[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Antriebsvorrichtung, die
als Antriebselement einen Aktuator aufweist, mit einer Energieliefereinrichtung, die
mindestens einen Energiekollektor und einen Energiespeicher zum Speichern der von
dem Energiekollektor bereitgestellten Energie und zum Abgeben der gespeicherten Energie
an den Aktuator aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Antriebsvorrichtung
sowie eine Belüftungseinrichtung oder Verschattung.
Stand der Technik
[0002] Verfahren zum Betreiben einer Antriebsvorrichtung gemäß der eingangs genannten Art
sind aus dem Stand der Technik bekannt. Die Antriebsvorrichtung dient dem Bereitstellen
einer Kraft oder eines Drehmoments an einen Verbraucher. Um die Kraft oder das Drehmoment
zu erzeugen ist der Aktuator vorgesehen, dieser dient also als Antriebselement. Zur
Energieversorgung des Aktuators ist die Energieliefereinrichtung vorgesehen, die über
den Energiekollektor und den Energiespeicher verfügt. Der Energiekollektor dient im
Sinne eines "Energy Harvesters" dem Sammeln von Energie aus einer Umgebung der Antriebsvorrichtung.
Die von dem Energiekollektor gesammelte Energie wird in dem Energiespeicher zwischengespeichert.
Diese zwischengespeicherte Energie kann an den Aktuator abgegeben werden, um die Antriebsvorrichtung
zu betreiben.
[0003] Generell ist in den letzten Jahren verstärkt die Tendenz zu beobachten, elektrische
oder elektronische Systeme zumindest zeitweise unabhängig von einer Kabelanbindung
beziehungsweise einer externen Stromversorgung zu machen. Beispiele für solche Systeme
sind Laptops, MP3-Player, tragbare Werkzeuge, um nur einige zu nennen. Solche Systeme
sind mit einem Energiespeicher, beispielsweise einem Akkumulator, ausgestattet, der
von Zeit zu Zeit über die Kabelanbindung aus einer externen Stromquelle geladen wird.
Dies kann vermieden werden, indem man die zum Betreiben des Systems notwendige Energie
aus dessen Umgebung gewinnt. Zu diesem Zweck ist der Energiekollektor vorgesehen,
der beispielsweise in Form von Thermoelementen, Solarzellen, Mikroturbinen oder mechanischen
Speichern vorliegen kann. Solchen Energiekollektoren ist gemein, dass ihre Baugröße
aufgrund ihres Verwendungszwecks starken Beschränkungen unterliegt. Mit der Baugröße
sinkt jedoch auch die mit dem Energiekollektor bereitstellbare Leistung. Die elektrische
Leistung, die ein platzsparender Energiekollektor erzeugt, liegt üblicherweise in
Milliwattbereich. Für den Betrieb von Sensoren, die in nicht zu kleinen Zeitintervallen
Daten messen und verschicken sollen und überdies keine beweglichen Teile aufweisen,
ist diese Leistung bei geschickter Konstruktion häufig ausreichend. Soll dagegen ein
Aktuator betrieben werden, so ist der Leistungsbedarf deutlich höher. Aus diesem Grund
muss der Energiespeicher, der zum Zwischenspeichern der von dem Energiekollektor bereitgestellten
Energie dient, entsprechend groß dimensioniert sein, um einen Betrieb des Aktuators
in zufriedenstellender Weise zu ermöglichen. Bei einem entsprechend großen Energiespeicher
tritt jedoch wiederum das Problem auf, dass ein Aufladen des Energiespeichers mittels
des Energiekollektors sehr lange dauert. Dies trifft vor allem auf den Bereich der
Haustechnik zu, in welchem beispielsweise Fenster mittels der Antriebsvorrichtung
geöffnet und/oder geschlossen werden sollen. Gleichzeitig ist der zur Unterbringung
des Energiekollektors verfügbare Platz sehr gering. Ein zuverlässiges Öffnen oder
Schließen des Fensters mittels der Antriebsvorrichtung ist somit nicht möglich, ohne
eine externe Energieversorgung bereitzustellen.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Demgegenüber weist das Verfahren zum Betreiben einer Antriebsvorrichtung mit den
in Anspruch 1 genannten Merkmalen den Vorteil auf, dass mit der Antriebsvorrichtung
ein zuverlässiger energieautarker Betrieb möglich ist. Dies wird erreicht, indem der
Aktuator periodisch mit der gesamten in dem Energiespeicher gespeicherten Energie
beaufschlagt wird, um einen Schritt einer schrittweisen Bewegung in eine erste Richtung
zu bewirken. Es ist also zunächst vorgesehen, dass der Energiespeicher mittels des
Energiekollektors geladen wird. Anschließend wird die gesamte in dem Energiespeicher
befindliche Energie an den Aktuator abgegeben, womit eine Bewegung in die erste Richtung
bewirkt wird. Der Energiespeicher ist dabei derart bemessen, dass die in ihm gespeicherte
Energie ausreichend ist, um einen Schritt der schrittweisen Bewegung auszuführen.
Der Aktuator soll also nicht in einem Dauerbetrieb betrieben werden oder einen Stellvorgang
vollständig zu Ende führen. Vielmehr ist vorgesehen, dass der Stellvorgang schrittweise
abläuft und die Energie des Energiespeichers jeweils ausreichend ist, um einen Schritt
dieser Bewegung beziehungsweise des Stellvorgangs durchzuführen. Zu diesem Zweck sind
der Energiespeicher sowie der Energiekollektor mit dem Aktuator beziehungsweise der
Schrittweite des durchzuführenden Schritts abgestimmt. Der Energiespeicher kann jedoch
beispielsweise derart ausgeführt sein, dass er geringfügig mehr Energie aufnehmen
kann, als zum Durchführen des Schritts notwendig ist, um beispielsweise Umwelteinflüsse
auf den Energiespeicher (beispielsweise Kälte) oder einen Alterungsprozess des Energiespeichers
zu kompensieren.
[0005] Zum Betrieb des Aktuators wird lediglich von dem Energiekollektor bereitgestellte
Energie verwendet, die in dem Energiespeicher gespeichert ist. Es ist demnach keine
externe Energieversorgung vorgesehen. Die schrittweise Bewegung kann eine mehrschrittige
Bewegung sein, womit mehrere Schritte notwendig sind, um eine gewünschte Stellposition
der Antriebsvorrichtung zu erreichen. Die erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung ist
insbesondere für eine Anbindung im Bereich der Gebäudetechnik anwendbar, speziell
für Belüftungseinrichtungen wie beispielsweise Fenster, Dachkuppeln oder dergleichen,
jedoch auch für Abdeckungen, Verschattungseinrichtungen und so weiter, also solche
Systeme, welche von Zeit zu Zeit geöffnet und geschlossen werden sollen, um ein Klima
in dem jeweiligen Gebäude zu regulieren. In diesem Bereich ist es äußerst vorteilhaft,
wenn die Antriebsvorrichtung für den Antrieb der genannten Systeme energieautark betrieben
werden kann, um beispielsweise auf das Verlegen von Leitungen verzichten zu können
und sie so auch an unzugänglichen Stellen vorsehen zu können.
[0006] Zusammen mit einer ebenfalls energieautarken Sensorik und/oder Regelung kann so beispielsweise
ein Fenster als autarkes, intelligentes System agieren, sodass sich ein Nutzer des
Gebäudes nicht mehr aktiv um die Regelung des Klimas kümmern muss. Das mechanische
Stellen derartiger Systeme, also beispielsweise Fenster und Verschattungen, ist jedoch
sehr energieaufwendig, während der für den Aktuator und den Energiespeicher verfügbare
Bauraum - insbesondere bei Integration in ein Gehäuse der genannten Systeme, beispielsweise
einen Fensterrahmen - sehr gering ist. Aus diesem Grund ist es vorgesehen, die Stellbewegung
des jeweiligen Systems schrittweise mittels des Aktuators durchzuführen, wobei die
in dem Energiespeicher gespeicherte Energie im Wesentlichen vollständig an diesen
abgegeben wird, um den Schritt der schrittweisen Bewegung durchzuführen. Die Bewegung
ist dabei zunächst in die erste Richtung gerichtet. Auf diese Weise liegt ein Verfahren
zum Betreiben der Antriebsvorrichtung vor, welches ein kombiniertes System aus Aktuator,
Energiespeicher und Energiekollektor realisiert, welches in der Lage ist, alle relevanten
Anforderungen an einen Stellmechanismus beispielsweise eines Fensters oder einer Beschattung
zu erfüllen. Diese Anforderungen sind insbesondere kleine Baugröße, einfache und kostengünstige
Herstellung und lange Haltbarkeit. Das Verfahren erlaubt also, effizient und ohne
Anschluss an eine externe Stromversorgung, beispielsweise Fenster und andere Gebäudeelemente
durch aus der Umgebung gewonnene Energie zu betreiben, ohne einen großen Energiespeicher
vorsehen zu müssen.
[0007] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass eine Arretierung des Aktuators derart
vorgesehen ist, dass eine Bewegung in eine zweite, der ersten Richtung entgegengesetzten
Richtung verhindert ist. Um beispielsweise einen Betrieb des Aktuators entgegen einer
an diesem angreifenden Kraft zu ermöglichen, ohne dass es nach einem Durchführen des
Schritts in die erste Richtung zu einer Bewegung in die entgegengesetzte Richtung
kommt, wird die Arretierung des Aktuators durchgeführt. Dieser wird dabei derart festgesetzt,
dass die Bewegung in die zweite Richtung, welcher der ersten Richtung entgegengesetzt
ist, nicht möglich ist. Beispielsweise kann mittels des Aktuators somit eine Stellbewegung
entgegen eines Schwerkrafteinflusses durchgeführt werden und anschließend ein Zurückbewegen
aufgrund des Schwerkrafteinflusses verhindert werden. Somit ist es beispielsweise
möglich, das bereits erwähnte Fenster schrittweise durch die Bewegung in die erste
Richtung zu öffnen, was entgegen der Schwerkraft vorgesehen ist, und dabei ein durch
die Schwerkraft bewirktes Zufallen des Fensters durch die Arretierung des Aktuators
zu verhindern.
[0008] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Arretierung lösbar ist, um die
Bewegung in die zweite Richtung zuzulassen. Anhand des Beispiels des Fensters ist
es einfach ersichtlich, dass es möglich sein soll, dieses auch wieder zu schließen,
nachdem es geöffnet wurde. Zu diesem Zweck ist die Arretierung lösbar. Ist die Arretierung
gelöst, so kann die Bewegung in die zweite Richtung ablaufen, also beispielsweise
das Fenster sich aufgrund des Schwerkrafteinflusses schließen. Dabei kann durch das
Lösen der Arretierung die Bewegung in die zweite Richtung ebenfalls mehrschrittig
vorgesehen sein oder kontinuierlich ablaufen. In letzterem Fall kann das Fenster schrittweise,
also langsam, geöffnet werden und dabei beispielsweise auf eine definierte Position
gebracht werden (zum Beispiel teilgeöffnet). Ist ein Schließen des Fensters gewünscht,
so kann dieses durch Lösen der Arretierung durchgeführt werden, wobei vorzugsweise
das Schließen des Fensters schnell und kontinuierlich abläuft.
[0009] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Bewegung in die zweite Richtung
aufgrund von Schwerkrafteinfluss oder Federkraft erfolgt. Vorstehend wurde bereits
erwähnt, dass die Bewegung in die zweite Richtung unter dem Einfluss der Schwerkraft
abläuft. Alternativ oder zusätzlich kann eine Feder vorgesehen sein, deren Federkraft
die Bewegung in die zweite Richtung bewirkt. Ebenso kann die Federkraft jedoch auch
dem Schwerkrafteinfluss entgegengerichtet sein, sodass die Bewegung in die zweite
Richtung aufgrund des Schwerkrafteinflusses durch die Federkraft gedämpft ist.
[0010] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass zum Lösen der Arretierung ein weiterer
Aktuator vorgesehen ist, welcher dazu mit Energie aus dem Energiespeicher beaufschlagt
wird. Die in dem Energiespeicher gespeicherte Energie kann also nicht nur zum Betreiben
des Aktuators verwendet werden, um die Bewegung in die erste Richtung zu bewirken.
Vielmehr ist vorgesehen, dass auch der weitere Aktuator von dem Energiespeicher mit
Energie versorgt wird, soll das Lösen der Arretierung bewirkt werden.
[0011] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass bei aufgeladenem Energiespeicher
eine Steuerungseinrichtung festlegt, ob die Bewegung in die erste Richtung mittels
des Aktuators oder das Lösen der Arretierung mittels des weiteren Aktuators durchgeführt
wird, wozu insbesondere Sensordaten und/oder externe Vorgaben ausgewertet werden.
Die Steuerungseinrichtung dient somit der Steuerung der Antriebsvorrichtung. Sie legt
fest, ob die Bewegung in die erste Richtung oder in die zweite Richtung abläuft. In
ersterem Fall steuert die Steuerungseinrichtung den Aktuator an, sodass die schrittweise
Bewegung in die erste Richtung durchgeführt wird. Soll die Bewegung in die zweite
Richtung vorliegen, so steuert die Steuerungseinrichtung den weiteren Aktuator an,
sodass die Arretierung gelöst wird. Die Steuerungseinrichtung kann über Sensoren verfügen
beziehungsweise an solche angeschlossen sein. Die von diesen Sensoren gelieferten
Sensordaten werden von der Steuerungseinrichtung zum Festlegen der Bewegungsrichtung
verwendet. Alternativ oder zusätzlich können auch externe Vorgaben ausgewertet werden.
Das bedeutet, dass beispielsweise ein Nutzer festlegen kann, ob die Antriebsvorrichtung
die Bewegung in die erste Richtung oder in die zweite Richtung bewirken soll. Zu diesem
Zweck kann eine kabelgebundene oder kabellose Verbindung zu der Steuerungseinrichtung
vorgesehen sein.
[0012] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die in die zweite Richtung zurückgelegte
Strecke durch Wiederherstellen der Arretierung begrenzt wird. Soll durch die Bewegung
in die zweite Richtung der Aktuator in eine bestimmte Position gebracht werden, die
nicht der Ausgangsposition entspricht, so kann die Arretierung wieder hergestellt
werden, sobald diese Position erreicht ist. Auf diese Weise kann beispielsweise ein
vollständig geöffnetes Fenster in eine halbgeöffnete Position gebracht werden, ohne
dass ein vollständiges Schließen durch das Lösen der Arretierung vorhergeht und anschließend
ein schrittweises Öffnen des Fensters durchgeführt werden muss.
[0013] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Antriebsvorrichtung zum Öffnen
und Schließen einer Belüftungseinrichtung, einer Verschattung oder dergleichen, zum
Antreiben einer Pumpe oder zum Stellen eines Ventils verwendet wird. Die Belüftungseinrichtung
kann dabei beispielsweise ein Fenster, eine Dachkuppel oder ähnliches sein. Die Pumpe
kann eine Umwälzpumpe sein, die eine Flüssigkeit nur langsam oder lediglich von Zeit
zu Zeit umwälzen soll. Ebenfalls kann die Antriebsvorrichtung zum Stellen des Ventils
verwendet werden, wobei insbesondere ein Steuerventil, beispielsweise für eine Fußbodenheizung,
vorgesehen ist, welches lediglich in längeren Intervallen eingestellt werden muss.
[0014] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Antriebsvorrichtung, insbesondere für eine
Belüftungseinrichtung, eine Verschattung oder dergleichen, und insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens gemäß den vorstehenden Ausführungen. Die Antriebsvorrichtung weist
als Antriebselement einen Aktuator auf und verfügt über eine Energieliefereinrichtung,
die mindestens einen Energiekollektor und einen Energiespeicher zur Speicherung der
von dem Energiekollektor bereitgestellten Energie und zur Bereitstellung der gespeicherten
Energie an den Aktuator aufweist. Dabei ist vorgesehen, dass der Aktuator periodisch
mit der gesamten in dem Energiespeicher gespeicherten Energie beaufschlagbar ist,
um einen Schritt einer schrittweisen Bewegung in eine erste Richtung zu bewirken.
Die Antriebsvorrichtung ist besonders geeignet für Systeme, bei welchen eine oder
wenige Positionen schnell erreicht werden sollen. Ein solches System kann beispielsweise
das Fenster sein, welches schnell verschließbar sein soll, oder eine Verschattung,
die vollständig geöffnet werden muss, wenn das Haus durch den Nutzer verlassen wird.
Parameter wie Temperatur, Luftqualität und so weiter, aufgrund welchen die Antriebsvorrichtung
von einer Steuerungseinrichtung angesprochen werden kann, ändern sich dagegen deutlich
langsamer, häufig über einem Zeitraum von Minuten bis Stunden. Bei den beschriebenen
Systemen ist es daher ausreichend, wenn die Bewegung in die erste Richtung, die zum
Öffnen des Fensters dient, lediglich langsam abläuft. Die Bewegung in die zweite Richtung,
also zum Schließen des Fensters, muss dagegen schnell erfolgen. Das entsprechende
System kann derart ausgebildet sein, dass es selbstständig die Bewegung in die zweite
Richtung durchführt, also beispielsweise in einen geschlossenen Zustand übergeht.
Bei Belüftungseinrichtungen in Form von Dachluken ist dies beispielsweise aufgrund
des Schwerkrafteinflusses intrinsisch gegeben. Fenster oder Verschattungen können
mit einer Feder, insbesondere einer Spannfeder, versehen werden. Für die Bewegung
in die erste Richtung muss folglich die Schwerkraft oder die Federkraft überwunden
werden und zusätzlich Energie zur Überwindung von Reibung aufgewandt werden.
[0015] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass eine Arretierung einer Bewegung
in eine zweite, der ersten Richtung entgegengesetzten Richtung, entgegenwirkt. Die
Arretierung ist also dazu vorgesehen, die Bewegung in die erste Richtung zuzulassen,
während die Bewegung in die zweite unterbunden wird.
[0016] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass zur Arretierung eine Sperrklinke
vorgesehen ist. Die Sperrklinke ist Bestandteil einer Rastvorrichtung, welche ein
Zurückbewegen beziehungsweise Zurückdrehen des Aktuators in die zweite Richtung nicht
zulässt. Die Sperrklinke greift beispielsweise in ein sägezahnförmig ausgebildetes
Element ein.
[0017] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Arretierung mittels eines weiteren
Aktuators lösbar ist, um die Bewegung in die zweite Richtung zuzulassen. Zu diesem
Zweck ist der weitere Aktuator beispielsweise derart an die Sperrklinke angebunden,
dass ein Lösen der Rastvorrichtung erfolgen kann. In diesem Fall ist die Bewegung
in die zweite Richtung möglich.
[0018] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Aktuator ein Schritt- oder Wanderwellenmotor
oder ein Elektromotor mit einem Schneckengetriebe und einer Kupplung ist. Derartige
Motoren können alternativ zu der Rastvorrichtung beziehungsweise der Sperrklinke verwendet
werden. Es muss also keine mechanische Rastvorrichtung vorgesehen sein. Entscheidend
ist vielmehr, dass die Antriebsvorrichtung in kleinen Schritten in die erste Richtung
voranschreiten kann und zwischenzeitlich in der eingenommenen Position gehalten ist,
also keine Bewegung in die zweite Richtung erfolgen kann. Zu diesem Zweck kann sogar
der konventionelle Elektromotor verwendet werden, der mit dem Schneckengetriebe und
der Kupplung versehen ist. Ebenso kann ein piezobasierter Aktuator unter Anwendung
des Kamin-Kletterer-Prinzips verwendet werden.
[0019] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass mehrere Aktuatoren parallel oder
seriell angeordnet sind. Insbesondere wenn der Aktuator beziehungsweise die Antriebsvorrichtung
in der Lage sein soll, mehrere Positionen schnell zu erreichen, so kann dies realisiert
werden, indem mehrere Aktuatoren parallel oder seriell angeordnet werden. Durch die
Parallelschaltung der Aktuatoren kann eine vergrößerte Stellkraft erreicht werden,
während in der seriellen Anordnung vergrößerte Stellwege möglich sind.
[0020] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Belüftungseinrichtung oder Verschattung. Dabei
verfügt diese über eine Antriebsvorrichtung gemäß den vorstehenden Ausführungen.
[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Antriebsvorrichtung mit einem Ak- tuator, einem
weiteren Aktuator und eine Energieliefereinrichtung, und
- Figur 2
- mehrere Diagramme, die einen zeitlichen Ablauf des Betreibens der An- triebsvorrichtung
verdeutlichen.
[0022] Die Figur 1 zeigt eine Antriebsvorrichtung 1, die zum Betätigen eines Fensters 2
- welches eine Belüftungsvorrichtung 2' darstellt - verwendet wird. Dabei soll mittels
der Antriebsvorrichtung 1 eine Kippbewegung um eine Schwenkachse 3 realisiert werden,
wie durch den Pfeil 4 angedeutet. Die Antriebsvorrichtung 1 weist einen Aktuator 5
auf, mit welchem eine Linearbewegung, wie durch den Pfeil 6 angedeutet, erzielbar
ist. Der Aktuator 5 weist zu dem Fenster 2 eine Wirkverbindung derart auf, dass durch
eine Bewegung des Aktuators 5 in eine erste Richtung das Fenster 2 ausschwenkbar ist,
also aus einer geschlossenen Stellung in eine gekippte und damit offene Stellung gebracht
werden kann. Der Aktuator 5 muss dabei eine Federkraft einer Feder 7 überwinden, welche
als Druckfeder ausgebildet ist. Die Feder 7 ist in der Figur 1 beispielhaft mit ihrem
einen Ende an dem Aktuator 5 und mit ihrem anderen Ende ortsfest gehalten. Zum Kippen
des Fensters 2 bewegt sich der Aktuator 5 schrittweise nach links, wobei er der Feder
7, die als Druckfeder ausgebildet ist, entgegenwirkt. Die Bewegung des Aktuators 5
erfolgt dabei periodisch, das heißt sie läuft schrittweise ab.
[0023] Um ein Rückstellen des Fensters 2 durch die Feder 7 zu verhindern, während der Aktuator
5 nicht aktiv ist, ist die Arretierung 8 vorgesehen, wobei eine Sperrklinke 9 in ein
Sperrgegenelement 10 rastend eingreift und die somit hergestellte Rastverbindung ein
Zurückbewegen des Fensters 2 verhindert. Das Sperrgegenelement 10 ist beispielsweise
sägezahnförmig ausgebildet. In der abgebildeten Position der Sperrklinke 9 tritt diese
gegen eine Sperrfläche 11 des Sperrgegenelements 10, wenn das Fenster 2 aufgrund der
Federkraft der Feder 7 in eine zweite Richtung bewegt wird. Diese wird damit unterbunden.
Bei einer Bewegung in die erste Richtung, also einer Auslenkung des Fensters 2 durch
den Aktuator 5 läuft dagegen die Sperrklinke 9 auf einer Gleitfläche 12 ab, womit
die Sperrklinke 9 von einem ersten Rastbereich 13 in einen zweiten Rastbereich 14
gelangen kann.
[0024] Mittels eines weiteren Aktuators 15, der eine Bewegung in Richtung des Pfeils 16
bewirken kann, kann die Sperrklinke 9 aus dem Einflussbereich des Sperrgegenelements
10 heraus- und auch wieder in diesen hineinverlagert werden. Das bedeutet, dass die
Rastverbindung durch den weiteren Aktuator 15 zumindest vorübergehend aufgehoben werden
kann. Liegt die Rastverbindung nicht vor, so verlagert die Feder 7 das Fenster 2 wieder
in seinen Ausgangszustand, also eine geschlossene Position, zurück. Sowohl der Aktuator
5 als auch der weitere Aktuator 15 werden von einer Steuerungseinrichtung (nicht dargestellt)
gesteuert. Zur Energieversorgung der Aktuatoren 5 und 15 ist eine Energieliefereinrichtung
17 vorgesehen, welche einen Energiekollektor 18 und einen Energiespeicher 19 aufweist.
Der Energiespeicher 19 ist derart mit dem Energiekollektor 18 gekoppelt, dass er von
diesem bereitgestellte Energie speichert. Der Energiekollektor 18 ist beispielsweise
ein Solarelement zur Erzeugung von elektrischer Energie aus Sonnenenergie. Der Energiespeicher
19 ist derart ausgelegt, dass die in ihm gespeicherte Energie gerade ausreichend ist,
um mittels des Aktuators 5 das Sperrgegenelement 10 derart zu verlagern, dass die
Sperrklinke 9 von dem Rastbereich 13 in den nächsten Rastbereich 14 gelangen kann.
Zu diesem Zweck wird die gesamte in dem Energiespeicher 19 gespeicherte Energie an
den Aktuator 5 abgegeben. Das Fenster 2 kann folglich lediglich schrittweise auf seine
vollständig geöffnete Stellung zubewegt werden. Dagegen ist es durch Lösen der Arretierung
8 möglich, das Fenster 2 in einem Schritt in seine geschlossene Position zu bringen.
[0025] Die Antriebsvorrichtung 1 hat somit als zentrales Element eine Arretierung 8, die
als Ratschenmechanismus ausgebildet ist, wozu beispielsweise eine sägezahnförmige
Kontur vorgesehen ist. Die Arretierung 8 sperrt dabei in die Richtung, in welche sich
das Fenster 2 intrinsisch aufgrund der Federkraft der Feder 7 bewegen würde (zweite
Richtung). Der Aktuator 5 dient dazu, das System in die erste, der zweiten Richtung
entgegengesetzten Richtung zu bewegen. Der weitere Aktuator 15 ist dagegen beispielsweise
orthogonal zu dem Sperrgegenelement 10 beziehungsweise dem Aktuator 10 angebracht,
sodass er in der Lage ist, die Rastverbindung zwischen Sperrklinke 9 und Sperrgegenelement
10 zu lösen. Die Antriebsvorrichtung 1 verfügt zudem über die Steuerungseinrichtung,
die beispielsweise ebenfalls von der Energieliefereinrichtung 17 versorgt wird. Der
Energiekollektor 18 gewinnt Energie aus einer Umgebung der Antriebsvorrichtung 1 beziehungsweise
des Fensters 2 und lädt den Energiespeicher 19 schnell auf. Ist der Energiespeicher
19 voll, so entscheidet die Steuerungseinrichtung, ob das Fenster 2 geöffnet, geschlossen
oder in seiner aktuellen Stellung verbleiben soll. Soll das Fenster 2 geöffnet werden,
so zieht der Aktuator 5 das Fenster 2 einen Schritt in die erste Richtung, sodass
die Sperrklinke 9 von dem ersten Rastbereich 13 in den zweiten Rastbereich 14 gerät.
[0026] Die hierfür notwendige Energie wird von dem Energiespeicher 19 geliefert, der selbstredend
entsprechend auf die Arretierung 8 beziehungsweise einen Abstand zwischen den Rastbereichen
13 und 14 abgestimmt sein muss. Anschließend wird der Energiespeicher 19 erneut aufgeladen,
bevor der nächste Schritt möglich ist. Auf diese Weise wird das Fenster 2 langsam
und schrittweise auf eine Zielstellung hinbewegt. Dabei nimmt die in der Antriebsvorrichtung
1 gespeicherte potentielle Energie - durch Spannen der Feder 7 - zu. Soll das Fenster
2 geschlossen werden, so wird der Aktuator 15 betätigt, sodass die Rastverbindung
der Arretierung 8 geöffnet ist. Aufgrund der Federkraft der Feder 7 bewegt sich das
Fenster 2 nun in die zweite Richtung, sodass das Fenster 2 schließt. Ein partielles
Schließen kann beispielsweise über eine Dauer der Betätigung des Aktuators 15 eingestellt
werden. Soll das Fenster 2 in seiner momentanen Position verbleiben, wird keiner der
Aktuatoren 5 oder 15 betätigt. Gegebenenfalls kann der Energiespeicher 19 entleert
werden, um eine Zeitskala für den nächsten Schritt vorzugeben. Dies ist allerdings
nicht notwendig, sondern von einer entsprechenden Auslegung der Steuerungseinrichtung
abhängig.
[0027] Die Figur 2 zeigt Diagramme 20 bis 29. Die Abszisse der Diagramme 20 bis 29 entspricht
dabei generell der Zeit, während die Diagramme 20 und 25 auf ihrer Ordinate die Stellung
des Fensters 2, die Diagramme 21 und 26 die in dem Energiespeicher 19 gespeicherte
Energie, die Diagramme 22 und 27 die in der Feder 7 gespeicherte potentielle Energie,
die Diagramme 23 und 28 eine Geschwindigkeit des Aktuators 5 und die Diagramme 24
und 29 eine Geschwindigkeit des weiteren Aktuators 15 wiedergeben. Die Diagramme 20
bis 24 zeigen die zeitlichen Verläufe der genannten Größen während eines Öffnens des
Fensters 2, während die Diagramme 25 bis 29 diese während eines Schließens abbilden.
In hervorgehobenen Bereichen 30 erfolgt ein Laden des Energiespeichers 19 mittels
des Energiekollektors 18. Anhand des Diagramms 20 ist deutlich erkennbar, dass sich
die Stellung des Fensters 2 lediglich dann ändert, wenn der Energiespeicher 19 nicht
geladen wird, also außerhalb der Bereiche 30. Damit einhergehend ist der Verlauf der
in dem Energiespeicher 19 gespeicherten Energie, wie im Diagramm 21 abgebildet. Innerhalb
der Bereiche 30 erfolgt ein Anstieg der gespeicherten Energie bis zu einem Maximum,
während in der darauffolgenden Bewegung des Fensters 2 in die erste Richtung die gesamte
gespeicherte Energie verbraucht wird, sodass der Energiespeicher 19 vollständig entleert
ist.
[0028] Während des Öffnens des Fensters 2 wird die Feder 7 gespannt, sodass potentielle
Energie aufgebaut wird, wie anhand Diagramm 22 erkennbar. Das Diagramm 23 zeigt, dass
der Aktuator 5 jeweils kurzzeitig, also periodisch, betätigt wird, sobald der Energiespeicher
19 voll ist. Dahingegen wird der Aktuator 15 während des Öffnens des Fensters 2 nicht
betätigt, wie das Diagramm 24 zeigt. In den Diagrammen 24 bis 29 ist das Schließen
des Fensters 2 gezeigt. Dieses erfolgt mittels einer Betätigung des Aktuators 15,
wie in Diagramm 29 gezeigt. Daraufhin verlagert sich das Fenster 2 in seine Geschlossenposition
(Diagramm 25). Zur Betätigung des Aktuators 15 wird ebenfalls die gesamte in dem Energiespeicher
19 gespeicherte Energie verbraucht, wie in Diagramm 26 erkennbar. Durch das Schließen
des Fensters 2 wird die potentielle Energie der Feder 7 abgebaut (Diagramm 27). Eine
Betätigung des Aktuators 5 findet nicht statt (Diagramm 28).
1. Verfahren zum Betreiben einer Antriebsvorrichtung (1), die als Antriebselement einen
Aktuator (5) aufweist, mit einer Energieliefereinrichtung (17), die mindestens einen
Energiekollektor (18) und einen Energiespeicher (19) zum Speichern der von dem Energiekollektor
(18) bereitgestellten Energie und zum Abgeben der gespeicherten Energie an den Aktuator
(5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (5) periodisch mit der gesamten in dem Energiespeicher (19) gespeicherten
Energie beaufschlagt wird, um einen Schritt einer schrittweisen Bewegung in eine erste
Richtung zu bewirken.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arretierung (8) des Aktuators (5) derart vorgesehen ist, dass eine Bewegung
in eine zweite, der ersten Richtung entgegengesetzten Richtung verhindert ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierung (8) lösbar ist, um die Bewegung in die zweite Richtung zuzulassen.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung in die zweite Richtung aufgrund von Schwerkrafteinfluss oder Federkraft
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Lösen der Arretierung (8) ein weiterer Aktuator (15) vorgesehen ist, welcher
dazu mit Energie aus dem Energiespeicher (19) beaufschlagt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei aufgeladenem Energiespeicher (19) eine Steuerungseinrichtung festlegt, ob die
Bewegung in die erste Richtung des Aktuators (5) oder das Lösen der Arretierung (8)
mittels des weiteren Aktuators (15) durchgeführt wird, wozu insbesondere Sensordaten
und/oder externe Vorgaben ausgewertet werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in die zweite Richtung zurückgelegte Strecke durch Wiederherstellen der Arretierung
begrenzt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung zum Öffnen und Schließen einer Belüftungseinrichtung (2'),
einer Verschattung oder dergleichen, zum Antreiben einer Pumpe oder zum Stellen eines
Ventils verwendet wird.
9. Antriebsvorrichtung (1), insbesondere für eine Belüftungseinrichtung (2'), eine Verschattung
oder dergleichen und insbesondere zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem oder
mehreren der vorhergehenden Ansprüche, die als Antriebselement einen Aktuator (5)
aufweist, mit einer Energieliefereinrichtung (17), die mindestens einen Energiekollektor
(18) und einen Energiespeicher (19) zur Speicherung der von dem Energiekollektor (18)
bereitgestellten Energie und zur Bereitstellung der gespeicherten Energie an den Aktuator
(5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (5) periodisch mit der gesamten in dem Energiespeicher (19) gespeicherten
Energie beaufschlagbar ist, um einen Schritt einer schrittweisen Bewegung in eine
erste Richtung zu bewirken.
10. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arretierung (8) einer Bewegung in eine zweite, der ersten Richtung entgegengesetzten
Richtung entgegenwirkt.
11. Antriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Arretierung (8) eine Sperrklinke (9) vorgesehen ist.
12. Antriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierung (8) mittels eines weiteren Aktuators (15) lösbar ist, um die Bewegung
in die zweite Richtung zuzulassen.
13. Antriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (5) ein Schritt- oder Wanderwellenmotor oder ein Elektromotor mit einem
Schneckengetriebe und einer Kupplung ist.
14. Antriebsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aktuatoren (5) parallel oder seriell angeordnet sind.
15. Belüftungseinrichtung (2') oder Verschattung, gekennzeichnet durch eine Antriebsvorrichtung gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche.