[0001] Die Erfindung betrifft ein Brückenkontaktsystem für ein Schaltgerät.
[0002] Brückenkontaktsysteme für Schaltgeräte sind in vielen Ausführungsformen bekannt.
Die gattungsgemäßen Brückenkontaktsysteme bestehen aus einem Kontaktbrückenträger
mit einem Fenster. In dem Fenster ist ein durch eine Kontaktdruckfeder federbelasteter
Brückenkontakt gelagert. Der Brückenkontakt weist mindestens zwei Kontakte an den
gegenüberliegenden Enden auf, welche mit entsprechenden, feststehenden Kontaktelementen
korrespondieren. Der Kontaktbrückenträger ist von einem Kontaktantrieb betätigbar
und presst den Brückenkontakt auf die feststehenden Kontaktelemente. Die Federkraft
der Kontaktdruckfeder dient dem Zusammenhalt des Brückenkontaktsystems und sorgt für
eine ausreichende Kontaktierung der Kontakte des Brückenkontaktes auf die feststehenden
Kontaktelemente
[0003] Die
DE 1 765 920 offenbart ein Brückenkontaktsystem mit einem über einer Kontaktdruckfeder federnd
gelagerten Brückenkontakt. Der Brückenkontakt ist in einem Fenster im Kontaktbrückenträger
gelagert. Die Kontaktdruckfeder befindet sich zwischen dem Brückenkontakt und einer
dem Brückenkontakt gegenüberliegenden Innenfläche des Fensters des Kontaktbrückenträgers.
Die Kontaktdruckfeder muss im Montagevorgang in das Fenster eingeschoben werden.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Brückenkontaktsystem für Schaltgeräte zur Verfügung
zu stellen, welches einfach montiert werden kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Brückenkontaktsystem nach Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Die Erfindung betrifft ein Brückenkontaktsystem für ein Schaltgerät, umfassend einen
Kontaktbrückenträger mit einem Fenster, wobei das Fenster durch seitliche Querstreben,
einer dazu im wesentlichen senkrecht angeordneten Auflage und einer der Auflage gegenüberliegenden
Federabstützung begrenzt ist. In dem Fenster ist ein Brückenkontakt gelagert. Weiterhin
umfasst das erfindungsgemäße Brückenkontaktsystem ein federndes Element, welches zwischen
dem Brückenkontakt und der Federabstützung derart angeordnet ist, dass das federnde
Element auf den Brückenkontakt eine Kontaktdruckkraft F ausübt. Das erfindungsgemäße
Brückenkontaktsystem ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Federabstützung lösbar in einer Aufnahme des Kontaktbrückenträgers angeordnet
ist und der Kontaktbrückenträger im Bereich der Aufnahme derart ausgebildet ist, dass
das federnde Element in Richtung seiner Kontaktdruckkraft F in das Fenster einsetzbar
ist.
[0007] Dadurch ergibt sich eine vereinfachte Montage des Brückenkontaktsystems. Würde das
federnde Element seitlich in das Fenster eingebracht werden, so müsste das federnde
Element die Federkraft überwindend zusammengedrückt und in diesem gespannten Zustand
in das Fenster eingebracht werden. Durch die Montagerichtung des federnden Elements
in Richtung seiner Kontaktdruckkraft F besteht somit bei dem erfindungsgemäßen Brückenkontaktsystem
nicht mehr die Gefahr, dass das federnde Element während der Montage seitlich ausweichen
kann.
[0008] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, dass die Federabstützung zylinderförmig
ausgebildet ist und der Durchmesser mindestens dem Durchmesser des federnden Elements
entspricht. Dadurch wird das Einbringen des federnden Elements durch die Aufnahme
des Kontaktbrückenträgers vereinfacht.
[0009] Vorteilhafterweise ist die Federabstützung mit dem Kontaktbrückenträger über einen
Bajonettverschluss verbunden. Dadurch kann die Montage durch einen automatisierten
Vorgang beschleunigt werden. Ein Bajonettverschluss kann jederzeit wieder geöffnet
werden, was das Auswechseln des federnden Elements oder des Brückenkontaktes möglich
macht.
[0010] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Brückenkontaktsystems
weist auf der dem Fenster abgewandten Seite der Federabstützung eine Werkzeugaufnahme
für ein Montagewerkzeug auf. Dadurch wird die Montage weiter vereinfacht, da ein Abrutschen
eines Montagewerkzeugs verhindert wird.
[0011] Eine weitere, besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung liegt darin, dass
die Federabstützung mindestens einen Rastnocken aufweist, über welchen das federnde
Element mit der Federabstützung verrastet. Durch die Verrastung des federnden Elements
mit der Federabstützung wird eine Vorkonfektionierung ermöglicht. Bei der Montage
kann das federnde Element mit der Federabstützung verbunden werden um anschließend
in den Kontaktbrückenträger eingesetzt zu werden. Die Montage wird somit weiter vereinfacht.
[0012] Eine weitere, ebenfalls bevorzugte Ausführungsform des Brückenkontaktsystems liegt
darin, dass die Federabstützung verschwenkbar im Kontaktbrückenträger gelagert ist.
[0013] Weiterhin hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, dass das federnde Element
als Spiralfeder ausgebildet ist. Eine Spiralfeder lässt sich einfach und preiswert
herstellen. Die Spiralfeder fügt sich aufgrund ihrer Bauform gut in das Fenster des
Kontaktbrückenträgers ein.
[0014] Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele
anhand der Abbildungen.
[0015] Von den Abbildungen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Brückenkontaktsystems für drei Phasen;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Brückenkontaktsystems
für drei Phasen;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Brückenkontaktsystems
für drei Phasen;
- Fig. 4a
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Ausführungsform eines Kontaktsystems,
wobei sich die Kontakte im offenen Zustand befinden;
- Fig. 4b
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Ausführungsform eines Kontaktsystems,
wobei sich die Kontakte im geschlossenen Zustand befinden.
[0016] Die Figuren 1 bis 4 werden im nachfolgenden gemeinsam beschrieben. Eine Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Brückenkontaktsystems 1 umfasst einem Kontaktbrückenträger 2.
Der Kontaktbrückenträger 2 weist ein Fenster 21 auf. Dieses Fenster 21 ist durch zwei
seitliche, gegenüberliegende Querstreben 26 sowie auf einer Seite durch eine Auflage
22 begrenzt. Die Querstreben 26 und die Auflage 22 bilden eine U-förmige Begrenzung
des Fensters 21 des Kontaktbrückenträgers 2. Dabei ist die Auflage 22 im Wesentlichen
senkrecht zu den Querstreben 26 angeordnet.
Gegenüber der Auflage 22 bildet eine Federabstützung 23 eine weitere Begrenzung des
Fensters 21. Die Federabstützung 23 ist in einer Aufnahme 27 des Kontaktbrückenträgers
2 gelagert. In dem Fenster 21 liegt auf der Auflage 22 ein Brückenkontakt 3 derart,
dass die Kontakte 31 des Brückenkontaktes 3 seitlich aus dem Fenster 21 herausragen.
Zwischen dem Brückenkontakt 3 und der Federabstützung 23 ist ein federndes Element
4 eingesetzt und übt eine Kraft F auf den Brückenkontakt 3 in Richtung der Auflage
22 aus. Das federnde Element kann zum Beispiel als Kontaktdruckfeder in Form einer
Spiralfeder, Biegefeder, Membranfeder oder Luftfeder/Gasdruckfeder ausgeführt sein.
Die dargestellten Ausführungsbeispiele offenbaren ausschließlich eine Kontaktdruckfeder
4 als Spiralfeder.
[0017] Die Federabstützung 23 wirkt hierbei als Gegenlager für das federnde Element 4, da
die Federabstützung 23 mit dem Kontaktbrückenträger 2 verbunden ist.
[0018] Über einen nicht dargestellten Kontaktantrieb wird das Brückenkontaktsystem 1 auf
die Festkontakte 5 gepresst, wenn das Schaltelement geschlossen werden soll, sodass
die Kontakte 31 des Brückenkontaktes 3 mit den Festkontakten 5 elektrisch verbunden
sind. Das federnde Element 4 erhöht dabei die Kontaktkraft zwischen dem Brückenkontakt
3 und dem Festkontakt 5 und bewirkt zudem einen Toleranzausgleich zwischen einzelnen
Phasen, wenn mehrphasige Kontaktsysteme verwendet werden.
[0019] Die Federabstützung 23 ist als Teil des Kontaktbrückenträgers 2 ausgebildet und kann
erfindungsgemäß bezüglich des Kontaktbrückenträgers 2 derart räumlich verschoben oder
verschwenkt werden, dass das federnde Element 4 in Richtung der Federwirkung F aus
dem Fenster 21 entnommen oder in das Fenster 21 eingesetzt werden kann.
[0020] Das Ausführungsbeispiel in Fig. 1 zeigt eine Federabstützung 23, welche über einen
Bajonettverschluss mit der Aufnahme 27 des Kontaktbrückenträgers 2 verbunden ist.
Wird die Federabstützung 23 aus dem Kontaktbrückenträger 2 entfernt, entsteht eine
Öffnung, durch die die hier dargestellte Kontaktdruckfeder 4 in das und aus dem Fenster
21 des Kontaktbrückenträgers 2 ein- und ausführbar ist. Dabei muss die Federabstützung
23 mindestens den Durchmesser der Kontaktdruckfeder 4 aufweisen, damit die Kontaktdruckfeder
4 in das Fenster 21 des Kontaktbrückenträgers 2 ein- und ausgeführt werden kann, wenn
die Federabstützung 23 entfernt wurde.
[0021] Alternativ kann die Kontaktdruckfeder 4 an der Federabstützung 23 über einen Rastnocken
24 verrastet sein, sodass die Kontaktdruckfeder 4 und die Federabstützung 23 zusammen
in das Fenster 21 des Kontaktbrückenträgers 2 einsetzbar oder entnehmbar sind. Statt
einer Verrastung zwischen Kontaktdruckfeder 4 und Federabstützung 23 kann auch eine
feste Verbindung, wie zum Beispiel durch Kleben oder Verschrauben verwendet werden.
Dadurch wird eine mögliche automatische Montage stark vereinfacht.
[0022] Die Federabstützung 23 kann in einem alternativen Ausführungsbeispiel, wie in Fig.
2 dargestellt, auch über eine Führungsschiene in den Kontaktbrückenträger 2 senkrecht
zur axialen Ausdehnungsrichtung der Kontaktdruckfeder 4 eingeschoben werden. Dabei
weist die Federabstützung 23 seitliche Führungselemente in Form von Führungsschienen
auf, welche mit entsprechenden Führungselementen in Form von Einschnitten in der Aufnahme
27 des Kontaktbrückenträgers 2 korrespondieren. Die Einschnitte und Führungsschienen
können natürlich auch entsprechend vertauscht angeordnet sein, sodass die Federabstützung
23 Einschnitte und/oder Führungsschienen aufweist, welche mit Einschnitten und/oder
Führungsschienen der Aufnahme 27 des Kontaktbrückenträgers 2 zusammenwirken. Die Federabstützung
23 wird für die Montage des Brückenkontaktsystems 1 aus dem Kontaktbrückenträger 2
seitlich, d.h. senkrecht zur axialen Ausrichtung der anschließend eingeführten Kontaktdruckfeder
4 bzw. senkrecht zur Wirkungsrichtung der Kraft F entfernt. Nach dem Einsetzen der
Kontaktdruckfeder 4 in das Fenster 21 wird die Federabstützung 23 in den Kontaktbrückenträger
2 eingeschoben. Dafür muss die Kontaktdruckfeder 4 leicht zusammengedrückt werden.
Kleine Rastvorsprünge in den Führungsschienen verhindern ein seitliches Herausrutschen
der Federabstützung 23.
[0023] In einer weiteren, alternativen Ausführungsform nach Fig. 3 ist die Federabstützung
23 um eine Achse quer zur axialen Achse der Kontaktdruckfeder 4 bzw. senkrecht zur
Wirkungsrichtung der durch die Kontaktdruckfeder ausgeübten Kraft F schwenkbar gelagert.
Durch das Verdrehen der Federabstützung 23 um ca. 90° kann die Federabstützung 23
entnommen und die Kontaktdruckfeder 4 anschließend in das Fenster 21 eingesetzt werden.
Anschließend wird die Federabstützung 23 in die Aufnahme 27 des Kontaktbrückenträgers
2 eingelegt und um 90° verschwenkt. Das Verschwenken der Federabstützung 23 bei eingesetzter
Kontaktdruckfeder 4 kann nur dann erfolgen, wenn die Kontaktdruckfeder 4 zusammengepresst
wird.
[0024] Eine Werkzeugaufnahme 25 in der Federabstützung 23 erleichtert das Ansetzen eines
Montagewerkzeuges für den Montagevorgang. Dabei ist die Geometrie der Werkzeugaufnahme
25 dem Montagewerkzeug angepasst.
Bezugszeichenliste:
[0025]
- 1
- Brückenkontaktsystem
- 2
- Kontaktbrückenträger
- 21
- Fenster
- 22
- Auflage
- 23
- Federabstützung
- 24
- Rastnocken
- 25
- Werkzeugaufnahme
- 26
- seitliche Querstreben
- 27
- Aufnahme
- 3
- Brückenkontakt
- 31
- Kontakt
- 4
- federndes Element
- 5
- Festkontakt
- F
- Kontaktdruckkraft
1. Brückenkontaktsystem (1) für ein Schaltgerät, umfassend
- einen Kontaktbrückenträger (2) mit einem Fenster (21), wobei das Fenster (21) durch
seitliche Querstreben (26), einer dazu im wesentlichen senkrecht angeordneten Auflage
(22) und einer der Auflage (22) gegenüberliegenden Federabstützung (23) begrenzt ist
und wobei in dem Fenster (21) ein Brückenkontakt (3) gelagert ist,
- ein federndes Element (4), welches zwischen dem Brückenkontakt (3) und der Federabstützung
(23) derart angeordnet ist, dass das federnde Element (4) auf den Brückenkontakt (3)
eine Kontaktdruckkraft F ausübt, dadurch gekennzeichnet,
dass die Federabstützung (23) lösbar in einer Aufnahme (27) des Kontaktbrückenträgers
(2) angeordnet ist und der Kontaktbrückenträger (2) im Bereich der Aufnahme (27) derart
ausgebildet ist, dass das federnde Element (4) in Richtung seiner Kontaktdruckkraft
F in das Fenster (21) einsetzbar ist.
2. Brückenkontaktsystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federabstützung (23) zylinderförmig ausgebildet ist und der Durchmesser mindestens
dem Durchmesser des federnden Elements (4) entspricht.
3. Brückenkontaktsystem (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federabstützung (23) mit dem Kontaktbrückenträger (2) über einen Bajonettverschluss
verbunden ist.
4. Brückenkontaktsystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federabstützung (23) auf der dem Fenster (21) abgewandten Seite eine Werkzeugaufnahme
(25) für ein Montagewerkzeug aufweist.
5. Brückenkontaktsystem (1) nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federabstützung (23) mindestens einen Rastnocken (24) aufweist, über welchen
das federnde Element (4) mit der Federabstützung (23) verrastet.
6. Brückenkontaktsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federabstützung (23) verschwenkbar im Kontaktbrückenträger (2) gelagert ist.
7. Brückenkontaktsystem (1) nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das federnde Element (4) als Spiralfeder ausgebildet ist.
8. Niederspannungsschaltgerät, pro Hauptstrombahn bestehend aus einem Brückenkontaktsystem
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, das von einem Kontaktantrieb betätigbar ist,
sowie einem Paar feststehender Kontakte, welche mit dem Kontaktpaar des Brückenkontaktsystems
(1) in und außer Verbindung bringbar ist.