[0001] Die Anwendung von Kreiselpumpen zählt heute auf nahezu allen technischen Gebieten
zum Stand der Technik. Typischerweise werden Kreiselpumpen in Form von Kreiselpumpenaggregaten
eingesetzt, bestehend aus der eigentlichen Pumpe und einem mechanisch damit verbundenen
elektrischen Antriebsmotor.
[0002] Um das Kreiselpumpenaggregat einerseits energetisch günstig zu betreiben, andererseits
möglichst optimal dem Einsatzzweck anzupassen, zählt es heute auch schon bei Kreiselpumpenaggregaten
kleiner Bauart zum Stand der Technik, diese mit einem Drehzahlsteller, typischerweise
einem elektronischen Frequenzumrichter auszustatten. Derartige Kreiselpumpenaggregate
mit Drehzahlsteller werden in Anlagen eingesetzt, sei es beispielsweise in Heizungsanlagen,
in Fäkalienhebeanlagen, in Abwasseranlagen, in Anlagen zur Förderung von Grundwasser
aus einem Bohrloch, um hier nur einige typische Anwendungen zu nennen.
[0003] Insbesondere in Anlagen, aber nicht nur dort, ist es wichtig, einerseits die Funktion
der Anlagenteile und andererseits die Prozessgrößen zu überwachen. So ist es bei Kreiselpumpenaggregaten
bekannt, innerhalb des Pumpengehäuses einen Drucksensor, typischerweise einen Differenzdrucksensor
vorzusehen, welcher den von der Pumpe erzeugten Druck zwischen Saug- und Druckseite,
also die Förderhöhe erfasst.
[0004] Darüber hinaus werden elektrische Größen des Motors wie beispielsweise die Leistungsaufnahme
des Motors und die Frequenz, mit welcher der Drehzahlsteller den Motor speist, erfasst.
[0005] Zur Ermittlung des hydraulischen Betriebspunktes der Pumpe genügt jedoch die Erfassung
der vorgenannten Werte in der Regel nicht, da sie keine Aussage über die Fördermenge
ermöglichen. Die Anordnung von Strömungswächtern zur Erfassung des Durchflusses innerhalb
der Pumpe ist aufwändig und häufig auch störanfällig. Ein Strömungssensor, mit welchem
die Strömungsgeschwindigkeit und damit auch die Fördermenge erfasst werden kann, ist
noch aufwändiger und kann insbesondere in der Abwassertechnik praktisch nicht eingesetzt
werden.
[0006] Aus
GB 2 221 073 A zählt es zum Stand der Technik, die Fördermenge der Pumpe indirekt zu berechnen,
indem typischerweise über eine Druckmessung innerhalb des Schachtes dessen Füllstand,
insbesondere die zeitliche Änderung des Füllstandes ermittelt wird. Hierzu wird zunächst
bei ausgeschalteter Pumpe die sich durchschnittlich ergebende Zulaufmenge pro Zeiteinheit
ermittelt und dann bei eingeschalteter Pumpe ermittelt, um wie viel der Füllstand
pro Zeiteinheit abnimmt, um dann unter der Voraussetzung, dass in der Zeit, in welcher
die Pumpe läuft, der gleiche Zufluss erfolgt wie in der Zeit, in der die Pumpe nicht
läuft, auf die Fördermenge zu schließen. Dieses Verfahren ist aufwändig, da nicht
nur eine Zeitmessung zusätzlich erforderlich ist, sondern auch die Veränderung des
Füllstandes erfasst werden muss, wenn die Pumpe nicht läuft. Im Übrigen hängt die
Genauigkeit der ermittelten Pumpenfördermengen von der Kontinuität des Zulaufs ab.
[0007] Aus
EP 1 072 795 A1 ist ein Verfahren bekannt, welches bei einer in einer Anlage befindlichen Pumpe ermittelt,
ob diese in einem energetisch günstigen Bereich gefahren wird. Hierzu werden einerseits
die Parameter des Pumpenaggregats eingegeben, andererseits werden die Istdaten, d.
h. Differenzdruck, Durchfluss oder dergleichen ermittelt, um einen Bezug zwischen
den eingegebenen theoretischen Solldaten und den tatsächlichen Istdaten herzustellen.
Das Verfahren dient im Wesentlichen dazu, festzustellen, ob der Einsatz eines Drehzahlstellers
sinnvoll ist oder nicht.
[0008] Aus
DE 39 18 294 A1 zählt zum Stand der Technik, eine Abwasserpumpstation anhand der Pumpenausgangswerte
der Abwasserpumpe zu überwachen, indem zu vorgegebenen Zeitpunkten die Werte mit zuvor
gemessenen Bezugswerten verglichen werden.
[0009] Ausgehend vom Stand der Technik nach
EP 1 072 795 A1 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem die
vorgenannten Nachteile nach Möglichkeit vermieden werden können und das mit einfachen
technischen Mitteln eine Erfassung auch der hydraulischen Größen der Pumpe im Betrieb
erlaubt.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung. Sowohl die
Merkmale der Unteransprüche als auch die der nachfolgenden Beschreibung können, soweit
dies zweckmäßig erscheint, auch für sich sowie in anderer als der beschriebenen Kombination
eingesetzt werden.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur Ermittlung von charakteristischen Werten,
also von Parametern eines in einer Anlage eingebundenen elektromotorisch angetriebenen
Kreiselpumpenaggregates mit Drehzahlsteller. Diese charakteristischen Werte werden
anhand elektrischer Größen des Motors und/oder des Drehzahlstellers einerseits sowie
des von der Pumpe erzeugten Drucks andererseits ermittelt. Es werden hierzu nacheinander
mindestens zwei unterschiedliche Betriebspunkte der Pumpe angefahren, wobei die Fördermengen
in den angefahrenen Betriebspunkten anlagenseitig ermittelt und die charakteristischen
Werte damit bestimmt werden.
[0012] Nach Bestimmung der charakteristischen Werte, also der Parameter, können dann im
Weiteren nur unter Heranziehung elektrischer Größen des Motors bzw. des Drehzahlstellers
und des von der Pumpe erzeugten Drucks sowohl die hydraulischen Betriebsgrößen der
Pumpe als auch weitergehende Funktionen erfasst bzw. kontrolliert werden. Dabei ist
gemäß der Erfindung vorgesehen, dass mindestens zwei Betriebspunkte angefahren werden,
um die charakteristischen Werte zumindest mit einer Genauigkeit festzulegen, die sinnvolle
Rückschlüsse im späteren Betrieb ermöglicht. Es versteht sich, dass beim Anfahren
von nur zwei Betriebspunkten die charakteristischen Werte nicht notwendigerweise eindeutig
ermittelt werden können. Bevorzugt werden daher gemäß der Erfindung mindestens drei,
vier oder neun, dreizehn oder gar mehr Betriebspunkte angefahren, um eine ausreichende
Anzahl von charakteristischen Werten mit genügender Genauigkeit zu erfassen, um dann
später auf die Erfassung von Fördermengen auch anlagenseitig weitgehend verzichten
zu können. Es versteht sich, dass mit zunehmender Anzahl der Betriebspunkte nicht
nur die Genauigkeit der ermittelten charakteristischen Werte, insbesondere Parameter,
zunimmt, sondern darüber hinaus auch die Genauigkeit der anlagenseitig zu bestimmenden
Fördermengen.
[0013] Unter elektromoforisch angetriebenem Kreiselpumpenaggregat im Sinne der Erfindung
ist ein Elektromotor mit davon angetriebener Kreiselpumpe zu verstehen, die typischerweise
eine gemeinsame Welle aufweisen. Dem Aggregat zugeordnet ist ein Drehzahlsteller,
typischerweise ein Frequenzumrichter, welcher die dem Motor zugefügte elektrische
Energie zumindest hinsichtlich der Frequenz, typischerweise jedoch auch hinsichtlich
der Spannung in weiten Bereich verändern kann. Die dabei unter anderem zu erfassenden
elektrischen Größen des Motors, nämlich die Leistungsaufnahme und die Frequenz können
ggf. durch entsprechende Größen des Drehzahlstellers ersetzt werden. Diese Größen
stehen drehzahlstellerseitig üblicherweise zur Verfügung, brauchen also nicht durch
gesonderte Messaufnehmer erfasst zu werden. Der von der Pumpe erzeugte Druck kann
durch einen Differenzdruckaufnehmer an der Pumpe, aber auch durch geeignete andere
Druckaufnehmer auch an anderer Stelle, z. B. mit Abstand zum Druckausgang der Pumpe
gemessen werden.
[0014] Unter Anlage im Sinne der Erfindung ist jede Einbindung eines Kreiselpumpenaggregates
zu verstehen, beispielsweise eine Abwasserhebeanlage, eine Anlage, bei der ein Kreiselpumpenaggregat
als Tauchpumpe aus einem Bohrloch fördert, eine Anlage, bei der ein Kreiselpumpenaggregat
in einen Ausgleichsbehälter fördert, Abwasseranlagen mit mehreren Kreiselpumpenaggregaten
und dergleichen.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens handelt
es sich bei den zu ermittelnden charakteristischen Werten um Parameter, die Teil einer
den Modellgesetzen von Motor und/oder Pumpe folgenden Funktion oder auch Funktionen
sind, die vorzugsweise in parameterlinearer Form gebildet sind. Letzteres ermöglicht
es, in einfacher Weise konkrete Werte anhand konkreter Betriebspunkte zu ermitteln,
ohne weitere differentiale Betrachtung. Da diese Funktion oder Funktionen den Modellgesetzen
von Motor und/oder Pumpe folgen, ergibt sich schon beim Anfahren nur weniger Betriebspunkte
ein praxisverwertbares Ergebnis.
[0016] Vorteilhaft wird dabei eine die Fördermenge bestimmende Funktion benutzt, die mindestens
einen ersten Term mit einer hydraulischen und/oder elektrischen leistungsabhängigen
Größe und einen zweiten Term mit einer hydraulischen und/oder elektrischen leistungsabhängigen
Größe aufweist, die jeweils mit einem der Parameter multiplikativ verknüpft sind.
Eine solche Funktion als Funktion der Fördermenge anzugeben, ist besonders günstig,
da die Fördermenge in den angefahrenen Betriebspunkten anlagenseitig ermittelt wird
und somit direkt zur Ermittlung der charakteristischen Werte eingesetzt werden kann.
Eine die Fördermenge bestimmende Funktion der oben genannten Art zur verwenden ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn die Fördermenge, wie beispielsweise in Abwasseranlagen,
nicht exakt, sondern beispielsweise nur zeitlich gemittelt erfasst werden kann. Dann
nämlich steht dieser vergleichsweise unsichere Wert auf einer Seite der Gleichung.
Es können dann gegebenenfalls durch mehrfaches Anfahren auch desselben Betriebspunktes
die Parameter mit vergleichsweise hoher Genauigkeit bestimmt werden, da mit zunehmender
Zahl der angefahrenen Betriebspunkte und erfassten Werte auch die Genauigkeit der
angesetzten Fördermenge zunimmt. Dies gilt insbesondere unter Zugrundelegung der im
Folgenden noch beschriebenen parameterlinearen Gleichungen.
[0017] Besonders vorteilhaft wird gemäß einer Weiterbildung der Erfindung eine Funktion
verwendet, bei welcher die Parameter Teil mindestens eines Teils eines Pumpenmodells
bilden und wie folgt verknüpft sind:

[0018] In dieser Gleichung sind q die Fördermenge der Pumpe, p der Förderdruck der Pumpe,
also beispielsweise der Differenzdruck zwischen Saug- und Druckseite, ω
r die Drehgeschwindigkeit der Pumpe, T das Antriebsdrehmoment der Pumpe und γ
1 bis γ
3 die zu ermittelnden Parameter des Teilpumpenmodells. Zur Ermittlung dieser Parameter
γ
1 bis γ
3 sind mindestens zwei Betriebspunkte anzufahren, um diese zumindest näherungsweise
zu bestimmen. Es versteht sich, dass dann noch keine eindeutige Lösung gegeben ist,
jedoch aufgrund dessen, dass die Gleichung (a) einen Teil eines Pumpenmodells darstellt,
schon für einige Anwendungen hinreichend aussagekräftig sein kann.
[0019] Alternativ zu dem vorgenannten Teilpumpenmodell gemäß Gleichung (a) kann das Teilpumpenmodell
gemäß Gleichung (b), die lautet

verwendet werden, das gegenüber dem vorbeschriebenen Teilpumpenmodell um den Term

erweitert ist. Dieser Term ist zur Kompensation eines Affinitätsfehlers bestimmt,
der entstehen kann, wenn der Druck p mit Abstand zur Pumpe ermittelt wird, also gegenüber
dem tatsächlich von der Pumpe erzeugten Druck abweichend gemessen wird.
[0020] Alternativ oder zusätzlich kann gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
ein Teilpumpenmodell eingesetzt werden, bei dem die Parameter wie folgt verknüpft
sind:

wobei p den Förderdruck der Pumpe, ω
r die Drehgeschwindigkeit der Pumpe, T das Antriebsdrehmoment der Pumpe und θ
0 bis θ
8 die zu ermittelnden Parameter des Teilpumpenmodells darstellen. Die Gleichungen (a),
(b) und (c) stellen jeweils Teile eines Pumpenmodells dar, bilden also zusammen ((a)
und (c) bzw. (b) und (c)) ein vollständiges Pumpenmodell, weshalb es besonders vorteilhaft
ist, die Parameter beider Gleichungen zu bestimmen, da dann eine vollständige hydraulische
Leistungskurve der Pumpe mit hoher Genauigkeit nachgebildet werden kann. Es versteht
sich, dass dann eine entsprechend Vielzahl von unterschiedlichen Betriebspunkten anzufahren
ist, um die Vielzahl der zu ermittelnden Parameter bestimmen zu können.
[0021] Eine vorteilhafte Weiterbildung, insbesondere Vereinfachung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ergibt sich dadurch, dass auf die Ermittlung der Drehgeschwindigkeit der
Pumpe ω
r verzichtet wird und diese vereinfacht der Frequenz ω
e der Spannungsversorgung des Motors gleichgesetzt wird.

[0022] Dieser Frequenzwert ω
e steht im Drehzahlsteller zur Verfügung und braucht daher nicht ermittelt zu werden.
Entsprechendes gilt für die Ermittlung des Antriebsdrehmoments T der Pumpe. Dies kann
vereinfacht dadurch ermittelt werden, dass dieses aus dem Quotient der vom Motor aufgenommenen
elektrischen Leistung P
e und der Frequenz ω
e der Spannungsversorgung des Motors bzw. der Drehgeschwindigkeit der Pumpe ω
r gebildet wird.

[0023] Auch die vom Motor aufgenommene elektrische Leistung P
e steht drehzahlstellerseitig zur Verfügung, da Spannung und Strom dort ständig erfasst
werden.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren benötigt zur Ermittlung der charakteristischen Werte
in den angefahrenen Betriebspunkten zumindest abschätzungsweise die sich ergebende
Fördermenge q der Pumpe. Gemäß der Erfindung wird diese beim Einsatz des Pumpenaggregats
in einem druckausgeglichenen Behältnis, typischerweise einem Brunnenschacht oder dergleichen,
zumindest in Näherung dadurch ermittelt werden, dass die zeitliche Änderung des Flüssigkeitsstandes
im Schacht erfasst wird, aus dem die Pumpe fördert, und zwar einerseits bei ausgeschalteter
Pumpe, um den Zulauf zu erfassen, und andererseits bei eingeschalteter Pumpe in dem
jeweiligen Betriebspunkt. Weiter erforderlich ist die Kenntnis der Schachtgeometrie,
d. h. insbesondere die Größe des Schachtquerschnitts, ggf. in Abhängigkeit der Füllstandshöhe,
wenn der Schacht beispielsweise konisch zulaufend ausgebildet ist, um die der Höhendifferenz
des Flüssigkeitsstandes entsprechende Flüssigkeitsmenge zuordnen zu können. Die Erfassung
des Flüssigkeitsstandes kann in einfacher Weise durch eine Druckmessung erfolgen,
also zum Beispiel durch einen Drucksensor in der Pumpe, welcher bei abgeschalteter
Pumpe den statischen Druck erfasst. Alternativ kann der Füllstand auch mechanisch
erfasst oder die Fördermenge der Pumpe unmittelbar erfasst werden, wenn dies vorteilhaft
ist.
[0025] Wenn die Anlage durch ein Bohrloch mit einer darin befindlichen Bohrlochpumpe gebildet
ist, kann gemäß einer Weiterbildung der Erfindung die Fördermenge in dem jeweils angefahrenen
Betriebspunkt anhand der zeitlichen Änderung des Flüssigkeitsstandes im Bohrloch ermittelt
werden. Dabei ist die Flüssigkeitsstandsänderung, die sich bei abgeschalteter Pumpe
einerseits und bei eingeschalteter Pumpe in einem Betriebspunkt andererseits über
einen vorbestimmten Zeitabschnitt ergibt, zu vergleichen, um die Fördermenge der Pumpe
zu ermitteln. Da bei derartigen Bohrlöchern der Zulauf typischerweise nicht linear
erfolgt, ist es vorteilhaft, die Zulaufmenge zum Bohrloch unter Anwendung der folgenden
Gleichungen zu bestimmen:

in denen
- Zm
- der Flüssigkeitsstand im Bohrloch,
- Δt
- ein Zeitabschnitt,
- ΔZm
- die Flüssigkeitsstandsänderung während eines Zeitabschnitts Δt,
- qin
- der berechnete Zufluss in das Bohrloch und
- Aw
- der Querschnitt des Bohrlochs sowie
- ηo, ..., ηk
- die Parameter eines den Zulauf in das Bohrloch nachbildenden mathematischen Modells
sind.
[0026] Da diese Gleichungen ebenfalls in parameterlinearer Form vorliegen, können die Parameter
mit üblichen Verfahren ermittelt werden, wie dies bei Berechnung des Zulaufs von Bohrlöchern
an sich hinlänglich bekannt ist.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren wird für Anwendungen, bei welchen das Pumpenaggregat
in einen Expansionsbehälter fördert, dadurch gebildet, dass die Fördermengen in den
angefahrenen Betriebspunkten anhand der zeitlichen Änderung des Drucks in dem Expansionsbehälter
der Anlage bestimmt werden, in den die Pumpe fördert, und zwar unter Berücksichtigung
der zeitlichen Änderung des Behälterdrucks einmal bei eingeschalteter und das andere
Mal bei ausgeschalteter Pumpe, jeweils über einen vorbestimmten Zeitabschnitt.
[0028] Dabei wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens die Fördermenge
der Pumpe unter Anwendung der folgenden Gleichung bestimmt:

in der
- qout
- der aus der Anlage austretende Förderstrom,
- qpump
- die Fördermenge der Pumpe,
- pout
- der Druck im Expansionsbehälter,
- Δt
- ein Zeitabschnitt,
- Δpout
- die Druckänderung im Expansionsbehälter während des Zeitabschnitts Δt und
- Ke
- eine Konstante des Expansionsbehälters sind.
[0029] Dabei ist der Differentialquotient

vereinfacht durch den Differenzenquotient

ersetzt worden, was jedoch beim Anfahren einer ausreichenden Menge von Betriebspunkten
in der Regel unproblematisch ist.
[0030] Vorteilhaft kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren insbesondere unter Zugrundelegung
eines Teilpumpenmodells, wie es in Anspruch 4 bzw. Anspruch 5 gemäß den Gleichungen
(a) oder (b) angegeben ist, im späteren Betrieb der Pumpe die Fördermenge ermittelt
werden, ohne einen Strömungswächter oder einen Sensor hierfür einzusetzen. Es kann
also vorteilhaft einzig anhand der elektrischen Kenngrößen wie z.B. Leistungsaufnahme
und Frequenz des Motors sowie einer Druckmessung die Fördermenge bestimmt werden.
Dabei können gegebenenfalls auch weitere Anlagengrößen ermittelt werden, beispielsweise
die in den Brunnen oder das System zufließende Flüssigkeitsmenge.
[0031] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann dieses auch zur Überwachung
der Funktion des Pumpenaggregats herangezogen werden, indem die charakteristischen
Werte, insbesondere die Parameter in zeitlichem Abstand erneut ermittelt werden und
mit den zuvor ermittelten verglichen werden. Wenn diese Werte in einem vorgegebenen
Toleranzmaß übereinstimmen, ist davon auszugehen, dass die Funktion des Pumpenaggregats
unverändert gegeben ist. Weichen diese jedoch von den zuvor ermittelten deutlich oder
erheblich ab, so ist eine Funktionsbeeinträchtigung der Pumpe festzustellen, beispielsweise
durch die Undichtigkeit einer Dichtung, durch die erhöhte Reibung beim Defekt eines
Lagers oder dergleichen.
[0032] Wenn, was gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen ist,
nicht nur die charakteristischen Werte, insbesondere Parameter eines Teilpumpenmodells,
sondern die eines vollständigen Pumpenmodells in zeitlichem Abstand ermittelt und
verglichen werden, typischerweise ein solches, wie es in den Ansprüchen 4 oder 5 und
6 angegeben ist, dann ist es sogar möglich, den Wirkungsgrad des Pumpenaggregats,
also dessen Effektivität zu überwachen. Dabei wird durch das Pumpenmodell z.B. die
Kurve des Wirkungsgrades in Abhängigkeit der Förderung der Pumpe nachgebildet, so
dass bei Vergleich der Kurven ein Leistungsabfall auch nur in Teilbereichen sichtbar
wird.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise selbsttätig mit Hilfe einer entsprechenden
Steuerung, die beispielsweise Teil der digitalen Steuerung eines Frequenzumrichters
sein kann, durchgeführt, indem die charakteristischen Werte selbsttätig ermittelt
und verarbeitet werden. Dazu wird das Pumpenaggregat zunächst in einem Identifizierungsmodus
betrieben, in dem es mehrere hydraulische Betriebspunkte selbsttätig anfährt, um die
charakteristischen Werte, insbesondere Parameter zu bestimmen und nachfolgend in einen
Betriebsmodus versetzt, in dem die zuvor ermittelten charakteristischen Werte zur
Ermittlung von Betriebsgröße der Anlage, insbesondere der Fördermenge des Pumpenaggregats
eingesetzt werden. Wenn zur Überwachung des Pumpenaggregats nach einer gewissen Zeit
die charakteristischen Werte erneut ermittelt werden müssen, wird das Pumpenaggregat
wieder in den Identifizierungsmodus gesetzt und werden diese Werte erneut ermittelt
und sodann mit den vorermittelten oder den ursprünglich ermittelten verglichen.
[0034] Die Erfindung ist nachfolgend anhand der Figuren noch näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- ein Diagramm betreffend die möglichen Anwendungen des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- in stark vereinfachter schematischer Darstellung eine Anlage zum Einsatz eines Pumpenaggregates
in der Abwassertechnik,
- Fig. 3
- die zeitliche Flüssigkeitsstandsänderung in der Anlage gemäß Fig. 2 und der daraus
ableitbare Förderstrom der Pumpe.
- Fig. 4
- in Diagrammdarstellung gemäß Fig. 3 eine Erfassung des Förderstroms der Pumpe unter
Zugrundelegung von Zeitabschnitten, die kleiner als das jeweilige Förderintervall
sind,
- Fig. 5
- in schematischer Darstellung eine Anlage mit Bohrloch und Pumpenaggregat,
- Fig. 6
- in schematischer Darstellung eine Anlage, bei der das Pumpenaggregat in einen Ausgleichsbehälter
fördert,
- Fig. 7
- ein Diagramm, welches die Ermittlung der zeitlichen Druckänderungen und deren Auswertung
verdeutlicht und
- Fig. 8
- eine Kurve, welche den Wirkungsgrad in Abhängigkeit der Fördermenge darstellt.
[0035] Wie das Diagram gemäß Fig. 1 verdeutlicht, wird in einem Identifizierungsmodus 1
das Pumpenaggregat identifiziert, d. h. es werden die charakteristischen Größen des
Pumpenaggregats ermittelt, indem mindestens zwei, bevorzugt jedoch eine Vielzahl von
Betriebspunkten angefahren wird, in jedem der Betriebspunkte die elektrische Leistung
des Motors, die Drehzahl des Motors bzw. vereinfacht die Frequenz der Versorgungsspannung
des Motors sowie der von der Pumpe geleistete Förderdruck ermittelt wird. Die dabei
jeweils geförderte Menge wird anlagenseitig ermittelt. Wenn dieser Identifizierungsmodus
1 abgeschlossen ist, dann kann, nachdem die Parameter γ
1 bis γ
3 der Gleichung (a) oder die Parameter γ
0 bis γ
3 der Gleichung (b) bestimmt sind, mithilfe dieser Gleichungen (a) bzw. (b) im späteren
Betriebsmodus 2 die Fördermenge der Pumpe ermittelt werden.
[0036] Soll hingegen die Funktion oder die Leistung des Pumpenaggregats überwacht werden,
so ist ein ständiger Wechsel zwischen Identifikationsmodus 1 und Betriebsmodus 2 erforderlich,
wie dies im linken Teil der Fig. 1 dargestellt ist. Im Identifikationsmodus 1 werden
ebenfalls die Parameter ermittelt, sodann läuft das Pumpenaggregat im Betriebsmodus
2, um nach einer vorbestimmten Zeit (z.B. einer Stunde oder einer Woche) wieder in
den Identifizierungsmodus 1 zurückzukehren, wo die Parameter nochmals ermittelt werden.
Ein Vergleich der nunmehr ermittelten Parameter mit den zuvor ermittelten Parametern
ermöglicht eine Beurteilung in einfachster Form der Funktion der Pumpe bis hin zur
Erfassung einer Wirkungsgradveränderung, wie sie anhand von Fig. 8 dargestellt ist.
Zur letzteren ist die Parametererfassung der Gleichungen (a) und (c) oder (b) und
(c) erforderlich, wohingegen für die reine Funktionsüberwachung die Parametererfassung
der Gleichungen (a) bzw. (b) oder (c) ausreicht.
[0037] In Fig. 2 ist eine Anlage dargestellt, wie sie beispielsweise zur Förderung von Abwasser
aus einem Schacht gegeben ist. Der Schacht 3 in Fig. 2 ist, wie bei Anlagen dieser
Art üblich, wie ein nach oben offenes Gefäß ausgebildet. Der Flüssigkeitsstand 4 wandert
beim Zulauf von Flüssigkeit q
in nach oben und bei eingeschalteter Pumpe entsprechend der Fördermenge q
pump nach unten. Die Pumpe fördert mit dem Druck p, welches der Differenzdruck zwischen
Saug- und Druckseite ist. Dabei ist der Zulauf in den Schacht 3 zwar nicht konstant,
er wird jedoch über ein Zeitintervall Δ
t gemittelt (q
in) als quasi konstant angenommen. Aus der Veränderung des Flüssigkeitsstands 4 und
unter Zugrundelegung des Schachtquerschnitts 3 ergibt sich dann eine Zulaufmenge und
bei absinkendem Flüssigkeitsstand 4, wenn die Pumpe pumpt, eine Ablaufmenge q
out. Da auch während der Zeit, wenn die Pumpe pumpt, Flüssigkeit in den Schacht 3 läuft,
q
in also quasi konstant bleibt, ergibt sich aus der Summe von der Ablaufmenge q
out und q
in die Fördermenge der Pumpe.
[0038] Wie dies im Einzelnen ermittelt werden kann, ist anhand von Fig. 3 dargestellt. Das
Diagramm zeigt die Füllstandshöhen im Schacht 3 in Abhängigkeit der Zeit t. In dem
in Fig. 3 ersten Messintervall 6 wird in der Zeit, in der die Pumpe abgeschaltet ist,
die sich ändernde Füllstandshöhe 6 über der Zeit Δ
t erfasst und mit dem Schachtquerschnitt A (h) multipliziert. Daraus ergibt sich eine
in den Schacht 3 einfließende Zulaufmenge q
in pro Zeiteinheit. Im nachfolgenden Intervall 7 wird die Pumpe eingeschaltet und fährt
auf einem ersten Betriebspunkt, bis der Flüssigkeitsstand 4 wieder das ursprüngliche
zu Beginn des Intervalls 6 gegebene Niveau hat. Daraus lässt sich dann die Fördermenge
q
pump der Pumpe ermitteln. Dies kann in einem nachfolgenden Intervall 8, 9 in analoger
Weise erfolgen, wobei diesmal die Zulaufmenge q
in größer ist und somit die Pumpe im Intervall 9 länger benötigt, um wieder das ursprüngliche
Niveau zu erhalten. Damit sind zwei Betriebspunkte angefahren, mit denen unter Zuhilfenahme
der Gleichung (a), welche ein Teilpumpenmodell darstellt, die Parameter dieser Gleichung
zumindest so weit bestimmbar sind, dass das Verfahren sinnvoll anwendbar ist. Zweckmäßigerweise
wird man hier jedoch weitere Betriebspunkte anfahren, was nicht notwendigerweise aufeinanderfolgend,
sondern auch in zeitlichen Abständen im Identifizierungsmodus 1 erfolgen kann.
[0039] Wie Fig. 3 verdeutlicht, ist bei der dort angewendeten Methode der Zufluss in den
Schacht während der ganzen Zeit zu ermitteln, wenn die Pumpe ausgeschaltet ist. Insoweit
günstiger ist das anhand von Fig. 4 dargestellte Verfahren, bei dem die Intervalle
10 und 11, in Teilzeitabschnitte Δ
t1 bis Δ
t9 unterteilt sind, wobei die Zeitabschnitte Δ
t willkürlich oder zufällig gewählt werden können, so dass sich eine gewisse statistische
Verteilung ergibt.
[0040] Anhand von Fig. 5 ist eine Anlage dargestellt, bei welcher das Pumpenaggregat als
Bohrlochpumpe 12 ausgebildet ist, die in einem Bohrloch 13 angeordnet ist. Die Bohrlochpumpe
12 fördert das sich im Bohrloch 13 sammelnde Wasser an die Oberfläche. In Fig. 5 ist
mit Z
w der aktuelle Wasserstand im Schacht 3, d. h. der Flüssigkeitsstand gekennzeichnet.
Z
g stellt den Grundwasserstand dar, d. h. den Wasserstand, der sich einstellen würde,
wenn nicht abgepumpt würde und Z
f den Filtereingangsdruck, d. h. den Wasserstand, der umliegend benötigt wird, um den
typischerweise durch Sand um den Brunnenschacht umliegend gebildeten Filter zu durchdringen.
Das anhand des Schachtes 3 vorbeschriebene Prinzip zur Ermittlung der Förderflüssigkeit
der Pumpe führt bei dieser Anlage nur bedingt, d. h. mit größerer Ungenauigkeit zum
Ergebnis, da anders als beim Schacht 3 der Zulauf in das Bohrloch 13 eine Funktion
des Flüssigkeitsstandes Z
w ist, d. h. je höher der Flüssigkeitsstand Z
w im Bohrloch ist, desto geringer ist der Zulauf. Um dies zu berücksichtigen, sind
bei dieser Anlage die Gleichungen (f) und (g) anzuwenden, um q
in, d. h. die zulaufende Flüssigkeit pro Zeiteinheit zu ermitteln. Diese linear parameterisierten
Gleichungen (f) und (g) können in üblicher Weise durch Parameteridentifikation gelöst
werden, wie dies an sich bei derartigen Anlagen bekannt und hier daher auch nicht
im Einzelnen beschrieben ist.
[0041] Bei der anhand von Fig. 6 dargestellten Anlage fördert die Pumpe 14 in einen Expansionsbehälter
15, d. h. in einen geschlossenen Behälter 15, der zumindest teilweise mit einem komprimierbaren
Gas gefüllt ist, das je nach Füllstand mehr oder weniger komprimiert ist, d. h., dass
der Druck innerhalb des Expansionsbehälters 15 veränderlich ist. Da die Fördermenge
hier sowohl ausfließend (p
out) als auch einfließend (pin) abhängig vom Druck innerhalb des Behälters 15 ist, ist
zur Ermittlung der Fördermenge der Pumpe die Gleichung (g) zu verwenden, welche die
Fördermenge in Abhängigkeit des Drucks p
out im Expansionsbehälter bzw. am Ende der Abfuhrleitung sowie die Druckänderung Δ
pout und eine Konstante K
e des Expansionsbehälters berücksichtigt. Auch hier ist es zweckmäßig, wie anhand von
Fig. 4 dargestellt, das Zeitintervall 16, während die Pumpe ausgeschaltet ist, sowie
das Zeitintervall 17, während die Pumpe eingeschaltet ist, in eine Vielzahl von Zeitintervallen
Δ
t1 bis Δ
t9 beispielsweise zu unterteilen und die sich in diesen Zeitintervallen ergebenden
Druckänderungen Δ
pout zu erfassen, um auf diese Weise die Genauigkeit des Ergebnisses zu verbessern.
[0042] Es versteht sich, dass bei allen Messungen, wie sie anhand der Figuren 3, 4 und 7
beispielhaft dargestellt worden sind, diese entsprechend zu wiederholen sind, um unterschiedliche
Betriebspunkte zu erfassen und damit die Parameter der durch die Gleichungen (a) bzw.
(b) sowie (c) gebildeten Teilpumpenmodelle zu ermitteln. Je mehr Betriebspunkte angefahren
werden, umso genauer ist die spätere Ermittlung der Fördermenge der Pumpe im Betrieb,
also im Betriebsmodus. Wesentlicher ist dies jedoch für die Überwachung der Pumpenfunktion,
insbesondere der Effizienz der Pumpe.
[0043] Die Fig. 8 zeigt beispielhaft zwei Kurven, welche mittels der Teilpumpenmodellen
(b) und (c) gebildet sind und welche den Wirkungsgrad der Pumpe
η über der Fördermenge darstellen. Die Kurve 18 ist zu Beginn des Betriebs erfasst
worden, wohingegen die Kurve 19 nach einer beträchtlichen Betriebszeit, also nachdem
ein- oder mehrfach in den Betriebsmodus umgeschaltet worden ist, z. B. nach fünf Monaten,
erfasst worden. Wie die Kurven verdeutlichen, ist die Effizienz des Pumpenaggregats
nahezu über den gesamten Förderbereich der Pumpe zurückgegangen. Dies kann z. B. auf
eine Undichtigkeit innerhalb der Pumpe hindeuten, bei der ein Teilförderstrom kurzgeschlossen
wird.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- - Identifikationsmodus
- 2
- - Betriebsmodus
- 3
- - Schacht
- 4
- - Flüssigkeitsstand
- 6, 7, 8, 9
- - intervalle in Fig. 3
- 10, 11
- - Intervalle in Fig. 4
- 12
- - Bohrlochpumpe
- 13
- - Bohrloch
- 14
- - Pumpe
- 15
- Expansionsbehälter
- 16, 17
- - Intervalle in Fig. 7
- 18, 19
- - Kurven in Fig. 8
- Zg
- Grundwasserstand
- Zf
- Filtereingangsdruck
- Zw
- Wasserstand im Brunnen
1. Verfahren zur Ermittlung von Parametern eines in einer Anlage eingebundenen elektromotorisch
angetriebenen Kreiselpumpenaggregats mit Drehzahlsteller anhand elektrischer Größen
des Motors und/oder des Drehzahlstellers und des von der Pumpe (14) erzeugten Drucks,
bei dem nacheinander mindestens zwei unterschiedliche Betriebspunkte der Pumpe (14)
angefahren werden, wobei die Fördermengen in den angefahrenen Betriebspunkten anlagenseitig
ermittelt und die Parameter damit bestimmt werden,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Fördermengen in den angefahrenen Betriebspunkten anhand der zeitlichen Änderung
des Flüssigkeitsstandes in mindestens einem Bohrloch (13), das Teil der Anlage bildet
und aus dem die Pumpe (14) fördert, ermittelt werden, durch Vergleich der Flüssigkeitsstandsänderung
und der sich daraus ergeben Zulauf- bzw. Ablaufmenge bei abgeschalteter und bei eingeschalteter
Pumpe (14), oder
- dass die Fördermengen in den angefahrenen Betriebspunkten anhand der zeitlichen Änderung
des Flüssigkeitsstandes (4) in einem Schacht (3) der Anlage, aus dem die Pumpe (14)
fördert, ermittelt werden, und zwar unter Berücksichtigung der zeitlichen Änderung
des Flüssigkeitsstandes bei ausgeschalteter und bei eingeschalteter Pumpe (14) sowie
der Schachtgeometrie oder
- dass die Fördermengen in den angefahrenen Betriebspunkten anhand der zeitlichen Änderung
des Drucks in einem Expansionsbehälter (15) der Anlage bestimmt werden, in den die
Pumpe (14) fördert, und zwar unter Berücksichtigung der zeitlichen Änderung des Behälterdrucks
bei ausgeschalteter und bei eingeschalteter Pumpe (14).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter Teil einer den Modellgesetzen von Motor und/oder Pumpe folgenden Funktion
vorzugsweise parameterlinearer Form sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Fördermenge bestimmende Funktion mindestens einen ersten Term mit einer
hydraulischen und/oder elektrischen leistungsabhängigen Größe und einen zweiten Term
mit einer hydraulischen und/oder elektrischen leistungsabhängigen Größe aufweist,
die jeweils mit einem der Parameter multiplikativ verknüpft sind.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter Teil mindestens eines Teils eines Pumpenmodells bilden und wie folgt
verknüpft sind:

wobei
q die Fördermenge der Pumpe,
p der Förderdruck der Pumpe,
ωr die Drehgeschwindigkeit der Pumpe,
T das Antriebsdrehmoment der Pumpe und
γ1 bis γ3 die Parameter des Teilpumpenmodells sind.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter Teil mindestens eines Teils eines Pumpenmodells bilden und wie folgt
verknüpft sind:

wobei
q die Fördermenge der Pumpe,
p der Förderdruck der Pumpe,
ωr die Drehgeschwindigkeit der Pumpe,
T das Antriebsdrehmoment der Pumpe und
γ0 bis γ3 die Parameter des Teilpumpenmodells sind.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter Teil eines vorzugsweise weiteren Teils des Pumpenmodells bilden und
wie folgt verknüpft sind:

wobei
p der Förderdruck der Pumpe,
ωr die Drehgeschwindigkeit der Pumpe,
T das Antriebsdrehmoment der Pumpe und
θ0 bis θ8 die Parameter des Teilpumpenmodells sind.
7. Verfahren nach Anspruch 4, 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass 
und

gesetzt wird,
wobei
ωe die Frequenz der Spannungsversorgung des Motors und
Pc die vom Motor aufgenommene elektrische Leistung sind.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche ,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zulaufmenge zum Bohrloch unter Anwendung der folgenden Gleichungen bestimmt wird

in denen
Zm der Flüssigkeitsstand im Bohrloch,
Δt ein Zeitabschnitt,
Δzm die Flüssigkeitsstandsänderung während eines Zeitabschnitts Δt,
qin der berechnete Zufluss in das Bohrloch,
Aw der Querschnitt des Bohrlochs und
η0 , ..., ηk die Parameter eines den Zulauf in das Bohrloch nachbildenden mathematischen Modells
sind.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fördermenge der Pumpe unter Anwendung der folgenden Gleichung bestimmt wird

in der
qout der aus der Anlage austretende Förderstrom,
qpump die Fördermenge der Pumpe,
pout der Druck im Expansionsbehälter,
Δt ein Zeitabschnitt,
Δpout die Druckänderung im Expansionsbehälter während des Zeitabschnitts Δt und
Ke eine Konstante des Expansionsbehälters sind.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Teil des Pumpenmodells gemäß Anspruch 4 oder 5 zur Bestimmung der Fördermenge
der Pumpe während des Betriebs verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter in zeitlichem Abstand erneut ermittelt und mit den zuvor ermittelten
zur Überwachung der Funktion des Pumpenaggregats verglichen werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Pumpenmodel gemäß Anspruch 4 oder 5 und Anspruch 6 die hydraulische Leistung
der Pumpe ermittelt wird und bei dem in zeitlichem Abstand diese erneut ermittelt
und diese zur Überwachung der Leistungsfähigkeit des Pumpenaggregats mit der zuvor
ermittelten verglichen wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Parameter vorzugsweise selbsttätig in einem Identifizierungsmodus erfasst werden
und nachfölgend in einem Betriebsmodus die zuvor ermittelten charakteristischen Werte
zur Ermittlung von Betriebsgrößen der Anlage, insbesondere des Pumpenaggregats eingesetzt
werden.
1. A method for determining parameters of an electromotorically driven centrifugal pump
assembly with a speed controller, said assembly being integrated in an installation,
said characteristic values being determined by way of electrical variables of the
motor and/or the speed controller and of the pressure produced by the pump (14), with
which one successively runs to at least two different operating points of the pump
(14), wherein the delivery rates are determined on the installation-side at the run-to
operating points, and the parameters are determined with this,
characterised in that
- the delivery rates in the run-to operating points are evaluated by way of the temporal
change of the fluid level in at least one bore hole (13), which forms part of the
installation and from which the pump (14) delivers, by way of comparison of the fluid
level change and the feed quantity or discharge quantity resulting therefrom, with
the pump (14) switched off and with the pump (14) switched on, or
- that the delivery rates in the run-to operating points are determined byway of the
temporal change of the fluid level (14) in a shaft (3) of the installation, out of
which the pump (14) delivers, and specifically whilst taking into account the temporal
change of the fluid level, with the pump (14) switched off and with the pump (14)
switched on, as well as the shaft geometry, or
- that the delivery rates in the run-to operating points are determined by way of
the temporal change of the pressure in an expansion container (15) of the installation,
into which container the pump (14) delivers, and specifically whilst taking into account
the temporal change of the container pressure, with the pump (14) switched off and
with the pump (14) switched on.
2. A method according to claim 1, characterised in that the parameters are part of a function following the model laws of the motor and/or
pump, preferably of a parameter-linear form.
3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that a function determining the delivery rate comprises at least one term with a hydraulic
and/or electrical power-dependent variable, and a second term with a hydraulic and/or
electrical power-dependent variable, which are in each case are linked to one of the
parameters in a multiplicative manner.
4. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that the parameters form part of at least one part of a pump model and are linked as follows:

wherein
q is the delivery rate of the pump,
p the delivery pressure of the pump,
ωr the rotational speed of the pump,
T the drive torque of the pump, and
γ1 to γ3 the parameters of the part pump model.
5. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that the parameters form part of at least one part of a pump model and are linked as follows:

wherein
q is the delivery rate of the pump,
p the delivery pressure of the pump,
ωr the rotational speed of the pump,
T the drive torque of the pump, and
γ0 to γ3 the parameters of the part pump model.
6. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that the parameters form part of at least one further part of a pump model and are linked
as follows:

wherein
p is the delivery pressure of the pump,
ωr the rotation speed of the pump,
T the drive torque of the pump, and
θ0 to θ8 the parameters of the part pump model.
7. A method according to claim 4, 5 or 6,
characterised in that 
and

are substituted,
wherein ω
e is the frequency of the voltage supply of the motor and P
e is the electrical power taken up by the motor.
8. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that the feed quantity to the bore hole is determined whilst using the following equations:

in which
Zm is the fluid level in the bore hole,
Δt a time interval,
Δzm the fluid level change during a time interval Δt,
qin the computed feed into the bore hole,
Aw the cross section of the bore hole, and
η0, ..., ηk the parameters of a mathematic model imitating the feed into the bore hole.
9. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that the delivery rate of the pump is determined whilst using the following equation

in which
qout is the delivery flow exiting from the installation,
qpump the delivery rate of the pump,
pout the pressure in the expansion container,
Δt a time interval,
Δpout the pressure change in the expansion container during the time interval Δt, and
Ke a constant of the expansion container.
10. A method according to one of the preceding claims, characterised in that the part of the pump model according to claim 4 or 5 is used for determining the
delivery rate of the pump during the operation.
11. A method according to one of the preceding claims, characterised in that the parameters are determined afresh at a temporal interval and are compared to the
previously determined ones for monitoring the function of the pump assembly.
12. A method according to one of the preceding claims, characterised in that the hydraulic power of the pump is determined with the pump model according to claim
4 or 5 and claim 6, and with which this is determined afresh at a temporal interval
and this is compared to the previously determined ones for monitoring the power performance
of the pump.
13. A method according to one of the preceding claims, characterised in that the characteristic values are preferably detected automatically in an identification
mode, and subsequently, the previously determined characteristic values are applied
for determining the operating variables of the installation, in particular of the
pump assembly, in an operating mode.
1. Procédé de détermination de paramètres d'un groupe motopompe centrifuge à variateur
de vitesse, entraîné par moteur électrique et intégré dans une installation, à l'aide
de grandeurs électriques du moteur et/ou du variateur de vitesse et de la pression
générée par la pompe (14), dans lequel au moins deux points de fonctionnement différents
de la pompe (14) sont atteints successivement, les débits de refoulement aux points
de fonctionnement atteints étant déterminés côté installation et les paramètres étant
ainsi définis,
caractérisé
- en ce que les débits aux points de fonctionnement atteints sont déterminés à l'aide de la variation
dans le temps du niveau de fluide dans au moins un trou d'alésage (13) qui forme partie
de l'installation et depuis lequel la pompe (14) transporte le fluide, et ce par comparaison
de la variation du niveau de fluide et de la quantité d'admission ou de sortie qui
en résulte lorsque la pompe (14) est hors circuit et en circuit, ou
- en ce que les débits de refoulement aux points de fonctionnement atteints sont déterminés à
l'aide de la variation dans le temps du niveau de fluide (4) dans un puits (3) de
l'installation, depuis lequel la pompe (14) transporte le fluide, et ce en prenant
en compte la variation dans le temps du niveau de fluide lorsque la pompe (14) est
hors circuit et en circuit, ainsi que la géométrie du puits, ou
- en ce que les débits de refoulement aux points de fonctionnement atteints sont déterminés à
l'aide de la variation dans le temps de la pression dans un réservoir d'expansion
(15) de l'installation, vers lequel la pompe (14) transporte le fluide, et ce en prenant
en compte la variation dans le temps de la pression du réservoir lorsque la pompe
(14) est hors circuit et en circuit.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les paramètres font partie d'une fonction, de préférence de forme paramétrique linéaire,
obéissant aux lois type du moteur et/ou de la pompe.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une fonction définissant le débit de refoulement comporte au moins un premier terme
contenant une grandeur hydraulique et/ou électrique dépendante de la puissance et
un second terme contenant une grandeur hydraulique et/ou électrique dépendante de
la puissance, lesquelles sont respectivement combinées de manière multiplicative avec
l'un des paramètres.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les paramètres forment une partie d'au moins une partie d'un modèle de pompe et sont
combinés comme suit :

où :
q débit de la pompe,
p pression de refoulement de la pompe,
ωr vitesse de rotation de la pompe,
T couple d'entraînement de la pompe, et
γ1 à γ3 paramètres du modèle de pompe partiel.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les paramètres forment une partie d'au moins une partie d'un modèle de pompe et sont
combinés comme suit :

où :
q débit de la pompe,
p ression de refoulement de la pompe,
ωr vitesse de rotation de la pompe,
T couple d'entraînement de la pompe, et
γ0 à γ3 paramètres du modèle de pompe partiel.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les paramètres forment une partie, de préférence, d'un autre modèle de pompe et sont
combinés comme suit :

où :
p pression de refoulement de la pompe,
ωr vitesse de rotation de la pompe,
T couple de rotation d'entraînement de la pompe, et
θ0 à θ8 paramètres du modèle de pompe partiel.
7. Procédé selon la revendication 4, 5 ou 6,
caractérisé en ce que l'on pose les équations :

und

gesetzt wird,
où
ωe est la fréquence de l'alimentation en tension du moteur et
Pe est la puissance électrique absorbée par le moteur.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la quantité d'admission vers le trou d'alésage est déterminée en utilisant les équations
suivantes :

où:
Zm niveau de fluide dans le trou d'alésage,
Δt intervalle de temps,
Δzm variation du niveau de fluide pendant un intervalle de temps Δt,
qin admission calculée dans le trou d'alésage,
Aw section transversale du trou d'alésage, et
η0 .... nk paramètres d'un modèle mathématique reproduisant l'admission dans le trou d'alésage.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le débit de refoulement de la pompe est déterminé en utilisant l'équation suivante
:

où
qout débit sortant de l'installation ;
qpump débit de refoulement de la pompe,
pout pression dans le réservoir d'expansion,
Δt intervalle de temps,
Δpout variation de pression dans le réservoir d'expansion pendant l'intervalle de temps
Δt, et
Ke constante du réservoir d'expansion.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la partie du modèle de pompe selon la revendication 4 ou 5 est utilisée pour déterminer
le débit de refoulement de la pompe pendant le fonctionnement.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les paramètres sont de nouveau déterminés après un intervalle de temps et comparés
avec ceux précédemment déterminés afin de surveiller le fonctionnement du groupe motopompe.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la puissance hydraulique de la pompe est déterminée à l'aide du modèle de pompe selon
la revendication 4 ou 5 et la revendication 6, procédé dans lequel celle-ci est de
nouveau déterminée après un intervalle de temps et est comparée avec celle précédemment
déterminée afin de surveiller le rendement du groupe motopompe.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les paramètres sont détectés de préférence automatiquement dans un mode d'identification
et en ce que les valeurs caractéristiques précédemment déterminées sont ensuite utilisées dans
un mode de fonctionnement pour déterminer des grandeurs de fonctionnement de l'installation,
en particulier du groupe motopompe.