TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Stromleiter nach dem einleitenden
Teil von Patentanspruch 1. Die Erfindung betrifft auch eine Hochstromdurchführung
mit einem solchen Stromleiter und ein Verfahren zur Herstellung dieser Hochstromdurchführung.
[0002] Hochstromdurchführungen werden in Kraftwerkstransformatoren eingesetzt und befinden
sich im Strompfad zwischen dem Generator und den Primärwicklungen des Transformators
in einer im allgemeinen gekapselt ausgebildeten Generatorableitung, die bei vergleichsweise
geringen Nennspannungen von bis zu 52 kV mit Nennströmen bis zu 40 kA belastet werden.
Wegen der geringen dielektrischen und der hohen thermischen Belastung weisen Hochstromdurchführungen
einen relativ kurzen Stromleiter mit einem grossen Durchmesser auf. Daher wird im
Stromleiter der Durchführung infolge von Stromverlusten erzeugte Wärme rasch an seine
beiden, jeweils als Stromanschluss ausgebildeten, Enden geführt. Ein erster der beiden
Stromanschlüsse befindet sich im Öl des Transformators und ist mit dessen Primärwicklung
verbunden. Er weist - wie von den Transformatorherstellern vorgeschrieben - zwei zueinander
parallel ausgerichtete Kontaktflächen auf. Der zweite Stromanschluss befindet sich
im allgemeinen in der mit Luft gefüllten Kapselung der Generatorableitung und ist
mit einem stromführenden Leiter der Ableitung verbunden.
[0003] Die Nennstrombelastbarkeit der Hochstromdurchführungen ist ganz wesentlich durch
die an den Stromanschlüssen auftretenden vergleichsweise hohen Temperaturen und die
zulässige Temperatur des in der Durchführung eingesetzten Isoliermaterials bestimmt.
STAND DER TECHNIK
[0004] Ein Stromleiter der eingangs genannten Art wird in einer Transformatordurchführung
vom Typ GOH verwendet und ist in der von ABB Power Technologies AB Components, 77180
Ludvika/Schweden, herausgegebenen technischen Anleitung 1ZSE 2750-107 de, Rev 1, 2000-04-15
beschrieben. Dieser Stromleiter enthält einen steifen Aluminiumbolzen, in dessen in
das Öl des Transformators geführtes erstes Ende ein Stromanschluss mit zwei zueinander
parallel ausgerichtete Kontaktflächen sowie Kühlelemente eingefräst sind. Das an Luft
geführte zweite Ende des Bolzens ist mit vier gebohrten Flachanschlüssen ausgestattet,
die mit dem Bolzen verschweisst sind.
[0005] Ein Stromleiter für eine in Transformatoren einsetzbare Hochstromdurchführung das
Typs RTXF ist in einer von Micafil AG, Zürich/Schweiz, herausgegebenen Firmenschrift
D 4317 beschrieben. Dieser Stromleiter ist rohrförmig ausgebildet und enthält an beiden
Enden des Rohrs angeordnete, plattenförmige Stromanschlüsse, die auf zwei die beiden
Enden des Rohrs abschliessenden Stirnplatten gehalten sind.
[0006] Die Stromleiter nach dem Stand der Technik enthalten mehrere durch Schweissen oder
Löten miteinander verbundene stromleitende Teile. Daher befinden sich in einem zwischen
den beiden Stromanschlüssen erstreckten Strompfad Fügestellen, welche den elektrischen
Widerstand im Strompfad erhöhen und so zu einer Vergrösserung der elektrischen Verluste
beitragen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
einen Stromleiter der eingangs genannten Art und eine Hochstromdurchführung mit einem
solchen Stromleiter anzugeben, welche sich bei kompakter Bauweise durch geringe elektrische
Verluste auszeichnen.
[0008] Beim Stromleiter nach der Erfindung ist ein erster Stromanschluss hohl ausgebildet
und weist quer zur Achse ovales Profil mit zwei die beiden Kontaktflächen bildenden
Längsseiten auf, ist zwischen dem ersten Stromanschluss und einem ersten Ende eines
Leiterstücks ein hohler Stromleiterabschnitt angeordnet, der den ersten Stromanschluss
mit dem Leiterstück verbindet und einen fliessenden Übergang von zwei Kontaktflächen
des ersten Stromanschlusses auf eine zylindrische Mantelfläche des Leiterstücks bildet,
und ist ein zweiter Stromanschluss ohne Fügestelle mit einem zweiten Ende des Leiterstücks
verbunden.
[0009] Der Stromleiter nach der Erfindung umfasst lediglich ein einziges stromleitendes
Teil und kann daher ohne aufwendige Verbindungstechniken unmittelbar aus einem geeigneten
Metall oder einer geeigneten Legierung, etwa auf der Basis von Aluminium, gefertigt
werden. Ein bei Betrieb des Stromleiters zwischen den beiden Stromanschlüssen erstreckter
Strompfad weist wegen fehlender Fügestellen gegenüber einem Stromleiter nach dem Stand
der Technik geringere elektrische Verluste auf. Da beide Stromanschlüsse jeweils fugenlos
in den Strompfad integriert sind, wird auch dann eine gleichmässige Verteilung des
Stroms im Stromleiter erreicht, wenn die Stromzuführungen unsymmetrisch oder unvollständig
mit Anschlussleitern verbunden sind. Zudem werden wegen des ovalen Profils des ersten
Stromanschlusses und des fliessenden Übergangs von seinen beiden parallel zueinander
ausgerichteten Kontaktflächen auf die zylindrische Mantelfläche des hohlen Leiterstücks
zum einen die elektrischen Verluste im Strompfad zusätzlich reduziert und wird so
zum anderen eine übermässig hohe lokale Erwärmung des Stromleiters vermieden. Das
ovale Profil des ersten Stromanschlusses enthält zwei Bogenstücke, welche die beiden
Kontaktflächen miteinander verbinden. Diese Bogenstücke sorgen dafür, dass der erste
Stromanschluss eine hohe mechanische Festigkeit aufweist und sich zudem durch eine
relativ grosse Oberfläche auszeichnet, welche infolge der elektrischen Verluste im
Stromleiter entstehende Wärme rasch nach aussen abgibt.
[0010] Um den bei Betrieb im Stromleiter fliessenden Nennstrom zu erhöhen, ist es vorteilhaft,
im Inneren des hohlen Stromleiterabschnitts ein erstes Kühlsystem anzuordnen. Eine
fertigungstechnisch vorteilhafte Integration dieses Kühlsystems in den Stromleiter
wird mit axial ausgerichteten Kühlelementen erreicht, die an einem radial erstreckten
Wandabschluss des hohlen Stromleiterabschnitts angeordnet sind. Zugleich sind die
vorzugsweise als Nadeln oder Rippen ausgebildeten Kühlelemente sind durch die umgebende
Wand des hohlen Stromleiterabschnitts vor mechanischer Beschädigung geschützt.
[0011] Der Austausch von erwärmtem Kühlmittel, wie insbesondere Transformatoröl, welches
sich im hohlen Stromleiterabschnitt befindet und dem ersten Kühlsystem und dem Stromanschluss
Wärme entzieht, wird verbessert, wenn in eine den hohlen Stromleiterabschnitt radial
nach aussen begrenzende Wand Öffnungen eingeformt sind.
[0012] Ist in den hohlen Stromleiterabschnitt ein radial nach aussen erstreckter Tragring
mit axial ausgerichteten Zapfen eingeformt, so wird die Fertigung einer den Stromleiter
verwendenden Hochstromdurchführung erheblich vereinfacht.
[0013] Eine höhere Nennstrombelastbarkeit des Stromleiters nach der Erfindung wird erreicht,
wenn das Leiterstück als Hohlzylinder ausgebildet ist, wenn der zweite Stromanschluss
in einen rohrförmigen Fortsatz des Hohlzylinders eingeformt ist, und wenn der Hohlzylinder
und der Rohrfortsatz durch eine radial geführte Verschlussplatte voneinander getrennt
sind. Da der Nennstrom in einem hohlen, weitgehend geradlinigen verlaufenden Strompfad
geführt ist, der weder Fügestellen noch Kanten aufweist, werden die elektrischen Verluste
bei Betrieb des Stromleiters besonders stark reduziert. Wird im Inneren des Rohrfortsatzes
ein zweites Kühlsystem angeordnet, welches an der Trennwand angeordnete, axial ausgerichtete
Kühlelemente aufweist, so kann der Nennstrom wegen der vergrösserten Kühlleistung
noch weiter erhöht werden.
[0014] Der Stromleiter nach der Erfindung und mindestens eine der vorgenannten, gegebenenfalls
in den Stromleiter integrierten Vorrichtungen, wie das erste oder zweite Kühlsystem
oder der von aussen zugängliche Tragring, können als Gusskörper ausgeführt sein. Es
werden dann in besonders einfacher Weise die unerwünschten Fügestellen vermieden und
durch Integration einer oder mehrerer der zusätzlichen Vorrichtungen Funktionen erreicht,
die die Kühlung des Stromleiters und die Fertigung einer den Stromleiter enthaltenden
Hochstromdurchführung begünstigen.
[0015] Eine Hochstromdurchführung mit einem Stromleiter nach der Erfindung weist einen der
Lagerung vorgespannter Druckfedern dienenden und am Stromleiter gehaltenen ersten
Tragring auf. Der Stromleiter ist in koaxialer Anordnung von einem auf den vorgespannten
Druckfedern abgestützten, hohlzylindrischen Feldsteuerkörper, einem auf dem Feldsteuerkörper
abgestützten Montageflansch, einem auf dem Montageflansch abgestützten Isolator und
einem den Isolator abstützenden und kraftschlüssig mit dem Stromleiter verbundenen
zweiten Tragring umgeben. Der erste Tragring ist hierbei in den hohlen Stromleiterabschnitt
eingeformt und weist axial ausgerichteten Zapfen zur Führung der Druckfedern auf.
[0016] Eine solche Hochstromdurchführung zeichnet sich durch geringe elektrische Verluste
und eine dementsprechend hohe Nennstrombelastbarkeit aus. Sie kann zudem in einem
für eine Massenfertigung geeigneten Verfahren hergestellt werden. Bei diesem Herstellungsverfahren
werden die Druckfedern auf die axial ausgerichteten Zapfen aufgesteckt und wird ein
Stützring von oben auf den Stromleiter aufgeschoben und auf nach oben freien Enden
der Druckfedern gelagert. Sodann werden auf den Stromleiter Dichtungsringe, der Feldsteuerkörper,
der Montageflansch, der Isolator und der zweite Tragring aufgeschoben. Ein so gebildeter
Stapel wird mit einer am zweiten Tragring angreifenden Kraft vorgespannt und der zweite
Tragring wird schliesslich unter Aufrechterhaltung der Vorspannkraft mit dem Stromleiter
kraftschlüssig verbunden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0017] Anhand von Zeichnungen werden nachfolgend Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig.1
- eine Aufsicht in radialer Richtung auf eine längs einer Achse A ausgerichtete Hochstromdurchführung
mit einem Stromleiter nach der Erfindung, bei der die Durchführung in der rechten
Hälfte teilweise längs der Achse geschnitten dargestellt ist,
- Fig.2
- eine von unten geführte Ansicht des Stromleiters der Durchführung gemäss Fig.1, und
- Fig.3
- eine Draufsicht auf den Stromleiter der Durchführung gemäss Fig.1.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0018] Die in Fig. 1 dargestellte Hochstromdurchführung ist längs der Achse A weitgehend
zylindersymmetrisch ausgebildet und weist den mit dem Bezugszeichen S gekennzeichneten
Stromleiter auf, der in koaxialer Anordnung von einem hohlzylindrischen Feldsteuerkörper
F und einem um den Feldsteuerkörper geführten hohlzylindrischen Isolator I umgeben
ist.
[0019] Der Feldsteuerkörper F ist wie aus dem Stand der Technik bekannt als Stützisolator
ausgeführt und weist einen mit einem gehärteten duromeren Polymer verfestigten, das
elektrische Feld der Durchführung kapazitiv steuernden Wickelkörper auf, der eine
Isolierfolie und in die Folie eingelagerte, voneinander elektrisch isolierten flächenhafte
Metallbeläge enthält. Der Feldsteuerkörper F sitzt mit seinem unteren Ende auf einem
Stützring SR auf, der seinerseits auf einem am unteren Teil des Stromleiters gehaltenen
Kranz von vorgespannten Druckfedern D federnd gehalten ist. In die Mantelfläche des
Feldsteuerkörpers ist eine aus der Figur nicht ersichtliche Schulter eingeformt, auf
der ein Montageflansch M mit einer unteren Stirnfläche aufsitzt. Auf der oberen Stirnfläche
des Montageflanschs M sitzt eine untere Stirnfläche des mit einer Beschirmung versehenen
Isolators I auf. Auf der oberen Stirnfläche des Isolators I sitzt ein Tragring T auf,
der mit Hilfe eines nicht dargestellten - etwa als Sprengring ausgeführten - Befestigungselements
im oberen Teil des Stromleiters S festgesetzt ist. Ein aus der Figur nicht ersichtlicher,
vom Stromleiter S nach innen, dem Tragring T nach oben, dem Stützring SR und dem Montageflansch
M nach unten und dem Feldsteuerkörper F und dem Isolator I nach aussen begrenzter,
ringförmiger Hohlraum ist mit nicht bezeichneten Dichtungen abgeschlossen und mit
einer isolierenden Vergussmasse gefüllt.
[0020] Die Durchführung kann in beliebiger Einbaulage in eine Öffnung eines Transformatorgehäuses
eingesetzt und mit dem Montageflansch M luft- und öldicht am Gehäuse befestigt werden.
Das untere Ende des Stromleiters S ist als Stromanschluss 10 ausgebildet und wird
bei der Montage der Durchführung mit Hilfe von Verbindungsschrauben, die in Bohrungen
12 des Stromanschlusses 10 geführt sind, mit einer Primärwicklung des Transformators
elektrisch leitend verbunden. Der Stromanschluss 10 befindet sich während des Betriebs
der Durchführung im Inneren des mit Isolieröl gefüllten Transformators. Das obere
Ende des Stromleiters S ist als Stromanschluss 20 ausgebildet und wird bei der Montage
der Durchführung ebenfalls mit Hilfe von Schrauben, die in Bohrungen 22 geführt sind,
mit einem im allgemeinen in einer geerdeten, luftgefüllten Metallkapselung angeordneten
Phasenleiter einer Generatorableitung elektrisch leitend verbunden. Die Durchführung
ist so ausgelegt, dass sie im Betrieb mit Nennströmen bis zu 40 kA und mit Nennspannungen
bis zu 52 kV belastet werden kann.
[0021] Der Stromleiter S wird von einem elektrisch leitenden Gusskörper, der typischerweise
aus einer giessbaren Aluminiumlegierung besteht, gebildet. Dieser Gusskörper weist
neben den beiden Stromanschlüssen 10 und 20 ein als Hohlzylinder 30 ausgebildetes,
längs der Achse A erstrecktes Leiterstück mit einer zylindrischen Mantelfläche auf.
Der Stromanschluss 10 weist zwei zueinander parallel ausgerichtete Kontaktflächen
11, 11' auf (aus Fig.2 ersichtlich), von denen ein Teil der Kontaktfläche 11 in Fig.1
dargestellt ist. Beide Stromanschlüsse 10, 20 sind hohl ausgebildet. Aus Fig.2 ist
ersichtlich, dass der Stromanschluss 10 senkrecht zur Achse A ovales Profil mit zwei
die beiden Kontaktflächen 11, 11' bildenden Längsseiten aufweist. Zwischen dem Stromanschluss
10 und dem unteren Ende des Leiterstücks 30 ist ein hohler Stromleiterabschnitt 40
angeordnet. Dieser Abschnitt verbindet den Stromanschluss 10 mit dem Leiterstück 30
und bildet einen fliessenden Übergang von den beiden Kontaktflächen 11, 11' auf die
zylindrische Mantelfläche des Leiterstücks 30. Die hohl ausgebildeten Stromanschlüsse
10 und 20 und der hohle Stromabschnitt 40 stellen sicher, dass der Stromleiter S nicht
nur in dem als Hohlzylinder ausgebildeten Leiterstück 30, sondern auch in seinen Endbereichen
hinsichtlich der Unterdrückung von Wirbelströmen und des Skineffekts optimiert ist.
[0022] Wegen seiner Ausbildung als Gusskörper weist der Stromleiter 1 in einem zwischen
den beiden Stromanschlüssen 10, 20 erstreckten Strompfad keine Fügestelle auf. Eine
Fügestelle entsteht sonst beim Fertigen des Stromleiters aus zwei oder mehr Bauteilen.
Hierbei werden die beiden Bauteile unter Bildung einer Fuge an Fügeflächen zusammengeführt
und danach durch Auffüllen der Fuge, etwa mit Metall beim Schweissen oder Löten, stoffschlüssig
miteinander verbunden. Beim Betrieb der Durchführung auftretende elektrische Verluste
und eine damit verbundene Erwärmung der Durchführung sind daher kleiner als bei einer
vergleichbar dimensionierten und vergleichbar belasteten Durchführung nach dem Stand
der Technik, die einen Stromleiter mit mindestens einer Fugestelle aufweist. Wegen
des ovalen Profils des Stromanschlusses 10 und des fliessenden, frei von Kanten und
abrupten Richtungsänderungen, die beim Stand der Technik typischerweise 90° betragen,
gehaltenen Übergangs von den beiden parallel zueinander ausgerichteten Kontaktflächen
11, 11' auf die zylindrische Mantelfläche des hohlen Leiterstücks 30 werden die elektrischen
Verluste im Strompfad zusätzlich reduziert und an sonst vorhandenen Unstetigkeitsstellen
lokale Erwärmung aufgrund erhöhter Verlustleistung weitgehend vermieden.
[0023] Das ovale Profil des Stromanschlusses 10 weist zwei aus Fig.2 ersichtliche Bogenstücke
13, 13' auf, die die beiden Kontaktflächen 11, 11' miteinander verbinden. Diese Bogenstücke
bewirken eine hohe mechanische Festigkeit des Stromanschlusses 10. Sie vergrössern
zudem dessen Oberfläche und sorgen so dafür, dass infolge elektrischer Verluste im
Stromleiter S entstehende Wärme rasch an das umgebende Transformatoröl abgegeben wird.
[0024] Der im Transformatoröl angeordnete, hohle Stromleiterabschnitt 40 nimmt ein Kühlsystem
50 auf. Dieses Kühlsystem ist in einen radial erstreckten Wandabschluss 41 des hohlen
Stromleiterabschnitts 40 integriert und weist als Nadeln oder Rippen ausgebildete
Kühlelemente 51 auf. Der hohle Stromleiterabschnitt 40 ist radial nach aussen durch
eine Wand begrenzt, in die Öffnungen 42 eingeformt sind. Die Öffnungen 42 sorgen dafür,
dass Transformatoröl, welches am Kühlsystem 50 durch Aufnahme von Verlustwärme erwärmt
wurde, aus dem Inneren des Abschnitts 40 und des Stromanschlusses 10 radial nach aussen
strömt und durch axial zuströmendes kühles Öl rasch ersetzt werden kann.
[0025] In den hohlen Stromleiterabschnitt 40 ist ein von aussen zugänglicher Tragring 60
mit axial ausgerichteten Zapfen 61 eingeformt. Auf diesen Zapfen sind die die Vorspannung
erzeugenden Druckfedern D in axialer Richtung verschiebbar gelagert.
[0026] Der aus den Figuren 1 und 3 ersichtliche Stromanschluss 20 ist in einen rohrförmigen
Fortsatz 31 des Hohlzylinders 30 eingeformt und weist mehrere, hier acht, auf nach
Art eines regelmässigen Polyeders angeordnete Kontaktflächen 21 auf. Hohlzylinder
30 und Rohrfortsatz 31 resp. Stromanschluss 20 sind durch eine radial geführte Verschlussplatte
32 voneinander getrennt, in die ein im Inneren des luftgefüllten Rohrfortsatzes 31
wahlweise angeordnetes Kühlsystem 70 integriert sein kann. Das Kühlsystem 70 weist
axial ausgerichtete und als Nadeln oder Rippen ausgebildete Kühlelemente 71 auf und
erhöht wie das Kühlsystem 50 die Nennstrombelastbarkeit der Durchführung durch zusätzliche
Kühlung des Stromleiters S.
[0027] Zur Fertigung des Stromleiters S wird ein an einer Stange gehaltener und die Innenkonturen
des Rohrfortsatzes 31, des Hohlzylinders 30 und des Wandabschlusses 41 bestimmender
Giesskern in einer zweiteiligen Giessform angeordnet. Die Giessform bestimmt hierbei
die Aussenkonturen des Rohrfortsatzes 31 resp. des Stromanschlusses 20 und des Hohlzylinders
30 sowie die innere und äusseren Konturen des hohlen Stromanschlusses 10 und des hohlen
Stromleiterabschnitts 40, einschliesslich des die Lagerzapfen 61 enthaltenden Tragrings
60 und des Kühlsystems 50. Die geschlossene Giessform wird mit einer Schmelze einer
Aluminiumlegierung gefüllt und nach Abkühlen und Entformen der als Gusskörper ausgeführte
Stromleiter S erhalten. Wegen der den Giesskern haltenden Stange weist der Gusskörper
eine zentral im Wandabschluss 41 angeordnete Öffnung auf, die durch einen axial nach
unten erstreckten Rohrstutzen 43 begrenzt ist. Um das Eindringen vom Öl ins Innere
des Hohlzylinders 30 zu verhindern ist der Rohrstutzen mit einer senkrecht zur Achse
A geführten Platte 44 verschlossen. In entsprechender Weise wird das Eindringen von
Luft in den durch den Hohlzylinder 30 begrenzten Hohlraum des Stromleiters S durch
die senkrecht zur Achse A geführte Wand 32 verhindert.
[0028] Um bestimmte an den Stromleiter gestellte Spezifikationen zu erfüllen, wird der Gusskörper
gegebenenfalls spanabhebend nachbearbeitet. Typischerweise werden die Kontaktflächen
11, 11', 21 durch Fräsen eingeformt und werden die zur Führung der Verbindungsschrauben
vorgesehenen Öffnungen sowie die Öffnungen 42 durch Bohren gebildet.
[0029] Bei der Fertigung der Hochspannungsdurchführung werden zunächst die Druckfedern D
auf die axial ausgerichtete Zapfen 61 aufgesteckt und wird der Stützring SR von oben
auf den Stromleiter S aufgeschoben und auf nach oben freien Enden der Druckfedern
gelagert. Nachfolgend werden auf den Stromleiter S Dichtungsringe, der Feldsteuerkörper
F, der Montageflansch M, der Isolator I und der Tragring T aufgeschoben. Ein so gebildeter
Stapel wird mit einer am Tragring T angreifenden Kraft unter Bildung von Vorspannkraft
zusammengepresst und der Tragring T unter Aufrechterhaltung der Vorspannkraft mit
Hilfe des Befestigungselements kraftschlüssig am Stromleiter S festgesetzt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0030]
- 10
- Stromanschluss
- 11, 11'
- Kontaktflächen
- 12
- Öffnungen
- 13, 13'
- Bogenstücke
- 20
- Stromanschluss
- 21
- Kontaktflächen
- 22
- Öffnungen
- 30
- Leiterstück, Hohlzylinder
- 31
- Rohrfortsatz
- 32
- Verschlussplatte
- 40
- Stromleiterabschnitt
- 41
- Wandabschluss
- 42
- Öffnungen
- 43
- Rohrstutzen
- 44
- Verschlussplatte
- 50
- Kühlsystem
- 51
- Kühlelemente
- 60
- Tragring
- 61
- Zapfen, Führungselemente
- 70
- Kühlsystem
- 71
- Kühlelemente
- A
- Achse
- D
- Druckfedern
- F
- Feldsteuerkörper
- I
- Isolator
- M
- Montageflansch
- S
- Stromleiter
- SR
- Stützring
- T
- Tragring
1. Stromleiter (S) für eine Hochstromdurchführung enthaltend ein längs einer Achse (A)
erstrecktes Leiterstück (30) mit einer zylindrischen Mantelfläche und zwei Stromanschlüsse
(10, 20), von denen ein erster (10) ohne Fügestelle mit einem ersten beider Enden
des Leiterstücks (30) verbunden ist und zwei zueinander parallel ausgerichtete Kontaktflächen
(11, 11') aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite (20) der beiden Stromanschlüsse (10, 20) ohne Fügestelle mit dem zweiten
Ende des Leiterstücks (30) verbunden ist, dass der erste Stromanschluss (10) hohl
ausgebildet ist und senkrecht zur Achse (A) ovales Profil mit zwei die beiden Kontaktflächen
(11, 11') bildenden Längsseiten aufweist, und dass zwischen dem ersten Stromanschluss
(10) und dem ersten Ende des Leiterstücks (30) ein hohler Stromleiterabschnitt (40)
angeordnet ist, der den ersten Stromanschluss (10) mit dem Leiterstück (30) verbindet
und einen fliessenden Übergang von den beiden Kontaktflächen (11, 11') des ersten
Stromanschlusses (10) auf die Mantelfläche des Leiterstücks (30) bildet.
2. Stromleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des hohlen Stromleiterabschnitts (40) ein erstes Kühlsystem (50) angeordnet
ist.
3. Stromleiter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kühlsystem (50) axial ausgerichtete Kühlelemente (51) aufweist, welche
an einem radial erstreckten Wandabschluss (41) des hohlen Stromleiterabschnitts (40)
angeordnet sind.
4. Stromleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in eine den hohlen Stromleiterabschnitt (40) radial nach aussen begrenzende Wand
Öffnungen (42) eingeformt sind.
5. Stromleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in den hohlen Stromleiterabschnitt (40) ein radial nach aussen erstreckter Tragring
(60) mit axial ausgerichteten Zapfen (61) eingeformt ist.
6. Stromleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Leiterstück (30) als Hohlzylinder ausgebildet ist, dass der zweite Stromanschluss
(20) in einen rohrförmigen Fortsatz (31) des Hohlzylinders eingeformt ist, und dass
der Hohlzylinder (30) und der Rohrfortsatz (31) durch eine radial geführte Verschlussplatte
(32) voneinander getrennt sind.
7. Stromleiter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Rohrfortsatzes (42) ein an der Verschlussplatte (32) befestigtes zweites
Kühlsystem (70) angeordnet ist, welches axial ausgerichtete Kühlelemente (71) aufweist.
8. Stromleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Stromleiter (S) als Gusskörper ausgeführt ist.
9. Hochstromdurchführung mit einem Stromleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder
6 bis 8 mit einem der Halterung von vorgespannten Druckfedern (D) dienenden, am Stromleiter
(S) gehaltenen ersten Tragring (60), bei der der Stromleiter (S) in koaxialer Anordnung
von einem auf den vorgespannten Druckfedern (D) abgestützten, hohlzylindrischen Feldsteuerkörper
(F), einem auf dem Feldsteuerkörper abgestützten Montageflansch (M), einem auf dem
Montageflansch abgestützten Isolator (I) und einem den Isolator abstützenden und kraftschlüssig
mit dem Stromleiter (S) verbundenen Tragring (T) umgeben ist, und bei der der erste
Tragring (60) in den hohlen Stromleiterabschnitt (40) eingeformt ist und axial ausgerichtete
Zapfen (61) zur Führung der Druckfedern (D) aufweist.
10. Verfahren zur Herstellung der Hochstromdurchführung nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfedern (D) auf die axial ausgerichteten Zapfen (61) aufgesteckt werden,
dass ein Stützring (SR) von oben auf den Stromleiter (S) aufgeschoben und auf nach
oben freien Enden der Druckfedern (D) gelagert wird, dass auf den Stromleiter (S)
Dichtungsringe, der Feldsteuerkörper (F), der Montageflansch (M), der Isolator (I)
und der zweite Tragring (T) aufgeschoben werden, dass ein so gebildeter Stapel mit
einer am zweiten Tragring (T) angreifenden Kraft vorgespannt wird und dass der zweite
Tragring (T) unter Aufrechterhaltung der Vorspannkraft mit dem Stromleiter (S) kraftschlüssig
verbunden wird.