[0001] Die Erfindung betrifft eine Schmierfettzusammensetzung auf der Basis von ionischen
Flüssigkeiten, zur Schutzbehandlung von Komponenten, die im Automobilbereich, in Windkraftanlagen,
sowie in Prozeß- und Arbeitsmaschinen verwendet werden und die einem ständigen Kontakt
mit Wasser ausgesetzt sind. Insbesondere betrifft die Erfindung eine wasserbeständige
Schmierfettzusammensetzung, die in einem Temperaturbereich von mindestens -30°C bis
mindestens 180°C verwendet wird, um den mit diesem Schmiermittel versehenen Komponenten
gegenüber Oxidation und Korrosion zu schützen.
[0002] Die Entwicklung neuer Schmierfettzusammensetzungen muß mit der allgemeinen Weiterentwicklung
der Technik einhergehen, die neue und höhere Anforderungen an die Schmierfettzusammensetzungen
stellt. Diesen Anforderungen sind die bekannten Zusammensetzungen nicht mehr gewachsen.
Insbesondere sind die Anforderungen bei der Anwendung als Betriebsflüssigkeiten in
Prozeß- und Arbeitsmaschinen im Hinblick auf die extremen Betriebsbedingungen, wie
hohe und niedrige Temperaturen, hohe Drehzahlen enorm.
[0003] Die Verwendung von ionischen Flüssigkeiten in der Schmierungstechnik, nachfolgend
als IL (=Ionic Liquid) bezeichnet, ist in den letzten Jahren intensiv untersucht worden.
Ionische Flüssigkeiten sind definiert als Materialien, die aus Kationen und Anionen
zusammengesetzt sind und Schmelzpunkte kleiner als 100 °C aufweisen. Manche IL's weisen
deutlich niedrigere Schmelzpunkte auf, so dass sie bei Raumtemperatur als Flüssigkeiten,
nachfolgend als RTIL (=Room Temperature Ionic Liquid) bezeichnet, vorlieben. Im Bereich
der Tribologie sind vor allem RTIL als Basisöle interessant, da salzartige Verbindungen
eine besonders geringe bis nicht vorhandene Verdampfung zeigen, solange keine chemische
Veränderung durch Zersetzungsprozesse auftritt. Ionische Flüssigkeiten besitzen einen
extrem niedrigen Dampfdruck, sind nicht brennbar und häufig bis über 260°C thermisch
stabil und darüber hinaus auch noch schmierfähig.
[0004] Chenggeng Ye, Weimin Liu, Yunxia Chen, Laigui Yu (Chem. Commun. 2001, 2244-2245) haben Reibungs- und Verschleißuntersuchungen zu ionischen Flüssigkeiten vorgestellt.
Tribologische Untersuchungen wurden mit 1-Methyl-3-hexylimidazoliumtetrafluorborat
und 1-Ethyl-3-hexylimidazoliumtetrafluorborat durchgeführt. Es zeigte sich, daß die
untersuchten Verbindungen eine gute Verminderung der Reibung, gute Antiverschleißeigenschaften
und eine hohe Belastbarkeit aufweisen.
[0005] Die Japanische Patentanmeldung Nr.
2005-185718 beschreibt eine Schmierfettzusammensetzung, die als Basisfett eine Mischung aus einer
ionischen Flüssigkeit, einem Verdickungsmittel und weiteren Zusätzen enthält. Dieses
Schmierfett wird für Wälz- oder Kugellager verwendet.
[0006] Die Japanische Patentanmeldung Nr.
2005-112597 offenbart eine Schmierfettzusammensetzung, die bei elektronischen Vorrichtungen eingesetzt
wird und eine ionischen Flüssigkeit als Basisöl, und ein Verdickungsmittel mit einem
Tropfpunkt von 260°C enthält.
[0007] Die Japanische Patentanmeldung Nr.
2003-376010 betrifft eine halbfeste Schmierfettzusammensetzung, die als einen Teil eines Basisöls
eine ionische Flüssigkeit und Verdickungsmittel enthält. Diese Schmierfettzusammensetzung
ist für Anwendungen im Vakuum geeignet.
[0008] Die Japanische Patentanmeldung Nr.
2007-231987 A beschreibt eine auf einer ionischen Flüssigkeit basierenden Schmierfettzusammensetzung,
die als Verdickungsmittel eine Harnstoffverbindung enthalten kann. Die verwendeten
Anionen der ionischen Flüssigkeiten können unter anderem Cl und Br sein, die korrosionsfördernd
sind. Darüber hinaus sind die ionischen Flüssigkeiten mit einem Cl- oder Br-Anion
wasserlöslich. Außerdem sind die hier beschriebenen Tetrafluoroborate und Hexafluoroborate
nicht hydrolysestabil und setzen korrosives HF frei, wobei die Tetrafluoroborate ebenfalls
wasserlöslich sind. Angaben über die Wasserbeständigkeit der Schmierstoffzusammensetzungen
werden nicht gemacht. Die Japanischen Patentanmeldung Nr.
2005-197958 bezieht sich auf eine Schmierfettzusammensetzung für Wälzlagermaschinen, die als
einen Teil eines Basisöls eine ionische Flüssigkeit enthält.
[0009] Die Japanischen Patentanmeldung Nr.
2005-294405 beschreibt ein elektrisch leitfähiges Lagerfett, das in einem Drucker oder einem
Kopierer verwendet wird und aus einem kohlenstoffhaltigen Verdickungsmittel und einem
Basisöl, das eine ionischen Flüssigkeit enthält, besteht.
[0010] In den oben genannten Veröffentlichungen werden also Fette vorgeschlagen, die zur
Ableitung von elektrischen Strömen, zur Anwendung bei hohen Temperaturen und/oder
im Vakuum, geeignet sein sollen.
[0011] Die oben beschriebenen bekannten Schmierfettzusammensetzungen haben aus tribologischer
Sicht die nachfolgenden Nachteile. Aufgrund des salzartigen Grundaufbaus der ionischen
Flüssigkeiten sind Schmierstoffadditive, wie Antioxidantien, Reibungsschutzmittel,
Korrosionsschutzadditive, Antiverschleißmittel, Extrem Pressure Additive und dergleichen,
in den meisten Fällen in ionischen Flüssigkeiten unlöslich. Viele tribologische Anwendungen
erfordern aber, dass ionische Flüssigkeiten mit solchen Additiven zur Verbesserung
der Eigenschaften versehen werden. Die Entwicklung neuer Additive stellt aber einen
hohen technischen Aufwand dar, so dass es auch aus Kostengründen wünschenswert ist,
dass in ionischen Flüssigkeiten Standardadditive eingesetzt werden können.
[0012] Ein weiterer Nachteil der bei der Verwendung der bekannten Schmierfettzusammensetzungen
ist die Tendenz zur Wasseraufnahme und/oder Reaktion mit Wasser durch die ionischen
Flüssigkeiten. Wenn Anionen wie Sulfat, Chlorid, Bromid oder Tetrafluorborat in den
ionischen Flüssigkeiten vorhanden sind, führt dies in der Regel zu wasserlöslichen
ionischen Flüssigkeiten. Darüber hinaus können Tetrafluorborat und Hexafluorphosphat
unter Wassereinfluß Flußsäure bilden, was zu einer starken Korrosionsneigung führen
kann. Diese trifft auch zu, wenn Chlorid vorhanden sind.
[0013] Ein noch weiterer Nachteil ist, dass auch die Verwendung von als hydrophob bezeichneten
Anionen wie Bis(trifluormethylsulfonyl)imid nicht ausreichend ist, um aus tribologischer
Sicht ausreichend wasserstabile Fette bereitzustellen.
[0014] Außerdem wird bei den bekannten Schmierfettzusammensetzungen den Tieftemperatureigenschaften
der verwendeten Ionischen Flüssigkeiten nur unzureichend Rechnung getragen. Es werden
beispielsweise in der
JP 2003-376010 Bis(trifluorrnethylsülfonyl)imid-haltige ionische Flüssigkeiten mit N-Alkylpyridiniumkationen
oder N,N'Dialkylimidazoliumkationen genannt, die stark zur Bildung von unterkühlten
Schmelzen neigen. 1-Ethyl-3-methylimidazoliumbis(trifluormethylsulfonyl)imid ist beispielsweise
eine ionische Flüssigkeit mit niedriger Viskosität und starker Neigung zur Unterkühlung;
der für tribologische Anwendungen relevante Schmelzpunkt liegt aber bei -16°C (Tieftemperatur
DSC-Messungen). Für viele tribologische Anwendungen ist es aber erforderlich, dass
bis -30°C und weniger, eine gute Fließfähigkeit vorhangen ist. Ionische Flüssigkeiten,
wie 1-Ethyl-3-methylimidazoliumbis-(trifluormethylsulfonyl)imid, haben außerdem den
Nachteil, dass sie sich bei tiefen Temperaturen spontan verfestigen können, was zum
Ausfall des geschmierten Bauteiles führen kann.
[0015] Ionische Flüssigkeiten, die beispielsweise das Anion Tris(perfluorethyl)trifluorphosphat
enthalten, zeigen in der Regel ein geringeres Aufnahmevermögen für Wasser als Ionische
Flüssigkeiten mit dem Bis(trifluormethylsulfonyl)imid als Anion, allerdings sind die
Schmelzpunkte höher. Daher sind diese Tris(perfluorethyl)trifluorphosphat enthaltenden
IL's in der Regel vom Tieftemperaturverhalten nicht geeignet, um als alleiniges Basisöl
für Schmierstoffe mit guten Tieftemperaturverhalten verwendet zu werden.
[0016] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine wasserbeständige, oxidations-
und korrosionsinhibierende Schmierfettzusammensetzung bereitzustellen, die über einen
weiten Anwendungstemperaturbereich verwendet werden kann.
[0017] Diese Aufgabe wird durch die Verwendung einer Schmierfettzusammensetzung nach Anspruch
1 gelöst.
[0018] Durch die Verwendung von ionischen Flüssigkeiten, bei denen die hydrophoben Anionen
mit Kationen kombiniert sind, die einen hohen Anteil an Kohlenwasserstoffgruppen enthalten,
wird ein ausgezeichneter Korrosionsschutz und eine hervorragende Wasserbeständigkeit
erreicht.
[0019] Mit dieser Kombination wird erreicht, dass Standardadditive in der ionischen Flüssigkeit
löslich sind. Der hohe Anteil an Kohlenwasserstoffgruppen setzt die Beständigkeit
gegenüber Oxidation herab. Als Gegenmaßnahme kann man Antioxidantien einsetzen. Die
Verwendung von Standard-Antioxidantien erhöht die thermisch/oxidative Beständigkeit
der Schmierfettzusammensetzung. Darüber hinaus hat sich überraschenderweise gezeigt,
dass die Fette trotz teilweiser starker Oxidation der ionischen Flüssigkeit bei Lebensdauerprüfungen
in einem gut schmierfähigen Zustand bleiben. Die erfindungsgemäß eingesetzten ionischen
Flüssigkeiten haben bei Tieftemperatur-DSC Experimenten keine Schmelzpunkte oder Glasübergänge
oder andere Phasenübergänge oberhalb einer Temperatur von -30°C, die zu einer starken
Erhöhung der Viskosität der Ionischen Flüssigkeit führen.
[0020] Zu diesen ionischen Flüssigkeiten, die in der Schmierfettzusammensetzung eingesetzt
werden, gehören die ionischen Flüssigkeiten, die als Kationen ein quaternäres Ammoniumkation
oder ein Phosphoniumkation enthalten, die mit einem Anion, das Fluor enthält, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Bis(perfluroalkylsuffonyl)imid, insbesondere Bis(trifluormethylsulfonyl)imid,
Tris(perfluoralkyl)methiden, kombiniert wird. Bei den vorgenannten Anionen können
einzelne Fluoratome gegen Wasserstoff ausgetauscht sein. Die Kationen weisen eine
ausreichend lange hydrophobe Alkylkette, Arylgruppe oder Alkylarylgruppe mit mindestens
8 bis 25 Kohlenstoffatomen auf, wobei die Anzahl an solchen hydrophobierenden Gruppen
des Kations mindestens 15 bis 60 Kohlenstoffatome umfassen muß. Vergleichbare unpolare
Gruppen wie Aryl- oder alkylierte Arylgruppen sind ebenfalls denkbar. Darüber hinaus
haben die erfindungsgemäß verwendeten ionischen Flüssigkeiten keine die Viskosität
verändernden Phasenübergänge bis unter -40°C. Dies wird unter anderem dadurch erzielt,
dass die Kationen geringe Symmetrie aufweisen, d.h. es werden lange und kurze Substitutenten
kombiniert.
[0021] Besonders bevorzugt sind ionische Flüssigkeiten mit hochfluorierten Anionen, da diese
in der Regel hohe thermische Stabilitäten aufweisen. Auch die Fähigkeit zur Wasseraufnahme
kann durch solche Anionen deutlich reduziert werden, beispielsweise beim Bis(trifluormethylsulfonyl)imidanion.
[0022] Die erfindungsgemäßen Schmierfettzusammensetzungen können eine einzelne ionische
Flüssigkeit oder ein Gemisch aus zwei oder mehreren ionischen Flüssigkeiten aufweisen,
wobei die zweite ionische Flüssigkeit nicht notwendigerweise wasserbeständig sein
muß. Die Mengenverteilung der verwendeten ionischen Flüssigkeiten liegt im Bereich
von mindestens 75 bis 95 % der ersten langkettigen ionischen Flüssigkeit zu 5 bis
25 % der zweiten ionischen Flüssigkeit. Die zweite ionische Flüssigkeit wird vorteilhafterweise
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus ionischen Flüssigkeiten die fluorierte Anionen
enthalten, wie beispielsweise Bis(fluoralkylsulfonyl)imide, insbesondere Bis(trifluormethylsulfonyl)imide,
Bis(fluoraryl)imide, Tris(perfluoralkyl)triphosphate, und fluorierte Alkylsulfonate
bei beliebigen Kationen oder alternativ ionische Flüssigkeiten mit beliebigen Anionen,
aber mit den oben beschriebenen langkettigen Kationen.
[0023] Darüber hinaus enthalten die erfindungsgemäß verwendeten Schmierfettzusammensetzungen
übliche Additive oder Additivgemische, die ausgewählt werden aus Korrosionsschutzmitteln,
wie Oxaline, Tiazole, Bernsteinsäurehalbester, Zinkcarboxylate, Natriumsulfonate,
Calziumsulfonate, Bariumsulfonate, Oxidationsschutzmitteln, wie aromatische Amine,
aromatische Phenole, Phosphite, schwefelhaltige Verbindungen, wie Dialkyldithiophosphate,
Verschleißschutzmittel und Extrem pressure Additive, wie phosphor- und schwefelhaltige
Verbindungen, z.B. Zinkdialkyldithiophosphat, geschwefelte Fettsäuren und Fettsäureester,
Dialkylsulfid und Dialkyloligo- und -polysulfide, Borsäureester Mittel zur Reibungsminderung,
wie Glycerin-mono- und di-ester, Mittel zum Schutz gegen Metalleinflüsse, die als
Chelatverbindungen, Radikalfänger, UV-Stabilisatoren, Reaktionsschichtbildner vorhanden
sind. Viskositätsverbesserer, wie Polyisobutylen, Polymethacrylat, sowie anorganische
oder organische Festschmierstoffe, wie beispielsweise Polyimid, Polytetrafluorethylen
(PTFE), Graphit, Metalloxide, Bornitrid, Molybdändisulfid und Phosphat.
[0024] Als Verdickungsmittel werden PTFE, Bentonit, Aerosole, wasserunlösliche Carbonsäuresalze
und deren Mischungen, wasserunlösliche Sulfonsäuresalze und deren Gemische, Harnstoffe,
Ruße, Graphite, Metalloxide, wie Titan und Zinkoxid und deren Gemische.
[0025] Insbesondere werden Additive in Form von phosphor- und schwefelhaltigen Verbindungen
z.B. Zinkdialkyldithiophosphat, Dithiocarbamate geschwefelte Kohlenwasserstoffe und
Fettsäuren, phosphor- und schwefelfreie Substanzen, wie Borsäureester als Verschleißschutzmittel
und Mittel zur Reibungsverminderung eingesetzt; Metallsalze, Ester, Phenole, stickstoffhaltige
Verbindungen, wie aromatische Amine, aromatische heterocyclische Verbindungen, Sulfonatsalze,
organische Säure und Salze werden als Mittel zur Korrosionsverhinderung eingesetzt,
Glycerinmono- oder -diester als Reibungsschutzmittel sowie Polyisobutylen, Polymethacrylat
als Viskositätsverbesserer verwendet.
[0026] Die erfindungsgemäß verwendeten wasserbeständigen Schmierstoffzusammensetzungen enthalten
- (a) 60 bis 90 Gewichts-% ionische Flüssigkeit,
- (b) 5 bis 60 Gewichts-% wasserbeständiges Verdickungsmittel und
- (c) 0,1 bis 10 Gewichts-% Additive.
[0027] Vorzugsweise enthält die erfindungsgemäße Schmierfettzusammensetzung 60 bis 90 Gewichts-%
ionische Flüssigkeit, 10 bis 40 Gewichts-% wasserbeständiges Verdickungsmittel und
0,1 bis 10 Gewichts-% Additive.
[0028] Das Kation der ionischen Flüssigkeit wird ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
einem quaternären Ammoniumkation oder einem Phosphoniumkation und das Anion wird ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus einem Bis(perfluoralkylsulfonyl)imid, insbesondere Bis(trifluormethylsulfonyl)imid,
Bis(perfluoraryl)imid, Tris(perfluoralkyl)triphosphat, wobei das Kation der ionischen
Flüssigkeit eine lange hydrophobe Alkylkette, Arylgruppe oder Alkylarylgruppe mit
mindestens 8 bis 25 Kohlenstoffatomen aufweist und alle hydrophobierenden Alkyl-.
Aryl- oder Alkylarylgruppen des Kations mindestens 15 bis 60 Kohlenstoffatome umfassen
und einen Schmelzpunkt von <-30°C haben. Bevorzugte Additive sind aminische und phenolische
Antioxidantien, Korrosionsschutzadditive, wie Aminphosphate, heterocyclische Verbindungen,
Bernsteinsäurehalbester, Zinkdialkyldithiophosphate und Extrem Pressure/Anti-wear
Additive wie Phosphor und /oder Schwefelträger.
[0029] Durch die Verwendung von ionischen Flüssigkeiten können die erfindungsgemäßen Schmierstoffzusammensetzungen
bei hohen Temperaturen von mindestens 180°C eingesetzt werden, sie können außerdem
durch die Senkung des elektrischen Widerstandes der Öle in Bereichen eingesetzt werden,
bei denen es durch fließenden Strom immer wieder durch Stromdurchschläge, wie bei
Eisenbahnradlagern, Wälzlagern mit Stromdurchgang, im Automobilbereich oder bei Elektromotoren
zu Schäden kommt.
[0030] Eine besonders bevorzugte ionische Flüssigkeit ist Trihexyltetradecyphosphoniumbis(trifluormethylsulfonyl)imid,
nachfolgend als HDPimid bezeichnet, die durch die folgende Formel (I) dargestellt
wird:

[0031] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Schmierfettzusammensetzung werden anhand der nachfolgenden
Beispiele erläutert.
Beispiele
[0032] Im folgenden werden zwei Ionische Flüssigkeiten und deren Fettformulierungen miteinander
verglichen.
[0033] Die Schmierfettzusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung enthält als ionische
Flüssigkeit Trihexyltetradecylphosphoniumbis(trifluormethylsulfonyl)imid.
[0034] In einem Vergleichsbeispiel enthält eine Schmierfettzusammensetzung eine ionische
Flüssigkeit mit dem identischen Anion, die als Butylmethylpyrrolidiniumbis(trifluormethylsulfonyl)imid
bezeichnet wird, nachfolgend als MBPimid bezeichnet, die durch die folgende Formel
(II) dargestellt wird

[0035] Bis(trifluormethylsulfonyl)imid wird zu den hydrophoben Anionen gezählt. MBPimid
besitzt im Gegensatz zu HDPimid keine langen Alkylketten.
[0036] MBPimid kann bei einfachem Abkühlen bis zu Temperaturen von -40°C flüssig bleiben,
der nach DSC bestimmte Schmelzpunkt liegt aber bei -6°C. MBPimid hat also eine starke
Tendenz, eine unterkühlte Schmelze zu bilden.
[0037] Anhand einer weiteren Ionischen Flüssigkeit, die als Methyltrioctylammoniumbis(trifluormethylsulfonyl)imid
bezeichnet wird, nachfolgend Moimid genannt, die ein Ammoniumkation und lange Kohlenwasserstoffketten
aufweist, wird des weiteren gezeigt, dass die vorteilhaften Eigenschaften der Schmierfettzusammensetzung
nicht auf die Verwendung von Phosphoniumkationen beschränkt ist, sondern auch mit
Ammoniumkationen erreicht werden kann. Die Verbindung ist durch die folgende Formel
(III) dargestellt:

[0038] Die physikalischen Daten dieser drei Verbindungen sind in Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1
| |
HDPimid |
MBPimid |
Moimid |
| V 20 [mm2/sec] |
-- |
-- |
640 |
| V 40 [mm2/sec] |
139,62 |
30,7 |
-- |
| V 100 [mm2/sec] |
17,2 |
6,47 |
-- |
| VI |
135 |
171 |
-- |
| Dichte 15°C [g/ml] |
1,0724 |
1,4076 |
-- |
| Dichte 20°C [g/ml] |
-- |
-- |
1,109 |
| Schmelzpunkt (DSC) |
-69°C |
- 6°C |
- 50°C |
| Oxidationsbeginn DSC, reiner Sauerstoff, 1 k/min |
168°C |
>200°C* |
163°C |
| * eine erste, geringfügige Oxidation startet etwas oberhalb 200°C, aber erst ab ca.
240°C setzt eine deutlichere Oxidation ein. |
Beispiel 1
[0039] Wasserbeständigkeit nach DIN 51807 Teil 1 von Fetten basierend auf MBPimid und HDPimid
im Vergleich
[0040] Die beiden IL's werden mit PTFE Pulver zu einer Fettkonsistenz eingedickt (Einrühren,
Walzen) und entsprechend DIN 51807 Teil 1 bei 3 h/90°C geprüft. Das Fettmuster mit
HDPimid weist keine Anzeichen von Auf- oder Ablösung auf und wird mit 0 (= sehr gut)
bewertet.
[0041] Bei dem Fettmuster mit MBPimid tritt eine Ablösung des Streifens auf. Nach Abkühlen
des Prüfmediums Wasser ist eine Trübung zu beobachten, die auf ein teilweises Lösen
des MBPimid bei hohen Temperaturen zurückzuführen ist. Die Prüfung wird deshalb mit
3 (=schlecht) bewertet.
Beispiel 2
Löslichkeit von Standardadditiven in MBPimid und HDPimid
[0042] Folgende drei Korrosionsschutzadditive wurden bezüglich Löslichkeit in den genannten
IL's untersucht:
[0043] Ein Bernsteinsäurehalbester, ein Oxazolinderivat und ein Essigsäurederivat. In HDPimid
sind alle Substanzen zu 1 % bei Raumtemperatur löslich. In MBPimid löst sich nur das
Oxazolinderivat nach Erhitzen auf etwa 150°C, trennt sich aber beim Abkühlen wieder
ab.
Beispiel 3
Wirksamkeit von Standardadditiven in HDPimid am Beispiel eines Antioxidanten
[0044] In HDPimid wird 1 % eines p,p'-Dialkyl-diphenylamins als Antioxidant gelöst. Die
Mischung bleibt auch nach längerem Stehen bei Raumtemperatur klar. Bei einem DSC Lauf
unter Sauerstoff unter Bedingungen wie in Tabelle 1 angegeben, liegt der Oxidationsbeginn
bei 223°C. Damit liegt eine Steigerung um 55°C vor, wenn dieser Wert mit HDPimid ohne
Additiv verglichen wird.
Beispiel 4
Wirksamkeit einer Schmierfettzusammensetzung auf der Basis von HDPimid
[0045] In HDPimid werden übliche Additive zur Verbesserung von Korrosionsschutzeigenschaften
und Oxidationsstabilität gelöst. Dabei handelt es sich um ein zinkhaltiges Korrosionsschutzadditiv
und um einen aminischen Antioxidanten. Zusätzlich wird ein unlösliches zinkhaltiges
Korrosionsschutzpigment verwendet. Die Mischung wird mit PTFE Pulver nach üblichen
Verfahren zu einer Fettkonsistenz eingedickt. Die Mischung lieferte die in Tabelle
2 gezeigten Prüfergebnisse:
Tabelle 2
| Schmierfettzusammensetzung |
HDPimid, (ca. 65 %) |
| PTFE Pulver (ca. 32 %) |
| Additive (ca. 3 %) |
| Penetration, ¼ Konus, DIN ISO 2137 |
Ruhe 73, Walk 60 DT 73 |
| Tropfpunkt DIN ISO 2176 |
> 300°C |
| Ölabscheidung 30 h/150°C (FTMS 791 C 321) |
2,2 % |
| scheinbare dynamische Zähigkeit bei 300 1/sec nach 60 sec |
3200 mPas |
| Verdampfungsverlust n. DIN 58397 T 1 |
100 h/ 150°C 1,44 % |
| 24 h/200°C: 2,1 % |
| Tieftemperatur Drehmoment nach ASTM D 1478 |
-30°C Start 53 Nmm, Lauf 27 Nmm |
| -35°C: Start 53Nmm, Lauf 53 Nmm |
| Fließdruck bei -40°C DIN 51805 |
175 mbar |
| Emcor, dest. Wasser DIN ISO 51802 |
0 |
| Kupfer Korrosion 24 h/1150°C; DIN 51811 |
1 |
| VKA Schweißkraft, DIN 51350 Teil 4 |
5500 N |
| Shell Roll Test 50 h/80°C In Anlehnung ASTM D 1831 |
+ 56 Einheiten |
| FEG FE 9, 180°C, 6000 rpm, |
L10 > 300 h |
| 1500 N, Einbau A |
L50 > 400 h |
| DIN 51821 |
|
| FEG FE 9, 200°C, 6000 rpm, |
L10=92h |
| 1500 N, Einbau A |
L 50 = 101 h |
| DIN 51821 |
|
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 1, 3 h/90°C |
0 |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 2, 1 h/80°C |
Verlust 2 % |
[0046] Die Tabelle 2 zeigt, dass die erfindungsgemäße Schmierfettzusammensetzung gute Hoch-
und Tieftemperatureigenschaften, gute Korrosionsschutzeigenschaften für Stahl und
Kupfer mit einer Beständigkeit gegen Wasser sowohl im statischen als auch dynamischen
Experiment erreicht.
[0047] Mit der vorstehend genannten Schmierfettzusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung
wurde ein Wasserbeständigkeitstest nach DIN 51807 Teil 2 durchgeführt, mit dem Ergebnis,
das das Fett sehr gut im Lager haftet.
Beispiel 5
Wasserbeständige Fettformulierung mit einem Ammoniumkation
[0048] Moimid wird mit PTFE zu einer Fettkonsistenz nach üblichen Verfahren eingedickt,
die Prüfergebnisse sind in Tabelle 3 gezeigt.
Tabelle 3
| Schmierfettzusammensetzung |
Moimid |
| |
PTFE Pulver |
| Penetration, ¼ Konus, DIN ISO 2137 |
59 |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 1, 3 h/90°C |
0 |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 2, 1h/80°C |
Verlust 2,25 % |
[0049] Die Tabelle 3 zeigt, dass nicht nur ionische Flüssigkeiten mit Phosphonium als Kation,
sondern auch Ammonium wasserbeständige Formulierungen ermöglichen.
[0050] Ein weiterer Vorteil der Schmierfettzusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung
mit den hier verwendeten ionischen Flüssigkeiten besteht in der durch die Kohlenwasserstoffgruppen
abgesenkte Dichte, die zu einem geringeren Preis pro Volumen Schmierstoff führt und
damit zu geringeren Kosten pro zu schmierendem Bauteil.
Beispiel 6
Verhalten von Mischungen von Ionischen Flüssigkeiten bezüglich Wasserbeständigkeit
[0051] Aus HDPimid und MBPimid werden Mischungen mit unterschiedlichen Gehalten bezüglich
der beiden IL's hergestellt. Die Mischungen werden mit ca. 30 % PTFE Pulver eingedickt
und durch Walzen homogenisiert, sodass sich Fette mit Penetrationen entsprechend eines
Konsistenzgrades 2 ergeben. Die Fette werden bezüglich Ihrer statischen Wasserbeständigkeit
und teilweise bezüglich dynamischer Wasserbeständigkeit untersucht. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 4 gezeigt.
Tabelle 4
| Muster |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
| Verhältnis MBPimid:HDPimid ca. |
9:1 |
3:1 |
1:1 |
1:3 |
1:9 |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 1, 3 h/90°C |
2 |
2 |
2 |
2 |
0 |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 2, 1h/80°C, Massenverlust |
nicht bestimmt |
nicht bestimmt |
45 % |
6,5 % |
9% |
[0052] Bei der Wasserbeständigkeit nach DIN 51807 Teil 2 werden Massenverluste bis zu 10
% mit 1 = sehr gut bewertet. Ergebnisse mit Verlusten größer 30% werden mit 3 (schlechte
Beständigkeit) bewertet.
[0053] Die Tabelle 4 zeigt, dass eine Schmierfettzusammensetzung gemäß der Erfindung, bei
der eine Kombination von Ionischen Flüssigkeiten verwendet wird, die aus tribologischer
Sicht, wie MBPimid, eine unzureichende Wasserbeständigkeit zeigen, möglich ist. In
vorliegendem Beispiel können mindestens 10 % der unzureichend hydrophobe IL MBPimid
bezogen auf den Grundölanteil unter Erhalt der sehr guten Wasserbeständigkeit eingesetzt
werden. Bis 25 % Grundölanteil ist eine teilweise Wasserbeständigkeit gegeben. Eine
Abmischung von gleichen Teilen der Ionischen Flüssigkeiten ist nicht mehr wasserbeständig.
Die kritischen bzw. akzeptablen Mischungsverhältnisse hängen von den eingesetzten
Ionischen Flüssigkeiten ab und können daher nicht verallgemeinert werden.
Beispiel 7
[0054] In dieser Rezeptur werden 89 % HDPimid mit 10% Lithium-12-hydroxystearat (Seifenverdicker)
versetzt und in die Schmelze gebracht. Nach dem Abkühlen wird 1% eines üblichen aminischen
Antioxidant zugegeben. Die Mischung wird durch mehrmaliges intensives Walzen über
einen Walzenstuhl homogenisiert.
Tabelle 5
| Schmierfettzusammensetzung |
HDPimid (89%) |
| |
Lithium-12-hydroxystearat (10%) |
| |
Antioxidant (1%) |
| Penetration, ¼ Konus, DIN ISO 2137 |
Walk 60 DT 82 |
| Tropfpunkt DIN ISO 216 |
200 °C |
| Ölabscheidung 30 h/150°C (FTMS 791 C 321) |
6,32 % |
| Ölabscheidung 168 h/40°C (DIN 51807) |
4,88 % |
| Verdampfungsverlust nach DIN 58397 T1 |
24 h/150°C 0,9% |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 1, 3 h/90°C |
0 |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 2, 1h/80°C |
Verlust 5 % |
Beispiel 8
[0055] In getrennten Portionen von HPDimid werden Cyclohexylamin und Bis(paraisocyantophenyl)methan
(MDI) im molaren Verhältnis 2:1 gelöst und die Lösungen durch Vereinigung zur Reaktion
gebracht. Nach Erhitzen auf 180°C und anschließendem Abkühlen wird 1 % eines typischen
aminischen Antioxidant zugegeben und das Fett durch Walzen über einen Walzenstuhl
homogenisiert.
Tabelle 6
| Schmierfettzusammensetzung |
HDPimid (84%) |
| |
Harnstoffverdicker (15%) |
| |
Antioxidant (1 %) |
| Penetration, ¼ Konus, DIN ISO 2137 |
Walk 60 DT 73 |
| Tropfpunkt DIN ISO 216 |
291 °C |
| Ölabscheidung 30 h/150°C (FTMS 791 C 321) |
1,22 % |
| Ölabscheidung 168 h/40°C (DIN 51807) |
1,57 % |
| Verdampfungsverlust nach DIN 58397 T1 |
24 h/150°C 1,46% |
| Wasserbeständigkeit DIN 51807 Teil 1, 3 h/90°C |
0 |
[0056] Die Beispiele 7 und 8 zeigen, daß durch die Verwendung einer ionischen Flüssigkeit
zusammen mit entweder einem Harnstoffverdicker oder einem Seifenverdicker wasserbeständige
Formulierungen möglich sind, die als Schutzfilm auf unterschiedlichsten Materialien
zum Korrosions- und Oxidationsschutz aufgetragen werden können und diesen Materialien
einen beständigen Schutz gegenüber Wasser verleihen. Dieser Schmierfettzusammensetzung
ist insbesondere bei Anwendungen im Automobilbereich bei Wasserpumpenlagern, Radlagern,
Gelenkwellen,Kupplungsausrücklagern, Zentrallagern (Centerbearing), Axiallagern im
Federbein, elektromechanischen Bremsen, Lüfterlagern, Miniaturlager Abgasrückführsysteme,
Generatorlagern, Scheibenwischlagern und dergleichen erforderlich, um zu gewährleisten,
das während des Betriebs eine Oxidation oder Korrosion der beschichteten Oberfläche
vermieden wird. Außerdem findet die wasserbeständige Schmierfettzusammensetzung in
Windkraftanlagen, Hauptlagern, Generatorenlagern, Blattlagern, Azimuthlagern sowie
in allen Komponenten und Oberflächen, die einem ständigen Wasserkontakt ausgesetzt
sind, Anwendung.
1. Verwendung einer wasserbeständigen Schmierfettzusammensetzung bestehend aus
(a) 60 bis 90 Gew.-% einer ionischen Flüssigkeit, deren Kation ausgewählt wird aus
der Gruppe bestehend aus einem quaternären Ammoniumkation oder einem Phosphoniumkation
und deren Anion ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus einem Bis(perfluroalkylsulfonyl)imid,
insbesondere Bis(trifluormethylsulfonyl)imid, Bis(perfluoraryl)imid, Tris(per-fluoralkyl)trifluorphosphat,
wobei das Kation der ionischen Flüssigkeit eine lange hydrophobe Alkylkette, Arylgruppe
oder Alkylarylgruppe mit mindestens 8 bis 25 Kohlenstoffatomen aufweist und alle hydrophobierenden
Alkyl-, Aryl- oder Alkylarylgruppen des Kations mindestens 15 bis 60 Kohlenstoffatome
umfassen und einen Schmelzpunkt < -30°C haben,
(b) 0,1 bis 10 Gew.-% löslichen schmierstoffüblichen Additiven und
(c) 5 bis 60 Gew.-% wasserbeständigem Verdickungsmittel,
zur Schutzbehandlung gegenüber Korrosion und Oxidation bei Temperaturen von mindestens
-30°C bis mindestens 180°C.
2. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die ionische Flüssigkeit
eine Verbindung ist, die ausgewählt wird aus der Gruppe Trihexyltetradecylphosphoniumbis(trifluormethylsulfonyl)imid
(HDPimid), Methyltrioctylammoniumbis(trifluormethylsulfonyl)imid (Moimid), Trihexyltetradecylphosphoniumtris(perfluorethyl)
trifluorphosphat.
3. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, des weiteren
enthaltend ein Gemisch aus zwei oder mehreren ionischen Flüssigkeiten, wobei die zweite
ionische Flüssigkeit nicht notwendigerweise wasserbeständig sein muß.
4. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
das Gemisch aus der ersten langkettigen ionischen Flüssigkeit zu der zweiten ionischen
Flüssigkeit im Bereich von 75 bis 95 % zu 5 bis 25 % liegt.
5. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei
die zweite ionische Flüssigkeit ein fluoriertes Anion ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Bis(fluoralkylsulfonyl)imide, insbesondere Bis(trifluormethylsulfonyl)imide, Bis(fluorafyl)imide,
Tris(perfluoralkyl)tri-phosphate, oder fluorierte Alkylsulfonate bei beliebigen Kationen
enthält oder einem langkettigen Kation ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem
quaternären Ammoniumkation oder einem Phosphoniumkation und einem beliebigen Anion.
6. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei
die Additive ausgewählt werden aus der Gruppe bestehend aus Korrosionsschutzmitteln,
Oxidationsschutzmitteln, Verschleißschutzmitteln, Extrem Pressure Additiven, Mittel
zur Reibungsminderung, Mittel zum Schutz gegen Metalleinflüsse, UV-Stabilisatoren,
anorganischen oder organischen Festschmierstoffe, ausgewählt aus Polyimid, Polytetrafluorethylen
(PTFE), Graphit, Metalloxide, Bornitrid, Molybdändisulfid und Phosphat.
7. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei
die Antioxidanten aus der Gruppe der aromatischen Amine, Phenole oder Schwefelträger
ausgewählt werden.
8. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei
die Korrosionsschutzmittel ausgewählt werden aus der Gruppe der aromatischen Heterocyclen,
Sulfonatsalze, organische Säuren und organischen Salze.
9. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei
die Hochdruck, Antiverschleiß- und Reibungsverminderungsmittel (Antiwear/Friction
modifier) ausgewählt werden aus der Gruppe bestehend aus Phosphaten, Schwefelträgern,
phosphor- und schwefelhaltigen Verbindungen, borhaltigen Verbindungen und heterocyclischen
Verbindungen.
10. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei
das Verdickungsmittel ausgewählt wird aus PTFE, Bentonit, Aerosile, wasserunlösliche
Carbonsäuresalze und/oder deren Mischungen, wasserunlösliche Sulfonsäuresalze und
deren Gemische, Harnstoffe, Ruße, Graphite, Metalloxide wie Titan und Zinkoxid und/oder
deren Gemische.
11. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, die als
ionische Flüssigkeit eine Verbindung aus Trialkyltetradecylphosphoniumkationen und
hochfluorierte Anionen enthält, die in Kombination mit wasserunlöslichen Verdickungsmitteln
und Additiven eingesetzt werden.
12. Verwendung der Schmierfettzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 zur Schutzbehandlung
von Komponenten in Automobilteilen, Teilen in Windkraftanlagen, in Prozeß- und Arbeitsmaschinen,
sowie in Haushaltsartikeln vor Oxidation und Korrosion, und um die Wasserbeständigkeit
des Schutzfilms zu verbessern.
1. Application of a water-resistant lubricating grease composition consisting of
(a) 60 to 90 wt. % of an ionic liquid, having a cation selected from the group consisting
of a quaternary ammonium cation or a phosphonium cation and an anion selected from
the group consisting of a bis(perfluoroalkylsulfonyl)imide, bis(trifluoromethylsulfonyl)imide,
bis(perfluoroaryl)imide, tris(perfluoroalkyl)trifluorophosphate, wherein the cation
of the ionic liquid has a long hydrophobic alkyl chain, aryl group or alkylaryl group
with at least 8 to 25 carbon atoms and all hydrophobic alkyl, aryl, or alkylaryl groups
of the cation comprise at least 15 to 60 carbon atoms and have a melting point. <-30°C,
(b) 0.1 to 10 wt. % soluble standard lubricant additives and
(c) 5 to 60 wt. % water-resistant thickening agent, for protective treatment from
corrosion and oxidation at temperatures from at least -30°C to at least 180°C.
2. Application of the lubricating grease composition in accordance with Claim 1, wherein
the ionic liquid is a compound which is selected from the group trihexyltetradecylphosphoniumbis(trifluoromethylsulfonyl)imide
(HDPimid), methyltrioctylammoniumbis(trifluoromethylsulfonyl)imide (Moimid), trihexyltetradecylphosphoniumtris(perfluorethyl)trifluorophosphate.
3. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the Claims
1 or 2, further containing a mixture of two or several ionic liquids, wherein the
second ionic liquid need not necessarily be water-resistant.
4. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 3, wherein the mixture of long-chain ionic liquid with the second ionic liquid
is in the range from 75 to 95% to 5 to 25%.
5. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 4, wherein the second ionic liquid contains a fluorinated anion selected from
the group consisting of bis(fluoralkylsulfonyl)imides, in particular bis(trifluoromethylsulfonyl)imides,
bis(fluoroaryl)imides, tris(perfluoralkyl)triphosphates, or fluorinated alkyl sulfonate
with any cation or a long-chain cation selected from the group consisting of a quaternary
ammonium cation or a phosphonium cation and any anion.
6. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 5, wherein the additives are selected from the group consisting of corrosion
inhibitors, oxidation preventatives, anti-wear agents, extreme pressure additives,
friction reducing agents, agents for protection from metal influences, UV stabilizers,
organic or inorganic solid lubricants selected from polyimide, polytetrafluoroethylene
(PTFE), graphite, metal oxides, boron nitride, molybdenum disulphide and phosphate.
7. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 5, wherein the antioxidants are selected from the group of aromatic amines, phenols,
or sulphur-containing substances.
8. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 5, wherein the corrosion inhibitor is selected from the group consisting of aromatic
heterocyclic compounds, sulfonate salts, organic acids, and organic salts.
9. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 5, wherein the high-pressure, anti-wear and friction-reducing agents (anti-wear/friction
modifier) are selected from the group consisting of phosphates, sulfur-containing
compounds, phosphorus and sulfur-containing compounds, boron-containing compounds
and heterocyclic compounds.
10. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 9, wherein the thickening agent is selected from PTFE, bentonite, aerosils, water-insoluble
carboxylic acid salts and/or mixtures thereof, water-insoluble sulfonic acid salts
and mixtures thereof, urea, carbon black, graphite, and metal oxides such as titanium
oxide, zinc oxide and/or mixtures thereof.
11. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 10, which contains as ionic liquid a compound of trialkyl tetradecyl phosphonium
cations and highly fluorinated anions, which are used in combination with water-insoluble
thickening agents and additives.
12. Application of the lubricating grease composition in accordance with one of the claims
1 to 11 for protective treatment of components in the automotive components, components
in wind power plant, in processing and working machines, as well as in household articles
from oxidation and corrosion, and for improving the water resistance of the protective
film.
1. Utilisation d'une composition de lubrifiant résistante à l'eau, comprenant
(a) 60 à 95 % en poids d'un liquide ionique, dont le cation est choisi parmi le groupe
constitué d'un cation d'ammonium quaternaire ou d'un cation de phosphonium et dont
l'anion est choisi parmi le groupe constitué d'un bis(perfluoralkylsulfonyl)imide,
en particulier de bis(trifluorméthylsulfonyl)-imide, de bis(perfluoraryl)imide, de
tris(per-fluoralkyl)trifluorphosphate, le cation du liquide ionique présentant une
chaîne alkyle hydrophobe longue, un groupe aryle ou un groupe alkylaryle avec 8 à
25 atomes de carbone au moins et tous les groupes alkyle, aryle ou alkylaryle hydrophobants
du cation comprenant 15 à 60 atomes de carbone au moins et présentant un point de
fusion de <-30°C,
(b) 0,1 à 10 % en poids d'additifs solubles habituellement utilisés dans des lubrifiants
et
(c) 5 à 60% d'un agent épaississant résistant à l'eau, pour le traitement de protection
contre la corrosion et l'oxydation à des températures de -30°C au moins à 180°C au
moins.
2. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant la revendication 1, le liquide
ionique étant une combinaison choisie parmi le groupe constitué de trihexyltétradécylphosphoniumbis(trifluorméthylsulfonyl)imide
(HDPimid), de méthyltrioctylammoniumbis(trifluorméthylsulfonyl)imide (Moimid), trihexyltétradécylphosphoniumtris(perfluoréthyl)trifluorphosphate.
3. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 ou 2,
contenant en outre un mélange de deux ou plusieurs liquides ioniques, le second liquide
ionique ne devant pas être nécessairement résistant à l'eau.
4. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 3,
le mélange à base du premier liquide ionique à chaîne longue par rapport au second
liquide ionique se situant dans une plage allant de 75 à 95% à 5 à 25%.
5. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 4,
le second liquide ionique contenant un anion fluoré choisi parmi le groupe constitué
de bis(fluoralkylsulfonyl)imide, en particulier de bis(trifluorméthylsulfonyl)imide,
de bis(fluoraryl)imide, de tris(perfluoralkyl)tri-phosphate ou de sulfonates d'alkyle
fluorés en présence de cations quelconques ou un cation à chaîne longue choisi parmi
le groupe constitué d'un cation d'ammonium quaternaire ou d'un cation de phosphonium
et d'un anion quelconque.
6. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 5,
les additifs étant choisis parmi le groupe constitué d'agents anti-rouille, d'antioxydants,
d'agents anti-usure, d'agents extrême-pression, d'agents de réduction de friction,
d'agents protégeant contre l'influence de métaux, des stabilisateurs UV, des lubrifiants
solides anorganiques ou organiques choisis parmi le polyimide, le polytétrafluoréthylène
(PTFE), le graphite, des oxydes métalliques, le nitrure de bore, le disulfure de molybdène
et le phosphate.
7. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 5,
les antioxydants étant choisis parmi le groupe des amines aromatiques, phénols ou
transporteurs de soufre.
8. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 5,
les agents anti-rouille étant choisis parmi le groupe constitué par des hétérocycles
aromatiques, des sels de sulfonate, des acides organiques et des sels organiques.
9. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 5,
les agents de réduction de pression extrême, les agents anti-usure et les agents de
réduction de friction étant choisis parmi le groupe constitué de phosphates, de transporteurs
de soufre, de combinaisons contenant du phosphore et du soufre, de combinaisons contenant
du bore et de combinaisons hétérocycliques.
10. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 9,
l'agent épaississant étant choisi parmi le PTFE, la bentonite, des aérosils, des sels
d'acide carbonique insolubles dans l'eau et/ou leurs mélanges, des sels d'acide sulfonique
insolubles dans l'eau et leurs mélanges, des urées, des noirs de carbone, des graphites,
des oxydes métalliques, tels que le titan et l'oxyde de zinc et/ou leurs mélanges.
11. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 10
qui, sous forme de liquide ionique, contient une combinaison de cations de trialkyltétradécylphosphonium
et des anions hautement fluorés, qui sont utilisés en combinaison avec des épaississants
insolubles dans l'eau et des additifs.
12. Utilisation de la composition de lubrifiant suivant une des revendications 1 à 11
pour le traitement de protection de composants dans des pièces automobiles, dans des
pièces d'éoliennes, dans des machines intervenant dans des processus industriels et
dans des machines de travail, ainsi que dans des articles ménagers contre l'oxydation
et la corrosion et pour améliorer la résistance à l'eau du film de protection.