Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Unterdeckbahn für ein geneigtes Dach mit einer wasser-
und wasserdampfdurchlässigen Trägerschicht und einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen
Dichtschicht auf Basis von TPU. Ferner betrifft die Erfindung ein Dach mit einer Mehrzahl
überlappend verlegter und verschweißter, wasserdichter und wasserdampfdurchlässiger
Unterdeckbahnen.
Stand der Technik
[0002] Unterdeckbahnen haben die Aufgabe, das ungedeckte Dach zunächst vor Regeneintrieb
zu schützen. Nach der Hartbedachung soll der Eintrieb von Flugschnee, Spritz- und
Tauwasser und von feinen Staubpartikeln in die Wärmedämmung verhindert werden. Gleichzeitig
soll Wasserdampf, der als feuchter Überschuss aus der Baufeuchte und aus bewohnten
Bereichen des Daches stammen kann, über die diffusionsfähige Wärmedämmung und die
Unterdeckbahn an die Umgebung abgegeben werden. Dabei kann die gesamte, zwischen den
Dachsparren angebrachte Wärmedämmung als temporärer Feuchtigkeitsspeicher dienen,
wobei zu beachten ist, dass der Taupunkt, bei dem Kondenswasser niedergeschlagen wird,
nicht unterschritten wird. Dies kann durch den Einbau einer unter der Bedachung liegenden
Dampfsperre oder -bremse in die Dachkonstruktion verhindert werden.
[0003] Besitzt die verlegte Unterdeckbahn keine oder eine zu geringe Wasserdampfdurchlässigkeit,
so kann ein im Dachbereich vorliegender Feuchtigkeitsüberschuss an der Unterdeckbahn
kondensieren, die Wärmedämmung durchfeuchten und damit unter anderem ihre Funktion
herabsetzen.
[0004] Bei Unterdeckbahnen wird unter anderem zwischen wasserdichten Unterdeckbahnen und
regensicheren Unterdeckbahnen unterschieden. Regensichere Dachdeckungen sind zwar
im Regelfall regensicher, können aber bei extremen Standorten oder besonderen Witterungsverhältnissen
den Eintrieb von Treibregen und Flugschnee nicht gänzlich verhindern. Ein Unterdach
gilt als regensicher, wenn seine Fläche einschließlich der Naht- und Stoßverbindungen
zwischen einzelnen Unterdeckbahnen regensicher ausgeführt ist. Beim regensicheren
Unterdach sind Durchdringungen, Einbauteile und Einfassungen regensicher auszuführen.
[0005] Im Gegensatz dazu müssen beim wasserdichten Unterdach Durchdringungen, Einbauteile
und Einfassungen wasserdicht ausgeführt werden, so dass das gesamte Unterdach wasserundurchlässig
ist. Nur so kann insgesamt von einer wasserdichten Dachkonstruktion gesprochen werden,
weil die üblichen schuppenförmig verlegten Dachdeckungen im Regelfall nur regensicher
sind und unter anderem den Eintrieb von Treibregen und Flugschnee nicht gänzlich verhindern
können.
[0006] Um ein wasserdichtes Unterdach zu erzeugen werden herkömmlich unter anderem Kunststoffbahnen
verwendet, wobei sich hierfür insbesondere TPU, also thermoplastische Elastomere auf
Urethanbasis, eignen, weil sie besonders wasser- und wärmeresistent, weich und flexibel,
dadurch gut zu verarbeiten und darüber hinaus insbesondere mikrobenbeständig sind.
Um zwei nebeneinander liegende Unterdeckbahnen aus TPU miteinander zu verbinden werden
diese miteinander verklebt, wobei dies das Vorhandensein eines Klebstoffs in oder
an der TPU-Schicht erfordert.
[0007] Es gibt jedoch auch Unterdeckbahnen, die eine Dichtschicht auf Basis von TPO (thermoplastische
Elastomere auf Olefinbasis) aufweisen. Solche Unterdeckbahnen sind auch thermisch
miteinander verschweißbar.
[0008] Eine weitere Eigenschaft der Dichtschicht ist neben der Wasserdichtigkeit die Wasserdampfdurchlässigkeit,
die auch als Diffusionsoffenheit bezeichnet wird. Das bedeutet, dass die Dichtschicht
zwar gegenüber Wasser, das von außen auf die Unterdeckbahn auftreffen kann, dicht
ist, Wasserdampf aus dem Inneren des Gebäudes aber wegen der Diffusionsoffenheit nach
außen austreten lässt und somit eine Beeinträchtigung der Wärmedämmung oder anderer
im Inneren des Gebäudes vorhandener Objekte durch zu hohe Feuchtigkeit vermeidet.
[0009] Die Unterdeckbahnen weisen häufig noch eine Trägerschicht auf, die wasser- und wasserdampfdurchlässig
ist. Ein Schichtverbund aus einer Trägerschicht und einer Dichtschicht kann bei einer
wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Dichtschicht insgesamt wasserdicht und
wasserdampfdurchlässig sein, so dass sich dadurch eine diffusionsoffene und wasserdichte
Ausführung eines Unterdachs realisieren lässt.
Darstellung der Erfindung
[0010] Die aus dem Stand der Technik bekannten Unterdeckbahnen weisen den Nachteil auf,
dass sie nur mit relativ hohem Aufwand wasserdicht und diffusionsoffen miteinander
verbindbar sind. Insbesondere müssen für die wasserdichte und diffusionsoffene Verbindung
zwischen Unterdeckbahnen mit einer Dichtschicht auf TPU-Basis zusätzliche Klebemittel
vorgesehen werden. Die verschweißbaren Unterdeckbahnen auf TPO-Basis haben dagegen
nicht die Vorteile der TPU-Schicht, zu denen die besondere Wasser- und Wärmeresistenz,
die weiche und flexible Struktur und dadurch gute Verarbeitbarkeit sowie die Mikrobenbeständigkeit
zählen.
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, eine dem obigen technischen Gebiet
zugehörige Unterdeckbahn bereitzustellen, die eine effiziente Realisierung eines wasserdichten
und wasserdampfdurchlässigen Unterdachs ermöglicht.
[0012] Die Aufgabe wird durch den Gegenstand der Ansprüche 1, 11, 12 und 15 gelöst. Bevorzugte
Ausführungen des Erfindungsgegenstands werden durch die abhängigen Ansprüche definiert.
[0013] Erfindungsgemäß ist eine Unterdeckbahn für ein geneigtes Dach mit einer wasser- und
wasserdampfdurchlässigen Trägerschicht und einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen
Dichtschicht auf Basis von TPU
dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Dichtschicht derart bemessen ist, dass die Unterdeckbahn mit einer
weiteren gleichartigen Unterdeckbahn durch thermisches Verschweißen und/oder durch
Quellschweißen wasserdicht und wasserdampfdurchlässig zusammenfügbar ist. Dabei weist
die Unterdeckbahn einen wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Verbindungsstreifen
entlang zumindest einer der Kanten der Trägerschicht auf, der über diese zumindest
eine Kante hinausragt.
[0014] Unter einem geneigten Dach wird ein Dach verstanden, das gemäß der DIN 1055 eine
Neigung von mehr als 7 Grad aufweist. Trotz der Neigung des Dachs ist es für bestimmte
Witterungsbedingungen vorteilhaft oder sogar nötig, nicht nur eine regensichere sondern
eine wasserdichte Unterdeckbahn vorzusehen, um ein Eintreiben von Flugschnee, Treibregen,
Vereisungen und Schneeablagerungen und dergleichen wirksam zu verhindern.
[0015] Als ein besonders bevorzugtes Material für eine solche Unterdeckbahn wird das wasserdichte
und wasserdampfdurchlässige TPU verwendet, das die bereits oben genannten Vorteile
aufweist. Durch die erfindungsgemäße Ausführung ist es möglich, nebeneinander liegende
Unterdeckbahnen thermisch oder durch Quellschweißen miteinander zu verschweißen und
somit wasserdicht und wasserdampfdurchlässig zusammenzufügen.
[0016] Zu TPU im Sinne der Erfindung sollen auch Stoffgemische mit einem Anteil von zumindest
80 Gew.-% TPU und bis zu 20 Gew.-% Füllstoff zählen. Entsprechende Füllstoffe können
dabei beispielsweise zur Einsparung von Material und/oder Kostenreduktion verwendet
werden.
[0017] Um zu beurteilen, ob eine Unterdeckbahn als wasserdicht bezeichnet werden kann, sind
die DIN 1928 und die DIN 20811 heranzuziehen. Sind Prüfungen hiernach erfüllt, gelten
die Bahnen als Wasserdicht. Ebenso ist die Wasserdichtigkeit und damit der Einsatz
der Erfindung maßgeblich definiert durch die Anforderungen des ZVDH (Zentralverband
des Deutschen Dachdeckerhandwerkes), die das Bestehen eines definierten Schlagregentestes
an der TU-Berlin vorsehen.
[0018] Die zur Diffusionsoffenheit zu beachtende Norm ist die DIN 4108, Teil 3. Dort wird
Sd < 0,5 m als Grenzwert für Diffusionsoffenheit definiert. Als diffusionsoffen ist
somit eine Schicht zu bezeichnen, deren Sd-Wert kleiner als 0,5 m ist.
[0019] Bevorzugt ist der Sd-Wert jedoch auch kleiner als 0,2 m. Nach DIN 68800 ist Sd <
0,2 m einzuhalten und eine entsprechende Schicht als diffusionsoffen anzusehen, wenn
auf chemische Holzschutzmittel zu verzichten ist.
[0020] Besonders bevorzugt ist der Sd-Wert der Unterdeckbahn kleiner als 0,2 m und liegt
zwischen 0,02 m und 0,2 m.
[0021] Beim thermischen Verschweißen wird die Temperatur der TPU-Schicht derart erhöht,
dass sich diese mit einer anderen entsprechenden Schicht verbindet und somit homogen
verschweißt wird. Beim Quellschweißen wird ein Quellschweißmittel, z. B. Tetrahydrofuran
(THF), auf die Dichtschicht gegeben, welches das TPU anlöst und dadurch ein Verschweißen
zwischen benachbarten Unterdeckbahnen ermöglicht. Daneben können beispielsweise auch
Benzol oder Benzin verwendet werden. THF ist jedoch unter Anderem auf Grund seiner
kurzen Einwirkzeit und damit verbunden kurzen zum Verlegen benötigten Zeit gegenüber
Benzol oder Benzin oder anderen Lösungsmitteln besonders bevorzugt. Bevorzugte Lösungsmittel
können allgemein unter die Alkane, Alkene, Aromaten, chlororganischen Verbindungen,
Alkohole, Ester, Ether oder Ketone fallen.
[0022] Die erfindungsgemäße Unterdeckbahn besteht bevorzugt aus einer wasser- und wasserdampfdurchlässigen
Trägerschicht und einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Dichtschicht und
benötigt weder eine zusätzliche Klebeschicht als Verbindungsmittel mit einer weiteren
Unterdeckbahn noch eine andere, die Stabilität der Unterdeckbahn erhöhende Schicht.
[0023] Bei Unterdeckbahnen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sorgt die Trägerschicht
für die Stabilität der Unterdeckbahn, wogegen die Dichtschicht dafür verantwortlich
ist, dass die Unterdeckbahn wasserdicht und wasserdampfdurchlässig ist. Das für die
Dichtschicht verwendete Material auf Basis von TPU ist verhältnismäßig kostspielig,
so dass herkömmlich darauf geachtet wird, die Dichtschicht im Rahmen der Vorgaben
hinsichtlich ihrer Dichteigenschaft möglichst dünn auszuführen.
[0024] Erfindungsgemäß wird von diesem Grundsatz abgewichen und die Dicke der Dichtschicht
gegenüber dem Stand der Technik erhöht. Die Dicke der Dichtschicht wird so weit erhöht,
dass ein thermisches Verschweißen auch mit einer Dichtschicht auf Basis von TPU möglich
ist, ohne dass die Dichtschicht oder die Trägerschicht beim thermischen Verschweißen
beschädigt werden. Dies würde im Fall einer herkömmlichen Unterdeckbahn mit entsprechend
dünner Dichtschicht geschehen, so dass herkömmliche Unterdeckbahnen durch thermisches
Verschweißen nicht miteinander verbunden werden können. Das gleiche gilt auch für
das Quellschweißen, das aus denselben Gründen auf eine Dichtschicht auf Basis von
TPU mit einer zu geringen Dicke nicht anwendbar ist.
[0025] Um benachbarte Unterdeckbahnen möglichst effizient zusammenfügen zu können, ist der
erfindungsgemäße wasserdichte und wasserdampfdurchlässige Verbindungsstreifen entlang
zumindest einer der Kanten der Trägerschicht vorgesehen, der über diese Kante hinausragt.
[0026] Dieser Verbindungsstreifen kann beispielsweise während der Produktion der Unterdeckbahn
auf heißes TPU aufgelegt werden, das sich bereits auf der Trägerschicht befindet,
und verbindet sich dadurch mit dem TPU der Dichtschicht. Es ist daneben beispielsweise
auch möglich, dass der Verbindungsstreifen integral mit der Dichtschicht ausgeführt
wird, dass also die Dichtschicht als solche entsprechend über zumindest eine der Kanten
der Trägerschicht derart hinausragt, dass ein entsprechender Verbindungsstreifen gebildet
wird. Daneben gibt es auch noch andere Möglichkeiten, den Verbindungsstreifen mit
der Unterdeckbahn zu verbinden oder zu erzeugen, z.B. durch Herausziehen von Deckschichtmaterial
oder Entfernen von Trägerschicht aus der Unterdeckbahn.
[0027] Weil der Verbindungsstreifen ebenfalls aus einem wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen
Material hergestellt ist, ist es möglich, eine Unterdeckbahn mit einer anderen Unterdeckbahn
wasserdicht und wasserdampfdurchlässig zusammenzufügen, so dass ein Unterdach vollständig
wasserdicht und wasserdampfdurchlässig ausgeführt werden kann. Der Verbindungsstreifen
als Teil der Unterdeckbahn ermöglicht dabei ein besonders effizientes Verbinden zwischen
benachbarten Unterdeckbahnen, weil hier kein zusätzlicher Kleber oder ein anderes
Verbindungselement auf die benachbarten Unterdeckbahnen aufgelegt werden muss.
[0028] Die Merkmale "wasserdicht" und "wasserdampfdurchlässig" bzw. "diffusionsoffen" richten
sich nach den bauaufsichtlichen Richtlinien, die für Dächer in Deutschland gelten.
Entsprechende Normen finden sich beispielsweise in der DIN 68800 und der DIN 4108,
Teil 3 und sollen auch in diesem Zusammenhang zur Definition der oben genannten Eigenschaften
herangezogen werden.
[0029] Bevorzugt ist der Verbindungsstreifen ein Streifen auf TPU-Basis. Die bevorzugte
Ausführungsform des Verbindungsstreifens auf TPU-Basis ermöglicht auch an den Schweißstellen
eine wasserdichte und wasserdampfdurchlässige Abdeckung des Dachs mit allen Vorteilen
des TPU und erleichtert das Verschweißen benachbarter Unterdeckbahnen.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das TPU der Dichtschicht oder das TPU des
Verbindungsstreifens ein aromatisches TPU, wobei bevorzugt die Dichtschicht und der
Verbindungsstreifen aus dem gleichen Material hergestellt sind. Es wird also besonders
bevorzugt, dass sowohl das TPU der Dichtschicht als auch das TPU des Verbindungsstreifens
ein aromatisches TPU ist. Aromatisches TPU eignet sich besonders gut zum Verschweißen
und weist die bereits oben genannten besonders bevorzugten Eigenschaften einer Dichtschicht
auf TPU-Basis auf.
[0031] Mit Vorteil weist die Dichtschicht eine Dicke von mindestens 0,1 mm, bevorzugt 0,1
bis 0,2 mm, besonders bevorzugt 0,1 bis 0,15 mm auf. Eine solche Dicke der Dichtschicht
der Unterdeckbahn eignet sich dazu, benachbarte Unterdeckbahnen durch Schweißen miteinander
zu verbinden, ohne dass die Dichtschicht und/oder die Trägerschicht dabei beschädigt
werden. Daneben ist die beanspruchte Dicke gleichzeitig dazu geeignet, eine effiziente
Herstellung einer Unterdeckbahn vorzunehmen, da kein überschüssiges Material auf die
Trägerschicht aufgetragen wird.
[0032] Mit Vorteil weist die Dichtschicht eine Massen-Flächendichte von mindestens 100 g/m
2, bevorzugt 100 bis 200 g/m
2, besonders bevorzugt 100 bis 150 g/m
2 auf. Entsprechende Massen-Flächendichten bedeuten, dass gegenüber herkömmlichen Dichtschichten
einer Unterdeckbahn des Oberbegriffs des Anspruchs 1 ein Massenauftrag stattgefunden
hat, der benachbarte Unterdeckbahnen durch thermisches Verschweißen oder Quellschweißen
miteinander verbindbar macht.
[0033] Bevorzugt ist die Unterdeckbahn klebstofffrei. Bei herkömmlichen Unterdeckbahnen
mit einer Dichtschicht auf TPO-Basis sind irgendwie geartete Klebstoffe nötig, um
die Unterdeckbahn mit einer benachbarten Unterdeckbahn zu verkleben. Auch wenn hierfür
im Stand der Technik gelegentlich der Begriff "Verschweißen" verwendet wird, handelt
es sich dabei tatsächlich um ein Verkleben, da nicht die TPO-Schichten der entsprechenden
Dichtschichten aus sich heraus und direkt miteinander verbunden werden, sondern ein
Klebstoff in die Unterdeckbahn eingearbeitet ist, der gegebenenfalls eine wasserdichte
Verbindung zwischen benachbarten Unterdeckbahnen herstellt.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ragt der Verbindungsstreifen um mindestens 3
cm, bevorzugt um zwischen 3 cm und 7 cm, besonders bevorzugt um zwischen 5 cm und
7 cm über die zumindest eine Kante hinaus. Ein Verbindungsstreifen, der um den oben
genannten Wert über die Kante hinausragt, ermöglicht eine sichere Verbindung zwischen
benachbarten Unterdeckbahnen, so dass die Gesamtheit der Unterdeckbahnen wasserdicht
und diffusionsoffen ausgeführt werden kann. Er erfüllt damit die bauaufsichtlichen
Anforderungen an eine wasserdichte Verschweißung von zwei Unterdeckbahnen miteinander.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Verbindungsstreifen integral mit der
Dichtschicht ausgeführt. Ein solcher Verbindungsstreifen wird wie oben beschrieben
beispielsweise während der Herstellung der Unterdeckbahn auf das heiße TPU aufgelegt
oder als ein über die Trägerschicht überstehender Teil der Dichtschicht hergestellt.
[0036] Eine andere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass der Verbindungsstreifen mit
der Dichtschicht durch thermisches Schweißen und/oder Quellschweißen zusammengefügt
ist. In dieser bevorzugten Ausführungsform kann der Verbindungsstreifen nach dem Erkalten
der Dichtschicht mit der Dichtschicht verbunden werden. Der Verbindungsstreifen kann
also durch denselben Mechanismus mit der Dichtschicht verbunden werden, wie benachbarte
Unterdeckbahnen miteinander verbunden werden können. Auf diese Weise lassen sich bestehende
Unterdeckbahnen mit einer entsprechenden Dicke der Dichtschicht auch nachträglich
mit einem erfindungsgemäßen Verbindungsstreifen ausstatten. Die Verlegung der Unterdeckbahn
ist aber vereinfacht, da der Verbindungsstreifen nur mit einer Kante einer Unterdeckbahn
verschweißt werden muss und nicht mit zwei aneinanderstoßenden Kanten zweier Unterdeckbahnen.
[0037] Bevorzugt ist die Trägerschicht ein Vlies. Grundlage des Vlieses können bevorzugt
Polyester oder eine polyesterhaltige Mischfaser oder ein Derivat hiervon sein. Eine
Trägerschicht aus Vlies ermöglicht einerseits eine besonders einfache Herstellung
der Unterdeckbahn, indem auf die dann bestehende Trägerschicht die Dichtschicht aufgetragen
werden kann, ohne dass die Dichtschicht selbst besonders stabil sein muss. Damit lassen
sich auch großflächige Unterdeckbahnen effizient erzeugen. Zum anderen dient die Trägerschicht
der Arbeitssicherheit beim Verlegen der Unterdeckbahnen, weil sie eine zusätzliche
Festigkeit in die Unterdeckbahn bringt, so dass die Unterdeckbahn problemlos einen
erwachsenen Menschen tragen kann, wenn dieser auf die Unterdeckbahn auftritt. Grundsätzlich
ist die erfindungsgemäße Unterdeckbahn für alle Anwendungen, die wasserdichte und
wasserdampfdurchlässige Unterspannungen benötigen, einsetzbar. Insbesondere kann bei
dem Vorsehen einer wasserdichten und diffusionsoffenen Unterdeckbahn auf Holzschutzmittel
zum Schutz der Dachkonstruktion verzichtet werden. Die erfindungsgemäße Unterdeckbahn
ermöglicht eine besonders effiziente Verlegung eines Unterdachs sowie eine effiziente
Herstellung der Unterdeckbahnen. Durch den Verbindungsstreifen können benachbarte
Unterdeckbahnen direkt miteinander verbunden werden, wobei diese auch an der Verbindungsstelle,
nämlich der Überlappung zwischen dem Verbindungsstreifen und der benachbarten Unterdeckbahn
wasserdicht und diffusionsoffen sind.
[0038] Grundsätzlich ist es auch möglich, dass die Unterdeckbahn mehr als zwei Lagen aufweist,
wobei bevorzugt wird, dass sie nur eine Trägerschicht und eine Dichtschicht enthält.
Je nach Anwendungsgebiet kann es jedoch von Vorteil sein, entweder auf der Dichtschicht,
zwischen der Dichtschicht und der Trägerschicht oder unter der Trägerschicht eine
oder mehrere weitere Schichten vorzusehen. Um die Wasserdichtigkeit und Diffusionsoffenheit
der Unterdeckbahn bei einer mehrschichtigen Ausführung sicherzustellen, ist jedoch
darauf zu achten, dass die zusätzlich angebrachten Schichten jeweils zumindest wasserdampfdurchlässig
sind und die Wasserdichtigkeit der Dichtschicht nicht beeinträchtigen.
[0039] Die erfindungsgemäße Unterdeckbahn kann auch mehrere Verbindungsstreifen aufweisen,
die über mehrere Kanten der Trägerschicht hinausragen. Dies kann beispielsweise bei
Eckstücken von Unterdeckbahnen oder bei speziellen Unterdeckelementen zur Abdichtung
von Durchdringungen, Einbauteilen oder Einfassungen vorgesehen sein.
[0040] Ein erfindungsgemäßes Dach enthält eine Mehrzahl überlappend verlegter und verschweißter,
wasserdichter und wasserdampfdurchlässiger Unterdeckbahnen, wie sie vorstehend beschrieben
wurden. Dabei ist der Verbindungsstreifen einer Unterdeckbahn mit einer benachbarten
Unterdeckbahn derart verschweißt, dass die Unterdeckbahnen eine wasserdichte und wasserdampfdurchlässige
Schweißverbindung aufweisen. Bevorzugt ist der Verbindungsstreifen dabei integral
mit der Dichtschicht der dazu gehörigen Unterdeckbahn ausgebildet, so dass ein Verschweißen
nur an einer Seite des Verbindungsstreifens stattfinden muss. Ein solches Dach kann
als wasserdicht nach den ZVDH-Richtlinien eingestuft werden und eignet sich daher,
ein Gebäude auch in besonders ungünstigen Witterungsbedingungen wirksam vor Feuchtigkeit
zu schützen.
[0041] Weitere bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus der Gesamtheit der Ansprüche
sowie der nachfolgenden Figurenbeschreibung.
Kurze Figurenbeschreibung
[0042]
- Fig. 1A
- zeigt eine Seitenansicht im Querschnitt einer bevorzugten Unterdeckbahn für ein geneigtes
Dach;
- Fig. 1B
- zeigt eine Seitenansicht im Querschnitt einer anderen bevorzugten Unterdeckbahn für
ein geneigtes Dach;
- Fig. 1C
- zeigt eine Seitenansicht im Querschnitt einer weiteren bevorzugten Unterdeckbahn für
ein geneigtes Dach;
- Fig. 2
- zeigt eine Draufsicht auf zwei zusammengefügte Unterdeckbahnen; und
- Fig. 3
- zeigt eine Draufsicht eines Eckstücks einer bevorzugten Unterdeckbahn.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0043] Fig. 1A zeigt eine Seitenansicht einer bevorzugten Unterdeckbahn 10 in einer Querschnittsdarstellung.
Auf einer Trägerschicht 12 ist eine Dichtschicht 14 angeordnet, die auf TPU-Basis
ausgeführt ist. Auf der Dichtschicht 14 befindet sich entlang einer Kante 15 ein Verbindungsstreifen
16, der sich zu beiden Seiten der Kante 15 erstreckt.
[0044] Der Verbindungsstreifen 16 erstreckt sich dabei um den Abstand 18 über die Dichtschicht
14 der Unterdeckbahn 10 und ragt um den Abstand 20 über die Kante 15 der Trägerschicht
12 hinaus. Die Dicke 24 der Dichtschicht 14 ist in Fig. 1A als etwas geringer als
die Dicke 23 der Trägerschicht 12 dargestellt. Dagegen entspricht die Dicke 22 des
Verbindungsstreifens 16 der Dicke 24 der Dichtschicht 14.
[0045] Der Verbindungsstreifen 16 und die Dichtschicht 14 sind nicht nur gleich dick, sondern
auch aus dem gleichen Material, nämlich bevorzugt aromatischem TPU, hergestellt. Die
Trägerschicht 12 ist aus einem Vlies gefertigt.
[0046] Der Abstand 18 bzw. 20 des Verbindungsstreifens 16 beträgt in der in Fig. 1A dargestellten
Ausführungsform jeweils 5 cm, die Dicke 22 des Verbindungsstreifens 16 beträgt, ebenso
wie die Dicke 24 der Dichtschicht 14, 0,15 mm. Die Dichtschicht 14 weist dabei eine
Massen-Flächendichte von 150 g/m
2 auf.
[0047] Fig. 1B zeigt eine Seitenansicht einer bevorzugten Unterdeckbahn 10 in einer Querschnittsdarstellung,
die der aus Fig. 1A ähnelt. In Fig. 1B ist jedoch eine andere bevorzugte Ausführungsform
dargestellt, bei welcher der Verbindungsstreifen 16 integral mit der Dichtschicht
14 ausgeführt ist. Die Dicke 22 des Verbindungsstreifens 16 ist in dieser Ausführungsform
gleich der Dicke der Dichtschicht 14. Der Verbindungsstreifen 16 erstreckt sich, wie
in der in Fig. 1A dargestellten Ausführungsform, ebenfalls um den Vorsprung 20 über
die Kante 15 der Trägerschicht 12. Im Übrigen wird auf die Beschreibung der Fig. 1A
verwiesen.
[0048] Fig. 1C zeigt eine weitere Ausführungsform einer bevorzugten Unterdeckbahn 10 in
einer Querschnittsdarstellung, die den Fig. 1A und 1B ähnelt. In Fig. 1C ist dabei
jedoch der Verbindungsstreifen 16, der wie bei der Ausführungsform aus Fig. 1B integral
mit der Dichtschicht 14 ausgeführt ist, umgeklappt und an der Trägerschicht 12 auf
der der Dichtschicht 14 gegenüber liegenden Seite angebracht. Im Übrigen entspricht
diese Ausführungsform der in Fig. 1B dargestellten.
[0049] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf zwei nebeneinander liegende Unterdeckbahnen 10.1,
10.2, die durch einen Verbindungsstreifen 16.1 der ersten Unterdeckbahn 10.1 miteinander
verbunden sind. Auf der dem Verbindungsstreifen 16.1 der ersten Unterdeckbahn 10.1
gegenüberliegenden Seite der zweiten Unterdeckbahn 10.2 befindet sich der Verbindungsstreifen
16.2 der zweiten Unterdeckbahn 10.2. Somit könnte eine weitere Unterdeckbahn entlang
der Kante der zweiten Unterdeckbahn 10.2, die mit dem Verbindungsstreifen 16.2 versehen
ist, an die zweite Unterdeckbahn 10.2 angelegt und mit dieser zusammengefügt werden.
[0050] Die Unterdeckbahnen 10.1, 10.2 erstrecken sich dabei parallel zu der Kante, entlang
der die Verbindungsstreifen 16.1 und 16.2 verlaufen. Durch das wasserdichte und diffusionsoffene
Verbinden der beiden Unterdeckbahnen 10.1 und 10.2 ist auch die Gesamtheit der Unterdeckbahnen
10.1 und 10.2 als wasserdicht und diffusionsoffen einzustufen.
[0051] Fig. 3 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer Unterdeckbahn 10, bei der ein
Verbindungsstreifen 16 entlang zweiter Kanten 26 und 28 der Unterdeckbahn 10 verläuft.
Die beiden Kanten 26 und 28 der Unterdeckbahn 10 verlaufen dabei in der in Fig. 3
dargestellten Ausführungsform im rechten Winkel zueinander.
[0052] Somit lässt sich durch die in Fig. 3 gezeigte Ausführungsform der Unterdeckbahn 10
einerseits eine wasserdichte und diffusionsoffene Verbindung zwischen längsseitig
benachbarten Unterdeckbahnen entlang der Kante 26 zusammenfügen, andererseits ist
es auch möglich, hintereinander liegende Unterdeckbahnen 10 entlang der Kante 28 durch
den Verbindungsstreifen 16 wasserdicht und wasserdampfdurchlässig zu verbinden.
[0053] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen lassen sich geometrisch auf nahezu
beliebige Weise variieren, so dass insbesondere auch gekrümmte oder mit Winkeln versehene
Unterdeckbahnen ausgeführt werden können.
1. Unterdeckbahn (10) für ein geneigtes Dach
mit einer wasser- und wasserdampfdurchlässigen Trägerschicht (12) und
einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Dichtschicht (14) auf Basis von TPU,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dicke der Dichtschicht (14) derart bemessen ist, dass die Unterdeckbahn (10) mit
einer weiteren gleichartigen Unterdeckbahn (10) durch thermisches Verschweißen und/oder
durch Quellschweißen wasserdicht und wasserdampfdurchlässig zusammenfügbar ist,
wobei die Unterdeckbahn (10) einen wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Verbindungsstreifen
(16) entlang zumindest einer der Kanten der Trägerschicht (12) aufweist, der über
diese zumindest eine Kante hinausragt.
2. Unterdeckbahn (10) nach Anspruch 1, wobei der Verbindungsstreifen (16) ein Streifen
auf TPU-Basis ist.
3. Unterdeckbahn (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das TPU der Dichtschicht (14) oder
das TPU des Verbindungsstreifens (16) ein aromatisches TPU ist, wobei bevorzugt die
Dichtschicht (14) und der Verbindungsstreifen (16) aus dem gleichen Material gemacht
sind.
4. Unterdeckbahn (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Dichtschicht (14)
eine Dicke von mindestens 0,1 mm, bevorzugt 0,1-0,2 mm, besonders bevorzugt 0,1-0,15
mm aufweist.
5. Unterdeckbahn (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Dichtschicht (14)
eine Massen-Flächendichte von mindestens 100 g/m2, bevorzugt 100-200 g/m2, besonders bevorzugt 100-150 g/m2 aufweist.
6. Unterdeckbahn (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Unterdeckbahn
(10) klebstofffrei ist.
7. Unterdeckbahn (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Verbindungsstreifen
(16) um mindestens 3 cm, bevorzugt um zwischen 3 cm und 7 cm, besonders bevorzugt
um zwischen 5 cm und 7 cm über die zumindest eine Kante hinausragt.
8. Unterdeckbahn (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Verbindungsstreifen
(16) integral mit der Dichtschicht (14) ausgeführt ist.
9. Unterdeckbahn (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Verbindungsstreifen
(16) mit der Dichtschicht (14) durch thermisches Schweißen und/oder Quellschweißen
zusammengefügt ist.
10. Unterdeckbahn (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Trägerschicht
(12) ein Vlies ist.
11. Dach mit einer Mehrzahl überlappend verlegter und verschweißter, wasserdichter und
wasserdampfdurchlässiger Unterdeckbahnen (10.1, 10.2) nach einem der vorstehenden
Ansprüche,
wobei der Verbindungsstreifen (16.1) einer Unterdeckbahn (10.1) mit einer benachbarten
Unterdeckbahn (10.2) derart verschweißt ist, dass die Unterdeckbahnen (10.1, 10.2)
eine wasserdichte und wasserdampfdurchlässige Schweißverbindung aufweisen.
12. Verfahren zum Herstellen einer Unterdeckbahn (10) für ein geneigtes Dach nach einem
der Ansprüche 1 bis 10, umfassend die folgenden Schritte:
Aufbringen einer wasserdichten und
wasserdampfdurchlässigen Dichtschicht (14) auf Basis von TPU auf eine wasser- und
wasserdampfdurchlässige Trägerschicht (12) und
Verbinden eines wasserdichten und
wasserdampfdurchlässigen Verbindungsstreifens (16) mit der Dichtschicht (14) entlang
zumindest einer der Kanten der Trägerschicht (12),
so dass der Verbindungsstreifen (16) über die Kante hinausragt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, ferner umfassend
Erhitzen der Dichtschicht (14), bevor der Verbindungsstreifen (16) mit der Dichtschicht
(14) verbunden wird,
wobei der Verbindungsstreifen (16) durch Auflegen auf die erhitzte Dichtschicht (14)
entlang zumindest einer der Kanten der Trägerschicht (12) mit der Dichtschicht (14)
verbunden wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12, wobei der Verbindungsstreifen (16) durch thermisches Schweißen
und/oder Quellschweißen entlang zumindest einer der Kanten der Trägerschicht (12)
mit der Dichtschicht (14) verbunden wird.
15. Verfahren zum Herstellen einer Unterdeckbahn (10) für ein geneigtes Dach nach einem
der Ansprüche 1 bis 10, umfassend die folgenden Schritte:
Aufbringen einer wasserdichten und
wasserdampfdurchlässigen Dichtschicht (14) auf Basis von TPU auf eine wasser- und
wasserdampfdurchlässige Trägerschicht (12),
wobei die Dichtschicht (14) derart über zumindest eine Kante der Trägerschicht (12)
hinausragt, dass ein wasserdichter und wasserdampfdurchlässiger Verbindungsstreifen
(16) gebildet wird,
wobei der Verbindungsstreifen (16) bevorzugt durch Herausziehen von Material der Dichtschicht
(14) gegenüber zumindest einer der Kanten der Trägerschicht (12) und/oder durch Entfernen
von Material der Trägerschicht (12) gegenüber der Dichtschicht (14) entlang zumindest
einer der Kanten der Trägerschicht (12) gebildet wird.