[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum automatischen Erkennen einer Situationsänderung
innerhalb eines mittels Sensoren zu überwachenden räumlichen Gebietes. Die Erfindung
betrifft ebenfalls eine Vorrichtung hierzu.
[0002] Häufig wird unter dem Aspekt der Sicherheit die mitunter sehr komplexe Anforderung
gestellt, Orte oder Gebiete, in denen sich viele Akteure oder Objekte bewegen und
miteinander interagieren, mittels entsprechender Sensoren zu überwachen. Beispiele
für solche Orte oder Gebiete sind Straßen, Parks, Bahnhöfe, öffentliche Plätze, Flughäfen,
Autobahnen oder Einkaufszentren. Innerhalb dieser Orte oder Gebiete interagieren die
sich daran befindlichen Akteure oder Objekte miteinander, die beispielsweise Fußgänger,
Fahrradfahrer, PKWs, Schiffe, Flugzeuge, Sportler oder Kunden sein können. Dabei wird
meist bei der Überwachung insbesondere darauf abgestellt, dass die in dem Gebiet befindlichen
Objekte oder Akteure innerhalb der festgelegten Rahmenbedingungen bewegen, so dass
atypische oder gar bedrohliche Ereignisse durch die jeweiligen Überwacher (z. B. Fluglotsen,
Sicherheitsdienste) schnell erkannt werden können,
[0003] Die zur Überwachung am häufigsten verwendeten Sensoren sind dabei Kameras, die das
zu überwachende räumliche Gebiet aufnehmen. Das so aufgenommene Bild einer Kamera
wird dann in den meisten Fällen an eine Zentrale weitergeleitet, wo es dann auf einem
Bildschirm für einen Operator dargestellt wird. Gerade bei Gebieten mit einer sehr
großen räumlichen Ausdehnung kommt es sehr schnell zu einer großen Anzahl von benötigten
Kameras, um alle Bereiche des zu überwachenden Gebietes erfassen und abdecken zu können.
Für den Operator stellt sich dabei das Problem, dass mit einer Erhöhung der Anzahl
der Kameras auch die Anzahl der Bilder, die überwacht werden müssen, erhöht werden.
Dies führt letztlich zu einer gesteigerten Komplexität, die im ungünstigsten Fall
zu Lasten der Sicherheit geht.
[0004] Um diese Überwachungskomplexität zu verringern, gibt es zum Einen die Möglichkeit,
die Anzahl der zu überwachenden Bilder bzw. allgemein gesprochen, die Anzahl der zur
Überwachung benötigten Informationen, zu reduzieren, was letztlich zum Verlust von
Informationen führen kann. Zum Anderen gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe von Bilderkennungsverfahren
die Bildsignale zu analysieren und auf entsprechend programmierte Signaturen hin zu
filtern.
[0005] So beschreibt beispielsweise die
US 2003/0107650 A1 ein Überwachungs- und Sicherheitssystem, welches automatische eine Warnung herausgibt,
wenn entsprechende Ereignisse, die zuvor programmiert wurden, bei der Überwachung
eines Gebietes auftreten. So kann mit diesem System beispielsweise auf einen möglichen
Ladendiebstahl aufmerksam gemacht werden, wenn eine Person innerhalb des zu überwachenden
Gebietes (hier ein Laden) eine Plastiktüte öffnet. Dazu ist das System derart eingerichtet,
dass es die Geräusche innerhalb des Ladens aufnimmt und nach dem charakteristischen
Akustikmuster einer sich öffnenden Plastiktüte hin untersucht.
[0006] Nachteilig dabei ist insbesondere die Tatsache, dass dieses System nur solche Ereignisse
erkennt, auf die es speziell programmiert wurde. So ist dieses System nicht ohne Weiteres
auf eine andere Szenerie oder Umgebung übertragbar.
[0007] Auch bei der Verkehrskontrolle bzw. bei der Verkehrslagenerfassung spielt Überwachung
eine wichtige Rolle. So wird auf deutschen Autobahnen mittels entsprechender Sensoren
ständig die Verkehrsdichte erfasst, um so z. B. Verkehrsleiteinrichtungen, wie sie
auf der Autobahn A2 installiert sind, in Abhängigkeit der Verkehrsdichte ansteuern
zu können.
[0008] Zu dieser Thematik ist aus der
EP 0 798 684 Al ein Verfahren und ein System zur Verkehrslagenerfassung durch stationäre Datenerfassungseinrichtungen
bekannt, bei dem die Datenerfassungseinrichtungen ihre Daten an eine Zentrale weiterleiten,
in der diese dann entsprechend ausgewertet werden. Das Ergebnis der Auswertung wird
dann an die Datenerfassungseinrichtungen zurückgesendet, damit diese in die Lage versetzt
werden, nur noch auf solche Ereignisse zu achten, die letztlich auch zu einer Meldung
an die Zentrale führen müssen. Damit soll insbesondere erreicht werden, dass die von
der Datenerfassungseinrichtung zur Zentrale zu übertragenden Daten möglichst gering
gehalten werden.
[0009] Nachteilig dabei ist bei diesem System wie auch bei den anderen aus dem Stand der
Technik bekannten Systemen, die Tatsache, dass Signaturen der zu detektierenden Ereignisse
vom Operator festgelegt werden müssen. Außerdem werden in den Wochen nach der Installation
meist häufig weitere Wartungsdurchläufe nötig, um durch Änderungen im beobachteten
Bereich, durch Wetteränderungen, Jahreszeiten usw. das System neu anzupassen. Dabei
sind diese Systeme meist nur in der Lage, genau festgelegte Vorgänge innerhalb ihres
Bereiches zu erkennen.
[0010] So wird z. B. in der
US 2004/0130620 Al ein Verfahren zur Videoanalyse offenbart, bei dem eine Mehrzahl von Bildsensoren einen
auch überlappenden Bereich aufnehmen, Die innerhalb des Überwachungsbereiches sich
bewegenden Objekte können dabei mit Hilfe eines entsprechenden Tracking-Algorithmus
verfolgt werden, und zwar auch über die Aufnahmegrenzen eines Bildsensors hinweg.
[0012] Im Hinblick auf die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile ist es Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zum Detektieren von Ereignissen
innerhalb eines zu überwachenden räumlichen Gebietes anzugeben.
[0013] Die Aufgabe wird mit dem Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, wobei das zu
überwachende räumliche Gebiet in eine Mehrzahl von Feldern unterteilt wird, mit den
Schritten:
- a) Erfassen von Werten mittels der Sensoren hinsichtlich mindestens einer Eigenschaft
von Objekten, die sich innerhalb des zu überwachenden räumlichen Gebietes befinden,
und deren Felder, innerhalb dessen der jeweilige Wert der Eigenschaft erfasst wurde,
- b) Lernen zumindest eines Verhaltens der Objekte bezüglich mindestens einer der Objekteigenschaften
anhand einer statistischen Auswertung der ermittelten Werte für mindestens ein Feld,
und
- c) Erkennen einer Situationsänderung in Abhängigkeit eines Vergleichs zwischen dem
erlernten Verhalten mindestens eines Feldes und zumindest einem aktuell ermitteltem
Wert des mindestens einen Feldes bezüglich mindestens einer der Objekteigenschaften.
[0014] Damit wird es möglich, ein Gebiet mit entsprechenden Sensoren zu überwachen, ohne
das es speziell auf bestimmte Ereignisse, die es erkennen soll, programmiert werden
muss. Dazu werden mit Hilfe der Sensoren, die das Gebiet überwachen, Werte von den
Objekten erfasst, die sich innerhalb des zu überwachenden räumlichen Gebietes befinden.
Die erfassten Werte sind dabei Werte entsprechender Eigenschaften der Objekte, die
mit Hilfe der Sensoren erfasst bzw. ermittelt oder gemessen werden können. Eine solche
Objekteigenschaft könnte dabei z. B. die Geschwindigkeit, Richtung oder aber auch
ganz allgemein gesprochen die Aktivität eines Objektes innerhalb eines entsprechenden
Feldes sein. Es ist aber auch denkbar, dass weitere Informationen über die Objekte
als Eigenschaften ermittelt werden können, wie z. B. der Treibstoffvorrat eines Flugzeuges,
je nachdem was für eine Art von Sensoren verwendet wird.
[0015] Darüber hinaus wird beim Erfassen der Werte ermittelt, innerhalb welchen Feldes der
entsprechende Wert erfasst wurde, so dass sich ein Datenpaar aus einem Wert einer
Objekteigenschaft und dazugehörigen Feld des räumlichen Gebietes ergibt. Im nächsten
Schritt wird dann für mindestens eines der Felder ein Verhalten der Objekte bezüglich
mindestens einer ihrer Objekteigenschaften gelernt, indem die in dem Feld hinterlegten
Werte der Objekteigenschaft mittels statistischer Methoden ausgewertet werden. Somit
ergibt sich für jedes Feld des gesamten räumlichen Gebietes ein entsprechendes Verhalten
der Objekte bezüglich der überwachten Eigenschaft der Objekte.
[0016] So kann beispielsweise bei der Überwachung einer Straße für jedes Feld ein Verhalten
hinsichtlich der Geschwindigkeit gelernt werden, was sich z. B. in Form der Durchschnittsgeschwindigkeit
ausdrücken lässt. Um nun eine Veränderung der beobachten Situation erkennen zu können,
die sich letztlich aus einer spontanen Verhaltensänderung einer oder mehrerer Objekte
innerhalb der Gesamtszene ergibt, wird das erlernte Verhalten mindestens eines Feldes
mit aktuell ermittelten Werten des entsprechenden Feldes verglichen, wobei anhand
des Vergleiches auf eine Situationsänderung geschlossen wird.
[0017] Dabei kann selbstverständlich nicht nur ein Verhalten bezüglich einer Eigenschaft
und bezüglich eines Feldes gelernt werden, sondern auch mehrere Verhalten pro Feld
und Eigenschaft. Solche Konstellationen treten z.B. in Kreuzungsbereichen auf, in
denen es z.B. zwei Häufungspunkte für die Geschwindigkeit gibt, und zwar einmal für
Fahrzeuge und einmal für Fußgänger. Die aktuell ermittelten Werte werden dann sowohl
mit dem einen als auch mit dem anderen Verhalten verglichen (Schritt c)), wobei eine
Situationsänderung dann angenommen wird, wenn sich die aktuellen Werte unter keines
der Verhalten subsumieren lassen.
[0018] So erkennt das oben genannte Verfahren z. B. eine sprunghafte Änderung der Durchschnittsgeschwindigkeit
der Fahrzeuge auf der Straße, so dass somit die Bildung eines Staus bzw. das Auflösen
eines Staus erkannt wird. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht dabei darin, dass
durch die Aufteilung des räumlichen Gebietes in eine Mehrzahl von Feldern lokale Situationsänderungen
innerhalb eines großen räumlichen Gebietes ohne Weiteres detektierbar sind sowie die
Integration mehrerer Sensoren, die das räumliche Gebiet aus unterschiedlichen Sichtweisen
aufnehmen, problemlos möglich ist. Darüber hinaus ist bei diesem Verfahren keine spezielle
Programmierung auf entsprechend zu detektierende Ereignissen notwendig.
[0019] Vorteilhafter Weise wird das Verhalten in Schritt b) durch die zuletzt ermittelten
Werte des entsprechenden Feldes gelernt, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes
liegen. So ist es z. B. denkbar, dass nur solche Werte beim Lernen des Verhaltens
berücksichtigt werden, die innerhalb der letzten z. B. fünf Minuten erfasst wurden.
Dadurch wird es möglich, dass das System nach einer gewissen Zeit die sich geänderte
Situation neu lernt und als typisches Verhalten ansieht.
[0020] Es ist aber auch denkbar, dass für mehrere diskrete Zeiträume jeweils ein Verhalten
gelernt wird, das dem Vergleich zum Erkennen einer Situationsänderung in Schritt c)
zugrunde gelegt wird, Dabei ist es denkbar, dass ein Verhalten eines Zeitraumes, der
weiter zurückliegt, bei dem Vergleich eine geringere Gewichtung erhält, als jene Zeiträume,
die noch nicht so lange her sind, so dass junge Zeiträume eine höhere Gewichtung erhalten
als ältere.
[0021] Besonders vorteilhaft ist es aber auch, dass jeweilige Verhalten der Mehrzahl der
Zeiträume zu einem gemeinsamen Verhalten zusammenzuführen, wobei auch hier ältere
Zeiträume eine andere Gewichtung bekommen können als jüngere, Durch das Zusammenführen
verschiedener erlernter Verhalten unterschiedlichster Zeiträume kann somit ein typisches
Verhalten der Objekte innerhalb der zu beobachtenden Szene abgebildet werden. Dabei
können die unterschiedlich gelernten Verhalten z. B. mittels Mittelwertbildung zusammengeführt
werden.
[0022] An dieser Stelle sei erwähnt, dass pro Feld und Zeitraum mehrere Verhalten entsprechend
der Objekteigenschaften erlernt werden können, So ist es denkbar, dass für eine Objekteigenschaft
1 ein Verhalten gelernt wird und gleichzeitig für eine Objekteigenschaft 2, die z.
B. mittels anderer Sensoren aufgenommen wird, ebenfalls ein Verhalten gelernt wird,
so dass sich für jede Objekteigenschaft ein entsprechend gelerntes Verhalten ergibt.
Diese pro Objekteigenschaft erlernten Verhalten können dann sowohl einzeln betrachtet
als auch zusammengeführt werden.
[0023] Vorteilhaft ist es, wenn vor dem Vergleich in Schritt c) die Felder maskiert werden,
d. h. ausschließlich die Felder zum Vergleich herangezogen werden, für die überhaupt
entsprechende Werte hinterlegt sind, Dabei bleiben alle die Felder unberücksichtigt,
für die keine oder nur eine sehr geringe Anzahl von Werten hinterlegt sind.
[0024] Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn zusätzlich zu der Erfassung der Werte eine
Positionsangabe ermittelt wird, welche die entsprechende Ortsposition des Objektes
innerhalb des räumlichen Gebietes repräsentiert. Diese sog. Ermittlungsposition, welche
die Position angibt, an der der Wert innerhalb des räumlichen Gebietes bei dem entsprechenden
Objekt ermittelt wurde, wird dann zur Ermittlung des Feldes, mit der der ermittelte
Wert verknüpft wird, herangezogen.
[0025] Damit mehrere Sensoren auch überlappende Bereiche des zu überwachenden Gebietes abdecken
können, ist es ganz besonders vorteilhaft, wenn diese oben beschriebene Ermittlungsposition
in ein einheitliches Positionskoordinatensystem bzw. in einheitliche Weltkoordinaten
umgerechnet wird, damit die Positionsangaben der ermittelten Werte untereinander vergleichbar
sind. So können dann die Werte unabhängig von der Sensorposition in die entsprechenden
Felder eingetragen werden.
[0026] In einer konkreten Ausführungsform ist es ganz besonders vorteilhaft, wenn das Erkennen
einer Situationsänderung in Schritt c) in Abhängigkeit des Vergleiches zwischen einem
erlernten Verhalten aus Schritt b) und einem anhand statistischer Auswertung von aktuell
ermittelten Werten aktuellem Verhalten erfolgt. Dabei wird kontinuierlich ein aktuelles
Verhalten für eines oder mehrere Felder ermittelt und mit einem zuvor erlernten Verhalten
für die entsprechenden Felder verglichen. Dadurch wird es möglich, Situationsänderungen
daran zu erkennen, dass sich das Verhalten der Objekte innerhalb einer oder mehrerer
Felder entsprechend ändert, und zwar bezüglich einer oder mehrerer Objekteigenschaften.
[0027] In einer anderen Ausführungsform ist es ganz besonders vorteilhaft, wenn eine Situationsänderung
in Abhängigkeit des Vergleiches zwischen dem erlernten Verhalten aus Schritt b) und
aktuellen Werten einer Trajektorie eines konkreten Objektes erkannt wird. Dabei werden
Werte bezüglich einer oder mehrerer Objekteigenschaften eines konkreten Objektes erfasst,
während sich das Objekt auf einer bestimmten Bahn (Trajektorie) durch das zu überwachende
Gebiet bewegt. Diese so aufgenommenen Werte werden dann einer bestimmten Trajektorie
des Objektes zugeordnet und mit dem erlernten Verhalten der anderen Objekte verglichen.
Weicht das Verhalten bezüglich einer oder mehrerer Objekteigenschaften des konkreten
Objektes gegenüber dem erlernten Verhalten der anderen Objekte signifikant ab, so
kann auf eine Situationsänderung geschlossen werden. Somit können auch einzelne Objekte
identifiziert werden, die sich gegenüber dem typischen Verhalten der gesamten Szene
atypisch verhalten, was ebenfalls eine Situationsänderung darstellt.
[0028] Vorteilhafterweise werden für die statistische Auswertung Mittelwerte, Summen, Produkte
und/oder Standardabweichungen gebildet, die dann miteinander verglichen werden können.
Dabei sind grundsätzlich alle arithmetischen Operationen möglich, die der Fachmann
für statistische Zwecke heranziehen würde. Als Sensoren zur Überwachung des räumlichen
Gebietes kommen insbesondere bildgebende Sensoren, die vorteilhafterweise mit Bilderkennungsverfahren
ausgestattet sind, Radarsensoren oder RFID Transponder in Betracht. Als zu überwachende
Objekte kommen insbesondere Menschen, Tiere, also Lebewesen im Allgemeinen, Straßen-,
Schienen-, Luft- oder Wasserfahrzeuge in Betracht sowie Partikel und sonstige Objekte,
Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die genannten Sensoren zum Ermitteln von
Eigenschaften wie Aktivität der Objekte, die Geschwindigkeit der Objekte oder deren
Richtung eingerichtet sind.
[0029] Darüber hinaus ist es ganz besonders vorteilhaft, wenn der Vergleich in Schritt c)
mittels eines Schwellenwertvergleiches erfolgt, so dass nicht bereits kleinste Änderungen
zum Erkennen einer Situationsänderung führen. So kann der Schwellenwert derart ausgelegt
sein, dass sprunghafte Veränderungen im Verhalten der Objekte als Situationsänderung
erkannt werden. So kann für jedes Feld bzw. jede Zelle ein Schwellenwert ermittelt
werden, der dann für jedes Feld hinterlegt wird, wobei sich der Schwellenwert z.B.
aus dem Produkt der Standardabweichung des jeweiligen Feldes mit einem Empfindlichkeitsfaktor
wie folgt ergeben kann:

mit S
i, j als Schwellenwert in dem Feld (i, j), mit V
obj (i, j) als das erlernte Verhalten bezüglich einer Eigenschaft der Objekte im Feld (i, j),
mit k
empf als eine Empfindlichkeitsfaktor, der für die gesamte Szene bzw. Karte gilt und mit
σ
i, j als Standardabweichung in dem Feld (i, j) bezüglich der erlernten Objekteigenschaft.
Durch k kann in der gesamten Karte eine Empfindlichkeit eingestellt werden, die dann
aber in jedem Feld zu einem anderen Ergebnis in Abhängigkeit von σ führt. So kann
in örtlich nahe beieinander liegenden Feldern in einem Feld eine Situationsänderung
erkannt werden, in benachbarten Feldern jedoch nicht, weil hier beispielsweise die
Standardabweichung σ sehr hoch ist (z.B. in Kreuzungsgebieten). Somit kann der Schwellwert
für jede Zelle einzeln und dynamisch geregelt werden, was das Verfahren noch genauer
macht.
[0030] Dabei können für ein Feld auch mehrere Schwellwerte hinterlegt sein, wenn sich bezüglich
einer Objekteigenschaft mehrere typische Verhalten ergeben.
[0031] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Computerprogrammprodukt zum Ausführen des
vorstehenden Verfahren sowie eine Vorrichtung hierzu.
[0032] Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1a, 1b
- skizzenhafte Darstellung einer aufgenommenen Szene;
- Fig. 2
- Grundschema der Datenstruktur;
- Fig. 3
- Grundschema von abgeleiteten Informationen;
- Fig. 4
- schematische Darstellung der Situationserkennung über mehrere Zeitbereiche;
- Fig. 5
- skizzenhafte Darstellung eines Trajektorienvergleiches.
[0033] Die Fig. 1a und 1b zeigen skizzenhaft die Aufnahme einer Straßenkreuzung, die als
Ausführungsbeispiel den weiteren Ausführungen zugrunde gelegt werden soll. Die Kreuzung
wird dabei anhand zweier Videokameras überwacht, wobei Fig. 1a das Bild der ersten
Videokamera aus einem ersten Blickwinkel erkennen lässt, während Fig. 1b das Bild
einer zweiten Videokamera aus einem anderen Blickwinkel erkennen lässt.
[0034] Mittels einer entsprechenden Software, die nicht Gegenstand des vorliegenden erfindungsgemäßen
Verfahrens ist, werden aus den aufgenommenen Bildinformationen Werte bestimmter Objekteigenschaften
identifiziert. In diesen Ausführungsbeispielen sind die Objekte Fahrzeuge, welche
die Kreuzung passieren, Dabei wird von der Bilderkennungssoftware für jedes Fahrzeug
die Geschwindigkeit sowie die Richtung erkannt und entsprechend abgespeichert. Somit
wird pro Fahrzeug, welches sich im Sichtfeld der Kameras befindet, kontinuierlich
sowohl die Geschwindigkeit als auch die Richtung ermittelt.
[0035] Wie in Fig. 1a und 1b beispielhaft im oberen Bereich der aufgenommen Bilder zu erkennen
ist, wird der aufgenommene Bildbereich in eine Mehrzahl von Feldern 1 unterteilt.
In Fig. 1a und 1b ist dies jedoch nur skizzenhaft angedeutet und erstreckt sich im
Normalfall über die ganze Szene. Bei der Erfassung der Geschwindigkeits- und Richtungswerte
für jedes Objekt wird zusätzlich die Position ermittelt, an der die entsprechenden
Werte ermittelt wurden. Damit diese Werte auch unabhängig von dem Standort der entsprechenden
Kamera verwertbar sind, wird diese Positionsinformation in ein Weltkoordinatensystem
umgerechnet und entsprechend abgespeichert. Somit ergeben sich für ein Fahrzeug, welches
durch den Sichtbereich der beiden Kameras in Fig. 1a und 1b fährt, eine Mehrzahl von
Geschwindigkeits- und Richtungswerten an unterschiedlichen Positionen bzw. eine Mehrzahl
von Geschwindigkeits- und Richtungswerten an gleichen Positionen, da die Werte durch
mehrere unterschiedliche Sensoren erfasst werden können.
[0036] Jedem Geschwindigkeits- und Richtungswert wird nun anhand seiner Position das entsprechende
Feld 1 zugeordnet, innerhalb dessen die ermittelte Position liegt. Somit kann jedem
gemessenen Geschwindigkeits- und Richtungswert genau ein solches Feld zugeordnet werden.
Dies ist schematisch in Fig. 2 dargestellt. Mit anderen Worten, es wird in all jenen
Feldern, die von dem Objekt während der Bewegung durch das räumliche Gebiet tangiert
werden, mindestens ein Geschwindigkeits- und Richtungswert für dieses Objekt hinterlegt.
Dabei kommt es nicht darauf an, das Objekt selber zu identifizieren. In Fig. 2 sind
die schraffierten Felder 2 die Felder, in denen Objektwerte von verschiedenen Objekten
hinterlegt wurden. Die weißen Felder hingegen weisen keinerlei hinterlegte Werte auf.
[0037] Aus dieser Anordnung ergibt sich eine kartenartige Datenstruktur, aus der sich dann
mit Hilfe von statistischen Auswertungen weitere kartenartige Datenstrukturen ermitteln
lassen, aus denen dann das Verhalten der Objekte innerhalb der Szene abgeleitet werden
kann.
[0038] Eine solche abgeleitete kartenartige Struktur ist in Fig. 3 zu erkennen. Bei der
Fig. 3 handelt es sich um eine Datenstruktur, bei der in jedem Feld der Mittelwert
der in diesem Feld hinterlegten Werte gebildet wurde. In diesem Ausführungsbeispiel
wurde dies mit der Objekteigenschaft "Geschwindigkeit" durchgeführt. Es lassen sich
aber auch andere kartenartige Strukturen ableiten, wie z. B. solche, bei denen für
jedes Feld die Standardabweichung als statistische Auswertung ermittelt wird.
[0039] Dabei werden zunächst für jedes Feld die Werte ermittelt, deren Eigenschaft statistisch
abgeleitet werden soll. In diesem Ausführungsbeispiel wären das die Geschwindigkeitswerte.
Dann wird für jedes Feld die statistische Auswertung durchgeführt. Da die statistische
Auswertung für jedes Feld separat durchgeführt wird, ergeben sich somit für jedes
Feld auch unterschiedliche Werte, die in der Fig. 3 durch eine unterschiedliche Schraffierung
in den einzelnen Feldern dargestellt wird.
[0040] Durch eine solche statistische Auswertung, wie sie in die Fig. 3 gezeigt wird, lässt
sich das Verhalten der Objekte hinsichtlich bestimmter Objekteigenschaften innerhalb
der Szene ermitteln, wobei das erlernte Verhalten als typisches Verhalten der Objekte
verstanden wird. Verändert sich nun die Szene, indem z. B. die Geschwindigkeit langsamer
oder schneller wird, so schlägt sich dies letztlich auch in der statistischen Auswertung
nieder, so dass aufgrund eines Vergleiches zwischen dem erlernten Verhalten und momentan
aktuellen Werten dann auf eine Situationsänderung geschlossen werden kann. Eine solche
Situationsänderung ist somit letztlich immer eine Abweichung des Verhaltens der Objekte
vom typischen Verhalten der Objekte innerhalb dieser Szene bezüglich mindestens einer
Objekteigenschaft.
[0041] Es sei beispielhaft einmal angenommen, die mittlere Geschwindigkeit liegt dabei je
nach Feld zwischen 50 und 60 km/h. Kommt es nun zu einem Stau, so verringert sich
naturgemäß die Geschwindigkeit der Fahrzeuge drastisch, was von den Sensoren erkannt
wird. Verglichen mit dem erlernten Verhalten, welches eine mittlere Geschwindigkeit
zwischen 50 und 60 km/h als typisches Verhalten anzeigt, ist eine Geschwindigkeit
von 10 oder 20 km/h eines Objektes innerhalb dieser Szene atypisch, so dass auf eine
Situationsänderung geschlossen werden kann. Darüber hinaus würde sich in diesem Fall
auch die statistische Auswertung bezüglich der Standardabweichung sprunghaft verändern.
Somit kann sehr schnell auf ein atypisches Verhalten der Objekte geschlossen werden,
ohne dass zuvor das System wissen musste, worauf es zu achten hat. Dabei kann der
Stau allein aus der Veränderung der Standardabweichung erkannt werden, da Stop&Go
eine viel größere Standardabweichung erzeugt, als fließender Verkehr, wobei dies auch
schon bei relativ kleinen bzw. schwachen Veränderungen festzustellen ist.
[0042] Fig. 4 zeigt beispielhaft den Vergleich zwischen dem erlernten Verhalten und einem
aktuellen Verhalten bezüglich der beiden Objekteigenschaften Geschwindigkeit (S) und
Richtung (D) anhand der statistischen Auswertung "Mittelwertbildung" (Sµ, Dµ).
[0043] Über drei in der Vergangenheit liegende diskrete Zeiträume t
-3, t
-2 und t
-1 wurden kartenartige Datenstrukturen gelernt, wie sie zuvor beschrieben wurden. Dazu
wurden Datenstrukturen bezüglich der Geschwindigkeit und der Richtung der Objekte
innerhalb der beobachteten Szene gelernt. Aus den ermittelten Werten für die Geschwindigkeit
S und die Richtung D wurde dann für jedes Feld der Mittelwert abgeleitet, was als
kartenartige Datenstruktur 41 und 42 in Fig. 4 zu erkennen ist.
[0044] Aus diesen drei abgeleiteten kartenartigen Datenstrukturen in den Zeiträumen t
-3 bis t
-1 wurde dann ein gemeinsames Verhalten abgeleitet, welches ebenfalls in Form einer
kartenartigen Datenstruktur 43 bzw. 44 abgespeichert wird. Bei der Bildung eines gemeinsamen
erlernten Verhaltens kann dabei mit Hilfe unterschiedlicher Gewichtungen z. B. jüngeres
erlerntes Verhalten stärker berücksichtigt werden als älteres.
[0045] Darüber hinaus wurde aus momentan aktuell ermittelten Werten bezüglich der Geschwindigkeit
und der Richtung ein aktuelles Verhalten gelernt, welches sich in den abgeleiteten
kartenartigen Datenstrukturen 45 und 46 in Fig. 4 niederschlägt. In all den genannten
Datenstrukturen wurde mit Hilfe der Mittelwertbildung als statistische Auswertung
das Verhalten der Objekte innerhalb der Szene abgebildet. Auf Basis des aktuell ermittelten
Verhaltens 45 bzw. 46 wird nun der Vergleich mit dem gemeinsam erlernten Verhalten
43 bzw. 44 durchgeführt. In diesem Ausführungsbeispiel wird dazu einfach die Differenz
gebildet, d. h. es wird der Mittelwert eines Feldes im erlernten Verhalten mit dem
Mittelwert des entsprechend gleichen Feldes im aktuellen Verhalten subtrahiert, so
dass sich eine Differenzkarte ergibt. Es sind aber auch andere Vergleichsmöglichkeiten
insbesondere mathematischer Art denkbar. Dieser Vergleich wird sowohl mit der Objekteigenschaft
"Geschwindigkeit" als auch mit der Objekteigenschaft "Richtung" durchgeführt, wobei
nach der Differenzbildung die einzelnen Werte aller Felder aufsummiert werden.
[0046] Als Ergebnis dieses Vergleiches kommt in diesem Ausführungsbeispiel ein konkreter
Skalar heraus, welcher die Unterschiede zwischen dem aktuellen und dem erlernten Verhalten
repräsentiert. Es ist dabei leicht zu erkennen, dass je größer der Unterschied zwischen
erlerntem und aktuellem Verhalten ist, je größer auch der Skalar ist. Des Weiteren
lässt sich aus dieser Anordnung erkennen, dass kleine Änderungen sich nicht wesentlich
auf das Gesamtergebnis auswirken, so dass nicht gleich auf eine Situationsänderung
geschlossen wird, sobald die Werte lokal auch nur minimal abweichen.
[0047] Des Weiteren ist in dieser Anordnung zu erkennen, dass bei anhaltender Situationsänderung
das System selbstlernend ist und es sich der neuen Situation anpasst. Am obigen Beispiel
des Staus orientiert, bedeutet dies, dass zwar der Stau als Situationsänderung zunächst
erkannt wird (z.B. anhand einer großen Standardabweichung), nach einer gewissen Zeit
aber die langsame Geschwindigkeit des Staus als typisches Verhalten gelernt wird (die
Standardabweichung wird wieder kleiner). Das System passt sich somit automatisch ohne
dass es neu justiert werden muss an die gegebene Situation an. Löst sich der Stau
nach einer gewissen Weile wieder auf, so erhöht sich sprunghaft die Durchschnittsgeschwindigkeit,
was ebenfalls wieder als Situationsänderung erkannt wird, da nun wiederum das Verhalten
der Objekte von dem erlernten typischen Verhalten abweicht. Somit kann das System
sowohl die Bildung eines Staus als auch dessen Auflösung hinterher ohne Probleme und
manuelles Eingreifen erkennen und passt sich durch Mitlernen der Standardabweichung
auch an zu erwartende Änderungsstärken an.
[0048] Auch ist es mit diesem Verfahren möglich, auf bestimmte äußere Einflüsse wie Witterungsbedingungen
oder Ausfall von bestimmten Sensoren entsprechend zu reagieren, ohne dass es dafür
eines manuellen Eingriffs bedarf. Fällt z. B. ein Sensor aus oder wird der Sensor
von einem Fremdkörper teilweise überdeckt, so wird dies zwar von dem Verfahren zunächst
als Situationsänderung erkannt, im weiteren Verlauf jedoch als typisch wahrgenommen.
Für den späteren Verlauf hat somit der Ausfall bzw. der teilweise Ausfall eines Sensors
keine Bedeutung mehr.
[0049] An dieser Stelle sei angemerkt, dass sowohl die statistische Auswertung "Mittelwertbildung"
als auch die genannten Objekteigenschaften nicht auf diese begrenzt sind und nicht
einschränkend zu verstehen sind.
[0050] Dabei kann auch hier mit Schwellenwerten gearbeitet werden, die für jedes Verhalten
und der bezüglichen Standardabweichung ermittelt werden. So schwankt der Durchschnittswert
(Mittelwert) in einer großen Szene oft nur gering, obwohl sich z.B. auf einer Fahrbahn
ein Stau gebildet hat, z.B. weil sich der Stau zunächst nur auf einer Fahrbahn bildet
und sich dann auf die anderen Fahrbahnen "ausbreitet" bzw. sich der Stau nur in eine
Richtung bildet, während die Gegenfahrbahn frei ist. So kann es zu kompensatorischen
Änderungen kommen, die sich gegenseitig aufheben, so dass in der Summe keine Situationsänderung
detektiert wird.
[0051] So ist es besonders vorteilhaft, wenn für jedes Feld die Standardabweichung gespeichert
wird, die dann für einen Schwellwertvergleich herangezogen wird, um so selektiv für
einzelne Felder Situationsänderungen feststellen zu können. Durch eine Faktorisierung
der Standardabweichung kann ein Empfindlichkeit eingestellt werden, so dass sich in
manchen Feldern Situationsänderungen ergeben, da hier die Standardabweichungen relativ
gering sind, während in anderen Feldern dies als normales Verhalten erkannt wird,
was auf relativ große Standardabweichungen zurückzuführen ist.
[0052] So passt das erfindungsgemäße Verfahren die Standardabweichung in den Feldern, in
denen eine starke Änderung auftritt entsprechend über die Zeit an (z.B. bei Entstehung
eines Staus), während die anderen Feldern für Veränderungen empfindlich bleiben (z.B.
die Gegenfahrbahn, bei der noch kein Stau aufgetreten ist).
[0053] Fig. 5 zeigt schematisch eine andere Ausführungsform, bei der mit Hilfe eines entsprechenden
Tracking-Algorithmus ein bestimmtes bzw. konkretes Objekt verfolgt wurde. Dazu wird
von dem zu beobachtenden Objekt eine Trajektorie 51 aufgenommen, die eine Mehrzahl
von Datenpunkten aufweist. An diesen Datenpunkten wurden dann z. B. entsprechende
Werte von zu messenden Objekteigenschaften ermittelt und hinterlegt. Diese Datenpunkte
werden nun mit dem erlernten Verhalten der Gesamtszene verglichen, um festzustellen,
ob das Objekt sich bezogen auf das Gesamtverhalten aller Objekte typisch oder atypisch
verhält. Dies wird gleichzeitig für alle Objekte in der Szene einzeln durchgeführt.
[0054] Dazu wird jeder Datenpunkt der Trajektorie mit der darunter liegenden kartenartigen
Datenstruktur, insbesondere mit den Feldern verglichen, in die der entsprechende Datenpunkt
fällt. Am Beispiel von Fig. 5 sei dies szenenhaft mit dem Datenpunkt 52 dargestellt.
Dabei wird zunächst einmal ermittelt, ob für diesen Datenpunkt der Trajektorie des
Objektes überhaupt Werte innerhalb der Karte hinterlegt sind. Dann wird die entsprechende
Objekteigenschaft, hier die Geschwindigkeit, mit den hinterlegten Geschwindigkeiten
verglichen. So lässt sich z. B. aus dem erlernten Verhalten die mittlere Geschwindigkeit
ableiten und mit der Geschwindigkeit des konkreten Datenpunktes 52 entsprechend vergleichen.
Dabei kann mit Hilfe von Stabilitätsinformationen und Gewichtungen verhindert werden,
dass kleinste Differenzen als atypisches Verhaltens erkannt werden.
[0055] Beispielsweise lässt sich mit diesem Ausführungsbeispiel in Fig. 5 erkennen, wenn
z. B, Radfahrer sich sehr schnell durch eine Szene bewegen oder Fußgänger, die ziellos
laufen oder plötzlich anfangen zu rennen oder über sonst kaum benutzte Flächen wie
Wiesen laufen. Auch lässt sich mit diesem System ein Geisterfahrer erkennen. Es lassen
sich aber auch andere Objekte wie Flugzeuge damit überwachen, so dass bei der Überwachung
eines Flughafens z. B. Situationen erkannt werden, in denen Servicefahrzeuge sich
in ungewöhnlichen Bereichen bewegen oder atypische Geschwindigkeiten aufweisen. Auch
Starts von selten benutzten Start- und Landebahnen sowie Änderung der Startrichtung
und der Einsatz eines Testfahrzeuges lassen sich mit diesem Verfahren erkennen.
1. Verfahren zum automatischen Erkennen einer Situationsänderung innerhalb eines mittels
Sensoren zu überwachenden räumlichen Gebietes, wobei das überwachende räumliche Gebiet
in eine Mehrzahl von Feldern unterteilt wird, mit den Schritten:
a) Erfassen von Werten mittels der Sensoren hinsichtlich mindestens einer Eigenschaft
von Objekten, die sich innerhalb des zu überwachenden räumlichen Gebietes befinden,
und deren Felder, innerhalb dessen der jeweilige Wert der Eigenschaft erfasst wurde,
b) Lernen zumindest eines Verhaltens der Objekte bezüglich mindestens einer der Objekteigenschaften
anhand einer statistischen Auswertung der ermittelten Werte für mindestens ein Feld,
und
c) Erkennen einer Situationsänderung in Abhängigkeit eines Vergleichs zwischen dem
erlernten Verhalten mindestens eines Feldes und zumindest einem aktuell ermittelten
Wert des mindestens einen Feldes bezüglich mindestens einer der Objekteigenschaften.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Lernen des Verhaltens in Schritt b) anhand der statistischen Auswertung der innerhalb
eines Zeitraumes zuletzt ermittelten Werte.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch Lernen des Verhaltens für mehr als einen Zeitraum und Erkennen einer Situationsänderung
durch Vergleich zwischen dem erlernten Verhalten der jeweiligen Zeiträume und den aktuellen
Werten.
4. Verfahren nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch Ermitteln eines gemeinsamen erlernten Verhaltens in Abhängigkeit der in den jeweiligen
Zeiträumen erlernten Verhalten und Erkennen einer Situationsänderung durch Vergleich zwischen dem gemeinsamen erlernten Verhalten und den aktuellen Werten,
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch Ermitteln des gemeinsamen erlernten Verhaltens durch Mittelwertbildung.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Vergleich in Schritt c) ausschließlich der Felder, für die zumindest ein Wert bezüglich
einer der Objekteigenschaften hinterlegt ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Erfassen einer die Position des Objektes innerhalb des räumlichen Gebietes bei der
Ermittlung eines Wertes einer Eigenschaft angebenden Ermittlungsposition und Ermitteln
des entsprechenden Feldes in Abhängigkeit der Ermittlungsposition.
8. Verfahren nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch Umrechnen der Ermittlungsposition in ein einheitliches Positionskoordinatensystem
und Ermitteln des entsprechenden Feldes in Abhängigkeit der Ermittlungsposition innerhalb
des einheitlichen Positionskoordinatensystems.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Erkennen einer Situationsänderung in Schritt c) in Abhängigkeit des Vergleiches zwischen
dem erlernten Verhalten aus Schritt b) und einem anhand statistischer Auswertung von
aktuell ermittelten Werten aktuellen Verhaltens als aktuelle Werte.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Erkennen einer Situationsänderung in Schritt c) in Abhängigkeit des Vergleiches zwischen
dem erlernten Verhalten aus Schritt b) und aktuellen Werten zumindest einer der Objekteigenschaften
einer Trajektorie eines konkreten Objektes unter Berücksichtigung der Felder, die
von der Trajektorie des Objektes durchlaufen werden,
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Bilden von Mittelwerten, Summen, Produkten und/oder Standardabweichungen als statistische
Auswertung.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch bildgebende Sensoren, insbesondere Bildererkennungsverfahren, Radarsensoren und/oder
RFID-Transponder als Sensoren.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Menschen, Tiere, Straßen-, Schienen-, Luft-, und/oder Wasserfahrzeuge sowie Partikel
als Objekte.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Aktivität, Geschwindigkeit und/oder Richtung als ermittelbare Eigenschaft der Objekte.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Vergleich in Schritt c) mittels eines Schwellwertvergleiches.
16. Verfahren nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch Ermitteln eines Schwellwertes für jedes Feld in Abhängigkeit zumindest eines Verhaltens
bezüglich mindestens einer Objekteigenschaft und der Standardabweichung bezüglich
der Objekteigenschaft und des jeweiligen Feldes.
17. Computerprogrammprodukt mit Programmeodemittel zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, wenn das Computerprogrammprodukt auf einer Rechenmaschine
ausgeführt wird.
18. Vorrichtung zur Erkennung einer Situationsänderung mit mindestens einem Sensor, der
zur Ermittlung von Werten mindestens einer Eigenschaft von Objekten, die sich innerhalb
eines zu überwachenden räumlichen Gebietes befinden, eingerichtet ist, und mit einer
Datenverarbeitungsanlage, die zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 16 eingerichtet ist.
1. Method for automatic recognition of a change in situation within a spatial area to
be monitored by means of sensors, the monitored spatial area being subdivided into
a plurality of fields, comprising the steps of:
a) detecting values by means of the sensors with respect to at least one property
of objects which are located within the spatial area to be monitored, and their fields,
within which the respective value of the property has been detected,
b) learning at least one behaviour of the objects with reference to at least one of
the object properties with the aid of a statistical evaluation of the determined values
for at least one field, and
c) detecting a change in situation as a function of a comparison between the learned
behaviour of at least one field, and at least one currently determined value of the
at least one field with reference to at least one of the object properties.
2. Method according to Claim 1, characterized by learning the behaviour in step b) with the aid of the statistical evaluation of the
values last determined within a period.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized by learning the behaviour for more than one period and recognizing a change in situation
by comparison between the learned behaviour of the respective periods and the current
values.
4. Method according to Claim 3, characterized by determining a common learned behaviour as a function of the behaviour learned in
the respective periods, and recognizing a change in situation by comparison between
the common learned behaviour and the current values.
5. Method according to Claim 4, characterized by determining the common learned behaviour by averaging.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized by comparing in step c) exclusively those fields for which at least one value is stored
with reference to one of the object properties.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized by detecting a determination position which indicates the position of the object within
the spatial area during the determination of a value of a property, and determining
the corresponding field as a function of the determination position.
8. Method according to Claim 7, characterized by converting the determination position into a unified position coordinate system and
determining the corresponding field as a function of the determination position within
the unified position coordinate system.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized by detecting a change in situation in step c) as a function of the comparison between
the learned behaviour from step b) and a behaviour which is current with the aid of
statistical evaluation of currently determined values, as current values.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized by recognizing a change in situation in step c) as a function of the comparison between
the learned behaviour from step b) and current values of at least one of the object
properties of a trajectory of a particular object while taking account of the fields
which are being traversed by the trajectory of the object.
11. Method according to one of the preceding claims, characterized by images of mean values, sums, products and/or standard deviations as statistical evaluation.
12. Method according to one of the preceding claims, characterized by imaging sensors, in particular image recognition methods, radar sensors and/or RFID
transponders as sensors.
13. Method according to one of the preceding claims, characterized by humans, animals, road, rail, air and/or watercraft and particles as objects.
14. Method according to one of the preceding claims, characterized by activity, speed and/or direction as a determinable property of the objects.
15. Method according to one of the preceding claims, characterized by comparison of step c) by means of a threshold comparison.
16. Method according to Claim 15, characterized by determining a threshold for each field as a function of at least one behaviour with
reference to at least one object property and the standard deviation with reference
to the object property and the respective field.
17. Computer program product with program code means for carrying out the method according
to one of the preceding claims when the computer program product is run on a computing
machine.
18. Device for recognition of a change in situation having at least one sensor which is
set up to determine the values of at least one property of objects which are situated
within a spatial area to be monitored, and having a data processing system which is
set up to carry out the method according to one of Claims 1 to 16.
1. Procédé de détection automatique d'une modification de situation à l'intérieur d'un
domaine spatial à surveiller au moyen de capteurs, le domaine spatial à surveiller
étant divisé en plusieurs champs, le procédé présentant les étapes qui consistent
à :
a) saisie au moyen des capteurs de valeurs qui concernent au moins une propriété d'objets
situés à l'intérieur du domaine spatial à surveiller et des champs à l'intérieur desquels
la valeur particulière de la propriété a été saisie,
b) apprentissage d'au moins un comportement des objets concernant au moins l'une des
propriétés des objets à l'aide d'une évaluation statistique des valeurs déterminées
pour au moins un champ et
c) détection d'une modification de situation en fonction d'une comparaison entre le
comportement appris d'au moins un champ et au moins une valeur, déterminée à ce moment,
du ou des champs concernant au moins l'une des propriétés de l'objet.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par l'apprentissage du comportement à l'étape b) au moyen d'une évaluation statistique
des valeurs déterminées en dernier lieu à l'intérieur d'un intervalle de temps.
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé par l'apprentissage du comportement sur plus d'un intervalle de temps et par la détection
d'une modification de situation par la comparaison entre le comportement appris lors
de chaque intervalle de temps et les valeurs en cours.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé par la détermination d'un comportement appris commun en fonction des comportements appris
au cours de chacun des intervalles de temps et détection d'une modification de situation
par comparaison entre les comportements appris communs et les valeurs en cours.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé par la détermination du comportement appris commun par formation de valeurs moyennes.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par une comparaison à l'étape c) uniquement entre les champs pour lesquels au moins une
valeur concernant une des propriétés de l'objet a été conservée.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par la détection d'une position de détermination qui fournit la position de l'objet à
l'intérieur du domaine spatial lors de la détermination de la valeur d'une propriété
et la détermination du champ correspondant en fonction de la position de détermination.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé par le calcul de la position de détermination dans un système unitaire de coordonnées
de position et par la détermination du champ correspondant en fonction de la position
de détermination à l'intérieur du système de coordonnées de position unitaire.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par la détection d'une modification de situation à l'étape c) en fonction de la comparaison
entre le comportement appris à l'étape b) et un comportement actuel, à l'aide de l'évaluation
statistique de valeurs déterminées en cours comme valeurs en cours.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par la détection d'une modification de situation à l'étape c) en fonction de la comparaison
entre le comportement appris à l'étape b) et les valeurs actuelles d'au moins une
des propriétés d'objet d'une trajectoire d'un objet concret en tenant compte des champs
qui sont parcourus par la trajectoire de l'objet.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par la formation de valeurs moyennes, de sommes, de produits et/ou d'écarts-types comme
évaluation statistique.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par des capteurs de formation d'image, en particulier des procédés de détection d'image,
des capteurs radar et/ou des transpondeurs RFID de capteurs.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des personnes, des animaux, des trams, des trains, des aéronefs et/ou des navires
ainsi que des particules sont utilisés comme objets.
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par l'activité, la vitesse et/ou la direction comme propriétés des objets qui peut être
déterminée.
15. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la comparaison de l'étape c) est une comparaison entre valeurs de seuil.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé par la détermination d'une valeur de seuil de chaque champ en fonction d'au moins un
comportement concernant au moins une propriété d'un objet et l'écart-type entre la
propriété de l'objet et le champ particulier.
17. Produit de programme informatique doté de moyens de code de programme permettant de
mettre en oeuvre le procédé selon l'une des revendications précédentes lorsque le
produit de programme informatique est exécuté sur une machine de calcul.
18. Dispositif de détection d'une modification de situation, présentant au moins un capteur
conçu pour déterminer des valeurs d'au moins une propriété d'objets situés à l'intérieur
d'un domaine spatial à surveiller, et une installation de traitement de données qui
est conçue pour mettre en oeuvre le procédé selon l'une des revendications 1 à 16.