abzugswalze
18 ist. Die erste Vereinzelungswelle 24 und somit auch die erste Vereinzelungswalze
22 werden insbesondere mit Hilfe eines Hauptantriebes des Automaten, in dem das Abzugs-
und Vereinzelungsmodul 10 eingesetzt ist, angetrieben. Auf diese Weise kann auf eine
eigene Antriebseinheit für das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 verzichten werden.
Ebenso wird hierdurch erreicht, dass sowohl die erste Vereinzelungswalze 22 als auch
weitere für den späteren Transport der Wertscheine 14 entlang des Transportpfades
angetriebene Vereinzelungswalzen mit der gleichen Umfangsgeschwindigkeit angetrieben
werden, so dass die entlang des Transportpfades transportierten Wertscheine 14 mit
einer konstanten Transportgeschwindigkeit in Transportrichtung transportiert werden.
[0044] Die zweite Vereinzelungswelle 28 ist vorzugsweise drehfest angeordnet. Somit ist
auch die zweite Vereinzelungswalze 26 fix angeordnet, da sie drehfest mit der zweiten
Vereinzelungswelle 28 verbunden ist. Alternativ kann die zweite Vereinzelungswalze
26 auch in Richtung des Pfeils P5 angetrieben sein, so dass die erste Vereinzelungswalze
22 und die zweite Vereinzelungswalze 26 mit gleichem Drehsinn angetrieben sind.
[0045] Werden sowohl der erste Wertschein 36 als auch der zweite Wertschein 38 in Richtung
der ersten Vereinzelungswalze 22 und der zweiten Vereinzelungswalze 26 transportiert,
so kontaktiert der erste Wertschein 36 die Mantelfläche der ersten Vereinzelungswalze
22 und der zweite Wertschein 38 die Mantelfläche der zweiten Vereinzelungswalze 26.
Aufgrund der Reibung zwischen der ersten Vereinzelungswalze 22 und dem ersten Wertschein
36 wird von der ersten Vereinzelungswalze 22 eine Reibkraft auf den ersten Wertschein
36 ausgeübt. Aufgrund der Rotation der ersten Vereinzelungswalze 22 in Richtung des
Pfeils P3 ist die auf den ersten Wertschein 36 ausgeübte Reibkraft in die Transportrichtung
der Wertscheine 36, 38 gerichtet, so dass der erste Wertschein 36 weiter in Transportrichtung
in Richtung der Transportwalze 30 transportiert wird.
[0046] Der zweite Wertschein 38 kontaktiert die Mantelfläche der zweiten Vereinzelungswalze
26. Aufgrund der zwischen der zweiten Vereinzelungswalze 26 und dem zweiten Wertschein
38 wirkenden Reibung übt die zweite Vereinzelungswalze 26 eine Reibkraft auf den zweiten
Wertschein 38 aus. Da die zweite Vereinzelungswalze 26 drehfest angeordnet ist und
der zweite Wertschein 38 aufgrund der zwischen dem zweiten Wertschein 38 und dem ersten
Wertschein 36 wirkenden Kräfte, insbesondere Haft- und/oder Adhäsionskräfte, in Transportrichtung
bewegt wird, ist die von der zweiten Vereinzelungswalze 26 auf den zweiten Wertschein
38 ausgeübte Reibkraft entgegen der Transportrichtung gerichtet. Sind die durch die
Vereinzelungswalzen 22, 26 auf die Wertscheine 36, 38 ausgeübten Reibkräfte größer
als die zwischen dem ersten Wertschein 36 und dem zweiten Wertschein 38 wirkenden
Kräfte, so werden die Wertscheine 36, 38 voneinander getrennt und somit vereinzelt.
Nur der erste Wertschein 36 wird weiter in Transportrichtung zur Transportwalze 30
transportiert, wohingegen der zweite Wertschein 38 zurückgehalten wird.
[0047] Die Transportwalze 30 ist in Richtung des Pfeils P4 angetrieben. Die Transportwalze
30 ist insbesondere derart angetrieben, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Transportwalze
30 gleich der Umfangsgeschwindigkeit der ersten Vereinzelungswalze 22 und somit auch
gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Abzugswalze 18 und der Transportgeschwindigkeit
der Wertscheine 14, 36, 38 ist. Der zwischen der ersten Vereinzelungswalze 22 und
der zweiten Vereinzelungswalze 26 hindurch transportierte erste Wertschein 36 wird
durch den Kontakt mit der ersten Vereinzelungswalze 22 und der Transportwalze 30 weiter
in Transportrichtung mit Transportgeschwindigkeit transportiert und dem Transportpfad
für auszugebende Wertscheine zugeführt. Die erste Vereinzelungswalze 22 wird auch
als Treibwalze bezeichnet, die zweite Vereinzelungswalze 26 wird auch als Gegenlaufwalze
bezeichnet.
[0048] Die Antriebseinheit zum Antrieb der Abzugswalze 18 ist derart ausgebildet, dass sie
die Abzugswalze 18 auch entgegen der Abzugsrichtung P2 antreiben kann. Durch den Kontakt
mit dem zweiten Wertschein 38, nachdem der erste Wertschein 36 zwischen den Vereinzelungswalzen
22, 26 hindurchtransportiert wurde, kann der zweite Wertschein 38 durch die Abzugswalze
18 wieder dem Wertscheinstapel 16 zugeführt werden, indem die Abzugswalze 18 entgegen
der Abzugsrichtung P2 angetrieben wird. Die Ansteuerung der Abzugswalze 18 wird später
in Verbindung mit Fig. 4 noch detailliert beschrieben.
[0049] In Fig. 2 ist eine schematische Darstellung der Vereinzelungseinheit des Abzugs-
und Vereinzelungsmoduls 10 nach Fig. 1 gezeigt. Elemente mit gleichem Aufbau oder
gleicher Funktion haben dieselben Bezugszeichen. Die Vereinzelungseinheit umfasst
neben den bereits in Fig. 1 gezeigten Vereinzelungswellen 24, 28 und den ebenfalls
in Fig. 1 bereits gezeigten Vereinzelungswalzen 22, 26 vier weitere Vereinzelungswalzen
40 bis 46. Die dritte Vereinzelungswalze 40, die fünfte Vereinzelungswalze 44 und
die sechste Vereinzelungswalze 46 sind auf der ersten Vereinzelungswelle 24 angeordnet
und drehfest mit dieser verbunden. Die vierte Vereinzelungswalze 42 ist auf der zweiten
Vereinzelungswelle 28 angeordnet und drehfest mit dieser verbunden. Die erste Vereinzelungswalze
22, die dritte Vereinzelungswalze 40, die fünfte Vereinzelungswalze 44 und die sechste
Vereinzelungswalze 46 sind vorzugsweise identisch ausgebildet. Ebenso sind die zweite
Vereinzelungswalze 26 und die vierte Vereinzelungswalze 42 vorzugsweise identisch
ausgebildet.
[0050] Die erste Vereinzelungswalze 22, die dritte Vereinzelungswalze 40, die fünfte Vereinzelungswalze
44 und die sechste Vereinzelungswalze 46 weisen jeweils drei umlaufende Vertiefungen
auf, von denen in Fig. 2 eine beispielhaft mit dem Bezugszeichen 48 bezeichnet ist.
Ebenso weisen die zweite Vereinzelungswalze 26 und vierte Vereinzelungswalze 42 jeweils
zwei umlaufende Vertiefungen auf, von denen eine beispielhaft mit dem Bezugszeichen
50 bezeichnet ist. Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung können die
Vereinzelungswalzen 22, 40, 44, 46 auch mehr oder weniger als drei umlaufende Vertiefungen
48 haben. Auch die Vereinzelungswalzen 26, 40 können mehr oder weniger als zwei umlaufende
Vertiefungen 50 aufweisen. Des Weiteren können die fünfte Vereinzelungswalze 44 und
die sechste Vereinzelungswalze 46 auch keine Vertiefungen aufweisen, sondern als Körper
mit zylindrischer Oberfläche ausgeführt sein.
[0051] Die Vereinzelungswalzen 22, 26, 40 bis 46 sind vorzugsweise jeweils einteilig ausgebildet.
Alternativ können die Vereinzelungswalzen 22, 26, 40 bis 46 auch mehrteilig ausgebildet
sein. Insbesondere kann jede Vereinzelungswalze 22, 26, 40 bis 46 jeweils aus mehreren
Rädern und jeweils zwischen zwei benachbarten Rädern angeordneten Abstandshaltern
aufgebaut sein, so dass die Vertiefungen 48, 50 jeweils zwischen zwei benachbarten
Rädern ausgebildet sind und die Breite der Vertiefung 48, 50 durch den Abstandshalter
vorgegeben ist. Alternativ kann jede Vereinzelungswalze 22, 26, 40 bis 46 auch jeweils
mehrere in einem vorgegebenen Abstand zueinander angeordnete Räder umfassen, die drehfest
mit der jeweiligen Vereinzelungswelle 24, 28 verbunden sind, aber untereinander weder
direkt noch über Abstandshalter miteinander verbunden sind.
[0052] Ferner umfasst das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 eine nicht dargestellte Stelleinheit,
über die der Abstand A zwischen der Längsachse der ersten Vereinzelungswelle 24 und
der Längsachse der zweiten Vereinzelungswelle 28 einstell- und veränderbar ist. Darüber
hinaus hat das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 eine ebenfalls nicht dargestellte
Steuereinheit, über die die Stelleinheit und somit der Abstand zwischen den Längsachsen
der Vereinzelungswellen 24, 28 gesteuert wird.
[0053] Die erste Vereinzelungswalze 22, die zweite Vereinzelungswalze 26, die dritte Vereinzelungswalze
40 und die vierte Vereinzelungswalze 42 sind derart angeordnet, dass jeweils ein Teil
der zweiten Vereinzelungswalze 26 in eine der Vertiefungen 48 der ersten Vereinzelungswalze
22 hineinragt und dass umgekehrt jeweils ein Teil der ersten Vereinzelungswalze 22
in jeweils eine Vertiefung 50 der zweiten Vereinzelungswalze 26 hineinragt, wenn der
Abstand A zwischen den Längsachsen der Vereinzelungswellen 24, 28 gering genug ist,
so dass sich die erste Vereinzelungswalze 22 und die zweite Vereinzelungswalze 26
überlappen. Ebenso sind die dritte Vereinzelungswalze 40 und die vierte Vereinzelungswalze
42 derart angeordnet, dass sie sich überlappen, wenn der Abstand zwischen den Längsachsen
der Vereinzelungswellen 24, 28 entsprechend gering ist. Die Tiefe, um die die zweite
Vereinzelungswalze 26 in die erste Vereinzelungswalze 22 bzw. die vierte Vereinzelungswalze
42 in die dritte Vereinzelungswalze 40 hineinragt, wird auch als Überlappungstiefe
bezeichnet.
[0054] Durch ein Verstellen des Abstandes A der Längsachsen der Vereinzelungswellen 24,
28 durch die Steuereinheit ist auch die Überlappungstiefe einstellbar. Insbesondere
ist die Überlappungstiefe zwischen einer Maximalüberlappungstiefe und einer Überlappungstiefe
von 0 mm veränderbar. Die Maximalüberlappungstiefe ist diejenige Überlappungstiefe,
bei der die Vereinzelungswalzen 26, 42 maximal in die Vertiefungen der Vereinzelungswalzen
22, 40 hineinragen. Die Maximalüberlappungstiefe beträgt insbesondere 0,9 mm. Bei
einer Überlappungstiefe von 0 mm ist der Abstand A zwischen den Längsachsen der Vereinzelungswellen
24, 28 so groß, dass sich die Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 nicht überlappen.
[0055] In Fig. 3 ist eine schematische perspektivische Darstellung eines Ausschnitts der
Vereinzelungseinheit nach Fig. 2 gezeigt. Zwischen der ersten Vereinzelungswalze 22
und der zweiten Vereinzelungswalze 26 bzw. zwischen der dritten Vereinzelungswalze
40 und der vierten Vereinzelungswalze 42 ist ein Wertschein 52 angeordnet. Der Bereich,
in dem sich die Vereinzelungswalzen 22 und 26 bzw. 40 und 42 überlappen, wird auch
als Vereinzelungsbereich oder V-Spalt bezeichnet.
[0056] Bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Überlappungstiefe zwischen
den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 größer 0 mm, so dass der zwischen den Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 angeordnete Wertschein 52 in dem Vereinzelungsbereich elastisch verformt
wird. Je größer die Überlappungstiefe zwischen den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40,
42 ist, umso größer ist auch die Verformung des Wertscheins 52 und umso größer sind
auch die durch die Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 auf dem Wertschein 52 ausgeübten
Reibkräfte. Die auf den Wertschein 52 ausgeübten Reibkräfte sind im Wesentlichen abhängig
von den durch die Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 auf den Wertschein 52 ausgeübten
Normalkräften. Die Normalkräfte hängen insbesondere von der Überlappungstiefe und
von dem Elastizitäts-Modul des Wertscheins 52 ab. Ferner hängen die Kräfte vom axialen
Abstand zwischen den in die Vertiefungen 48, 50 hinragenden Teilen der Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 und den Seitenwänden der Vertiefungen 48, 50 ab. Über die Einstellung
der Überlappungstiefe können somit auch die durch die Vereinzelungswalzen 22, 26,
40, 42 auf den Wertschein 52 ausgeübten Reibkräfte eingestellt werden, wodurch die
Qualität des Vereinzelungsprozesses gesteuert werden kann. Insbesondere kann die Überlappungstiefe
auf die zwischen den Wertscheinen 36, 38 wirkenden Kräfte angepasst werden, so dass
unabhängig von den wirkenden Kräften eine sichere Vereinzelung der Wertscheine 36,
38 gewährleistet ist. Insbesondere kann die Überlappungstiefe an die zu handhabenden
Wertscheine, die klimatischen Bedingungen und/oder den Zustand des zu handhabenden
Wertscheins 52 angepasst werden. Die Einstellung der Überlappungstiefe der Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 wird noch ausführlich in Verbindung mit den Fig. 5 und 6 beschrieben.
[0057] Ferner umfasst das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 einen Dickensensor zur Ermittlung
der Dicke eines bzw. mehrerer in und/oder unmittelbar vor dem Vereinzelungsbereich
befindlicher Wertscheine 52. Der Dickensensor ist in den Fig. 1 bis 3 nicht dargestellt.
Als Dickensensor wird insbesondere ein Hallsensor verwendet. Die mit Hilfe des Dickensensors
ermittelte Ist-Dicke wird an die Steuereinheit übertragen und von der Steuereinheit
mit einer voreingestellten Soll-Dicke verglichen. Die Soll-Dicke ist insbesondere
derart voreingestellt, dass sie größer als die Dicke des dicksten zu handhabenden
Wertscheins und geringer als die doppelte Dicke des dünnsten zu handhabenden Wertscheins
ist. Überschreitet die Ist-Dicke die Soll-Dicke, so liegt ein Mehrfachabzug vor und
es befinden sind mehr als ein Wertschein innerhalb des Vereinzelungsbereiches. Das
Ergebnis des Vergleichs zwischen der Ist-Dicke und der Soll-Dicke wird, wie später
in den Fig. 5 und 6 noch ausführlich erläutert, bei der Steuerung der Überlappungstiefe
berücksichtigt.
[0058] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Abzugs- und Vereinzelungsmodul
10 zwei Dickensensoren, die die Dicke eines bzw. mehrerer im Vereinzelungsbereich
angeordneter Wertscheine 52 an zwei verschiedenen Stellen des Vereinzelungsbereiches
ermitteln. Mit Hilfe der beiden Dickensensoren kann ein Schiefeinzug von Wertscheinen
52 detektiert werden und ein solcher detektierter Schiefabzug bei der Steuerung der
Überlappungstiefe berücksichtigt werden.
[0059] In Fig. 4 ist ein Ablaufdiagramm der Steuerung der Abzugswalze 18 dargestellt. Nachdem
das Verfahren im Schritt S100 gestartet wurde, wird im Schritt S102 ermittelt, ob
ein Wertschein 36 von dem Wertscheinstapel 16 abgezogen werden soll oder nicht. Soll
ein Wertschein 36 von dem Wertscheinstapel 16 abgezogen werden, so wird dies auch
als Abzugswunsch bezeichnet.
[0060] Liegt kein Abzugswunsch vor, so wird der Schritt S102 solange wiederholt, bis ein
Abzugswunsch vorliegt. Liegt ein Abzugswunsch vor, so wird im Schritt S104 der erste
Wertschein 36 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen. Hierzu wird die Abzugswalze 18 mit
Hilfe des Gleichstrommotors mit einer voreingestellten Drehzahl angetrieben. Die voreingestellte
Drehzahl ist insbesondere derart eingestellt, dass die Umfangsgeschwindigkeit der
Abzugswalze 18 gleich der Transportgeschwindigkeit ist. Durch die Drehzahlregelung
beim Abzug des Wertscheins 36 ist sichergestellt, dass der Wertschein 36 auch tatsächlich
mit Transportgeschwindigkeit transportiert wird, so dass Wertscheinstaus zwischen
nacheinander abgezogenen Wertscheinen 36, 38 verhindert werden.
[0061] Im nächsten Schritt S106 wird ermittelt, ob mehr als ein Wertschein 36 vom Wertscheinstapel
16 abgezogen wurde. Hierzu wird mit Hilfe des Dickensensors die Dicke des bzw. der
abgezogenen Wertscheine 36 ermittelt und mit der voreingestellten Soll-Dicke verglichen.
Ist die ermittelte Dicke größer als die voreingestellte Soll-Dicke, so wurde mehr
als ein Wertschein 36, 38 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen.
[0062] Wurde nur ein Wertschein 36 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen, so wird vom Schritt
S106 direkt zum Schritt S116 verzweigt. Wurde dagegen mehr als ein Wertschein 36,
38 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen, so wird im Schritt S108 die Abzugswalze 18 vom
Gleichstrommotor mit einem Abzugsgegenmoment beaufschlagt. Das Abzugsgegenmoment ist
vergleichsweise gering, so dass die Abzugswalze 18 durch den Kontakt mit dem abgezogenen
Wertschein 36 weiter mit der voreingestellten Drehzahl angetrieben wird und sich somit
die Mantelfläche der Abzugswalze 18 weiter mit Transportgeschwindigkeit dreht.
[0063] Sobald der abgezogene erste Wertschein 36 die Abzugswalze 18 nicht mehr kontaktiert,
wird die Abzugswalze 18 im Schritt S110 mit einem Bremsgegenmoment beaufschlagt. Das
Bremsgegenmoment ist wesentlich größer als das Abzugsgegenmoment, um die Abzugswalze
18 schnell abzubremsen und den zusammen mit dem ersten Wertschein 36 abgezogenen zweiten
Wertschein 38 zurückzuhalten, so dass kein Doppel- bzw. Mehrfachabzug erfolgt. Wenn
der erste Wertschein 36 den Kontakt mit der Abzugswalze 18 verliert, so wird aufgrund
des aufgeprägten Abzugsgegenmomentes die Drehzahl der Abzugswalze 18 verringert. Diese
Verringerung der Drehzahl wird mit Hilfe des Tachogenerators ermittelt. Hiermit kann
auf einfache Weise festgestellt werden, wenn der erste Wertschein 36 die Abzugswalze
18 nicht mehr kontaktiert, so dass die Abzugswalze 18 mit dem Bremsgegenmoment beaufschlagt
werden kann.
[0064] Sobald mit Hilfe des Tachogenerators ermittelt wurde, dass die Drehzahl der Abzugswalze
18 Null ist, wird in Schritt S112 die Abzugswalze 18 mit einem Rückzugsgegenmoment
beaufschlagt, so dass die Abzugswalze 18 entgegen der Rotationsrichtung P2 angetrieben
wird, wodurch der zweite Wertschein 38, der in Kontakt mit der Abzugswalze 18 steht,
entgegen der Transportrichtung zurück zum Wertscheinstapel 16 transportiert wird.
Das Rückzugsgegenmoment ist vorzugsweise betragsmäßig größer als das Abzugsgegenmoment.
Ferner ist das Rückzugsgegenmoment vorteilhafterweise derart voreingestellt, dass
es geringer als das Bremsgegenmoment ist und dass die Abzugswalze 18 nicht auf dem
zweiten Wertschein 38 durchdreht.
[0065] Im Schritt S114 wird ermittelt, ob alle zurückzuziehenden Wertscheine 38 tatsächlich
zum Wertscheinstapel 16 zurücktransportiert wurden. Diese Ermittlung erfolgt vorzugsweise
mit Hilfe des Dickensensors. Wurden noch nicht alle Wertscheine 38 vollständig zum
Wertscheinstapel 16 zurücktransportiert, so wird die Abzugswalze 18 solange mit dem
Rückzugsgegenmoment beaufschlagt, bis alle Wertscheine 38 zurücktransportiert wurden.
[0066] Nachdem alle zurückzutransportierenden Wertscheine 38 zurück zum Wertscheinstapel
16 transportiert wurden, wird im Schritt S116 ermittelt, ob ein weiterer Wertschein
38 dem Wertscheinstapel 16 entnommen werden soll. Ist dies der Fall, so wird mit dem
Schritt S104 fortgefahren. Besteht kein weiterer Abzugswunsch, so wird im Schritt
S118 die Abzugswalze 18 abgebremst. Hierzu wird die Abzugswalze 18 vorzugsweise mittels
Drehzahlregelung erzeugten Bremsrampen angehalten.
[0067] Anschließend wird im Schritt S120 solange gewartet, bis ein neuer Abzugswunsch vorliegt
und das Verfahren mit dem Schritt S104 fortgesetzt werden kann. Bei einer alternativen
Ausführungsform kann das Abzugs- und Vereinzelungsmodul 10 nach einer voreingestellten
Wartezeit in einen energiesparenden Ruhemodus versetzt werden. Das Abzugs- und Vereinzelungsmodul
10 wird aus dem Ruhemodus heraus aktiviert, sobald ein weiterer Wertschein 14, 36,
38 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen werden soll. Der Ablauf wird dann im Schritt
S102 fortgesetzt.
[0068] In Fig. 5 ist ein Ablaufdiagramm der Steuerung des Abzugs- und Vereinzelungsmoduls
10 bei einem Wertscheinabzug dargestellt. Das Verfahren wird im Schritt S200 gestartet.
Sobald im Schritt S202 ermittelt wurde, dass ein Wertschein 36 vom Wertscheinstapel
16 abgezogen werden soll, wird im Schritt S204 ein Vereinzelungsmodus aktiviert. Der
Vereinzelungsmodus stellt eine Art Normalbetrieb für das planmäßige Abziehen eines
Wertscheins 36 vom Wertscheinstapel 16 dar. In dem Vereinzelungsmodus wird die Überlappungstiefe
der Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 auf eine Vereinzelungsüberlappungstiefe eingestellt.
Die Ermittlung der Vereinzelungsüberlappungstiefe wird im Folgenden in Verbindung
mit Fig. 6 noch näher beschrieben.
[0069] Anschließend wird im Schritt S206 der erste Wertschein 36 vom Wertscheinstapel 16
mit Hilfe der Abzugswalze 18 abgezogen. Anschließend wird im Schritt S208 ermittelt,
ob die Gefahr eines Mehrfachabzuges besteht. Die Gefahr eines Mehrfachabzuges wird
insbesondere dadurch ermittelt, dass mit Hilfe des Dickensensors die Dicke des bzw.
der abgezogenen Wertscheine 36, 38 ermittelt und mit der voreingestellten Soll-Dicke
verglichen wird. Ergibt der Vergleich der ermittelten Dicke mit der Soll-Dicke, dass
die ermittelte Dicke größer als die voreingestellte Soll-Dicke ist, so wurden mehr
als ein Wertschein 36, 38 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen.
[0070] Besteht keine Gefahr eines Mehrfachabzuges, so wird das Verfahren im Schritt S212
fortgesetzt. Besteht dahingegen die Gefahr eines Mehrfachabzuges, so wird im Schritt
S210 ein Abfangmodus aktiviert. Dieser Abfangmodus wird immer dann aktiviert, wenn
mehr als ein Wertschein in den Vereinzelungsbereich eingetreten sind und somit die
Gefahr eines Mehrfachabzuges besteht. Im Abfangmodus wird die Überlappungstiefe der
Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 auf eine Abfangüberlappungstiefe eingestellt. Die
die Ermittlung der Abfangüberlappungstiefe ist wie auch die Ermittlung der Vereinzelungsüberlappungstiefe
in Fig. 6 detailliert beschrieben. Die Abfangüberlappungstiefe ist mindestens genauso
groß wie, vorzugsweise größer als, die Vereinzelungsüberlappungstiefe. Durch das Einstellung
der Abfangüberlappungstiefe werden die Normalkräfte, die von den Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 auf die Wertscheine 36, 38 ausgeübt werden, erhöht, so dass auch die
zwischen den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 und den Wertscheinen 36, 38 wirkenden
Reibkräfte erhöht werden. Auf diese Weise wird die Gefahr eines Doppel- bzw. Mehrfachabzuges
verringert, da der erste Wertschein 36 und der zweite Wertschein 38 aufgrund der großen
von den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 auf die Wertscheine 36, 38 ausgeübten Reibkräfte
vereinzelt werden, so dass nur der erste Wertschein 36 zwischen den Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 hindurchtransportiert wird.
[0071] Nachdem der erste Wertschein 36 zwischen den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 hindurchtransportiert
wurde und mit Hilfe der Vereinzelungswalzen 22, 40 und der Transportwalze 30 dem Transportpfad
zugeführt wurde, wird mit dem Schritt S212 fortgefahren. Im Schritt S212 wird ein
Rückzugsmodus aktiviert, in dem der Abstand zwischen den Vereinzelungswellen 24, 28
so groß eingestellt wird, dass sich die Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 nicht überlappen,
so dass der V-Spalt geöffnet wird und der fälschlicherweise mit dem ersten Wertschein
36 zusammen abgezogene zweite Wertschein 38 mit Hilfe der Abzugswalze 18 wieder zurück
zu dem Wertscheinstapel 16 transportiert werden kann. Wenn der zweite Wertschein 38
wieder zum Wertscheinstapel 16 zurücktransportiert wurde, wird das Verfahren zur Steuerung
des Abzugs- und Vereinzelungsmoduls 10 im Schritt S214 beendet.
[0072] In Fig. 6 ist ein Ablaufdiagramm des Einstellens der Überlappungstiefe der Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 dargestellt. Nachdem das Verfahren im Schritt S300 gestartet wurde,
wird im Schritt S302 der abzuziehende erste Wertschein 36 von dem Wertscheinstapel
16 mit Hilfe der Abzugswalze 18 abgezogen.
[0073] Anschließend wird im Schritt S304 mit Hilfe des Dickensensors bzw. der Dickensensoren
die Dicke des abgezogenen Wertscheins 36 bzw. die Dicke mehrerer aneinanderhaftender
zusammen abgezogener Wertscheine 36, 38 ermittelt. Die ermittelte Dicke wird im Schritt
S306 mit einer voreingestellten Soll-Dicke verglichen. Ergibt der Vergleich der ermittelten
Dicke mit der voreingestellten Soll-Dicke, dass die ermittelte Dicke größer als die
Soll-Dicke ist, so wird im Schritt S308, um die Gefahr eines Mehrfachabzuges zu reduzieren,
die Überlappungstiefe erhöht.
[0074] Ist während des Abzuges des Wertscheins 36 bzw. der Wertscheine 36, 38 im Schritt
S304 der Vereinzelungsmodus aktiviert, so wird im Schritt S308 von dem Vereinzelungsmodus
in den Abfangmodus umgeschaltet. Im Abfangmodus wird die Abfangüberlappungstiefe eingestellt,
um einen Mehrfachabzug zu verhindern. Das Einstellen der Abfangüberlappungstiefe erfolgt
insbesondere innerhalb von 10 ms, da innerhalb von 10 ms ein Wertschein 14, 36, 38
zwischen den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40 ,42 hindurch bis zur Transportwalze 30
transportiert wird. Die Erhöhung der Überlappungstiefe von der Vereinzlungsüberlappungstiefe
auf die Abfangüberlappungstiefe erfolgt vorzugsweise kontinuierlich, so dass auch
die von den Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 auf die Wertscheine 36 ,38 ausgeübten
Normalkräfte kontinuierlich ansteigen. Ferner wird im Schritt S308 auch der Wert der
Einstell-Überlappungstiefe, die zu Beginn des nächsten Wertscheinabzuges eingestellt
wird, um einen voreingestellten Wert erhöht.
[0075] Nachdem die Einstell-Überlappungstiefe erhöht wurde oder wenn im Schritt S306 ermittelt
wurde, dass die ermittelte Dicke kleiner gleich der Soll-Dicke ist, wird im Schritt
S310 der zweite Wertschein 38, der zusammen mit dem ersten Wertschein 36 vom Wertscheinstapel
16 abgezogen wurde, zurück zum Wertscheinstapel 16 transportiert und die Rückzugsstrecke
ermittelt, um die der zweite Wertschein 38 beim Transport zurück zum Wertscheinstapel
16 zurücktransportiert wurde. Die Rückzugsstrecke wird auch als Eintauchtiefe bezeichnet.
Die Eintauchtiefe wird insbesondere über den Winkel ermittelt, um den die Abzugswalze
18 beim Rücktransport des zweiten Wertscheins 38 entgegen der Richtung P2 zurückgedreht
wurde. Alternativ kann die Eintauchtiefe beispielsweise auch mit Hilfe der Dickensensoren
ermittelt werden.
[0076] Anschließend wird im Schritt S312 die ermittelte Rückzugsstrecke mit einer voreingestellten
Soll-Rückzugsstrecke verglichen. Die voreingestellte Soll-Rückzugsstrecke ist insbesondere
derart voreingestellt, dass die Gefahr eines Doppelabzugs für einen zweiten Wertschein
38, der zusammen mit einem ersten Wertschein 36 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen
wurde und um die voreingestellte Soll-Rückzugsstrecke zum Wertscheinstapel 16 zurücktransportiert
werden muss, gering ist. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die
Soll-Rückzugsstrecke derart eingestellt, dass sie größer Null ist, so dass der zweite
Wertschein 38 zusammen mit dem Wertschein 36 vom Wertscheinstapel 16 abgezogen wird.
Auf diese Weise wird erreicht, dass bei dem Abzug des ersten Wertscheins 36 immer
auch der zweite Wertschein 38 mit abgezogen wird, so dass eine Rückzugsstrecke ermittelt
werden kann und anhand des Vergleiches dieser ermittelten Rückzugsstrecke mit der
Soll-Rückzugsstrecke die Einstellung der Überlappungstiefe der Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 möglich ist.
[0077] Ergibt der Vergleich der ermittelten Rückzugsstrecke mit der Soll-Rückzugsstrecke
im Schritt S312, dass die ermittelte Rückzugsstrecke größer ist als die Soll-Rückzugsstrecke,
so wird im Schritt S314 der Wert der Einstell-Überlappungstiefe, um die die Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 sich bei dem Abzug des nächsten Wertscheins 36 vom Wertscheinstapel
16 überlappen, um einen voreingestellten Wert erhöht.
[0078] Ergibt der Vergleich der ermittelten Rückzugsstrecke mit der Soll-Rückzugsstrecke
im Schritt S312 dagegen, dass die ermittelte Rückzugsstrecke und die Soll-Rückzugsstrecke
gleich sind, so wird im Schritt S316 der Wert der Einstell-Überlappungstiefe, die
bei dem nächsten Wertscheinabzug eingestellt wird, beibehalten. Für den Fall, dass
der Vergleich der ermittelten Rückzugsstrecke mit der Soll-Rückzugsstrecke im Schritt
S312 ergibt, dass die ermittelte Rückzugsstrecke geringer als die voreingestellte
Soll-Rückzugsstrecke ist, wird im Schritt S318 der Wert der Einstell-Überlappungstiefe,
die beim nächsten Wertscheinabzug eingestellt wird, um einen voreingestellten Wert
reduziert. Da die Rückzugsstrecke von der Überlappungstiefe abhängt, wird durch das
Ändern bzw. Beibehalten des Wertes der Einstell-Überlappungstiefe in Abhängigkeit
des Vergleichs zwischen der ermittelten Rückzugsstrecke und der Soll-Rückzugstrecke
eine Regelung der Rückzugstrecke erreicht.
[0079] Durch die in den Schritten S308 bis S318 beschriebene Einstellung des Wertes der
Einstell-Überlappungstiefe wird eine Anpassung der Überlappungstiefe an die abzuziehenden
und zu vereinzelnden Wertscheine 14 bzw. die Eigenschaften dieser Wertscheine 14 erreicht.
Die ermittelte Rückzugsstrecke dient hierbei als ein Maß dafür, wie sicher der letzte
Wertscheinabzug war. Je näher die ermittelte Rückzugsstrecke an der voreingestellten
Soll-Rückzugsstrecke liegt, umso sicherer war der Wertscheinabzug. Ist die ermittelte
Rückzugsstrecke wesentlich größer als die voreingestellte Soll-Rückzugsstrecke, so
ist die Gefahr eines Mehrfachabzugs groß. Ist die ermittelte Rückzugsstrecke dahingegen
wesentlich kleiner als die voreingestellte Soll-Rückzugsstrecke, so ist die voreingestellte
Überlappungstiefe unnötigerweise zu groß gewählt, wodurch der Verschleiß der Vereinzelungswalzen
22, 26, 40, 42 hoch ist und Beschädigungen an den zu handhabenden Wertscheinen 14,
36, 38 möglich sind. Ferner kann die ermittelte Rückzugsstrecke als ein Maß für die
zwischen den Wertscheinen 36, 38 wirkenden Adhäsionskräfte und/oder Haftkräfte verwendet
werden.
[0080] Anschließend wird im Schritt S320 ermittelt, ob ein weiterer Wertschein vom Wertscheinstapel
16 abzuziehen ist. Ist dies der Fall, so wird der Ablauf im Schritt S302 fortgesetzt,
wobei die Überlappungstiefe der Vereinzelungswalzen 22, 26, 40, 42 nun auf die in
den Schritten S308 bis S318 festgelegte Einstell-Überlappungstiefe eingestellt wird.
Wird im Schritt S320 dagegen ermittelt, dass kein weiterer Wertschein 14, 36, 38 von
dem Wertscheinstapel 16 abzuziehen ist, wird das Verfahren im Schritt S322 beendet.
[0081] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung wird der Wert der Einstell-Überlappungstiefe
in den Schritten S308, S314, S318 nicht um einen voreingestellten Wert erhöht bzw.
verringert. Stattdessen wird die Differenz zwischen der ermittelten Rückzugsstrecke
und der voreingestellten Soll-Rückzugsstrecke ermittelt und die Einstell-Überlappungstiefe
um einen in Abhängigkeit dieser ermittelten Differenz festgelegten Wert verändert.
Der Wert der Einstell-Überlappungstiefe wird umso mehr vergrößert bzw. verkleinert,
je größer die ermittelte Differenz der Rückzugsstrecke ist.
[0082] Der zuvor beschriebene Ablauf des Einstellens des Wertes der Einstell-Überlappungstiefe
kann sowohl für die Vereinzelungsüberlappungstiefe als auch für die Abzugsüberlappungstiefe
verwendet werden. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden ein Einstellwert
der Vereinzelungsüberlappungstiefe und ein Einstellwert der Abzugsüberlappungstiefe
getrennt verändert bzw. beibehalten. Ergibt der Vergleich der ermittelten Rückzugsstrecke
mit der Soll-Rückzugsstrecke, dass die ermittelte Rückzugsstrecke größer als die Soll-Rückzugsstrecke
ist, so wird der Einstellwert der Abzugsüberlappungstiefe um einen größeren Wert erhöht,
als der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe. Ergibt der Vergleich der
ermittelten Rückzugsstrecke mit der Soll-Rückzugsstrecke, dass die ermittelte Rückzugsstrecke
geringer ist als die Soll-Rückzugsstrecke, so wird der Einstellwert der Abfangüberlappungstiefe
um einen kleineren Wert verringert als der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe.
Auf diese Weise wird erreicht, dass die Abfangüberlappungstiefe in der Regel größer
ist als die Vereinzelungsüberlappungstiefe, so dass bei Gefahr eines Mehrfachabzuges
durch das Einstellen der Abfangüberlappungstiefe verringert werden kann. Die Einstellwerte
werden insbesondere derart verändert bzw. beibehalten, dass sich der Einstellwert
der Abfangüberlappungstiefe an den Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe
annähert bis die beiden Werte gleich sind, wenn keine Gefahr eines Mehrfachabzuges
besteht und somit permanent der Vereinzelungsmodus aktiviert ist.
[0083] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann auch nur der Einstellwert
der Vereinzelungsüberlappungstiefe auf die zuvor beschriebene Weise eingestellt werden.
In diesem Fall wird im Abfangmodus immer eine voreingestellte Maximalüberlappungstiefe
eingestellt, wodurch sichergestellt wird, dass ein Mehrfachabzug sicher verhindert
wird. Die voreingestellte Maximalüberlappungstiefe beträgt insbesondere 0,9 mm.
[0084] Bei einer weiteren alternativen Ausführungsform des in Fig. 6 gezeigten Verfahrens
können auch die Schritt S306, S308 und S310 bis S318 vertauscht werden, so dass zunächst
die Rückzugsstrecke ermittelt und mit der voreingestellten Soll-Rückzugsstrecke verglichen
wird und anschließend die Dicke des abgezogenen bzw. der abgezogenen Wertscheine 36,
38 ermittelt und mit der voreingestellten Soll-Dicke verglichen wird. Bei einer weiteren
alternativen Ausführungsform der Erfindung können die Dicke und die Rückzugsstrecke
zeitgleich ermittelt und mit den jeweils voreingestellten Sollwerten verglichen werden.
[0085] Werden der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe und der Einstellwert der
Abfangüberlappungstiefe getrennt voneinander verändert, so wird der Einstellwert der
Abfangüberlappungstiefe insbesondere in Abhängigkeit des Vergleiches der ermittelten
Dicke mit der voreingestellten Soll-Dicke verändert oder beibehalten, wohingegen der
Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe insbesondere in Abhängigkeit des Vergleiches
der ermittelten Rückzugsstrecke mit der voreingestellten Soll-Rückzugsstrecke verändert
oder beibehalten wird. Während die durch den Vergleich der ermittelten Rückzugsstrecke
mit der Soll-Rückzugsstrecke gewonnenen Kenntnisse erst bei dem nächsten Wertscheinabzug
berücksichtigt werden können, so können die aus dem Vergleich der ermittelten Dicke
mit der Soll-Dicke gewonnenen Kenntnisse bereits bei dem aktuellen Wertscheinabzug
und bei der Verhinderung von Mehrfachabzügen durch den Abfangmodus berücksichtigt
werden.
[0086] In Figur 7 sind drei Diagramme gezeigt, in denen jeweils der Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe,
der Einstellwert der Abfangüberlappungstiefe und der Ist-Wert der Überlappungstiefe
während der Simulation einer Vielzahl von Wertscheinabzügen dargestellt sind. Der
Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe ist jeweils durch die beim ersten
Wertscheinabzug untere Linie dargestellt. Der Einstellwert der Abfangüberlappungstiefe
ist jeweils durch die beim ersten Wertscheinabzug obere Linie dargestellt.
[0087] Die Ist-Werte sind durch die Punkte in den Diagrammen gezeigt. Der Ist-Wert der Überlappungstiefe
ist derjenige Wert, auf den die Überlappungstiefe bei dem jeweiligen Wertscheinabzug
tatsächlich eingestellt wird.
[0088] Bei allen drei Diagrammen wirken zwischen den Wertscheinen 36, 38 während der ersten
29 Wertscheinabzüge keine Kräfte. Ab dem 30. Wertscheinabzug wirkt zwischen dem abzuziehenden
Wertschein 36 und dem in der Stapelreihenfolge unmittelbar nach dem abzuziehenden
Wertschein 36 angeordneten Wertschein 38 jeweils eine bei der Simulation voreingestellte
Kraft. Bei dem oberen Diagramm beträgt diese voreingestellt Kraft 2 N, bei dem mittleren
Diagramm 3 N und bei dem unteren Diagramm 5 N.
Bezugszeichenliste
[0089]
- 10
- Abzugs- und Vereinzelungsmodul
- 12
- Wertscheinkassette
- 14, 36, 38,
- 52 Wertschein
- 16
- Wertscheinstapel
- 18
- Abzugswalze
- 20
- Abzugswelle
- 22, 26, 40, 42,
- 44, 46 Vereinzelungswalze
- 24, 28
- Vereinzelungswelle
- 30
- Transportwalze
- 32
- Transportwelle
- 34
- Andruckschlitten
- 48, 50
- Vertiefung
- S100 bis S120, S200 bis S214, S300 bis S322
- Verfahrensschritte
1. Vorrichtung zur Vereinzelung von Wertscheinen eines Wertscheinstapels,
mit einer antreibbaren Abzugswalze (18), einer ersten Vereinzelungswalze (22), einer
zweiten Vereinzelungswalze (26), einer Antriebseinheit zum Antreiben der Abzugswalze
und einer Steuereinheit,
wobei die Abzugswalze (18) den der Abzugswalze (18) zugewandten ersten Wertschein
(36) des Wertscheinstapels (16) kontaktiert und in Richtung der ersten Vereinzelungswalze
(22) und der zweiten Vereinzelungswalze (26) in Transportrichtung transportiert,
die erste Vereinzelungswalze (22) oder die zweite Vereinzelungswalze (26) derart antreibbar
ist, dass die angetriebene Vereinzelungswalze den ersten Wertschein (36) in Transportrichtung
transportiert, wenn der erste Wertschein (36) die angetriebene Vereinzelungswalze
kontaktiert,
die erste Vereinzelungswalze (22) mindestens eine umlaufende Vertiefung (48) hat,
die erste Vereinzelungswalze (22) und die zweite Vereinzelungswalze (26) derart angeordnet
sind, dass zumindest ein Teil der zweiten Vereinzelungswalze (26) innerhalb der Vertiefung
(48) der ersten Vereinzelungswalze (22) anordenbar ist, und
wobei die Steuereinheit die Überlappungstiefe, um die die zweite Vereinzelungswalze
(26) in die Vertiefung (48) der ersten Vereinzelungswalze (22) hineinragt, einstellt.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stelleinheit zum Einstellen des Abstands zwischen der Längsachse der ersten
Vereinzelungswalze (22) und der Längsachse der zweiten Vereinzelungswalze (26) zum
Verändern der Überlappungstiefe der ersten Vereinzelungswalze (22) und der zweiten
Vereinzelungswalze (26) in Abhängigkeit von durch die Steuereinheit erzeugten Steuerdaten
vorgesehen ist.
3. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Vereinzelungswalze (22) auf einer ersten Welle (24) und die zweite Vereinzelungswalze
(26) auf einer parallel zur ersten Welle (24) verlaufenden zweiten Welle (28) angeordnet
sind,
auf der ersten Welle (24) eine mindestens eine umlaufende Vertiefung aufweisende dritte
Vereinzelungswalze (40) und auf der zweiten Welle (28) eine vierte Vereinzelungswalze
(42) angeordnet sind,
die dritte Vereinzelungswalze (40) und die vierte Vereinzelungswalze (42) derart angeordnet
sind, dass zumindest ein Teil der vierten Vereinzelungswalze (42) innerhalb der Vertiefung
der dritten Vereinzelungswalze (40) anordenbar ist, und
dass die erste Vereinzelungswalze (22) und die dritte Vereinzelungswalze (40) drehfest
mit der ersten Welle (24) und die zweite Vereinzelungswalze (26) und die vierte Vereinzelungswalze
(42) drehfest mit der zweiten Welle (28) verbunden sind.
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste, die zweite, die dritte und/oder die vierte Vereinzelungswalze (22, 26
,40, 42) jeweils mindestens zwei umlaufende Vertiefungen (48, 50) aufweisen, und dass
die Vertiefungen (48, 50) derart angeordnet sind, dass die erste Vereinzelungswalze
(22) und die zweite Vereinzelungswalze (26) sowie die dritte Vereinzelungswalze (40)
und die vierte Vereinzelungswalze (42) zum Erzeugen der Überlappungstiefe einander
überlappend anordenbar sind.
5. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dickensensor, insbesondere ein Hall-Sensor, zur Ermittlung der Dicke mehrerer
einander überlappender Wertscheine, die sich zumindest teilweise zwischen und/oder
in Transportrichtung gesehen kurz vor der erste Vereinzelungswalze (22) und der zweiten
Vereinzelungswalze (26) befinden, vorgesehen ist.
6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit die mit Hilfe des Dickensensors ermittelte Dicke mit einer voreingestellten
Maximaldicke vergleicht und eine Abfangüberlappungstiefe, insbesondere eine maximale
Überlappungstiefe, um die die zweite Vereinzelungswalze (26) in die Vertiefung (48)
der ersten Vereinzelungswalze (22) hineinragt, einstellt, wenn die ermittelte Dicke
größer als die Maximaldicke ist.
7. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Dickensensor ein erster Dickensensor zum Ermitteln der Dicke von einander überlappenden
Wertscheinen an einer ersten Stelle ist, und dass ein zweiter Dickensensor zum Ermitteln
der Dicke von einander überlappenden Wertscheinen an einer zweiten Stelle vorgesehen
ist, und dass die Steuereinheit die mit Hilfe der Dickensensoren ermittelten Dicken
mit einer voreingestellten Maximaldicke vergleicht und eine voreingestellte Schiefeinzugsüberlappungstiefe,
um die die zweite Vereinzelungswalze in die Vertiefung der ersten Vereinzelungswalze
hineinragt, einstellt, wenn eine der ermittelten Dicken größer als die Maximaldicke
ist und die Differenz zwischen den ermittelten Dicken größer als eine Maximaldifferenz
ist.
8. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abzugswalze (18) zum Transport des ersten Wertscheins (36) in Richtung der ersten
Vereinzelungswalze (22) und der zweiten Vereinzlungswalze (26) in eine Abzugsrichtung
(P2) antreibbar ist, und dass die Abzugswalze (18) zum Wiederzuführen eines in der
Stapelreihenfolge des Wertscheinstapels (16) nach dem ersten Wertschein (36) angeordneten
und beim Transport des ersten Wertscheins (36) zusammen mit diesem vom Wertscheinstapel
(16) abgezogen zweiten Wertscheins (38) zum Wertscheinstapel (16) entgegen der Abzugsrichtung
(P2) antreibbar ist.
9. Vorrichtung (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sensor zur Ermittlung der Rückzugsstrecke, um die die Abzugswalze (18) den Wertschein
(38) beim Wiederzuführen zum Wertscheinstapel (16) zurücktransportieren muss, vorgesehen
ist.
10. Vorrichtung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Vereinzelungsmodus die zweite Vereinzelungswalze (26) um eine Vereinzelungsüberlappungstiefe
innerhalb der Vertiefung (48) der ersten Vereinzelungswalze (22) angeordnet ist, und
dass in einem Abfangmodus die zweite Vereinzelungswalze (26) um eine Abfangüberlappungstiefe
innerhalb der Vertiefung (48) der ersten Vereinzelungswalze (22) angeordnet ist, wobei
die Abfangüberlappungstiefe mindestens so groß wie die Vereinzelungsüberlappungstiefe
ist, und wobei die Steuereinheit dann von dem Vereinzelungsmodus in den Abfangmodus
umschaltet, wenn die ermittelte Rückzugsstrecke eine voreingestellte maximal zulässige
Rückzugsstrecke überschreitet und/oder wenn die mit Hilfe eines Dickensensors zur
Ermittlung der Dicke mehrerer einander überlappender Wertscheine ermittelte Dicke
größer als eine voreingestellte maximal zulässige Dicke ist.
11. Vorrichtung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit einen Einstellwert der Vereinzelungsüberlappungstiefe und einen
Einstellwert Abfangüberlappungstiefe getrennt voneinander in Abhängigkeit der ermittelten
Rückzugsstrecke und/oder der ermittelten Dicke verändert oder beibehält.
12. Vorrichtung zur Vereinzelung von Wertscheinen eines Wertscheinstapels,
mit einer antreibbaren Abzugswalze (18), einer ersten Vereinzelungswalze (22), einer
zweiten Vereinzelungswalze (26), einer Antriebseinheit zum Antreiben der Abzugswalze
(18) und einer Steuereinheit zum Steuern der Antriebseinheit,
wobei die Abzugswalze (18) den der Abzugswalze (18) zugewandten ersten Wertschein
(36) des Wertscheinstapels (16) kontaktiert und mit Hilfe der Antriebseinheit derart
in eine Abzugsrichtung (P2) antreibbar ist, dass sie den ersten Wertschein (36) in
Transportrichtung in Richtung der ersten Vereinzelungswalze (22) und der zweiten Vereinzelungswalze
(26) transportiert,
die Abzugswalze (18) mit Hilfe der Antriebseinheit entgegen der Abzugsrichtung (P2)
antreibbar ist,
die erste Vereinzelungswalze (22) oder die zweite Vereinzelungswalze (26) derart antreibbar
ist, dass die angetriebene Vereinzelungswalze den ersten Wertschein (36) in Transportrichtung
transportiert, wenn der erste Wertschein (36) die angetriebene Vereinzelungswalze
kontaktiert,
die erste Vereinzelungswalze (22) mindestens eine umlaufende Vertiefung (48) hat,
und
wobei die erste Vereinzelungswalze (22) und die zweite Vereinzelungswalze (26) derart
angeordnet sind, dass zumindest ein Teil der zweiten Vereinzelungswalze (26) innerhalb
der Vertiefung (48) der ersten Vereinzelungswalze (22) anordenbar ist.
13. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit die Abzugswalze (18) mit einem Bremsgegenmoment beaufschlagt,
sobald der erste Wertschein (36) die Abzugswalzewalze (18) nicht mehr kontaktiert,
dass die Antriebseinheit die Abzugswalze (18) mit einem Rückzugsgegenmoment beaufschlagt,
sobald die Abzugswalze (18) auf Grund des Bremsgegenmoments eine Drehzahl von null
erreicht hat, und dass die Antriebseinheit die Abzugswalze (18) durch das Rückzugsgegenmoment
entgegen der Abzugsrichtung (P2) antreibt, so dass ein in der Stapelreihenfolge des
Wertscheinstapels (16) nach dem ersten Wertschein (36) angeordneter und beim Transport
des ersten Wertscheins (36) zusammen mit diesem vom Wertscheinstapel (16) abgezogener
zweiter Wertschein (38) dem Wertscheinstapel (16) wieder zugeführt wird.
14. Verfahren zur Vereinzelung von Wertscheinen eines Wertscheinstapels,
bei dem mit Hilfe einer Abzugswalze (18) ein der Abzugswalze (18) zugewandter erster
Wertschein (36) des Wertscheinstapels (16) in Richtung einer ersten Vereinzelungswalze
(22) und einer zweiten Vereinzelungswalze (26) in Transportrichtung transportiert
wird,
die erste Vereinzelungswalze (22) oder die zweite Vereinzelungswalze (24) derart angetrieben
wird, dass der erste Wertschein (36) durch die angetriebene Vereinzelungswalze in
Transportrichtung transportiert wird, wenn der erste Wertschein (36) die angetriebene
Vereinzelungswalze kontaktiert, und bei dem die Überlappungstiefe, um die die zweite
Vereinzelungswalze (26) in eine umlaufende Vertiefung (48) der ersten Vereinzelungswalze
(22) hineinragt, verändert wird.
15. Verfahren zur Vereinzelung von Wertscheinen eines Wertscheinstapels,
bei dem mit Hilfe einer Abzugswalze (18) ein der Abzugswalze (18) zugewandter erster
Wertschein (36) des Wertscheinstapels (16) in Richtung einer ersten Vereinzelungswalze
(22) und einer zweiten Vereinzelungswalze (26) in Transportrichtung transportiert
wird,
die Abzugswalze (18) mit Hilfe einer Antriebseinheit zum Transport des ersten Wertscheins
(36) in Transportrichtung in eine Abzugsrichtung (P2) angetrieben wird,
die erste Vereinzelungswalze (22) oder die zweite Vereinzelungswalze (24) derart angetrieben
wird, dass der erste Wertschein (36) durch die angetriebene Vereinzelungswalze in
Transportrichtung transportiert wird, wenn der erste Wertschein (36) die angetriebene
Vereinzelungswalze kontaktiert, und bei dem die Abzugswalze (18) zum Wiederzuführen
eines in der Stapelreihenfolge des Wertscheinstapels (16) nach dem ersten Wertschein
(36) angeordneten und beim Transport des ersten Wertscheins (36) zusammen mit diesem
vom Wertscheinstapel (16) abgezogenen zweiten Wertscheins (38) zum Wertscheinstapel
(16) mit Hilfe der Antriebseinheit entgegen der Abzugsrichtung (P2) angetrieben wird.