[0001] Die Erfindung betrifft ein im Patentanspruch 1 angegebenes Verfahren und eine im
Patentanspruch 8 beschriebene Hörvorrichtung zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung
mindestens eines Parameters einer Hörvorrichtung an einen vorgebbaren Zielwert.
[0002] Bekannte Hörvorrichtung weisen wenigstens ein Mikrophon oder eine Telefonspule zur
Aufnahme eines akustischen bzw. elektromagnetischen Eingangssignals und Wandlung des
Eingangssignals in ein elektrisches Signal auf. Das elektrische Signal wird verarbeitet
und in Abhängigkeit von der Signalfrequenz verstärkt, bevor es einem Ausgangswandler
zur Abgabe eines Ausgangssignals zugeführt wird. Als Ausgangswandler finden üblicherweise
elektrisch-akustische Wandler (Hörer) Verwendung, Es sind jedoch auch Ausgangswandler
bekannt, die ein Ausgangssignal in Form von elektrischen Impulsen zur Stimulation
von Nerven abgeben oder direkt mit Gehörknöchelchen verbunden sind und diese zum Schwingen
bringen.
[0003] Hörvorrichtungen sollen möglichst situationsangepasst arbeiten. Algorithmen zur Verbesserung
der Klangeindrucks, der Sprachverständlichkeit oder zur Sicherstellung eines Systemverhaltens
(z.B. Feedback-Kompensator) sollen nur soweit automatisch aktiviert und mit einer
bestimmten Stärke wirksam werden, wie es die Situation erfordert, da die Algorithmen
auch nachteiliges Verhalten zeigen können. Beispielsweise sollte ein Geräuschreduktionsalgorithmus,
ein Richtmikrophon oder ein Feedbackkompensator nicht aktiviert sein, wenn der Hörgeräteträger
in einem Konzert sitzt. In diesem Fall würde ein Geräuschreduktionsalgorithmus das
Nutzsignal angreifen und Artefakte erzeugen. Ein Richtmikrophon würde den räumlichen
Klangeindruck unerwünscht verändern. Ein Feedbackkompensator würde unerwünschte Artefakte
erzeugen.
[0004] Weiterhin gibt es Situationen, in denen diese Algorithmen zwar aktiviert werden,
aber nur schwach wirken sollen. Wann welche Systemparametereinstellungen wirksam werden
sollen, damit das Hörgerät möglichst hohe Akzeptanz findet, kann letztlich nur der
Hörgeräteträger entscheiden.
[0005] In einer programmierbaren Hörvorrichtung steht dem Benutzer eine Vielzahl von unterschiedlichen
Parametersätzen, sogenannte Hörprogramme, zur Verfügung. Einzustellende Parameter
eines Parametersatzes sind beispielsweise Verstärkung, Anzahl aktiver Mikrophone,
Schwellenwert, Regelzeit einer Kompressionsschaltung, maximaler Ausgangspegel und
Frequenzgang. Jeder dieser Parametersätze stellt die sinnvoll aufeinander abgestimmte
Einstellung aller Signalverarbeitungsparameter für eine bestimmte akustische Hör-
oder Umgebungssituation dar, beispielsweise eine Umgebungssituation "Sprache in Ruhe",
also ohne störendes Hintergrundgeräusch, oder eine Umgebungssituation "Sprache in
Störgeräusch" mit tieffrequentem Störgeräusch.
[0006] Die Anpassung eine Hörvorrichtung erfolgt üblicherweise dadurch, dass der Hörgeräteakustiker
für die hörbeeinträchtigte Person die audiometrischen Kenndaten des Gehörs (Audiogramm)
misst. Als audiometrische Kenndaten werden beispielsweise der Hörverlust, die Unbehaglichkeitsschwelle
und die Lautstärkeskalierung berücksichtigt. Anschließend werden für unterschiedliche
Hörsituationen die einzelnen Parametersätze festgelegt. Bei diesem ersten Anpassprozess
(first fit) steht die subjektive Klangwahrnehmung und positive Klangbeurteilung durch
den Hörgeräteträger im Vordergrund. Ziel des first fits ist, dass der Träger der Hörvorrichtung
den Klang als angenehm empfindet. Dies geht häufig zu Lasten des Sprachverständnisses,
das daher in der Folgezeit allmählich durch entsprechende Anpassung der Betriebsparameter
verbessert wird. Dies erfolgt entweder in weiteren Anpasssitzungen beim Akustiker
oder durch einen automatischen Anpassvorgang in der Hörvorrichtung.
[0007] Die Patentschrift
DE 195 42 961 beschreibt eine Schaltung zum Betrieb eines Hörgerätes, bei dem in einer Speicheranordnung
die Betriebsparametereinstellung der jeweils vom Akustiker festgelegten Ausgangssituation
sowie der Zielsituation festgelegt ist. Mittels einer Steuereinheit wird über ein
bestimmbares Zeitintervall eine automatische Angleichung der Betriebsparameter der
Ausgangssituation an die Betriebsparameter der Zielsituation durchgeführt. Dieser
Vorgang wird als Akklimatisierung bezeichnet. Zweckmäßigerweise erfolgt die Angleichung
der Parameter in gleichbleibenden Größenordnungsstufen und Zeitintervallen. Bei einer
zu schnellen Angleichung an den Zielzustand kann der Träger der Hörvorrichtung ein
längeres Zeitintervall wählen und selbständig einstellen. Nachteilig bei diesem Verfahren
ist, dass der Hörgeräteträger nur die zeitliche Komponente des Angleichungsvorganges
selbständig beeinflussen kann und alle anderen Parameter nur durch den Akustiker während
weiterer Anpasssitzungen geändert werden können.
[0008] In der Schrift
EP 1 453 357 A2 wird eine Hörvorrichtung und ein Verfahren zur Vereinfachung der individuellen Anpassung
eines Hörgeräts an einen Hörvorrichtungsträger. Der Träger der der Hörvorrichtung
hat hierbei die Möglichkeit, ausgewählte Betriebsparameter, wie z.B. die Verstärkung,
manuell an der Hörvorrichtung einzustellen, wenn er sich in einer bestimmten, für
ihn charakteristischen Situation befindet. Gleichzeitig wird in der Hörvorrichtung
ein Justiervorgang ausgelöst, indem diese Hörsituation physikalisch vermessen wird.
Die gewonnenen Messwerte und der manuell gewählte Betriebsparameterwert werden herangezogen,
um ein neues Kennliniefeld zu ermitteln. In diesem Kennlinienfeld ist eine Vielzahl
von Umgebungssituationen mit entsprechenden Werten des betreffenden Betriebsparameterwertes
verknüpft. Damit wird ermöglicht, in einer neuen Hörsituation automatisch einen entsprechenden
Wert des betreffenden Betriebsparameterwertes einzustellen. Nachteilig bei diesem
auf Lernen beruhendem Verfahren ist, dass die bevorzugten Einstellungen häufig von
der optimalen Sprachverständlichkeit abweichen können. Das Hörgerät lernt zu gutem
Klangbild, jedoch mit wenig Mehrnutzen in Bezug auf das Ziel der optimalen Sprachverständlichkeit.
Die aufwendig angepassten Feineinstellungen des Akustikers können dadurch zerstört
werden und zu einem schlechten Endergebnis führen.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung diese Nachteile zu überwinden und ein verbessertes Verfahren
zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung mindestens eines Parameters einer
Hörvorrichtung an einen vorgebbaren Zielwert zur Verfügung zu stellen.
[0010] Die Idee der Erfindung besteht darin, dass der Akustiker für die einzelnen Hörsituationen
jeweils den Start- und Zielparametersatz vorgibt. Der graduelle Anpassungsfortschritt
während der Anpassungsphase wird jedoch unter Berücksichtigung der manuellen Einstellungen
des Hörgeräteträgers durchgeführt.
[0011] Wurde beispielsweise für eine definierte Hörumgebung für den Parameter Lautheit eine
Zielverstärkung vorgegeben, die 6 dB über der Startverstärkung liegt, so würde eine
zusätzliche, manuell durch den Hörgeräteträger vorgenommene Erhöhung der Lautstärke
dazu führen, dass die Zeitintervalle der graduellen Erhöhung des Parameters Lautstärke
verkürzt würden und der Zielwert dieses Parameters schneller erreicht würde. Tendierte
dagegen der Nutzer dazu, die Hörvorrichtung leiser einzustellen, so führte dies zu
einer Verlängerung der Anpassintervalle sowie zu einer Reduzierung des Zielwerts für
den Parameter Lautheit.
[0012] Gemäß der Erfindung wird die gestellte Aufgabe mit dem Verfahren zur zeitabhängigen
automatischen Akklimatisierung mindestens eines Parameters einer Hörvorrichtung an
einen vorgebbaren Zielwert des unabhängigen Patentanspruchs 1 und der Hörvorrichtung
zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung mindestens eines Parameters der
Hörvorrichtung an einen vorgebbaren Zielwert des unabhängigen Patentanspruchs 8 gelöst.
[0013] Die Erfindung beansprucht ein Verfahren zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung
mindestens eines Parameters einer Hörvorrichtung, beispielsweise die Lautstärke, an
einen vorgebbaren Zielwert. Dabei wird die Geschwindigkeit der automatischen Akklimatisierung
durch Parameteränderungen, die ein Träger der Hörvorrichtung selbst vornimmt, beeinflusst.
In vorteilhafter Weise wird dadurch ermöglicht, auf die individuelle Gewöhnungsphase
und Anforderungen des Trägers der Hörvorrichtung einzugehen und letztlich einen optimalen
Parameterwert einzustellen.
[0014] Vorzugsweise kann das Verfahren beendet werden, wenn vom Parameter der Zielwert erreicht
wird oder wenn eine vorgebbare Zeitdauer verstrichen ist. Damit ist sichergestellt,
dass der anfangs vorgegebene Zielwert erreicht werden kann, wenn der Träger der Hörvorrichtung
keine Parameteränderungen von sich aus vornimmt. Darüber hinaus kann sichergestellt
werden, dass die vorgegebene Zeitdauer für die Akklimatisierung der Hörvorrichtung
nicht überschritten wird.
[0015] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann zu vorgebbaren Zeitpunkten
der Parameter um einen ersten Wert geändert werden. Über den ersten Wert kann beispielsweise
eine Standardänderung des Parameters zu denn vorgebbaren Zeitpunkten geregelt werden,
wenn der Träger der Hörvorrichtung keine Änderungen des Parameters vornimmt. Nimmt
dagegen der Träger der Hörvorrichtung mindestens eine Änderung am Parameter vor, so
wird daraus mindestens ein zweiter Wert ermittelt und der Parameter um mindestens
diesen zweiten Wert geändert. Ebenfalls möglich ist es, die Standardänderung des Parameters
zu den vorgebbaren Zeitpunkten auszuschalten, indem der erste Wert gleich Null gewählt
wird. Damit wird der Akklimatisierungsfortschritt alleine über den zweiten Wert durch
die Änderungen, die der Träger der Hörvorrichtung am Parameter vornimmt, gesteuert.
[0016] In einer besonderen Ausführungsform sind die Zeitpunkte über den vorgebbaren Zeitraum
gleichmäßig verteilt. Damit lässt sich ein gleichmäßiger Akklimatisierungsfortschritt
einstellen.
[0017] In vorteilhafter Weise kann der erste Wert in Abhängigkeit der vorgebbaren Zeitpunkte
geändert werden oder kann zu jedem der vorgebbaren Zeitpunkte gleich sein. Damit lässt
sich für den Fall, dass der Träger der Hörvorrichtung keine Änderungen vornimmt, ein
Akklimatisierungsplan mit gleichmäßig über den Anpassungszeitraum verteilten Anpassungsschritten
umsetzen. Die Anpassung des Parameters erfolgt dann zu den vorgegebenen Zeitpunkten
jeweils um den ersten Wert.
[0018] In einer Weiterbildung des Verfahrens kann die Akklimatisierung für verschiedene
Frequenzen oder Frequenzbänder durchgeführt werden. Damit kann in vorteilhafter Weise
für den Träger der Hörvorrichtung eine individuelle Menge an Frequenzen oder mehrere
Frequenzbänder festgelegt werden, zu denen bzw. in denen eine Akklimatisierung durchgeführt
wird.
[0019] In einer besonderen Ausführungsform kann bei der Akklimatisierung die Hörsituation
berücksichtigt werden. Dadurch wird die Hörvorrichtung für festlegbare Hörsituationen
optimal eingestellt.
[0020] Die Erfindung beansprucht auch eine Hörvorrichtung zur zeitabhängigen automatischen
Akklimatisierung mindestens eines Parameters der Hörvorrichtung an einen vorgebbaren
Zielwert. Die Hörvorrichtung umfasst eine Anpasseinheit, durch die die Geschwindigkeit
der automatischen Akklimatisierung in Abhängigkeit der von einem Träger der Hörvorrichtung
vorgenommenen Änderungen anpassbar ist.
[0021] In einer besonderen Ausführungsform kann die Hörvorrichtung eine Speichervorrichtung
zur Speicherung eines vorgebbaren Zielwertes, einer vorgebbaren Zeitdauer und vorgebbarer
Zeitpunkte umfassen. Damit können der Zielwert des Parameters, sowie die Zeitdauer
der Akklimatisierung und die Zeitpunkte, zu denen eine Änderung des Parameters um
den ersten Wert erfolgt, individuell festgelegt werden.
[0022] In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung kann die Hörvorrichtung eine Dateneingabevorrichtung
umfassen, die an die Speichervorrichtung angeschlossen ist. Dadurch wird die Eingabe
von Daten zur individuellen Steuerung der Akklimatisierung ermöglicht.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann die Hörvorrichtung eine Einstellvorrichtung
zur Änderung des Parameters durch den Träger der Hörvorrichtung umfassen. Damit wird
ermöglicht, dass der Träger der Hörvorrichtung eigene Änderungen des Parameters vornimmt,
die im Akklimatisierungszeitraum berücksichtigt werden.
[0024] In einer besonderen Ausführungsform kann die Hörvorrichtung ein Hörgerät sein.
[0025] Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung werden aus den nachfolgenden Erläuterungen
zu mehreren Ausführungsbeispielen anhand von schematischen Zeichnungen ersichtlich.
[0026] Es zeigen:
- Figur 1:
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur zeitabhän- gigen automatischen Akklimatisierung,
- Figur 2:
- ein Blockschaltbild einer Hörvorrichtung zur zeit- abhängigen automatischen Akklimatisierung
und
- Figur 3:
- ein Diagramm der Änderung des Parameters in einem Akklimatisierungszeitraum.
[0027] In Figur 1 ist ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur zeitabhängigen
automatischen Akklimatisierung mindestens eines Parameters einer Hörvorrichtung an
einen vorgebbaren Zielwert dargestellt. In eine Dateneingabevorrichtung 1 wird im
Schritt 101 ein vorgebbarer Zielwert, im Schritt 102 eine vorgebbare Zeitdauer sowie
im Schritt 103 mindestens ein vorgebbarer Zeitpunkt erfasst. Im Verfahrensschritt
104 erfolgt die Hinterlegung der mit der Dateneingabevorrichtung 1 erfassten Daten
in der Speichervorrichtung 2. Im Schritt 105 wird ein Zählwert n mit 1 initialisiert.
Im Schritt 106 wird über den Zählwert n das aktuell betrachtete Zeitintervall [Zeitpunkt
n; Zeitpunkt n+1] (im Folgenden abgekürzt als [ZP
n; ZP
n+1]) gewählt. Im Schritt 107 erfolgt in der Anpasseinheit 3 für das aktuell betrachtete
Zeitintervall [ZP
n; ZP
n+1] die Änderung des Parameters um den ersten Wert. Anschließend wird im Schritt 108
in der Anpasseinheit 3 ein Dateneingang von der Einstellvorrichtung 4 geprüft. Liegt
ein Dateneingang von der Einstellvorrichtung 4 vor, so wird im Schritt 109 der Parameter
um einen weiteren Wert verändert. Im Schritt 110 wird geprüft, ob das aktuell betrachtete
Zeitintervall [ZP
n; ZP
n+1] noch gültig ist. Ist dies der Fall, so erfolgt ein Rücksprung zu Schritt 108. Ist
das aktuell betrachtete Zeitintervall [ZP
n; ZP
n+1] nicht mehr gültig, so wird im Schritt 111 der Zählwert n um 1 erhöht und mit Schritt
106 fortgefahren. Liegt kein weiteres Zeitintervall mehr vor, so wird das Verfahren
beendet. Dieses Verfahren zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung kann für
unterschiedliche Frequenzbänder durchgeführt werden.
[0028] Figur 2 zeigt ein Blockschaltbild einer Hörvorrichtung mit seinen wesentlichen Komponenten
zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung mindestens eines Parameters einer
Hörvorrichtung an einen vorgebbaren Zielwert. Da die erfindungsgemäße Vorrichtung
vorzugsweise in Hörgeräten ihren Einsatz findet, wird dem folgenden Ausführungsbeispiel
ein solches Hörgerät zugrunde gelegt. In ein Hörgerätegehäuse 5 zum Tragen hinter
dem Ohr sind ein oder mehrere Mikrofone 6 zur Aufnahme des Schalls aus der Umgebung
eingebaut. Eine Signalverarbeitungseinheit 7, die ebenfalls in das Hörgerätegehäuse
5 integriert ist, verarbeitet die Mikrofonsignale und verstärkt sie. Das Ausgangssignal
der Signalverarbeitungseinheit 7 wird an einen Lautsprecher bzw. Hörer 8 übertragen,
der ein akustisches Signal ausgibt. Der Schall wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch,
der mit einer Otoplastik im Gehörgang fixiert ist, zum Trommelfell des Geräteträgers
übertragen. Die Energieversorgung des Hörgeräts und insbesondere die der Signalverarbeitungseinheit
7 erfolgt durch eine ebenfalls ins Hörgerätegehäuse 5 integrierte Batterie 9. Die
Dateneingabevorrichtung 1 ist an die Speichereinheit 2 zur Übermittlung der in der
Dateneingabevorrichtung 1 erfassten Daten angebunden. Die Anbindung wird bevorzugt
drahtlos über eine Funkschnittstelle realisiert. Die Anpasseinheit 3 greift ebenfalls
über eine Datenschnittstelle auf die in der Speichervorrichtung 2 hinterlegten Daten
zu. Über eine Einstellvorrichtung 4 kann der Träger der Hörvorrichtung eigene Einstellungen
vornehmen. Die Einstellvorrichtung 4 ist an die Speichereinheit 2 angebunden. Die
vorgenommenen Einstellungen werden ebenfalls in der Speichereinheit 2 hinterlegt.
Die Anpasseinheit 3 ist an die Signalverarbeitungseinheit 7 angeschlossen und meldet
die für den Parameter in der Signalverarbeitungseinheit 7 vorzunehmenden Änderungen
wie z.B. Lautheitsverstärkungen.
[0029] Figur 3 zeigt eine Skizze zur Änderung des Parameters im Akklimatisierungszeitraum.
Der dargestellte Graph zeigt auf der x-Achse 10 den Zeitverlauf und auf der y-Achse
11 den Änderungsfortschritt des Parameters. Die Kurve 12 gibt den Änderungsverlauf
des Parameters im Anpasszeitraum ohne Einstellungen des Trägers der Hörvorrichtung
an. Zu Beginn eines jeden neuen Zeitintervalls wird der Parameter um einen ersten
Wert verändert. Beispielsweise erfolgt zu Beginn des ersten Zeitintervalls [ZP
1; ZP
2] eine Erhöhung des Parameters um den Wert 13. Nimmt nun der Träger der Hörvorrichtung
beispielsweise im Zeitintervall [ZP
n; ZP
n+1] zum dargestellten Zeitpunkt t
x zusätzlich eine Einstellung am Parameter vor, so führt dies zu einer sofortigen Änderung
des Parameters um einen von der Anpasseinheit 3 errechneten zweiten Wert 14. Die Kurve
15 gibt den Verlauf der Änderung des Parameters aufgrund der Einstellungen durch den
Träger der Hörvorrichtung im Zeitintervall [ZP
n; 2P
n+1] wieder. Beim Eintritt in das nächste Zeitintervall [ZP
n+1; 2P
n+2] wird der Parameter erneut um den ersten Wert 13 erhöht. Nimmt der Träger der Hörvorrichtung
beispielsweise im Zeitintervall [ZP
m; ZP
m+1] zu den beiden Zeitpunkten t
y und t
z Änderungen des Parameters vor, so errechnet die Anpasseinheit 3 nach der Einstellung
zum Zeitpunkt t
y einen weiteren zweiten Wert 16 für die Änderung des Parameters und nach der Einstellung
zum Zeitpunkt t
z einen weiteren zweiten Wert 17 für die Änderung des Parameters. Die Kurve 18 gibt
den Verlauf der Änderung des Parameters aufgrund der Einstellungen durch den Träger
der Hörvorrichtung im Zeitintervall [ZP
m; ZP
m+1] wieder. Beim Eintritt in das nächste Zeitintervall [ZP
m+1; ZP
m+2] wird der Parameter erneut um den ersten Wert 13 erhöht.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Dateneingabevorrichtung
- 2
- Speichervorrichtung
- 3
- Anpasseinheit
- 4
- Einstellvorrichtung
- 5
- Hörgerätegehäuse
- 6
- Mikrophone
- 7
- Signalverarbeitungseinheit
- 8
- Lautsprecher bzw. Hörer
- 9
- Batterie
- 10
- Zeitverlauf (x-Achse)
- 11
- Änderungsfortschritt Parameter (y-Achse)
- 12
- Kurve mit Änderungsverlauf des Parameters ohne Ein- stellungen durch Träger der Hörvorrichtung
- 13
- Wertänderung erster Wert
- 14
- Wertänderung zweiter Wert im Zeitintervall [ZPn; ZPn+1] aufgrund Einstellung zum Zeitpunkt tx
- 15
- Kurve mit Änderungsverlauf des Parameters aufgrund Einstellungen durch Träger der
Hörvorrichtung im Zei- tintervall [ZPn; ZPn+1]
- 16
- Wertänderung eines weiteren zweiten Werts im Zeitin- tervall [ZPm; ZPm+1] aufgrund Einstellung zum Zeit- punkt ty
- 17
- Wertänderung eines weiteren zweiten Werts im Zeitin- tervall [ZPm; ZPm+1] aufgrund Einstellung zum Zeit- punkt tz
- 18
- Kurve mit Änderungsverlauf des Parameters aufgrund der Einstellungen durch Träger
der Hörvorrichtung im Zeitintervall [ZPm; ZPm+1]
- 101
- Erfassen Zielwert
- 102
- Erfassen Zeitdauer
- 103
- Erfassen Zeitpunkte
- 104
- Übermittlung erfasste Daten an Speichervorrichtung
- 105
- Setzen Zählwert n gleich 1
- 106
- Auswahl Zeitintervall [ZPn; ZPn+1]
- 107
- Ändern Parameter um ersten Wert
- 108
- Prüfen Dateneingang von Einstellvorrichtung
- 109
- Ändern Parameter um weiteren zweiten Wert
- 110
- Prüfen Gültigkeit des aktuellen Zeitintervalls [ZPn; ZPn+1]
- 111
- Erhöhen Zählwert n um 1
1. Verfahren zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung mindestens eines Parameters
einer Hörvorrichtung an einen vorgebbaren Zielwert,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Geschwindigkeit der automatischen Akklimatisierung Änderungen des Parameters,
die von einem Träger der Hörvorrichtung vorgenommenen werden, berücksichtigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren beendet wird, wenn vom Parameter der Zielwert erreicht wird oder wenn
eine vorgebbare Zeitdauer verstrichen ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2
gekennzeichnet durch:
- Ändern des Parameters um einen ersten Wert (13) zu vorgebbaren Zeitpunkten und
- Ändern des Parameters um mindestens einen zweiten Wert (14, 16, 17), der jeweils
aus einer durch den Träger der Hörvorrichtung vorgenommenen Änderung des Parameters ermittelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vorgebbaren Zeitpunkte äquidistant sind.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Wert Zeitpunkt-abhängig geändert wird oder zu jedem Zeitpunkt gleich ist.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Akklimatisierung für unterschiedliche Frequenzbänder durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Akklimatisierung die Hörsituation berücksichtigt wird.
8. Hörvorrichtung zur zeitabhängigen automatischen Akklimatisierung mindestens eines
Parameters der Hörvorrichtung an einen vorgebbaren Zielwert,
gekennzeichnet durch:
eine Anpasseinheit (3), durch die die Geschwindigkeit der automatischen Akklimatisierung in Abhängigkeit der von
einem Träger der Hörvorrichtung vorgenommenen Änderungen anpassbar ist.
9. Hörvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hörvorrichtung eine Speichervorrichtung (2) zur Speicherung eines vorgebbaren
Zielwertes, einer vorgebbaren Zeitdauer und vorgebbarer Zeitpunkte umfasst.
10. Hörvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Speichervorrichtung (2) eine Dateneingabevorrichtung (1) angeschlossen ist.
11. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hörvorrichtung eine Einstellvorrichtung (4) zur Änderung des Parameters durch
den Träger der Hörvorrichtung umfasst.
12. Hörvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hörvorrichtung ein Hörgerät ist.