[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen der Reibungszahl eines metallischen
Werkstücks
[0002] Zur Erhöhung der Lebensdauer metallischer Werkstücke, die Feuchtigkeit ausgesetzt
sind, ist eine Korrosionsschutzbeschichtung unerlässlich. Für galvanisierte oder elektrolytisch
mit einer Metallschicht versehene Werkstücke beschreibt die
US 2007/0196632 A1 einen mehrschichtigen Lackauftrag, der nahe an der Oberfläche des Werkstücks einen
hohen Gehalt an Schmiermitteln aufweist, während weiter von der Oberfläche des Werkstücks
entfernte Lackschichten einen geringeren Gehalt an Schmiermitteln aufweisen. Es wird
unterstellt, dass die auf galvanisierten Oberflächen oder elektrolytisch abgeschiedenen
Metallschichten aufgebrachten Lacke nicht abriebfest sind, so dass Schmiermittel in
den äußeren Lackschichten nicht sinnvoll nutzbar sind. Neben der Beschichtung mit
einer geschlossenen Metallschicht aus geeignetem Metall (z.B. Zink), üblicherweise
durch Galvanisieren, ist eine Variante des Korrosionsschutzes die Beschichtung mit
einem Korrosionsschutzmittel, das in flüssiger Form auf das Werkstück aufgebracht
wird. Ein solches Korrosionsschutzmittel enthält üblicherweise neben einem Bindemittel
und einem Lösemittel Metallpartikel. Nach dem Auftragen des Korrosionsschutzmittels
auf das Werkstück härtet das Bindemittel unter Temperatur aus und die darin eingelagerten
Metallpartikel bilden eine mehr oder weniger durchgehende Schutzschicht über dem Metallsubstrat.
[0003] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird ein Korrosionsschutzmittel, das, wie geschildert,
ein Bindemittel und Metallpartikel umfasst, als Basecoat bezeichnet. Diese Bezeichnung
wird hier sowohl für das flüssige Korrosionschutzmittel verwendet, als für eine Beschichtung,
die durch Auftragen und ggf. Aushärten wenigstens eines solchen Korrosionsschutzmittels
entsteht.
[0004] Für Basecoats sind insbesondere Partikel aus Metallen von Bedeutung, die einerseits
anodischen Korrosionsschutz bieten, da sie sich bei Oxidation mit einer witterungsbeständigen
Schutzschicht überziehen, andererseits aber auch freiliegenden Teilen des Metallsubstrats
kathodischen Korrosionsschutz bieten, da sie unedler als das Substrat sind und somit
als Opferanode für dieses wirken. Für beide Arten ist eine möglichst lückenloseAbdeckungdes
Substrats durch die Metall partikel wünschenswert, für den kathodischen Korrosionsschutz
ist auch ein Kontakt der Metallpartikel untereinander und zum Substrat nötig, da nur
solche Metallpartikel als Opferanode wirken können, die mit dem Substrat in elektrischem
Kontakt stehen.
[0005] Auch das Bindemittel kann zum Korrosionsschutz dienen, jedoch ist dieser im Gegensatz
zum aktiven Korrosionsschutz durch die Metallpartikel von passiver Art, d.h. es werden
durch eine diffusionshemmende Schicht korrosive Einflüsse vom Metallsubstrat weitestgehend
ferngehalten.
[0006] Sind über den Korrosionsschutz hinaus bestimmte Oberflächeneigenschaften erwünscht,
so verwendet man hierfür oftmals einen auf den Basecoat aufzutragenden Topcoat. Letzterer
enthält oftmals keine Metallpartikel und wenn doch, dann zur Beeinflussung des Aussehens,
nicht zum aktiven kathodischen bzw. anodischen Korrosionsschutz. Für bestimmte Anwendungen,
z. B. Gewindeteile, werden dem Topcoat Schmiermittel zur Einstellung der Reibungszahl
zugesetzt.
[0007] Besonders bei Massenkleinteilen, die im Tauchschleuderverfahren beschichtet werden,
benötigt man in der Regel zwei Schichten des Basecoats, da nur so die Berührstellen
- die bedingt durch den Applikationsprozess entstehen - ausgeglichen werden. So werden
kommerziell bei Massenkleinteilen üblicherweise Systeme mit zwei Korrosionsschutz-Basecoatschichten
und einer oder zwei Topcoatschichten zur Einstellung tribologischer Eigenschaften
verwendet.
[0008] Es gibt auch die Möglichkeit, in den Basecoat Schmiermittel zu integrieren. Hiermit
lassen sich Zeit und Kosten einsparen, da kein separater Topcoat zur Einstellung von
Reibungszahlen verwendet werden muss.
[0009] Hieraus ergibt sich jedoch der Nachteil, dass man zur Einstellung von gewünschten
Reibungszahlen an der Oberfläche den meist hoch pigmentierten Basecoats relativ viel
Schmiermittel zugeben muss. Insbesondere bei hochwertigen Schmiermitteln wie Polytetrafluorethylen
(PTFE) ergeben sich hierdurch hohe Kosten.
[0010] Die
EP 0976 795 offenbart eine antikorrosiv wirkende Beschichtung, mittels dem sich die Reibzahl
auf der Oberfläche einer Beschichtung einstellen lässt. Das Einstellen der Reibzahl
wird möglich durch eine vorgegebene, komplexe Zusammensetzung von organischen Bindemitteln
und Wachsen. Organische Bindemittel sind jedoch nicht sehr beständig und die daraus
hergestellten Beschichtungen sind um sich eingeschränkt verwendbar.
[0011] Die
US 2007/0176632 lehrt, bei einem mit einer Korrosionsbeschichtung versehenen Werkstück hohe Konzentration
von Schmiermitteln nahe der Oberfläche des Werkstücks aufzubringen, während die dem
Werkstück abgewandte Oberfläche der Korrosionsschutzbeschichtung nur eine geringe
Menge Schmiermittel aufweist.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung besteht somit darin, eine Möglichkeit zum effizienteren
Einsatz von Schmiermittel in Antikorrosionsbeschichtung vorzuschlagen.
[0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Einstellen der Reibungszahl
eines metallischen Werkstücks nach Anspruch 1 sowie durch ein metallisches Werkstück
nach Anspruch 13 gelöst.
[0014] Beim erfindungsgemäßen Verfahren zum Einstellen der Reibungszahl der Oberfläche eines
metallischen Werkstücks wird eine mehrschichtige Beschichtung auf das Werkstück aufgebracht
und ausgehärtet. Hierzu werden mehrere Basecoats, jeweils aufweisend mindestens ein
Bindemittel und metallische Partikel, schichtweise aufgebracht. Mindestens einer der
verwendeten Basecoats weist mindestens ein Schmiermittel auf. Charakterisiert man
die Beschichtung durch eine dem Werkstück zugewandte Grenzfläche und eine dem Werkstück
abgewandte Grenzfläche, so wird erfindungsgemäß die Reibungszahl durch eine Schmiermittelkonzentration
eingestellt, die an der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche niedriger ist als an
der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche.
[0015] Der Erfindung liegt hierbei die Erkenntnis zu Grunde, dass es mit einem gezielten,
selektiven Einsatz von Schmiermittel innerhalb einer aus mehreren Basecoats aufgebauten
Beschichtung möglich ist, die gewünschten tribologischen Eigenschaften eines Werkstücks
einzustellen.
[0016] Innerhalb des erfindungsgemäßen Verfahrens können schichtweise mehrere Basecoats
aufgetragen werden, die Schmiermittel in unterschiedlicher Konzentration und/oder
Zusammensetzung umfassen, was auch die Möglichkeit einschließt, das wenigstens ein
Basecoat (nicht jedoch alle) kein Schmiermittel umfasst.
[0017] Es ist dem Fachmann bekannt, dass bestimmte Schmiermittel, wie z. B. Fettsäuren wie
Ölsäure oder Stearinsäure, oft bei der Herstellung von Rohstoffen, insbesondere von
Metallpartikeln für Korrosionschutzmittel als Verunreinigung eingeschleppt werden,
ohne dass ein Einsatz als Schmiermittel beabsichtigt ist. Diese Stoffe werden in der
Regel bei der Herstellung von Metallpartikeln als Hilfsstoffe eingesetzt und haften
den Partikeln zwangsläufigwenigstens als Spuren - an. Es können auch kleinere Mengen
dickflüssiger Wachse, z. B. Polyethylenwachse, als Additive zugesetzt sein, um z.
B. die Rheologie des Beschichtungsmittels einzustellen. Im Rahmen dieser Erfindung
werden derartige Spuren von Schmiermittel in dem Sinne außer Acht gelassen, dass eine
Schicht, die weniger als 1,0 Gewichts-% Schmiermittel enthält, als Schicht ohne Schmiermittel
bezeichnet wird. Nur wenn der Gewichtsanteil bei dem genannten Wert oder darüber liegt,
gilt die Schicht als Schmiermittel aufweisend.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht einen sehr effizienten Einsatz von Schmiermitteln,
insbesondere von festen Schmiermitteln. Es ist nunmehr möglich, Schmiermittel in hoher
Konzentration in der Nähe der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche einzusetzen, wo
diese zur Einstellung einer Reibungszahl dienen, während in den darunter liegenden
Bereichen weniger oder kein Schmiermittel eingesetzt wird. Daher kann der Einsatz
von Schmiermitteln auf die Bereiche beschränkt werden, wo sie die größte Wirkung entfalten.
Dies sind in der Regel die äußeren, vom Werkstück abgewandten Bereiche des Basecoats.
Die Außenfläche des Basecoats, d.h. die vom Werkstück abgewandte Grenzfläche (oder
zumindest Teile hiervon), ist bei der Verwendung des Werkstücks üblicherweise die
Kontaktfläche mit anderen Werkstücken, also z.B. die Kontaktstelle zwischen einer
Schraube und einer Mutter. Es hat sich gezeigt, dass die Reibungszahl vornehmlich
durch die Schmiermittelkonzentration im Bereich dieser Grenzfläche bestimmt wird.
Es kann daher erfindungsgemäß also wesentlich weniger Schmiermittel eingesetzt werden
als bei Verfahren nach dem Stand der Technik. Hierdurch ergeben sich in Anbetracht
der sehr großen Anzahl zu beschichtender Teile, insbesondere bei Massenkleinteilen,
entscheidende Kostenersparnisse.
[0019] Des Weiteren hat sich gezeigt, dass Schmiermittel oft dramatisch die Korrosionsschutzeigenschaften
verschlechtern. Schmiermittelzusätze, z.B. Wachse, können zum einen die Ausbildung
eines geschlossenen Bindemittelfilms stören, zum anderen setzen sie sich zwischen
oder auf die Metallpigmente und behindern so die Ausbildung einer geschlossenen Schutzschicht.
So weisen beispielsweise Zinkflake-Beschichtungen mit integriertem Schmiermittel zur
Einstellung von Reibungszahlen oft einen geringeren Korrosionsschutz auf als die analogen
Beschichtungen ohne Schmiermittelzusatz.
[0020] Da man bei dem erfindungsgemäßen Verfahren in der Lage ist, die Schmiermittelkonzentration
innerhalb eines Basecoats selektiv, insbesondere an der dem Werkstück zugewandten
Grenzfläche, gering zu halten oder dort gar kein Schmiermittel einzusetzen, kann sich
dort ein geschlossener Film aktiver Metallpartikel bilden. Die dort eingesetzten Metallpartikel
tragen im vollen Maß zum aktiven Korrosionsschutz bei, da ohne den störenden Einfluss
des Schmiermittels der notwendige Kontakt zwischen den Metallpartikeln, typischerweise
Zink- und/oder Aluminiumpartikel, gewährleistet ist. Diejenigen Schichten des Basecoats,
in denen Schmiermittel, insbesondere in höherer Konzentration, eingesetzt wird, tragen
allerdings aufgrund der enthaltenen Metallpartikel auch zum aktiven Korrosionsschutz
bei. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber den Verfahren nach dem Stand der
Technik, bei denen das Schmiermittel ausschließlich im Topcoat enthalten ist, der
keine Metallpartikel zum Korrosionsschutz enthält. Durch das erfindungsgemäße Verfahren
ergibt sich eine stabile, effektive Korrosionsschutzbeschichtung mit einer definiert
einstellbaren Reibungszahl, die bisher bekannten Beschichtungen überlegen ist.
[0021] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird bei gleichbleibender Schmiermittelzusammensetzung
die Schmiermittelkonzentration derart variiert, dass diese an der dem Werkstück abgewandten
Grenzfläche größer ist als an der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche. Wie bereits
geschildert, ist es hierbei beispielsweise denkbar, dass sich im Bereich der letztgenannten
Grenzfläche wenig oder kein Schmiermittel befindet, wodurch ein optimaler Korrosionsschutz
durch die enthaltenen Metallpartikel gewährleistet werden kann. Gleichzeitig kann
im Außenbereich des Basecoats, also in der Nähe der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche,
mehr Schmiermittel vorhanden sein, um eine definierte Reibungszahl zu gewährleisten.
[0022] In einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens weist die Schmiermittelzusammensetzung
Schmiermittel mit einem Schmelzpunkt von unter 170°C, bevorzugt unter 150°C (im Folgenden
niedrigschmelzende Schmiermittel genannt) und Schmiermittel mit einem Schmelzpunkt
von 150°C (im Folgenden hochschmelzende Schmiermittel genannt), bevorzugt von 170°C
oder höher auf, wobei sich die Konzentration von Schmiermitteln mit einem Schmelzpunkt
von 150°C bzw. 170°C oder höher an der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche unterscheidet
von der an der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche. Beispiele für niedrigschmelzende
Schmiermittel sind Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE), Beispiele für hochschmelzende
Schmiermittel sind PTFE, Molybdänsulfid, Graphit und Bornitrid. Wird das Bindemittel
bei einer Temperatur von etwa 150°C bzw. 170°C oder höher ausgehärtet, so werden im
Zuge dieses thermischen Aushärtungsprozesses die niedrigschmelzenden Schmiermittel
aufgeschmolzen und können ggf. auch mit dem Bindemittel vernetzen.
[0023] Bestimmte hochschmelzende Schmiermittel, z.B. PTFE oder modifiziertes PTFE, ECTFE
oder Polyvinylidenfluorid (PVDF), die im Basecoat in der Regel partikelförmig enthalten
sind, zeigen unter den erhöhten Temperaturen im Zuge des Aushärtungsprozesses eine
Art von "Aufschwimmen", d. h. sie wandern nach außen, in Richtung der von Werkstück
abgewandten Grenzfläche. Dieser Effekt wird im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
dazu genutzt, im Bereich der genannten Grenzfläche eine höhere Konzentration dieser
Schmiermittel einzustellen.
[0024] Die Variationsmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Verfahrens sind velfältig. Es ist
auch eine kombinierte Variation von Schmiermittelkonzentration und Schmiermittelzusammensetzung
denkbar, so dass sich sowohl erstere als auch letztere an der dem Werkstück abgewandten
Grenzfläche von denjenigen auf der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche unterscheiden.
So kann z.B. ein erfindungsgemäßer Basecoat nahe dem Werkstück 20 Gewichts-% PE enthalten,
während er an der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche 10 Gewichts-% PVDF enthält.
Durch eine derartige Kombination kann gewährleistet werden, dass bei einer oberflächlichen
Beschädigung des Basecoats eine im Wesentlichen unverändass Basecoats eine derte Reibungszahl
erhalten bleibt.
[0025] Als Schmiermittel kommen sämtliche aus dem Stand der Technik bekannten Stoffe in
Frage, so z. B. Halogenkohlenwasserstoffe, insbesondere Polytetrafluoroethylen (PTFE),
Polyvinylidenfluorid (PVDF), Tetrafuorethylen/Hexafluorpropylen-Copolymer (FEP), Perfluoralkoxy-Copolymer
(PFA), Copolymer von Tetrafluorethylen mit perfluoriertem Propylen und Perfluoralkylvinylether
(EPE), Copolymer aus Tetrafluorethylen und Perfluormethylvinylether (MFA), MoS
2, Bornitrid, Graphit, fluoriertes Graphit, Carnaubawachs, Polysulfone, Polyolefinharze,
insbesondere Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), Mischungen derselben oder eine
Kombination hieraus. Hierbei ist es, wie bereits dargelegt wurde, auch möglich, schichtweise
unterschiedliche Schmiermittel zu verwenden.
[0026] Die verwendeten Metallpartikel können verschiedenster Art sein. Diese können aus
Zink, Aluminium, Zinn, Magnesium, Nickel, Kobalt, Mangan, Titan oder Legierungen derselben
bestehen. Es ist auch denkbar, Partikel verschiedener Metalle oder Legierungen zu
mischen. Die Partikel können in Form von Plättchen, Körnern, Staub oder einer Kombination
hieraus vorliegen. Eine besonders bevorzugte Art von Metallpartikeln stellen Zinkplättchen
oder Zinklegierungsplättchen dar.
[0027] Beim erfindungsgemäßen Verfahren können Basecoats mit verschiedenen Bindemitteln
verwendet werden, die bereits aus dem Stand der Technik bekannt sind. Eine wichtige
Gruppe von Bindemitteln sind Silane, insbesondere organofunktionale Silane, z.B. γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan.
Neben Silanen eignen sich auch Siloxane, wie z.B. Methyloxypolysiloxan oder Silikate,
wie z.B. Alkalisilikate oder Alkylsilikate. Insbesondere können die genannten Bindemittel
in Verbindung mit aminischen Härtern (ggf. Aminosilanen) verwendet werden.
[0028] Des Weiteren kommen Bindemittel auf Basis von Titanaten in Frage. Diese enthalten
typischerweise Alkyltitanatester, so z.B. monomere Ester wie Tetrabutyltitanat, aber
auch polymere wie Polybutyltitanat.
[0029] Als Bindemittel können auch Chrom-VI-Verbindungen dienen, die z.B. in Form von Salzen
wie Ammonium- oder Alkalichromaten zugegeben werden können.
[0030] Die genannten Bindemittel polymerisieren während des Aushärtungsprozesses unter Abspaltung
von Wasser und/oder Alkoholen. Daher finden sich in der ausgehärteten Beschichtung
vornehmlich Polymerisationsprodukte dieser Bindemittel. Es eignen sich auch Mischungen
der genannten Bindemittel, so z. B. von Silanen und Titanaten, die in diesem Fall
ein gemeinsames Polymer bilden können.
[0031] Weiterhin können beim erfindungsgemäßen Verfahren organische Bindemittel wie Epoxide,
Urethane, Acrylate, (z.B. Methylmethacrylat) und/oder Polyester als organische Copolymere
in Verbindung mit den oben genannten anorganischen Bindemitteln eingesetzt werden.
[0032] Eine mögliche Vorgehensweise zur erfindungsgemäßen Einstellung einer Reibungszahl
besteht darin, dass zunächst ein erster Basecoat, umfassend ein Bindemittel, Metallpartikel
und optional ein Schmiermittel, in wässriger oder organischer Phase, ein- oder mehrschichtig
auf das Werkstück aufgebracht wird. Anschließend wird wenigstens ein weiterer Basecoat,
jeweils umfassend ein Bindemittel, Metallpartikel und optional ein Schmiermittel,
in wässriger oder organischer Phase, schichtweise aufgebracht. Hierbei werden- einschließlich
des ersten Basecoats - wenigstens zwei Basecoats mit unterschiedlicher Schmiermittelkonzentration
und/oder -zusammensetzung verwendet. Nach jedem derBeschichtungsschritte kann ein
thermisches Aushärten der aufgetragenen Beschichtung erfolgen, alternativ werden die
Schichten in ihrer Gesamtheit in einem einzigen Verfahrensschritt ausgehärtet.
[0033] Hierbei kann beispielsweise folgendermaßen vorgegangen werden: Es werden nacheinander
drei Basecoats aufgetragen, von denen jeder neben einem Bindemittel zur Gewährleistung
eines ausreichenden Korrosionsschutzes Metallpartikel enthält. Ein erster Basecoat
wird aufgetragen, der kein Schmiermittel enthält. Hierauf folgend wird weiterer Basecoat
aufgetragen, der Molybdänsulfid als Schmiermittel umfasst. Schließlich wird ein dritter
Basecoats aufgebracht, der PTFE als Schmiermittel enthält, danach erfolgt das thermische
Aushärten der dreischichtigen Beschichtung.
[0034] Neben den genannten Komponenten können, wie aus dem Stand derTechnik bekannt, den
einzelnen Basecoats weitere Zusatzstoffe wie Dickungsmittel, Entschäumer, Benetzungsmittel,
Tenside, Füllstoffe oder Farbpigmente zugesetzt sein.
[0035] Wie aus dem Stand der Technik bekannt, ist es beim erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt,
dass das Werkstück vor dem Aufbringen der Beschichtung vorbehandelt wird. Mögliche
Behandlungsmethoden sind hierbei Reinigen, Entfetten, Beizen, Sandstrahlen, Druckluftstrahlen
und/oder Phosphatieren.
[0036] Es ist in einer Weiterentwicklung der Erfindung vorgesehen, dass auf die ein- oder
mehrschichtige Beschichtung ein klassischer ein- oder mehrschichtiger Topcoat aufgetragen
wird. In diesem Zusammenhang wird jede Beschichtung, die ein Bindemittel, aber keine
Metallpigmente zum aktiven Korrosionsschutz umfasst, als Topcoat bezeichnet, d.h.
es wird nicht zwischen "Topcoat" und "Versiegelung" unterschieden. Der Topcoat kann,
wie aus dem Stand der Technik bekannt, optional ein Schmiermittel enthalten. Es besteht
auch die Möglichkeit, dass der Topcoat neben Farbpigmenten und anderen Komponenten,
die dem Fachmann bekannt sind, gewisse Mengen an Metallpartikeln zu Erzeugung eines
"Metallic-Looks" enthält.
[0037] Im Folgenden wird die Funktionsweise der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
erläutert.
Beispiel 1
[0038] Zur Beschichtung von Stahlschrauben werden drei Bäder mit Basecoats A, B und C vorbereitet.
Jedes der Bäder wird folgendermaßen hergestellt.
[0039] 29,2 Gewichts-% entionisiertes Wasser werden unter mäßigem Rühren mit 4,6 Gewichts-%
γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan und 0,9 Gewichts-% Borsäure vermischt. Nach 3 Stunden
Verrühren werden zu der Mischung weitere 45,1 Gewichts-% entionisiertes Wasser und
ein Netzmittel-Gemisch enthaltend 2,3 Gewichts-% eines nichtionischen, ethoxylierten
Nonylphenol-Netzmittels ("NENN") mit einer Molmasse von 395 und einem spezifischen
Gewicht von 1,0298 bei 20/20°C sowie 2,3 Gewichts-% eines NENN mit einer Molmasse
von 616 und einem spezifischen Gewicht von 1,057 bei 20/20°C, hinzugegeben. Zu dieser
Mischung werden dann weitere 3,1 Gewichts-% des genannten Silans, 6,3 Gewichts-% Azeton
und 1,1 Gewichts-% 1-Nitropropan hinzugegeben. Hierzu werden Zinkpaste und pulverförmiges
PTFE in je nach Bad unterschiedlichen Gewichtsanteilen hinzugegeben. Das Zink in Flockenform
besitzt eine Partikeldicke von ca. 0,1 bis 0,5 µm und eine längste Ausdehnung der
einzelnen Partikel von ca. 80 µm. Die eingesetzten Stoffe werden anschließend ca.
3 Stunden in einem Cowles-Dissolver durchmischt, der mit ca. 960 UpM betrieben wird.
Zu der hieraus erhaltenen Mischung werden dann, während das Rühren 1 Stunde fortgesetzt
wird, 0,6 Gewichts-% Natrium-bis-(tridecyl)-sulfosuccinat (anionisches Netzmittel)
hinzugegeben und das Mischen wird für ca. 12 Stunden fortgesetzt. Nachdem das hieraus
erhaltene Beschichtungsmittel 6 Tage gealtert ist, werden weitere 4,5 Gewichts-% γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan
unter Rühren hinzugegeben.
[0040] Die Gewichtsanteile von Zinkpaste und PTFE werden so gewählt, dass (bezogen auf 100
Gewichts-% des fertigen Basecoats)
- Bad A 35 Gewichts-% Zinkpaste und kein PTFE,
- Bad B 35 Gewichts-% Zinkpaste sowie 1 Gewichts-% PTFE und
- Bad C 35 Gewichts-% Zinkpaste sowie 3 Gewichts-% PTFE
enthält.
[0041] Die Stahlschrauben werden in einer Reinigungslösung bestehend aus Wasser, in dem
in je 1 Liter Wasser 9 g Kaliumphosphat und 27 g Kaliumhydroxid gelöst wurden, bei
75°C entfettet und anschließend mit Leitungswasser gereinigt. Der Entfettungs- und
Reinigungsvorgang wird nochmals wiederholt und anschließen werden die Schrauben getrocknet.
[0042] Zur Beschichtung werden die Schrauben in einen Drahtkorb gegeben, der in ein Bad
A eingetaucht wird. Anschließend wird der Korb aus dem Bad gehoben und der überschüssige
Basecoat wird bei 300 U/min in zwei Schleudervorgängen von je 10 Sekunden abgeschleudert.
[0043] Danach werden die Schrauben aus dem Korb entfernt und das Bindemittel im Ofen für
10 Minuten bei 70°C vorgetrocknet und anschließend bei 320°C für 30 Minuten ausgehärtet.
Nach dem Aushärten der ersten Schicht werden die Schrauben in einem zweiten Drahtkorb
in ein Bad B eingetaucht. Anschließend werden die bereits beschriebenen Schleuder-
und Aushärtevorgänge wiederholt.
[0044] Schließlich werden die beschriebenen Beschichtungs-, Schleuder- und Aushärtevorgänge
mit dem Basecoat in Bad C wiederholt.
[0045] Es ergibt sich hierdurch eine äußerst dünne Beschichtung mit einer Stärke von, ca.
30 µm, die zum einen ausgezeichnete Korrosionschutzeigenschaften aufweist, zum anderen
eine exakte Einstellung der Reibungszahl ermöglicht.
Beispiel 2 (stellt nicht die Erfindung dar)
[0046] Zur Beschichtung von Stahlschrauben werden drei Bäder mit Basecoats D, E und F vorbereitet.
Für jeden der Basecoats wird ein Bindemittel mit folgenden Komponenten hergestellt.
Trimethoxyvinylsilan: 9,8 Gewichts-%,
Titan-ethylhexanolat (Tetra-2-ethylhexyl Titanat): 24,9 Gewichts-%,
N-Butyl Polytitanat (Titan tetrabutanolat, polymer): 36,8 Gewichts-%,
Alkohol: 14,5 Gewichts-%, sowie
Antiabsetzmittel: insgesamt 11,4 Gewichts-%. Es werden verschiedene Antiabsetzmittel
eingesetzt, hier: 2,6 Gewichts-% amorphe Kieselsäure, 3,1 Gewichts-% PaintAdditiveY25
SN (Ashland) und 5,7 Gewichts-% Ethocell 45-Lösung 11 %-ig in Alkohol der Ewald Dörken
AG sowie
Netz- und Dispergieradditiv: 2,6 Gewichts-% Disperbyk 160 Lösung 20 % in aromatischen
Kohlenwasserstoffen (Dörken)
Summe: 100 Gewicht-% bezogen auf das Bindemittel
[0047] Zur Einstellung der Korrosionsschutzeigenschaften wird ein Gemisch von Zinkpaste
(Zinkpaste: 90 Gewichts-% Zinkstaub mit 10 Gewichts-% organischem Lösungsmittel angeteigt)
mit einem mittleren Durchmesser der Zinkpartikel von ca. 4 µm sowie Aluminiumpaste
eingesetzt. Das Gewichtsverhältnis Zinkpaste : Aluminiumpaste beträgt hierbei 55:2.
Neben der Metallpartikelpaste wird dem Bindemittel optional auch ein Schmiermittel
zugesetzt, wobei die Gewichtsanteile je nach Basecoat variieren, wie unten erläutert
wird.
[0048] Jeder der Basecoats wird in einem kühl- und heizbaren Ansatzbehälter mit integriertem,
stufenlos regelbaren Rührwerk hergestellt. Die vorstehend für das Bindemittel genannten
Komponenten sowie Metallpaste und Schmiermittel werden in der angegebenen Reihenfolge
nacheinander in dem Ansetzbehälter unter Rühren vermischt. Die Temperatur liegt zwischen
+5°C und +60°C. Das Rührwerk ist auf 1.000 UpM eingestellt und nach dem Zugeben der
jeweiligen Komponente wird für 5 Minuten gemischt.
[0049] Die Gewichtsanteile von Metallpaste und Schmiermittel werden so gewählt, dass
- Bad D 57 Gewichts-% Paste und kein Schmiermittel,
- Bad E 57 Gewichts-% Paste und 5 Gewichts-% Polyethylen sowie
- Bad F 57 Gewichts-% Paste und 2 Gewichts-% PTFE,
jeweils bezogen auf 100 Gewichts-% Basecoat, enthält.
[0050] Analog Beispiel 1 werden Stahlschrauben nacheinander in den drei Bädern beschichtet.
Die Aushärtung der einzelnen Schichten erfolgt hierbei innerhalb von jeweils 30 Minuten
bei 200°C Objekttemperatur.
[0051] Es ergibt sich eine Beschichtung mit hervorragenden Korrosionsschutzeigenschaften,
bei der durch die außen liegende, PTFE aufweisende Schicht eine Reibungszahl exakt
eingestellt ist. Durch das Vorhandensein der mittleren, Polyethylen aufweisenden Schicht
sind auch bei einer Beschädigung der äußeren Schicht ausreichend definierte tribologische
Eigenschaften gewährleistet.
1. Verfahren zum Einstellen der Reibungszahl der Oberfläche eines metallischen Werkstücks
durch Aufbringen und Aushärten einer mehrschichtigen Korrosionsschutz-Beschichtung
in wässriger oder organischer Phase mit einer dem Werkstück zugewandten Grenzfläche
und mit einer dem Werkstück abgewandten Grenzfläche,
wobei mehrere Basecoats schichtweise aufgebracht werden, die jeweils mindestens ein
Bindemittel und metallische Partikel aufweisen, wobei mindestens einer der Basecoats
mindestens ein Schmiermittel aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Silanen, Siloxanen,
Silikaten, Titanaten und Chrom-VI-Verbindungen oder Mischungen aus Polymerisationsprodukten
derselben, dass
- die Metallpartikel zum Korrosionsschutz beitragen, und dass
- die Reibungszahl eingestellt wird durch eine Schmiermittelkonzentration, die bei
gleichbleibender Schmiermittelzusammensetzung an der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche
niedriger ist als an der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche.
2. Verfahren nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmiermittelzusammensetzung Schmiermittel mit einem Schmelzpunkt von unter 150°C
und Schmiermittel mit einem Schmelzpunkt von 150°C oder höher aufweist, wobei die
Konzentration von Schmiermitteln mit einem Schmelzpunkt von 150°C oder höher an der
dem Werkstück abgewandten Grenzfläche sich unterscheidet von der an der dem Werkstück
zugewandten Grenzfläche.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration von Schmiermitteln mit einem Schmelzpunkt von 150°C oder höher
an der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche höher ist als an der dem Werkstück zugewandten
Grenzfläche.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration von Schmiermitteln mit einem Schmelzpunkt bis zu 150°C an der dem
Werkstück abgewandten Grenzfläche höher ist als an der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche.
5. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Schmiermittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Halogenkohlenwasserstoffen,
MoS2, Bornitrid, Graphit, fluoriertem Graphit, Carnaubawachs, Polysulfonen, Polyolefinharzen,
Mischungen derselben oder einer Kombination hieraus.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Halogenkohlenwasserstoff-Schmiermittel insbesondere Polytetrafluorethylen (PTFE),
Polyvinylidenfluorid (PVDF), Tetrafluorethylen/Hexafluorpropylen-Copolymer (FEP),
Perfluoralkoxy-Copolymer (PFA), Copolymer von Tetrafluorethylen mit perfluoriertem
Propylen und Perfluoralkylvinylether (EPE), Copolymer aus Tetrafluorethylen und Perfluormethylvinylether
(MFA), Mischungen derselben oder eine Kombination hieraus ausgewählt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Polyolefin-Schmiermittel insbesondere Polyethylen (PE), und Polypropylen (PP),
Mischungen derselben oder einer Kombination hieraus ausgewählt werden.
8. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die metallischen Partikel ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Zink, Aluminium,
Zinn, Magnesium, Nickel, Kobalt, Mangan, Titan sowie Mischungen und Legierungen derselben,
in Form von Plättchen, Körnern oder Staub, oder einer Kombination hieraus.
9. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass organische Copolymere des Bindemittels mit Epoxiden, Urethanen, Acrylaten oder Polyestern
oder einer Kombination hieraus eingesetzt werden.
10. Verfahren nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche mit den Schritten:
- ein- oder mehrschichtiges Aufbringen eines ersten Basecoats, umfassend ein Bindemittel,
Metallpartikel, die zum Korrosionsschutz geeignet sind, und optional ein Schmiermittel,
in wässriger oder organischer Phase, auf das Werkstück
- anschließendes schichtweises Aufbringen wenigstens eines weiteren Basecoats, jeweils
umfassend ein Bindemittel, Metallpartikel und ein Schmiermittel, in wässriger oder
organischer Phase,
wobei wenigstens zwei Basecoats mit unterschiedlicher Schmiermittelkonzentration verwendet
werden.
11. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück vor dem Aufbringen der Beschichtung vorbehandelt, insbesondere gereinigt,
entfettet, gesandstrahlt, luftgestrahlt, phosphatiert, grundiert oder mit einem Haftvermittler
versehen wird.
12. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen der Beschichtung ein ein- oder mehrschichtiger Topcoat aufgebracht
wird.
13. Werkstück mit einer metallischen Oberfläche, mit einer mehrschichtigen Korrosionsschutz-Beschichtung
mit einer dem Werkstück zugewandten Grenzfläche und mit einer dem Werkstück abgewandten
Grenzfläche aus mehreren Basecoats, die jeweils schichtweise aufgebracht sind und
die jeweils mindestens ein Bindemittel und metallische Partikel aufweisen, wobei mindestens
einer der Basecoats mindestens ein Schmiermittel aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Silanen, Siloxanen, Silikaten,
Titanaten und Chrom-VI-Verbindungen, oder Mischungen aus Polymerisationsprodukten
derselben, dass
- die Metallpartikel zum Korrosionsschutz beitragen, und dass
- die Reibungszahl bei gleichbleibender Schmiermittelzusammensetzung eingestellt ist
durch eine Schmiermittelkonzentration, die an der dem Werkstück zugewandten Grenzfläche
niedriger ist als an der dem Werkstück abgewandten Grenzfläche.
1. A method for adjusting the friction coefficient of the surface of a metallic workpiece
through application and hardening of a multi-layer, anticorrosive coating in aqueous
or organic phase with a boundary layer facing the workpiece and with a boundary layer
facing away from the workpiece, wherein several base coats are applied in coats, each
of which have at least one binding agent and metallic particles, wherein at least
one of the base coats has at least one lubricant,
characterized in that
- the binding agent is selected from the group consisting of silanes, siloxanes, silicates,
titanates, and chromium VI compounds or mixtures made of polymerization products thereof,
in that
- the metal particles contribute to the corrosion protection and in that
- the friction coefficient is adjusted through a lubricant concentration, which, in
the case of a constant lubricant composition, is lower on the boundary layer facing
the workpiece than on the boundary layer facing away from the workpiece.
2. The method according to at least one of the preceding claims, characterized in that the lubricant composition has lubricants with a melting point of under 150° C and
lubricants with a melting point of 150° C or higher, wherein the concentration of
lubricants with a melting point of 150° C or higher on the boundary layer facing away
from the workpiece differs from the boundary layer facing the workpiece.
3. The method according to claim 2, characterized in that the concentration of lubricants with a melting point of 150° C or higher is higher
on the boundary layer facing away from the workpiece than on the boundary layer facing
the workpiece.
4. The method according to claim 2, characterized in that the concentration of lubricants with a melting point of up to 150° C is higher on
the boundary layer facing away from the workpiece than on the boundary layer facing
the workpiece.
5. The method according to at least one of the preceding claims, characterized in that the at least one lubricant is selected from the group consisting of halogen hydrocarbons,
MoS2, boron nitride, graphite, fluorinated graphite, carnauba wax, polysulfones, polyolefin
resins, mixtures thereof or a combination thereof.
6. The method according to claim 5, characterized in that in particular polytetrafluoroethylene (PTFE), polyvinylidene fluoride (PVDF), tetrafluoroethylene/hexafluoropropylene
copolymer (FEP), perfluoroalkoxy copolymer (PFA), copolymer of tetrafluoroethylene
with perfluorinated propylene and perfluoroalkyl vinyl ether (EPE), copolymer of tetrafluoroethylene
and perfluoromethyl vinyl ether (MFA), mixtures thereof or a combination thereof are
selected as the halogen hydrocarbon lubricant.
7. The method according to claim 5, characterized in that in particular polyethylene (PE) and polypropylene (PP), mixtures of them or a combination
of them are selected as the polyolefin lubricant.
8. The method according to at least one of the preceding claims, characterized in that the metallic particles are selected from the group consisting of zinc, aluminum,
tin, magnesium, nickel, cobalt, manganese, titanium as well as mixtures and alloys
thereof, in the form of platelets, grains or dust, or a combination thereof.
9. The method according to at least one of the preceding claims, characterized in that organic copolymers of the binding agent are used with epoxides, urethanes, acrylates
or polyesters or a combination thereof.
10. The method according to at least one of the preceding claims with the steps:
- single- or multi-layer application of a first base coat, comprising a binding agent,
metal particles, which are suitable for corrosion protection, and optionally a lubricant,
in aqueous or organic phase, on the workpiece
- subsequent application in coats of at least one additional base coat, respectively
comprising a binding agent, metal particles and a lubricant, in aqueous or organic
phase,
wherein at least two base coats with different lubricant concentrations are used.
11. The method according to at least one of the preceding claims, characterized in that the workpiece is pretreated before the application of the coating, in particular
cleaned, degreased, sand-blasted, air-blasted, phosphatized, primed or provided with
an adhesive agent.
12. The method according to at least one of the preceding claims, characterized in that after the application of the coating, a single- or multi-layer top coat is applied.
13. A workpiece with a metallic surface, with a multi-layer, anticorrosive coating with
a boundary layer facing the workpiece and with a boundary layer facing away from the
workpiece made of several base coats, which are applied respectively in coats and
that have respectively at least one binding agent and metallic particles, wherein
at least one of the base coats has at least one lubricant,
characterized in that
- the binding agent is selected from the group consisting of silanes, siloxanes, silicates,
titanates, and chromium VI compounds or mixtures made of polymerization products thereof,
in that
- the metal particles contribute to the corrosion protection and in that
- the friction coefficient, in the case of a constant lubricant composition, is adjusted
through a lubricant concentration, which is lower on the boundary layer facing the
workpiece than on the boundary layer facing away from the workpiece.
1. Procédé pour régler le coefficient de frottement de la surface d'une pièce métallique
par application et durcissement d'un revêtement anti-corrosion à plusieurs couches
en phase aqueuse ou organique avec une interface tournée vers la pièce et avec une
interface opposée à la pièce, plusieurs Basecoats étant appliqués en couches, lesquels
comportent respectivement au moins un liant et des particules métalliques, au moins
un des Basecoats comprenant au moins un lubrifiant,
caractérisé en ce que
le liant est sélectionné dans le groupe constitué par des silanes, des siloxanes,
des silicates, des titanates et des composés de chrome VI ou des mélanges de produits
de polymérisation de ceux-ci, en ce que
les particules métalliques contribuent à la protection anti-corrosion, et en ce que
le coefficient de frottement est réglé par une concentration de lubrifiant, qui, pour
une composition de lubrifiant constante, est moins élevée sur l'interface tournée
vers la pièce que sur l'interface opposée à la pièce.
2. Procédé selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la composition de lubrifiant comporte un lubrifiant avec un point de fusion inférieur
à 150 °C et un lubrifiant avec un point de fusion de 150 °C ou plus, la concentration
de lubrifiants avec un point de fusion de 150 °C ou plus sur l'interface opposée à
la pièce se différenciant de celle sur l'interface tournée vers la pièce.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la concentration de lubrifiants avec un point de fusion de 150 °C ou plus est plus
élevée sur l'interface opposée à la pièce que sur l'interface tournée vers la pièce.
4. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la concentration de lubrifiants avec un point de fusion de 150 °C max. est plus élevée
sur l'interface opposée à la pièce que sur l'interface tournée vers la pièce.
5. Procédé selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le au moins un lubrifiant est sélectionné dans le groupe constitué par des hydrocarbures
halogénés, du MoS2, du nitrure de bore, du graphite, du graphite fluoré, de la cire de carnauba, des
polysulfones, des résines polyoléfines, des mélanges de ceux-ci ou une combinaison
de ceux-ci.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le lubrifiant à base d'hydrocarbures halogénés sélectionné est en particulier un
polytétrafluoroéthylène (PTFE), polyfluorure de vinylidène (PVDF), copolymère de tétrafluoroéthylène/d'hexafluoropropylène
(FEP), copolymère perfluoroalcoxy (PFA), copolymère de tétrafluoroéthylène avec propylène
perfluoré et alkyl-vinyl-éthers perfluorés (EPE), copolymère de tétrafluoroéthylène
et méthyl-vinyl-éthers perfluorés (MFA), des mélanges de ceux-ci ou une combinaison
de ceux-ci.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'en particulier du polyéthylène (PE) et du polypropylène (PP), des mélanges de ceux-ci
ou une combinaison de ceux-ci, sont sélectionnés en tant que lubrifiant à base de
polyoléfine.
8. Procédé selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les particules métalliques sont sélectionnées dans le groupe constitué de zinc, d'aluminium,
d'étain, de magnésium, de nickel, de cobalt, de manganèse, de titane et de mélanges
et d'alliages de ceux-ci, sous la forme de plaquettes, de petits grains ou de poussière,
ou d'une combinaison de ceux-ci.
9. Procédé selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des copolymères organiques du liant sont utilisés avec des résines époxy, des uréthanes,
des acrylates ou des polyesters ou une combinaison de ceux-ci.
10. Procédé selon au moins une des revendications précédentes comprenant les étapes suivantes
:
- application sur la pièce d'une ou de plusieurs couches d'un premier Basecoat, comprenant
un liant, des particules métalliques qui sont adaptées à la protection anti-corrosion,
et en option un lubrifiant, en phase aqueuse ou organique
- application en couche consécutive d'au moins un autre Basecoat, comprenant respectivement
un liant, des particules métalliques et un lubrifiant, en phase aqueuse ou organique,
au moins deux Basecoats ayant différentes concentrations de lubrifiant étant utilisés.
11. Procédé selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pièce est prétraitée avant l'application du revêtement, en particulier nettoyée,
dégraissée, décapée au sable, décapée à l'air, phosphatée, appliqué ou munie d'un
agent adhésif.
12. Procédé selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une ou plusieurs couches de Topcoat est/sont appliquée(s) après l'application du revêtement.
13. Pièce comportant une surface métallique, avec un revêtement anti-corrosion à plusieurs
couches avec une interface tournée vers la pièce et avec une interface opposée à la
pièce constituée de plusieurs Basecoats, qui sont appliqués en couches et qui comportent
respectivement au moins un liant et des particules métalliques, au moins un des Basecoats
comportant au moins un lubrifiant,
caractérisée en ce que
le liant est sélectionné dans le groupe constitué de silanes, siloxanes, silicates,
titanates et composés de chrome VI ou des mélanges de produits de polymérisation de
ceux-ci, en ce que
les particules métalliques contribuent à la protection anti-corrosion, et en ce que
le coefficient de frottement est réglé pour une composition de lubrifiant constante
par une concentration de lubrifiant, qui est moins élevée sur l'interface tournée
vers la pièce que sur l'interface opposée à la pièce.