Technisches Gebiet:
[0001] Die Erfindung betrifft Wälzmühlen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik:
[0002] Wälzmühlen sind seit über einhundert Jahren bekannt und weltweit im Einsatz. Es gibt
sie in den unterschiedlichsten Konstruktionen. So zeigt beispielsweise die
DE 153 958 C aus dem Jahr 1902 eine Kegelmühle mit einem umlaufenden Mahlteller, auf dem acht
Mahlkegel unter Federdruck aufliegen.
[0003] Moderne Mühlen verwenden Mahlwalzen, die zur Erzeugung einer großen Mahlleistung
große Gewichte und Durchmesser besitzen. Man vergleiche
DE 198 26 324 C,
DE 196 03 655 A oder auch
EP 0 406 644 B. Dieser Wälzmühlentyp hat sich in der Praxis weitestgehend durchgesetzt, weil er
in konstruktiver, regelungstechnischer und energiewirtschaftlicher Hinsicht erhebliche
Vorteile aufweist. Haupteinsatzgebiete moderner Wälzmühlen sind die Zementindustrie
und die Kohlekraftwerke. In der Zementindustrie werden Wälzmühlen sowohl zur Herstellung
von Zementrohmehl als auch zur Klinkervermahlung und zur Kohlevermahlung verwendet.
Im Verbund mit Drehrohröfen und Kalzinieranlagen können die Ofenabgase aus dem Wärmetauscher
und dem Klinkerkühle dazu verwendet werden, das Mahlgut zu trocknen und das gemahlene
Gut pneumatisch zu transportieren. In der Kraftwerkstechnik dienen die Wälzmühlen
dazu, die Kohle fein zu mahlen und mit Hilfe der Sichtluft direkt in den Kessel zu
fördern, nach Möglichkeit ohne Verwendung eines Zwischenbunkers.
[0004] Moderne Großmühlen benötigen Antriebsleistungen bis zu 10 MW. Es versteht sich, dass
die zugehörigen Lager und Antriebe, insbesondere die Getriebe, einer besonderen Konstruktion
bedürfen. Besonders belastet sind die Verzahnung, die Wellenlagerung, das integrierte
Axial-Drucklager und seine Unterstützung innerhalb des Getriebegehäuses. Bei Antriebsleistungen
bis 6 MW haben sich die Kegelrad-Planetengetriebe als Stand der Technik durchgesetzt,
die aufgrund ihrer kreisrunden Bauform an den kreisrunden Mahlteller angepasst sind
und die statischen und dynamischen Mahlkräfte in das Fundament leiten. Man vergleiche
DE 35 07 913 A oder
DE 37 12 562 C. Als Axialdrucklager werden Kippsegmentlager mit hydrodynamischer und/oder hydrostatischer
Schmierung eingesetzt. Man vergleiche
DE 33 20 037 C.
[0005] Diese an sich platzsparende Konstruktion des Antriebs hat jedoch wesentliche Nachteile.
Sobald an nur einer Komponente ein Problem auftritt, muss der gesamte Antrieb ausgebaut
werden. Dabei hat es sich als besonders nachteilig herausgestellt, dass es sehr schwierig
ist, die Räder des Planetengetriebes einer Sichtkontrolle zu unterziehen; dies ist
oft erst nach Ausbau des kompletten Antriebs möglich. Da diese Antriebe Sonderkonstruktionen
sind, dauert eine Ersatzbeschaffung entsprechend lange, d. h. Wochen oder Monate,
da eine Ersatzteilbevorratung wegen der Sonderkonstruktion als zu kostenintensiv gilt.
Das ist unbefriedigend.
[0006] Ein weiterer Nachteil der bekannten Antriebskonstruktionen ist der sogenannte Wartungs-Antrieb,
der während bestimmter Wartungs- und Reparaturarbeiten den Mahlteller dreht, jedoch
nur so lange funktioniert, wie das Hauptgetriebe selbst funktioniert.
[0007] Selbstverständlich hat es nicht an Vorschlägen gefehlt, wie diese Unzulänglichkeiten
und Nachteile beseitigt werden könnten. So zeigt die
DE 39 31 116 C eine Antriebseinrichtung für eine Rollenmühle mit einem um eine vertikale Achse drehbaren
Mahlteller, der einen mit dem Mahltellerunterteil verbundenen Zahnkranz aufweist.
Des weiteren sind zwei diagonal angeordnete Antriebe vorgesehen, bestehend aus je
einem Antriebsmotor und einem Untersetzungsgetriebe. Jedes Untersetzungsgetriebe weist
zwei Ritzel auf, die mit dem Zahnkranz des Mahltellers kämmen.
[0008] Aus der
DE 76 29 223 U ist eine Walzenmühle bekannt, unter deren Mahlteller ein Zahnring angebracht ist.
Mit dem Zahnring kämmen die Ritzel von vier Hydraulikmotoren, die im Boden des Mühlengehäuses
befestigt sind.
[0009] Mehrmotor-Antriebskonzepte konnten sich trotz theoretischer Vorteile bisher in der
Praxis nicht durchsetzen. Bei Hydraulikantrieben ist nachteilig der im Vergleich zu
Elektroantrieben niedrigere Wirkungsgrad sowie die geringere Verfügbarkeit und Lebensdauer
der Hydraulikkomponenten. Das zuvor beschriebene Zwei-Antriebe-Konzept mit Elektromotoren
und Untersetzungsgetriebe konnte sich nicht durchsetzen, weil sich im Betrieb erhebliche
Drehmomentüberhöhungen ausbilden, die eine Überlastung des Getriebes bis hin zur Zerstörung
zur Folge haben können. Außerdem war es nicht möglich, beim Ausfall eines Antriebs
den Mühlenbetrieb mit der erforderlichen Kapazität aufrecht zu erhalten.
[0010] Mit zunehmender Kapazität der Wälzmühlen hat jedoch nicht nur die benötigte Antriebsleistung
sondern auch die Zahl der auf dem Mahlteller abrollenden Mahlwalzen deaktiviert wird.
Unter dem Begriff "passender Antrieb" wird der Antrieb verstanden, bei dessen Deaktivierung
nur eine minimale resultierende Radialkraft entsteht.
[0011] Es versteht sich, dass derselbe positive Effekt auch dann erreicht wird, wenn bei
Ausfall eines Antriebs die dazu passende Mahlwalze deaktiviert wird.
[0012] Wenn eine Mahlwalze ausfällt und daraufhin der entsprechende Antrieb herausgenommen
wird, würde normalerweise die Mahlleistung entsprechend sinken. Nun ist aber bekannt,
dass durch Erhöhen der Anpresskraft und Vermehrung der Sichtluft die Mahlleistung
erhöht werden kann. Dadurch würde jedoch der Kompensationseffekt, der durch die Herausnahme
des Antriebs erreicht wurde, wieder zunichte gemacht. Die Lösung des Problems besteht
darin, mit der Erhöhung der Anpresskraft der Mahlwalzen auch die Antriebskraft der
verbleibenden Antriebe zu erhöhen, um die nötige Durchsatzleistung zu erhalten.
[0013] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Mahlteller mit einem Zahnkranz ausgerüstet,
auf den die Antriebe wirken.
[0014] Um die Mahlwalzen einzeln von der Mahlbahn abheben und aus der Mühle herausschwenken
zu können, sind sie mittels Schwinghebeln auf Konsolen gelagert, die neben dem Mühlengehäuse
stehen.
[0015] Das Deaktivieren eines Antriebs kann im einfachsten Fall dadurch geschehen, dass
die Antriebsenergie, beispielsweise der elektrische Strom, abgeschaltet wird, so dass
Getriebe und Motor leer mitlaufen.
[0016] Vorteilhafter ist es jedoch, wenn der Antrieb vom Mahlteller entkoppelt wird. Gemäß
einer Ausgestaltung hierzu sind die Antriebe auf Lafetten oder Schienen fahrbar.
[0017] Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die beim Deaktivieren eines Antriebs
und einer Mahlwalze verbleibende Radialkraftkomponente noch weiter reduziert werden
kann, wenn der Winkel zwischen den Mahlwalzen und den Antrieben verändert wird. Zu
diesem Zweck sind die Winkelpositionen der Antriebe um das Zentrum der Mühle verstellbar.
[0018] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, die bei Ausfall einer Mahlwalze
oder eines Antriebs entstehende Radialkraftkomponente dadurch zu kompensieren, dass
die verbleibenden Mahlwalzen selbst eine Gegenkraftkomponente erzeugen. Zu diesem
zugenommen. So beschreibt die
DE 103 43 218 B4 eine Wälzmühle mit sechs Mahlwalzen und einem einzigen Antrieb. Dabei ist die Konstruktion
so ausgelegt, dass zwei diagonal gegenüberliegende Mahlwalzen gleichzeitig ausgeschwenkt
werden können und die Mühle mit den verbleibenden vier aktiven Mahlwalzen noch 80
% der vollen Mahlleistung erbringen soll. Dabei ist nachteilig, dass auch bei Ausfall
nur einer Mahlwalze stets zwei Mahlwalzen herausgeschwenkt werden müssen.
[0019] Eine Wälzmühle mit sechs Mahlwalzen ist auch bereits beschrieben in der DE-Offenlegungsschrift
21 24 521.
[0020] Aus der
EP 0324 930 A2 ist eine Rollenmühle bekannt, die mit einer unterschiedlichen Zahl von Mahlrollen
(zwei, drei bzw. vier) ausgerüstet werden kann. Die Mahlrollen laufen auf einem Mahlteller,
der mittels einer Antriebseinrichtung angetrieben wird, und können bei Bedarf aus
dem Mühlengehäuse herausgeschwenkt werden.
[0021] Schließlich ist aus der
DE 197 02 854 A1 eine Rollenmühle mit vier Mahlwalzen bekannt, wobei jede Mahlwalze durch einen eigenen
Antrieb, bestehend aus Elektromotor und Untersetzungsgetriebe, angetrieben wird. Der
Mahlteller selbst besitzt keinen Antrieb. Eine Deaktivierung einer oder mehrerer Mahlwalzen
oder eines oder mehrerer Antriebe ist nicht vorgesehen. '
Darstellung der Erfindung:
[0022] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Wälzmühlen mit wenigstens
zwei Mahlwalzen und wenigstens zwei Antrieben anzugeben, bei denen auf das Radiallager
des Mahltellers nur geringe, das Radiallager nicht überlastende Kräfte entstehen,
wenn eine einzelne Mahlwalze deaktiviert wird.
[0023] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Wälzmühle mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0024] Entfernt man entgegen der in der oben zitierten
DE 103 43 218 B4 gegebenen Lehre nicht zwei diagonal gegenüberliegende Mahlwalzen sondern nur eine
Mahlwalze, so wirkt auf den Mahlteller eine erhebliche radiale Kraftkomponente, ausgelöst
durch die verbleibenden Mahlwalzen. Diese radiale Kraftkomponente belastet die Axial-
und insbesondere Radiallagerung des Mahltellers in einem erheblichen Maß. Die Lagerung
des Mahltellers müsste also stark überdimensioniert werden. Es hat sich jedoch herausgestellt,
dass dies nicht bzw. in einem erheblich reduzierten Maße nötig ist, wenn der Mahlteller
erfindungsgemäß von mehreren an seinem Umfang verteilten Antrieben angetrieben wird
und gleichzeitig mit der Mahlwalze der dazu passende Antrieb Zweck sind gemäß einer
Ausgestaltung die Erfindung die Mahlwalzen schränkbar, d. h. gegen die tangentiale
Position verdrehbar.
[0025] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Zahl der Antriebe gleich der
Zahl der Mahlwalzen ist.
[0026] Eine besonders kostengünstige Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Mahlwalzen
mit den Schwinghebeln und die Antriebe modular vorgefertigt sind. Je nach Wunsch des
Mühlenbetreibers werden mehr oder weniger Walzenmodule oder Antriebsmodule eingesetzt.
Dadurch können Mühlenkomponenten wie Mahlwalzen, Schwinghebel, Motoren und Getriebe
in Serie gefertigt und für Reparaturen auf Vorrat gehalten werden.
[0027] Gegenstand der Erfindung ist des Weiteren ein Verfahren zum Betreiben einer Wälzmühle,
welches es möglich macht, die bei Ausfall einer Mahlwalze entstehende Radialkraftkomponente
zu kompensieren, so dass eine Überlastung der Mahltellerlagerung vermieden wird.
[0028] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
9.
[0029] Eine weitere Reduzierung der resultierenden Radialkraftkomponente wird erreicht,
wenn die Winkelposition wenigstens eines der verbleibenden Antriebe so verändert wird,
dass die resultierende Radialkraft minimal wird.
[0030] Eine zusätzliche Möglichkeit zur weiteren Reduzierung der Radialkraft besteht darin,
die verbleibenden Mahlwalzen zu schränken, so dass die resultierende Radialkraft minimal
wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen:
[0031] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung in Form von Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Es zeigen jeweils rein schematisch
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine Wälzmühle mit sechs auf Konsolen schwenkbar gelagerten Mahlwalzen
und sechs Einzelantrieben,
- Fig. 2
- die beim Betrieb der Mühle nach Fig. 1 entstehenden Radialkräfte unter verschiedenen
Betriebsbedingungen,
- Fig. 3
- die beim Betrieb einer Mühle mit fünf Mahlwalzen und fünf Antrieben entstehenden Radialkräfte,
- Fig. 4
- die Radialkräfte beim Betrieb einer Wälzmühle mit vier Mahlwalzen und vier Antrieben
unter verschiedenen Betriebsbedingungen und
- Fig. 5
- die Radialkräfte einer Wälzmühle mit drei Mahlwalzen und drei Antrieben unter verschiedenen
Betriebsbedingungen.
Wege zur Ausführung der Erfindung und gewerbliche Verwertbarkeit:
[0032] Fig. 1 zeigt die Draufsicht auf eine Wälzmühle mit einem rotierenden Mahlteller 1,
auf dessen Mahlbahn sechs Mahlwalzen M abrollen. Der Mahlteller 1 wird von einem Axiallager
und einem Radiallager 3 gehalten. Jede Mahlwalze M ist mittels Schwinghebel 4 auf
einer externen Konsole 5 gelagert, so dass jede Mahlwalze M einzeln von der Mahlbahn
abgehoben und aus der Mühle herausgeschwenkt werden kann. Dies macht Wartung oder
Reparatur einer Mahlwalze während des laufenden Mahlbetriebs möglich.
[0033] Des Weiteren erkennt man zwischen den sechs Mahlwalzen M sechs Antriebe A, bestehend
aus Motor, vorzugsweise Elektromotor, und Getriebe. Alle Antriebe A arbeiten auf einen
Zahnkranz (nicht dargestellt), der am Mahlteller 1 befestigt ist.
[0034] Um die Antriebe A vom Mahlteller 1 abkoppeln zu können, sind sie auf Lafetten oder
Schienen (nicht dargestellt) montiert.
[0035] Fig. 2a zeigt rein schematisch die Mühle der Fig. 1. Man erkennt den Mahlteller,
auf dem die sechs Mahlwalzen M abrollen. Angetrieben wird der Mahlteller von den sechs
am Umfang verteilt angeordneten Antrieben A. Da sich bei dieser symmetrischen Anordnung
alle Radialkräfte gegenseitig kompensieren, ist die resultierende Radialkraft R gleich
Null.
[0036] Fig. 2b zeigt die Mühle der Fig. 2a, wobei jedoch eine Mahlwalze M herausgeschwenkt
ist. Es stellt sich eine resultierende Radialkraftkomponente der Größe R1 ein.
[0037] Fig. 2c zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Mahlwalze M auch der benachbarte
"passende" Antrieb A deaktiviert wurde. Die resultierende Radialkraftkomponente hat
sich auf R2 < R1 verringert.
[0038] Fig. 2d zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Maßnahme nach Fig. 2c die Winkelposition
des durch einen Pfeil kenntlich gemachten Antriebs verändert wird. Die Radialkraft
R3 ist fast auf Null zurückgegangen.
[0039] Fig. 3a zeigt rein schematisch eine Wälzmühle, auf deren Mahlteller fünf Mahlwalzen
M abrollen und der von fünf Antrieben A in Drehung versetzt wird. Aufgrund der symmetrischen
Anordnung ist die resultierende Radialkraftkomponente R = 0.
[0040] Fig. 3b zeigt die Situation, wenn eine der Mahlwalzen M herausgeschwenkt wurde. Es
entsteht eine resultierende Radialkraftkomponente R1.
[0041] Fig. 3c zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Mahlwalze M auch der benachbarte
"passende" Antrieb A deaktiviert wurde. Dadurch hat sich die resultierende Radialkraftkomponente
auf R2 < R1 reduziert.
[0042] Fig. 3d zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Maßnahme nach Fig. 3c die Winkelposition
des durch einen Pfeil kenntlich gemachten Antriebs verändert wird. Die Radialkraft
R3 ist fast auf Null zurückgegangen.
[0043] Fig. 4a zeigt eine Wälzmühle, deren Mahlteller von vier Antrieben A angetrieben wird
und auf deren Mahlteller vier Mahlwalzen M abrollen. Aufgrund der symmetrischen Anordnung
ist die resultierende Radialkraftkomponente R = 0.
[0044] Fig. 4b zeigt die Situation, wenn eine der Mahlwalzen M herausgeschwenkt wurde. Es
entsteht eine resultierende Radialkraftkomponente der Größe R1.
[0045] Fig. 4c zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Mahlwalze M auch der benachbarte
Antrieb A deaktiviert wurde. Die resultierende Radialkraftkomponente hat sich auf
R2 < R1 reduziert.
[0046] Fig. 4d zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Maßnahme nach Fig. 4c die Winkelposition
des durch einen Pfeil kenntlich gemachten Antriebs verändert wird. Die Radialkraft
R3 ist fast auf Null zurückgegangen.
[0047] Fig. 5a zeigt eine Wälzmühle, deren Mahlteller von drei Antrieben A angetrieben wird
und auf deren Mahlteller drei Mahlwalzen M abrollen. Aufgrund der symmetrischen Anordnung
ist die resultierende Radialkraftkomponente R = 0.
[0048] Fig. 5b zeigt die Situation, wenn eine der Mahlwalzen M herausgeschwenkt wurde. Es
entsteht eine resultierende Radialkraftkomponente der Größe R1.
[0049] Fig. 5c zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Mahlwalze M auch der benachbarte
Antrieb A deaktiviert wurde. Dadurch hat sich die resultierende Radialkraftkomponente
auf R2 < R1 reduziert.
[0050] Fig. 5d zeigt die Situation, wenn zusätzlich zu der Maßnahme nach Fig. 5c die Winkelposition
des durch einen Pfeil kenntlich gemachten Antriebs verändert wird. Die Radialkraft
R3 ist fast auf Null zurückgegangen.
[0051] Die Ausführungsbeispiele der Fig. 2a bis 5d zeigen, dass die Erfindung bei allen
Wälzmühlen anwendbar ist, unabhängig von der Zahl der Mahlwalzen, wenn der Mahlteller
von einer entsprechenden Anzahl von Antrieben in Drehung versetzt wird.
[0052] Es versteht sich des Weiteren, dass nicht nur wie in den Figuren dargestellt nur
jeweils eine Mahlwalze und ein Antrieb deaktiviert werden können. Das erfindungsgemäße
Prinzip funktioniert auch dann, wenn mehrere Mahlwalzen und die "passenden" Antriebe
deaktiviert werden, wobei keine Notwendigkeit besteht, nur radial gegenüberliegende
Einheiten zu deaktivieren, was ja nur dann möglich wäre, wenn eine gerade Anzahl von
Mahlwalzen und Antrieben vorgesehen ist.
1. Wälzmühle, umfassend
- ein Gehäuse,
- einen um eine vertikale Mittelachse drehantreibbaren Mahlteller (1) mit Mahlbahn,
- wenigstens zwei Antriebe (A) jeweils mit Motor und Getriebe, die den Mahlteller
(1) antreiben,
- auf der Mahlbahn abrollende Mahlwalzen (M), wobei eine oder mehrere Mahlwalzen (M)
außer Eingriff bringbar sind,
- ein Axiallager für den Mahlteller (1), und
- ein Radiallager (3) für den Mahlteller (1), wobei
- die Antriebe (A) im laufenden Betrieb deaktivierbar sind,
- bei einer oder mehreren außer Eingriff gebrachten Mahlwalze eine erste Radialkraftkomponente
auf das Radiallager (3) wirkt, und wobei
- zu einer außer Eingriff gebrachten Mahlwalze (M) ein "passender" Antrieb (A) deaktivierbar
ist, wobei der "passende" Antrieb (A) der ist, bei dessen Deaktivierung die auf das
Radiallager (3) wirkende erste Radialkraftkomponente (R1) reduziert ist, so dass die
auf das Radiallager (3) wirkende resultierende Radialkraftkomponente (R) einen geringen
Wert aufweist als die erste Radialkraftkomponente (R1).
2. Wälzmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mahlteller (1) mit einem Zahnkranz ausgerüstet ist, auf den die Antriebe (A)
wirken.
3. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlwalzen (M) mittels Schwinghebeln (4) einzeln auf Konsolen (5) gelagert sind.
4. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe (A) auf Lafetten oder Schienen fahrbar sind.
5. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelposition wenigstens eines Antriebs (A) veränderbar ist.
6. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlwalzen (M) schränkbar sind.
7. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahl der Antriebe (A) gleich der Zahl der Mahlwalzen (M) ist.
8. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlwalzen (M) mit den Schwinghebeln (4) und die Antriebe (A) jeweils modular
vorgefertigt sind.
9. Verfahren zum Betreiben einer Wälzmühle mit einem um eine vertikale Mittelachse drehantreibbaren
Mahlteller (1), der von wenigstens zwei Antrieben (A) jeweils mit Motor und Getriebe
angetrieben wird und auf dem wenigstens zwei Mahlwalzen (M) abrollen, wobei eine oder
mehrere Mahlwalzen (M) außer Eingriff bringbar sind, mit einem Axiallager und einem
Radiallager (3) für den Mahlteller, wobei beim Abheben einer oder mehrerer Mahlwalzen
(M) eine erste Radialkraftkomponente (R1) auf ein Radiallager (3) für den Mahlteller
(1) wirkt und ein solcher Antrieb (A) deaktiviert wird, der geeignet ist, die auf
das Radiallager (3) wirkende erste Radialkraftkomponente (R1) zu reduzieren, so dass
die auf das Radiallager (3) wirkende resultierende Radialkraftkomponente (R) einen
geringen Wert aufweist als die erste Radialkraftkomponente (R1).
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelposition wenigstens eines der verbleibenden Antriebe (A) so verändert wird,
dass die resultierende Radialkraft (R) weiter reduziert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der verbleibenden Mahlwalzen (M) so geschränkt wird, dass die resultierende
Radialkraft (R) weiter reduziert wird.
1. A roller grinding mill comprising:
- a housing;
- a grinding plate (1) with a grinding track, the grinding plate (1) being configured
to be driven around a vertical centre axis;
- at least two drives (A) each with motor and transmission and that are configured
to drive the grinding plate (1);
- grinding rollers (M) that roll on the grinding track (1), wherein one or more grinding
rollers (M) being configured to be brought out of engagement;
- an axial bearing for the grinding plate (1);
- a radial bearing (3) for the grinding plate (1); wherein
- the drives (A) are deactivatable while operation continues,
- with one or more grinding rollers (M) brought out of engagement a first radial force
component acts on the radial bearing (3), and wherein
- for a grinding roller (M) brought out of engagement a "matching" drive (A) is deactivatable;
wherein the "matching" drive (A) is the drive when deactivated the first radial force
component (R1) acting on the radial bearing (3) is reduced in that the resultant radial
force component (R) acting on the radial bearing (3) has a lower value than the first
radial force component (R1).
2. The roller grinding mill according to claim 1, characterized in that the grinding plate (1) is equipped with a girth gear, which the drives (A) act upon.
3. The roller grinding mill according to either claim 1 or claim 2, characterized in that the grinding rollers (M) are separately mounted on brackets (5) via rocker arms (4).
4. The roller grinding mill according to any of claims 1 to 3, characterized in that the drives (A) are configured to travel on carriages or rails.
5. The roller grinding mill according to any of claims 1 to 4, characterized in that an angular position of at least one drive (A) is adjustable.
6. The roller grinding mill according to any of claims 1 to 5, characterized in that the grinding rollers (M) are configured to be set at an angle.
7. The roller grinding mill according to any of claims 1 to 6, characterized in that the number of drives (A) is equal to the number of grinding rollers (M).
8. The roller grinding mill according to any of claims 3 to 7, characterized in that the grinding rollers (M) with rocker arms (4) and the drives (A) are each prefabricated
in modular form.
9. A method for operating a roller grinding mill having a grinding plate (1) being driven
around a vertical centre axis; the grinding plate (1) being configured to be driven
by at least two drives (A) each with motor and transmission and on which at least
two grinding rollers (M) rolls, wherein one or more grinding rollers (M) being configured
to be brought out of engagement, with an axial bearing and a radial bearing (3) for
the grinding plate; wherein when lifting one or more grinding rollers (M) a first
radial force component (R1) acts on a radial bearing (3) for the grinding plate (1)
and such a drive (A) is deactivated which is adapted to reduce the first radial force
component (R1) acting on the radial bearing (3) such that the resultant radial force
component (R) acting on the radial bearing (3) has a lower value than the first radial
force component (R1).
10. The method according to claim 9, characterized in that the annular position of at least one of the remaining drives (A) is changed such
that the resultant radial force (R) is further reduced.
11. The method according to either claim 9 or claim 10, characterized in that at least one of the remaining grinding rollers (M) is set at an angle such that the
resultant radial force (R) is further reduced.
1. Broyeur à rouleaux, comprenant
- un carter,
- un plateau de broyage (1), muni d'une piste de broyage et pouvant être entraîné
en rotation autour d'un axe médian vertical,
- au moins deux entraînements (A) respectivement dotés d'un moteur et d'une transmission,
qui mènent ledit plateau de broyage (1),
- des rouleaux broyeurs (M) roulant sur ladite piste de broyage, la prise d'un ou
de plusieurs rouleau(x) broyeur(s) (M) pouvant être supprimée,
- un palier axial dédié au plateau de broyage (1), et
- un palier radial (3) dédié audit plateau de broyage (1), sachant
- que les entraînements (A) peuvent être désactivés en cours de fonctionnement,
- qu'une première composante de force radiale agit sur le palier radial (3) en présence
d'un ou de plusieurs rouleau(x) broyeur(s) mis hors prise, et sachant
- qu'il est possible de désactiver un entraînement (A) "assorti" à un rouleau broyeur
(M) mis hors prise, ledit entraînement "assorti" (A) étant celui lors de la désactivation
duquel la première composante de force radiale (R1), agissant sur le palier radial
(3), est réduite de façon telle que la composante de force radiale résultante (R),
qui agit sur ledit palier radial (3), présente une valeur inférieure à celle de ladite
première composante de force radiale (R1).
2. Broyeur à rouleaux selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le plateau de broyage (1) est équipé d'une couronne dentée soumise à l'action des
entraînements (A).
3. Broyeur à rouleaux selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé par le fait que les rouleaux broyeurs (M) sont montés individuellement sur des consoles (5), au moyen
de leviers oscillants (4).
4. Broyeur à rouleaux selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que les entraînements (A) peuvent se déplacer sur des bâtis ou sur des rails.
5. Broyeur à rouleaux selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé par le fait que la position angulaire d'au moins un entraînement (A) peut être modifiée.
6. Broyeur à rouleaux selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé par le fait que les rouleaux broyeurs (M) peuvent être déviés latéralement.
7. Broyeur à rouleaux selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé par le fait que le nombre des entraînements (A) est égal au nombre des rouleaux broyeurs (M).
8. Broyeur à rouleaux selon l'une des revendications 3 à 7, caractérisé par le fait que les rouleaux broyeurs (M) avec les leviers oscillants (4) et les entraînements (A)
sont respectivement préfabriqués avec agencement modulaire.
9. Procédé d'actionnement d'un broyeur à rouleaux comprenant un plateau de broyage (1)
qui peut être entraîné en rotation autour d'un axe médian vertical, est mené par au
moins deux entraînements (A) respectivement dotés d'un moteur et d'une transmission,
et sur lequel roulent au moins deux rouleaux broyeurs (M), la prise d'un ou de plusieurs
rouleau(x) broyeur(s) (M) pouvant alors être supprimée, et comprenant un palier axial
et un palier radial (3) dédiés au plateau de broyage, sachant que, lors du soulèvement
d'un ou de plusieurs rouleau(x) broyeur(s) (M), une première composante de force radiale
(R1) agit sur un palier radial (3) dédié audit plateau de broyage (1), et il s'ensuit
la désactivation d'un entraînement (A) se prêtant à une réduction de la première composante
de force radiale (R1) agissant sur ledit palier radial (3), de façon telle que la
composante de force radiale résultante (R), qui agit sur ledit palier radial (3),
présente une valeur inférieure à celle de ladite première composante de force radiale
(R1).
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé par le fait que la position angulaire d'au moins l'un des entraînements restants (A) est modifiée
de façon telle que la force radiale résultante (R) soit réduite davantage encore.
11. Procédé selon la revendication 9 ou 10, caractérisé par le fait qu'au moins l'un des rouleaux broyeurs restants (M) est dévié latéralement, de façon
telle que la force radiale résultante (R) soit réduite davantage encore.