[0001] Die Erfindung betrifft einen Transport- und/oder Lagerbehälter, mit einem Boden und
mittels Scharnieren am Boden angeordneten Seitenwänden, die in zusammengelegtem Zustand
des Transport- und/oder Lagerbehälters bodenparallel angeordnet, in aufgerichtetem
Zustand jedoch vertikal zum Boden ausgerichtet sind, wobei jeweils zwei Seitenwände
ein Seitenwandpaar bilden und ein erstes Seitenwandpaar wenigstens zwei Riegelorgane
aufweist, die mittels eines Betätigungsgliedes von einer in je ein Gegenriegelorgan
je einer Seitenwand des zweiten Seitenwandpaares eingreifenden, den aufgerichteten
Zustand sichernden Riegelstellung in eine eingriffslose Entriegelungsstellung bewegbar
sind, wobei ferner die Riegelorgane eine gemeinsame geometrische Achse aufweisen sowie
zum Erreichen der Entriegelungsstellung rotativ um diese geometrische Achse bewegbar
sind, wobei weiter die Riegelorgane an einer gemeinsamen körperlichen sowie bodenparallel
ausgerichteten Riegelachse angeordnet sind und die Entriegelungsstellung mittels Drehen
oder Verschwenken der Riegelachse erreichbar ist, und wobei sich an einen zentralen
sowie das Betätigungsglied tragenden Betätigungsabschnitt der Riegelachse beidseitig
je eine auf Drehmitnahme gekoppelte Tragachse anschließt.
[0002] Gattungsgemäße Transport- und/oder Lagerbehälter werden im Allgemeinen auch als Falt-
oder Klappbox bzw. -kiste bezeichnet, so dass im Folgenden der Begriff Faltbox verwendet
wird. Solche Faltboxen sind aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt und finden
in einfacher Ausführung häufig Verwendung im Haushalt. In hochwertiger Ausführung
finden gattungsgemäße Faltboxen insbesondere im Groß- und Einzelhandel als Mehrwegbehälter
zum Transport und zur Präsentation von Waren, insbesondere von Obst und Gemüse Verwendung.
[0003] Bestimmte Logistikdienstleister vermieten gattungsgemäße Faltboxen und stellen die
Logistikkette der Warenanlieferung und anschließenden Rückführung leerer Faltboxen
zur Verfügung. Hierbei ist es von besonderem Vorteil, dass zusammengelegte leere Faltboxen
wesentlich weniger Volumen einnehmen, als aufgerichtete Faltboxen, was insbesondere
eine kostengünstige Rückführung ermöglicht.
[0004] Insbesondere für die im Groß- und Einzelhandel verwendeten Mehrweg-Faltboxen sind
zuverlässige und belastbare Riegelmechanismen notwendig, die den aufgerichteten Zustand
sichern. Gleichzeitig soll die Entriegelung für das Lagerpersonal schnell und einfach
von der Hand gehen, um das ordnungsgemäße Zusammenlegen der Faltboxen vor dem Rücktransport
zu gewährleisten.
[0005] Aus dem druckschriftlich belegbaren Stand der Technik ist
US 2009/0101640 A1 bekannt, bei welcher die paarweise gegenüberliegenden Stirnseiten der Faltbox mit
Riegelorganen versehen sind. Diese greifen in als Öffnungen gestaltete Gegenriegelorgane
der sich paarweise gegenüberliegenden Seitenwände ein, wobei die Riegelorgane im aufgerichteten
Zustand vertikal bezüglich der anliegenden Seitenwände beweglich sind. Über ein im
Griffbereich der Stirnwände angeordnetes Betätigungsglied, welches im aufgerichteten
Zustand der Faltbox vertikal hinsichtlich des Boxenbodens auf und ab bewegbar ist,
lassen sich die Riegelorgane translatorisch in Entriegelungsstellung bewegen. Diese
Lösung ist insoweit nachteilhaft, als die Vielzahl der an der Entriegelungsbewegung
beteiligten Bauteile den Mechanismus störungsanfällig machen und der Entriegelmechanismus
aufgrund der Reibung der Bauteile an den Seitenwänden vergleichsweise schwergängig
ist.
[0006] Weitere Faltboxen sowie verschiedene Riegelmechanismen sind aus
GB 2452750 A bekannt, welche aufgrund ihrer Vielzahl von Bauteilen ebenfalls vergleichsweise komplex
und störanfällig sind.
[0007] Ein gattungsgemäßer Transport- und/oder Lagerbehälter wird in der
WO 00/66440 A1 vorgestellt. Dort sind jeweils Längswände des bekannten Behälters mit zungenartigen
Verlängerungen ausgerüstet. Endseitig dieser zungenartigen Verlängerungen finden sich
Riegelorgane, welche zugehörige Gegenriegelorgane an den Seitenwänden hintergreifen.
Die zungenartigen Verlängerungen an den Längswänden behindern in aufgerichtetem Zustand
das Beladen und die Entnahme von Waren aus dem bekannten Transport-und/oder Lagerbehälter.
Außerdem kann bei einem Entladevorgang beispielsweise eine unbeabsichtigte Entriegelung
erfolgen.
[0008] Ein ebenfalls im Wesentlichen gattungsgemäßer Transport- und/oder Lagerbehälter wird
in der
DE 101 37 328 A1 vorgestellt. Hier ist ein von Hand betätigbares Stellglied vorgesehen, welches auf
mindestens eine Rastnase einwirkt. Die Rastnase übergreift in einer Verriegelungsstellung
einen Rasthaken. Folgerichtig sind die beiden miteinander zu koppelnden Seitenwände
nur dann miteinander lösbar verbunden, wenn die beschriebene Rastverbindung vorliegt.
Dadurch kann der bekannte Behälter ungewollt in den zusammengelegten Zustand übergehen.
[0009] Schließlich gehört zum einschlägigen Stand der Technik noch die
EP 2 036 825 A1. Hier wird in einem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 13 und 14 ähnlich vorgegangen,
wie dies mit Bezug zu der
DE 101 37 328 A1 beschrieben wurde. Folgerichtig besteht erneut die Gefahr einer ungewollten Entriegelung
und die Möglichkeit, dass der betreffende Transport- und/oder
[0010] Lagerbehälter unbeabsichtigt in den zusammengelegten Zustand übergeht. - Hier will
die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.
[0011] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, einen einfach aufgebauten und
den aufgerichteten Zustand sichernden Regelmechanismus zu schaffen und zugleich eine
funktionsgerechte Bedienung zur Verfügung zu stellen, wobei insbesondere ein ungewolltes
Zusammenlegen zu vermeiden ist.
[0012] Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist ein gattungsgemäßer Transport-
und/oder Lagerbehälter erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige
Regelorgan als außenumfänglich auf der Tragachse angeordneter Verschlussnocken ausgebildet
ist, welcher einen Teilausschnitt eines an der Tragachse angeordneten vorzugsweise
zylindrischen Körpers darstellt, und dass das Gegenriegelorgan als an der Seitenwand
ausgebildete und gegenüber deren Innenfläche vorstehende federrückstellelastische
Rastnase ausgebildet ist, welche vom Verschlussnocken in der Riegelstellung hintergriffen
wird.
[0013] Ein besonderer Vorteil der Erfindung liegt zunächst einmal darin, dass die Riegelorgane
durch eine rotative Bewegung bzw. eine Dreh- oder Schwenkbewegung in Entriegelungsstellung
bewegbar sind. Dadurch lassen sich im Gegensatz zu translatorischen Bewegungen (beispielsweise
US 2009/0101640 A1) die Reibungskräfte minimieren. Im Zusammenhang mit der gemeinsamen geometrischen
Rotationsachse kann folglich der Aufbau des Regelmechanismus gegenüber dem Stand der
Technik wesentlich vereinfacht werden.
[0014] Hinzu kommt, dass die Verschlussnocken kurz vor Erreichen der Vertikalpositionen
der zugehörigen Seitenwand an den Rastnasen vorbeigleiten und diese aus ihrer Ruheposition
verdrängen. Sobald die fragliche Seitenwand ihre Vertikalposition erreicht hat, schnappen
die federrückstellelastischen Rastnasen zurück. Dadurch hintergreifen die Rastnocken
die Rastnasen, und zwar auch ohne dass der Riegelmechanismus eine Betätigung erfährt.
Dadurch lässt sich der erfindungsgemäße Transport- und/oder Lagerbehälter besonders
leicht und schnell aufrichten und besteht insbesondere nicht die Gefahr, dass die
einzelnen Seitenwände ungewollt zusammengeklappt werden.
[0015] Die Riegelorgane weisen eine gemeinsame geometrische Achse auf und sind zum Erreichen
der Entriegelungsstellung rotativ um diese geometrische Achse bewegbar. Zum Bewegen
der Regelorgane bedarf es folglich lediglich eines die Bewegung übertragenden Bauteils,
nämlich der vorgenannten Riegelachse.
[0016] Dabei ist das Betätigungsglied an der Riegelachse angeordnet und wird die Riegelachse
durch Verschwenken des Betätigungsgliedes gedreht bzw. verschwenkt. In der konkreten
Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Gegenriegelorgan eine Rastnase ist, die von
dem Riegelorgan in Riegelstellung hintergriffen wird.
[0017] Die Ausbildung des Gegenriegelorgans als Rastnase hat den wesentlichen Vorteil, dass
beim Aufrichten der Faltbox die Riegelstellung durch einfaches Verrasten erreicht
werden kann, folglich keine Betätigung des Riegelmechanismus notwendig ist. Insofern
lässt sich die erfindungsgemäße Faltbox schnell und sicher aufrichten.
[0018] Eine mögliche Weiterbildung kennzeichnet sich dadurch, dass die hinsichtlich des
Bodens vertikale Erstreckung der Rastnase den wirksamen Riegelbereich bildet und das
Riegelorgan in Entriegelungsstellung vertikal oberhalb oder vertikal unterhalb des
wirksamen Riegelbereiches angeordnet ist.
[0019] Diese Ausführungsform ermöglicht es, die Entriegelungsstellung unabhängig von der
Rotationsrichtung der Riegelorgane, der Riegelachse bzw. des Betätigungsgliedes zu
erreichen.
[0020] In konkreter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Riegelorgan ein Ausschnitt eines
zylindrischen, bevorzugt kreiszylindrischen Körpers ist, wobei dann bevorzugt ist,
dass die zum Riegelorgan gewandte Fläche der Rastnase konturkongruent zur in Riegelstellung
benachbarten Umfangsfläche des Riegelorgans ist.
[0021] Die Entriegelungsstellung lässt sich alternativ auch dadurch erreichen, dass das
Gegenriegelorgan mittels Drehen oder Verschwenken des Riegelorgans aus der Riegelstellung
bewegbar ist. Bei dieser Ausführungsform vollzieht nicht das Riegelorgan selbst die
Entriegelungsbewegung sondern wirkt auf das Gegenriegelorgan.
[0022] Dabei ist vorgesehen, dass das Gegenriegelorgan bodenparallel aus seiner Riegelstellung
verdrängbar ist.
[0023] Eine konkrete Ausgestaltung kennzeichnet sich dadurch, dass die den Seitenwänden
des zweiten Seitenwandpaares zugewandten Stirnflächen der Riegelorgane eine Steuerfläche
ausbilden, die mit einer Gegensteuerfläche des zugehörigen Gegenriegelorgans zusammenwirkt,
um das Gegenriegelorgan aus der Riegelstellung zu verdrängen.
[0024] Weitere Vorteile der Erfindung sowie ein besseres Verständnis ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles. Es zeigen:
- Fig. 1
- Perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Faltbox in aufgerichtetem Zustand,
- Fig. 2
- perspektivische Ausschnittsdarstellung auf die Stirnwand gemäß Figur 1,
- Fig. 3
- Teilansicht des Riegelmechanismus an der Stirnwand gemäß Figur 2,
- Fig. 4
- Detaildarstellung von Riegel- und Gegenriegelorgan des Riegelmechanismus gemäß Figur
3,
- Fig. 5
- Darstellung des Riegelorgans gemäß Figur 4 in parallel zur Längswand geschnittener
Ansicht,
[0025] In den Figuren ist eine Faltbox insgesamt mit der Bezugsziffer 10 versehen.
[0026] Die Faltbox 10 umfasst einen Boden 11, ein erstes Seitenwandpaar 12 und ein zweites
Seitenwandpaar 13.
[0027] Das erste Seitenwandpaar 12 wird von den sich gegenüberliegenden Stirnwänden 14 gebildet,
das zweite Seitenwandpaar 13 von den Längswänden 15.
[0028] Die sich gegenüberliegenden Längswände 15 nehmen die sich ebenfalls gegenüberliegenden
Stirnwände 14 im aufgerichteten Zustand der Faltbox 10 gemäß Figur 1 zwischen sich
auf, wobei jede Stirnwand 14 und jede Längswand 15 über Scharniere mit dem Boden 11
verbunden sind. Im nicht dargestellten zusammengelegten Faltbox-Zustand liegen die
Stirnwände 14 auf dem Boden 11 auf, die Längswände 15 werden auf die Stirnwände 14
gelegt.
[0029] Die Längswände 15 stützen die Stirnwände 14 mittels Stützstegen 16 gegen ein Wegklappen
nach außen ab. Die Stützstege 16 sind mit Ausnehmungen 17 versehen, in welche stirnwandseitige
Zapfen zur Stabilisierung des aufgerichteten Faltbox-Zustandes eingreifen.
[0030] Die Stirnwände 14 tragen einen insgesamt mit 18 bezeichneten Riegelmechanismus, in
der hier dargestellten Ausführungsform auf ihrer Innenseite. Dieser Riegelmechanismus
18 ist in einer vergrößerten Teilansicht der Stirnwand 14 in Figur 2 detaillierter
dargestellt. Der Riegelmechanismus 18 umfasst eine mehrteilige körperliche Riegelachse
19, die bodenparallel ausgerichtet ist und deren zentraler Betätigungsabschnitt 20
ein Betätigungsglied 21 trägt.
[0031] Das Betätigungsglied 21 ist in einer Eingriffsausnehmung 22 der Stirnwand 14 angeordnet.
Die Eingriffsausnehmung 22 befindet sich im Bereich der stirnwandseitigen Traggriffausnehmung
23. Als Folge dieser benachbarten Anordnung von Betätigungsglied 21 und Traggriffausnehmung
23 lässt sich das Betätigungsglied 21 bequem handhaben.
[0032] An den zentralen Betätigungsabschnitt 20 der körperlichen Riegelachse 19 schließen
sich beidseitig je eine auf Drehmitnahme gekoppelte Tragachse 24 an (in Figur 2 ist
nur eine dargestellt).
[0033] Die Tragachsen 24 erstrecken sich bis in den den Längswänden 15 zugewandten Seitenbereich
der Stirnwand 14 und tragen an ihrem Ende je ein Riegelorgan 25, welches vorliegend
als außenumfänglich auf der Tragachse 24 angeordneter Verschlussnocken 26 ausgebildet
ist. Die Tragachsen 24 und der Betätigungsabschnitt 20 sind in von der Stirnwand 14
innenseitig ausgebildeten Lagern 27 drehbar angeordnet.
[0034] Zum Riegelmechanismus 18 gehört ferner ein längswandseitig angeordnetes Gegenriegelorgan
28, welches vorliegend als von der Längswand 15 ausgebildete Rastnase 29 verwirklicht
ist. Diese Rastnase 29 steht gegenüber der Innenfläche der Längswand 15 vor und wird
vom Verschlussnocken 26 in der in Figur 2 dargestellten Riegelstellung hintergriffen.
Infolgedessen ist die Stirnwand 14 zwischen Rastnase 29 und Stützsteg 16 in aufgerichteter
Faltbox-Stellung gehalten. Die im aufgerichtetem Faltbox-Zustand vertikale Erstreckung
der Rastnase 29 definiert den wirksamen Riegelbereich.
[0035] Figur 3 ist eine gegenüber der Figur 2 vergrößerte Teildarstellung auf die Innenseite
der Stirnwand 14 und der Längswand 15. Dargestellt ist insbesondere der Riegelmechanismus
18. Durch Verschwenken des Betätigungsgliedes 21 ins Innere der Faltbox 10 vollzieht
die Riegelachse 19 eine Drehbewegung. Infolgedessen schwenkt der Verschlussnocken
26 in Richtung Faltboxboden 11 und gelangt aus dem wirksamen Riegelbereich der Rastnase
29. Konkret taucht der Verschlussnocken 26 nach unten aus dem wirksamen Riegelbereich
heraus. Die Entriegelungsstellung des Riegelmechanismus 18 ist erreicht.
[0036] Eine gegenüber Figur 3 nochmals vergrößerte Ansicht auf Verschlussnocken 26 und Rastnase
29 im gegenseitigen Anlagebereich von Längswand 15 und Stirnwand 14 ist in Figur 4
dargestellt. Diese verdeutlicht das zuvor Gesagte nochmals.
[0037] In der Entriegelungsstellung lassen sich die Stirnwände 14 ins Faltboxinnere einklappen
und liegen auf dem Boden 11 auf. Im Anschluss daran lassen sich die Längswände 15
ebenfalls ins Kisteninnere auf die Stirnwände 14 auflegen. Der zusammengelegte Zustand
der Faltbox 10 wird so erreicht.
[0038] In Figur 5 ist parallel zur Längswand 15 ein Schnitt durch den Verschlussnocken 26
gelegt. Hieraus wird ersichtlich, dass der Verschlussnocken 26 ein Teilausschnitt
eines kreiszylindrischen Körpers ist, der an der Tragachse 24 angeordnet ist. Konturkongruent
zur Verschlussnockenumfangsfläche 30 ist die im Riegelzustand vom Verschlussnocken
26 hintergriffene Riegelfläche 31 der Rastnase 29 ausgebildet. Infolgedessen kann
der Verschlussnocken 26 bei Verschwenken des Betätigungsgliedes 21 lediglich unter
Überwindung der zwischen den Flächen 30 und 31 herrschenden Gleitreibung in die in
Figur 3 und Figur 4 dargestellte Entriegelungsstellung verschwenkt werden.
[0039] Der Riegelmechanismus 18 ist durch nicht dargestellte Federelemente beispielsweise
am Betätigungsabschnitt 20 der körperlichen Riegelachse 19 angeordnete, sich an der
Innenfläche der Stirnwand 14 abstützende Kunststoffblattfedern, in seiner Verschlussstellung
gehalten. Infolgedessen befinden sich die Verschlussnocken 26 grundsätzlich in ihrer
Riegelstellung, es sei denn die Entriegelungsstellung wird mittels Verschwenken des
Betätigungsgliedes 21 aktiv hergestellt.
[0040] Beim Aufrichten der Faltbox 10 aus einem zusammengelegten Zustand gleiten die Verschlussnocken
26 kurz vor Erreichen der bezüglich des Bodens 11 gesehenen Vertikalposition der Stirnwand
14 an den Rastnasen 29 vorbei und verdrängen diese aus ihrer Ruheposition. Befindet
sich die Stirnwand 14 in ihrer Vertikalposition schnappen die federrückstellelastischen
Rastelemente 29 zurück, so dass die Rastnocken 26 die Rastelemente 29 entsprechend
der Figuren 2 und 5 hintergreifen. Die Faltbox 10 lässt sich somit ohne Betätigen
des Riegelmechanismus 18 besonders leicht und schnell aufrichten.
[0041] Um die Faltbox zusammenzulegen wird der Riegelmechanismus 18 wie vorbeschrieben betätigt.
Das Betätigungsglied 21 wird im Ausführungsbeispiel nach innen verschwenkt was ein
Drehen der Riegelachse 19 und ein Verschwenken der Verschlussnocken 26 in Entriegelungsstellung
zur Folge hat. Die den Seitenwänden 15 des zweiten Seitenwandpaares 13 zugewandten
Stirnflächen der Riegelorgane 25 bilden eine Steuerfläche aus, die bei diesem Vorgang
mit einer jeweiligen Gegensteuerfläche des zugehörigen Gegenriegelorgans 28 zusammenwirkt.
Dadurch wird das Gegenriegelorgan 28 insgesamt aus der Riegelstellung verdrängt. Nun
lassen sich die Stirnwände 14 auf den Boden 11 legen, woraufhin die Längswände 15
auf die Stirnwände 14 umlegbar sind. In diesem zusammengelegten Zustand der Faltbox
10 lässt sich diese besonders platzsparend transportieren.
[0042] Zusammenfassend wurde eine Faltbox mit einem besonders einfach aufgebauten und aus
wenigen Einzelteilen hergestellten Riegelmechanismus 18 beschrieben, die sich auf
vorteilhafte Weise leicht und ohne Betätigung des Riegelmechanismus aufrichten lässt
und durch Betätigen des Riegelmechanismus 18 zuverlässig zusammenlegbar ist.
Bezugszeichenliste:
[0043]
- 10
- Faltbox
- 11
- Boden
- 12
- erstes Seitenwandpaar
- 13
- zweites Seitenwandpaar
- 14
- Stirnwand
- 15
- Längswand
- 16
- Stützsteg
- 17
- Ausnehmung
- 18
- Riegelmechanismus
- 19
- körperliche Riegelachse
- 20
- Betätigungsabschnitt von 19
- 21
- Betätigungsglied
- 22
- Eingriffsausnehmung von 14
- 23
- Traggriffausnehmung von 14
- 24
- Tragachse von 19
- 25
- Riegelorgan
- 26
- Verschlussnocken
- 27
- Lager von 14
- 28
- Gegenriegelorgan
- 29
- Rastnase
- 30
- Verschlussnockenumfangsfläche
- 31
- Riegelfläche von 29
1. Transport- und/oder Lagerbehälter (10), mit einem Boden (11) und mittels Scharnieren
am Boden (11) angeordneten Seitenwänden (14, 15), die in zusammengelegtem Zustand
des Transport- und/oder Lagerbehälters (10) bodenparallel angeordnet, in aufgerichtetem
Zustand jedoch vertikal zum Boden (11) ausgerichtet sind, wobei jeweils zwei Seitenwände
(14, 15) ein Seitenwandpaar (12, 13) bilden und ein erstes Seitenwandpaar (12) wenigstens
zwei Riegelorgane (25) aufweist, die mittels eines Betätigungsgliedes (21) von einer
in je ein Gegenriegelorgan (28) je einer Seitenwand (15) des zweiten Seitenwandpaares
(13) eingreifenden, den aufgerichteten Zustand sichernden Riegelstellung in eine eingriffslose
Entriegelungsstellung bewegbar sind, wobei
- die Riegelorgane (25) eine gemeinsame geometrische Achse aufweisen und zum Erreichen
der Entriegelungsstellung rotativ um diese geometrische Achse bewegbar sind, wobei
weiter
- die Riegelorgane (25) an einer gemeinsamen körperlichen sowie bodenparallel ausgerichteten
Riegelachse (19) angeordnet sind und die Entriegelungsstellung mittels Drehen oder
Verschwenken der Riegelachse (19) erreichbar ist, und wobei
- sich an einen zentralen sowie das Betätigungsglied (21) tragenden Betätigungsabschnitt
(20) der Riegelachse (19) beidseitig je eine auf Drehmitnahme gekoppelte Tragachse
(24) anschließt,
daduch gekennzechnet, dass
- das jeweilige Riegelorgan (25) als außenumfänglich auf der Tragachse (24) angeordneter
Verschlussnocken (26) ausgebildet ist, welcher einen Teilausschnitt eines an der Tragachse
(24) angeordneten vorzugsweise zylindrischen Körpers darstellt, und dass
- das Gegenriegelorgan (28) als an der Seitenwand (15) ausgebildete und gegenüber
deren Innenfläche vorstehende federrückstellelastische Rastnase (29) ausgeführt ist,
welche vom Verschlussnocken (26) in der Riegelstellung hintergriffen wird.
2. Transport- und/oder Lagerbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufrichten der Seitenwand (14) des ersten Seitenwandpaares (12) die Rastnasen
(29) durch die daran entlanggleitenden Verschlussnocken (26) kurz vor Erreichen der
Vertikalposition der betreffenden Seitenwand (14) aus ihrer Ruheposition verdrängt
werden.
3. Transport- und/oder Lagerbehälter (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei sich gegenüberliegende Stirnwände (14) und jeweils zwei sich gegenüberliegende
Längswände (15) ein Seitenwandpaar (12, 13) bilden.
4. Transport- und/oder Lagerbehälter (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Längswände (15) die Stirnwände (14) mittels Stützstegen (16) gegen ein Wegklappen
nach außen abstützen.
5. Transport- und/oder Lagebehälter (10) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastnasen (29) in der Vertikalposition der Stirnwand (14) zurückschnappen und
die Rastnocken (26) die Rastnasen (29) hintergreifen, so dass die jeweilige Stirnwand
(14) zwischen der Rastnase (29) und dem Stützsteg (16) in aufgerichtetem Zustand gehalten
ist.
6. Transport- und/oder Lagerbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die hinsichtlich des Bodens (11) vertikale Erstreckung der Rastnase (29) den wirksamen
Riegelbereich bildet und das Riegelorgan (25) in Entriegelungsstellung vertikal oberhalb
oder vertikal unterhalb des wirksamen Riegelbereiches angeordnet ist.
7. Transport- und/oder Lagerbehälter (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelorgan (25) ein Ausschnitt eines kreiszylindrischen Körpers ist.
8. Transport- und/oder Lagerbehälter (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zum Riegelorgan (25) gewandte Fläche (31) der Rastnase (29) konturkongruent zur
in Riegelstellung benachbarten Umfangsfläche des Riegelorgans (25) ist.
9. Transport- und/oder Lagerbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenriegelorgan (28) mittels Drehen oder Verschwenken des Riegelorgans (25)
aus der Riegelstellung bewegbar ist.
10. Transport- und/oder Lagerbehälter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenriegelorgan (28) bodenparallel aus seiner Riegelstellung verdrängbar ist.
11. Transport- und/oder Lagerbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die den Seitenwänden (15) des zweiten Seitenwandpaares (13) zugewandten Stirnflächen
der Riegelorgane (25) eine Steuerfläche ausbilden, die mit einer Gegensteuerfläche
des zugehörigen Gegenriegelorgans (28) zusammenwirkt, um das Gegenriegelorgan (28)
aus der Riegelstellung zu verdrängen.