[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung eines mehrstufigen Linearverdichters
mit zumindest zwei Kolben-Zylinder-Vorrichtungen nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Linearverdichter sind Kolbenkompressoren, bei denen die Kolben durch Linearantriebe,
z. B. Rollengewindetriebe, unabhängig von einer Kurbelwelle angetrieben werden.
[0003] Aus der
EP 2 133 568 A1 ist ein mehrstufiger Kolbenkompressor mit zumindest zwei Kolben-Zylinder-Einheiten
bekannt, welche jeweils einen separaten Linearantrieb zur Bewegung des Kolbens aufweisen
sowie eine Steuereinrichtung, welche derart ausgestaltet ist, dass die Linearantriebe
individuell in Geschwindigkeit und Hub steuerbar sind.
[0004] Weiter ist aus der
DE 1 228 023 B ein mehrstufiger, druckflüssigkeitsgetriebener Hochdruck-Schubkolbenverdichter bekannt,
dessen mit den Treibkolben starr verbundene Verdichterkolben gleiche Hübe bei veränderlicher
Hubzahl haben. Dabei weisen wenigstens die beiden Endstufen gleiche Durchmesser der
Verdichterkolben auf. Weiterhin ist jeder Druckstufe eine besondere stufenlos regelbare
Pumpe für den Antrieb des Treibkolbens zugeordnet.
[0005] Eine Änderung des Enddruckes bewirkt bei allen mehrstufigen, auch konventionellen
Verdichtern, dass die Drücke zwischen den einzelnen Stufen nicht auf dem zuvor berechneten
Niveau gehalten werden können und es dadurch zu Verschiebungen des Zwischendruckverhältnisses
kommt.
[0006] Das hat zur Folge, dass die sich ändernden Stufendruckverhältnisse zu Beeinträchtigungen
der Liefermenge und zu einem Anstieg der Kompressionswärme und damit verbundenen thermischen
Problemen führt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, dass die Auswirkungen
bei sich ändernden Stufendruckverhältnissen von Kompressoren verbessert werden, wobei
die Liefermenge im wesentlichen nicht beeinträchtigt wird und ein Anstieg der Kompressionswärme
und damit verbundene thermische Probleme vermieden werden.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass
die sich bei variablen Enddrücken ändernden Zwischendrücke in einem jeweiligen Zylinder
01 durch variable Kolbengeschwindigkeiten und/oder variabele Kolbenhübe eines jeweiligen
Kolbens (02) der einzelnen Druckstufen zueinander so geregelt werden, dass ein vorbestimmtes
Stufendruckverhältnis aufrechterhalten wird.
[0010] Dabei hat sich als Vorteil gezeigt, dass jeweils der Kolben in dem zugehörigen Zylinder
durch den jeweiligen Antrieb individuell und mit unterschiedlichen Drehzahlen und/oder
unterschiedlichen Kolbenhüben so betrieben wird, dass der Linearverdichter bei jedem
beliebigen Zwischendruck gefahren werden kann.
[0011] Weiterhin ist vorteilhaft, dass die Zwischendrücke an die geforderte Liefermenge
angepasst werden. Durch die angepassten Zwischendrücke wird eine Stabilisierung der
Liefermenge erzielt und darüber hinaus werden ein Anstieg der Kompressionswärme und
die damit verbundenen thermischen Probleme vermieden.
[0012] Weiter ist von Vorteil, dass die Zwischendruckregelung bei variablen Enddrücken von
mehrstufigen einfach- und/oder doppeltwirkenden Linearverdichtern durchgeführt werden
kann.
[0013] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung
zweier bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
[0014] Es zeigt:
Fig. I einen Schnitt einer Vorrichtung mit einer mehrstufigen Anordnung eines doppeltwirkenden
Linearverdichters für das erfindungsgemäße Verfahren und
Fig. II einen Schnitt einer Vorrichtung mit einer zweistufigen Anordnung eines einfachwirkenden
Linearverdichters für ein erfindungsgemäßes Verfahren.
[0015] In Fig. I ist ein dreistufiger Linearverdichter schematisch gezeigt, der aus jeweils
einer Kolben-Zylinder-Vorrichtung 02, 01 besteht. Die Kolben-Zylinder-Vorrichtung
02, 01 ist jeweils aus einem Zylinder 01 und einem darin linear geführten Kolben 02
zusammengesetzt. Dabei ist der Kolben 02 mit einer Kolbenstange 04 verbunden. In bekannter
Weise sind nicht dargestellte Ein- und Auslassventile am Zylinder 01 vorgesehen, die
jeweils mit zugehörigen Ein- und Austrittleitungen verbunden sind.
[0016] Jede Kolben-Zylinder-Vorrichtung 02, 01 besitzt einen eigenen Antrieb 03, der mit
der Kolbenstange 04 der jeweiligen Kolben-Zylinder-Vorrichtung 02, 01 verbunden ist.
[0017] Bekanntlich wird bei einem mehrstufigen Linearverdichter der Druck eines Gases in
mehreren Stufen erhöht. Bei einem dreistufigen Linearverdichter wird in einer ersten
Stufe durch die erste Kolben-Zylinder-Vorrichtung 02, 01 der Ausgangsdruck auf einen
ersten Zwischendruck erhöht. Der erste Zwischendruck wird dann in der zweiten Stufe
oder Zwischenstufe durch eine zweite Kolben-Zylinder-Vorrichtung auf einen nochmals
höheren Druck oder zweiten Zwischendruck erhöht. Der Vorgang setzt sich je nach Anzahl
der verwendeten Stufen weiter fort. Bei dem dreistufigen Linearverdichter nach Fig.
1 wird der zweite Zwischendruck in der dritten Stufe durch eine dritte Kolben-Zylinder-Vorrichtung
auf einen noch höheren Druck oder Enddruck gesteigert.
[0018] In Fig. II ist eine zweistufige Anordnung eines einfachwirkenden Linearverdichters
dargestellt, der wiederum jeweils aus einer Kolben-Zylinder-Vorrichtung 02, 01 besteht.
Der Kolben wird über einen Antrieb 03 bewegt. Dabei ist der Ausgang der ersten Kolben-Zylinder-Vorrichtung
02, 01 mit dem Eingang der zweiten Kolben-Zylinder-Vorrichtung verbunden.
[0019] Beim Betrieb eines mehrstufigen Linearverdichters mit zumindest zwei Kolben-Zylinder-Vorrichtungen
02, 01, die jeweils einen separaten Antrieb 03 aufweisen, wird der Antrieb individuell
gesteuert. Dabei werden die sich bei variablen Enddrücken ändernden Zwischendrücke
in einem jeweiligen Zylinder 01 durch variable Kolbengeschwindigkeiten und/oder variable
Kolbenhübe eines jeweiligen Kolbens 02 der einzelnen Druckstufen zueinander geregelt,
so dass ein vorbestimmtes Stufendruckverhältnis aufrechterhalten wird.
[0020] Bei der Regelung des Antriebs 03 wird der jeweilige Kolben 02 in dem zugehörigen
Zylinder 01 durch den jeweiligen Antrieb 03 individuell und mit unterschiedlichen
Drehzahlen und/oder unterschiedlichen Kolbenhüben betrieben. Auf die angegebene Weise
kann der Linearverdichter bei jedem beliebigen Zwischendruck gefahren werden.
[0021] Aufgrund der Regelung können die Zwischendrücke an die geforderte Liefermenge jederzeit
angepasst werden. Durch die angepassten Zwischendrücke kann eine Stabilisierung der
Liefermenge erzielt werden. Weiterhin werden ein Anstieg der Kompressionswärme und
die damit verbundenen thermischen Probleme vermieden, so dass diese auf einem stabilen
Niveau gehalten werden.
[0022] Die Zwischendruckregelung kann bei variablen Enddrücken von mehrstufigen ein- oder
doppeltwirkenden Linearverdichtern bevorzugt durchgeführt werden.
1. Verfahren zur Regelung eines mehrstufigen Linearverdichters mit zumindest zwei Kolben-Zylinder-Vorrichtungen
(02, 01), die jeweils einen separaten Antrieb (03) aufweisen, der individuell steuerbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die sich bei variablen Enddrücken ändernden Zwischendrücke in einem jeweiligen Zylinder
(01) durch variable Kolbengeschwindigkeiten und/oder variable Kolbenhübe eines jeweiligen
Kolbens (02) der einzelnen Druckstufen zueinander so geregelt werden, dass ein vorbestimmtes
Stufendruckverhältnis aufrechterhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils der Kolben (02) in dem zugehörigen Zylinder (01) durch den jeweiligen Antrieb
(03) individuell und mit unterschiedlichen Drehzahlen und/oder unterschiedlichen Kolbenhüben
betrieben wird und dass der Linearverdichter bei jedem beliebigen Zwischendruck gefahren
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischendrücke an die geforderte Liefermenge angepasst werden und dass durch
die angepassten Zwischendrücke die Liefermenge stabilisiert wird und die Kompressionswärme
und die damit verbundenen thermischen Probleme auf einem stabilen Niveau gehalten
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischendruckregelung bei variablen Enddrücken von mehrstufigen einfach und/oder
doppeltwirkenden Linearverdichtern durchgeführt wird.