[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zerkleinern von Aufgabegut gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zerkleinerungsvorrichtungen dieser Art dienen vor allem der Prall- oder Schlagzerkleinerung
von Aufgabegut, wobei eine Zerkleinerung bis hin zur Feinstmahlung möglich ist. Beispielsweise
werden gattungsgemäße Vorrichtungen in der Nahrungsmittelindustrie zum Feinmahlen
fetthaltiger Früchte wie zum Beispiel Kakao oder Kaffee verwendet oder es werden Früchte
zur Erzeugung von Fruchtmark aufgeschlagen und homogenisiert. In der chemischen Industrie
dienen gattungsgemäße Vorrichtungen beispielsweise zur Herstellung von Pigmenten oder
zum Mahlen von Polymeren. Auch die Zerkleinerung von weich-elastischen Materialien
wie zum Beispiel Gummi oder Altreifengranulat ist möglich, meist in Verbindung mit
der Zufuhr von Kälteenergie vor dem Mahlvorgang, beispielsweise durch die Zufuhr von
flüssigem Stickstoff, um das Aufgabegut zu verspröden.
[0003] Bekannt sind Stiftmühlen mit innerhalb eines Gehäuses koaxial und im Abstand zueinander
angeordneten Scheiben, von denen eine rotiert oder beide mit Differenzgeschwindigkeit
rotieren. Die Scheiben weisen an den sich zugewandten Scheibenflächen Mahlstifte auf,
die sich in dem lichten Raum zwischen den Scheiben in axialer Richtung überlappen.
Dabei sitzen die Mahlstifte einer jeden Scheibe auf konzentrisch zur Rotationsachse
verlaufenden Umfangskreisen, wobei die Radien der Umfangskreise der einen Scheibe
sich von denen der anderen Scheibe unterscheiden, um im Zuge der Rotation ein Kämmen
der sich gegenüberliegenden Mahlstifte zu ermöglichen. Das Aufgabegut wird derartigen
Stiftmühlen axial durch eine zentrische Öffnung in einer der Scheiben zugeführt und
durch Aufprall an der anderen Scheibe in radiale Richtung umgelenkt, so dass es die
von den Mahlstiften gebildete Zerkleinerungszone radial durchströmt und nach seinem
Austritt aus dem von den Scheiben gebildeten Mahlspalt aus der Vorrichtung abgezogen
wird. Eine derartige Maschine ist beispielsweise in der
DE 27 13 809 beschrieben.
[0004] Charakteristisch für die aus dem Stand der Technik bekannten Stiftmühlen ist deren
ringscheibenförmige Zerkleinerungszone, die sich in einer Radialebene zur Rotationsachse
erstreckt, also zweidimensionale Gestalt besitzt. Die Zerkleinerungszone wird somit
radial durchströmt, wobei die Gutpartikel sowohl von der Schleppkraft des Trägergasstromes
als auch aufgrund der durch die Kreisbewegung induzierten Zentrifugalkräfte radial
nach außen getrieben werden. Das Mahlgut durchwandert daher die Zerkleinerungszone
verhältnismäßig schnell, so dass die den Mahlstiften zur Verfügung stehende Einwirkzeit
für den Aufschluss des Aufgabeguts verhältnismäßig kurz ist.
[0005] Diese Art der Konstruktion bringt ferner mit sich, dass für die zur Zerkleinerung
notwendigen Mahlstifte nur die sich gegenüberliegenden Scheibenflächen zur Verfügung
stehen, was die maximale Anzahl an Mahlstiften erheblich beschränkt. Hinzu kommt,
dass bedingt durch die einzuhaltenden radialen Mindestabstände der Mahlstifte untereinander
wegen der Mahlstifte der gegenüberliegenden Scheibe der Spielraum für die Mahlstiftanordnung
zusätzlich eingeschränkt ist. Im Ergebnis ist die Dichte der Mahlstifte bei bekannten
Mühlen nicht sonderlich hoch und damit das Leistungsvermögen solcher Stiftmühlen begrenzt.
[0006] Da die Mahlstifte auf verschiedenen Umfangskreisen bezüglich der Rotationsachse angeordnet
sind, rotieren die auf den äußeren Umfangskreisen angeordneten Mahlstifte mit einer
höheren Umfangsgeschwindigkeit als die weiter innen liegenden. Somit treffen die Mahlstifte
in Abhängigkeit ihres radialen Abstands von der Rotationsachse mit unterschiedlicher
Energie auf das Mahlgut mit der Gefahr, dass das gefeinte Endprodukt eine größere
Streuung beim Feinheitsgrad aufweist.
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Stiftmühle
anzugeben, die eine gegenüber dem Stand der Technik intensivere und qualitativ hochwertige
Bearbeitung des Aufgabeguts ermöglicht.
[0008] Da die Mahlstifte durch den Aufprall des Aufgabeguts einem starken Verschleiß unterworfen
sind und daher häufig gewechselt werden müssen, besteht eine weitere Aufgabe der Erfindung
darin, die Stillstandszeiten einer Vorrichtung durch einen möglichst einfachen und
schnellen Wechsel der Mahlstifte zu minimieren.
[0009] Diese Aufgaben werden gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Die Erfindung löst sich von der allgegenwärtigen Vorstellung einer zweidimensionalen
Zerkleinerungszone bei Stiftmühlen und sieht erstmals vor, die Zerkleinerungszone
dreidimensional auszubilden. Dies geschieht gemäß der Erfindung durch einen zylindrischen
oder konusförmig verlaufenden Rotor, der über seinen Umfang mit ersten stiftförmigen
Zerkleinerungswerkzeugen bestückt ist. Auf diese Weise lässt sich eine hohe Stiftdichte
innerhalb der Zerkleinerungszone erreichen bei nur geringfügiger Vergrößerung des
Gehäuses. Es kann daher mit verhältnismäßig kleinen Maschinen eine überproportional
höhere Arbeitsleistung erzielt werden.
[0012] Die erfindungsgemäße Rotorkonstruktion führt zu einem Ringspalt zwischen Rotor und
Gehäuse, der vom Aufgabegut im wesentlichen axial durchströmt wird. Auftretende Zentrifugalkräfte
innerhalb der Zerkleinerungszone haben daher keinen nennenswerten Einfluss auf die
Strömungsgeschwindigkeit des Aufgabeguts und somit auch nicht-auf dessen Verweildauer.
In der Folge kann das Aufgabegut in erfindungsgemäßen Vorrichtungen länger gehalten
werden, mit dem Vorteil einer besonders intensiven Bearbeitung.
[0013] Die Anordnung der Zerkleinerungswerkzeuge auf einem zylindrischen oder konischen
Rotor hat ferner den Vorteil, dass alle Zerkleinerungswerkzeuge im wesentlichen die
gleiche Umfangsgeschwindigkeit besitzen, was sich in einer gleichförmigen Bearbeitung
des Aufgabeguts niederschlägt und zu einem einheitlichen, hinsichtlich Form und Größe
innerhalb enger Toleranzen liegenden und daher qualitativ sehr hochwertigen Endprodukt
führt.
[0014] Die Zerkleinerungsarbeit kann in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung allein vom Rotor
bewerkstelligt werden. Bevorzugt ist jedoch eine Ausführungsform, bei der der Rotor
mit einem am Gehäuseinnenumfang angeordneten Stator zusammenwirkt. Besonders bevorzugt
ist hierbei ein Stator, der ebenfalls mit zweiten stiftförmigen Zerkleinerungswerkzeugen
ähnlich oder identisch denen des Rotors ausgestattet ist, die in kämmende Interaktion
miteinander treten. Auf diese Weise findet eine sehr intensive Zerkleinerung statt,
die sich vor allem zur Fein- und Feinstmahlung eignet.
[0015] Die Anordnung der Zerkleinerungswerkzeuge am Rotor oder Stator ist nicht willkürlich,
sondern es wird eine Anordnung bevorzugt, bei der die Zerkleinerungswerkzeuge in mehreren
axial beabstandeten Radialebenen in einheitlichem Umfangsabstand angeordnet sind.
Hieraus ergeben sich einheitliche Verhältnisse, die zu einem ruhigen Maschinenlauf
beitragen. Zur Anpassung an das Aufgabegut und die Art der Zerkleinerung besteht dabei
die Möglichkeit, die Zerkleinerungswerkzeuge am Rotor und/oder Stator unterschiedlicher
Radialebenen fluchtend auf einer Mantellinie oder mit einem Umfangsversatz von Radialebene
zu Radialebene anzuordnen.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Rotor im wesentlichen
monolithisch ausgebildet, das heißt er besitzt einen monolithischen, also einstückigen
Grundkörper, in den beispielsweise die Zerkleinerungswerkzeuge direkt eingesetzt sind.
Ein solcher Grundkörper ist sehr einfach in der Herstellung, da keine Teile zusammengesetzt
werden müssen. Zudem zeichnet er sich durch eine hohe Rundlaufgenauigkeit und hohe
Präzision aus. Der Wechsel aller Zerkleinerungswerkzeuge geschieht auf einmal durch
den Austausch des gesamten Rotors.
[0017] Um die durch den Wechsel verbrauchter Werkzeuge bedingte Maschinenstillstandszeiten
weiter zu minimieren, sieht eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
vor, den Rotor und/oder Stator mit einem Mantel auszustatten, an dem jeweils die Zerkleinerungswerkzeuge
angeordnet sind. Das hat den Vorteil, dass die Erneuerung der Zerkleinerungswerkzeuge
außerhalb der Vorrichtung erfolgen kann, also bei laufendem Betrieb, wobei durch Vorhalten
eines zusätzlichen Rotor- und/oder Statormantels, der bereits mit unverbrauchten Zerkleinerungswerkzeugen
bestückt ist, sich die Wechselzeiten auf den Ausbau und Einbau des Mantels beschränken.
[0018] Sowohl beim monolithischen Rotor als auch bei der Variante mit Rotormantel kommen
zur Befestigung der Zerkleinerungswerkzeuge ein Vielzahl von Möglichkeiten in Betracht,
wie zum Beispiel Presspassungen, Schraubbefestigungen, Kleben, Aufschrumpfen und dergleichen.
[0019] Demgegenüber ist jedoch eine Art der Befestigung bevorzugt, bei der die Zerkleinerungswerkzeuge
lediglich durch Einstecken von der Innenseite des Rotor-und/oder Statormantels in
durchgehende Öffnungen erfolgt. Durch eine verbreiterte Ausbildung der Zerkleinerungswerkzeuge
im Verankerungsbereich und eine komplementäre Ausgestaltung des Mantels im Bereich
der Öffnungen wird eine erste Fixierung der Zerkleinerungswerkzeuge im Rotor- und/oder
Statormantel erreicht. Die endgültige Verankerung erfolgt mit dem Zusammenführen von
Grundkörper und Rotormantel bzw. Oberteil und Statormantel, wobei der Grundkörper
mit seinem Außenumfang bzw. das Oberteil mit seinem Innenumfang eine Widerlagerfläche
für die Zerkleinerungswerkzeuge bildet. Die Zerkleinerungswerkzeuge sind auf diese
Weise also zwischen Grundkörper und Rotormantel bzw. Oberteil und Statormantel eingeklemmt.
Diese Art der Befestigung ermöglicht es, die Werkzeugwechselzeiten weiter verkürzen.
[0020] Um einen schnellen Austausch des Rotormantels mit nur wenigen Handgriffen zu erreichen,
ist am oberen Mantelrand ein radial nach innen gerichteter Ringflansch angeformt,
der auf der Stirnseite des Grundkörpers des Rotors anliegt und zu seiner klemmenden
Befestigung mittels einer Platte gegen den Grundkörper gespannt ist. Der Statormantel
wird ebenfalls durch eine klemmende Befestigungsart im Zuge des Aufsetzens des Gehäuseoberteils
auf das Unterteil oder durch Vorsehen eines Klemmrings an der durchmessergrößeren
Stirnseite des Oberteils fixiert.
[0021] Zur Verwirklichung einer vorgeschalteten Zerkleinerungsstufe innerhalb einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist gegenüber des konzentrisch zur Rotationsachse in das Gehäuse mündenden
Gutseinlasses eine Prallscheibe an der Stirnseite des Rotors vorgesehen, die über
ihren Umfang mit mehreren Schlagleisten versehen sein kann und die größere Stücke
des Aufgabeguts vorzerkleinert. Vorzugsweise übernimmt die Prallscheibe gleichzeitig
die Funktion der Fixierung des Rotormantels am Grundkörper.
[0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung entlang der in Fig. 2 dargestellten
Linie I-I,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung entlang der dortigen
Linie II-II,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Rotor in größerem Maßstab,
- Fig. 4
- eine Schrägansicht auf den in Fig. 3 dargestellten Rotor,
- Fig. 5
- eine Schrägansicht auf den in den Fig. 3 und 4 gezeigten Rotormantel ohne Zerkleinerungswerkzeuge,
und
- Fig. 6
- einen Ausschnitt des in Fig. 1 gezeigten Längsschnitts in größerem Maßstab.
[0023] Der allgemeine Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ergibt sich aus den Fig.
1 und 2. Dort sieht man ein Gehäuse 1, das sich aus einem zylindrischen Unterteil
2 und einem glockenförmigen Oberteil 3 zusammensetzt. Die Längsachse des Gehäuses
1 ist mit dem Bezugszeichen 4 versehen. Das Unterteil 2 ist nach unten durch einen
Boden 5 abgeschlossen, in dem zentrisch zur Achse 4 eine kreisförmige Öffnung 6 angeordnet
ist. Die Öffnung 6 dient zur Aufnahme einer im wesentlichen zylindrischen Wellenlagerung
7, die koaxial zur Achse 4 mittels einer Flanschverbindung am Boden 5 angeschraubt
ist. Das obere Ende der Wellenlagerung 7 erstreckt sich bis in den Bereich des Oberteils
3. Auf diese Weise ergibt sich innerhalb des Unterteils 2 ein Ringkanal 8, der über
einen tangential zur Achse 4 verlaufenden Materialauslass 9 aus dem Gehäuse 1 mündet.
Den oberen Abschluss des Unterteils 2 bildet ein umlaufender Ringflansch 10, auf dem
ein im Querschnitt winkliger Lagerring 11 befestigt ist.
[0024] Wie bereits erwähnt, ist die äußere Gestalt des Oberteils 3 glockenförmig, während
der Innenumfang des Oberteils 3 einen konischen Verlauf aufweist und zur Aufnahme
eines Stators dient. Die Oberseite des Oberteils 3 ist von einem lösbaren Deckel 12
verschlossen, der im Bereich der Achse 4 eine zentrische Öffnung besitzt, an die ein
Einlaufstutzen 13 zur Beschickung der Vorrichtung mit Aufgabegut koaxial anschließt.
[0025] Der Fußbereich des Oberteils 3 ist mit seinem Außenumfang komplementär zum Innenumfang
des Lagerrings 11 ausgebildet, so dass das Oberteil 3 mit seinem Fußbereich axial
in das Unterteil 2 einsteckbar ist. Zur sicheren Befestigung des Oberteils 3 am Unterteil
2 dient ein am Außenumfang planparallel und koaxial verlaufender Ringflansch 14, der
mittels der Schrauben 15 am Unterteil 2 befestigt ist.
[0026] Innerhalb der Wellenlagerung 7 ist die koaxial zur Achse 4 ausgerichtete Antriebswelle
17 in Lagergruppen 16 drehbar gehalten. Das untere, außerhalb des Gehäuses 1 liegende
Ende der Antriebswelle 17 ist an einen nicht weiter dargestellten Drehantrieb angeschlossen.
Das gegenüberliegende, im Innenbereich des Gehäuses 1 liegende Ende erstreckt sich
bis weit in den Bereich des Oberteils 3 und dient zur drehfesten Aufnahme eines Rotors
18, dessen genauerer Aufbau unter zusätzlicher Bezugnahme auf die Fig. 3 bis 5 näher
erläutert wird.
[0027] Der Rotor 18 ist mehrgliedrig aufgebaut und umfasst einen monolithischen Grundkörper
19 in Gestalt eines Kegelstumpfes, der drehfest auf der Antriebswelle 17 sitzt. Der
Außenumfang 20 des Grundkörpers 19 ist formschlüssig von einem Rotormantel 21 umschlossen,
dessen genauere Ausbildung vor allem aus Fig. 5 ersichtlich ist. Im wesentlichen besteht
der Rotormantel 21 aus einem hohlkegelstumpfförmigen Teil 22, der axial auf den Grundkörper
19 aufgeschoben ist und aus einem sich in einer Radialebene zur Achse 4 nach innen
erstreckenden Ringflansch 23, der am oberen, durchmesserkleineren Innenumfang des
hohlkegelstumpfförmigen Teils 22 angeformt ist. Im zusammengebauten Zustand des Rotors
18 kommt die Unterseite des Ringflansches 23 in einer komplementär geformten ringförmigen
Vertiefung in der oberen Stirnseite 24 des Rotors 18 zu liegen. Der Ringflansch 23
dient somit als Anschlag- und Lagerfläche für den positionsgenauen axialen und radialen
Sitz des Rotormantels 21 auf dem Grundkörper 19.
[0028] Wie vor allem Fig. 5 zeigt, ist der Rotormantel 21 von einer Vielzahl von Bohrungen
25 durchdrungen, die in axial beabstandeten Radialebenen 26 gruppiert sind, wobei
die Bohrungen 25 einer jeden Radialebene 26 in einem einheitlichen Umfangsabstand
angeordnet sind. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel liegen die Bohrungen 25 benachbarter
Radialebenen 26 jeweils auf gemeinsamen Mantellinien, von denen eine stellvertretend
dargestellt und mit 27 bezeichnet ist. Im Rahmen der Erfindung liegen jedoch auch
Ausführungsformen, bei denen die Bohrungen 25 zweier benachbarter Radialebenen 26
mit einem Umfangsversatz zueinander angeordnet sind, beispielsweise im halben Umfangsabstand
zweier Bohrungen 25. Die Bohrungen 25 dienen der passgenauen Aufnahme der ersten stiftförmigen
Zerkleinerungswerkzeuge 28.
[0029] Die ersten Zerkleinerungswerkzeuge 28 bestehen jeweils aus einem massiven zylindrischen
Bolzen, zum Beispiel aus Stahl oder Keramik mit einem Durchmesser zwischen beispielsweise
5 mm bis 10 mm, der an einem Ende eine scheibenförmige Kopfverbreiterung 29 besitzt
(Fig. 3 und 6). Wie aus den Fig. 3 und 6 ersichtlich werden solche Zerkleinerungswerkzeuge
28 vom Inneren des Rotormantels 21 durch die Bohrungen 25 hindurch gesteckt, wobei
der verbreiterte Kopf 29 in einer komplementären Vertiefung am Innenumfang des Rotormantels
21 zu liegen kommt, um auf diese Weise bündig mit dem Innenumfang des Rotormantels
21 enden zu können. Dort drückt der Grundkörper 19 mit seinem Außenumfang gegen den
Rotormantel 21 und die Köpfe 29 und bildet auf diese Weise eine Widerlagerung zur
Fixierung der Zerkleinerungswerkzeuge 28 in ihrer Betriebsposition. Ein vollständig
mit Zerkleinerungswerkzeugen 28 ausgerüsteter Rotor 18 ist anschaulich in Fig. 4 dargestellt.
Dort sieht man auch, dass die Zerkleinerungswerkzeuge 28 senkrecht aus der Umfangsfläche
des Rotormantels 21 hervorstehen, was bei konisch ausgebildeten Rotoren 18 dazu führt,
dass die Zerkleinerungswerkzeuge 21 nicht in radialer Richtung ausgerichtet sind,
sondern mit den Radialebenen 26 einen Winkel einschließen, der der Konizität des Rotors
18 entspricht.
[0030] Die Stirnseite 24 des Rotors 18 ist von einer koaxial zur Achse 4 angeordneten Prallscheibe
30 bedeckt und erstreckt sich mit ihrem äußeren Rand bis zum Außenumfang des Rotormantels
21. Dabei überlappt die Prallscheibe 30 den Ringflansch 23 radial, dessen Oberseite
wiederum in einer komplementär geformten Vertiefung an der Unterseite der Prallscheibe
30 zu liegen kommt. Auf diese Weise ist der Ringflansch 23 formschlüssig zwischen
Grundkörper 19 und Prallscheibe 30 eingebettet. Die Prallscheibe 39 spannt also den
Ringflansch 23 und damit der Rotormantel 21 gegen den Grundkörper 19, was mittels
der mit 31 angedeuteten Schrauben geschieht, die sich durch die Prallscheibe 30 und
den Ringflansch 23 in den Grundkörper 19 hinein erstrecken.
[0031] An der Oberseite der Prallscheibe 30 sind im Bereich des Außenumfangs sechs quaderförmige
Schlagleisten 32 befestigt, die sich mit radialer Ausrichtung paarweise diametral
gegenüber liegen. Durch Einhaltung eines axialen Abstands zwischen der Prallscheibe
30 und dem Deckel 12 bzw. dem Einlaufstutzen 13 wird eine scheibenförmige Kammer 22
gebildet, in der eine Vorzerkleinerung des Aufgabeguts stattfindet.
[0032] Die Fig. 1, 2 und 6 zeigen ferner einen den Rotor 18 koaxial umgebenden Stator mit
einem hohlkegelstumpfförmigen Statormantel 33, der sich formschlüssig entlang des
[0033] Innenumfangs des Gehäuseoberteils 3 erstreckt. Der obere Rand des Statormantels 33
besitzt einen ringförmigen Ansatz 37 zur Zentrierung und Verzahnung mit dem Oberteil
3. Der untere Rand wird von einem Klemmring 34 eingefasst, der mit dem Oberteil 3
verschraubt ist. Dabei hintergreift eine am Innenumfang des Klemmrings 34 angeformte
Ringschulter einen Ringansatz am angrenzenden Ende des Statormantels 33. Auf diese
Weise ist der Statormantel 33 klemmend im Gehäuseoberteil 3 befestigt. Der Innenumfang
des Statormantels 33 verläuft in einheitlichem radialem Abstand zum Außenumfang des
Rotors 18, woraus sich ein Ringspalt 35 ergibt, der die Zerkleinerungszone bildet,
in die hinein sich die ersten Zerkleinerungswerkzeuge 28 erstrecken.
[0034] Analog dem Rotormantel 21 ist auch der Statormantel 33 von einer Vielzahl von Bohrungen
durchdrungen, die zur Aufnahme zweiter stiftförmiger Zerkleinerungswerkzeuge 36 dienen,
die in ihrer Art den ersten Zerkleinerungswerkzeugen 28 entsprechen. Die Bohrungen
bzw. die zweiten Zerkleinerungswerkzeuge 36 sind jeweils in axial beabstandeten Radialebenen
angeordnet, wobei die relative Lage der Radialebenen des Statormantels 33 bezüglich
der Radialebenen 26 des Rotormantels 21 derart ist, dass sich durch einen axialen
Versatz eine kämmende Anordnung der ersten Zerkleinerungswerkzeuge 28 und zweiten
Zerkleinerungswerkzeuge 36 ergibt.
[0035] Auch die Art der Befestigung der zweiten Zerkleinerungswerkzeuge 36 im Statormantel
33 entspricht der beim Rotormantel 21 verwirklichten, so dass das dort Gesagte entsprechend
gilt. Die Zerkleinerungswerkzeuge 36 weisen einen verbreiterten Kopf auf, der in einer
formschlüssigen Vertiefung liegt und bündig mit dem Außenumfang des Statormantels
33 endet. Das Oberteil 3 drückt dabei von hinten gegen die Umfangsfläche des Oberteils
3 und die Enden der Zerkleinerungswerkzeuge 36 und hält sie auf diese Weise in den
Vertiefungen.
[0036] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung arbeitet wie folgt. Das Aufgabegut gelangt über
den Einlaufstutzen 13 axial in die Kammer 22, wo ein erster Aufprall des Aufgabeguts
an der Prallscheibe 30 erfolgt. Dort wird das Aufgabegut in radiale Richtung umgelenkt
und fliehkraftbedingt radial nach außen getrieben, wo es im äußeren Umfangsbereich
der Prallscheibe 30 von deren rotierenden Schlagleisten 32 erfasst und vorzerkleinert
wird. Anschließend wird das vorzerkleinerte Aufgabegut in eine axiale Richtung umgelenkt,
wobei es in den Ringspalt 35 eintritt und dort zwischen den rotierenden ersten Zerkleinerungswerkzeugen
28 und zweiten, feststehenden Zerkleinerungswerkzeugen 36 weiter aufgeschlossen und
zerkleinert wird. Das ausreichend bearbeitete Aufgabegut verlässt den Ringspalt 35
axial nach unten und tritt dabei in den Ringkanal 8 ein, von wo es über den Materialauslass
9 aus dem Gehäuse 1 gelangt.
[0037] Für den Werkzeugwechsel wird zunächst das Oberteil 3 des Gehäuses 1 demontiert. Danach
kann nach Lösen der Prallscheibe 30 der Rotormantel 21 axial vom Grundkörper 19 des
Rotors 8 abgezogen und durch einen mit neuen Zerkleinerungswerkzeugen 28 bestückten
Rotormantel 21 ersetzt werden. Ähnlich einfach und schnell erfolgt der Wechsel des
Statormantels 33, der nach Lösen des Klemmrings 34 axial aus dem Oberteil 3 entnommen
werden kann.
[0038] Der Austausch der Zerkleinerungswerkzeuge 28 am Rotormantel 21 bzw. der Zerkleinerungswerkzeuge
36 am Statormantel 33 geschieht durch Ausschieben der Zerkleinerungswerkzeuge aus
den entsprechenden Bohrungen und Einsetzen neuer Zerkleinerungswerkzeuge 28, 36, bis
deren verbreiterter Kopf in den komplementär geformten Vertiefungen im Rotormantel
21 bzw. Statormantel 33 zu liegen kommt.
1. Vorrichtung zum Zerkleinern von Aufgabegut, insbesondere zum Fein- und Feinstmahlen
von Aufgabegut, mit einem innerhalb eines Gehäuses (1) um eine Achse (4) drehenden
Rotor (18), der eine zylindrische oder konische Mantelfläche besitzt, wobei der zwischen
Gehäuse (1) und Mantelfläche vorhandene Ringspalt (35) den Zerkleinerungsbereich bildet,
dem das Aufgabegut axial aufgegeben wird, dadurch gekennzeichnet, dass am Rotor (18) über seinen Umfang eine Vielzahl erster stiftförmiger Zerkleinerungswerkzeuge
(28) zur Zerkleinerung des Aufgabeguts angeordnet sind, die mit ihrer Längserstreckungsrichtung
quer zur Mantelfläche in Richtung des Gehäuses (1) ausgerichtet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Stator am Innenumfang des Gehäuses (1), der der Mantelfläche des Rotors (18)
gegenüber liegt und der mit den ersten stiftförmigen Bearbeitungswerkzeugen (28) zusammenwirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator zweite stiftförmige Zerkleinerungswerkzeuge (36) besitzt, die sich achsparallel
zu den ersten Zerkleinerungswerkzeugen (28) vom Stator in Richtung des Rotors (18)
erstrecken und mit den ersten Zerkleinerungswerkzeugen (28) kämmen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und/oder zweiten Zerkleinerungswerkzeuge (28, 36) jeweils in mehreren
axial beabstandeten Radialebenen (26) am Umfang des Rotors (18) und/oder Stators angeordnet
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und/oder zweiten Zerkleinerungswerkzeuge (28, 36) benachbarter Radialebenen
(26) jeweils auf einer Mantellinie (27) des Rotors (18) und/oder Stators angeordnet
sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und/oder zweiten Zerkleinerungswerkzeuge (28, 36) benachbarter Radialebenen
(26) mit Umfangsversatz zueinander angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem d3er Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor eine monolithischen Grundkörper besitzt, in dem die ersten Zerkleinerungswerkzeuge
unmittelbar oder mittelbar verankert sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (18) mehrteilig aufgebaut ist mit einem Grundkörper (19) und einem koaxial
darauf sitzenden Rotormantel (21) und die ersten Zerkleinerungswerkzeuge (28) am Rotormantel
(21) befestigt sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator einen Statormantel (33) umfasst, der koaxial zur Achse (4) am Innenumfang
des Gehäuses (1) angeordnet ist und die zweiten Zerkleinerungswerkzeuge (36) am Statormantel
(33) befestigt sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotormantel (21) und/oder Statormantel (33) durchgehende Öffnungen (25) besitzen,
in die die ersten und/oder zweiten Zerkleinerungswerkzeuge (28, 36) eingesetzt und
lagegesichert sind.
11. Vorrichtung nach Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und/oder zweiten Zerkleinerungswerkzeuge (28, 36) zur Aufnahme radialer
Kräfte in ihrem Verankerungsbereich eine Querschnittsvergrößerung (29) aufweisen und
die Öffnungen (25) im Rotormantel (21) und/oder Statormantel (33) komplementär dazu
ausgebildet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (25) im Rotormantel (21) und/oder die Öffnungen (25) im Statormantel
(33) auf einer Seite vom Grundkörper (19) bzw. Oberteil (3) verschlossen sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Statormantel (33) mit seinem oberen Umfangsrand und unteren Umfangsrand durch
Klemmung im Gehäuse (1) befestigt ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen konzentrisch zur Achse (4) in das Gehäuse (1) mündenden Guteinlass
(13) besitzt und der Rotor (18) an seiner dem Guteinlass (13) zugewandten Stirnseite
(24) eine Prallscheibe (30) zur Durchführung einer Vorzerkleinerung aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotormantel (21) an einem Umfangsrand einen in einer Radialebene verlaufenden
Ringflansch (23) aufweist, der auf der Stirnseite des Grundkörpers (19) aufliegt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 17, gekennzeichnet durch eine konzentrische Klemmplatte, die den Ringflansch (23) gegen den Grundkörper (19)
spannt.